Jeder von uns hat Einflussmöglichkeiten
Von Ralf Senftleben • 9 Kommentare
Als Jugendlicher war ich an einer Schule, an der es ein paar ziemlich gemeine Schläger gab. Irgendwann habe ich mich deswegen entschlossen, das nicht mehr hinzunehmen und bin in einen Kick-Boxing-Verein eingetreten und habe dort gelernt, mich selbst zu verteidigen.
Und wissen Sie was das Erstaunliche war? Nach ein paar Monaten Training haben die Schläger in der Schule einen Bogen um mich gemacht. Sie wussten nicht mal, dass ich mit einem Kampfsport angefangen hatte. Aber offensichtlich hatte sich meine Ausstrahlung geändert.
Was ich damals aus dieser Erfahrung gelernt habe ist, dass es besser ist, sich seinen Ängsten zu stellen und etwas zu unternehmen. Und ich habe auch gelernt: Ich kann etwas ändern.
Es nutzt ja nichts, sich darüber aufzuregen, dass die Schläger gemein sind und sich nicht richtig verhalten. Dadurch werden sie sich nicht ändern, denn den Schlägern ist es egal, was ich von ihnen denke.
Sich aufregen, jammern, schimpfen … das ist alles menschlich und verständlich. Aber es ändert eben nichts an der Realität da draußen.
Aber statt mich zu beklagen, kann ich etwas anderes tun:
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Ich kann selbst ein noch größerer Schläger werden, dann trifft es wenigstens die anderen – ist aber nicht gut fürs Karma
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Ich kann auf eine neue Schule wechseln, wo es – vielleicht – keine Schläger gibt.
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Ich kann mich einer Gruppe anschließen, die mich beschützt – und muss dafür aber wahrscheinlich einen mehr oder weniger hohen Preis bezahlen.
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Ich kann mich gut vorbereiten und an mir arbeiten, indem ich z.B. lerne, mich zu verteidigen.
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Ich kann mich an die Schulleitung oder die Elternvertreter wenden, damit diese etwas ändern – manchmal hilft es, aber oft können diese auch nichts machen.
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Ich kann eine Gruppe gründen, mit Menschen, denen eine sichere Schule auch am Herzen liegt und kann dann versuchen Schlüsselpersonen und Autoritäten auf meine Seite zu bekommen. Das nennt man dann “Politik machen”.
Es gibt also vieles, was man tun kann. Ich weiß, dass viele Menschen das Gefühl haben, sie können sowieso nichts ändern. Aber ich glaube, dieser Gedanke ist eher aus fehlender Fantasie und vielleicht auch ein kleines bisschen aus der Bequemlichkeit geboren.
Mein Appell an Sie ist deswegen: Werden Sie sich Ihrer Möglichkeiten bewusst. Jeder kann etwas ändern. Im Kleinen für sich selbst. Und auch im Großen da draußen. Und wenn nicht alleine, dann indem man sich zusammenschließt und gemeinsam für sein Anliegen kämpft.
Wir sind nicht machtlos. Wir können die Welt verändern. Jeder von uns.





Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren. Sagt ein altes Gewerkschaftssprichwort.
Was bleibt, wenn man an die Wand genagelt wird?
Nur vielleicht ist es dann schon zu spät.
Nachtrag zu meinem vorigen Post:
Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung, Soziales, neue umweltfreundliche Technologien dürfen nicht beschädigt
werden durch die aktuelle Finanzkrise.
Hallo,
unsere eigene innere Welt können wir beeinflussen und dadurch auch verändern, das Interessante daran ist auch, dass sich die äußere Welt ebenso beginnt zu verändern.
Ich stimme Ralf gerne zu, auch aus Erfahrung.
Mein Vater brachte mir das Boxen bei und ein Stückchen mehr - das Wittern von Gefahren und mit klarem Kopf zu handeln, vor allen Dingen zu wissen, dass ich jederzeit Situation gewachsen sein kann.
Dies gab mir den Mut loszugehen und etwas zu unternehmen, das Wissen handlungsfähig zu sein. So entsteht in mir auch kein Gefühl von Ohnmacht.
Man kann immer etwas tun und bewirken.
Schöne Grüße
Man kann sich erst "seinen" Ängsten stellen, wenn man bei sich selbst angekommen ist. Das Wissen um die eigene Handlungsfähigkeit (übrigens ein sehr guter Aspekt!) stellt sich erst ein, wenn ich weiß was ich will. Und das weiß man erst, wenn man weiß wer man ist.
Man muss dann noch erkennen, was in der eigenen kleinen Welt positive Ergebnisse bringt und wo man Hilfe finden kann.
Man kann zwar die eine oder andere Schwierigkeit vorausschauend erkennen und vermeiden aber es entstehen auch unvorhergesehene Situationen, die man nicht allein bewältigen kann.
Es stellt sich allerdings die Frage, wie sehr man im einzelnen von einem Ereignis wie der aktuellen Finanzkrise getroffen wird. Denn tatsächlich ist auch "das Unglück wankelmütig" wie Seneca es schon gesagt hat.
ich weiß nicht, ob ich die welt verändern kann.
ich weiß nicht mal, ob ich das überhaupt will.
aber ich weiß, dass ich mich verändern kann und damit meinen umgang mit der welt.
da ich dax-aktien gekauft habe, betrifft mich die finanzkrise konkret. also habe ich zwei möglichkeiten. mich darüber aufregen (in panik geraten, ängste ausleben) oder gelassen abwarten, bis das ganze sich wieder stabilisiert. in 1 jahr, in 5 jahren - irgendwann wird es sicher wieder normal werden. und wenn es sich nicht stabilisiert, dann ist es der aktuelle verlust eigentlich auch egal. ich habe mich für die zweite handlungsalternative entschieden. auch wenn das kein aktives handeln - ändern - kämpfen - darstellt. durch die änderung meines zugangs zur situation bedroht sie mich nicht.
auch ein ansatz, oder?
@andrea,ich finde,genauso wie du das siehst ist das richtig.
wenn ich mich "FÜR" eine sache entscheide,dann entscheide ich mich ganz bewußt "GEGEN" eine andere sache.
allen noch einen schönen restsonntag
lilifee
mit dem satz "sorgen von morgen, mach ich mir übermorgen" bin ich als jugendlicher gut zurecht gekommen,dann,als ich familie hatte war es "wo die angst ist,gehts lang" auch das hat immer geholfen in vielen situationen. heute,in der guten mitte des lebens möchte ich nur noch eines, meine "innere mitte "finden ! egal,was auf der welt passiert, man muß es hinnehmen ob man will oder nicht, wir können die welt nicht verändern, das ist müßig. ich habe nur diees "kurze " leben auf dieser welt, warum soll ich mir mehr gedanken machen als notwendig ist, vieles wird hochgespielt und bedarf später keiner worte mehr. einfach leben, jeden tag genießen und das beste daraus machen ist eine einfache formel,morgen kann alles vorbei sein,oder?! und da habe ich heute nicht gelebt,meine liebe nicht gegeben,jemanden geholfen oder mut zugesprochen.......der sinn darin ist so einfach und kostet kein geld und keine aktien.
und wieder geht es nur "nur" darum den SINN DES LEBENS zu finden.
Mir faellt da gerade eine Begebenheit wieder ein: einige Amerikaner sagten mal zu mir "how do you do that? why do you do that?" - "Well I feel it´s my mission" - nachdenklich antworteten sie mir: "it´s so easy to make money but not to find your mission"
(fuer mich wars und ists immer (noch), schwer "to make money" :), liegt wohl nicht auf meinem Weg. Hab aber nichts gegen Geld! wuesste schon was ich damit machen wuerde! fuer mich und fuer andere :) vielleicht ist die finanzkrise der turning point :) )