Langeweile muss nicht sein
Von Tania Konnerth • 95 Kommentare
Ich schrieb aktuell ja über das Thema Burnout und habe daraufhin u.a. den Wunsch nach einem Text über zum so genannten "Boreout" bekommen. Damit wird das Phänomen einer dauerhaften Unterforderung beschrieben, die ähnlich zermürbend sein kann, wie eine dauerhafte Überforderung.
Klar, darüber schreib ich was, dachte ich, kein Problem.
Nun, wo ich mir das Thema vornehme, stellt es aber sich das doch als Problem heraus. Warum? Weil ich mich unglaublich schwer in einen solchen "Boreout" hineinversetzen kann! Oder anders gesagt – und man möge mir die Unverblümtheit verzeihen – ich habe wenig Verständnis dafür, dass jemand sich dauerhaft in Langeweile befinden kann. Ja, tatsächlich hat es mich schon immer (schon als Kind!) verwundert, dass so viele Menschen Langeweile beklagen.
Langeweile ist für mich ein hausgemachtes Problem. Hinter der Langeweile steht eine Erwartungshaltung an andere: "Unterhalte mich!" "Kümmere dich um mich."
Wer Langeweile hat, ist passiv – da hilft nur: aktiv werden!
Wenn ich einen Job habe, der mich unterfordert, habe ich die Möglichkeit, mir eine andere Herausforderung zu suchen oder ich frage nach anderen Aufgaben oder ich stelle mir selbst die Aufgabe, meinen Job auf eine besonders kreative Art zu lösen oder… oder… oder… Wenn ich in meiner Freizeit nicht weiß, was ich tun soll und deshalb nur vor dem Fernseher hänge, dann recherchiere ich so lange nach möglichen Hobbys oder Aktivitäten, bis ich eine finde, die mich interessiert. Wenn ich mich in der Schule oder Uni langweile, versuche ich, mir das Thema selbst interessant zu machen, indem ich mir Teilaspekte zu einem Thema suche, die mich interessieren oder ich nehme die langweiligen Fächer in Kauf und engagiere mich dann besonders in denen, die ich spannend finde.
Ich muss sagen, dass für mich das Leben viel zu kurz ist, um mich langweilen zu wollen. Es gibt so unendlich viel Spannendes – es liegt an mir selbst, herauszufinden, was mich begeistern kann, das kann mir keiner abnehmen.
Und wem das nun zu hart ist, weil er oder sie einfach keine Energie genau für diese Aktivität hat, für den sind noch diese Zeilen: Wer dauerhaft komplett antriebslos ist und sich wirklich für nichts zu begeistern mag, sollte mal überlegen, ob wirklich Langeweile das Problem ist. Denn das klingt für schon eher nach depressiven Tendenzen – und für die gilt es, sich professionelle Hilfe zu suchen, denn da kommt man wirklich nicht so einfach wieder heraus.






Recht so! Geht mir genau so, ich kann es durchaus nicht nachvollziehen, wenn Menschen von ihrem Leben gelangweilt sind. Es gibt doch sooooooo viele Möglichkeiten, sich zu beschäftigen!!! Und dafür muss man nicht mal Unmengen von Geld ausgeben (wird ja gerne mal vorgeschoben...).
Die Erziehung meiner 3 Kinder reicht mir nicht aus, da muss ich mich zwar nicht langweilen, denn zu tun / regeln gibt es da immer was, aber trotzdem fühlte ich mich irgendwie unterfordert. Nun habe ich inzwischen ein Fernstudium begonnen, und ehrenamtliche Arbeit mache ich auch schon seit Jahren.
Ein Besuch in der Bibliothek ist IMMER lohnend, es gibt dort Anregungen in Massen, ob es nun für die selbst durchgeführte "low budget Renovierung" der Wohnung ist, für die Gestaltung des Gartens, für die (Traum-)Reisen in andere Länder, das Erlernen von Sprachen, Ernährung, Sportarten, was auch immer. (In der Kinderabteilung finden sich viele Sachbücher, die eine unendliche Vielzahl von Themen behandeln und vieeeeeeel interessanter geschrieben sind als viele Bücher für die "Großen", man kann dort viele Anregungen zur Themenauswahl finden und sich dann ja später, wenn das Feuer entfacht ist, weiterführende Literatur besorgen.)
In puncto Ehrenamt gibt es doch auch viele Bereiche, in denen man sich engagieren kann, Kinder, Senioren, Umwelt, Politik,... Es muss ja nicht gleich die große Weltveränderung sein, die damit bewirkt wird; jeder kleine Schritt ist doch wertvoll - für den Gebenden ebenso wie für den Nehmenden. Einfach mal nachfragen im Kindergarten, der Schule, dem Seniorenwohnheim, im Tierheim oder wo auch immer. So ein Ehrenamt kann ja auch erschaffen werden, es muss nicht erst "eine Stelle frei werden"...
Wie sieht es mit der Natur aus? Einfach mal rausgehen, die Pflanzen und Tiefe bestimmen, die man so "trifft"? Ein Kunstwerk in der Natur erschaffen und immer mal wieder nachsehen, ob andere es weiterentwickelt haben oder wie es sich im Laufe der Jahreszeiten verändert; oder relativ neu: Guerillagärtner... (einfach mal "googeln"... ;-))
Ich könnte jetzt noch seitenweise schreiben, aber letztendlich ist es doch tatsächlich so, wie im Artikel geschrieben: JEDER kann etwas finden, das ihn fasziniert, und wer tatsächlich nichts findet, sollte wirklich mal ernsthaft einen oder mehrere Ärzte befragen und sich auch nicht gleich mit irgendwelchen Pillen abwimmeln lassen...
Ich wünsche allen noch eine anregende Woche! :-)
Ich denke, die Problematik wurde hier nicht ganz erfasst.
In einer Zeit, in der Stellen knapp sind, kann sich nicht jeder aussuchen mit was er sein Geld verdient bzw. seine Existenz sichert. Gerade aktive, kreative, anpackende Menschen laufen daher Gefahr bei einem Job kleben zu bleiben, der sie unterfordert. Was tun, wenn man seine Arbeit schon in drei Stunden erledigt hat....und man dann auch noch in der Zwickmühle steckt, nicht dazu beitragen zu wollen, dass ein weniger leistungsfähiger Kollege seinen Job verliert, weil man selbst Stück für Stück mehr Aufgaben übernimmt. Was, wenn man in einem Unternehmen arbeitet, indem Leistung nicht honoriert wird oder es sogar unerwünscht ist, wenn man Ideen mit einbringt und Projekte anstößt. Auch gilt es zu berücksichtigen, ob ich nur meine eigene Existenz zu sichern habe, oder die einer ganzen Familie. Der Absprung ist also nicht immer so einfach zu realisieren.
Boreout ist ebenso wie das Burnout das Problem kreativer Menschen und nicht das Problem von ewig gelangweilten Menschen. Es hat auch nichts mit einer depressiven Grundhaltung oder Erkrankung zu tun, kann aber im Gegenteil sehr wohl dazu führen.
Wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf: aus jedem Satz kann man herauslesen, dass hier jemand schreibt, den es selbst nicht betrifft ;-) Auch möchte ich ergänzen: ich würde mich tatsächlich als einen von Boreout "betroffenen" Menschen bezeichnen und das ist weit komplexer als es hier dargstellt wird.
Interessant ist im Gegenzug: ich kann mir überhaupt nicht vorstellen wie Menschen vom Burnout derart tief betroffen sein können. Meine beste Freundin hat nun fast ein Jahr zu Hause verbracht nachdem sie über mehrere Jahre im Außendienst einer großen Firma an ihre physischen und psychischen Grenzen gegangen ist. So wie es andersherum Fragen aufwirft wie man sich langweilen kann, so frage ich mich: wie kann man eine Überforderung nicht sehen? Müssen erst Körper und Seele um Hilfe rufen bevor man merkt, dass man mit seinen Aufgaben überfordert ist? Auch wenn ich es zwar von außen (an ihr) beobachten konnte, so kann ich es doch nicht nachempfinden.
Aber zurück zum Boreout: für mich ist das ein Gefühl "im Inneren". Außenstehende würden bei oberflächlicher Betrachtung sicher nicht ahnen, dass ich mich eigentlich langweile. Ich arbeite 40h/Woche, habe noch ein Pferd, ein Zweitstudium, Freund und Familie, eine kleine Firma (Webdesign), koche jeden Tag, weil ich kein Fertigessen mag. Ich verbringe auch nicht viel Zeit vorm Fernseher. Trotzdem habe ich Phasen, in denen ich aus Langeweile nicht weiß, was ich machen soll.
Dazu fühle ich mich (fast) permanent unterfordert. Natürlich "könnte" ich meine Ziele höher stecken und mich in jedem Bereich noch wieter entwickeln. Ich könnte auch noch mehr lesen oder mich anderweitig engagieren - allerdings reicht dann irgendwann die Zeit nicht mehr.
Nun könnte man sagen: spüre doch mal in dich hinein, was genau du vermisst. Welches Bedürfnis wird nicht erfüllt? Dann frage dich: wie kann ich mir im Alltag in Bezug darauf helfen, welche Tätigkeiten würden mich ausfüllen? Sollte ich ein Hobby wechseln oder den Beruf?
Aber genauso wie der Burnout-Mensch seinen von außen offensichtlichen Grenzgang nicht sieht, so kann ich diese Fragen nicht beantworten. Ich könnte jetzt meine Arbeit wechseln, aber ich kann sagen: mich wird auch die nächste langweilen. Ich könnte meine Hobbys wechseln: aber auch bei anderen würde ich vermutlich Tage haben, an denen ich keine Lust darauf habe.
Ich stimme zu: das Problem ist ein anderes. Es geht hier nicht um die Langeweile an sich. Aber dahinter zu kommen, was das Problem ist: dafür reicht es nicht, sich zu neuen Aktivitäten aufzuraffen und mal die Bibliothek zu besuchen.
Vielleicht sind sich unter dem Gesichtspunkt: unter der Oberfläche, da steckt etwas anderes Burnout- und Boreoutbetroffene gar nicht so unähnlich?!
Herzliche Grüße
Katha
@Katha: könnte es sein, dass hinter Burnout und Boreout eine Sinnkrise steckt, die vielleicht mit vielen frustrierenden Erfahrungen zusammen hängt? Und Menschen, die sich nie langweilen, einfach in vielen Dingen einen Sinn erkennen, deshalb auch viele Möglichkeiten haben, etwas Sinnvolles zu tun? Die Fähigkeit, die Zeit sinnvoll zu nutzen ist auch die Fähigkeit, Sinn im eigenen Tun zu erfahren. Wenn das nicht gelingt, kann alles langweilig sein. Umgekehrt kann Begeisterung sehr ansteckend sein...
Aus meiner Sicht ist Langeweile mangelnde Aufmerksamkeit. Wer seine Umgebung und sich selbst gut wahrnehmen kann, dem kann nicht langweilig sein.
LG
Gerlinde
Liebe Tanja,...
das ist zu kurz gedacht.
Ich gratuliere dir und freue mich mit dir für deine Situation.
Dennoch gibt es Menschen, die unterfordert sind, und die zwar wählen möchten aber aus diversen Gründen nicht können.
Und sei es nur das banale "meinen Eltern treu sein"
Aktuelles Beispiel:
Kind einer Familie, in der alle viel arbeiten.
Intellegentes Kind
Aufräumen, putzen, Kinder, Garten ... ist diesem Kind zuwenig.
Es möchte lesen, lernen, schreiben, philosophieren.
Ja, das Kind ist schon erwachsen.
Es weiß, dass es intellegent ist und viele Chancen hätte.
Aber wie diesen Weg in einem Familienclan leben, der völlig anders ist, für den lesen lernen...nichtstun ist.
....Das Kind ist erwachsen, und hat es geschafft.
Eine wunderbare Frau.
Aber ich durfte miterleben, wie schwierig diese Unterforderung sein kann. Wie sehr man/frau sich aus dem System neigen muss und sich fast nicht traut - vertraut der eigenen Kraft, weil sie völlig anders als die Prägung in der Familie ist....
Ich will nicht mehr erzählen, auch andere Kommentare zeigen dass das ein sehr komplexes Thema ist, und natürlich auch immer eine Sinnkrise.
Ich wünsche mir und allen, die eigenen Kraftquellen zu erkennen und zu leben. Ganz egal, ob es Philosophie, garten, putzen, büro, sport, freunde, tanz, krankenpflege, strassenkehren, usw. ist.
Ich wünsche mir, dass wir uns am Glück anderer erfreuen können, das ist der erste Grundstein, dass wir das eigene Glück uns nehmen und leben trauen!
Alles LIEBE
rosemarie
Liebe Tanja.Ich hätte ihnen etwas mehr Objektivität zugetraut.Bei beiden Problemen ist die Nadel in eine Richtung zu schnell ausgeschnellt.Ich kenne beides Überlastung und lähmende langeweile.Genau das ist es doch .Es geht mal wieder um die Mitte.Ich empfinde heute Langeweile nicht meht lähmend sondern durchaus als ruhephase.Ständige Aktivität kann auch langeweilig sein!!!.Angelika
Hallo Rolf,
genau so sehe ich es auch. Ich selber hatte Burnout und danach fast ein Jahr lang eine ziemlich passive Zeit.
Natürlich hatte ich oft das Gefühl nichts richtiges zu stande zu bringen, doch letzendlich bin ich froh für diese "Trödelzeit".
In diese Zeit habe ich viel über Sinn und Unsinn nach gedacht und bemerkt, dass vieles was wir Fühlen, Denken und Tun pure Unsinn ist.
Boreout kann eine Schwelle zum bewusten Leben bedeuten.
Um einen wahren Sinn zu finden, muss man von Scheinsinn los lassen, und das kann erstmal eine "Leere" bedeuten, die man aushalten und durchqueren muss.
Ich habe das Gefühl, das Menschen die ständig Aufgaben suchen und ganz viele Sachen machen, sich auch nicht mit sich beschäftigen können, bzw. wollen. Vielleicht schauen sie dann in den eigenen Abgrund.
Mein Sohn hat ADS, hat eine Wahrnehmungsstörung ich würde aber nicht sagen das ihm jemals langweilig ist.
Aber ich kenne das Gefühl der Langeweile auch z.B. im Umgang mit anderen Menschen, so nach einem Jahr waren früher meine Freundinnen mir langweilig, weil ich glaubte ihre Reaktionen und Gedanken zu kennen.
Ich habe einen Bekannten der Arzt im Krankenhaus war, als er Bournout bekam. Und ich habe ihn gefragt wie fühlt es sich an, er meinte: Wie eine große Leere ihm fällt es schwer Kontakte zu anderen Menschen zu halten, weil es ihm zuwider ist, es ist zuviel, eigentlich alles.
Und ich glaube der Gegensatz davon, also das Boreout weist auch eine gewisse Leere auf.
Die Menschen sind psychisch wie pysisch erkrankt.
Und ich glaube das hat eben nichts mit der normalen Sinnkrise oder Langweile zu tun.
Wir Normalos können vielleicht erahnen wie es diesen Menschen geht, aber mehr auch nicht. Und ich bin der Meinung, es spielen viele Faktoren mit rein, Erziehung bzw. Vergangenheit und die eigene Entwicklung aber auch meine Umgebung in der ich lebe, bzw. die ich mir ausgesucht habe.
Herzlichst Julia
Lb Tanja!
Es zeigt sich hier wieder einmal, dass jemand wenn er nicht weiß, was er zu einem Thema schreiben soll, es besser bleiben lassen sollte.
Deine Zeilen wirken "overcoached" getragen von den postmodernen Leitgedanken: "Ich bin der Schmied meines eigenen Glücks" oder "Alles ist möglich, wenn du es nur wirklich WILLST".
Aber wie wir Wiener gerne zu sagen pflegen: "Das Glück is a Vogerl". Und wenn's weggeflogen ist, dann kann ich noch so viele tolle Aktionen starten, es wird sich nicht automatisch das Glück einstellen. Außerdem gibt es keine allgemeingültige Definition für GLÜCK.
Wir Menschen sind da viel zu komplexe Lebewesen, als dass wir locker flockig einfach nur "positiv" ans Leben rangehen müssen, und schon ist alle Langeweile wie weggeblasen!
Und diejenigen, bei denen dein Coaching-Credo "Verändere doch einfach dein Leben! - Was hindert dich daran?" nichts fruchtet, die sind auch nicht gleich alle "depressiv" und brauchen einen Therapeuten, weil sie nicht so vor Aktivität sprühen, wie du offenbar.
Ich glaube, dass LANGEWEILE eine ganz wichtige Bedeutung in unserer schnellebigen Leistungsgesellschaft hat. Wir haben es verlernt Langeweile als "Part of the game" zu akzeptieren. Weil die Langeweile hat mit unseren inneren Gefühlen zu tun und nicht mit unseren Tätigkeiten.
Die Auflösung der Langeweile ist nämlich paradoxerweise genau im Gegenteil zu suchen, nämlich in der Dis-Identifikation meines EGOs mit meinen so tollen Aktivitäten.
Wir müssen feinfühliger werden, unsere inneren Gefühle wahrnehmen und ihnen Raum geben und nicht einfach mit den nächsten Ablenkungen drüberfahren.
Mein "inneres SELBST" hat wesentlich mehr Bedeutung als mein aufgeblasenes "EGO".
Daher mein Tipp bei "Boreout":
"Lass deine Gefühle mal zu! Spür hin, was sie dir sagen wollen! Vielleicht will ein innerer teil in dir was damit sagen! Nimm dir Zeit, um da hin zu spüren. Und mach dir keinen Druck: Das darf nicht sein!"
Lb. Tanja, ich finde deinen newsletter sonst immer sehr erfrischend.
Liebe Grüße aus Wien Georg
@ Katha und in die Runde
Die Schilderung Ihres 'Zustandes' trifft schon ziemlich genau auf die Menschen zu, die mit einem Boreout zu mir kommen: das hat nix mit Langeweile, wie es landläufig verstanden wird, zu tun. Es hat mit höchst verschiedenen und sehr individuellen (unbewussten) Ängsten und Gründen/Motiven zu tun: wir kommen nicht in irgendwelche Pötte, weil wir die Motive nicht kennen, die uns motiv-ieren könnten - oder die uns hemmen.
Als Coach glaube ich: Blockaden haben ihren Sinn, den es zu ergründen gilt. Was ist das Gute daran, mich weiterhin zu langweilen, in diesem mich total unterfordernden Job zu bleiben? ist z.B. eine erste Frage, die man/frau sich stellen kann. Viele Betroffene machen sich ja zusätzlich fertig, indem sie immerfort ihre Denkenergien ins WARUM, ins Analysien ihres Verhaltens geben und sich Vorwürfe machen, DASS sie nix ändern.
(Verhaltens)Tipps, Anregungen, Ratschläge, Vorschläge, die es u.a.ja dankenswerterweise reichlich in diesem Blog gibt, helfen weiter. Aber nicht immer. Manchmal liegt's Problem eben woanders oder tiefer. Hat man's erkannt, kann man's - und natürlich: frau - es ändern.
Zur Langeweile: Anregende Sprüche zum Thema gibt's u.a. unter: http://www.gratis-spruch.de/index.php?s=4&thema=Langeweile. Regen zum Nachdenken, Schmunzeln und Widerspruch an - falls mal Langeweile heute aufkommen sollte.
Sonnige Sonntagsgrüße
Maria Ast
@ Katha und in die Runde
Die Schilderung Ihres 'Zustandes' trifft schon ziemlich genau auf die Menschen zu, die mit einem Boreout zu mir kommen: das hat nix mit Langeweile, wie es landläufig verstanden wird, zu tun. Es hat mit höchst verschiedenen und sehr individuellen (unbewussten) Ängsten und Gründen/Motiven zu tun: wir kommen nicht in irgendwelche Pötte, weil wir die Motive nicht kennen, die uns motiv-ieren könnten - oder die uns hemmen.
Als Coach glaube ich: Blockaden haben ihren Sinn, den es zu ergründen gilt. Was ist das Gute daran, mich weiterhin zu langweilen, in diesem mich total unterfordernden Job zu bleiben? ist z.B. eine erste Frage, die man/frau sich stellen kann. Viele Betroffene machen sich ja zusätzlich fertig, indem sie immerfort ihre Denkenergien ins WARUM, ins Analysien ihres Verhaltens geben und sich Vorwürfe machen, DASS sie nix ändern.
(Verhaltens)Tipps, Anregungen, Ratschläge, Vorschläge, die es u.a.ja dankenswerterweise reichlich in diesem Blog gibt, helfen weiter. Aber nicht immer. Manchmal liegt's Problem eben woanders oder tiefer. Hat man's erkannt, kann man's - und natürlich: frau - es ändern.
Zur Langeweile: Anregende Sprüche zum Thema gibt's u.a. unter: http://www.gratis-spruch.de/index.php?s=4&thema=Langeweile. Regen zum Nachdenken, Schmunzeln und Widerspruch an - falls mal Langeweile heute aufkommen sollte.
Sonnige Sonntagsgrüße
Maria Ast
Hallo in die Runde.
Ich sehe, meine Zeilen bewegen. Das war meine Absicht und so nehme ich natürlich auch die Gegenmeinungen wahr und ernst. Objektivität ist bei Kolumnen eher weniger das Ziel, denn es geht ja darum, nachdenklich zu machen - und ich scheine hier wunde Punkte getroffen zu haben.
Mich berührt, wie sehr hier darum gekämpft wird, dass man nicht "Schuld" an dem Phänomen Unterforderung / Langeweile ist. Und einmal mehr geht es doch gar nicht um "Schuld"! Es geht darum, etwas zu verändern, damit es einem besser geht.
Herzlich,
Tania vom "Zeit zu leben"-Team
hallöchen...
was mir an der diskussion gefällt,ist,dass durch tanias text soviele verschiedene sichtweisen und meinungen ausgesprochen werden und jede hat etwas für sich. dennoch finde ich es spannend, dass jede zeit ihre neuen "krankheiten" hat. es treten neue wörter auf, die eine "krankheit" (oder wie auch immer) beschreiben und es finden sich die klienten dazu.
der mensch ist ein kosmos für mich und es aktiviert meinen inneren widerstand, wenn man banale antworten für sicher tiefere zusammenhänge findet.
ich kenne das der nahen vergangenheit zeiten, wo ich vormittags einen erfüllenden und tollen job gemacht habe und am nachmittag wurde mir die zeit zu lang.
da ich ein kreativer mensch bin, hat es mir nicht an ideen gefehlt was ich tun könnte, aber dennoch bin ich nicht in die pötte gekommen. das wissen, es nur umsetzen zu können war schwerer wie ich dachte und da wird die frage nach den unbewussten zielen ziemlich interessant. doch was kann man in einem inneren kampf zwischen tun und sollte ändern? - gar nichts.
da finde ich den hinweis von georg aus wien sehr gut. nimm den zuständ erst einmal an und schließe damit frieden, so gut du kannst und aus dem frieden heraus kannst du dir überlegen was du ändern möchtest und wenns alleine nicht klappt, dann rede mit anderen darüber.
das ist und war zuerst mal'my way' mit der langeweile umzugehen. dann habe ich natürlich sofort zugeschnappt, wie sich mir ein job mit mehr herausforderung und arbeitsstunden angeboten hat.
noch eins:nicht alle menschen sind kreativ und haben aufgrund ihrer lebenserfahrung und lebensmuster ein großes repertoire an handlungsmöglichkeiten.
für kreative menschen allerdings stecken in tanias artikel auch gute tipps.
ein schönes heute wünscht gilla
Hallo,
habe voller Interesse die vielen Kommentare gelesen, nachdem ich sehr angetan war, was Du, Tania Konnerth, geschrieben hatte (vielen Dank, sprach mir voll aus meiner Seele!).
Deshalb ist anderes genau so wahr und nachvollziehbar und in keinem Widerspruch zueinander, so empfinde ich das. Das Leben ist zu komplex, als dass es in wenigen Zeilen einer einzelnen Person in seiner Gänze erfasst werden könnte (das sollte hier ja auch keine professionelle Abhandlung zu dem Thema Boreout sein).
Danke allen, die meinen Tellerrrand erweitert haben!
Und einen angenehm ausgewogenen Sonntag wünsche ich uns allen,
Antje
Ein schwieriges Thema. Zum einen, weil Nicht-Betroffene (und auch viele Betroffene!!!) das nicht nachvollziehen können, schon weil die Umschreibung 'Langeweile' das Problem bagatellisiert. Ist einem Kind langweilig, obwohl es in einem Zimmer voller Spielzeug sitzt, sagt Mutti: dann spiel halt was! Beschäftige Dich! Es gibt doch genug, was Du machen kannst! Dieser hier auch schon mehrfach gehörte Rat trifft das Problem Boreout aber nicht mal ansatzweise. Boreout entwickelt sich zunächst im Unterbewussten, mehr als Burnout, wo körperliche Warnsignale zeigen, wenn es genug ist. Fatalerweise sind die körperlichen Symptome bei Burn- und Boreout oft die gleichen. Beides löst Stress aus, und auf Stress reagiert der Körper auf eine bestimmte Weise. Ich habe z.B. viel zu lange einen von Routine und ungeliebten Aufgaben geprägten Job gemacht, hatte aber nicht den Mut, ins Risiko zu gehen um das zu ändern. Ich hatte auch viel Erfolg in diesem Job, aber damit konnte ich den Frust nicht kompensieren. Es entwickelte sich eine extreme morgendliche bleierne Müdigkeit (was man meistens mit ÜBERarbeitung erklärt, oder damit, dass man ein Morgenmuffel sei). Ich habe den Wecker zwar gehört, aber war nicht in der Lage, aufzustehen. Ich konnte mir das nicht erklären, SOWAS kriegt man doch 'in den Griff'. Ich war ständig schlapp und ausgepowert und bin oft zu spät ins Büro gekommen; am Ende bekam ich dafür eine Abmahnung. Später war ich oft krank, u.a. hatte ich zwei Hörstürze in 4 Wochen. Erst rückblickend ging mir auf, was das war. Es war viel zu banal, um es richtig einzuordnen. Es geht NIE darum, die Symptome 'in den Griff zu kriegen' und das ach so einfache Problem damit zu lösen, sondern darum, den versteckten Auslöser zu erkennen.
Es gibt Menschen, die sogar von einem Extrem ins andere pendeln oder sogar beides gleichzeitig haben. Zum Beispiel Boreout im Job wird kompensiert mit viel zu vielen/zeitaufwändigen Hobbys - das gibt einem dann auch eine gute Ausrede, im Job nichts ändern zu 'können', weil man ja insgesamt so sehr ausgelastet und 'im Stress' ist. (ging mir auch so, im Bekanntenkreis heißt es oft: was DU alles machst, das könnte ich nicht). Boreout entwickelt sich schleichend und betrifft oft hochintelligente, kreative Menschen. Ihre Zeit ist oft mehr als angefüllt mit allen möglichen Aktivitäten, die sie aber geistig nicht genug fordern oder zufrieden machen. Eine bleierne Schwere/Resignation setzt ein, die man so eigentlich nur von ÜBERforderung kennt. Das Problem kennt man übrigens schon länger von hochbegabten Kindern, die in der Schule ironischerweise oft schlechte Noten bekommen, weil sie aus Langeweile nicht richtig mitarbeiten. Statt 'streng Dich mehr an' gibt es hier inzwischen spezielle Hochbegabtenförderungsprogramme. Meine Theorie ist, dass so mancher Erwachsene sowohl schulisch als auch von der Berufswahl her unter seinen Möglichkeiten blieb, weil es früher solche Programme nicht gab, mit denen besondere Begabungen erkannt und gefördert wurden. Das sind dann auch die Kandidaten für Boreout.
Vieles davon findet subtil statt und man merkt es oft erst spät. Ohne Hilfe von außen findet man da oft nur schwer heraus. Die Krux ist, dass intelligente, auf ihre Eigenständigkeit Wert legende, Menschen sich manchmal scheuen, (professionelle) Hilfe zu suchen oder anzunehmen, vor allem bei 'so einer Bagatelle'. Bei mir war die 'Hilfe von außen' die Kündigung. Ich habe mir dann, auch wenn es schwer fiel (sowohl von der Einstellung her als auch finanziell), ein halbes Jahr Zeit gelassen, einen Job zu finden, der besser zu mir passt, anstatt wieder das zu machen, was ich vorher viel zu lange gemacht hatte (dort hätte man mir auch schneller was angeboten, da ich das ja lt. Lebenslauf gut kann). Jetzt arbeite ich zeitlich mehr als vorher und muss auch morgens früher raus. Aber das ist kein Problem mehr, ich stehe inzwischen sogar gern früh auf und freue mich auf den Tag.
Rational ... alles klar, logisch, nachvollziehbar. Langeweile ist eine Komponente, die zum Bore Out führen kann. Es gehört aber eine Menge mehr dazu - und erst mal dort angekommen ist eine Depression meistens mit dabei - daher kann ein Mensch mit einem Bore Out sich selbst nur noch wenig helfen. Da hilft nur psychologische Unterstützung.
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
Danke Dir Andrea für Deinen Kommentar. Beim Lesen von Tanias Newsletter hatte ich den ersten Eindruck - sie hat wirklich noch wenig Erfahrung mit diesem Thema, sie hat zu schnell eine Schublade gesucht. Dein Kommentar hat mir ein Stück weit die Augen geöffnet und mir einen kleinen Schritt weiter geholfen. Jetzt kann ich auch sagen: Danke Tania, dass Du das Thema gestartet hast.
Ich wünsche allen einen interessanten und schönen Sonntag
Hallo @tania konnert (Kommentar zum Newsletter)
einen wunden Punkt trifft man, wenn man sich u.a. verletzen verhält, was Sie in Ihrem Newsletter getan haben. Durch Ihren "Angriff" haben Sie jetzt die "Kämpfe", die Sie so verwundern.
Ich wünsche mir, dass Sie Beiträge der Leser zum Reifen nutzen und sich mit sich selber kritisch auseinanderzusetzen. Diese Konkruenz würde Ihre Kommentare und den immer wiederkehrenden Apell an die Leser wahrhaftiger machen.
Ich denke, dass das Thema etwas mit Ihnen persönlich zu tun hat, sonst würden Sie gelassener und dialektischer reagieren. Vielleicht finden Sie es ja heraus?
Nette Grüße
Tanja
Hallo Tania
Hallo Zusammen
Ich liebe es, wenn der Newsletter etwas provokatives an sich zu haben scheint... :-)
Jeder Mensch liest und interpretiert die Worte durch den Filter der eigenen Muster und Wahrnehmung, was völlig normal ist. Wann empfinden wir etwas als provokativ? Die Antwort liegt auf der Hand, finde ich ;-)
Nun, m.E. sind die Themen Boreout und Burnout ziemlich komplex. Langeweile und Aktivität kann, muss aber nicht unbedingt etwas mit dem beiden BB's zu tun haben.
Ich stimme den Worten von Georg zu, denn ich finde, unsere Gesellschaft suggeriert uns eher zu Hyperaktivität und jeder, der mal einen Tag nichts tut, wird gerne als faul bezeichnet. Wobei man ja nicht nichts tut, man tut immer etwas...:-) Sich selber unter Druck zu setzen, um dauern aktiv zu sein, kann dann eben manchmal auch ungünstig sein.
Was bedeutet denn eigentlich Langeweile? Da kommt mir eine Begebenheit in denn Sinn: Ich stand kurz vor dem Urlaub und meine Arbeitskollegin wünschte mir schöne und langweilige Ferien!! *g* Logisch, schaute ich sie verdutzt und ungläubig an und sie sagte lächelnd: "Nun ja, ich wünsche dir, dass du lange Weile hast, das bedeutet, dass du jede Minute geniesst und dir deiner Zeit in den Ferien voll bewusst bist und dass dir die Ferien lange vorkommen". Das fand ich eine hochinteressante Definition des Wortes Langeweile! :-) Erinnert mich an einen Spruch von Einstein über die Definition der Zeitempfingung.
Somit wünsche ich euch einen schönen und angenehmen Sonntag, wie auch immer ihr ihn verbringen mögt. :-)
Ich lese immer wieder gerne diese Kommentare . Es wird ersichtlich dass einfach jeder Mensch anders ist und die selben Dinge und Situationen anders gesehen und bewertet werden. Ich persönlich habe auch schon beide Versoinen in meinem Leben öfters durchlebt. Und ich denke im Nachhinein, dass ich immer wieder etwas ändern mußte um wieder zufrieden zu sein. Ich bin ein sehr kreativer Mensch und habe immer wieder neue Bedürfnisse, die ich dann auch meistens versuche umzusetzen. Aber ich kenne auch meine Grenzen und achte sehr darauf, dass ich diese nicht überschreite. Ich kann es nur bestätigen dass man nur zufrieden ist wenn man selber Verantwortung für sein Leben überminnt und nicht wartet bis es andere tun.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntag und freue mich schon auf die nächste Nachricht von Ihnen
Also ich weiß nicht, ob da Thema nicht etwas einseitig dargestellt ist.Hier wird nur von einem Typ Mensch ausgegangen und ignoriert komplett die Vielfältigkeit an Erfahrungen, körperlicher und psychischer Konstitution usw. Vielleicht langweilt sich der eine oder andere ja auch, weil er Ziele hat, die er nicht erreichen kann und das was er hat und was er machen kann zu wenig, der Weg zum Ziel lang aber auch nicht erfüllend ist. Ein anderer ist vielleicht krank oder sonstwie eingeschränkt.
Da bei dauerhafter Unterforderung oder Unerfülltheit (was kurz unter dem Begriff Langeweile zusammengefasst wird) durchaus ein Leidensdruck besteht, sollte man davon ausgehen, dass der ein oder andere auch etwas dagegen unternimmt und sich nicht in eine Opferrolle begibt... Eine weitere Möglichkeit: Man ist so mit langweiliger Arbeit überhäuft, dass man kaum Zeit und Energie für Hobbys hat. Schließlich raubt dies auch Energie.
Und wo für den Einzelnen die Grenze zu depressiven Problemen ist, ist pauschal kaum zu sagen. Vielleicht ist sie manchmal enger als man denkt.
Versuchen wir doch, anderes Sein zu verstehen auch wenn es jenseits unserer eigenen Erfahrung liegt.
Einen gesegneten Sonntag und eine schöne Woche! A.
Hallo,
ich kann mich nur anschließen. Ein Bore-Out ist nicht immer hausgemacht!
Ich bin ein sehr aktiver Mensch, Langeweile kenne ich nicht. Und doch hatte ich einen Job, der mich fast krank gemacht hat. Wir litten unter der Krise. Ich konnte nicht mehr ins Ausland reisen, was für meine Tätigkeit im Internationalen Vertrieb aber ausgesprochen wichtig war. Jegliche Verbesserungsvorschläge meinerseits schlugen ins Leere, jegliche Versuche, mich anderswo nützlich zu machen, blieben erfolglos. Meine Firma wollte ihre Mitarbeiter überhaupt nicht effizient einsetzen. Wir wurden von Steuergeldern finanziert, da wir gleichzeitig Forschung betrieben.
Als ich es mir finanziell leisten konnte, habe ich gekündigt. Und bin aufgeblüht!
Fazit: Bore-Out und Langeweile sind zwei unterschiedliche Konzepte.
Liebe Tania,
ich bin schon lange Abonnent Ihres Newsletters, aber heute muss ich wirklich sagen, dass ich sprachlos und sogar wütend wurde als ich Ihre Zeilen las.
Ich nutze Ihre Seiten als Inspirationsquelle, um mich und andere besser verstehen zu lernen und mein Lebensqualität zu verbessern.
Haben Sie, bevor Sie diesen Text geschrieben haben, sich mal mit einigen Menschen unterhalten, die an solch einem "Boreout" leiden bzw. gelitten haben oder Literatur zu diesem Thema konsultiert?
Wo ist da die Untersuchung, die Neugier ein Problem, dass viele Menschen in der heutigen Zeit betrifft zu erkunden?
Ein Mensch, der ein Burnout erlebt hat, wird in unserer Gesellschaft vielleicht noch respektiert: "Oh, der hat was geleistet. Ein vielinteressierter, leidenschaftlicher Mensch. Er hat es nur vielleicht ein wenig übertrieben. Sollte mal 5 grade sein lassen."
Bei einem Boreout trifft man, wie Ihr Beitrag zeigt, eher auf Unverständnis. "Wenn Dich Dein Job langweilt, warum suchst Du Dir nicht einen anderen?"
Kann es nicht sein, dass ein Mensch, der sich in einem Job befindet, der ihn unterfordert und gegebenenfalls zu einem Boreout führt, vermutlich ein geringes Selbstwertgefühl hat?! Er weiß nicht, was er kann und er traut sich durch diese permanente Unterforderung auch immer weniger zu.
So jemandem zu raten einfach aktiv zu werden, ist etwas kurzgedacht und impliziert, dass derjenige faul und desinteressiert ist.
Ich bin 22 Jahre und kenne das Gefühl auch bereits.
Zur Zeit gehe ich zur Uni und bin mit den mir gestellten Aufgaben grad so an der Schwelle zur Überlastung. Klar, so ein Semester geht im Grunde nur 3 1/2 Monate. Aber wie ein Mensch fühle ich mich in der Zeit nicht mehr. Wenn dann plötzlich die Semesterferien beginnen (,die ich auch zunächst voller Freude willkommen heiße), stellt sich relativ schnell bei mir dieses Gefühl ein, dass ich mit mir gar nichts mehr anfangen kann. Ich bin einfach so richtig ausgebrannt. Alles was ich vorher gern gemacht habe langweilt mich und ich raffe mich zu nichts mehr auf. Ich glaube daher, das Burn- und Boreout sehr nah beieinander liegen. Und tatsächlich finde ich da nicht einfach von allein wieder raus. Ich brauche dann Jemanden, der "mich aufrappelt". Den Wechsel von Semester zu Semesterferien hab ich jetzt schon ein paar Mal mitgemacht ... jedes Mal nehme ich mir vor besser damit umzugehen. Aber leider wird es jedes Mal schlimmer.
Ich bin 22 Jahre und kenne das Gefühl auch bereits.
Zur Zeit gehe ich zur Uni und bin mit den mir gestellten Aufgaben grad so an der Schwelle zur Überlastung. Klar, so ein Semester geht im Grunde nur 3 1/2 Monate. Aber wie ein Mensch fühle ich mich in der Zeit nicht mehr. Wenn dann plötzlich die Semesterferien beginnen (,die ich auch zunächst voller Freude willkommen heiße), stellt sich relativ schnell bei mir dieses Gefühl ein, dass ich mit mir gar nichts mehr anfangen kann. Ich bin einfach so richtig ausgebrannt. Alles was ich vorher gern gemacht habe langweilt mich und ich raffe mich zu nichts mehr auf. Ich glaube daher, das Burn- und Boreout sehr nah beieinander liegen. Und tatsächlich finde ich da nicht einfach von allein wieder raus. Ich brauche dann Jemanden, der "mich aufrappelt". Den Wechsel von Semester zu Semesterferien hab ich jetzt schon ein paar Mal mitgemacht ... jedes Mal nehme ich mir vor besser damit umzugehen. Aber leider wird es jedes Mal schlimmer.
Liebe Tania Konnerth,
ich denke gerade eine Persönlichkeitstrainerin wie Sie eine sind, sollte die Welt der problematischen Situationen anderer nicht zu sehr Vereinfachen. Nur weil Sie von Kindheit anders programmiert worden sind, sollten Sie nicht vorschnell auf den Boreout mit unverständnis reagieren. Das Unterbewusstsein ist äußerst mächtig und wir werden alle zu ungefähr 95% von ihm gesteuert. Das ist keine Kopfentscheidung, seine blockierenden Verhaltensmuster zu steuern. Da gibt es natürlich auch Literatur dazu. Z.B. Bruce Lipton " Intelligente Zellen wie Erfahrungen unsere Gene Steuern" Und natürlich " Psych-K " von Robert M. Williams " Persönlich bin ich durch ihr aktuelles Newsletter von der Art Ihrer Sichtweise sehr enttäuscht. Sie sind ja schliesslich keine Dachdeckerin( ich habe nichts gegen Dachdecker) sondern eine Persönlichkeitstrainerin. Wie soll man eine Person betreuen, wenn man nicht wenigstens einige Meilen in deren Schuhe gelaufen ist. Nach dem Motto: Warum schreien die Leute nach Brot? sollen sie doch Kuchen essen. Frage 1: Warum hat das 12 Wochen Selbstcoaching Programm bei mir nicht funktioniert?......... Antwort: Selbstsabotage des eigenen Unterbewusstseins. Frage 2: Warum haben Willen und Disziplin des Bewusstseins nicht ausgereicht um das Ziel zu erreichen? Antwort: Weil das Unterbewusstsein 95% etwas mehr Kraft hat als das Bewusstsein 5%. Lösung: Einfach mal Psych-K lesen.
Fazit: Wir können alle voneinander lernen, keiner ist in wirklichkeit, weiter als der andere. Und wenn wir nicht wirklich eine Lösung anbieten können, sollten wir auch nicht irgendeinen Unsinn schreiben. ( Das war nicht böse gemeint) Denn jeder hat das Recht, das man seine Probleme ernst nimmt, auch wenn man sie selbst als lächerlich gering und selbstgemacht erachtet.
Letzte Frage: Womit verdient ein Coach sein Geld?
Alles Gute für Sie
Bei diesen .... outs stelle ich mir manchmal die Frage, was eigentlich in der Zeit passiert, bis ein, was auch immer für ein Symptom eintritt.
Wie viele Signale und Warnungen werden ignoriert. Wie viele Monate quält man sich oder liebt wohlmöglich seine Situation und kultiviert sie vielleicht auch.
Wenn das es dann vielleicht pathologisch wird, ist natürlich damit schwer zu leben, da der Status Quo nun unangehnehm wird.
Vielleicht ist dem Umfeld dann ja auch das Thema leid, weil es für viele vorhesehbar war.
Manchmal fehlt dann nicht nur die Identifikation sondern auch das soziale Umfeld. Wohl denen, die von ihren Sozialpartnern ohne Vorhaltungen und Weisheiten aufgefangen werden und es schafft, sich neu zu organisieren.
Trotzdem sind die ....... outs egogeprägt.
Hallo, Tanja,
ich glaube, hier werden (wie schon in einigen Kommentaren erwähnt) 2 Sachen verwechselt ...
Langeweile zu bekämpfen (oder gar nicht erst aufkommen zu lassen) ist das eine. Boreout, also Unterforderung, die total lähmen kann, das andere.
Als Beispiel: In unserem Bekanntenkreis gibt's 2 Personen, die nach einem aktiven, kreativen, fordernden Arbeitsleben (mit ebensolcher Ausgleichs-Freizeit) plötzlich mit +/– 50 aus dem Arbeitsleben ausgegliedert wurden.
Am Anfang noch voller Motivation und Überzeugung, bald wieder etwas Neues zu finden, erlahmt das nach endlosen Versuchen, Enttäuschungen, Niederlagen irgendwann und "lähmt" die Betroffenen in vielerlei Hinsicht ...
Es sagt sich so leicht, dass "jeder" etwas finden kann, "das ihn fasziniert". Abgesehen von den eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten habe ich vollstes Verständnis dafür, dass man dann die viele ungewohnte Freizeit nicht einfach mit ach so tollen Sprachkursen, kreativen oder sonstigen neuen Hobbys ausfüllen kann und will!
Im Kleinen trifft das auch auf mich zu: Ich arbeite freiberuflich. In Zeiten mit vielen Projekten laufe ich zur Höchstform auf, manage 'nebenbei' noch die alltäglichen Dinge mit links und habe immer noch irgendwie Zeit für meine Interessen. Habe ich aber mal keinen Auftrag auf dem Tisch, läuft das Alltagsgeschehen insgesamt langsamer, 'ohne Druck' - und das wirkt sich auch auf meine Motivation zu sonstigen Aktivitäten aus ...
Wie schon von anderen erwähnt, ist ganz sicher auch berufliche Unterforderung lähmend (und kann zum Boreout führen)- beruflich erfolgreiche Menschen haben fast immer noch Zeit, Ideen und Initiative für genügend kreative Interessen / Hobbys. Menschen, die ihre 8 Arbeitsstunden am Tag irgendwie hinter sich bringen, ohne in irgendeiner Weise gefordert zu werden, werden sich danach eher nicht hoch motiviert in kreative Interessen stürzen.
Herzlichen Gruß
Maxxie
Bei diesen .... outs stelle ich mir manchmal die Frage, was eigentlich in der Zeit passiert, bis ein, was auch immer für ein Symptom eintritt.
Wie viele Signale und Warnungen werden ignoriert. Wie viele Monate quält man sich oder liebt wohlmöglich seine Situation und kultiviert sie vielleicht auch.
Wenn das es dann vielleicht pathologisch wird, ist natürlich damit schwer zu leben, da der Status Quo nun unangehnehm wird.
Vielleicht ist dem Umfeld dann ja auch das Thema leid, weil es für viele vorhesehbar war.
Manchmal fehlt dann nicht nur die Identifikation sondern auch das soziale Umfeld. Wohl denen, die von ihren Sozialpartnern ohne Vorhaltungen und Weisheiten aufgefangen werden und es schafft, sich neu zu organisieren.
Trotzdem sind die ....... outs egogeprägt.
Ganz so einfach ist das nicht. Es gibt die Langeweile durchaus, auch wenn der einzelne normalerweise kein typ ist, der sich langweilt oder sich nicht selbst beschäftigen kann oder keine Interessen hat.
Ich bin ein Typ wie die Tania - also jemand, der vielseitig interessiert ist und noch nie langeweile hatte - bis auf einmal. Da ist es mir passiert. Und wieso? Weil die Firma, wo ich tätig war kein Aufgabengebiet für mich hatte.
Ich habe das getan, was Tania schreibt: ich habe mich selbst beschäftigt. oder anders ausgedrückt, ich habe ganz öffentlich auf meine Abschlußprüfung in BWL gelernt und meinen Trainingsplan, die Vorlage dazu, in Excel erstellt. Und das wusste jeder! Unglaublich? Dacht ich bis dato auch. Also, gelangweilt in dem Sinn habe ich mich nicht. Aaaaaaaaaber...... ich hatte ja den Job nicht angenommen, um ein Ministrère sans Ministère zu sein, sondern um eine Aufgabe zu haben, die es nicht mehr gab....
Tja, ich habe mir dann schon eine neue Herausforderung in einer anderen Firma gesucht. Nur das ist etwas, was eine Zeit dauert. Und ich konnte in der Firma dann doch nicht alles tun, was ich zu Hause mit freier Zeit tun würde.
Ich denke, dass genau diese Punkte damit gemeint sind, wenn von Boreout gesprochen wird.
Ich hatte ja immerhin noch das Glück, in einer FIrma so zu sein, wo es egal war, womit ich mich beschäftigt habe.
Allerdings gibt es genügend Firma, wo das nicht möglich ist - zum Beispiel am Empfang, wo es nicht gut ist, sich mit Prüfungsunterlagen oder Strickzeug zu beschäftigen.
Und bis der einzelne eine neue Herausforderung gefunden hat oder entscheidet, welche Möglichkeiten es gibt, da wird der einzelne sich mit dem Thema auseinander setzen müssen.
Tja, nicht ganz so trivial, wie es auf den ersten Blick oder in der ersten Zeile klingt....
Herzliche Grüße
Maria
Burnout ist seelische Überforderung. Dabei ist es ganz egal, ob man zu viel arbeitet, zu viele Dinge auf einmal macht oder nicht. Es entsteht daraus, wie man sich bei dem was man macht fühlt (es ist mir alles zu viel). Bei mir ging der Burnout direkt in eine Depression, die ärztlich behandelt werden musste, über. Grund war Mobbing in der Firma - nicht von heute auf morgen - sondern sich langsam aufbauend. Sobald ich mir der Situation bewusst geworden bin, hat auch das Burnout seinen Höhepunkt erreicht. Ich habe den Job gewechselt und wieder zu meiner Mitte gefunden.
Und dann ist Boreout wahrscheinlich das Gegenteil (seelische Unterforderung). Zum Glück kenne ich dieses Gefühl nicht. Ich bin zumindest geistig immer aktiv und langweile ich mich nie. Und wenn ich einmal überhaupt nichts tue, dann empfinde ich das als wohltuende Entspannung.
Hallo Tania,
ich denke, dass Sie dieses Thema nicht in seiner ganzen Breite erfasst haben!
Ich gehöre auch zu den Leuten, die sich schon als Kind ständig gelangweilt haben und sich auch heute schnell langweilen. Nach 38 Jahren bin ich meinem Rätsel auf die Spur gekommen - mit Hilfe meiner Psychotherapeutin und eines Buches :o). Ich war ein sehr frühreifes Kind und wie es scheint, hab ich immer neue Anreize gesucht. Wenn ich diese nicht fand....LANGEWEILE (heute leider auch oft als ADS bezeichnet). Für mich war aber viel schlimmer, dass diese Langeweile im Erwachsenenalter weiterging (trotz vielseitiger Interessen und Aktivitäten!!!). Ich bin dann vor kurzem hier in Frankreich, wo ich seit mehreren Jahren lebe, auf ein Buch gestossen, dessen Titel mich zunächst eher abgeschreckt hat: Trop intelligent pour être heureux? L'adulte surdoué" (Zu intelligent um glücklich zu sein? Hochbegabte Erwachsene) Ich hätte mich nie als hochbegabt angesehen und tue es auch heute nicht, aber viele Dinge, die in dem Buch standen ( ich hab ganz verstohlen in einer Ecke in der Bücherei geschmökert :o) )trafen einfach zu!
Es ist nicht so, dass mich Sachen nicht interessieren, aber ich habe sie schneller satt als andere, da für mich das Thema schnell erschöpft ist. Oft langweilen mich Diskussionen mit anderen Leuten schnell (auch wenn es Freunde sind, die ich sehr mag), weil ich eine Sache schneller abhake als sie und weiter will zum nächsten Punkt...Oft bleib ich dann allerdings mit meinen Gedanken alleine auf der Strecke, da mir kaum einer folgt.
Ich spreche vier Sprachen fliessend, bin auf den verschiedensten Foren eingeschrieben, um die Sprachen zu praktizieren, weil ich es einfach BRAUCHE ; Ich brauche INPUT, neue Informationen, neues Material!!!
Es kann passieren, dass ich gleichzeitig auf einem Forum englisch tippe, auf deutsch telefoniere, einen italienischen Radiosender höre und mein Mann im Hintergrund französisch mit mir spricht.....Das ist für mich normal!!!
Und es würde mich langweilen, wenn es nicht so wäre! Der Durst nach Neuem ist ständig da. Neue Sprachen lernen, andere Länder sehen, neue Leute kennenlernen,ständige berufliche Veränderung und, und, und, ....nur leider sehen andere das eher als Oberflächligkeit und Schnelllebigkeit an!
Ich denke das Thema Langeweile hat sehr viele -interessante-Facetten!
Vielleicht können sich sich ja noch mal eingehender damit beschäftigen!?
Viele liebe Grüsse
Gaia
Hallo,
mir selber war als Kind immer ziemlich langweilig und meine Eltern waren doch ein wenig verzweifelt, dass viele Ihrer Anregungen mich nicht erreichen konnten. Inzwischen bin ich eher der Typ dem niemals langweilig werden kann. Die Menschen sind eben verschieden und jeder muss (s)eine Lösung finden, man kann nur die Methoden hierfür vermitteln. Wahrnehmen und Transzendieren. Mehrere Lösungen sind immer besser als eine einzige.
Man sollte Langweile auch nicht ausschließlich negativ sehen. Schließlich steht Sie teilweise vor der Aktivität und ist somit Teil eines Prozesses.
Das Phänomen des Boreouts ist aber vermutlich mehr als einfach nur nichts mit sich und seiner Umwelt anfangen zu können. Sondern äußere Faktoren spielen hier eine entscheidende Rolle. Sicherlich ist es nicht einfach einem Gefangenen in Einzelhaft klar zu machen, er müsse eben einfach nur aktiv werden und sich mit sich und seiner Umwelt beschäftigen. Das sei die Erfüllung seines Lebens. „Yes we can“. So ist es leider so, wie schon mehrfach geschrieben wurde, dass es „langweilige Aufgaben“ zu erledigen gibt und die Betriebsstrukturen eine kreative Entfaltung verhindern können. Das hierbei eventuell verspielte Potential, geht zu Gunsten der Struktur.
Eventuell Betroffene also zu provozieren in dem man den „Boreout“ herunterspielt um so Aktivität zu erzeugen, ist ein interessanter Ansatz. Wobei das durch Unterforderung erhöhte Stresslevel sicher nicht gesenkt wird. So wünsche ich allen Sich beim Lesen und Schreiben nicht gelangweilt zu haben.
Johannes
Wow...breites Spektrum an Sichtweisen!
Ich bin der Meinung, das Thema sollte detailierter betrachtet werden. Mag sein , dass es bei manchem nur hilflose Langeweile ist, beim nächsten aber so leicht nicht erfassbar ist. Situationsbedingt einmal, bzw.durch diverse Lebensumstände bestimmt. Freizeit oder Geschäft...ich glaub dass es verschiedene Schwehregrade für das Boreout gibt. Und je nachdem wie jeder Betroffen gestrickt ist, kann man selbst raus kommen oder eben nicht. Glaub das es vergleichbar ist mit depresiven Phasen. Auch da ist es für jeden Betroffen schwierig bis sehr schwer rauszukommen. Mit oder ohne Hilfe...wie auch immer.
In einigen Kommentaren schwingt sehr viel Vorwurf, Unverständiss und ein wenig Geringschätzung mit.
Dabei ist es nicht so arg wichtig ob man selbst betroffen ist oder nicht, über ein wenig Neutralität und gleichgestellte Wahrnehmung aller hier würde ich mich sehr freuen.
Schöne Grüße vom Blumenkind
Junge, Junge, ich bin vollkommen geplättet, wie viele Emotionen und Entrüstung das Thema bei einigen hervorruft. Hätte ich nicht gedacht.
Genau wie Tania ist mir persönlich das Phänomen Boreout eher nicht so gut bekannt und ich weiß tatsächlich wenig darüber. Musste erst mal in der Wikipedia nachlesen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diagnose_Boreout
Jedenfalls dürft Ihr nicht vergessen, dass wir hier aus der Warte der Eigenverantwortung schreiben. Das Motto unserer Seite heißt ja "Das Leben in die Hand nehmen".
Und wir schreiben für Menschen, die ihr Leben in die Hand nehmen wollen und die als Mensch aktiv an ihren Herausforderungen wachsen wollen.
Es geht hier immer um die Frage: "Was kann ICH tun, wenn ich unzufrieden mit meiner Situation bin?"
Und wenn ich mich in einer Situation gefangen fühle, wo ich mich total gelangweilt und unterfordert fühle, kann ich nun mal Einiges tun.
Ich habe zum Beispiel vor einigen Jahren das Buch Flow von Mihaly Csikszentmihalyi gelesen und er hat darin wunderbar beschrieben, wie Menschen in jeder noch so langweiligen Tätigkeit einen Sinn und ein Glücks/Flow-Erlebnis finden können, indem Sie aus einer Aufgabe ein Spiel machen oder indem sie versuchen, die Aufgabe ganz besonders gut zu erledigen.
Das ist nur ein kleines Beispiel.
Man kann etwas ändern. Aber mir ist natürlich klar, dass das nicht ganz einfach ist, wie jede dauerhafte Änderung des eigenen Denkens und Verhaltens. Aber sich dauerhaft schlecht zu fühlen ist ja auch nicht einfach.
"...depressiven Tendenzen – und für die gilt es, sich professionelle Hilfe zu suchen, denn da kommt man wirklich nicht so einfach wieder heraus."
Bei der professionellen Hilfe wird auch wieder eine "Erwartungshaltung an andere" aufgebaut: "Kümmere dich um mich." Der Depressive geht zu einem Therapeuten und erwartet von diesem Hilfe. Dieser verschreibt dann häufig Psychopharmaka. Der Patient erwartet von den Arzneien Heilung. Diese machen oft abhängig. Und der Patient kann auch von dem Therapeuten abhängig werden. Ich habe es als Teilnehmer einer Selbsthilfegruppe für Depressive erfahren, dass bei vielen Teilnehmern mit therapeutischer Behandlung keine Fortschritte in Richtung auf Heilung erkennbar waren. Ich selbst habe den Weg der Selbstfindung in der Meditation gehen können. Von den im Mai 2005 diagnostizierten Krankheiten Depression und Alkoholismus ist nichts übrig geblieben. Der Weg war sicherlich nicht leicht. Er erfordete, dass ich mich selbst so annehmen konnte wie ich war und mich selbst liebte. Diese Annahme und Liebe wurde dann automatisch auf die Menschen in meinem Umfeld ausgedehnt. Aus meiner jetzigen Sicht der einzige Weg zur Heilung.
:) Emotionen sind generell immer gut wenn sie raus dürfen. Das ist schließlich der Anfang jeder Veränderung im Innen und im Außen. Mag sein dass sich manches für den ersten Moment nicht immer gut anfühlt, doch nur dadurch kann man seine Perspektive oder sogar seinen Standpunkt zu etwas verändern. Vielleicht passiert das ja hier gerade beim einen oder anderen.
In dem Moment wo man sich "angegriffen" fühlt hat man bereits den Kopf bewegt :)
manchmal reicht bereits das.
Schön wenn sich viele Menschen jeder für sich und doch gemeinsam Gedanken über etwas machen.
Interessant, dass dieses Thema so ne Welle auslöst.
Trotzdem glaube ich dass Langeweile nicht gleich Boreout ist.
Was ist mit der Betrachtung wenn man für manche Aufgaben nicht befugt ist, sie u.U. aber hin und wieder doch ausübt?
Was ist mit Verantwortung die man hat und im nächsten Moment nicht mehr hat?
Weil irgendeiner in der geschäftlichen Hirachie seine Macht bedroht fühlt.
Glaube es geht bei diesem Thema um noch viel, viel mehr als nur! Langeweile.
Hallo in die Runde.
Die vielen z.T. wirklich heftigen Rückmeldungen machen mich natürlich betroffen. An manchen Stellen fühle ich mich falsch verstanden (was aber ein Problem der Darstellung ist, ganz klar). An manchen Stellen habe ich das Gefühl, etwas aktiviert zu haben, was sinnvoll ist.
Natürlich ging es mir nicht darum, verachtend zu schreiben - wenn das so rüberkommt, ist mein Text schlecht. Da aber auch viele Stimmen das aufgreifen, worum es mir ging, kann er nicht nur schlecht sein, was mich wiederum etwas beruhigt.
Dieser Text gehört wieder einmal zu denen, die polarisieren. Auch wenn es unangenehm ist, zum Teil so stark kritisiert zu werden, möchte ich den Text nicht zurücknehmen, weil er eine wertvolle Diskussion auslöst und weil er zum Nachdenken anregt - Euch, wie auch mich.
Ich werde das Thema sicher nicht ruhen lassen, sondern ich werde noch mal darüber nachdenken - schauen wir mal, was mir nächstes Mal dazu einfällt, ok?
Alles Gute für alle,
Tania
Ich hatte Unterforderung in der Schule kennengelernt. Das Problem war, daß ich als Kind mich dieser Situation nicht vernünftig entziehen konnte. In diesem Fall ist Unterforderung sehr quälend. Als Jugendlicher habe ich in der Schule - statt zu stören - dann angefangen, aktiv mitzuarbeiten. Das hatte den Vorteil, daß ich mich nicht mehr langweilte und gleichzeitig wurden meine Zensuren besser.
Heute gehe diesen Situationen aus dem Weg, d.h. ich weigere mich inzwischen, mich von anderen langweilen zu lassen, lieber gehe ich. Für mich persönlich gilt, daß es so viel Neues auf dieser Welt zu lernen gibt, daß überhaupt kein Grund für Unterforderung oder gar Langeweile vorhanden ist.
Wenn ich nochmals was schreiben darf...
Vielen Dank Ralf für die Klarstellung, spricht mir aus der Seele und besonders für den Link! :-)
Seit vielen Monaten lese ich regelmässig den Newsletter und ab und zu kommt es vor, dass ich beim Lesen mit dem Kopf hin und her wiege und es ist auch schon vorgekommen, dass ich dachte, "da bin ich anderer Meinung". Was soll's?? Ich finde, Tania und Ralf haben hier auf IHRER Seite durchaus das Recht, ihre eigene Meinung zu äussern und nicht die, die wir vielleicht von einem Coach oder Persönlichkeitstrainer erwarten. Aha... da haben wir es wieder das Wort "erwarten"... :-) Zudem sind Coach, Autor, Privatperson usw. unterschiedliche Rollen.
Liebe Grüsse
Ein Thema für mich... :) Ich hatte es nun schon mehrfach das mich meine Langeweile in so einen Boreout getrieben hat.
Ich denke in meinem Fall ist der Grund dafür, dass ich zu viel nachdenken. Ich habe ab und an das Problem das ich etwas tun will, dann aber darüber nachdenke, was es mir bringt, ob ich wirklich Spaß dabei haben werde, ob mich das vielleicht nerven könnte, was mich daran stört und dann ist mir auch schon die Lust darauf vergangen. So mache ich das mit Allem was mir einfällt. "Zu müde" "Zu riskant" "Zu sinnlos" Irgendwann ist nichts mehr übrig . Ich gebe zu, das ich möglicherweise auch unter Depressionen leide, aber ich finde generell, dass es vom Boreout zur Depression nicht weit ist.
Es ist schwierig da wieder rauszukommen. Aber ich habe mittlerweile eine gute Strategie entwickelt. Meine ToDo List enthält jeden Tag neben den üblichen Pflichten, die erledigt werden müssen auch Dinge die den meisten Menschen normalerweile Spaß machen und die wahrscheinlich niemand auf seine ToDo Liste schreibt. Da ich meine ToDo Liste recht ernst nehme tu ich die Dinge dann obwohl ich schon wieder "festgestellt" habe, wie doof das eigentlich ist. Ich bereuhe es nur selten ;) Aber selbst wenn, ich bin trotzdem stolz auf mich das ich es getan habe UND ich hatte keine Langeweile :)
LG
Melanie
Hallo Georg aus Wien
Du schreibst mir aus der Seele, nur kann ich nicht Deine Worte finden.
Liebe Grüße
Büroklammer
Es muss nicht unbedingt Langeweile sein, Routine
reicht für diesen Zustand auch schon aus.
Das erstreckt sich von Selbstbeschränkung bis zum gedanklichen Tunnelblick.
Diese Situation sollte genauestens analysiert werden,
da man sich ansonsten dem ziellosen Eindruckserleben
( gemeint ist Ablenkung) aussetzt, was , wenn zudem ungewollt, viel Abwehraufwand erfordert.
Es ist um beim englischen Begriff zu bleiben , gleichfalls
ein Out Zustand , im Sinne von k.o.( knocked out).
Das heißt , man sollte wieder "hineinkommen" in den Fluss des Tuns.
Hineinkommen vielleicht durch Meditation.
Hierzu las ich dieser Tage eine Formel , die sich mit
folgenden Inhalten beschäftigt und sie in Relation setzt:
Z=Ziel
M=Mittelvorstellung
I=Information
O=Objekt
A=Aktivität
für Z»O
(I+O)
____
(Z+M)2 + 3
________________________ = A
4
für Z«= O
(I+O)
______
(4Z + M) + 3
_____________________
= A
4
Bei beiden Formeln gilt, wenn ihr Wert grösser 1
ist, dann hat die Aktivität Chance, aufzutreten.
(Nach Karl-Dieter Opp, Soziales Handeln , Rollen und
soziale Systeme Stuttgart 1970 S.24 bis 34f.)
Ich gehe jetzt davon aus, dass wenn keine Aktivität
in Gang gesetzt werden kann, man in den Zustand der
Langeweile geraten könnte.
Wenn dann zum Beispiel aus dem Empfinden von Langeweile
die Aktivität des Schuhe Putzens resultiert, dann könnte
man sie (die Langeweile)auch eine schöpferische Pause nennen.
Manchmal hilft es vielleicht auch zu schauen, was die
"anderen" so machen, dies kann mitunter sehr anregend sein.
Hallo Tania und Hallo in die Runde,
Ich war spontan begeistert von dem Beitrag und wollte gern hier zustimmen. Dann las ich die Reaktionen und habe beim Lesen ein Puzzle zusammengesetzt, das mir zeigt, wie fix man doch über andere urteilt. Danke Tania, ich bin sehr froh in Ihnen einen Menschen sehen zu dürfen, dem so etwas auch mal unterläuft. ;o)) Das ist so herrlich menschlich.
Die Diskussion wird ja teilweise sehr heftig geführt und gerade in den heftigen Reaktionen hab ich mich wiedergefunden - damals, als ich unter ziemlich üblen Depressionen litt, hätte ich mich auch auf die gleiche Weise angegriffen gefühlt wenn jemand gesagt hätte: reiß Dich zusammen und tu was.
Was haben mich dieses Zusammenreißen und die Millionen Versuche da rauszukommen, an Kraft gekostet. Eines der Kennzeichen einer Depression ist ja leider, dass solche Appelle zum Gegenteil führen. Sie implizieren Unfähigkeit und fördern so die depressive (Versagens-)Stimmung. Das führt zu Lähmung im Denken und Handeln.
Es gibt einige Werke die Angehörigen helfen sollen mit dem Depressiven umgehen zu können, den sie absolut nicht verstehen können. Verständlicherweise nicht verstehen können. Es ist von jeder Partei zu viel an Einfühlung verlangt --» von den Depressiven, dass sie Verständnis erwarten und einfordern --» von den vermeintlich Gesunden, dass sie verstehen sollen, wie der Depressive sich fühlt und dass eben genau das nicht geht - sich zusammenreißen.
Insofern muss das Boreout eine Form einer depressiven Reaktion sein.
Nun gibt es einerseits eine breite Palette von Abstufungen von Depressiven, und ich habe viele kennengelernt, diejenigen, denen es wirklich dreckig ging, welche, die nie geheilt wurden, einige, die aus Hobby depressiv waren, viele, viele, die erlernte Hilflosigkeit vor sich her trugen, viele, die nur faul waren, die sich wohl zusammenreißen gekonnt hätten, wenn sie gewollt hätten. Trotzdem hatten alle diverse verschiedene Störungen, die ihnen das zu diesem Zeitpunkt unmöglich machten.
So wird es auch eine Riesenpalette diagnostizierter und selbsternannter Boreout-Patienten geben - solche, die wie in einer Depression gelähmt festsitzen und andere, die diese Störung dazu nutzen, sich nicht innerlich und äußerlich bewegen zu müssen.
Ich meine zusammengefasst:
es wird beide Phänomene nebst vielen Abstufungen geben - solche die sich zusammenreißen könnten und sich selbst herausziehen aus der Lähmung und solche, die es zu diesem Zeitpunkt wirklich nicht können. ALLE haben aber eine Störung - inwiefern auch immer. Gesund ist die Reasktion, sich selbst aus Langeweile aktiv herausnehmen zu können, Entscheidungen treffen zu können die hilfreich sind. Sich selbst Aufgaben zu stellen, in sozialen Organisationen mitzuhelfen. usw. Geht das nicht mehr, ist etwas seelisch im Ungleichgewicht, oder es war schon immer bei den Neurotransmittern etwas im Ungleichgewicht.
Man wird einigen Boreoutern mit Medikamenten helfen können, sie erst einmal in den Zustand versetzen, um wieder entscheiden und handeln zu können. Einigen wird auch das nicht helfen.
Wir sollten auch nicht vergessen, dass schon immer Diagnosen gestellt wurden, die zur gerade gängigen Mode auf dem Krankheitssektor passen. 1810 fielen Damen halt in Ohnmacht wenn sie sich "aufregten" und heute finden Ärtze eben Burnout oder Boreout. (Noch vor ein paar Jahren war die halbe Menschheit Borderliner.)
Letztendlich hilft auch nur diejenige Psychotherapie, die einen in den Zustand versetzen kann, Entscheidungen zu treffen, sich Ängsten zu stellen, "etwas zu tun". Manchnmal ist die Störung körperlicher Natur, es würden Medikamente helfen, aber wie die Krankheit das so mit sich bringt - man nimmt sie nicht, man will ja mit aller Kraft allein gesund werden.
Das Leben ist für die, die denken, ein endloser Lernprozess - schade ist nur, dass man im Alter wirklich den Überblick über viele Dinge im Leben erreicht hat - aber das hilft nun leider auch nicht mehr. Auch anderen nicht, denn die wollen das nicht hören und müssen ihre Erfahrungen selbst machen. So wird auch ein Boreout kein Dauerzustand bleiben. Das ist doch mal eine gute Aussicht, nicht wahr?
Tania, wenn man so viele Artikel schreibt und so vielen anderen Menschen versucht Einblicke in die eigene Psyche zu vermitteln, man sicherlich auch noch unter Zeitdruck steht, dann darf das auch mal so aussehen, dass man spontan die eigenen ersten Gedanken hinschreibt. Und dass es IHRE eigenen waren, stand ganz klar dort.
Hat doch wunderbar geklappt. Wie Viele haben nun mal darüber nachgedacht und sich sogar aufgerafft, etwas dazu zu schreiben. Lach. Sogar ich.
Danke für Ihrer beider Wochenend-Anregungen!
Super!!!
Es grüßt Alberta
aus dem Heer der Mitleser, derer, die sich sonntags auf den Newsletter freuen und noch nie was dazu gesagt haben. Dabei steht Ihnen wirklich ein Dank zu!
Auch ich glaube, dass das Problem nicht in seiner gesamten Breite erfasst ist. Natürlich ist es leicht, sich über Menschen zu brüskieren, die nichts mit ihrer Zeit anzufangen wüssten, wenn man in einem System arbeitet, welches die vielfältigsten Freiheiten gestattet, sei es Wahl der Arbeitsthemen, die Gestaltung des Arbeitsplatzes, die Strukturierung und Einteilung der Arbeit und so weiter und so weiter. Was aber, wenn man in einem System arbeitet, wo dies alles nicht möglich ist? Wo jeder Schritt bis ins Kleinste hineinvorgegeben bzw. befohlen wird, wo man weit abgeschieden von der nächsten Stadt mit Bibliothek, Fittnessstudio, Kino ... stationiert ist. An einem Ort, wo man 8-9 Stunden an einem Schreibtisch sitzt, nicht nur die Arbeit einen unterfordert, sondern Arbeitsaufgaben schlichtweg fehlen.Wo man nichts weiter machen kann außer Joggen und Kniebeuge oder sich für die nächsten vier Wochen mit Büchern eindecken. Aber nur Lesen und Joggen wird auch irgendwann langweilig. Unterfordert im Beruf, Langeweile bis zum Schlafengehen, weil man allein oder mit dem Arbeitskollegen zusammen auf der Bude hockt. Bei der Bundeswehr ist Langeweile ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn man nicht gerade Arzt ist oder eine andere gehobene Position inne hat.
Nachtrag zu meinem Kommentar:
Beide Formeln sind leider falsch "angekommen".
Daher gebe ich meine eigene erste Interpretation
wider , und zwar vor dem Hintergrund der Frage, ob Ziele
nötig seien:
Wie auch immer Wünsche ( also Ziele oder Mittelvorstellungen) beschaffen sein mögen, ein "Viel" an Information kann in jedem Fall den Weg in Richtung Aktivität lenken.
Ich glaube,ich habe hier in einem dieser hervorragenden Newsletter mal gelesen, man sollte,wenn man Rat sucht,nur Menschen fragen, die sich in dem jeweiligen Metier auskennen.
Also z.B.bei Partnerschaftsproblemen keinen langjährigen Single zu Rate ziehen.
In diesem Fall wäre es daher konsequent von Tania gewesen, den Artikel nicht zu verfassen.Er tut nämlich jedem,der das Syndrom Boreout kennt,weh.
Oft sind die Betroffenen hochbegabte Menschen, die nie adequat gefördert wurden oder gezielt gebremst worden und dann ihr halbes Leben damit verbringen,wenigstens einen Teil ihrer Kreativität wieder zu aktivieren.
Hallo,
ja, Tanja, der Beitrag ist leider recht oberflächlich. Ich zähle mich zu den äußerst aktiven Menschen, habe nie Langeweile, habe - wiederum oberflächlich betrachtet - einen interessanten Job, den ich nicht aufgeben möchte. Und fühle gleichzeitig eben in diesem Job diese Unterforderung. Der Grund? Ich sitze sozusagen auf einer Außenstelle (Vertretung eines Teilbereiches der Firma in Deutschland). Meine Kollegen, die näher an der Zentrale im Ausland(und am Chef) dran sind, schnappen sich die interessanten Aufgaben. Mir bleibt der "Service" für Deutschland, obwohl ich meine Erfahrungen und Ideen bei der Entwicklung neuer Projekte gern einbringen würde. Ich könnte mühelos innerhalb der Firma wechseln und weiß, dass ich dann auf solch einem potentiell burnout-gefährdeten Job landen würde. Was tun?
Das Schlimme ist - boreout ist nicht gesellschaftsfähig. Man kann mit niemandem darüber sprechen. Nicht mal in der Familie. Es gibt nur einen Kollegen, der in einer ähnlichen Situation steckt, mit dem ich mich austauschen kann.
An dem Text liest man, dass ihn jemand geschrieben hat, der von Burnout und von Boreout keine Ahnung hat. Nachdem ich vor zwei Jahren einen Burnout erleben mußte, erfahre ich nun einen Boreout. Immer mehr Aufgaben mit Herausforderung werden an sogenannte Fachgruppen gegeben und andere Aufgaben, die man früher gerne und oft gemacht hat dürfen wir aus Effektivitätsgründen nicht mehr machen. Immer mehr Arbeit wird zentralisiert und so gestaltet, dass man sie nur noch per Telefon erldigen kann, darf, soll. Das langweilt irgendwann. Und sich in der heutigen Zeit einen neuen Job zu suchen ist auch nicht so leicht. Vor allem ,wenn man wie ich knapp an die 50 ist. Zu alt, heißt es oft. Ich erlebe im Gegenteil, dass andere Menschen in meiner Altersgruppe beneso gemobbt werden, wie ich derzeit.
Ich gebe allen Recht, die die Phänomene Burnout und Boreout den hochbegabten, kreativen Menschen zuerkennen. Dem ist nämlich so. Wenn Du, liebe Tania, mal wieder was zu dem Thema schreiben möchtest, dann besuch doch vorher unsere Selbsthilfegruppe zum Thema "Burnout." Du bist herzlichst eingeladen.
...habe zum ersten mal spontan das Bedürfnis hier etwas zu schreiben. Was sich an der Oberfläche zeigt, hat viele Schichten. Im Artikel kam nur die alleroberste zur Sprache, das wird der Lebenssituation von Menschen nicht gerecht und erklärt sie auch nicht nur annähernd. Was mich eher negativ berührte war nicht die offensichtliche Unkenntnis in diesen Lebensbereichen, sondern die starke Wertung. Offene Frage und eine gewisse Neugier, etwas zu erkunden, was man selbst nicht kennt, fände ich viel hilfreicher.
Aber toll, dass sich diese Diskussion daraus entwickelt hat! Vielen Dank für den Anstoss dazu
Langeweile ist doch super. Sie ist purer Luxus. Wenn sich das Gefühl von Langeweile in mir breit macht, dann weiß ich, dass ich momentan vor nichts Angst haben muss. Sonst würde ich nämlich Angst fühlen. Und unter diesem Aspekt ist mir Langeweile 1000000000000 x lieber.
Wenn ich mich freundlich der Langeweile hingebe ist es nur eine Frage der Zeit und dann taucht ein neues, anderes Gefühl auf. Einfach mal ausprobieren das funktioniert wirklich. Man fühlt sich gut dabei und will nichts verbessern. Das Gefühl nicht als "gut" oder "schlecht" bewerten. Es ist jetzt in diesem Moment so wie es ist.
LG
Andrea
Ich habe da mal einen sehr weisen Spruch gelesen:
Nicht die Sache an sich ist schlecht, sondern die Gedanken die man sich dazu macht.
Denke das trifft auch auf Aussagen oder Meinungen von anderen zu. Wenn ich mit mir ein Thema habe mit dem ich nicnt zurechtkomme bzw. ich mich hilflos fühle, trifft mich eine Aussage wie die von Tanja besonders. Aber das ich von einer Aussage berührt werde, zeigt ja nur, dass ich einen wunden Punkt habe und ob ich den nun heilen möchte oder nicht, das zeigt erst mal meine Reaktion.
Wenn ich micht meinem wunden Punkt zuwende um ihn zu verstehen, wird eine Aussage wie von Tanja zwar auch wehtun, jedoch anders wie wenn ich den wunden Punkt als Krücke benutze.
Aus meiner Sicht hat Tanja da ein wichtiges Thema angesprochen womit sich ganz viele Menschen auseinander setzen sollten.
Ich für meinen Teil kenne Beides sehr gut, sowohl Burnout als auch Boreout.
ganz liebe Grüße in die Runde und ganz besonders an Tanja
mach weiter so......einen schönen Restsonntag noch.
Rita
Ich raffe es nicht, wieso sich so viele immer irgendwelche Labels auf die Stirn kleben müssen. Ich habe Burnout. Ich habe Boreout. Ich habe ADS. Ist das, damit man andere mit dem gleichen Label finden und sich dann gemeinsam betuppern kann, dass es einem so schlecht geht. Sorry, aber wollte ich mal beitun.
Als einen Einwand aus psychologischer Sicht
füge ich noch an, daß das Gefühl des Gelangweilt Seins
sich bemerkbar macht, wenn eigene Bedürfnisse
nicht erfüllt sind.
Hier den Bogen zu einem Ego zu schlagen, das dann die
falschen Bedürfnisse abgesägt bekommen soll, gelingt mir (momentan?) gefühlsmässig nicht.
Natürlich wäre es ratsam , das unerfüllte Bedürfnis
dem Ego zu zuschieben , und dann mit dem Überich ganz
ungelangweilt weiter zu leben.
Ich habe da mal einen sehr weisen Spruch gelesen:
Nicht die Sache an sich ist schlecht, sondern die Gedanken die man sich dazu macht.
Denke das trifft auch auf Aussagen oder Meinungen von anderen zu. Wenn ich mit mir ein Thema habe mit dem ich nicnt zurechtkomme bzw. ich mich hilflos fühle, trifft mich eine Aussage wie die von Tanja besonders. Aber das ich von einer Aussage berührt werde, zeigt ja nur, dass ich einen wunden Punkt habe und ob ich den nun heilen möchte oder nicht, das zeigt erst mal meine Reaktion.
Wenn ich micht meinem wunden Punkt zuwende um ihn zu verstehen, wird eine Aussage wie von Tanja zwar auch wehtun, jedoch anders wie wenn ich den wunden Punkt als Krücke benutze.
Aus meiner Sicht hat Tanja da ein wichtiges Thema angesprochen womit sich ganz viele Menschen auseinander setzen sollten.
Ich für meinen Teil kenne Beides sehr gut, sowohl Burnout als auch Boreout.
ganz liebe Grüße in die Runde und ganz besonders an Tanja
mach weiter so......einen schönen Restsonntag noch.
Rita
sign Bibo
Ich sehe es ähnlich wie Bibo. Wenn man jedes Mal, wenn man aktiv etwas ändern will, ausgebremst wird,
dann tut es sehr weh zu lesen, man hätte es selbst in der Hand, man müsste nur aktiv werden.
Meistens sind Menschen mit einem Boreout-Syndrom nämlich schon sehr aktiv. Und in diesem Fall wirkt
dieser Rat, wie: Mach mehr von dem, was sowieso schon nichts genutzt hat. Und ich denke, wir sind uns
einig, das kan nicht der richtige Weg sein - daher auch der hohe Widerstand, der sich hier regt.
Ich denke, das Hauptproblem liegt darin, dass man, das was man tut als "Potential-"Verschwendung und
damit auch als Zeitverschwendung ansieht. Daran ändert es auf Dauer nichts, wenn man versucht die Arbeit
spielerischer zu bewältigen, man also versucht ins "FloW" zu kommen, damit wird die Arbeit nicht zu einer,
die den Fähigkeiten der betroffenen Person gerecht wird - es wird nur zeitweise weniger Widerwillen dagegen
empfunden. Einen Sinn in seiner Tätigkeit zu sehen macht es dagegen oft schon leichter, aber nicht immer.
Eine Boreout entsteht auch nicht dadurch, das man hin und wieder eine Aufgabe erledigt, die langweilig ist,
sondern dass man permanent unterfordert ist, also keine Anstrengung für seine Leistung aufbringen muss, man
schüttelt es sozusagen aus dem Ärmel. Und je schneller man diese Arbeit erledigt, umso mehr erhält man von
diesen aufgebrummt, so dass der ganze Tag mit solchen Tätigkeiten gefüllt wird. Die Gleichförmigkeit der
Tätigkeiten führt dazu, dass man die Arbeit immer widerwilliger macht. Man fühlt sich nicht nützlich oder
gebraucht, selbst, wenn das andere anders sehen. Die Arbeit ist so einfach, dass man nicht stolz auf seine
Leistung sein kann und auf Dauer drückt dies auch auf Selbstwertgefühl.
Es geht also nicht darum aktiver zu werden, sondern dass die Arbeit anspruchsvoller, herausfordender wird.
Wenn man dies erkannt hat und ändern will, wird dies zusätzlich noch erschwert durch Begrenzungen/Sabotage
von außen und innen. Sei es, dass der Arbeitgeber (Chef), Eigeninitiative nicht gut heißt. Sei es, dass die
Kollegen erwarten, dass man nicht mehr als sie leistet, weil dies dann ggf. auch von ihnen gefordert werden
würde. Sei es, dass man weniger Geld für die gleiche Leistung erhält, weil man sie in kürzerer Zeit erledigt
hat. Sei es, weil man für sämtliche Jobs, für die man sich bewirbt, als überqualifiziert gilt, man aber keinen
findet, für den das nicht gilt - und auf Dauer kann man sich von einem Job, den man nicht hat, auch nichts kaufen.
Die Begrenzungen von außen treffen auf unsere eigenen Bedürfnisse und Ängste und werden dadurch noch verstärkt.
Sei es, weil man dazu gehören möchte oder Anerkennung erhalten will, sei es, weil man Existenzängste hat
oder Angst vor Ausgrenzung. Das, was man selbst zu bieten hat, wird anscheinend nicht benötigt bzw. nicht gewollt
(wird nicht eingefordert) und das macht einen fix und fertig.
Im Grunde ist es so, dass man das Gefühl hat, noch nicht den richtigen Platz im Leben gefunden zu haben
und man zudem nicht weiß, wie man diesen findet.
Jedem, der von Boreout betroffen ist, würde ich empfehlen, an dieser Stelle anzusetzen. Mit etwas Glück, kann
man es wie Albert Einstein machen. Er hat neben seiner Arbeit auf dem Patentamt sich mit Aufgaben beschäftigt,
die ihn forderten. Ggf. ist es daher sinnvoll, sich erst einmal einen Rahmen zu schaffen, innerhalb dem man
sich diesen Freiraum nehmen kann, herauszufinden, was fordert mich eigentlich und dann in dieser Richtung
weiter zu machen. Man muss ja nicht unbedingt damit Geld verdienen.
Doro
Als einen Einwand aus psychologischer Sicht
füge ich noch an, daß das Gefühl des Gelangweilt Seins
sich bemerkbar macht, wenn eigene Bedürfnisse
nicht erfüllt sind.
Hier den Bogen zu einem Ego zu schlagen, das dann die
falschen Bedürfnisse abgesägt bekommen soll, gelingt mir (momentan?) gefühlsmässig nicht.
Natürlich wäre es ratsam , das unerfüllte Bedürfnis
dem Ego zu zuschieben , und dann mit dem Überich ganz
ungelangweilt weiter zu leben.
hallo zusammen,
wieso langeweile? ist langeweile etwas zutiefst negatives? für mich gibt es eine zeit, die ich nur für mich habe. egal, ob ich musik höre, zeitung lese, spazieren gehe oder einfach mich nur auf dem sofa rumlümmel. andere würde sagen, dass ich mich langweile - für mich ist es eine zeit des nachdenken, des entspannens, der kreativität. so kann ich den alltag mit all seinen anforderungen durchstehen und mich wieder voll einbringen in job, familie, hobbies. langeweile- ich liebe dich!
lg tina
Langeweile enthält auch immer die Möglichkeit
zu ganz neuem Tun und anderen Wegen , wenn man den Impuls erkennt und zulässt.
(Innehalten , Luftholen und die andere Tür öffnen)
Auch die Langeweile kann ich nutzen, z.B. um einfach still zu sein und in mich hineinzuhören um Impulse zu empfangen, die mich wiederum aus der Langeweile bringen.
Alles Liebe
Silvia
Ich bin ein bisschen erschrocken über Ihre Ausführungen zum Boreout.
Aus meiner Sicht kann Langeweile etwas sehr Gesundes sein- sie hat nämlich etwas mit längerer Weile zu tun- und nicht nur dem Gedanken: "was kann ich jetzt noch Sinnvolles tun", was in unserer Kultur häufig mit sichtbar Produktivem verbunden.
Muss ich mich immer mit etwas beschàftigen??? Kann ich nicht einfach mal nichts tun? Und daraus dann die Energie schöpfen um wieder frisch ans Werk zu gehen??
Viele gute Kommentare dabei gewesen, zukünftig bitte sorgfältiger und wertschätzender recherchieren!
Alles recht, ich habe z.B. den Fall, einen Partner, der Null im Haushalt tut (beide berufstätig) und dann heimkommt und nur liest, liest und liest, wenn er nicht in seinen Verein kann, depressiv wurde und ständig nur vor Langeweile vor sich hingrübelt und nun auch noch eine Art Krisis hat.
Dank dieses Begriffes, bin ich mir sicher, auch Langeweile pur, da ihm ja Aufgaben fehlen, er sich aber weigert in Haushalt und Garten mitzumachen.
Sehe ich recht, das dieses Problem dann beseitigt wäre?
Langeweile gibt es in verschiedenen Qualitäten:
Es gibt eine, die man braucht, um Erholung zuzulassen.
Dann die beschriebene, bei der man nicht in der Lage ist sich selbst (sinnvoll) zu beschäftigen.
Und dann MEINE Langeweile: ich bin den ganzen Tag beschäftigt mit Pflichten, die mich in keiner Weise ausfüllen - 2 Jobs und Familienhaushalt incl Haustiere. Das macht mich nicht froh, erfüllt mich nicht und ist total langweilig!
Die Zeit, die übrig bleibt genieße ich als LEBZEIT - mal mit Aktivität, mal mit Ruhe - mal mit Intellekt und mal ohne denken - mal mit anderen und mal allein
Auch ich finde es herrlich, Langeweile zuzulassen und manchmal absolut heilsam, sich in diese zurückzukatapultieren.
Die Zeit "anzuhalten", zu sitzen und ins Leere zu starren,ohne Angst zu bekommen.
Zu spüren, wie dann,nach dem Zulassen dieses Zustandes langsam wieder Bewegung ins innere Fahrwasser gerät.
Wie ein Leser bereits geschrieben hat, die laaaange Weile ist ein Ausdehnen des Seins im Hier und Jetzt.
Es geht nicht nur darum, wie kreativ sich jemand jede Sekunde beschäftigen kann, sondern wie man mit dem was kommt,( Stimmung, Gefühl)ob Langeweile, kurze Weile, Angst,
Überlastung etc. liebevoll wohlwollend umgehen lernt.
Begriffsverwechslung?
Unangenehme Langeweile ist meilenweit von einer "entspannenden Zeit für sich" entfernt. Sie hat auch nichts mit Abwesenheit von Beschäftigungsmöglichkeiten zu tun, ebenso wie sie wesentlich mehr ist, als "ich weiß nicht was ich jetzt tun könnte, weil ich irgendetwas tun muss".
In einer Sendung bei WISO wurde Boreout so dargestellt, als es sich um die Erfindung zweier Buchautoren handelt. Boreout ist, wie andere moderne Krankheiten offenbar höchst umstritten. (Siehe beispielsweise Fibromyalgie)
So lange selbst unter Fachleuten umstritten ist, ob es Boreout überhaupt gibt, darf man eine eigene Meinung dazu haben, die aus den Erfahrungen im Umgang mit vielen Menschen resultiert.
Sehr geehrte Tania Konnerth,
sicherlich gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Anregungen und Impulse im Bereich: „Das Leben in die Hand nehmen“ zu geben. Als Coach kann ich u. a. mit Metaphern arbeiten, einen Spiegel aufbauen oder einen Spiegel vorhalten (dieses könnte zu einem Impuls-Reiz führen der „er-/auf-schreckt“ – was jedoch gewollt sein kann). Haben Sie vielleicht bei einigen Ihre Aussagen den „Holzhammer“ aus der Schublade geholt?
Alles, was uns an anderen missfällt,
kann uns zu besserer Selbsterkenntnis führen.
Carl Gustav Jung
Liebe Konnerth,
ich möchte mich für Ihren Beitrag herzlichst bedanken! Das dieser auch aus meiner Sicht sehr einseitig ist, wurde an anderer Stelle schon mehrmals und ausführlich beleuchtet. Lachen muss ich deshalb, weil es gerade so richtig passt!
Da schon viele der Kommentar-Schreiber mir vieles von der Seele schrieben - vielen Dank! - möchte ich hier noch hinzufügen, dass Boreaut auch passieren kann, wenn Kollegen / Vorgesetzte einen am ausgestreckten Ast verhungern lassen. Aus welchen Gründen auch immer: meist ist es Angst aufgedeckt zu werden, nicht effektiv zu arbeiten, unnötige Runden zu drehen, schlicht: Angst, dass einem der andere dahinterkommen könnte, man macht was entweder unnötig bzw. viel zu umständlich.
Das dies - wie in meinem Fall - zu einer Resignation in einem Bereich führt, jedoch zur Möglichkeit anderes in dieser Zeit auszuloten gilt - ist legitim.
Schade nur, dass so viele gute Leute verbrannt bzw. vor den Kopf gestossen werden.
Liebe Grüsse in die Runde!
Hallo,
ich bin vor einer Weile auf Ihre Seite gestossen und finde sie sehr gut.
Leider frage ich mich seit diesem Newsletter ob ich wohl hier richtig bin. Sind denn Menschen, die unzufrieden mit ihrer derzeitigen Situation sind, nicht vielleicht auf der Suche nach einem "Kompass", den sie evtl. hier finden können?
Schublade auf: Selbst Schuld oder krank? Schublade zu?
Ist das der Kompass für ein glückliches Leben?
Na dann...
Mich beschäftigen die vielen Kommentare hier noch ziemlich, muss ich sagen. Und das auf verschiedenen Ebenen.
Zum einen hätte ich nicht gedacht, dass das Phänomen Boreout so viele Menschen berührt.
Was ich auch immer wieder erstaunlich finde, ist wie viele Menschen extrem viel Energie darauf verwenden, in ihrem Schmerz und in ihrer Krankheit gesehen zu werden.
Ich gebe es zu, das ist etwas, was mir persönlich sehr fremd ist.
Und ich gebe auch zu, dass ich mir dadurch auch schon öfter Probleme eingebrockt habe, weil ich die inneren Schwierigkeiten anderer Menschen zu wenig gewürdigt habe.
Auf jeden Fall ein Thema, wo ich persönlich Nachholbedarf habe.
Und was ich am spannendsten finde, ist wie unterschiedlich man damit umgehen kann, wenn man denkt, ein anderer hat etwas getan, was nicht ok ist.
Da haben wir Entrüstung, Enttäuschung, blanke Wut oder sogar verbale Vergeltungsschläge.
Da gibt es kollegiale Kritik, wohlwollend oder eher nicht.
Da ist aber auch viel neugieriges und differenziertes Betrachten.
Oder einfach Verständnis dafür, dass wir auch mal daneben hauen können.
Was mich auch beschäftigt, ist wenn Menschen ihre besondere Enttäuschung zum Ausdruck bringen, dass sie so etwas nicht von uns erwartet hätten.
So als wir perfekte Menschen wären.
Eine interessante Idee :-)
Hallo Frau Konnerth,
ich denke, dass Sie da ein wenig oberflächlich sind. Sorry, aber es gibt durchaus Menschen, die aufgrund der familiären Situation und des Berufes des Partners NICHT total selbstbestimmt sind und ein wenig in eine Rolle hineingepresst werden, die ihnen auf Dauer widerstrebt.
Nun ist es nicht so einfach Dinge grundlegend zu ändern! Ich kann es total nachempfinden, wenn man einerseits gelangweilt ist von den alltäglichen Aufgaben, die gemacht werden müssen, aber weder Anerkenung noch Erfüllung bringen und so garnicht dem eigenen Wesen entsprechen und der gleichzeitigen Überforderung, da jeder Handgriff eine erhebliche Selbstüberwindung darstellt. Der Partner ist selbständig mit unregelmäßigen Arbeitszeiten auf die man keinen Einfluss hat und die Kinder haben zu den unterschiedlichsten Zeiten ihre Aktivitäten, Oma wohnt weit weg und man kann nicht auf sie zurück greifen. Die Zeitfenster, die einem selbst zur Verfügung stehen sind knapp bemessen und genau betrachtet lohnt es sich nicht einem Interesse nachzugehen, weil man sich dadurch mehr Stress verursacht, als die Sache wert ist und man letztendlich dauernd nach der Uhr rennt. Irgendwann stellt man die eigenen Bedürfnisse so weit hinten an, dass man sie sogar vergisst. Man ist gestresst, obwohl man sich zu Tod langweilt. Soll man jetzt den Mann beruflich ausbremsen? Die Kinder mehr sich selbst überlassen? Egoistisch sein, obwohl es der Familie nicht hilft?
Ich denke, dass jede Mutter in gewisser Weise nachvollziehen kann, was hier gemeint ist, denn man gibt die eigene Karriere für die Familie auf, man kann nicht alles - was man am liebsten haben möchte - unter einen Hut bringen und ist Ruckzuck in Gefahr. Da das sehr subtil über einen Zeitraum hinweg geschieht, ist es einem selbst nicht bewußt und ehe man sich versieht ist es auch schon passiert. Und wir Frauen neigen einfach dazu uns in Rolle hinein manövrieren zu lassen!
Liebe Tanja Konnerth,
auch von mir die kleine Rückmeldung, dass ich Ihre Briefe im Newsletter sehr gern lese, da sie oft diese besondere Mischung aus Einfühlsamkeit und Anregung haben, die ich als hilfreich und unterstützend empfinde.
Umso überraschter war ich, dass Ihr Kommentar zum Thema "Boreout" so un-einfühlsam und banal geschrieben war.
Das Thema ist, wie ja in den Kommentaren oft zu lesen ist, weitaus komplexer und daher ist es vollkommen nachvollziehbar, dass Ihre Worte zum Thema "Boreout" Widerspruch hervorgerufen haben.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Auseinandersetzung für alle Beteiligten lehr-reich (im wahrsten Sinn des Wortes) waren.
Herzlichen Gruß und danke für die fast immer hilfreichen Gedankenanstöße!
Kristin
Hm..., ich habe mir fast die ganzen Kommentare durchgelesen und frage mich gerade im Moment nur eins: Warum so Böse? Bei einigen Kommentaren habe ich das Gefühl in eine verbale Schlammschlacht geraten zu sein. Wieso ist das so?
Auch wenn Tanias Beitrag eine Menge Staub aufgewirbelt hat (und vielleicht die tiefere Recherche fehlt oder was auch immer) und manche verletzt oder wütend sind, sollte man doch höflich bleiben. Es ist doch nur eine Sicht des Themas und nicht das Maß aller Dinge.
@Ralf; der perfekte Mensch - also dass, wäre wirklich langweilig ;-)
Liebe Frau Konnerth!
Ich habe mir gerade Ihren Beitrag noch einmal durchgelesen.
Wer Langeweile hat ist passiv,also aktiv werden...
Ich finde so eine Behauptung mutig!
Haben Sie Kinder?
Denen sollten sie mal mit ihren Vorschlägen kommen, wenn z. B. Pubertierende in der Ecke hocken.Vollkommen passiv da hängen, aber kein Problem damit haben.
Ihr müsst Euch aufraffen,beschäftigen!!!Ein müder Lacher....
Ein bisschen schleicht sich bei mir das Gefühl ein, (entschuldigen Sie die mögliche Unterstellung!), dass sie beide, Herr Senftleben und Sie, überhaupt keine Lust mehr haben, sich mit den Problemen(inneren Zuständen)anderer Leute zu beschäftigen.
Wie zwei alte Leutchen auf der Parkbank, die sich über die Jugend etc aufregen:Sind doch nur zu faul zum Arbeiten,sollen sich doch einfach ne Aufgabe suchen.
Sind eh selbst schuld, wenn sie arbeitslos sind...
Vielleicht wäre es für Sie sinnvoll,sich auch einmal in die Ecke zu setzen, ohne den Anspruch,etwas tun zu müssen und warten was kommt.
Hallo Tanja,
auch ich möchte mich den vielen anderen Lesern anschließen.
Sonst lese ich Ihren Newsletter sehr gerne. Heute war ich das erste mal echt enttäuscht über die Art und Weise, wie Sie "verurteilen". Über die Thematik Boreout habe ich von Ihnen nichts erfahren. Ich hatte bis dato noch nichts darüber gehört und war neugierig geworden, leider bin ich nach Ihrem Artikel in keinster Weise schlauer geworden.
Das war wohl nix!
'Liebe Grüße
immerhin hat der Un-Kommentar über boreout doch viele dazu angeregt, sich zu offenbaren - der Weg mit der Sinngebung scheint mir als zielführend.
ein interessanter artikel zu "langeweile" steht in der aktuellen psychologie heute compact (Heft 24)
Liebe Tania,Lieber Ralf, nun möchte ich mich auch äussern, habe gerade Deinen ( Euren ) Newsletter gelesen,ich sehe es so dass wir eine freie Meinung u. die Betonung liegt auf FREI haben u. diese so oft wie möglich nutzen sollten, was ja sehr offensichtlich gemacht wird. Sicherlich ist das Thema ausbaufähig, aber entscheidend ist das der Anfang gemacht wurde, u. zwar von Dir liebe Tania.Ich sage nur macht weiter so, ich finde das klasse wie die Themen von Euch gedanklich umgesetzt werden. Auch ich kenne so einige Menschen in meinem Umfeld die das Thema " Langeweile " zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben, auch berate ich diese.
Was mir besonders aufgefallen ist, dass diese Menschen eine sehr grosse Angst haben, in ihr Innenleben zu schauen, quasi ihre Schattenseite anzunehmen, ich glaube viele schaffen das in diesem Leben nicht mehr, die Angst davor hält sie LEIDER zu sehr gefangen, eine Person öffnet sich jetzt u. das hat 5 Jahre gedauert, glaube bzw. glaubt mir ich FREUE mich sehr darüber, u. ich spüre wie diese Person loslässt, vor Freude musste ich weinen.
Was mich betrifft : als kleines Mädchen war ich auch immer schnell gelangweilt, weil ich Sachen machen musste, die mich nicht beflügelten, z.B. in die Kirche gehen sehr schick gekleidet,1. Reihe sitzen u.s.w. man habe ich mich unwohl gefühlt, am ganzen Körper gezittert, aber ich habe es getan, später dann zu Hause ( allein für mich) habe ich das Gebetbuch genommen u. laut vorgelesen, dann ging`s mir gut, heute weiss ich was das alles zu bedeuten hatte, u. letztendlich bin ich ( aus heutiger Sicht ) FROH darüber dieses erlebt zu haben. Die Langeweile nahm den Raum bei mir ein ( so möchte ich das mal bezeichnen ) weil ich nur ganz selten gefördert wurde ( meine Eltern kannten es nunmal nicht anders), aber wie gesagt auch dieses ist wie vieles andere in unserem Leben aus so viel verschiedenen Perpektiven zu sehen, ich wünsche Allen hier einen einen entspannten Abend, u. vielleicht ein kleines Schmankerl für Euch was heissen soll : Hier regnet es und Regen bringt bekanntlich Segen, u.das wünsche ich uns Allen von ganzem HERZEN.
LG Barbara
Hui, was ist hier denn los???!!!
Finde ich ja interessant, was für eine Lawine durch diese Kolumne losgetreten wurde!!!
Mir ist bei den vielen Kommentaren eingefallen: ich habe schon oft das Buch "Die Entscheidung liegt bei Dir! Wege aus der alltäglichen Unzufriedenheit" von R.K. Sprenger verliehen - und die Kommentare, wenn ich es zurück bekam, haben auch ein breites Spektrum an Sichtweisen abgedeckt.
Es wäre für einige der Leser hier sicher mal wertvoll, sich mit Herrn Sprengers Sichtweise zu beschäftigen. Die ist zwar ziemlich "krass", aber wenn man das nicht gleich wegschiebt, sondern sich wirklich damit (also mit SICH) beschäftigt, kann es schon in vielen Bereichen die Augen öffnen... (jaja, hat es auch bei mir getan)
Im Übrigen verstehe ich eine "Kolumne" als "Meinungsbeitrag", und seine eigene Meinung darf doch wohl jeder äußern, erst recht auf der eigenen Website - es ist ja niemand gezwungen, die zu lesen. (Aber wenn ich derart heftig auf etwas reagiere, bringt dieses wohl auch heftig etwas "zum Klingen" in mir und ist insofern auch wert, genauer betrachtet zu werden.)
Letztendlich war doch auch der deutliche Hinweis zu lesen, das jeder, der nicht einfach nur gelegentlich mal gelangweilt ist sondern ernsthaft und dauerhaft antriebslos (unzufrieden, verzweifelt sinnsuchend?) besser professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollte - dann mal los!
Für mich liegt der Schwerpunkt dieser Seite auf den Denkanstößen, und ich habe hier schon viele wertvolle Anregungen gefunden. Dafür an dieser Stelle noch einmal Danke!
Es ist tatsächlich besser, nicht über ein Thema zu schreiben, bei dem man sich nicht auskennt oder wenigstens vorher zu recherchieren, worum es tatsächlich geht.
So, ich oute mich jetzt mal: bei mir hat dieser Artikel voll ins Herz getroffen. Ja, genauso ist - Danke für ein weiteres Stück Klarheit, das mich zuerst erschreckt hat. Dann habe ich mich darüber gefreut, einen weiteren Teil von mir zu entdecken.
Und ja, ich höre das erstmal auch nicht gern: Wie – dass ich mich bei der Arbeit unendlich langweile, seit Jahren schon, daran soll ich nun auch noch schuld sein?
Aber um Schuld geht es ja gar nicht. Es geht um Verantwortung. Für mich. Und die habe nun mal ich ganz allein, nicht mein Chef, nicht meine Kollegen, mein Partner oder meine Freunde. Es hat eine Weile gedauert bis ich das nicht nur mit dem Verstand sondern auch mit dem Herz begriffen habe; eigentlich bin ich immer noch dabei. Und es ist ganz schön schwer, eine sterbenslangweilige Arbeit aufzugeben - ich hab es noch nicht geschafft.
Aber ich weiß, dass ich die Verantwortung und die Möglichkeit habe, es zu tun. Und das ist ja auch das Schöne daran.
Es kann sehr lohnenswert sein, die Langeweile aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Wenn ich sie als lange Weile sehe, kann sie vielleicht eher als Chance wahrgenommen werden. Sie schenkt Zeit. Zum Beispiel dafür, sich darüber klar zu werden, was ich eigentlich möchte.
Sehr viele Menschen leiden meiner Meinung nach (und oft auch nach eigenem Bekunden) unter einem großen Zeitmangel. Diese Tatsache begünstigt ein Langeweile-Empfinden. Wer keine Zeit hat, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, wird freie Zeit - eben eine lange Weile - eher als leer und durch mangelnde Übung wohl auch als unangenehm empfinden als jemand, für den es selbstverständlich ist, seine innere Stimme zu hören und auf sich selbst zu achten, d. h. Verantwortung zu übernehmen für das eigene Wohlergehen.
Das Schöne ist, diese Beachtung der eigenen Person führt nicht etwa zu verstärktem Egozentrismus, sondern vielmehr zu der wunderbaren Fähigkeit, sich für andere öffnen zu können und auf sie einzugehen. Das wiederum bringt positive Impulse und Erfahrungen in das eigene Leben und so entwickelt sich der allerschönste Kreislauf...
Ja ja, das klingt alles ein bisschen golden - und genau das ist es ja auch!
Durch die Beschäftigung mit mir selbst werde ich zunehmend fähig, wo es nötig ist auch Grenzen zu ziehen, ich kann mich selbst besser einschätzen (weil ich mich ja besser kenne), kann Dinge, die mir wichtig sind, vertreten, mehr in mir ruhen etc.
Es geht also nicht um eine Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalität, sondern um Klarheit, psychische Stabilität, Toleranz, Ruhe, Offenheit und durch all diese Dinge eine zunehmende Erfahrungsvielfalt, die unglaublich bereichernd ist.
Ein Blick in die Geschichte lohnt sich ebenfalls.
Jeder Tag hat 24 Stunden, diese fest zur Verfügung stehende Zeit ist heute mit ganz anderen Dingen gefüllt als vor 100 oder 200 Jahren. Äußere Hektik, Rastlosigkeit und Schnelllebigkeit führen zu einer inhaltlichen Veränderung, die mit einem deutlich anderen Empfinden einhergeht.
Der "Schlüssel zum Glück" liegt also mal wieder in mir selbst ...
Wie schön!
Liebe Frau Konnerth,
seit ca. 3 Jahren lese ich nun mit meist großer Begeisterung Ihre Newsletter.
Vieles über das Sie schreiben ist mir stellenweise als vergangenes oder gegenwärtiges Lebensthema bekannt. Meist kann ich Ihre Ansichten bejahen, meist denke und empfinde ich ähnlich. Immer wieder muss ich schmunzeln und denke mir „Ooohja, das kenn ich!“
Dieses Mal jedoch ist es irgendwie anders. Ihre Worte sind mir weder vertraut, noch eine Bestätigung, noch in irgendeiner Weise hilfreich. Zugegeben, genau das Gegenteil ist für mich gerade der Fall.
Ich sitze hier und frage mich, ob Ihnen wirklich klar ist, was Sie da gerade an „allgemein gültigen Floskeln“ zu einem derart komplexen Thema geschrieben haben - Sätze, die schon fast das Gefühl vermitteln, Langeweile sei eine sich selbst zuzuschreibende Unzulänglichkeit - bzw. was genau dieser Artikel in Ihrem Newsletter in mir auslöst und warum eigentlich?
Wenn Sie sich in ihrem Leben tatsächlich nicht langweilen oder unterfordert fühlen, ist das eine tolle Sache, ich freue mich sehr für Sie und wünsche Ihnen, dass sie sich all dies dauerhaft erhalten können.
Was ich zu ihrer „Kolumne“ jedoch sagen möchte ist:
Ich persönlich freue mich, wenn ich mich mal wieder so richtig langweilen darf. Das heißt für mich, ich habe Zeit zu lümmeln, einfach mal nichts zu tun und kann in mir ruhen. Etwas, das ich brauche wie das tägliche Brot, weil es mir die Chance bietet, wieder aufzutanken und zu mir zu finden. Schon fast existenziell, in einer derart schnelllebigen Zeit.
Eine Art der Langeweile, die für mich nicht negativ belegt ist, sondern sogar gut tun kann.
Es gibt aber auch die Kehrseite – jene, die Kummer macht, die lähmt und als Langzeitzustand durchaus Depressionen oder den „Burnout“ auslösen kann.
Es ist jene Art Langeweile in der man zwar Dinge hat, die einem für gewöhnlich Freude bereiten, man hat Pläne, man hat Ziele und man arbeitet intensiv daran, dass die Dinge gut werden und einen glücklich machen.
Aus verschiedenen Gründen klappt das jedoch nicht, weil man immer wieder an seine Grenzen kommt bzw. von anderen ausgebremst wird, äußere Umstände einen daran hindern. Das können die verschiedensten Gründe sein, Fakt ist, es klappt nicht, egal wie viel man dafür tut, egal wie sehr man sich reinhängt, egal wie begeistert oder überzeugt man von dieser Sache ist. Das einzige was man sicher weiß ist, dass diese Sache genau das ist, was man will und braucht, damit man sich besser fühlt und sich endlich entfalten kann.
Wenn man Jahrelang zusehen muss, wie ein Traum nach dem anderen platzt, obwohl man alles tut was nur geht, immer nach neuen Wegen und Lösungen sucht, dann wird einem irgendwann langweilig, weil man glaubt, alle Möglichkeiten ausgeschöpft zu haben und nicht mehr weiß, was man noch tun könnte.
Seit ca. 3 Jahren geht es mir nun so und zwischendurch habe ich sogar darüber nachgedacht, einfach alles hinzuschmeißen, es hat ja doch keinen Sinn, es soll wohl nicht sein.
Ich bin aber nochmal aufgestanden (wie schon so oft zuvor) und inzwischen hab ich mich dazu durchgerungen, nun einen ganz anderen, wesentlich längeren und langweiligeren (!) Weg zu gehen. Langweiliger deshalb, weil ich mir bewusst bin, dass ich unter anderen äußeren Umständen bereits an ganz anderer Stelle stehen könnte und weil mich dieser andere Weg genau deshalb so viel Kraft kostet, obwohl ich eigentlich weniger Energie dabei verbrauche. Aber ich fühle mich maßlos unterfordert und mein Hirn verlangt nach mehr und bekommt es nicht. Das bereitet mir phasenweise ziemlichen Frust, weil ich es als negativ empfinde.
Das wiederum stresst mich – wahrscheinlich stresse ICH mich selbst damit. Es kostet viel Energie, das auszuhalten und immer wieder komme ich an den Punkt, an dem ich denke, ich kann das einfach nicht mehr, ich bin zu schwach dafür, ich halte das nicht aus, das ist nicht mein Weg!
Dann stellt sich mir die Frage, ob nicht sogar ein „Boreout“ einen „Burnout“ auslösen kann...?
Hätte ich diese gehörige Portion Kampfgeist, Ehrgeiz und innere Stärke nicht, wer weiß, wo ich heute wäre...wahrscheinlich hätte ich längst aufgegeben.
Aber nicht JEDER hat die Kraft dazu und das ist keine Schwäche und kein Versagen. Nur weil jemand sich schwer tut, ein passendes Ventil zu finden ist er noch lange kein Langweiler oder Ähnliches....
Nichts desto Trotz und wahrscheinlich gerade deshalb freue ich mich sehr, wenn ich zwischendurch ab und zu mal in die Lage komme, mich durch und durch herrlich positiv zu langweilen und Kraft zu tanken für die negative Langeweile, die ich aushalten lernen muss, um doch noch mein Ziel zu erreichen.
Langeweile ist also scheinbar auch „nur“ ein Empfinden, das von äußeren Faktoren oder der inneren Einstellung in seine Bahn gelenkt wird, sowas gibt es ebenso wie „Eustress“ und „Distress“, oder?
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und allen anderen so wenig Langeweile wie möglich, jedoch soviel wie nötig.
Liebe Grüße,
Susanne B.
P.s. Der tollste und mir wohl ähnlichste Kommentar, den ich zu diesem Thema lesen durfte war:
Andrea schreibt am 16.05.2010 09.51
Ein schwieriges Thema. Zum einen, weil Nicht-Betroffene (und auch viele Betroffene!!!) das nicht nachvollziehen können, schon weil die Umschreibung 'Langeweile' das Problem bagatellisiert...
...weiterlesen einfach im entsprechenden Kommentar....
Liebe Tania,
danke für diesen newsletter!
Ja, auch ich empfand ihn irgendwie nicht als so erfrischend wie die meisten Texte vorher.
ABER - die Kommentare und vielen verschiedenen Facetten des Lebens zu beschreiben hättest Du alleine gar nicht schaffen können. Und auch nicht brauchen - Deine Kolumne ist Deine Kolumne und spiegelt DEINE Sichtweise wider, und die braucht auch nicht unbedingt wissenschaftlich fundiert zu sein (jedenfalls für mich nicht). Sie soll zum Nachdenken anregen, und das hat sie getan - weitaus mehr als erwartet!
Und daß Du niemanden absichtlich ausgrenzen oder an die Wand stellen wolltest, müsste eigentlich den meisten Lesern hier klar sein.
Es ist doch so, daß vieles anders/kritischer beurteilt wird, wenn man selbst betroffen ist. Aber für die Leute, die selber nicht oder ggfs. nur am Rande betroffen sind, sind die Kommentare hier sehr informativ.
Daher auch DANKE an alle, die ihre Anregungen hier gelassen haben (auch wenn diese leider teilweise unnötig feindselig und angriffslustig waren, das braucht es eigentlich nicht wirklich).
Liebe Grüsse!
.... ich bin begeistert von dem Thema. Endlich ist Leben in die Bude gekommen.
Grandios finde ich, wie einige ihre, aus meiner Sicht beschissene Lebenssituation vehement und teilweise auch aggressiv verteidigen und sogar Herrn und Frau Senftleben angehen.
Gott sein Dank kann jeder selbst entscheiden, in welche Richtung er sein Leben kultivieren möchte. Aber fühlen sie sich wohl, wenn sie sich unwohl fühlen. Hat es nicht schon sadomasochistische Tendenzen, wie einige mit sich umgehen. Gibt es nicht auch ein Lied ? "..... wer Leiden liebt (lebt)."
..... ist Langeweile nicht ein Gefühl -- und wer macht die Gefühle und wer kann sie ändern ?
Aber nichts für ungut. Jeder Mensch lebt so und trifft so seine Entscheidungen, wie er es gelernt hat und es für ihn optimal ist.
.... ich bin begeistert von dem Thema. Endlich ist Leben in die Bude gekommen.
Grandios finde ich, wie einige ihre, aus meiner Sicht beschissene Lebenssituation vehement und teilweise auch aggressiv verteidigen und sogar Herrn und Frau Senftleben angehen.
Gott sein Dank kann jeder selbst entscheiden, in welche Richtung er sein Leben kultivieren möchte. Aber fühlen sie sich wohl, wenn sie sich unwohl fühlen. Hat es nicht schon sadomasochistische Tendenzen, wie einige mit sich umgehen. Gibt es nicht auch ein Lied ? "..... wer Leiden liebt (lebt)."
..... ist Langeweile nicht ein Gefühl -- und wer macht die Gefühle und wer kann sie ändern ?
Aber nichts für ungut. Jeder Mensch lebt so und trifft so seine Entscheidungen, wie er es gelernt hat und es für ihn optimal ist.
Ja, ich kann rosemarieL wirklich nur zustimmen : Wenn wir Frauen nur das tun dürfen was von uns erwartet wird, halt Haushalt managen, Kinder erziehen, etc, und man dann auch noch im Laufe der Zeit entdecken muss, dass der Lebenspartner garnichts anderes am Hut hat mit uns, er also überhaupt kein Ansprechpartner ist für unsere eigenen, persönlichen Interessen... Es könnte sich ja herausstellen, dass seine Frau gebildeter und intelligenter ist als er selbst... Das ist sehr bitter ! Und auch heute noch, nach Scheidung und dem Erwachsensein der Kinder, diese Sperre ist immer noch im Kopf, noch nach Jahren...! Die Flügel wurden sehr kurz geschnitten, damals...! Werden sie je wieder wachsen können??? Ich frag' mich immer, wozu bin ich WIRKLICH fähig?
Hallo noch einmal alle miteinander!
Gibt es denn bitte einen Blog zu einer Selbsthilfegruppe des "Boreouts"?
Das ist mir jetzt ehrlich gesagt auch ein bisschen zu einfach. Der Unterschied zwischen Bur-nout und Boreout liegt lediglich darin, dass es auf der einen Seite eine Überforderung und auf der anderen Seite eine Unterforderung ist. Doch bei beiden werden die Grenzen nicht erkannt und entsprechende Änderungen können nicht in die Wege geleitet werden resp. brauchen oftmals Hilfe von aussen.
Ich gratuliere euch allen, die weder mit dem Burnout noch mit einem Boreout in Kontakt kommen. Seid euch dies bewusst.
Herzliche Grüsse Stéphanie
hallo,
ich muss mich da nochmal reinklicken, danke bibo für deine Zeilen...!!
danke auch allen anderen.
langeweile und muße ist einerseits sehr schön und lebensbejahend, für jugendliche meineserachtens wichtig.
aber boreout eine langeweile des seins, der möglichkeiten des tuns und der kreativität ist - kann den boden unter den füßen nehmen...
Schön - alle kommentaren auf anregung des newsletter ergeben ein interessantes mosaik.
dank euch allen.
Hallo Ihr Lieben!
Das Thema „Langeweile“ beschäftigt mich gerade sehr. Ich habe mir sie immer gewünscht. Natürlich nicht täglich, sondern nur mal so zwischendurch. Warum war mir nicht klar, denn in unserer Gesellschaft ist Langeweile etwas „Böses“. Ich war früher nur unterwegs, nur auf Achse. Bis zum Burnout. Ständig und viel interessiert. Ich habe viele Jahre an mir gearbeitet und endlich habe ich zwischendurch mal Langeweile. Und ich genieße sie so sehr. Tiefliegende Dinge.. Ängste, Gefühle kommen an die Oberfläche, die bearbeitet werden wollen. Ganz neue Ideen kommen. Z.B. Die Idee malen zu wollen…. Sport treiben zu wollen –und vor allem welchen… so gesehen finde ich, kann Langeweile sehr schöpferisch sein. Als ich drei Monate alleine durch Australien gereist bin, durfte ich lernen, dass immer in diesen anscheinend langweiligen Momenten genau das Richtige passiert ist, was mich weiter gebracht hat. Mein Weg konnte mir entgegenkommen, weil endlich Raum dafür da war. Mit diesen Zeilen möchte ich mich für eine andere Bewertung von Langeweile einsetzen. Eine kleine Hommage an die Langeweile sozusagen.
Ich wünsche allen -die es wollen - eine Brise gesunde Langeweile und einen schönen Sonntag,
Barbara
Wir bauen gerade ein Verzeichnis von Tipps gegen Langeweile auf - auch dort sind Eure Kommentare willkommen!
LG Heidemarie
Puh, schwanke auch zwischen Entsetzen und Interesse. Das der Text von Tanja nicht den richtigen Ton getroffen hat, ist ja bereits klar.
Meine Definition von Boreout schließt sich in sofern manchen an, dass es nicht zwingend durch Langeweile entsteht. Dieses Wort ist sowieso so negativ besetzt und gleichzeitig fordern wir immer wieder zu Achtsamkeit und Innehalten auf. Insofern würde ich gerne so manchem, der Angst davor hat, sich mit seinem Inneren zu beschäftigen, gerne mal eine Portion Langeweile dafür gönnen.
Zurück zum Boreout: Es ist m. E. eher als permanente Unterforderung anzusehen, die zum Teil heute auch systematisch in manchen Mobbinggeplagten Bereichen in der Berufswelt betrieben wird. Wenn jemand bewußt unter seinen Fähigkeiten eingesetzt wird und dauerhaft mit ansehen muß, wie Aufgabenstellungen nicht angemessen bewältigt werden (dies können durchaus soziale Komponenten sein, die dann auch auf Kosten von Gesundheit oder Wohlbefinden der Mitarbeiter gehen), nur um manchen nicht mehr Raum für Ihre Talente zu geben, damit sie sich nicht weiterentwickeln können, ist das schon bitter.
Und dann hat in so einem Umfeld und in der heutigen Zeit nicht jeder die Kraft, sich von selbst daraus zu befreien.
Darum stieß die harte Formulierung dieses Newsletters auch bei mir entgegen den sonstigen auf Bauchgrummeln.
Leider lese ich diesen Newsletter erst heute, muss aber doch noch was dazu sagen.
Mir geht es auch so, dass ich über den Text von Tanja ziemlich ärgerlich bin. Das einzig positive ist, dass ich erfahren habe, dass mein "Problem" auch einen Namen hat - Boreout -, das habe ich vorher noch nie gehört.
Ich habe seit fast 9 Jahren auch einen Job, der mich zunehmend weniger fordert: insgesamt habe ich sehr wenig zu tun, und das bisschen, was ich zu machen habe, ist zum großen Teil völlig anspruchslos. Mit anderen Worten, ich fühle mich total unterfordert, denn ich kann viel mehr, aber das ist hier einfach nicht gefragt.
Rücksprachen mit meinem Chef haben nichts verändert, und es gibt auch nicht viele Möglichkeiten etwas zu verändern.
Außerdem bin ich 56 Jahre alt, und derjenige, der sagt, dann such Dir doch einfach einen anderen Job, den möchte ich bitten, mir diesen anderen Job zu zeigen! Mit 56 stellt einen niemand mehr ein, das ist doch Fakt. Ich musste schon damals mit Ende 40 froh sein, hier in dieser Stadt überhaupt noch einen neuen Job gefunden zu haben.
Und es geht mir genauso, wie schon jemand schrieb: nach einem quälend langweiligen Tag im Büro, kann ich mich in der Freizeit meist auch zu nichts mehr aufraffen. Das war früher, als ich einen interessanten und anspruchsvollen Job hatte, ganz anders!
Also, es geht beim Boreout nicht um die banale Langeweile, sondern um ein viel tieferes und vielschichtigeres Problem! Am ehesten entspricht es wohl der Unterforderung hochbegabter Kinder, dem stimme ich absolut zu.