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Wie frei sind Sie?

Von Ralf Senftleben54 Kommentare

Wir leben in einem freien, demokratischen Land. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass viele Menschen sich alles andere als frei fühlen.

Wie ist das bei Ihnen? Fühlen Sie sich frei?

Bevor Sie diese Frage beantworten, sollten wir vielleicht erst einmal klären, was Freiheit überhaupt ist.

Ich würde es mal laienhaft so ausdrücken: Freiheit ist die Möglichkeit, das zu tun, was man will; aus freiem Willen und ohne Zwang. Und natürlich nur, solange man damit nicht gegen geltende Gesetze verstößt.

Ein theoretisches Beispiel: Sie hätten die Freiheit in den nächsten 3 Monaten nach Spanien auszuwandern.

Das könnten Sie doch tun, oder? Es ist ja nicht verboten. Wenn Sie es nicht tun, dann liegt das daran, dass Sie es nicht wollen. Oder falls Sie es sogar wollen, dann liegt es nicht an fehlender Freiheit. Es liegt daran, dass es Ihnen zu unsicher ist, dass Sie es sich nicht zutrauen oder dass Sie Angst vor der Veränderung haben.

Weitere (theoretische) Beispiele:

Ich sage nicht, dass Sie diese Dinge tun sollen oder dass diese Vorschläge sinnvoll wären. Aber Sie könnten diese Dinge theoretisch tun. Oder anders gesagt: Niemand zwingt Sie, es nicht zu tun. Sie kommen dafür nicht ins Gefängnis. Das ist Freiheit.

Na klar, es gibt wahrscheinlich gute Gründe oder so genannte “Sachzwänge”, wenn Sie etwas nicht tun, was Sie eigentlich gerne tun würden. Vielleicht denken Sie, es wäre zu riskant. Oder Sie wissen auch (noch) gar nicht, wie Sie es anstellen sollten. Oder es erscheint Ihnen einfach eine Nummer zu groß. Oder Sie tun es nicht, weil es unmoralisch wäre. Oder weil Sie es sich nicht zutrauen, weil Sie andere nicht enttäuschen wollen, weil die Nachbarn reden würden, oder weil Sie Angst vor den Konsequenzen haben, wenn Sie es doch tun würden.

Wenn Sie sich diese Gründe mal genauer anschauen, dann merken Sie, dass diese Unfreiheiten in erster Linie in Ihrem Kopf entstehen. Es ist nicht die Welt da draußen, die Sie unfrei macht. Es sind Ihre Gedanken, Ängste, Moralvorstellungen und Unsicherheiten.

Solche Gedanken sind die Gitterstäbe des Gefängnisses, in das Sie sich selbst eingesperrt haben.

Sie machen das natürlich nicht mit Absicht, Sie sind nicht daran Schuld, dass es so ist. Diese Gedanken nisten sich einfach automatisch in Ihrem Kopf ein. Eltern, Kirche, Schule, die Medien, die Werbung … alle erzählen uns unser Leben lang, dass wir bestimmte Dinge nicht tun dürfen. Oder das man sich so oder so zu verhalten hätte. Oder das bestimmte Dinge böse, nicht richtig, peinlich, uncool oder was auch immer sind. Und irgendwann glauben wir daran, und halten es für die Wahrheit.

Machen Sie doch mal folgendes Experiment: Wenn Sie das nächste mal etwas tun wollen, bei dem Sie aber glauben, dass Sie es nicht können oder dürfen, dann stellen Sie sich die folgenden Fragen:

Diese Fragen zielen auf zwei Ideen ab:

  1. Es gibt gar nicht so viele Dinge, die Sie wirklich nicht tun dürfen, weil sie ungesetzlich sind oder weil sie anderen Menschen damit unverhältnismäßig schaden würden. Die Grenzen unserer Freiheit sind relativ weit gesteckt.
  2. Bei allen anderen Dingen ist es allein Ihre Entscheidung, ob Sie es tun und die Konsequenzen tragen wollen; Oder ob Sie es sein lassen, weil Sie den Preis der Entscheidung nicht bezahlen wollen. Es ist Ihre freie Entscheidung. Hier spielen nur Ihre inneren Unfreiheiten eine Rolle, Ihre Ängste, Ihre persönlichen Moralvorstellungen und Ihre Unsicherheiten. Ihre Unfreiheit kommt in den meisten Fällen aus Ihrem Kopf und nicht von außen.

Noch ein letztes Beispiel: Kurts Chef ist ein respektloser Tyrann und macht Kurt jeden Tag das Leben schwer. Kurt sagt seinem Chef aber nicht, was er von seinem Verhalten hält, sondern schluckt seine Sticheleien jeden Tag. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber wenn Kurt sich nicht wehrt, hat er eine Entscheidung getroffen.

Seine Entscheidung lautet: Meine Sicherheit, mein Frieden und mein Einkommen sind mir wichtiger, als meine Würde.

Es ist Kurts freie Entscheidung. Vielleicht hat er diese Entscheidung nicht bewusst getroffen. Aber dennoch lebt er diese Entscheidung jeden Tag.

Ich weiß nicht, wie frei oder unfrei Sie sich in Ihrem Leben fühlen. Aber wenn Sie sich gerne freier fühlen möchten, dann machen Sie sich vielleicht klar, dass Sie in den meisten Bereichen Ihres Lebens frei sind und freie Entscheidungen getroffen haben, auch wenn Sie vielleicht die Konsequenzen dieser Entscheidungen so nicht gewollt haben.

Sie sind viel freier, als Sie glauben. Denn in vielen Bereichen, in denen wir uns unfrei fühlen, sind wir es in Wirklichkeit gar nicht. Wir haben nur Angst, sind unsicher, zu bequem oder haben zu wenig Selbstvertrauen.

Und all das sind Dinge, an denen man arbeiten kann. Und das Resultat ist: Mehr gefühlte Freiheit. Sie wissen schon. Mit geradem Rücken durch die Gegend laufen. Sich selbst stolz im Spiegel anschauen. Tief durchatmen. Ja, das ist es.

  1. Ralf schreibt am 17. September 2009 um 11:06

    Eins finde ich sehr traurig in dem sonst so schönen Artikel:

    "Freiheit ist..:" Und natürlich nur, solange man damit nicht gegen geltende Gesetze verstößt.

    Genau darin liegt ein Problem, denn die freiheitlichen Grundrechte werden permanent auf fast subtile Art und Weise abgebaut.

    Freiheit ist Denken, Sagen und Handeln was man möchte ohne einem anderen seine Freiheit zu beschränken.

    Das ist für mich Freiheit, nicht was die "...." Politiker samt Exekutive und Legislative mir vorgeben, was unsere Freiheit zu sein hat!

    :)

  2. Ralf Senftleben schreibt am 17. September 2009 um 11:12

    Ralf, ja, das stimmt. Und man kann nur hoffen, dass Irland die EU-Verfassung noch einmal ablehnt. Aber das ist eine andere Diskussion :-)

  3. Zebra schreibt am 17. September 2009 um 21:11

    Ein schöner Artikel. Ich habe oft Existenzängste und sowas zu lesen tut da gut.

    Ich fühle mich halt oft unfrei, weil mir meine Energie so begrenzt erscheint und ich diese ja nicht beliebig "erhöhen" kann...

    Was meinst du dazu, Ralf?

    Lieben Gruß
    Zebra

  4. Petra schreibt am 17. September 2009 um 23:14

    Hallo,

    ja...Freiheit...was ist das? Wie sich das ungefähr anfühlt, konnte ich in den letzten Tagen ein ganz bischen fühlen, denn ich habe mir eine Wohnung gesucht und gefunden.

    Nachdem ich mich fünf Jahre, aus der Sicht meines Partners so oder so verhalten hätte sollen, weil ich dies UND das nicht richtig gemacht habe, bin ich krank geworden. So krank, das ich kein Lebensgefühl mehr hatte und nicht mal mehr die Sonne sah. In dieser Zeit habe ich hier im Forum an einem Kurs mitgemacht, in dem es darum ging, die positiven Dinge im Alltag aufzuschreiben. Und wenn es nur das Wäsche waschen war.

    Ich möchte hier besonders Ralf danken, das der Kurs genau zur richtigen Zeit für mich anfing. Du weißt gar nicht, wie mir das geholfen hat.

    Einen Teil meiner Angst vor dem Alleinsein, konnte ich bewältigen - Danke Dir Ralf für Deinen Selbstcoachkurs - denn ich habe die Ängste verlagern können. Wie keine Ahnung. Jedenfalls habe ich JETZT mehr Angst diese Beziehung weiterzuleben und auf meine Freiheit zu verzichten, als vor dem Alleinsein.

    Freiheitsberaubung, emotionale Gewalt nenne ich das, welche ich aus Angst vor dem Alleinsein erduldet habe.

    Der Schritt eine Veränderung in meinem Leben zu tun, hat eine Menge Mut und Tränen gefordert - und ist bestimmt nicht das, was ich mir gewünscht habe. Ich habe mich nun entschieden ein realistisches Leben weiter zu führen als eine Wunschvorstellung.

    Da fällt mir IKEA ein: Träume ich noch oder lebe ich schon :)

    Ich wünsche allen, den Mut zu haben ihre persönliche Vorstellung von Freiheit, die wohl auch ein Grundbedürfniss ist, zu leben.

    Ich bin voller Hoffnung und glaube, dass ich ein besseres, freieres Leben verdient habe.

    Auch wenn es schwer fällt,den nicht realisierbaren Traum einer heilen Familie, loszulassen.

    In diesem Sinne
    LG Petra

  5. Petra schreibt am 17. September 2009 um 23:18

    Hallo Zebra :)

    ««««««« weil mir meine Energie so begrenzt erscheint und ich diese ja nicht beliebig "erhöhen" kann«««««««

    Ich weiß nicht, woher ich die Energie hatte in den letzten Wochen....ich denke, das war der Überlebenswille. Energie kann man sicher nicht erhöhen...die ist bei mir gekommen, weil ich es WOLLTE. Ich hatte ein Ziel - FREI LEBEN WOLLEN.

    Und Du kannst mir glauben, ich bin seeeehr müde ABER ich freue mich auf der anderen Seite, endlich FREI zu sein.

    LG Petra

  6. Ralf Senftleben schreibt am 18. September 2009 um 09:16

    Zebra, meiner Erfahrung nach kann man seine Energie sehr wohl erhöhen.

    Das fängt bei der Selbstfürsorge an: Ordentliche Ernährung, Sport, Pausen, gute Schlafgewohnheiten.

    Dann geht es weiter, indem man Energieräuber aus seinem Leben schmeißt (sowohl Menschen, als auch belastende Umstände, soweit es geht).

    Und der nächste Schritt wäre dann, innere Konflikte und alte Wunden therapeutisch aufzuarbeiten.

    Denn all das frißt unsere Energie.

  7. Ralf Senftleben schreibt am 18. September 2009 um 09:17

    Petra, das finde ich toll, dass der Kurs dich da weitergebracht hat. Und ich wünsche dir alles Gute und dass sich alles in deinem besten Sinne weiterentwickelt.

  8. Alexandra schreibt am 20. September 2009 um 06:33

    Danke für diesen Artikel ! Wenn sich mehr Menschen bewusst machen würden, dass ihr Leben von ihren eigenen Entscheidungen abhängt würde weniger gejammert werden !

  9. Kurt Wedemeyer schreibt am 20. September 2009 um 06:47

    Hallo Ihr Lieben,
    hat nicht jeder die Wahlfreiheit, das zu tun, was er wirklich möchte (unter den Spielregeln einer Demokratie) ?
    Ich find's jedenfalls so. Wenn ich es zulasse, das meine Freiheit beschränkt wird oder ich dieses (unbewusste ?) Gefühl spüre, habe ich Wahl-Freiheit selbst daran etwas zu ändern . . . Oder nicht ?
    Zum Sonntag noch'n Gedicht:
    "Immer soll die Sonne für dich scheinen,
    du sollst im Leben mehr lachen als weinen,
    es sollen dich Hände und Flügel berühren,
    mögest du Sehnsucht und Freiheit spüren.
    Du sollst die Liebe zum Blühen bringen,
    in schweren Zeiten voller Hoffnung bleiben,
    Menschen und Erde ins Herz dir schreiben,
    du sollst dem Guten und Wahren begegnen,
    dann wird die umfassende Liebe dich segnen."

    In diesem Sinne einen schönen Sonntag.

    Liebe Grüße
    Kurt

  10. Reiner Philips schreibt am 20. September 2009 um 08:35

    Lieber Ralf,
    was Du und und Deine Frau Tanja mit 'Zeit zu leben' aufgebaut habt, hat mich von Anfang an begeistert. Mit außergewöhnlichem Einfühlungsvermögen behandelt ihr zahlreiche Probleme, Schwächen und Wünsche unzähliger Menschen und ihr verbindet es mit wirklich brauchbaren Anleitungen, wie der Einzelne die eigenen Defizite oder Wünsche in Angriff nehmen kann. Doch niemand von uns ist allwissend und wir lernen unser ganzes Leben, bis zum letzten Atemzug.
    Auch Dein Newsletter 'Wie frei sind wir?' enthält viele richtige Aspekte dieser Frage. Doch sind besonders wichtige Aspekte - vielleicht sogar die wichtigsten - nicht angesprochen. Der erste Kommentar zu Deinem Artikel hat auch bereits den Finger auf diese - ich nenne es einmal Schwachstelle - gelegt und Du hast den Kommentar auch als richtig aber auch als andere Diskussion bewertet.
    Wirkliche Freiheit ist weit mehr als im eigenen Garten das pflanzen zu dürfen, was uns beliebt - der Garten steht hier stellvertretend für viele persönliche Lebensbereiche. Betrachten wir ganz objektiv unsere heutige Welt, dann überkommen uns erhebliche Zweifel, ob wir in einer wirklichen Freiheit leben oder nicht. Die heutige Welt ist gekennzeichnet von den größten Gefahren, denen sich die Menschheit jemals ausgesetzt sah: eine beispiellose Zerstörung unserer Lebensgrundlage, der Natur; eine Wirtschaft, die immer häufiger als Raubtierkapitalismus bezeichnet wird, weil sie nur einer winzigen Gruppe superreicher Leute dient und die restlichen Milliarden Menschen in immer größere Armut und Verzweiflung gestoßen wird; einem Gesundheitswesen, das statt der Gesundheit der Menschen nur den Profitinteressen einer - man muss es leider sagen: Gesundheitsmaffia - dient und die Menschheit immer kränker werden läßt; einer Weltbevölkerung, die bis zum totalen Zusammenbruch anwächst; und nicht zuletzt werden alles zerstörende Kriege unter dem Deckmantel einer Friedenspolitik vorbereitet.
    Sieht so eine Welt aus, die durch Freiheit der Menschen gestaltet wurde? Besitzen wir die nötige Freiheit, diesen beängstigenden Entwicklungen wirksam Einhalt gebieten zu können? Du schreibst: 'Freiheit ist die Möglichkeit, das zu tun, was man will; aus freiem Willen und ohne Zwang. Und natürlich nur, solange man damit nicht gegen geltende Gesetze verstößt.' Wer aber macht die geltenden Gesetze und in wessen Interesse sind sie, innerhalb derer wir unsere Freiheit leben dürfen? Schaut man hinter die Kulissen, erkennt man die wahren Urheber, die mit der Erfahrung 'Geld regiert die Welt' längst erkannt und enttarnt sind. Und die Mächtigsten dieser Welt beraten seit langem unter anderem darüber, wie die Weltbevölkerung auf 10-20% der heutigen Zahl 'gesundgeschrumpft' werden kann. Natürlich ausschließlich im Interesse dieser Reichsten der Reichen, die ja bekanntlich die Welt regieren.
    Diese selbsternannte Weltführungselite hat ein sehr großes Interesse daran, dass Otto-Normalverbraucher glaubt, in Freiheit zu leben. Einer Freiheit jedoch, die sich innerhalb des von dieser 'Elite' gesteckten Rahmens abspielt und ihnen nicht in die Quere kommt, damit sie ihr alles zerstörendes Werk bis zum bitteren Ende fortsetzen können. Das ist die 'Freiheit', die sie - diese selbsternannte Elite - meinen. Doch es ist nichts anderes als die Unfreiheit praktisch der gesamten Menschheit. Ganze Bibliotheken füllt inzwischen die Literatur, die sich mit der menschengemachten Zerstörung unseres Planeten befasst - diese 'Elite' betrachtet diese Zerstörung als ihre Freiheit.
    Doch die Menschen brauchen eine echte Freiheit, die diese Fahrt in den Abgrund verhindern kann. Du und Tanja machen eine nach meiner Einschätzung vorbildliche Arbeit, damit Menschen ihr eigenes Potential und ihre eigenen Möglichkeiten erkennen und anwenden können. Wir alle brauchen dieses Potential, um in tatsächlicher Freiheit unsere Welt so gestalten zu können, dass wir eine Chance zum Überleben haben. Diese Freiheit hat ihre Grenzen nicht innerhalb von Menschen (von denen, die die Welt regieren) gemachten Gesetzen, sondern ausschließlich dort, wo sie die Freiheit von Mitmenschen einschränkt oder der Natur Schaden zufügt. Das ist die Freiheit, die alle Menschen brauchen. Diese Freiheit müssen wir uns erst noch erkämpfen.
    In Freiheit, die wir brauchen
    Reiner

  11. joyana schreibt am 20. September 2009 um 08:43

    danke für den schönen artikel...

    er führt ein wenig näher aus, was mich als spruch schon länger begleitet.

    Ich merke aber, dass der spruch sehr oft anders aufgenommen wird, als ich glaube, dass er gemeint ist.

    "TU WAS DU WILLST, SPRACH GOTT, UND ZAHLE DAFÜR"
    (aus dem spanischen)

    Viele Menschen lesen die betonung auf dem ZAHLEN, ärgern sich darüber dass sie was zahlen sollten... und ahnen nichts von der freiheit... die der spruch für mich anspricht *zwinker*

    in diesem sinne einen schönen FREIEN sonntag! ;-)

    joyana

  12. Ingo schreibt am 20. September 2009 um 09:01

    Wie frei bin ich bereit zu sein?

    Den aktuellen Un-/Freiheitsgrad in Besitz nehmen, sich also mit dem derzeitigen Status Quo verbinden, ist dabei die eigentliche Aufgabe. Die die Meisten scheuen. Denn dies bedeutet Arbeit an sich selbst - die oft tut weh.

    Freiheit erlange ich nur durch das In-Besitz-nehmen all der Dinge, in denen ich unfrei bin. Es geht hier richtig um's "Eingemachte". Wer zu dieser Arbeit bereit ist, wird sich Stück für Stück aus seiner Unfreiheit herausarbeiten. Garantiert.

    Wer zu dieser Arbeit nicht bereit ist, voila. Niemand hat etwas dagegen, wenn Du da bleibst, wo Du jetzt bist. Es liegt alles ausschießlich in Deiner eigenen Hand. DAS ist das größte Geschenk überhaupt.

    Viel Glück, allen Segen *INGO* :-)

  13. Stefanie schreibt am 20. September 2009 um 09:50

    Es faziniert mich immer wieder, dass die Artikel von Euch so gut zu meiner jeweiligen Lebenssituation passen.

    Den newsletter zu lesen ist meine Sonntagstradition, ein schön warmer Tee, Ruhe, ein Stück Schokolade und los geht es.
    Der AHA-Effekt für heute war ganz klar, Freiheit beginnt im Kopf. Im Grunde versuche ich jeden Tag meine Freiheit zu schützen und doch, die Unfreiheit beginnt in meinem Kopf.

    Um seinen Träumen und dem Ruf des eigenen Herzens nachzugehen braucht man Freiheit, besser Freiheit und Mut.

    Ich wünsche allen Lesern für diesen Sonntag, die Freiheit "man selbst" zu sein.

  14. Frank schreibt am 20. September 2009 um 10:12

    Lieber Reiner Philips,

    Ihr Beitrag findet überwiegend meine Zustimmung. Uns wird pausenlos suggeriert, wie glücklich wir doch sein dürfen, in Freiheit und Demokratie zu leben. Sie haben sehr gut dargelegt, was sich dahinter wirklich verbirgt, aber die wenigsten Menschen erkennen dies oder oder wollen es gar nicht wahrhaben. Was kann man tun? Ist der "Point of no Return" bereits erreicht? Ich befürchte, daß es so ist. Ich weiß, das klingt fatalistisch - aber es scheint mir auch realistisch.
    Ist es die Aufgabe des Individuums, die "Welt zu retten" oder sollte man doch lieber versuchen, sein kleines persönliches Glück in einer Nische zu suchen?
    Was bewirkt Fundamentalopposition? Sollte man sie um der eigenen Prinzipien bzw. um der Sache willen auf Dauer aufrechterhalten oder sich auf faule Kompromisse einlassen? Der Entwicklungsweg der "Grünen" läßt diesbezüglich wenig Hoffnung aufkommen. Sie starteten als Systemkritiker, doch die Fleischtöpfe der Macht waren letztendlich allzu verlockend.
    Aber vielleicht ist das alles ja wirklich - wie Ralf oben schrieb - eine "andere Diskussion".

    Schöne Grüße an alle

  15. Uschi schreibt am 20. September 2009 um 10:48

    Ein sehr schöner Artikel, der viel von meinen eigenen Lebensdevisen auf den Punkt bringt.

    Nur in zwei Fällen sehe ich die Freiheit nicht.

    1.) Wenn man liebt, z.B. seine Kinder und diese sich alles bedingungslos heraus nehmen und mit "Liebesentzug" oder sogar Totalabstand reagieren, wenn das Geld oder die Sachzuwendungen nicht fließen, wie sie es verlangen.

    2.) Wenn man sich etwas aufgebaut hat, hart dafür arbeitet und einen aus welchen Gründen auch immer das Finanzamt am Wickel hat (roter Reiter auf der Akte); ein bestimmter Finanzprüfer Prüfung für Prüfung ansetzt, nichts negatives findet, aber aus klarem, auch offen artikuliertem sozialen Neid, mit Sanktionen versieht, die die Existenz gefährden, alle hart ersparten Rücklagen auffressen - und man kommt dagegen nicht an.Selbst der Steuerberater schüttelt den Kopf und kann nur eine Klage unterstützen, die aber in Deutschland - einer Demokratie mit Staat im Staat (die Finanzbehörden)kaum eine Chance haben wird.

    Da hört dann die Freiheit auf und nimmt so extrem die Substanz, dass die anderen Freiheiten wenig nutzen.

    Das 1.) sehe ich sehr oft bei meinen Coachingklienten und das 2.) erlebe ich selbst seit 5 Jahren.

    Also auch das Thema Freiheit sollte nocheinmal überdacht werden.
    Es gibt innere Freiheit, die kann man weitestgehend selbst bestimmen, aber bei Liebe eben nicht. Es gibt äussere Freiheit und die kann man nur da bestimmen, wo man Macht nicht ausgeliefert ist, wie eben beim Finanzamt - oder bei Gewalt, siehe dem Mann der umgebracht wurde, weil er den Kindern half.

    Wenn wir in Deutschland mehr zusammenrücken würden und mehr den Mund aufmachen würden (siehe Frankreich), dann würde unsere Freiheit wachsen.

    Alles Gute + Liebe von Uschi

  16. Holger schreibt am 20. September 2009 um 11:09

    Servus,
    Ich finde es gut wenn es hier Gelegenheit gibt auch über die "Unfreiheiten" zu kommunizieren.
    Aber die geht ja schon damit los, dass jeder und insbosondere Ralf sich überlegen muss, welche KOnsequenzen die Meinungsäußerung auf dieser Plattform haben kann.

    Wir brauchen die Menschen, die uns alle Wachrütteln, den Schleier der Scheindemokratie wegnehmen und auch Wege aufzeigen, wie es zu ändern ist. Wollen wir (98% der Menschen) uns von 2% Geisterskranker Leute den Planeten und die Zukunft kaputtmachen lassen. Wissen Soldaten und Polizisten wem sie im Ernstfall dienen(müssen)?

    Ich glaube alle sollen Gelegenheit habe zu erfahren wie unfrei sie in Wirklichkeit sind: z.B. Euroeinführung, EU-Verfassung, dt.Staatsbürgerschaft, Zwangsmitgliedschaften und -abgaben, Zwangsimpfungen um nur einige zu nennen.

    Helfen da positive Gedanken? Wir alle haben es verursacht und geschehen lassen. Wir alle (also Du und Du..)können es ändern. Warum erschaffen wir einfach die Realität/Freiheit die wir wollen? Zum Beispiel nächste Woche an der Urne.
    Alle Nichtwähler wählen immer das was ist. Wer schweigt, stimmt zu. Es soll ja Kandidaten geben, denen echte Freiheit eine Herzensangelegenheit ist.

    Herzlichst Holger

  17. Helga M.J. Wegleiter schreibt am 20. September 2009 um 12:00

    Es fällt mir nicht leicht, das was ich fühle oder das was fließen möchte in Worte zu fassen oder vielleicht könnte man sagen meinen Kopf und meinen Bauch in Einklang zu bringen, so dass es sich für mich richtig anfühlt. Ich habe dann ihren Kurs "Kreatives Schreiben" entdeckt und gleich gekauft.Anschließend habe ich noch ein bißchen herumgestöbert und mich dabei wohl gefühlt - irgednwie fühlte sich die Energie für mich frei an, nicht gebunden an alles mögliche und deshalb kann ich mich einlassen.
    An dieser Stelle möchte ich Tanja und Rolf für Ihre Arbeit danken; ich finde sie sehr gut.

    Herr Reiner Philip hat sicher recht mit seiner Beschreibung der heutigen Situation und vielleicht steht die Uhr schon auf 5 vor Zwölf, aber wenn wir unsere Gedanken (Die Energie folgt dem Gedanken bzw. Gefühlen) auf das richten, was "NICHT" paßt, dann geben wir den Mißständen Energie und wir fühlen uns ohnmächtig ,schwach und handlungsunfähig.
    Wenn wir jedoch unser Bewußtsein auf das richten was bereits "GUT" ist,
    daß wir kraftvolle Wesen sind, die alles verändern können und daß unser Kraftpunkt in der "Gegenwart" liegt, dann gibt uns das Kraft und Mut und wir können diese freigesetzte Energie nutzen um neue positive Akzente zu setzen und
    wir sind nicht allein,
    manchmal einsam,
    aber nicht allein.

    Doch jede Veränderung fängt bei uns selbst an. Je mehr es uns gelingt uns von unseren Abhängigkeiten und Ängsten zu befreien, desto weniger werden für uns die Einengungen im Außen spürbar.
    Wahre Freiheit ist nicht vom "Außen" abhängig. Wahre Freiheit findet im "Innen" statt.
    Sie ist vielleicht auch das liebevolle Annehmen von dem was gerade "IST" und hat mit Hingabe zu tun.

    Ich wünsche euch allen noch einen schönen Sonntag
    Sonnige Grüße aus Süddtirol Helga

  18. Reiner Philips schreibt am 20. September 2009 um 12:02

    Hallo Holger,
    wenn Du schreibst 'Wir brauchen die Menschen, die uns alle Wachrütteln, den Schleier der Scheindemokratie wegnehmen und auch Wege aufzeigen, wie es zu ändern ist. Wollen wir (98% der Menschen) uns von 2% Geisterskranker Leute den Planeten und die Zukunft kaputtmachen lassen.' dann kann ich Dir zu 100% zustimmen. Genau dies habe ich mir zur Aufgabe gemacht und damit begonnen, einen gangbaren Weg zu suchen, wie wir jedes Fünkchen Hoffnung, das uns einen Ausweg zeigen kann, aufspüren und breit bekannt machen können. Und es gibt sie, diese Fünkchen, die sich zu einem Flächenbrand entwickeln können, schon ganz einfach deshalb, weil es allen (ja sogar den allerreichsten, denn auch sie würden im Strudel eines möglichen Infernos mitgerissen!) nützt und sich im Einklang mit den Gesetzen der Natur befindet. Auf den Seiten von www.pure-zukunft.de habe ich einen Anfang gemacht und lade die restlichen 98% (ich schätze, es sind über 99%) ein, mitzuhelfen, die Menschen wachzurütteln und nach Wegen zu suchen, die aus der Sackgasse führen.
    Vielleicht bekommt dann auch Frank, der offensichtlich der Ansicht ist, der 'Point of no return' sei bereits überschritten, neue Aspekte, die ihm zeigen, dass man nicht vorschnell die Flinte ins Korn werfen sollte. Ernst von Feuchtersleben hat es einmal mit der Bemerkung "Nur die Sache ist verloren, die man aufgibt." auf den Punkt gebracht.
    In größtem Optimismus - trotz alledem
    Reiner

  19. Monika schreibt am 20. September 2009 um 12:13

    Hallo Zusammen,

    mich berühren die Artikel und die Kommentare auf dieser
    Seite jedesmal sehr, es vermittelt mir ein Stück Heimat,
    weil soviele zusammenkommen, die weiterdenken, hinterfragen,
    Ziele haben, mehr als Geld und Status erreichen wollen.
    Ich denke, dass das Eintreten für Veränderungen oft erst
    nach dem Erreichen einer gewissen inneren Freiheit möglich
    ist, weil innere Freiheit Kraft gibt, Kraft, die dadurch entsteht, dass man näher an seinen Werten lebt und dadurch sehr viel weniger auf Zustimmung von außen angewiesen ist.
    Mein bester Freund sagte immer: "Freiheit heißt, in Ketten tanzen". Als junges Mädchen fand ich das unerhört und viel zu wenig, heute denke ich, warum sollte man nicht tanzen, auch wenn man in Ketten ist. Zwar finde ich nach wie vor, dass es wichtig ist, sich zu überlegen, wie man die Ketten loswird. Aber egal, wie beengt das eigene Leben ist, es ist das Leben das wir jetzt zur Verfügung haben und undere Entscheidung, was wir damit tun. Habt ihr mal den Film gesehen: Das Leben ist schön.? Mich hat dieser Film gelehrt, dass es nicht nur auf die äußere Situation, sondern auf das, was man daraus macht, ankommt.

    Was nützte all die äußere Freiheit, wenn man keine innere besäße, und was nützte beides, wenn man weder Freude noch Dankbarkeit dafür empfände.

    einen schönen Sonntag wünscht
    Monika

  20. Liv schreibt am 20. September 2009 um 13:26

    Ich muss an den ersten Kommentar von "Ralf" anschließen, ohne alle anderen gelesen zu haben. Ich war ebenfalls schockiert zu lesen..."ohne gegen die gelteneden Gesetze zu verstoßen". Die sind es ja gerade, jedenfalls zum Teil, die einen hier so unfrei fühlen machen. Ich dachte, da käme jetzt sowas wie..."solange man niemand anderem Schaden zufügt" oder so ähnlich, dann hätte ich voll zugestimmt. Der Rest ist ja vollkommen stimmig. Aber das, sehr merkwürdig und nicht genau hingeschaut.
    LG

  21. dagmar schreibt am 20. September 2009 um 14:21

    In der letzen Woche las ich folgenden Satz:

    Freiheit ist nicht die Möglichkeit alles zu tun was man will, sondern die Möglichkeit, das man das was man tut; auch zu wollen.
    Das ist ein wundervoller Satz. Er bestätigt mein
    Lebensmotto:
    Alles was ich mache mache ich gern.
    Wenn ich etwas nicht mache, mache ich es gerne nicht.
    Ich mache nichts mehr nicht gern.

    Das ist für mich Freiheit.

    Liebe Grüße
    Dagmar

  22. Tim schreibt am 20. September 2009 um 15:15

    Ein Wunderbarer Artikel. Lange nichts mehr gelesen was mir sofort so ein positives mut machendes Gefühl vermittelt hat.

  23. Ralf Senftleben schreibt am 20. September 2009 um 15:33

    Hallo an alle, insbesondere an die, die hier Gesellschafts-Krtik üben.

    Ich stimme bei der Gesellschafts-Kritik in vielen Einzelheiten zu. Es gibt Dinge in unserem Land / auf der Welt, die sind nicht ideal und es wird immer Dinge geben, die nicht fair oder gerecht sind.

    Aber darum ging es mir ja auch nicht. Mir ging es darum, dass sich Menschen durch ihre inneren Freiheiten einschränken, bevor sie auch nur mit den äußeren Unfreiheiten in Berührung kommen.

    Die Missstände und äußeren Unfreiheiten sind eine ganz andere Diskussion.

    Und jeder hat in diesem Land die Möglichkeit, politisch Einfluss zu nehmen, eine Partei zu gründen oder sich anders zu engagieren.

    Ist es einfach das zu tun?

    Nein, das ist es nicht. Im Gegenteil, wenn man diesen Weg gehen will, dann kostet das eine Menge Kraft.

    Aber das zeigt wieder, dass Freiheit und Demokratie kein Privileg ist, sondern ein Recht, das man sich (ständig wieder neu) verdienen muss.

    Hier diese Unfreiheiten und Ungerechtigkeiten und elitären Machtverhältisse zu thematisieren ist verständlich, aber ich zweifele immer mehr daran, dass das allein etwas bringt. Wäre es anders, hätten die Stammtische dieser Welt schon das allerschönste Utopia erschaffen.

    Meine Meinung: Wer etwas ändern will, muss a) sich selbst ändern und b) etwas tun, möglichst viele von seinen Gedanken zu überzeugen. So schafft man Mehrheitsverhältnisse und letztlich neue Machtverhältnisse.

    Oder anders gesagt: Nicht nur drüber quatschen, sondern auch etwas tun, es vormachen und möglichst viele andere dazu bringen, es einem nachzutun :-)

    So ändert man in meinen Augen die Welt.

  24. Evelyn schreibt am 20. September 2009 um 15:50

    wow... is so ein klasse artikel!! wie recht du/ihr doch hast/habt!!

    die probleme werden nicht von anderen, sondern von uns selbst geschaffen, indem wir z. b. nicht tun, was wir möchten, weil...weil es viell.andere menschen gibt, die das, was wir tun möchten, nicht mögen. oder wir ein schlechtes gewissen haben.
    das sind wir selbst, wir beschränken unsere eigene freiheit. ist das nicht schlimm???

    einen schönen sonntag abend euch...

  25. Bea schreibt am 20. September 2009 um 17:44

    Danke für diesen Artikel, der mich sehr aufbaut. Bei mir geht es oft um innere Blockaden und Existenzängste. Ab kommender Woche ist Kurzarbeit.. Ich brauche nichts so sehr wie Gelassenheit und Mut zum Sprung über den eigenen Schatten!
    LG
    Bea

  26. Marita schreibt am 20. September 2009 um 18:03

    Deine Gedanken,lieber Ralf, sind berechtigt. Freiheit-was ist das?
    Wie die menschheitliche Entwicklung zeigt, war es immer ein erstrebenswertes Ziel, frei zu sein. Doch frei wovon?
    Wir sind gesellschaftliche Wesen, die in ein gesellschaftliches System hineingeboren werden, also schon dann nicht frei sind.Richtig frei kann hier niemand sein- niemand!Robinson Crusoe, der war ein wenig frei, jedenfalls soweit seine Insel reichte.Er hätte also glücklich darüber sein können. War er es?
    Natürlich sind deine Gedanken berechtigt, lieber Ralf. Wir begeben uns selbst in viele Situationen, in denen wir unfrei sind. Oft bestimmt auch nicht beabsichtigt.Und bestimmt würden wir uns anders entscheiden, wenn da nicht......, der geselschaftliche Zwang und damit verbunden Vieles in unserem Weg steht, uns anders zu entscheiden.
    In der kleinsten Zelle der Gesellschaft, der Familie,kann ich doch auch nicht richtig frei sein, sondern unterliege den Regeln dieses Menschenverbundes.Diese können manchmal ganz gegen meine Wünsche von Freiheit stehen.

  27. Fabian schreibt am 20. September 2009 um 19:58

    Dazu fällt mir ein Spruch eines Verhaltenstherapeuten ein:

    Ich habe das Leben, das ich will. Jedes andere war mir in meiner Vorstellung zu teuer.

    Es hilft mir oft, mir bewusst zu werden, dass Freiheit kostet - und dass man sie haben kann, wenn man bereit ist, den Preis zu bezahlen. Oft kommt man zum Schluss, dass bestimmte Freiheiten sich unter dem Strich einfach nicht lohnen. Will ich auf meine Kinder verzichten, nur um mehr Zeit für mich zu haben? Manchmal heisst es aber auch: Es lohnt sich, etwas zu investieren und das Risiko einzugehen, das jetztige Leben gegen ein neues einzutauschen.

    Freiheit ist nicht nur etwas Schönes - meist muss sie mit Unsicherheit erkauft werden. Und wieviel man davon erträgt, muss wohl jeder selbst herausfinden.

  28. Ines schreibt am 20. September 2009 um 20:06

    Also Freiheit, ein großes Thema. Habe ich nicht nur so viel Freiheit, wie die Gesellschaft das insgesamt zulassen kann. Ich kann mir ja die Freiheit herausnehmen den Müll nicht mehr herunter zu bringen. Aber irgendwann wird das stinken. Und da kommt er dann wieder, Herr Engels "Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit". Schiller meint gar nur im Reich der Träume ist man frei.
    „In des Herzens heilig stille Räume
    Mußt du fliehen aus des Lebens Drang!
    Freiheit ist nur in dem Reich der Träume,
    Und das Schöne blüht nur im Gesang.“
    Wie halten wir es denn mit Freiheit Gleichheit, Brüderlichkeit? Die zweite Krönungstour für ein Bedingungslosen Grundeinkommens ist heute in Berlin zu Ende gegangen unter dem Motto "Wenn jeder sein eigener König wäre, bräuchte niemand der König des anderen sein". Es gibt eine Internetseite zum Thema Grundeinkommen http://www.unternimm-die-zukunft.de/ und vereinfacht gesagt ist der Gedanke dann auch, unternimm dich selbst. Das das jedoch ohne den äußeren Rahmen nie möglich sein wird möchte ich Interessierte auf das bedingungslose Grundeinkommen aufmerksam machen. Dank Susanne Wiest (Tagesmutter aus Greifswald), die eine Petition zur Einführung des BGE beim Bundestag gestellt hat, welche von über 50000 Menschen innerhalb weniger Wochen mitgezeichnet wurde, bin auch ich endlich aus tiefer Resignation und Lethargie erwacht. Über das Leben allgemein und auch freiheitlich in unserer heutigen Gesellschaft. Wir haben die Wahl unsere Freiheit selbst in die Hand zu nehmen. Aber das geht nur gemeinsam.

    Auf bald
    Ines

  29. Sina schreibt am 20. September 2009 um 20:43

    Das fällt mir spontan zu diesem Thema ein:

    „Die fünf Freiheiten“
    von Virginia Satir.

    1) Die Freiheit zu sehen und zu hören, was ist,
    statt zu sehen und zu hören, was sein sollte
    oder einmal sein wird.

    2) Die Freiheit zu sagen, was du fühlst und denkst,
    statt zu sagen, was du darüber sagen solltest.

    3) Die Freiheit zu fühlen, was du fühlst,
    statt zu fühlen, was du fühlen solltest.

    4) Die Freiheit, um das zu bitten, was du möchtest,
    statt immer auf die Erlaubnis dazu zu warten.

    5) Die Freiheit, um der eigenen Interessen willen Risiken einzugehen, statt sich dafür zu entscheiden, "auf Nummer Sicher zu gehen" und "das Boot nicht zum Kentern zu bringen".

    Alles Liebe,

    Sina

  30. Frau Anne schreibt am 20. September 2009 um 21:32

    wißt ihr, welche fragen mir angesichts der großen gesellschaftskritiken in diesen kommentaren auf den lippen liegen?

    lebt ihr FREIWILLIG in deutschland? (wenn nein - wer könnte euch dazu zwingen?)

    ich meine, in dem theme freiheit steckt eine menge tiefe und freiheit hört für mich nicht mit gesetzen oder gesellschaftlichen zwängen auf- wenn ihr euch in deutschland in eurer freiheit eingeschränkt fühlt - weshalb geht ihr dann nicht in ein anderes land?

    ich frage hier absichtlich provokativ, denn ich gehe davon aus, daß ihr sicher gute gründe habt, in deutschland zu bleiben.

    ABER: seid ihr euch bewußt, daß es eure FREIE entscheidung ist, dies zu tun?? ihr könnt einfach auswandern und müßtet euch nicht den gesellschaftlichen zwängen aussetzen. punkt.

    daß ihr es nicht tut, das ist EURE entscheidung. mit der konsequenz, daß ihr an die regeln dieser gesellschaft gebunden seid. dies scheint euch aber angesichts der konsequenzen einer möglichen auswanderung die angenehmere variante. also bleibt ihr da. verstehe ich sehr gut (denn das ist auch mein standpunkt). aber dann seid euch klar - ihr WOLLT bleiben! das bedeutet in meinen augen verantwortungsübernahme, vor allem aber bewußtes freies entscheiden!!

    ihr habt immer die wahl, niemand kann euch zu etwas zwingen. und wenn in allerletzter konsequenz (im falle größtmöglichen äußeren zwanges)nur noch euer denken frei ist - dann sind wir wieder am anfang, denn die größte macht die jeder mensch hat ist die freiheit über seine gedanken.

    die welt? die ist wie sie ist. wie du sie empfindest liegt daran,was du über sie glaubst und denkst (das kann dir ja keiner aufzwingen). wenn du also etwas als veränderungswürdig empfindest, dann verändere das einzige, was du wirklich unter kontrolle hast - DEIN handeln und denken. und wenn du das ehrlich und authentisch tust, werden die menschen von alleine kommen. ich glaube, niemand schafft es die welt zu retten oder mit parolen zu überzeugen (das probieren ja auch die politiker ;o)

    ich weiß, auch diese worte sind wieder diskussionswürdig (und ich fände es grade sehr spannend, darüber zu reden und eure meinungen zu hören). aber ich war mir nicht sicher, ob ihr gesellschaftskritiker wohl das thema freiheit konsequent (und ganz direkt und persönlich, nur auf euch bezogen) bis zu ende durchdacht habt. seid ihr euch denn bewußt, daß ihr alle freiwillig in diesem land lebt?

    ich tue es und freue mich wenn sich endlich dinge bewegen. und ich bin allen sehr dankbar, die voller kraft und enthusiasmus ideen spinnen - vor allem aber mit liebe zum leben. deshalb neue wege - und manchmal auch ein konsequentes nein zum alten.

    herzliche grüße von anne

  31. Ursula schreibt am 21. September 2009 um 05:39

    Danke für den guten Artikel und danke allen, für die interessanten Kommentare!

    Mein Kommentar ist das Zitat von Benjamin Franklin
    "Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren."

    und
    von Nelson Mandela
    "There is no such thing as part freedom."

    ich wünsche mir, dass wir alle unsere Freiheit erkennen und wir dazu den Mut haben, diese auch leben...

    Herzlichst
    Ursula

  32. Andreas schreibt am 21. September 2009 um 05:42

    Was ist Freiheit wert, wenn diese nicht durchsetzbar ist?

    Zum Beispiel Kurt: "Meine Sicherheit, mein Frieden und mein Einkommen sind mir wichtiger, als meine Würde."

    Wie viele Menschen haben einen vorgesetzten, der eigentlich psychisch schwer krank ist? Wie viele Alternativen hat so ein Kurt wirklich, wenn er (oder sie) auch noch Kinder hat?

    Hat so ein Kurt nicht eher entschieden "Mein Einkommen ist mir wichtiger, als meine Würde.", denn Sicherheit und Frieden kann ich hier nicht erkennen.

    Und wo bleibt nun das Grundgesetz mit der Würde des Menschen?

    @Ralf Senftleben: Ich schätze Euren Newsletter sehr, aber dieses Mal kann ich nicht folgen. So lange ich Geld habe, habe ich auch Freiheit. Habe ich kein Geld, bleiben mir viele Freiheiten verwehrt. Die Freiheit des Bettlers, falls ich mich dazu entscheide, findet spätestens in der Münchner Fussgängerzone ein jähes Ende durch einen Platzverweis, da ist man in München nicht so zimperlich.
    Aber genau da hin wird jeder gezwungen, der kündigt, ohne eine neue Geldquelle zu haben. So viel zum Thema wirkliche Freiheit.

    Das soll mich aber nicht hindern, straffrei eine Alternative zu der Entscheidung von Kurt zu suchen und zu finden.

    Andreas

  33. Uschi S. schreibt am 21. September 2009 um 06:25

    Hallo zusammen, da ich erst am Montag Morgen den Newsletter lese- sozusagen als Wochenstart, möchte ich noch einen kurzen Gedanken anfügen an die sowieso schon sehr angeregte Resonanz auf dieses unsere Herzen berührende Thema "Freiheit":
    Meine Namenskollegin Uschi sprach diesen Gedanken unter anderem ganz kurz an und ich möchte ihn als Frage wieder in die Runde geben:
    " Was ist mit der Liebe?"
    Ist sie es nicht gerade, die uns oft dazu bewegt eben nicht ganz frei nach unserem inneren Gefühl zu handeln? Ist ein Paar, das schon fast ein Leben lang zusammen mehr oder weniger glücklich ist, wirklich ganz frei oder sind da auch oft Entscheidungen, "zähneknirschend" trifft , weil man, wenn man liebt, eben auch Kompromisse mittragen muss? Und wie ist das mit den Familienbanden? Es hat mich Zeit meines Lebens oft belastet, mich von meiner Ursprungsfamilie, die alles andere als harmonisch war, nicht einfach frei machen zu können. Viel zu spät habe ich mich mit Familienaufstellungen befasst und erkannt, dass es mich innerlich befreit hat, einfach anzuerkennen, was ist, sich gegenseitig zu achten und zu segnen. Und dann ist da noch die Liebe zu den eigenen Kindern. "Du musst einfach loslassen", sagen alle. Das ist richtig und gut, solange es dem Kind dabei gut geht. Wie frei bin ich als Mutter oder Vater noch, wenn es Probleme in der eigenen Familie gibt? Bin ich wirklich frei, wenn ich dann das Handtuch werfe und den Problemen davon laufe, doer die Verantwortung an Staat oder Schule abgebe? Ich habe gesehen, dass durch Familienstellen viel Freiheit durch die Lösung von Verstrickungen, die uns gar nicht bewusst sind, entsteht.
    Hat hierzu jemand auch schon Erfahrung gesammelt oder was meint ihr, Ralf und Tanja zu dieser These?
    Ich wünsche allen dazu gute Gedanken, einen letzten schönen Sommertag und eine schöne Woche

  34. johannes schreibt am 21. September 2009 um 06:31

    @ralf (der 1. Eintrag):

    Danke Du hast mir aus der Seele gesprochen!

    Deshalb habe ich mir auch die Freiheit genommen:

    "Sie hätten die Freiheit, heute die ersten Schritte zu gehen, um eine neue Partei zu gründen,"

    habe mich der Piratenpartei angeschlossen und eine Orts Crew gegründet. :-)

    Ein interessanter Artikel zum Thema Deutschland und "Demokratie":
    http://www.welt.de/politik/bundestagswahl/article4565626/Die-deutsche-Status-quo-Diktatur.html

    Allen eine gute Woche!

    Es ist nicht recht, weil es Gesetz ist sondern es muss Gesetz sein was recht ist. (Charles de Montesquieu, 1689-1755)

  35. Eamane schreibt am 21. September 2009 um 07:11

    Wer aus Liebe Kompromisse macht handelt trotzdem nach eigenem Willen, also dieser Definition nach frei.

    Allerdings darf bei dieser Diskussion eins nicht vergessen werden, denn sonst bekommen viele Menschen ein schlechtes Gefühl, weil sie kognitiv die Wahrheit dieser Aussagen begreifen, sie aber nicht umsetzen KÖNNEN:

    Aus unserer geschichtlich-kulturellen Entwicklung heraus, haben nur wenige Menschen nicht per sé die psychologische innere Erlaubnis, wirklich freie Entscheidungen zu treffen. Und hier genügt zur Veränderung nicht allein das Begreifen der Tatsache, dass wir grundsätzlich frei sind - sondern es müssen wirklich konkret Gefühle und Gedanken (und umgekehrt) UMTRAINIERT werden. Unser Gehirn hat Gewohnheiten, die oft schlicht biochemische Kettenreaktionen und nur mit sehr viel Bewusstsein zu beeinflussen sind. Diesen Prozess allein schaffen zu wollen ist vergleichbar damit ohne Training Hochleistungssport zu betreiben. Bedeutet nicht, dass man zwingend einen Therapeuten benötigt - aber Menschen, die so denken und immer wieder reflektieren, in welche Richtung die Veränderung gehen muss.

    ES IST EIN LANGER UND OFT VERFLIXT SCHWERER; ABER AUCH ZUNEHMEND SCHÖNER WEG, sich zu befreien.

  36. Catta schreibt am 21. September 2009 um 07:59

    Das sind alles sehr schöne Beiträge! Eigentlich ist es aber doch jedem klar, dass wir tun können, was wir wollen und für das, was für tun, "einfach" nur die Konsequenzen tragen müssen!

    Ich finde es allerdings viel schwieriger, zu wissen, was ich wirklich will!
    Wie kann man das denn wissen? Man kennt doch auch die Konsequenzen nicht immer!
    Habt ihr da nicht Tipps???

    Einen schönen Wochenstart!

    Catta

  37. Jacqueline schreibt am 21. September 2009 um 08:07

    Dazu einfach nur ein aus eigener Erfahrung stammendes: JA.

  38. Frau Anne schreibt am 21. September 2009 um 10:13

    schöne kommentare heute morgen!

    es ist wirklich etwas verflixt - ich glaube, sehr viele leute sehen ihre vollständige freiheit wirklich nicht!

    @andreas: wenn du nicht in einer wohnung wohnen bleiben wolltest oder geld haben wolltest - dann wäre bettler doch kein problem oder? aber du willst das haben was du hast und deshalb gehst du arbeiten um geld zu verdienen. logisch. wenn du das geld nicht wolltest, bräuchtest du nicht arbeiten gehen. wenn kurt seine kinder nicht ernähren wollte, müßte er nicht arbeiten gehen. undsoweiter. es ist schwer, in ALLEM was passiert den eigenen freien willen zu erkennen. aber um wirklich die volle verantwortung für das eigene leben zu übernehmen kommt man darum nicht herum. solange bleiben immer die anderen oder die umstände schuld an dem was uns nicht paßt. aber hinter ALLEM steckt deine eigene entscheidung! selbst bis in die hintersten situationen. und selbst in ganz krassen beispielen, wenn es um die entscheidung leben oder tod geht. aber immer bist du frei dich zwischen verschiedenen wahlmöglichkeiten zu entscheiden. di entscheidest frei - ob bewußt oder unbewußt, ob du handelst oder nicht. wäre es nicht wesentlich vorteilhafter für das "gelingen", auch das zepter tatsächlich in die hand zunehmen und die eignen entscheidungen bewußt und verantwortungsvoll zu übernehmen?

    ein guter buchtip ist hier "mary - die unbändige göttliche lebenslust" von ella kensington. ein amüsantes buch in romanform, in dem der versuch unternommen wird, zu erklären wie wir menschen "ticken". gute ideen wie ich finde. eine davon ist - wir reagieren mit ablehnung auf zwang. und da ist der haken (wird schön erklärt): wären wir in der lage, in jedem augenblick unsere entscheidungsfreiheit zu spüren, dann würde es keinen zwang, und damit keine unfreiheit mehr geben.

    unvorstellbar? ;o)

    aber nein, es geht!

    lg von anne

  39. Maria Anna Schulter schreibt am 21. September 2009 um 11:20

    Ja, was ist Freiheit....? Ich denke es gibt viele Definitionen von Freiheit!

    Für mich wäre Freiheit, wenn ich in der heute so stressigen und dermassen veränderten Arbeitswelt, wieder so arbeiten könnte, dass wir nicht unter ständigem Druck stehen, dass wir allenfalls unseren Job verlieren. Ich arbeite sehr gerne, aber so wie sich die Arbeitssituation in den letzten 5 Jahren verändert hat, würde ich lieber Heute, als erst Morgen aufhören, weil ich merke, dass langsam meine Gesundheit anfängt darunter zu leiden. Ich kann aber nicht Heute meine Arbeit kündigen, weil ich dann ohne Einkommen, keine Wohnung, kein Essen, kein gar nichts mehr hätte, also bin ich unter diesem Aspekt überhaupt nicht frei, es sei denn ich will unter der Brück hausen und ohne Einkommen meinen Lebensabend leben. Das wiederum aber möchte ich nicht wirklich, weil ich gerne ein Dach über dem Kopf habe und dieses kann ich mir nur leisten, wenn ich auch ein Einkommen habe. Dann sind wir doch irgendwie nicht wirklich frei, zumindest nicht in unseren Ländern. Hier stellt man Ansprüche an uns und dadurch werden wir verantwortlich... So könnte man noch lange philosophieren und wir kämen nie zu einem befriedigenden Resultat....
    Trotzdem finde ich es spannend, zu wissen, dass ich frei bin zu entscheiden, ob ich unter der Brücke wohnen will, oder ob ich ein Dach über dem Kopf bevorzuge, das macht mich dann aber eben wiederum nicht wirklich frei, weil ich auf ein Einkommen angewiesen bin...
    Eine gute Zeit und Zeit zu leben
    LG Maria Anna

  40. Bernadette Fuchs schreibt am 21. September 2009 um 11:28

    Hallo Ihr alle...
    hier gibts ja viele interessante Meinungen, fand alles sehr spannend und möchte nun auch als alleinerziehende Mutter meinen Teil dazu beitragen.

    Ganz frei fühle ich mich wahrhaftig nicht mehr, denn meine Tochter besucht die 5. Schule, und ich habe als Alleinerziehende die alleinige Verantwortung und bin zudem Hartz-IV Empfängerin. Ich bin 10 Jahre aus meinem Beruf und bekomme bisher nur Absagen, wenn ich mich bewerbe.

    Wenn ich alleine wäre, würde ich sicherlich noch ganztags arbeiten und hätte ein ganz anderes Leben. Und natürlich bin ich froh, dass es meine Tochter gibt - doch wirklich frei fühle ich mich nicht mehr. Als Hartz-IV-Empfängerin stehe ich unter vielen Zwängen, darf nicht mehr in jede Wohnung ziehen und auch nicht einfach so den Ort wechseln... Tja, und da empfinde ich es ganz normal, wenn ich manchmal davon träume, einen ganzen Sack voller Geld zu haben... Ich kenne einige Menschen (vor allen Dingen Mütter), den es so geht wie mir? Was macht man/frau denn jetzt damit? Freue mich noch über ein paar Meinungen...,
    Bernadette

  41. Andreas schreibt am 21. September 2009 um 16:03

    @Anne:

    » wenn kurt seine kinder nicht ernähren wollte,
    » müßte er nicht arbeiten gehen.

    Ich bin überzeugt davon, dass ich selber die Verantwortung für mich und mein Handeln trage. Das wird durch Freiheit aber weder gefördert noch verhindet.

    Eine freie Entscheidung ist aber definitiv nicht die Freiheit als solche. Genau diese begrenzte Freiheit nenne ich beim Namen und hinterfrage das hiermit auch mehr oder weniger direkt.

    Andreas

  42. Andreas schreibt am 21. September 2009 um 16:05

    @Anne zum zweiten:

    bitte den Beitrag von Bernadette Fuchs lesen, da wird sehr deutlich, wie frei man am Ende wirklich ist.

    Andreas

  43. Jana schreibt am 21. September 2009 um 18:59

    Hallo, vielen Dank, Bernadette, dass du dich geoutet hast. Ich bin auch alleinerziehende Mutter und sehe viele Freiheiten nicht, weil ich mir meiner Verantwortung als Mutter sehr bewußt bin. Wir alle haben mehr oder weniger Verantwortung für Menschen und sie schränken auch unsere Freiheit ein. Deshalb hat mich der Artikel von Ralf eher geärgert als, wie sonst, bereichert. Ich find ihn einfach zu oberflächlich.

    Es geht, wie auch oben schon richtig bemerkt um die Definition von Freiheit. Und ich spüre meine Freiheit innen drinnen. Und lote sie jeden Tag neu aus nach der Prämisse, was ich brauche und mir Spaß macht. Und das natürlich in den Grenzen, die meine Familie mir setzt (und die ich mir setzen lasse).
    Bernadette, auch du kannst von Harzt IV wegkommen. Bleib dran. Mir haben die positiven Gedanken (beruflich) und die Orientierung an den Dingen, die mir Entspannung und Freude bringen sehr geholfen. Und das sind unter anderem auch ab und an meine Kinder :)

    Und Ralf: Bitte überarbeite den Artikel noch mal. So ein doofes Beispiel.
    Jana

  44. Ines schreibt am 21. September 2009 um 21:19

    Na gut, ich bin Euch zu unpassend mit meinem Anliegen nach dem bedingungslosen Grundeinkommen. Wisst gar nicht, was das hier soll. Aber genau in diese Diskussion muss ich mich einbringen. Ganz freiwillig übrigens. Darum hier nochmal eins drauf http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/.
    Ein wirklich doofes, geradezu überhebliches Beispiel, dass ich auch sonstwo und sonstwie leben kann... Gerade eben auch als Alleinerziehende und dann noch mit Hartz IV. Kein Mensch, der das nicht erlebt, weiß wovon gesprochen wird. Es bedeutet Armut! Es bedeutet jeden verflixten Tag zu überlegen, was zum Essen noch bleibt. B. hat es real geschildert, auf dem Arbeitsmarkt ist keiner Willkommen der weswegen auch immer für längere Zeit keiner Erwerbsarbeit nachging. Nehme ich mir die Freiheit meine Arbeitskraft den Kindern zu widmen, sagt die heutige Gesellschaft eher dazu: selbst dran Schuld, hättest ja auch.... und dann wärst du nicht...
    Vielleicht könnte das nächste Thema heißen "Zeit zu leben". Ganz real mitmachen im Leben. Sich einbringen. Das ist Freiheit. Alles andere ist egoistischer Selbstzweck. Was nützt eine Diskussion über Freiheit, wenn wir sie nicht für alle wollen? Die Frage müßte nicht lauten, "Wie frei sind Sie?", sondern "Wie frei sind wir?" Wir sind verbunden, mit allem. Auch in der Frage nach unserer Freiheit.

  45. Ralf Senftleben schreibt am 22. September 2009 um 08:18

    Hallo an alle Kritiker,

    ich kann Eure Gedanken verstehen. Von Harz IV zu leben mit allem was dazugehört ist ganz hammerhart und ich wünschte, es gäbe mehr Grundversorgung (Ich bin nebenbei ein großer Fan der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens).

    Aber das ändert nichts daran, dass unser Leben auch ein Resultat unserer bewussten und unbewussten Entscheidungen ist.

    Klar, wir bekommen alle unterschiedliche Karten im Leben ausgeteilt und die Chancen sind nicht gleich verteilt. Aber jeder kann wählen, wie er seine Karten ausspielt, selbst wenn er ein beschissenes Blatt hat.

    Ein Kind in die Welt zu setzen. Eine Aubildung zu wählen. Mich anstrengen oder nicht. Mir Hilfe zu suchen oder nicht. All das sind bewusste oder unbewusste Entscheidungen. Und zwar meine Entscheidungen, nicht die der anderen. Und es gibt nur wenige Situationen, wo ich mit Gewalt zu etwas gezwungen wurde.

    Und wenn mir hinterher die Konsequenzen meiner Entscheidungen nicht gefallen (z.B. die Verantwortung für ein Kind), dann hilft es nicht viel, den anderen die Schuld dafür zu geben.

    Da hilft es in meinen Augen nur, die eigenen Freiheiten, die jeder von uns hat, zu nutzen.

    Und ganz wichtig: Ich rede hier nicht von Schuld.

    Die Wenigsten von uns können die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen absehen. Darin sind wir Menschen nicht besonders gut.

    Und mit 16 denkt man nicht daran, dass wenn man sich in der Schule nicht anstrengt, dass man dann vielleicht mit 25 perspektivenlos ist. Oder wer kommt mit 16 schon selbst auf die Idee, die Schule zu wechseln, weil die Zustände dort schlecht sind. Die wenigsten können das.

    Ich sage nicht, dass jemand Schuld an seiner Situation ist, das steht mir nicht zu.

    Ich sage nur, dass die wenigsten die Freiheiten und Möglichkeiten nutzen, die Sie haben. Und zwar oft deswegen, weil sie damit beschäftigt sind, die Schuld am eigenen Leid woanders zu suchen.

    Das Zuweisen von Verantwortung und Schuld ändert aber nichts an der eigenen Situation. Und es hilft auch nicht viel, sich darüber zu ärgern, dass die Welt unfair ist. So zu denken ist verständlich, aber nicht zielführend.

    Es bringt nichts. Es ist einfach nicht nützlich oder hilfreich. Ich mache meine Situation damit nicht besser. Eher schlechter, weil ich die Energie ja auch nutzen könnte, um etwas zu ändern.

    Deswegen sind für mich die wichtigsten Frage:

    Was kann ICH tun?

    Welche Möglichkeiten habe ICH?

    Wie kann ICH mich mit anderen zusammentun, um das zu ereichen, was ich anstrebe und meine Situation zu verbessern?

    Wie haben es andere geschafft, denen es ähnlich ging wie mir und die aus meiner Situation rausgekommen sind? Und wie kann ICH das nachmachen?

    Wer könnte mir helfen?

    Wo oder von wem bekomme ich Unterstützung, um aus meiner Situation rauszukommen und was muss ICH dafür tun, damit ich diese Unterstützung bekomme.

  46. Gina schreibt am 22. September 2009 um 09:05

    Hallo, nun grundsätzlich stimmt es mit der Wahl/Entscheidung - aber wenn Kurt z.B. seine Arbeit verliert (weil er seinem Chef die Meinung sagt) und deshalb seinen finanziellen Verplichtungen nicht mehr nachkommen kann schadet er sowohl sich als auch Anderen und kommt möglicherweise mit dem Gesetz in Konfilkt.

    Mit dem Auswandern verhält es sich ähnlich, wenn man da wo man gerade wohnt finanzielle Verpflichtungen eingegangen ist kann man nicht nach Spanien auswandern auch wenn man dies noch soooooo gerne möchte!

    viel Licht und Liebe sendet Gina

  47. Andreas schreibt am 22. September 2009 um 17:13

    Hallo Ralf,

    » Ich sage nur, dass die wenigsten die Freiheiten und Möglichkeiten nutzen, die Sie haben. Und zwar oft deswegen, weil sie damit beschäftigt sind, die Schuld am eigenen Leid woanders zu suchen. «

    Das verstehe und unterstütze ich voll und ganz und lebe selber so weit wie möglich danach (manchmal stehe ich mir dabei auf den Füßen, aber immerhin, ich merke es zumindest nachher und kann etwas tun).

    Trotzdem bleibe ich dabei, dass das nicht viel mit Freiheit zu tun hat. Die von Dir im Newsletter dieser Woche beschriebene Freiheit ist in der Praxis nicht für jeden vorhanden.

    Die Hoffnung ist, dass man zumindest am 27.9. versuchen kann, daran etwas zu ändern.

    Andreas

  48. Ralf Senftleben schreibt am 22. September 2009 um 17:49

    Andreas, ich verstehe glaube ich schon, was du meinst.

    Ich glaube, für dich ist Freiheit vor allem eingeschränkt durch die äußeren Umstände. Klar, die äußeren Umstände schränken einen ein. Und wenn ich Geld auf dem Konto habe, habe ich es leichter.

    Und ich glaube eben daran, es den meisten Menschen nicht an Geld oder Freiheit mangelt, sondern eher an Einfallsreichtum, Energie, Mut, Selbstvertrauen und der Einsicht, dass sich nichts ändert, wenn ich mich nicht ändere.

    Und ja: Potenzial für eine gerechtere Welt gibt es auch bei uns genug, obwohl es den Menschen hier in Deutschland doch im Großen und Ganzen ziemlich gut geht, wenn man es mit Menschen in ärmeren Ländern vergleicht (Was natürlich nicht so bleiben muss, wenn sich die Entwicklungen der letzten Jahre weiter fortsetzen).

    Natürlich kann man auf gesellschaftliche Veränderungen hoffen.

    Aber dann wartet man eventuell eine ziemlich lange Zeit. Und ich sehe ehrlich gesagt keinen Trend, dass sich etwas verändert.

    Die Frage ist für mich: Will ich auf die Veränderung der Gesellschaft warten? Oder will ich heute anfangen, mich zu ändern?

    Will ich den Leuten sagen: Ja, die Welt ist ungerecht und du hast es sooo schwer! Aber bei den nächsten Wahlen ...

    Oder will ich den Leuten sagen: Egal in welcher Situation du steckst, du kannst immer etwas bewegen und deine Situation verbessern, wenn du dich anstrengst, nicht gleich aufgibst, nicht jede Idee von Tisch wischst, dir Hilfe suchst und dich mit anderen zusammen tust, denen es ähnlich geht.

  49. sveti schreibt am 22. September 2009 um 22:59

    liebe tanja und ralf! lese schon längere zeit den newsletter finde eure themen immer sehr passend. habe mir das selbst coachprogramm geleistet kann es jedem nur empfelen! wirklich grossartig!was ich noch gut finden würde: wen sie die lebensfreude auch als audio anbieten. habe im momennt wie es eine freundin von mir sagen würde : viele baustellen in meinem leben, bin schon ein ganzes stück weiter gekommen und weiss das ich das andere auch noch schaffe!ich denke auch das die freiheit aus dem inneren kommt.ich bin ein mensch der nicht viel erwartet,denke wen ich das bischen auch ablegen könnte dan währe ich freier. wir alle dürfen uns erlauben frei zu sein, das können auch nur wir selbst! die kommentare von helga, monika und anne gefallen mir sehr gut. ich grüsse euch alle! danke ralf ich finde euch einfach nur vorbildlich!
    l.g. sveti

  50. Caren schreibt am 23. September 2009 um 11:29

    Ein schöner Artikel. Aber geht es in Wirklichkeit nicht um Ziveilcourage, und zwar sich selbst gegenüber?
    Klar, ich kann mich anpassen und das machen, was Menschen - die angeblich Macht über mich ausüben - von mir verlangen. Muss ich aber nicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es oft besser ist, NEIN zu sagen bzw. gewisse Umstände nicht zu akezptieren.
    Wenn mein Ehemann ein Tyrann ist (ist er zum Glück nicht!), gehe ich. Meine Chefin ist eine Ausbeuterin und ich kann mich auf sie einstellen. Grenzen aufzuzeigen, ist nicht einfach, hilft aber ungemein.

  51. thomas schreibt am 24. September 2009 um 08:48

    Vielen Dank für den Artikel und die Anmerkungen!

    Folgende drei Zitate von Jean-Jacques Rousseau über die Freiheit lese ich immer wieder mal:

    "Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern das er nicht tun muss, was er nicht will."

    "Das Geld, das man besitzt, ist das Mittel zur Freiheit, dasjenige, dem man nachjagt, das Mittel zur Knechtschaft."

    "Mir ist die gefährliche Freiheit lieber als eine ruhige Knechtschaft."

  52. Pascal schreibt am 29. September 2009 um 10:58

    Hallo Ralf

    Gibt es zu Deinem Kommentar Energie erhöhen ebenfalls einen Artikel. Du hast dies ziemlich am Anfang erwähnt:

    "meiner Erfahrung nach kann man seine Energie sehr wohl erhöhen.
    Das fängt bei der Selbstfürsorge an: Ordentliche Ernährung, Sport, Pausen, gute Schlafgewohnheiten.
    Dann geht es weiter, indem man Energieräuber aus seinem Leben schmeißt (sowohl Menschen, als auch belastende Umstände, soweit es geht).
    Und der nächste Schritt wäre dann, innere Konflikte und alte Wunden therapeutisch aufzuarbeiten."

    Gruss und Danke

  53. Ralf Senftleben schreibt am 29. September 2009 um 12:16

    Hallo Pascal,

    ich habe bei unseren Artikeln ein bisschen den Überblick verloren, aber ich kann mich an keinen erinnern. Ist vielleicht eine schöne Idee, mal einen darüber zu schreiben. Aber im Grunde steckt in meinem Mini-Kommentar von oben die Marschrichtung schon drin. Gute Ernährung, Sport und Schlafen reißen meiner Erfahrung schon eine Menge raus.

    Schöne Grüße,
    Ralf

  54. MorgAnne61 schreibt am 3. Oktober 2009 um 12:25

    guten tag, ich wollte mich nur kurz melden, nachdem ich die nrewsletters sorgfältig gelesen habe, und sagen, dass ich mich schon auf die nächste Aufgabe von ...morgen freue!

    ich finde dieses Selbstcoaching programm SEHR SEHR interessant uns SEHR SEHR gut aufgebaut, dabei füge ich gleich hinzu, dass ich mich natürlich schon länger mit den gleichen Themen beschäftige und auchvieles gelesen habe.

    Nun bin ich von Natur aus ein sehr mißtrauisscher und vorsichtiger Mensch, kategorie "wachsam", und nehme auch nicht gleich jedem jeden Quatsch ab, wenn ich da so formulieren darf.

    Aber hier stimmt sowohl Inhalt als auch Formulierung, und das gefällt mir.

    Zum Thema Freiheit hätte ich noch viel zu schreiben. Wie sieht es z.B. mit innerer Freiheit aus?

    Viele grüße aus Rheinland Pfalz,

    Morganne61