Ich habe es besonders schwer!
Von Tania Konnerth • 48 Kommentare
Wir schreiben ja nun schon seit vielen, vielen Jahren unsere Gedanken und Erfahrungen für "Zeit zu leben" nieder und wir haben auf unsere Texte viele, viele Reaktionen bekommen. Hin und wieder kommen sehr verbitterte Antworten, in denen sehr viel Schmerz zum Ausdruck kommt.
"Ihr habt gut reden! Ihr seid ja nicht in meiner Situation!" klingt es da.
Nein, natürlich sind wir nicht in der Situation auch nur eines unserer Leser/innen. Wie auch? Jede/r von uns lebt sein ganz eigenes Leben.
Es ist meiner Ansicht nach lohnenswert, diese Reaktion mal etwas genauer anzuschauen. Menschen, die anderen vorwerfen, dass diese ja gut reden haben, gehen nämlich selbst davon aus, dass es ihnen ganz besonders schlecht geht, dass sie es ganz besonders schwer haben und dass ihnen nun gerade mit diesen Anregungen überhaupt nicht geholfen ist. Was da mitschwingt ist die Annahme, dass alle anderen es leichter haben als man selbst.
Diese Überzeugung ist nicht nur schmerzhaft, sie ist auch – und das ist vielen nicht bewusst – verantwortlich dafür, dass es nicht besser werden wird! Wenn ich Anregungen von außen immer mit dem Satz "Das funktioniert bei mir sowieso nicht, weil ich es viel schwerer habe als alle anderen." vom Tisch wische, nehme ich mir selbst die Möglichkeit, umzudenken und mich zu verändern. Und so entsteht ein perfides System, mit dem ich meine eh schon schlimme Situation quasi noch schlimmer mache: Ich fühle mich nicht nur noch mieser, weil ich denke, dass ich allein bin, sondern ich gebe mir selbst auch keine Chance auf Verbesserung.
Meine Erfahrung ist, dass jeder Mensch – wirklich ausnahmslos jeder Mensch – sein Päckchen zu tragen hat. Zu beurteilen, wer es "schwerer" oder "leichter" als andere hat, ist zunächst anmaßend, denn wer kennt schon wirklich die gesamte Vorgeschichte oder aktuelle Situation eines anderen Menschen. Und darüber hinaus ist es auch viel zu kurz gedacht – denn letztlich tut es gar nichts zur Sache, wie groß die Herausforderungen für andere sind! Es geht immer darum, meine eigenen Herausforderungen zu meistern und die verändern sich nicht dadurch, dass ich auf andere schaue. Mir nützt es überhaupt nichts, wenn ich mich darauf zurückziehe, dass ich es "so schwer habe" und dann vor Schmerz und Enttäuschung immer verbitterter werde. Nützen tut es mir nur, wenn ich mich dazu entscheide, etwas für mich zu tun – und sei es noch so ein kleiner Schritt.
Natürlich brauchen Menschen in besonders schwierigen Situationen besonders viel Trost und Zuspruch; aber Mitleid hilft nur bis zu einem gewissen Grad. Ab einem bestimmten Punkt hilft es nur, ins Handeln zu kommen und wo es anzusetzen gilt, ist für jeden Menschen ein anderer Punkt. Aber genau in dieser Andersartigkeit sind wir alle gleich – und das übersehen wir oft, wenn wir über unser eigenes Leid und unsere eigenen Herausforderungen klagen.





Liebe Tania,
das musste wirklich einmal gesagt werden. Vielen Dank für diesen Artikel. Wir sehen immer nur die eigene Last, vor allem, weil andere sie ja meistens nicht zeigen. Wir sind ja alle so "cool", wie die Jugend sagen würde. Mitgefühl (nicht Mitleid) ist da wichtig - noch wichtiger ist aber wirklich die Hilfe zur Selbsthilfe, die Du und Dein Mann in so vorbildlicher Weise Woche für Woche, Tag für Tag anbieten. Und das ist es: ein Angebot! Das sollte auch jedem klar sein.
Alles Liebe,
Jürgen
Hallo Zusammen,
da bin ich genau der gleichen Meinung. Jeder hat sein Päckchen auf seine Weise zu tragen. Manche haben vielleicht das kleinere, aber die würden an einem größeren zerbrechen. Wen Gott liebt, dem gibt er Probleme um daran zu wachsen. Drum bin ich froh, viele zu haben, denn er scheint mich sehr zu lieben :-)
E liebs Griessli
Tanja
Man darf aber nicht vergessen, dass das Leben nicht gerecht ist und manche ein schlimmes Schicksal erleiden. Wie man dann damit umgeht und als wie schrecklich man es empfindet mag wieder eine andere Sache sein.
Ein Beispiel: Jemand der Mitte 20 an einer tödlichen Krankheit sterben wird, kann man nicht sagen "ey jammer nicht, jeder hat sein Päckchen zu tragen, du hast es nicht schwerer als andere". Das wäre anmaßend. Man kann ihm aber trotzdem dazu raten das beste aus seiner Situation zu machen..
Ich glaube das allein unser Denken bestimmt wie und wo wir uns sehen, es wiegt ab zwischen gut und schlecht, richtig und falsch. Die meisten Menschen richten ihren Blick auf das äussere und sehen dort was sie sehen möchten oder nur sehen können. Dadurch meinen sei es geht anderen besser, oder einem selber schlecht. In den meisten Fällen macht der Mensch sich sein Leben selber, trifft Entscheidungen mit denen er später leben muss. Ob er sie akzeptiert ist eine andere Sache. Die falschen Entschiedungen zu akzeptieren ist oft besonders schwer.
Wir machen uns unser Leben selber mit allem was wir tun.
Ob wir unser Glück aufgeben, oder in der Arbeit Probleme haben, oder auch andere Dinge.
Meine Tante, sie wurde letzen Monat 95 Jahre alt, hat anfang der 50ger kurz nacheinander ihre Kinder durch zwei Unfälle verloren, ende der 60ger ihren Mann durch Krankheit.
Sie sagt aber, das sie trotz allem ein erfülltes Leben hatte, es alles schwer zu akteptieren war, aber sie heute trotz ihrer Minirente in einem wunderschönen Seniorenheim leben kann ( sie kann es nicht bezahlen, und hat einen Sonderpreis ) und dort vieles vom Leben hat.
Ein Wunder für mich ist, dass ich wenn ich, wenn ich von einem Besuch bei Ihr zurückkomme immer das Gefühl habe, viel bekommen zu haben, denn sie hat vieles zu geben.
Es ist eine Sache wie man sein persönliches Leben akzeptiert.
Auch ich habe in den letzten Monaten sehr viel verloren, aber ich akzeptiere es, denn es lag an meinen Entscheidungen die etwas zu unüberlegt waren, aber ich habe deswegen kein Päckchen zu tragen, bin nur um eine Erfahreung reicher geworden.
Lieben Gruß
Siggi
Hallo Tania!
Vielen Dank für diese Impulse - sie sind mir eine große Bestätigung dessen, was grad bei mir ablief:
ca. eine halbe Stunde vor Erhalt deines Mails habe ich genau an diese Problematik gedacht - ich neige ja auch dazu, mich zurückzulehnen und den Erfolg, den Reichtum, das Leben auf der Sonnenseite von mir zu weisen und den anderen "in die Schuhe zu schieben" - den Bevorzugten, denen, die mehr Glück und bessere Bedingungen schon von Anbeginn ihres Erdendaseins hatten. Und während sich diese Gedanken ausbreiten und einnisten wollen, wird mir bewusst, wie sehr ich all die bereits erfahrene Liebe, all meinen bisherigen Erfolg, meine Entwicklung und meine Fähigkeiten mit den Füßen trete. Mit der Bewusstwerdung kommt wieder das Licht und die Freude und die Dankbarkeit zurück.
Gertraud
Ich bin jeden Sonntag immer wieder gespannt wenn Euer Newsletter kommt und sitze vor dem Rechner und denke, welches Thema ist heute dran.
Und ich muss sagen es gab noch kein Thema was mich nicht interessiert hat, denn genau DAS ist Leben und so läuft Leben und Ihr greift das einfach auf, grossartig.
Der Eine hat es vielleicht schwerer oder auch leichter, aber wissen tuen wir es nicht, wir unterstellen es OHNE manchmal überhaupt nachzufragen.
Vor ca. 9 Monaten bin ich mit einem Burn Out und zusammen gebrochen und dachte "Warum ICH?" doch heute sage ich das sich mein Leben sehr verändert hat, denn ich nehme viel mehr solcher Berichte wahr, als ich es vorher getan habe.
Anderen geht es vielleicht noch schlechter, doch sogar diese lassen sich nicht unterkriegen. Ich habe auf dieser Reise in den letzten 9 Monaten viele tolle Menschen kennen gelernt, von einem habe ich sogar die Einladung zu Eurer Seite bekommen, was für mich eine absolute Bereicherung ist und siehe da, da waren wirkliche eine Menge bei die es schwerer haben, doch denen es man eben nicht ansieht, sondern man sollte einfach mal fragen.
Vor 2 Tagen war ich mit einer Freundin in Lübeck in einem Restaurant da sahen wir auf der Strassenseite eine Frau die MS hatte und von ihrem Mann und einer Freundin gestützt wurde und für einen Weg von 2,5 m eine gute Viertelstunde gebraucht hatte. Sie hat gelacht und war dankbar das sie mit ihrem Mann und Freunden mal in ein Restaurant konnte, sie war selig und bedankte sich mit liebevollen Küsschen immer wieder bei ihrem Mann. Ein intensiver Moment für meine Freundin und mich, denn da wurde uns klar das es die wenigen Dinge im Leben sind die sehr bereichernd sein können und es Menschen gibt die es schwerer haben als wir, doch sogar diese nehmen ihre Situation an und kämpfen mit einer positiven Einstellung.
Danke Euch, dem Zeit zu Leben Team für diese wirklichen tollen Beiträge und Angebote.
Schönen Sonntag
Anouschka
Ich hab auch ganz lange Zeit zu den Menschen gehört, die nur unglücklich, unzufrieden und missgünstig waren. Auch dass ich viel schlechter dran sei als viele andere, war meine Meinung. Aber ich hab begriffen, dass man so viel aus sich selbst machen kann, wenn man nur will und daran arbeitet. Und selbst wenn man immer wieder Rückschläge erlebt und wieder in die Kummerspirale zurückfällt, muss man sich selbst immer wieder am Schopfe packen und versuchen so an sich selbst zu arbeiten, dass man mit sich selbst zufrieden sein kann. Ich habe gelernt, dass ich mich in jede Richtung verändern kann, wenn ich das will. Ich hab mich sicher mehrmals um 180 Grad gewendet. 1. Was meinen Charakter betrifft. 2. was meine Einstellung mir selbst und anderen gegenüber betrifft. 3. Auch beruflich und privat hab ich unglaublich viel verändert. Und nun ist es als ob ich aus meinen Möglichkeiten so viel gemacht hab, wie wenn andere ein Schloss bauen. Und das ist wundervoll. Und ich möchte allen Menschen hier einen Spruch, der mir eingefallen ist, sehr ans Herz legen:
DAS LEBEN IST WIE EIN FILM, DER NICHT ZU EINDE IST.NUR WEIL ES ZUR ZEIT KEIN HAPPYEND GIBT, BEDEUTET ES NICHT, DASS ES KEINES GIBT!
Meine Geschichte: Mit 6 Jahren von meinem Elternhaus getrennt, bei prügelwütigen Pflegeeltern ungeliebt und misshandelt aufgewachsen. Im ganzen Dorf waren meine Familie und ich Abschaum. Immer wieder musste ich für alles sehr kämpfen, man belächelte mich und hat mich nicht ernstgenommen. ICH WAR NICHTS! In der Liebe wagte ich mich nicht an den Menschen ran, den ich liebte, weil ich ja Abschaum bin. Er ist ja viel zu gut für mich! Also hab ich nur solche Menschen gewählt die schlecht waren, weil die sind grad richtig für mich. Entsprechend mies lief auch das.
Und heute? Ich bin selbstbewußt, kenne meinen Wert den ich hab. Hab wundervolle Eigenschaften und habe oft tröstende und aufmunternde Worte für Menschen die traurig und unglücklich sind. Mir geht es sehr gut. Aber dennoch bin ich offen neue Impulse entgegenzunehmen und zu lernen. Denn es muss nicht alles für alle gut sein, nur weil es für mich gut ist.
Danke liebes Zeitzuleben Team für eure Kurse. Mit einem davon arbeite ich seit 3 Wochen. Und ich hab noch mehr Fortschritte im Positiv Denken gemacht, als es schon der Fall war. Man kann sich immer etwas wertvolles rausholen aus allen Impulsen die man bekommt. Egal was auch immer ist. Es kommt auf die Einstellung an.
Mit ganz lieben Grüßen aus Graz....Maria
Durch Eure Seiten und das Selbstcoaching-Programm von Euch bin ich mir selbst viel näher gekommen, habe angefangen Psychologie im Fernstudium zu studieren und werde gegen Ende Juni meinen Abschluss zum psychologischen Coach machen. Alles, was Ihr in Euren Briefen schreibt ist sehr wahr und verständlich und liebevoll formuliert, ich schicke viele Breife weiter an Freunde, auf die das eine oder andere Thema zutrifft.Ein ganz grosses Lob an Eure Fachkompetenz, die Art und Weise, Menschen anzusprechen und die Auswahl Eurer Themen!! Viele Grüsse, Ute
Wenn jeder sien Päckchen irgendwo ablegt wo alle liegen und er würde nach einer Weile zurückkommen um es sich zu holen und er sucht sich eines aus, vieleicht hebt er einige stellt sie zurück, und entscheidet sich für eines, er würde es öffnen um herauszufinden, dass es tatsächlich sein eigenes wäre, - wußte ich's doch "mein eigenes" war am einfachsten zu lupfen.(heben)
Take it easy
M.Dikti
Wieder ein sehr guter Beitrag.Ich denke das es wichtig ist erlich zu sich selbst zu sein.Eine Veränderung aus tiefstem Herzen auch zu wollen.Und dann beginnen es zu tun,das ist die größte Herausforderung.Einfach ohne darüber zu grübeln neu beginnen,wie ein Kind das laufen lernt,immer wieder aufstehen.
Für alle die denken in einer aussichtslosen Situation zu stecken,geht mal auf die Internetseite von:Joyce Meyer.de Online-Sendungen.Es ist nie zu spät auch wenn ihr den Eindruck habt fest zu hängen.Das Hauptproblem der meisten Menschen ist nach meiner Meinung die festgefahrene negative Denkstruktur im Kopf.Wenn man bereit ist an sich zu arbeiten lässt sich das ändern.
Allen viel Glück mit der Arbeit an sich selbst.
Glaube daran:Alles wird gut.
Ich selbst habe eine schwere Lebenskrise durchgemacht und kann nur allen anderen raten: Externe Hilfe suchen und auch annehmen. Zu Seelsorgern und Psychologen hatte ich auch nicht die beste Meinung. Inzwischen bringe ich diesen Menschen Hochachtung entgegen. Ganz wichtig ist, die Hygiene in der Seele wieder auf Vordermann zu bringen.
Auch Euer Newsletter zeigt mir immer wieder die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Dafür herzlichen Dank !
HG
Andreas
Klartext ohne viel Prosa,
auch mal schön;-)
Ansonsten fällt mir dazu Camus ein: "Der Mythos des Sysiphus"
Danke und einen schönen Sonntag
Michael
Ich habe bisher ein wahrlich schweres Leben hinter mir...bin von einem Trauma in das nächste gestolpert...habe viele Jahre lang Therapie gemacht und selbst mein Therapeut hat zu mir gesagt, als er meine ganze Geschichte erfahren hat, "mich wundert, dass sie noch lachen können".
Ich weiß ich bin stark und ich weiß heute, dass es mir nichts bringt in der Opferrolle zu verharren (das habe ich - wider besseres Wissen - lange gemacht). Denn es bedeutet, dass ich die Verantwortung für mein eigenes Leben anderen übertrage. Ich habe gelernt selbst Verantwortung zu übernehmen. Und jeden Morgen kann ich mich nun entscheiden ob es für mich ein guter oder schlechter Tag wird. Natürlich habe auch ich "schlechtere" Tage - das ist ja auch menschlich denke ich. Aber ich durfte viele Strategien lernen, wie ich mich selbst und schnell aus einem Tief wieder raushole.
Ich habe gelernt zu vergeben - das ist für mich persönlich die effizienteste Strategie.
Ich leide unter wiederkehrenden Depressionen.
Jedesmal sage ich mir: Ich weiß daß sie vorbeigehht und in ein paar Tagen geht es mir dann wieder besser! Auf diese Weise ist meine Erkrankung wesentlich leichter zu ertragen.
Vielen Dank für den Newsletter, habe schon viele Tipps bekommen.
DANKE für diesen sehr offenen und bereicherenden Beitrag! ...für mich ist das Thema auch immer wieder aktuell. Ich war im letzten Jahr schwer krank (Brustkrebs), hatte aber Glück, dass es früh erkannt wurde. Immer wieder bin ich in einer Spirale der negativen Gedanken und Ängste schwappen über mich drüber. Aber dank der tollen Anregungen und Kommentare hier, meiner Familie und lieber Freunde, lerne und übe ich Dankbarkeit: mein Leben hat sich seither nur zum positiven verändert, ich studiere berufsbegleitend, meine Beziehungen sind tiefer und offener geworden und ich plane meinen Sprung in die Selbstständigkeit. Also mein Leben so zu führen, wie ich es WILL und in meinem Element bin. Das hätte ich alles wohl ohne diesen fürchterlichen Schock und ohne die Auseinandersetzung mit meiner Existenz nicht geschafft. Ich bin ein Glückskind und kann selber was dazu tun...
jeden Sonntag freue ich mich auf den newsletter!
Anja
Ja, jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber (um bei dem Bild zu bleiben) es gibt kleine Päckchen, große Päckchen, Pakete und Sperrgut. Wenn ein Kleinpäckchenträger dem Sperrgutträger erklärt, das Gepäckstück sei nur so schwer und sperrig, weil er es so sehe und/oder er die falsche Einstellung zur Last habe, halte ich das für bedenklich. Aber selbst wenn wir davon ausgehen, dass alle Päckchen gleich schwer sind, hängt es noch sehr von der Konstitution des Trägers ab, ob der Transport zur Belastung oder unzumutbaren Beanspruchung wird.
Bei allen charakterlichen Unterschieden sind die Menschen sich in ihren Grundbedürfnissen sehr ähnlich. Zu leugnen, dass die Erfüllung dieser Grundbedürfnisse sehr sehr unterschiedlich ausfallen kann, ist bringt uns auch nicht weiter.
Im Prinzip stimme ich voll zu, möchte aber an diejenigen erinnern, die sich möglicherweise nicht zu Wort melden - können - da es unter Krankheitsbedingungen eben doch anders ist. Aus einer Depression zum Beispiel, kommt man so nicht heraus. Wenn das Hirn sich verhält wie ein Wadenkrampf, sind machmal ganz andere Dinge wichtig und der Ruf nach der 'richtigen Lebenseinstellung' ehr hinderlich.
Irgend jemand hat gesagt;
die mit den leichteren Päckchen sollten versuchen denen mit den schwereren Päckchen zu helfen.
Das finde ich gut
diesem Artikel kann ich voll und ganz zustimmen!
Ich finde mein Päckchen teilweise auch ein wenig schwer und erwische mich dann bei "Selbstmitleidsanfällen". Allerdings kann ich mich wieder befreien, wenn ich mir bewußt mache, was gut läuft in meinem Leben und wofür ich dankbar bin. Dies trägt dann mein Päckchen mit.
lieben Gruß
Margot
Wer kann denn behaupten, dass das eigene Päckchen schwerer ist und das des anderen leichter? Absolut anmaßend finde ich die Einstellung, DASS jemand das könnte, weil es subjektiv ist.
Hatte ich doch damals beim ersten Liebeskummer gedacht, meine Welt würde zerbrechen, kann ich heute leichter damit umgehen.
Aber jemandem mit dem ersten Liebeskummer zu sagen, das wäre nicht so schlimm, hilft ihr/ihm in der Situation nicht weiter.
Heute sehen meine Packchen anders aus und die Alten um mich herum sagen gerne, wir hatten den Krieg damals, wie hatten es schwerer zu tragen.
Ich sage, Ihr hattet ein anderes Gewicht zu schleppen.
Aber ob MEIN Problem schwerer ist, als das, eines anderen Menschen, darf ich nicht bemessen.
Das kann ich nur innerhalb meiner eigenen Probleme (und auch hier ist es heute schon anders als noch vor einem Monat)
Lieben Gruss
Ich finde es gut, dass man weis, dass man nicht nur alleine Probleme hat, und indem man sagt, der Weg ist das Ziel tut man sich viel leichter. Es gibt Regionen auf der Erde, da scheint die Sonne oft und welche, wo es öfters regnete, und ob Du geerade dort oder woanders bist hat nichts mit deinem persönlichen wert zu tun.
Schönen Sonntag
Der Artikel zeigt genau das Problem von vielen, denen es nicht gut geht und die mit einer Situation im Leben nicht gut klar kommen.
Leider zeigt sich darin die so häufig übliche "erlernte Hilflosigkeit", die viel mit der Erziehung und dem Charakter jedes einzelnen zu tun hat. Leider hilft es dann auch nicht zu sagen "jeder muss sein Päckchen tragen".
Es ist sehr wichtig, erstmal dieses Verhalten zu erkennen, was meistens erst geht, wenn es einem besser geht. Zweitens ist es wichtig methodisch daran zu arbeiten, was auch nicht immer einfach ist.
Wissenschaftlich ist es ebenfalls ein interessanter Aspekt. Während man sich früher immer nur auf die Leute gestürzt hat, denen es schlecht ging, so schaut man immer mehr darauf, dass es auch Leute gibt, die mit schwierigen Situationen deutlich besser umgehen können. Daraus wird man hoffentlich noch mehr darüber lernen, wie man Leuten, die damit straucheln, helfen kann.
Schön ist, dass es hier ja auch immer wieder Artikel dazu gibt, wie man selbst diese empfundene Hilflosigkeit angehen kann und etwas dagegen tun kann.
Liebe Tania
Vielen Dank für den ausgezeichneten Beitrag.
Auch ich stelle immer wieder fest, dass jeder Mensch sein eigenes Päckchen, oder auf gut Schweizerdeutsch „Rucksäckli“ zu tragen hat. Ob es jetzt schwerer oder leichter ist als das eines andern ist schlussendlich nicht entscheidend. Entscheidend ist aber, was ich damit mache. Es ist äusserst hilfreich, sich mit andern auszutauschen, sich gegenseitig Trost aber auch Mut zuzusprechen und zu entdecken, dass es immer jemanden gibt, dem es "noch schlechter" geht. Dies sollte der Anstoss sein, dass ich nicht im Selbstmitleid versinke sondern versuche, meine aktuelle Situation positiv zu verändern. Dies kann aber nur geschehen wenn ich mir klar bin, was ich möchte und wohin ich will. Wenn ich meine Wünsche und Ziele kenne und mich damit regelmässig beschäftige und auch etwas dafür tue, diese zu verwirklichen, wird sich meine Situation positiv verändern. Jammern und mit seinem Schicksal hadern bewirkt jedoch genau das Gegenteil. Ich darf dann nicht erstaunt sein, wenn mein "Rucksäckli" noch schwerer wird.
Herzlichst
Remo
Also als erstes einmal herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Newsletter und zur Webseite. Eine der Wenigen im deutschsprachigen Raum, die ohne oberlehrerhaftes Getue auskommt und praktikable Tipps gibt. Ich möchte dennoch eine Lanze für diejenigen brechen, die mit Verbitterung und Wut auf die Tipps reagieren. Oft geschieht so eine Reaktion doch in einem kurzen Augenblick, in einem Stimmungstief. Vielleicht haben diese Menschen schon viele Ratschläge gehört, die sie sich außerstande sahen, zu befolgen, fühlten sich in ihrem Schmerz nicht respektiert und dann kam noch Euer Tipp dazu, der nichts anderes auslöste als ein Gefühl der Überforderung. Da sie den anderen nicht sagen konnten: "Ich fühle mich zornig, überfordert, ratlos, hoffnungslos" wählen sie den leichtesten Weg, um Dampf abzulassen - ein anonymer Kommentar, eine folgenlose EMail.
Nichtdestotrotz ist es heilsam, sich klar zu machen, dass der Schmerz, den man jetzt gerade fühlt, mit Sicherheit von jemandem anderes auf dieser Welt geteilt wird. Wir sind so gesehen nie allein. Ich finde es auch wichtig, den eigenen Schmerz vor sich selbst zu respektieren, egal worum es sich handelt, und wie schwerwiegend es andere sehen. Was für den einen ein Nadelstich ist, ist für den anderen ein Schlag mit der Machete. Zu respektieren, aber nicht darin zu versinken ist die Kunst. Und den Newsletter als das sehen, was er ist, eine positive Anregung, die unmöglich auf alle individuellen Geschichten angepasst werden kann und die, wenn es passt, zu einer Verbesserung führen kann.
Für Eure Arbeit danke ich Euch, sie hilft vielen und ist ein Lichtblick, jede Woche.
Ja, es stimmt, dass es manchen schlechter geht als anderen. Denn jeder empfindet seine Situation subjektiv und geht dementsprechend individuell mit der Situation um. Für den einen sind viele Probleme trotzdem super zu lösen, für den anderen sind "Kleinigkeiten" der Grund für den großen Zusammenbruch. Und dann geht es demjenigen auch sehr schlecht.
Ich selber bin jung und Krebspatientin. Doch viele andere Schicksale erschüttern mich. Es gibt schlechte Tage in meinem Leben, doch auch viele schöne, die ich nutzen möchte. Ich denke, wenn ich zuviel über mein eigenes Schicksal hadern würde, würde ich mir mein Leben tatsächlich sehr schwer machen. Doch habe ich auch Verständnis dafür, dass andere Menschen nicht so gut mit Ihren Bürden klarkommen.
Euer Bericht war auf jeden Fall toll zu lesen!
Es ist Segen und Fluch, dass wir alles vergleichen und analysieren müssen. Vieles muss ja irgendwie einen Sinn bekommen und wenn es nur darum geht, sinnlos darüber zu reden.
Jeder Mensch entscheidet, natürlich meist unterbewusst, wie und auf welche Art und Weise er sich seine Identität bastelt und mit welcher Intensität er sich verteidigt.
Viele sind Opfer und Täger zugleich. Zu versuchen, sich in diese Menschen hineinzuversetzen oder durch Äußerungen hineinziehen zu lassen, ist müßig, denn wir leiden dann nur, wenn auch nur unterbewusst, mit. Warum sollte ich mir das antun.
Veränderungen beim Betroffenen finden dadurch jedoch nicht statt, im Gegenteil er nährt weiter sein Leid.
Wenn jemand meint, sein Leid ist das Beste - dann ist es so.
Wer leiden will, soll leiden, solange er möchte.
Ich denke schon, daß man nicht leugnen sollte, daß es in dieser Welt unterschiedlich schwere Schicksale gibt. Wenn jemand von Grund auf nie Geborgenheit und Liebe erfahren konnte, ein Leben voller Traumatisierungen erlebt, sich seine Persönlichkeit dadurch verändert, wird er es nur sehr schwer haben, Vertrauen in sich und das Leben zu bekommen. Wächst jemand in einer Familie auf, in der Geborgenheit und Liebe spürbar sind, wird er im Leben alles besser meistern können. Es ist ihm das Urvertrauen gegeben. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber die Größe variiert sehr stark. Es gilt einfach, die Hoffnung nie aufzugeben und das Beste aus seiner Situation zu machen und vor allem darf man nicht vergleichen. Manche Menschen leiden auch aufgrund ihrer Konstitution, sind empfindlicher und verletzlicher. Auch hier fände ich es nicht angebracht zu sagen: Nehme dich jetzt zusammen, anderen geht es doch viel schlechter.
Jeder leidet anders, aus verschiedenen Gründen, aber es ist Tatsache, daß die Päckchen sehr unterschiedlich groß sind. Wichtig bleibt es dennoch, sich nicht als Opfer zu sehen.
Liebe Grüße
Rosalie
Körperliche Einschränkungen, Behinderungen sind faktische und lebenslange Begleiter - die in viele Details des Alltegslebens hineinspielen, und zwar erschwerend und einschränkend.
Man muss auch anerkennen, dass es verschiedene Menschen unterschiedlich schwer oder leicht haben, ihr Leben zu meistern. Diese Differenzen nicht anzuerkennen, halte ich für zynisch.
Lösungsorientierung darf nicht in Relativismus ausarten!
doch, genau das ist es, es ist zeit sich zurückzuziehen, mit sich allein zu sein, damit dieses ganze getöse ein ende nimmt und das wird es . niemand hat die wahl
Menschen haben unterschiedliche Schicksale und von daher unterschiedliche Voraussetzungen. Aber es tut gut zu wissen, dass man nicht allein ist mit seinen Problemen. Euer Newsletter greift stets interessante Themen auf und vermittelt Lösungsvorschläge. Ich lese ihn immer sehr gerne. Mein Start ins Leben war wirklich alles andere als gut. Früher habe ich damit gehadert, weil ich sehr viel leiden musste und immer noch viel aushalten muss. Bis ich wirklich ernsthaft über Selbstmord nachgedacht habe und gemerkt habe, dass ich das nicht kann. Darum kann ich nur leben. Und das beste daraus machen. Immer nach vorne blicken. Nicht darüber nachdenken, was alles sein könnte. Ich bin stolz auf das, was ich trotzdem erreicht habe.
Das ganze Leben ist die eigene Wahl!
Ohne Krankheit wüßte man nichts von Gesundheit, ohne Licht nichts vom Schatten, ohne Schmerz nichts von Freude.
Wo wäre denn das Yin ohne Yang? Der Mann ohne die Frau? Die Sonne ohne den Regen? Die Liebe ohne den Hass? Woher wüßte man denn, das Frieden ist, ohne den Krieg zu kennen??
Es gibt kein entweder/oder, es gibt nur ein sowohl/als auch. Beides/Alles anzunehmen gehört dazu. Nur wer die Gefühle ankommen lässt, kann sie gehen lassen. Die meisten hadern mit ihrem Schicksal, bekämpfen oder ignorieren es, bis es eines Tages Überhand nimmt.
Aber jedes Gefühl ist eine Energie, die fließen will. Wenn ich sie unterdrücke, baut sie sich auf und irgendwann kommt sie unverhältnismäßig raus.
Mitleid ist Arroganz, Mitgefühl eine Brücke.
ALLE Gefühle haben eine Daseinsberechtigung, es geht sich um das gesunde Verhältnis.
Lest mal was von Elisabeth Kübler-Ross.
Der Pessimist sagt: das Glas ist halb leer.
Der Optimist sagt: Das Glas ist halb voll.
Beide haben Recht.
Aber wer von den Beiden hat wohl mehr Spaß am Leben? ;0)
LG
Liebe Tania, nun möchte ich mich auch zu Wort melden, wieder einmal und das aus tiefstem Herzen möchte ich mich bei Dir u.selbstverständlich auch bei Deinem Mann bedanken, für diese so wahren Newsletter. Auch ich habe gestern noch an " das zu tragende Paket" gedacht u. schwups kommt heute das Thema. Ich sage nur wie wahr das von Dir geschriebene, auch stimme ich der Marianne vollkommen zu.
Bei mir ist es so, mein Streß ( auch der selbstproduzierte )
kann noch so groß sein, wenn jemand Hilfe zur Selbsthilfe braucht, u. ich helfen kann mit meiner Art u. Weise bin ich glücklich. Und ich möchte nochmal ganz klar hinzufügen : JEDER AUSNAHMSLOS JEDER IST FÜR SICH SELBST VERANTWORTLICH.
Auch ich musste lernen u. lerne es immer wieder täglich neu ( was mir manchesmal sehr schwer fällt )dass das Glas immer halbvoll ist.
Eines hilft z.B. mir sehr, wenn ich morgens aufstehe : Ich bin ruhig u. gelassen, mit guten Gedanken begrüße ich den Tag ab jetzt, ich versuche in meiner eigenen Energie zu bleiben, so gut es geht, meine Gedanken sind ruhig, klar und strategisch ( eines nach dem anderen zu erledigen ) u. wenn es hektisch wird bemühe ich mich mit dem Strom zu schwimmen. Ich weiss das dieses zu beachten nicht einfach ist,ich weiss aber auch dass das ganze Leben LERNEN ist.Und dieses mit Freude zu machen ( habe auch ich gelernt ) ist möglich, dieses dann zu spüren ist echte Freude, was gibt es schöneres diese Warmherzigkeit dann direkt zu spüren.
Ich wünsche Euch Allen einen warmherzigen angenehmen ( auch wenn jeder sein Päckchen/ Paket zu tragen hat ) Wochenstart.
Fühlt Euch WARMHERZIG umarmt
Barbara
Vor einigen Monaten las ich auf einem Aufkleber folgenden Aufforderung:
"Wenn dir die Scheisse bis zum Hals steht,lass den Kopf nicht hängen!"
Auch diese rabiate Fassung trifft zu.
Also Kopf hoch!
Klaus
Eins ist klar, jeder hat sein Päckchen zu tragen. Doch wenn man selber im Schlamassel steckt, ist es schwierig zu sehen, dass es dem einen oder anderen auch nicht so dolle geht. Früher hieß es bei mir:" ich weiß gar nicht was du
hast, es gibt wirklich Menschen denen es schlecht geht, du hast wenigstens ein Dach über dem Kopf". Ich habe diese Sätze gehaßt, denn meine Seele hat geweint und wurde überhaupt nicht ernst genommen. Ich finde es schwierig mit diesem Thema umzugehen, denn jeder hat auch eine persönliche Schmerzgrenze - sei es körperlich oder auch seelisch. Ich finde, dass keiner das Recht hat zu beurteilen wie stark der Schmerz des anderen gerade ist. Denn das kann immer nur die Person selber. Ich habe auch oft gedacht, dass bei den anderen alles glatter läuft, doch im nachhinein stellte sich oft heraus das vieles mehr schein als sein war.
Herzliche Grüße
Liebe "Zeitzuleben-Macher" und Nutzer.
Erst mal danke, für Eure Beiträge und Kommentare, immer etwas, steht auch für mich drin!
Trotzdem möchte ich auch feststellen, daß es Stationen in meinem Leben gab, und wohl auch wieder geben wird, wo ich nur "Schwarz" sah, und mein Päckchen nicht tragen konnte. Selbst die besten Ratschläge und das gutgemeinte Mitgefühl kamen nicht bei mir an!! Wütend wurde ich dann auch über Anregungen wie "Positives Denken" . Unter: "Wer will der kann" bin ich aufgewachsen und gegen viele Wände damit gerannt. Wenn beruflich, familiär und gesundheitlich Alles aus dem Ruder läuft, und ich mich immer schuldig fühle, helfen keine Ratschläge wie "Handeln" und "Umdenken", dann ist erst mal "Aushalten" angesagt. Und im Aushalten jammere ich auch. Die Gewissheit, aus langjähriger Erfahrung, dass ich auch wieder anders denken kann, wenn es soweit ist, lassen mich nicht total hinabsinken. Aber Mitfühlen, wirklich spüren, wie schlecht ich mich manchmal fühle, kann niemand, ja ich selbst nicht mehr genau, wenn es vorüber ist.
Wir sind Geist-Körper und Seele, und die Seele über den Geist zu erreichen ist nicht so einfach.
Bitte fühlt Euch Alle wertgeschätzt von mir, metamorgen
Bei mir wurde ein Satz aus Herr der Ringe zum Leitsatz in meinem Leben!
Als sich Frodo darüber beschwert es sei alles sinnlos und er wolle aufgeben, sagt Gandalf zu Ihm:.....viel wichtiger ist was wir mit der Zeit Anfangen die uns gegeben ist!
Egal was auch passiert, es liegt an uns selber was wir mit der Zeit anfangen.Ob wir uns hängen lassen, oder ob wir die Situation analysieren, und das Beste daraus machen.
Ich bin erst 31 Jahre, aber das was ich erlebt habe reicht für zwei Leben aus!!! Oft stand ich da und war dabei den Glauben ganz zu verlieren. Ich begriff nicht warum ich so viel Leid ertragen musste. Wie Menschen so etwas tun konnten. Wann würde das endlich aufhören, der Schmerz gehen?
Meine Antwort war schließlich: NIE! Das war eine sehr unbefriedigende Antwort, aber Sie ist Wahr!!!
Ich kann all die anderen Menschen nicht ändern!!! Aber ich kann mich ändern! Und all diese Menschen, die mir so viel Leid zu gefügt haben wollten immer nur eines,.....mir helfen! Ich lernte zu verstehen. Ich lernte zu sehen was diese Menschen mir sagen wollten: achte mehr auf Dich selbst, Du kannst Dir vertrauen, Du bist wert voll, .......
Sie taten all das nicht um mich zu quälen,sonder um mir zu zeigen was mir in meinem Leben fehlt.
Ich habe einen Freund, der jammert sehr viel, aber er ist sehr glücklich damit. Wenn man dann versucht, so Jemanden vom Jammern abzuhalten, dann ist das ein sinnloses Unterfangen und grenzt bald ans Helfersyndrom ... also aufpassen, wem man was verkauft bzw. näherbringen will. Der/Die Andere muss das auch WOLLEN, MAN SELBER EBENFALLS. Es soll für einen selbst auch gut sein was man tut, sonst bringt das rein gar nichts.
Eine erfahrene Frau Ende 40
Der Bericht hat mich sehr angesprochen, weil ich genau so denke, fühle und danach lebe. Ich habe dennoch Achtung und Mitgefühl für die Situation derer, die vielleicht in einem engeren Korsett leben und in manchen Lebenslagen nicht weg kommen. Ich bin ein schicksalsergebener Mensch und glaube, dass jede Situation im Leben uns etwas sagen möchte. Sei es unsere Krankheit, sei es Krankheit unserer Lieben, sei es die Arbeits- oder Partnersituation.
Wenn ich in meiner Arbeit mit Menschen es schaffe, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige anzusprechen und dabei die Seele zu berühren, dann macht mich das glücklich. Und mein Gegenüber auch. Dann hat jemand vielleicht auch "ausgejammert". Ich halte für wichtig, das Thempo des Leidens dem der leidet zu überlassen. Jeder hat sein eigenes. Wenn jemand länger in einer Situation "hängt", dann gehört das so. Die Gründe wissen wir meist später. Die Zeit ist reif, wenn der Mensch soweit ist.
Wenn jemand ewig in seinem Leid suhlt, sollte derjenige vielleicht wirklich von aussen gerüttelt werden. Euer Bericht hat das vielleicht bei dem einen oder anderen geschafft. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Jeder sollte sich trauen, Familienmitgliedern, Partnern oder Freunden zu sagen, was er wirklich sagen möchte. Möglichst so, dass der andere es annehmen kann. Zur Not brauchts vielleicht auch die Schockmethode. Mir hat einst sehr geholfen, als eine Freundin zu mir sagte: "Ich kann diese Geschichte nicht mehr hören, ich weiss nichts mehr dazu zu sagen. Bitte verschon mich künftig damit." Es hat das Ruder herumgerissen. Aber erst, nachdem ich mein Ego verarztet hatte. Das war nämlich sehr erschüttert. Aber das Ego verkraftet das bestens. Die Situation hat mich ein Stück näher zu mir geführt.
Bei Krankheit sehe ich das etwas anders. Jammern darf jeder, sollte jeder auch hi und da. Auch Selbstmitleid dürfen wir haben. Wir sollten jedoch immer schauen, ob es uns wirklich hilft und in der Situation, in der wir sind, weiter bringt. Ob wir uns danach besser fühlen. Wenn nicht, platzieren wir es vielleicht an falscher Stelle, wo uns niemand helfen kann. Die Energie, die dabei fliesst, sollte vielleicht an einer Stelle platziert werden, wo wir wissen, hier kann uns geholfen werden. Das ist mit Hoffnung verbunden und somit eine gute Energie.
Da wo Du hin denkst, da geht die Energie hin.
Denkst Du negativ, geht dein Leben in eine negative Richtung. Denkst Du positiv (immer öfter, von Herzen), dann geht Dein Leben positive Wege. Ich persönlich glaube daran ganz fest. Es gibt mir Halt und Sicherheit, Vertrauen. Es ist das Gesetz von Ursache und Wirkung. Jeder sollte bewusst eine neue Ursache setzen und sich auf die Auswirkung freuen. Es erfordert Disziplin, Kraft und den Glauben daran, dass das klappt. Vertrauen in sich selbst.
Manchmal hilft es, wenn wir in die andere Richtung schauen. Halte ich es gut aus, wenn andere jammern? Was kann ich dem anderen geben? Was macht das Gejammer des anderen mit mir? Lasse ich es über mich ergehen? Bin ich genervt? Verstehe ich? Wenn ich mir dies einmal anschaue, fällt es leichter, den Hinhörenden zwischendurch zu fragen: Gib mir Feedback, wie fühlt sich mein "Gejammer" für Dich an? Wird es Dir vielleicht zu viel? Kannst Du mir einen Tipp geben? Allein das kann Türen öffnen und beiden ein gutes Gefühl der Verbindung vermitteln. Es sollte immer für alle stimmen, so meine Sicht.
Selbstgespräche können auch sehr helfen, indem man sich vor den Spiegel stellt und laut mit sich selbst redet, fragt, antwortet. Es ist erstaunlich, was uns bewusst wird, wenn wir uns reden HÖREN. Es ist wie beim Tagebuch. Wenn wir schreiben, legen wir unseren Kummer und unsere Last extern ab, holen ein Stück aus uns heraus und entlasten somit den Körper. Denn der Körper, wenn er krank wird, spricht mit uns, hat eine Mitteilung für uns. Wenn wir diese entcodiert haben, wissen wir oft von ganz allein, was der nächste Schritt sein wird.
Manchmal können wir Dinge nicht ändern, dann sind wir aufgefordert, aushalten zu lernen. Die Situation annehmen und gut damit zu leben versuchen. in Liebe. Das Leben ist nicht dazu da, um es leicht zu haben. Das Leben will gelebt werden. Jeder wählt: Ich lebe das Leben gut oder schlecht. Das ist schwer anzunehmen für manche, ich erwähne es trotzdem.
Und noch was: Ja, ich kenne mich aus, ich habe die erste Hälfte meines Lebens sehr schwer gehabt. Ein Psychologe sagte damals: Ich werde später einmal schwere Depressionen haben und auf Medikamente angewiesen sein. Ich verliess das Haus und beschloss: Von wegen! Ich bin dem Therapeuten heute noch dankbar. Er hat mir einen Schock versetzt und meine Kräfte aufgeweckt.
Ich wünsche jedem dieses Erwachen!
Hallo zusammen,
ich bin dankbar für die interessanten Anmerkungen und Anregungen die Sie geben. Jeder kann sich nehmen was er braucht.
Weiter so,
Alles Liebe
S.
Liebe Tania,
euren Newsletter habe ich schon seit längerer Zeit abonniert und freue mich auf jeden Beitrag. Bis heute habe ich mir allerdings noch nie die Zeit genommen selber einen Kommentar zu schreiben. Umso erstaunter war ich über die vielen Reaktionen über den gestrigen Input! Dennoch reihe ich mich hier ein und möchte mich an dieser Stelle erst einmal für euer wöchentliches Coaching und für die vielen Anregungen persönlich bedanken. Manchmal sieht man wirklich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr und benötigt einen "Wink mit dem Zaunpfahl". Ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen euren Newsletter lesen ...
Zum letzten Newsletter möchte ich anmerken, dass ich sehr viele Personen kenne, welche dieses Problem haben und sich sehr schwer damit tun aus dem Teufelskreis zu entkommen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass manche Menschen nicht fähig sind (meist unbewußt) an sich selbst und an ihren Problemen zu arbeiten. Es ist natürlich viel einfacher sich über die eigenen Probleme zu beschweren und für die Probleme anderer sofort die richtige Lösung parat zu habe, da man hieran nicht selber arbeiten muss. Ein Zitat besagt: "Die unbequeme Art der Fortbewegung ist das In-sich-Gehen." (R. Lembke) - und genau darin besteht die Schwierigkeit in unserer heutigen lauten, schnelllebigen, erfolgs- und konsumorientierten Welt. Richard Alpert, später bekannt als Baba Ram Dass, sagte: „Je stiller du wirst, umso mehr kannst du hören.“ Das versuche im umzusetzen und mich auf mein Leben und meinen Weg zu konzentrieren, denn - jeder muss seinen Weg selber suchen und finden.
Liebe Tania, ich wünsche Dir und Deinem Mann eine gute Zeit und uns Lesern wünsche ich noch viele, viele Beiträge von euch!
Alles Gute!
Für mich macht jede Krise im Leben Sinn. Aus irgendwelchen Gründen, die meistens nicht sofort einleuchten, bricht schon mal der Boden unter meinen Füßen weg oder die Welt stürzt über meinem Kopf zusammen. Land in Sicht ist dann so schnell nicht, und ich fühle mich gefordert, die Krise zu hinterfragen. Warum ich? Warum jetzt? Wieso auf diese Weise / durch diesen Menschen / in dieser Situation? Wo hab ich einen Fehler gemacht? Und so weiter und so fort reiht sich Frage an Frage. Nichts geschieht im Leben umsonst! Das ist meine Devise.
Das war nicht immer so! Zu behaupten, dass meine Krisen eben ganz Besondere sind und alle bloß "leicht reden" hätten, während ich mich in Selbstmitleid suhlte, war meine bequeme Art, mich den Dingen nicht zu stellen. "Da kann man halt nichts machen", ist auch so eine hübsche Ausflucht.
Tanja schreibt ganz richtig, dass irgendwann einmal gehandelt werden muss. Man tut etwas, um den Kreislauf von In-der-Krise-hocken-und-leiden zu durchbrechen. Dabei den Rat eines Freundes oder von Zeit-zu-leben zu beherzigen, der einem am ehesten praktizierbar erscheint, ist ein Anfang. Ja, und ich schließe mich meinen Vorrednern gern an: Ratschläge sind ANGEBOTE. Anregungen zum Nachdenken! Denken muss jeder schon selbst - und handeln ;-)
Herzliche Grüße
Angelika Fleckenstein
Hallo zusammen,
zeitzuleben ist ist eine meiner 2 Lieblingswebsites (die zweite ist www.brainr.de, auf der ich grenzenlos Ideen spinnen kann, was ich sehr anregend finde).
Die Erfahrung, die Ihr gemacht habt, dass andere meinen, nur Ihr Päckchen sei im Ggs. zu meinem ja soooo groß, kenne ich zur Genüge. Vielleicht jammere ich zu wenig? Aber Jammern finde ich ziemlich sinnlos, das verbale Jammern anderen Gegenüber. Das gefühlsmäßige in ein Elend reingehen und von Herzen zu jammern, ganz alleine, finde ich dagegen sehr positiv, weil sich das Elend dadurch wandelt.
Ansonsten verbringe ich meine Zeit lieber mit der Suche nach Lösungen oder dem Finden des nächsten Schrittes, als
mit Mich beklagen. Irgendwie fühle ich mich beim verbalen
Beklagen selbst gar nicht so gut und wenn ich dann noch bemitleidet werde, finde ich das gar nicht wohltuend.
Viel angenehmer finde ich das gemeinsame Entwickeln von Strategien und Lösungswegen, das ist dann einfach eine wundervolle Zukunftsperspektive und nach dem Festlegen des ersten Schrittes kann man auch gleich loslegen. Das ist Leben!
Das Ausdauernde Klagen finde ich mittlerweile auch eine
Ausrede dafür, dass man nichts zu Ändern braucht, denn wenn es bei einem sowieso nix bringt, kann ja alles beim
Alten bleiben. Da stimmt dann wohl der Spruch, dass man selbst nach der Hölle Sehnsucht haben kann, Hauptsache man
bleibt in der eigenen Komfortzone.
Das ausgiebige Jammern über das angeblich allerschwerste Paket hört sich für mich auch immer neidisch an, nach dem Motto: Du hast es ja so leicht. Dabei habe ich durchaus ein gerütteltes Mass an Problemen unterschiedlicher Art, die ich durchaus auch als Schwerpaket "verkaufen" könnte. Aber ich will es nicht, weil ich den Menschen lieber in Freude und Vergnügen begegne, lieber lache ich mit anderen
zusammen. Das reduziert schon für sich allein einigen Stress und Ärger und ist einfach zuuu schön.
Eine gute und vergnügte Woche wünscht Monika
Hallo!
Also ich hatte letztes Jahr beruflich das größtes Fiasko erlebt. Wenn mir 2008 jemand gesagt hätte was auf mich zukommt, hätte ich gesagt,dass derjenige spinnt. Aber dann geschah es wirklich:
Mir wurde ständig ("objektiv wohlwollend")von meinen Vorgesetzten näher gebracht, doch nach einer beruflichen Alternative zu suchen und als ich nicht so schnell beigab, auch gemobbt. Heute denke ich es lag eifach daran, weil ich nicht so funktionierte wie ich -laut ihnen- sollte. Ich konnte und kann bis heute nicht alles perfekt, aber allein die aufmunternden Worte einer Freundin,ähnlich euren, habe mich dazu gebracht zu kündigen und woanders im gleichen Beruf zu arbeiten und seit fünf Monaten werde ich gelobt, komme mit der Arbeit und meinen Kollegen klar und alles sieht wieder viel besser aus. Übrigens: Meine Nachfolgerin hat bei meinen alten Vorgesetzten jetzt den Spieß rumgedreht, da sie gute Kontakte hat. Ich musste richtig smilen, als ich das letzte Woche hörte, aber es scheint doch so etwas wie Gerechtigkeit zu geben.
Jeder hat seinen Sack zu packen, aber trotzdem sollte sich niemand von seinem Weg abbringen lassen!
Hallo liebes Zeit-zu-leben-Team,
vielen Dank für Eure wöchentlichen Anregungen.
Zur letzten Stellungnahme möchte ich allerdings noch einen wichtigen Aspekt hinzufügen:
viele Menschen, die "jammern" haben nicht die Absicht ihrem Gegenüber mitzuteilen, dass es sie selbst am allerschlimmsten getroffen hat, vielmehr fühlen sich die Personen oft selbst nicht gesehen und ringen somit um Aufmerksamkeit.
Eigentlich wünschten sich solche Menschen etwas Einfühlungsvermögen, Ernst genommen zu werden und dass man die Leistung, die sie erbringen anerkennt.
Wenn man dies zurück gibt und nicht mit pauschalen Tipps und Tricks reagiert, werden diese Personen in der Regel sehr schnell ruhig und entspannt.
Vielleicht macht dieser Beitrag ja dem ein oder anderen Lust das mal selbst auszuprobieren!
Herzliche Grüße
Stefanie
Ihr habt alle leicht reden - ihr kennt ja meine Geschichte noch nicht ... ;-)
Herzlichen Dank für eure Gedanken und Ideen, es unterstreicht, dass ich ein Schoßkind des Glücks bin!
Was unterscheidet einen Coach von einem (Lebens-) BERATER?
Ich freue mich auf den nächsten Newsletter!
LG - Martin
Einfach nur super !!!
Hallo,
ich stimme vollkommen zu!
Es gibt kein schlimmmer oder leichter, es gibt die eigene Sichtweise und wir geben der Situation selbst den "Schwierigkeitsgrad".
Jeder hat seinen Tiefpunkt und manchmal tut es gut sich bemitleiden zu lassen, aber nur deswegen, weil man weiss, dass es hinterher nur noch bergauf geht!!
Ich wünsche allen viel Kraft und die nötige Einsicht und Klarheit um die Aufgaben im Leben zu meistern!
Liebe Grüße
Stephanie
Danke für diesen Beitrag! Den werde ich direkt mal an meinen Mann weitergeben, da ich es besser nicht sagen kann!
Ich freue mich auf jede E-Mail von euch und eine Art mich wohl zu fühlen, ist es eure Seite zu besuchen!
Macht weiter so...
Vielen vielen Dank eure Anika