Kreisen sich Ihre Gedanken immer um die gleichen Sorgen und Befürchtungen?
Ein Weg aus der Gefühlsspirale

Gelassenheits-Training

Die meisten von uns lassen sich schnell durch Kritik oder Respektlosigkeiten verunsichern. Wenn jemand fies zu uns ist oder etwas an uns auszusetzen hat, dann

  • ärgern wir uns,
  • wir werden wütend,
  • wir sind aufgewühlt,
  • wir fühlen uns vielleicht wertlos oder
  • stellen uns selbst in Frage.

Dass wir so auf Angriffe reagieren, nehmen wir im Allgemeinen als vollkommen normal hin. Wir glauben, dass das eben so ist und dass man das nicht ändern kann. Aber ist das wirklich so?

Die Antwort ist ganz klar: Nein! Wir müssen das nicht so hinnehmen. Es geht auch anders.

Es gibt Menschen, die können mit Angriffen und Kritik vollkommen locker und gelassen umgehen. Diese Leute nehmen so etwas nicht persönlich. Diese Menschen bewerten ihre eigene Meinung über sich selbst höher als die Meinung anderer.

Stellen Sie sich einmal vor, jemand würde Ihnen Gemeinheiten an den Kopf werfen und Sie würden einfach mit den Schultern zucken und denken:

“Schade, dass du so denkst. Aber das ist nicht mein Problem, sondern deines”.

Oder stellen Sie sich vor, jemand kritisiert Ihre Arbeit und Sie bleiben dabei vollkommen ruhig und gelassen, Sie können die Kritik vollkommen wertfrei betrachten und sich die nützlichen Teile aus den Kommentaren Ihres Gegenübers herausfiltern und diese für sich nutzen.

Wäre das nicht schön? Würden Sie dann nicht wesentlich freier und selbstbestimmter leben können?

Wenn Sie diese Vorstellung auch attraktiv finden, dann kommt hier die gute Nachricht für Sie: Diese Gelassenheit, die innere Stärke und diese Unabhängigkeit lassen sich trainieren.

Wie genau geht das? Wie kann man das üben?

Um das zu erklären, möchte ich Sie kurz dazu einladen, sich Folgendes vorzustellen:

Sie sitzen im Büro und im Nebenraum lästern zwei Ihrer Kollegen über Sie. Sie hören das aber nicht, weil Sie ja in einem anderen Raum sind. Beeinflusst es Ihre Befindlichkeit, dass da im Nebenraum jemand über Sie herzieht? Nein, tut es nicht. Denn Sie wissen es ja nicht. Und was Sie nicht wissen, beeinflusst Ihre Gefühle auch nicht.

Was aber, wenn Ihnen später jemand erzählt, dass sich im Nebenraum zwei Kollegen über Sie lustig gemacht haben? Dann geht es los: Sie werden wahrscheinlich ärgerlich und fühlen sich respektlos behandelt.

Was ist nun die Schlussfolgerung aus dieser Geschichte?

Ganz einfach: Es ist offensichtlich nicht der Umstand an sich, dass jemand Sie respektlos behandelt hat, der Ärger, Wut oder Frust in Ihnen auslöst. Solange Sie es nicht wissen, beeinflusst es Sie nicht. Erst wenn Sie es auch erfahren, fangen Sie an, darauf zu reagieren.

( Kurz nachgefragt: Steht bei Ihnen eine Entscheidung an? Dann werfen Sie doch mal einen Blick auf unsere Entscheidungs-Werkstatt

Die Ursache Ihrer Gefühle liegt also nicht in der Tatsache an sich, dass jemand über Sie gelästert hat. Es sind Ihre Gedanken über das Lästern, die Ihre Gefühle auslösen und nicht das Lästern an sich.

Wenn Sie in diesem Augenblick denken könnten: “Lass die doch quatschen, das geht mich nichts an”, dann würden Sie ruhig, gelassen und cool bleiben und mit den Schultern zucken.

Der griechische Philosoph Epiktet hat gesagt: “Nicht die Dinge an sich, sondern unsere Sichtweise auf die Dinge ist das, was uns beunruhigt”.

Und genau diese Erkenntnis ist der Schlüssel dazu, auf alles ruhig und gelassen zu reagieren. Wenn uns jemand respektlos behandelt, dann ist es nicht der Umstand an sich, der unsere Gefühle beeinflusst. Nein, es ist unsere Deutung, es ist unsere Bewertung dieser Tatsache. Unsere Gefühle entstehen aus dem, was wir bewusst und unbewusst denken. Und genau diese Denkweisen lassen sich ändern. Und damit auch unsere Gefühle.

Fangen wir doch gleich an…

  1. Stellen Sie sich einmal vor, Sie stehen im Supermarkt an der Kasse und plötzlich drängelt sich jemand vor.
  2. Warum ist das ärgerlich? Warum sollte derjenige das nicht tun? Wie bewerten Sie diese Situation? Und welche Gefühle erzeugt diese Bewertung in Ihnen?
  3. Und jetzt überlegen Sie einmal, wie jemand, der in dieser Situation vollkommen ruhig bleibt, diese Sache bewerten müsste, damit er gelassen und ruhig bleiben kann. Was müsste jemand an dieser Stelle, denken? Welche Einstellung müsste dieser Mensch haben, um hier cool zu bleiben?

Genau das ist das Prinzip. Sie wollen in einer Situation ruhig und gelassen reagieren? Dann überlegen Sie sich, wie jemand diese Situation bewerten würde, damit er ruhig bleiben kann. Und dann trainieren Sie diese neue Keep-Cool-Denkweise.

Jemand, der bei einem Vordrängler ruhig bleiben würde, würde vielleicht denken:

  • Ob ich 3 Minuten später nach Hause komme, spielt ja nun wirklich keine Rolle.
  • Will ich lieber gelassen und glücklich sein oder lieber auf mein Recht pochen und streiten?
  • Geht es mir besser, wenn ich mich aufrege? Nein, deswegen lasse ich es einfach.
  • Der steht bestimmt wegen einer Sache unter Stress und hat es deswegen eilig.
  • Eigentlich ja auch schön, mal hier zu stehen und nichts tun zu müssen.

Und für nahezu jede Situation gibt es solche Coolness-Gedanken. Es ist allerdings wichtig, dass Sie Ihre Gelassenheits-Gedanken wirklich trainieren. Es reicht nicht, sich nur vorzunehmen, das nächste Mal anders zu denken. Sie müssen Ihre neuen Denkgewohnheiten wieder und wieder üben, verinnerlichen, auswendig lernen und trainieren. Am besten täglich und das für mehrere Wochen. Und ja, das ist natürlich ein bisschen aufwändig und auch anstrengend. Da will ich Ihnen nichts vormachen.

Aber stellen Sie sich vor, Sie könnten bei Kritik vollkommen ruhig und gelassen und damit viel handlungsfähiger, bleiben. Oder wenn Sie auf der Straße jemand schneidet. Oder wenn Sie erfahren, dass jemand über Sie gelästert hat. Oder wenn Sie jemand unfreundlich behandelt.

Lohnt es sich dafür nicht, die Arbeit zu investieren und die eigenen Denkgewohnheiten umzutrainieren?

Also: Wann und wo würden Sie gerne gelassener reagieren?

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Kommentare

Perry schreibt am 10. Oktober 2010

Ich finde das einen sehr interessanten und guten Artikel. Das Beispiel mit dem Supermarkt finde ich sehr passend. Ich bin jedoch der Ansicht, dass man in solchen Situationen auch etwas sagen darf/soll, man sollte es aber konstkruktiv und passend anbringen. Z.B. könnte man die nach vorne drängelnde Person freundlich darauf hinweisen: “Ich möchte Ihnen sagen, dass ich das nicht korrekt finde, dass Sie sich nach vorne drängen. Wir alle mussten auch hinten in der Schlange anstehen.” Oder so ähnlich. Ich denke wichtig ist, dass man freundlich bleibt und die Person nicht anschnauzt.

Hanni schreibt am 10. Oktober 2010

Wo ich gerne gelassener reagieren möchte?

Wenn mein Sohn (50) mich besucht und wieder über alles räsoniert und meckert, mich persönlich angreift, jedes Wort von mir falsch zu sein scheint – ich weiß nicht, was ich da tun soll.
Während es mir bei dem “Schlangendrängler” ganz leicht fallen würde, cool zu bleiben. Ich hätte die ganz ähnlichen Gedanken gehabt, die als Antwort dargestellt sind.

Viele Grüße
Hanni

tanja schreibt am 10. Oktober 2010

In meiner letzten Beziehung, die ich vor fast einem Jahr beendet habe, fielen Kommentare wie “Dein Kind und du seid ja total blöd, fieseste Schimpfwörter, die ich hier nicht benennen will, jedenfalls total respektlos. Das alles war so schmerzlich, daß es für mich fast in einer schweren Depression endete. Seit dieser Zeit versuche ich das alles zu verarbeiten und mit eben jenen “coolen” Gedanken anders zu sehen. Es wird langsam besser, doch welcher Mensch kann so etwas sofort auf sein “Gegenüber” umlenken? Euch allen noch einen schönen, gelassenen Sonntag! Grüße Tanja

Nils schreibt am 10. Oktober 2010

Das Beispiel zur Gedankenkorrektur überzeugt mich nicht.
Leider spielen die „verlorenen“ 3 Minuten oft eine entscheidende Rolle. Wie sieht das aus, wenn ich mich in der Mittagspause befinde, und einen Korrekturbeleg schreiben muss, weil ich 3 Minuten zu spät „gestempelt“ habe, oder den Bus verpasse und 30 Minuten auf den nächsten warten muss?
Was wäre, wenn alle so handeln würden wie der Vordrängler? Es käme innerhalb kurzer Zeit zu Prügeleien an der Kasse.
Das Aufregen als solches erfolgt automatisch, wenn das Rechtsempfinden verletzt wird, und ist nur sehr schwer willentlich zu beeinflussen. Bestenfalls kann man noch entscheiden, ob man den Ärger zeigen will oder für sich behält. Aber was wäre, wenn niemand mehr seinen Ärger zeigen würde? Warum sollten die Rücksichtslosen sich dann noch an irgendwelche Regeln halten?
Im Übrigen lässt sich das Nichtstun fast überall besser genießen als in einer Warteschlage, wenn es vorn nicht weitergeht und von hinten gedrängelt wird.

Anja schreibt am 10. Oktober 2010

Hallo,
mir gefällt Ihr Artikel zur Gelassenheit sehr gut, allerdings hinkt für mich das Beispiel. Ich finde nicht, dass Gelassenheit etwas mit Zulassen von Frechheiten zu tun hat. Wichtig wäre wohl, sich selbst vielleicht zu sagen, dass es kein Drama ist, 3 min später zu Hause zu sein, aber auch dem Vordrängler eine Grenze zu setzen. Ich sehe das aus meiner Sicht als Lehrerin, und denke nicht, dass Gelassenheit so interpretiert werden sollte, dass man sich über nichts mehr aufregt oder alles zulässt.

Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, an der Kasse zu sagen: “Ich lass Sie gern vor, weil Sie es wohl eiliger haben als ich und in dieser Eile sogar das Fragen vergessen haben!” Das ganze mit einem netten Lächeln …

claudia schreibt am 10. Oktober 2010

sollten wir uns etwa ein beispiel an politikerInnen nehmen? … nein … ich möchte selbstkritisch bleiben und mein entwicklungspotential ausschöpfen. allerdings ohne mich dabei fertig zu machen, in grund und boden zu schämen, verbissen und humorlos zu sein.
ja – das strebe ich an: die mitte, da wo sich alles leicht anfühlt :)
schönen sonnigen oktobersonntag -
verbunden mit einem großen DANKESCHÖN für alle inspiration!
claudia

Andrea schreibt am 10. Oktober 2010

Ich neige auch dazu, die drängelnden Rüpel in ihre Schranken zu weisen – auch wenn ich weiß, dass dies bei denen (egal ob freundlich oder direkt formuliert) i.d.R. keine nachhaltige Veränderung herbeiführt. An den meisten prallt das ab, es ist ihnen egal, ich bin ja eine Fremde, und sie machen es sowieso wieder. Das einzige was bleibt, ist dass ich mich ärgere, und nur weil das MEIN Problem und MEIN Ärger ist, ist der einzige Grund cool zu bleiben. Bei Leuten mit denen ich regelmäßig zu tun habe, lohnt sich das Grenzen setzen aber schon, um nicht ausgenutzt zu werden, z.B. als Kollegin oder Lehrerin. Hier hilft das cool bleiben aber auch, damit es freundlich und sachlich rüberkommt und nicht als aggressiver und vielleicht sogar beleidigender Frontalangriff. Da macht doch jeder von uns zu, ob der Vorwurf berechtigt ist oder nicht. Aber weil Emotionen mit im Spiel sind, ist das cool bleiben leicht gesagt, aber schwer umzusetzen. Das einzige was hilft ist durchatmen und sich die Kosten-Nutzen Frage stellen. Wie viel Energie und gute Laune kostet es mich, und was bringts?

barbara a. lehner schreibt am 10. Oktober 2010

Situationen, in denen ich gerne gelassener wäre?
Zum Beispiel vorgestern in der Arbeit: Ich bereite ein Flipchart vor, um Zahlen zu veranschaulichen. Mein Kollege kommt rein, rollt die Augen und sagt: “Ich hab’s befürchtet. Sind wir im Kindergarten?”
Ja, da würde ich gerne konstruktive Kritik hineininterpretieren können. Da fühle ich mich angegriffen, nicht wertgeschätzt und respektlos behandelt.
Mit ein bisschen Abstand und Durchatmen fällt mir dann schon eine Reaktion ein. Aber gegen die Gefühle, die da sofort hochkommen, fühle ich mich machtlos.
Aber ich werde üben, cool zu keepen ;-)

Steffi schreibt am 10. Oktober 2010

Schönen guten Morgen Zusammen,

ich möchte mich hier gerne Anja anschließen und stimme ihr total in der Ergänzung zu, genau das waren meine Gedanken beim Lesen des Artikels. Grundsätzlich finde ich das Thema sehr gut gewählt und freue mich auf weitere Artikel aus dieser Sparte, denn das Thema gelassen bleiben beeinflusst alle Lebensbereich positiv, sofern man davon gebrauch macht.

Allen ZZL Lesern einen sonnigen und kraftspendenden Sonntag

Steffi

Elke schreibt am 10. Oktober 2010

Guten Morgen zusammen,
mein Problem mit der Gelassenheit ist oft sehr groß, allerdings nicht bei kleinen Dingen, wie der genannte Drängler an der Kasse. Ich habe keine Gelassenheit bei meinen Gedanken an die Zukunft. Ich male mir Dinge aus, die ich gerne erreichen möchte, bin dabei aber oft von Mitmenschen (Kinder, Partner) abhängig. Statt gelassen zu erwarten, was auf mich zukommt, gerate ich in Panik bei dem Gedanken, meine Träume nicht verwirklichen zu können. Hat da vielleicht jemand ein schnell und gut wirkendes Gegenmittel?

Jey schreibt am 10. Oktober 2010

Während meiner letzten Schwangerschaft und auch danach sind von meinen Mitmenschen teilweise Kommentare abgegeben worden, die ich gerne gelassener gesehen hätte. Und auch wenn es mir gelingt höflich und gelassen zu bleiben, innerlich habe ich getobt!
Ein Beispiel: Ich bemerkte meine zweite Schwangerschaft erst im 4ten Monat. Ich war überrascht, es war nicht geplant, aber ich freute mich trotzdem und natürlich erzählte ich auch davon. Eine Bekannte meiner Oma fragte mich dann doch tatsächlich: Und abtreiben wolltest Du nicht?
Da fing ich dann an, am Verstand der Menschen zu zweifeln. Bitte was soll das? Als Kind wurde mir immer gesagt, sei höflich zu Älteren, respektiere die Erwachsenen. Jetzt bin ich erwachsen (bin mal so frech das zu behaupten) und muss feststellen, dass so ziemlich alle “Erwachsenen” diesen Respekt und diese Höflichkeit sich nicht annähernd gegenseitig zollen, so wie es eigentlich sein sollte.
Nächstes Beispiel: Ich war hochschwanger im Einkaufszentrum unterwegs, meine Tochter(2,5 Jahre) im Einkaufswaagen und ich mit meinem dicken Bauch laufe so gemütlich durch die Gegend, sieht mich eine Exarbeitskollegin meiner Mutter und will small talk. Sieht mein Kind an, sieht mich an, sieht meinen Bauch an und die Begrüßug lautete: Na, Du kannst aber auch nicht genug kriegen, was?! — Also, das alleine ist ja schon frech, wenn man aber bedenkt, das diese Frau 4 Kinder hat, zweifle ich erneut am gesunden Menschenverstand…
Als mein kleiner Sohn dann auf der Welt war, bekam er kaum eine Woche später von meiner besten Freundin noch einen Spielkameraden. Nach ein paar Wochen bat meine Freundin mich auch auf ihren kleinen Knirps aufzupassen, weil sie so ihre Erledigungen schneller tätigen konnte. Da ich sowieso gerade mit meinen Kindern spazieren wollte, war das kein Problem. Meine Tochter läuft alleine, meinen Sohn trage ich eh immer und ihren konnte ich dann im Kinderwaagen schieben. Und dann im Park liefen wir völlig entspannt die Wege lang und eigentlich sieht man dann immer die Freude in den Gesichtern: Ohh, die kleine mit den Zöpfen, ist die süüß… Ohh, guck mal, der kleine da vorm Bauch, der hats gut…
Mit den drei Kindern, die äußerlich auch ganz offensichtlich der Größe wegen nicht alles meine hätten sein können, gabs es solche abwertenden Blicke, dass ich mcih auch gefragt hab, in welcher Welt ich denn heute bin?! Selbst wenn ich drei Kinder hätte, ich glaube nciht, dass ich auch nur annähernd im Park einen überforderten Eindruck gemacht hätte. Und warum können Menschen nciht mal auf die Idee kommen, dass eines vielleicht nur kurz “geliehen” ist???
Leider hat mir dieser Newsletter heute nichts beibringen können, ich sehe es zu dem ähnlich wie Nils, manchmal sind es auch genau die drei Minuten, die einem dann fehlen und alles an meinem Zeitmanagement schmeisst sich um, wie eine Kette von Dominos. … Man kann wirklich nicht immer alles “Ist schon nicht so schlimm”-Zerreden…

Horst schreibt am 10. Oktober 2010

Wenn andere Menschen aus der Reihe tanzen (Beispiel Supermarkt) können diese es i.d.R. nur tun, weil ihnen wohl nie keine Grenzen aufgezeigt wurden. Wenn man diesen Menschen nicht sagt und zeigt, wo diese Grenzen des Fehlverhaltens sind, machen sie immer weiter, natürlich auch in dem Glauben ” es wird ja von allen akzeptiert. Dieses aufzeigen von Regeln soll und muss natürlich in geeigneter und respektabelr Form geschehen, sonst begeben wir uns auf die Geiche Ebene.
Man nennt dies auch “Zivilcourage”!(siehe Fall Brunner!)
mfg
Horst

Eva schreibt am 10. Oktober 2010

Toller Artikel.
Meine beste Gelassenheitsübung finde ich mit QiGong in den acht edlen Übungen.
Seit einem Jahr praktiziere ich diese Übungen aus der TCM und bekomme sehr viel positives Feedback über meine Veränderung.
Ich danke dafür meinem Großmeister Sun ai Wen, Arzt und seit seinem 5. Lebensjahr Shaolin-Mönch.
Es ist nicht nur die Gelassenheit, die sich bei mir weiter entwickelt hat, auch Themen wie Mitgefühl, Geduld, weniger Ängstlichkeit, all das hat sich positiv verändert und zu einer hohen Zufriedenheit mit mir selbst geführt.

movie schreibt am 10. Oktober 2010

Die Intention Ihres Artikels, lieber Ralf Senftleben, ist mir klar und auch “cool” zu bleiben in vielen Situationen sicher hilfreich. Doch aus den gemachten Erfahrungen heraus nicht immer. Sich zu Übergriffen oder Beschneidungen der eigenen Rechte zu äußern hat aus meiner Sicht auch etwas mit der Wahrung der eigenen Grenzen zu tun. Wenn diese in substantieller Weise von meinem Gegenüber überschritten werden und ich nicht reagiere, dann macht mir das im Nachhinein mehr Probleme damit umzugehen, als wenn ich, wenn auch sicher nicht immer erfolgreich, dennoch dafür sorge trage, dass ich zu meinen Emotionen stehe und mit mir im Reinen bin. Zum Beitrag von Hanni – ich kann aus tiefstem Herzen nachvollziehen, auch mir ergeht es als Betroffener in einer solchen, bzw. ähnlichen Situation, die naturgemäß sehr nahe geht, ebenso. Ich fühle mich hilflos und erlebe, dass jegliche Reaktion, auch keine, nicht richtig wäre. In einer kürzlich gegründeten Selbsthilfegruppe von betroffenen (verlassenen) Eltern sehe ich, dass es Müttern und Vätern quer durch alle gesellschaftliche Schichten ganz ähnlich ergeht. Auch ich weiß derzeit keine andere Antwort darauf, als nunmehr gänzlich loszulassen, im besten Sinne darauf zu vertrauen, dass das, was da geschieht, von meinem Sohn (40) derzeit so gewollt und gebraucht wird. Obwohl mein Schmerz tief ist, versuche ich, nicht an mir zu (ver-) zweifeln und meine Kraft für mein Leben einzusetzen. Vielleicht hat das Ganze tatsächlich nur mittelbar mit mir zu tun. Das permantente und zermürbende Hinterfragen und auch zur Sprache bringen meines Anteils an dieser Tragödie hat bislang weder etwas gebracht, geschweige denn gelöst. Ich lasse mir jedoch inzwischen deutlich weniger einreden, “alles falsch” gemacht zu haben, und dabei ist es für mich auch hilfreich, mir zu sagen, dass ein großer Teil seiner Problematik wohl “Seins” ist. Im Übrigen scheint es immer mehr auch Trendy zu sein, anstatt das eigene Fehlverhalten einzuräumen und sich sogar zu entschuldigen, denjengen, der gewagt hat, sich, auch in respektvoller Form zu äußern, ins Unrecht zu setzen. Ich bin da schon etwas ambivalent, ob es dieser Entwicklung dienlich ist, da immer gelassen zu bleiben und es vorzuziehen zu schweigen. Unser Verhalten hat auch einen gewissen Vorbildcharakter.
Einen schönen Sonntag

Frank schreibt am 10. Oktober 2010

Auch mich überzeugt das Beispiel zur Gedankenkorrektur nicht. Insofern kann ich mich den Zeilen von Nils anschließen. Ich habe ein stark ausgeprägtes Rechtsempfinden, stoße damit aber immer wieder an Grenzen. Es sind die gesellschaftlichen Verhältnisse und solche Eigenschaften wie Rücksichtslosigkeit, Ellbogenmentalität und Egoismus, die es mir schwer machen, gelassen zu bleiben. Ich habe mich entschlossen, mein persönliches Umfeld zu verändern, die Großstadt zu verlassen und mich an einem beschaulichen Ort niederzulassen, wo die Menschen einander freundlich begegnen und wo die Natur noch in Ordnung ist. Somit hoffe ich, meinen Seelenfrieden wiederzufinden. Dem einen oder anderen mag dieser Schritt wie Resignation oder Kapitulation erscheinen – sei`s drum, ich freue mich auf mein neues Leben.

Gertraud schreibt am 10. Oktober 2010

Ich wäre gerne gelassener – genau jetzt!
Einerseits hat das schon was, dieses “bei sich bleiben”, diese Arbeit mit dem Beobachten und Korrigieren der Gedanken (THE WORK oder E.Tolle) und trägt sicher auch zur Heilung der Welt bei. Manchmal bin ich aber sehr betroffen und es lässt mich nicht gelassen bleiben, wenn über mich schlecht geredet wird. Ganz abgesehen davon glaube ich nicht, dass ich das Gerede unbedingt hören muss, es geht da um feinstoffliche Energien, denen man dann auch augesetzt ist.
Es geht hier für mich wohl eher um das Umgehen mit dem Aufgebrachtsein, mit der Nicht-Gelassenheit… einmal ist’s gut, etwas zu sagen, Dampf abzulassen, ganz authentisch aus dem Bauch heraus- ein ander mal tu ich mir etwas Gutes, indem ich mich heraushalte, mich schütze, Gedanken beobachte und umkehre!
Spannende Sache!
Mit lieben Grüßen
Gertraud

Tagetes schreibt am 10. Oktober 2010

Danke für den Beitrag, der mich mal wieder bei meinen aktuellen Themen anspricht, aber nur teilweise eine Lösung aufzeigt. Wie gehe ich damit um, wenn Respektlosigkeit mir schadet. Meine Nachbarschaft hat mich zum Sündenbock erklärt und schickaniert mich. So werde ich z.B. in der Nacht und frühmorgens durch Krach vor meinem Schlafzimmerfenster immer wieder geweckt. Ich versuche gelassen zu bleiben, aber wenn ich dann morgens mein müdes Gesicht im Spiegel sehe, frage ich mich immer wieder, wie soll ich damit umgehen. Wenn ich freundlich und höflich um Rücksicht bitte, reagiert man mit Empörung und die Schickanen werden noch schlimmer. Mein Weg: ich frage mich, warum passiert mir das und ich arbeite mit Affirmationen.

Viele Grüße

dieter schreibt am 10. Oktober 2010

hallo ralf,

deine anregungen zum umgang mit der geschilderten problematik, haben sich u.a. auch bei mir in der praxis bestens bewährt:
alles in der welt ist eine frage der persönlichen sichtweise, also ist z. b. kritik der anderen aus deren sicht gerechtfertigt.

eine entgegung meinerseits ist, und das ist auch sehr wichtig, stets ohne das selbstvertrauen des anderen zu tangieren:

“herr meier, ich verstehe ihren ärger,und aus ihrer hätte ich genauso reagiert, aber sicher verstehen sie auch, dass ich die angelegenheit anders sehe.”

bei dieser einfachen reaktion wird das selbstwertgefühl des anderen nicht berührt, sondern man zeigt sogar verständnis, und gleichzeitig wird die oft unendliche rechtfertigungsdebatte vermieden, wo jeder versucht den anderen von seiner sicht zu überzeugen.

man kann leicht zu einer fruchtbaren diskussion und einem oft erfolgreichen meinungsaustausch übergehen.

diese strategie hat sich bei mir seit langer zeit bewährt.

LG an alle,
Dieter.

Angie schreibt am 10. Oktober 2010

Lieber Ralf, vielen Dank! Deine Anregungen wirken auf mich fast immer sehr beruhigend, motivierend und aufbauend. Das Bild mit dem Elefanten an einer Schnur hängt bei mir an der Magnetleiste — vielen Dank für diese gute Sicht auf das alltägliche Leben und Lösungsmöglichkeiten. Und es sind auch immer wieder Erinnerungen an Möglichkeiten, die ich manchmal schon weiß. :-) Schönen Sonntag noch, Angie

ambiente schreibt am 10. Oktober 2010

Tja…wo würde ich gerne gelassener reagieren, es ist mein aktuelles Thema was mich in der vergangenen Woche wieder erheblich in die Knie gezwungen hat und ich mich leider wieder mit meinem Burn Out beschäftigen muss. Und warum??? Weil ich einen Chef habe, der der Meinung ist mit seinem Sarkasmus Leute aus dem Laden zu mobben und mich das keineswegs ruhig lässt und ich all dies persönlich nehme und es mich wütend, aber auch zugleich hilflos macht wie er mit seinen Mitmenschen umgeht und na ja ich bin die Einzige die was sagt, weil die anderen alle Angst vor ihm haben. Aber gelassen bleiben oder es an mir vorbei laufen zu lassen ist nicht meine Stärke, ich würde es sicherlich gerne trainieren weil es solche Menschen im Leben leider ausreichend und zahlreich gibt und mir diese sicherlich auch noch öfters begegnen werden.
Ein wieder mal sehr guter Beitrag zu einem wichtigen Thema…ich versuch es mal!
LG
ambiente

Konstanze Quirmbach schreibt am 10. Oktober 2010

Von einer anderen Seite betrachtet:
“Great spirits have always encountered violent opposition.” Albert Einstein
Und:
Vor allem Frauen, so stelle ich fest, müssen häufig eher lernen, ihren Ärger zuzulassen und Wut zu zeigen. Sie sind schon so gut darin, ihn zu unterdrücken und bleiben zu lange viel zu gelassen.
Schönen Tag noch Euch allen!
Konstanze

Kathrin schreibt am 10. Oktober 2010

Anhand des Beispiels an der Kasse sieht noch alles relativ einfach aus. Genau das könnte ich ausprobieren, wenn ich das nächste Mal in diese Situation gerate. Aber was ist mit den vielen anderen Situationen im Leben, die mich plötzlich überraschen, auf die ich mich nicht vorbereiten konnte? Am Anfang des Textes lese ich das Motto heraus: “Was ich nich weiß, macht mich nicht heiß”. Aber ob ich etwas nun erfahre oder nicht, die Tatsache ist doch die, dass ein negatives Verhalten einem anderen Menschen mir gegenüber trotzdem stattgefunden hat. Und genau das ist es doch, was einen ärgert. Und um so mehr, wenn es nicht nur der Fremde an der Kasse ist, den man noch wenigen Minuten wieder vergessen hat, sondern ein nahestehender Menschen, wie der Partner, die Kinder, die Eltern oder gute Freunde. Man ist doch darüber enttäuscht, dass gerade dieser Menschen einem etwas antut. Denn von genau diesem Menschen wünscht man sich doch, dass er einem mit Ehrlichkeit, Respekt, Freundlichkeit usw. begegnet. Wenn ich in bestimmten Sitationen ruhig und gelassen bleiben würde, käme ich mir in dem Fall nicht stark, sondern als Verlierer vor.
Beispiel: Ich werde von jemandem belogen, erfahre es im Nachhinein, spreche das Thema aber nicht an, ärgere mich darüber nicht u. rege mich nicht auf, sondern bleibe gelassen.
Dann gebe ich doch dem Anderen damit ein gutes Gefühl, nämlich das: “Ich hab sie bewusst belogen, und sie hat es nicht bemerkt. Super, da bin ich doch gut dabei weggekommen. Ich weiß etwas, was sie nicht weiß. Tolles Gefühl. Ist gut gegangen, vielleicht klappts ja beim nächsten Mal wieder.” Vielleicht komme ich dabei noch als naiv und das kleine Dummchen rüber.
Soll ich dem Anderen, der mich gekränkt, verärgert, verletzt hat, wirklich dieses Gefühl geben und diese Gedanken zulassen?
Ich denke, man muss differenzieren, wie groß und schwerwiegend eine bestimmte Sache ist, wie sehr die eigenen Gefühle und das eigene Wohlbefinden davon betroffen sind.
Bei kleineren Dingen kann man durchaus versuchen, gelassen zu bleiben. Wenn das Ganze für einen aber Folgen hat, sei es, zeitlich, materiell, finanziell oder gefühlstechnisch, dann kann und sollte man nicht einfach immer nur cool bleiben und nichts sagen.

Tanja schreibt am 10. Oktober 2010

Ich meine, Gelassenheit hat mit dem genannten Beispiel (dem Drängler) nichts zu tun. Man kann ja beispielsweise auch gelassen sein Recht (und ich sehe es als mein Recht, wenn ich in einer Schlange anstehe, auch in dieser Reihenfolge dran zu kommen, außer ich lasse denjenigen vor, weil er z.B. nur ein paar Sachen auf dem Arm hat) in Anspruch zu nehmen. Das bedeutet für mich, ich spreche den Drängler höflich an und weise ihn in die “Schranken”. Ärgern würde ich mich mehr, wenn ich den Mund halte und gewähren lasse. Da wäre dann auch nichts mehr mit Gelassenheit und zwar mir gegenüber.
In einer Partnerschaft mehr Gelassenheit zu erlernen und zu demonstrieren ist jedoch etwas anderes.

Kathrin schreibt am 10. Oktober 2010

Anhand des Beispiels an der Kasse sieht noch alles relativ einfach aus. Genau das könnte ich ausprobieren, wenn ich das nächste Mal in diese Situation gerate. Aber was ist mit den vielen anderen Situationen im Leben, die mich plötzlich überraschen, auf die ich mich nicht vorbereiten konnte? Am Anfang des Textes lese ich das Motto heraus: “Was ich nich weiß, macht mich nicht heiß”. Aber ob ich etwas nun erfahre oder nicht, die Tatsache ist doch die, dass ein negatives Verhalten einem anderen Menschen mir gegenüber trotzdem stattgefunden hat. Und genau das ist es doch, was einen ärgert. Und um so mehr, wenn es nicht nur der Fremde an der Kasse ist, den man noch wenigen Minuten wieder vergessen hat, sondern ein nahestehender Menschen, wie der Partner, die Kinder, die Eltern oder gute Freunde. Man ist doch darüber enttäuscht, dass gerade dieser Menschen einem etwas antut. Denn von genau diesem Menschen wünscht man sich doch, dass er einem mit Ehrlichkeit, Respekt, Freundlichkeit usw. begegnet. Wenn ich in bestimmten Sitationen ruhig und gelassen bleiben würde, käme ich mir in dem Fall nicht stark, sondern als Verlierer vor.
Beispiel: Ich werde von jemandem belogen, erfahre es im Nachhinein, spreche das Thema aber nicht an, ärgere mich darüber nicht u. rege mich nicht auf, sondern bleibe gelassen.
Dann gebe ich doch dem Anderen damit ein gutes Gefühl, nämlich das: “Ich hab sie bewusst belogen, und sie hat es nicht bemerkt. Super, da bin ich doch gut dabei weggekommen. Ich weiß etwas, was sie nicht weiß. Tolles Gefühl. Ist gut gegangen, vielleicht klappts ja beim nächsten Mal wieder.” Vielleicht komme ich dabei noch als naiv und das kleine Dummchen rüber.
Soll ich dem Anderen, der mich gekränkt, verärgert, verletzt hat, wirklich dieses Gefühl geben und diese Gedanken zulassen?
Ich denke, man muss differenzieren, wie groß und schwerwiegend eine bestimmte Sache ist, wie sehr die eigenen Gefühle und das eigene Wohlbefinden davon betroffen sind.
Bei kleineren Dingen kann man durchaus versuchen, gelassen zu bleiben. Wenn das Ganze für einen aber Folgen hat, sei es, zeitlich, materiell, finanziell oder gefühlstechnisch, dann kann und sollte man nicht einfach immer nur cool bleiben und nichts sagen.

Ruth Wieser schreibt am 10. Oktober 2010

Hallo Ralf vieln Dank für die Inspiration
Ich weiss nicht ob es nur die Gelassenheit ist das wir brauchen. Wie ich lesen kann stösst Gelassenheit vielen Frauen ein bisschen sauer auf, weil Frauen in der Partnerschaft oftmals gegen Ihren willen gelassen sein und das schon seit es die Menschheit gibt.
Wie wäre es z.B. beim vordrängeln zu überlegen was sind in dem Moment meine Bedürfnisse. Könnte es Respekt, gesehen werden oder Rücksichtnahme sein. Danach die Person ansprechen und vielleicht sagen wir stehen in der Schlange ich bitte Sie, sich auch hinten anzustellen. Es gibt auch sehr viele momente in der Menschen etwas machen worüber wir uns dann ärgern, statt sie höflich daraufaufmerksam zu machen das da etwas ist, das nicht so sein sollte.
Also nicht gleich ärgern sondern vielleicht auch mal die möglichkeit in betracht ziehen das etwas unbewusst geschieht dann können wir immer noch enscheiden ob wir uns ärgern oder nicht.
Bei mir funktionierts sehr gut, ist aber mit sehr viel Übung verbunden, naja laufen konnten wir ja auch nicht am ersten Tag

ich wünsche allen lesern und schreibern ein ärgerfreie Woche/Monat

Peter schreibt am 10. Oktober 2010

Ich finde das ein sehr guter Artikel. Das ist jetzt ein Beipiel für die “Arbeit mit dem eigenen Geist”. Ich habe so einige Artikel überflogen und eins ist mir aufgefallen, dass es Situationen gibt, auf die man nicht vorbereitet ist. Stimmt das ? Ja – man ist NIE auf irgend etwas vorbereitet. Also macht euch keine Sorgen. Was ihr machen könnt ist beobachten was ihr denkt und welche schlauen Diskussionen euer Gehirn produziert. Friede für alle ..

Lisa schreibt am 10. Oktober 2010

Also ich habe ja nichts dagegen, wenn sich jemand vordrängelt, egal wo auch immer, aber was mache ich, wenn noch fünf weitere Drängler kommen? Ja da stehe ich noch lange an der Kasse und komme mir schon etwas blöd vor. Man kann es mit dieser Art von Coolness auch übertreiben. Allerdings weiß man sich ja auch zu helfen, indem man einen coolen Spruch los läßt, damit der Drängler auch weiß, dass er aufgefallen ist – nur fällt mir nicht immer was cooles ein, das dann auch so richtig sitzt, leider. Im Straßenverkehr ist das natürlich schwieriger, aber da denke ich mir auch oft, ‘der ist wahrscheinlich in Eile und hat einen wichtigen Termin.’ Mir passierte so was nämlich schon mal auf dem Weg ins Krankenhaus, als sich meine Nachbarin in den Finger geschnitten hatte. Der Drängler überholte mich nachts mit aktiver Warnleuchte und schoss sehr rasant an mir vorbei. Danach stellte sich heraus, dass er mit seinem Kleinkind auch auf dem Weg ins Krankenhaus war.

Rocknroll schreibt am 10. Oktober 2010

EIn sehr wichtiger und interessanter Artikel, ich habe z. Zt. die Aufgabe mich einer gegenüber einer Kollegin zu behaupten, die mich ignoriert und dadurch die ganze Stimmung in der FIrma verändert, da wir eine kleine Abteilung sind.
Ich bekomme keine Unterstützung und habe auch keine grosse Wahl z.Zt. woanders zu arbeiten, es ist für mich die Hölle. Eigentlich nicht zumutbar.
Aber so ein Coolnesstraining – das wäre es doch. Kann man das auch bei euch bekommen oder geht es eher darum sich vorher selbst die passenden Ansätze zurechtzustricken ?
Danke für den Artikel

Ulrich Pranskat schreibt am 10. Oktober 2010

Hallo zusammen,

klasse Beitrag,habe diesen schon anfang der Woche gelesen, hat sehr viel potenzial, mal über sich nachzudenken, wie wirke ich denn so auf mein Umfeld falls ich mal der Drängler an der Kasse bin,auch ich bin manchmal ein böser Junge,oh ja.

Beim Samstags Einkauf wurde mir die Gelegeheit gegeben mich direkt auszuprobieren.Einmal auf unserem Samstagsmarkt, es ist herrlich immer frische Lebensmittel einzukaufen.Und einmal da wo ALDIandern Leute auch einkaufen.
Auf dem Markt bei unserem Lieblings Metzger des Vertrauens, stand neben meiner Frau, Moni, ein etwas älterer Herr der später sich anstellte.Wie Moni dran gewesen wäre, bestellte dieser Herr sofort,da er kleiner war, schaute Moni mit strengem Blick zu ihm runter,und sagte:mmmmh denke mal sie sind noch gar nicht an der Reihe!, er schaute zu ihr rauf und meinte:och ich glaube wohl, meine Frau entgegnete ihm;sehr wohl mein Herr, so ist es nicht.Ich schaute gespannt wie das Duell wohl ausgehen würde, da ich meine Frau sehr wohl einschätzen kann, machte ich dem ältern Herrn in Gedanken keinerlei Hoffnung.
Und hier übte ich Gelassenheit,dieses ist nicht mein naturell.Sicherlich wollte ich mich einmischen und diesem Herrn meine Meinung entgegen schmettern, aber ich hielt inne.
Es fiel mir sehr schwer.Meine Frau entgegnete ihm:jetzt kommt es nur darauf an wieviel sie denn haben möchten?, er darauf: entschuldigen sie bitte, ich möchte nur von dieser Wurst etwas probieren, Gut sagte Moni,er bestellte von dieser Wurst und dann direkt noch etwas hinterher, Halt! sagte meine Frau, das war nicht so abgesprochen.Der Mann wurde auf einmal noch kleiner wie er eh schon war, schaute zur ihr hoch, fleht sie mit einem Dackelblick an, wollte ansetzten was zu sagen, da meinte Moni nur, ist ja schon gut, ich werd sie nicht gleich verwursten.
Über diese Lösung hatten wir alle herzlich gelacht.
Hätte ich mich dort eingemischt, wäre mir dieser Spaß entgangen.
Beim ALDIanderen Leute auch einkaufen gehn, war diese typische Situation, Kassendrängler. Moni war wieder mal involviert.Die Schlage war so 6 Leute lang, von hinten schoß eine Frau mit 2 Teilen von hinten nach vorne.Moni bemerkte diese Frau nicht.Halt den Rand, dachte ich für mich,hier kommt der nächste Spaß.Die Frau stand plötzlich hinter uns und wollte an uns vorbei, obwohl die Kassiererin schon angefangen hatte,och ich hab doch nur 2 Teile.Tja meinte meine Frau, ich nur 36.
Also ich hätt mich weg scheissen können.Hinterher hatten wir uns noch köstlich darüber unterhalten.

Sicherlich wäre das ganze auch völlig anders ausgegangen, hätte ich mich eingemischt.
In nächster Zukunft versuche ich mich in Demut und Gelassenheit, Dinge passieren zulassen, obwohl ich vermeintlich in meinem Recht gewesen zusein sollte.
Und falls es mal geschehen sollte, das mir gerade der Bus vor der Nase weggefahren ist, weil sich wiedermal ein Kassendrängler in mein Leben vorgedrängelt hatte, werde ich dann wohl einen Tick früher los gehen.
Was kann denn der Drängler dafür das zuspät los gegangen bin, ne.

Euch allen noch einen schönen Sonntag ein tolle Woche…

Ulli

Sam schreibt am 10. Oktober 2010

Danke, für diesen interessanten Beitrag.

Ich sehe es so, dass ich sehr wohl an meinem Platz in der Warteschlange bleibe,(denn das ist auch mein Raum,den ich mir nehme und auch gebe).Sehr wohl darauf hinweise, dass hinten angesterllt wird. Möglicherweise frage ich , aus welchem Grund das Vordängen erfolgt ist. (Ausnahmen zu machen, ist manchmal ok )Bei all dem kann ich aber bei mir bleiben und mich dafür entscheiden ruhig zu bleiben ,denn ich bestimme über meine Gefühle und niemand anders.

Von Seiten der Energiearbeit + Spiegel her,würde ich , doch dann mal schauen, wo ich mich selbst verdränge.
Ich bin jedoch der Einzige der auf mich schauen kann und meinen Raum einnehmen kann, es gibt immer wieder Energien, die gerne verdrängen.

schöne Woche mit den Gedanken , was wir möchten und nicht mit denen die wir nicht möchten

sam

Klara Specht schreibt am 10. Oktober 2010

Ich habe neulich irgendwo gelesen:
“Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein”
Daran muss ich oft denken.

Unsere Emotionen sind nach dem deutschen und familiären Wertesystem anerzogen. Andere Nationen wissen überhaupt nicht, was eine Schlange ist. Es herrscht dort Chaos an der Kasse und alle finden es normal, niemand regt sich auf, weil niemand den Gedanken kennt, dass es falsch ist. Erst unsere Gedanken erzeugen unsere Gefühle, auch wenn das oft unterbewusst ist und wir den Gedanken, der dem Gefühl vorauseilt, nicht mehr richtig mitbekommen.

Mir hilft bei solchen Aufreg-Angelegenheiten immer “the work” von Byron Katie zu machen.

Er sollte sich respektvoll verhalten (damit ich glücklich bin)
1. ist das wahr?
2. kannst du absolut sicher sein, dass es wahr ist?
3. Wie fühlst du dich, wenn du den Gedanken kennst
4. Wie fühlst du dich, wenn du den Gedanken nicht denken würdest

Kehre die Aussage um in z.B. könnte auch wahr sein: ich sollte mich respektvoll verhalten?

Könnte es nicht sein, dass es Momente gibt, in denen ich mich auch manchmal rücksichtslos und unfreundlich verhalte? Ja, definitiv! Wenn ich einen schlechten Tag habe, aus welchen Gründen auch immer, mache ich unbeabsichtigt auch Dinge, die andere Menschen nicht mögen. Hat mein Verhalten etwas mit den anderen zu tun? Nein! Nie! Mache ich es absichtlich, um andere zu ärgern? Nein! Ich bin einfach schlecht drauf.

Ich bin nicht religiös aber eines habe ich mir von Jesus gemerkt: Der, der noch nie gesündigt hat, schmeisse den ersten Stein, oder so ähnlich…

Viel schlimmer ist ja eigentlich, dass die wir diese 3-Ärgerminuten den ganzen Tag mit uns rumschleppen und wahrscheinlich auch noch 3 mal erzählen nach dem Motto “weisst du, was mir heute passiert ist….bla bla bla, schrecklich oder”? Wir steigern uns immer wieder in die Ärgersituation rein, erleben die schlechten Emotionen wieder und wieder, obwohl diese Situation schon längst vorbei ist und jetzt in der Gegenwart alles schön ist.

Ich bemerke dann den blauen Himmel nicht mehr, die Herbstfarben, alles was JETZT schön ist, nur weil ich in Gedanken immer und immer wieder die Situation, die längst schon vorbei ist, durchspiele und mich immer und immer wieder von vorne ärgere.

Um bei der Kassenmetapher zu bleiben. 10 Menschen haben sich in die Schlange gestellt und NUR einer nicht. Warum freuen wir uns nicht, dass 10 Menschen unser Wertesystem teilen und freundlich und respektvoll sind, anstatt uns über diesen einen aufzuregen, der mit sich selbst schon genug Probleme hat, sonst würde er sich nicht so verhalten?

Ich gebe zu, es ist nicht einfach, seine Gedanken immer und immer wieder zu hinterfragen, die zu schlechten Emotionen führen und Situationen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, erfordert Übung Übung Übung.

Schlechte Emotionen kann man nicht von heute auf morgen loswerden. Aber üben üben üben lohnt sich, da das Leben tatsächlich zu kurz ist, um sich über die Angelegenheiten anderer aufzuregen. Es ist schon schwer genug, das eigene Leben unter Kontrolle zu behalten. Man sollten anderen nicht die Macht darüber abgeben, wie wir uns fühlen.

Das Experiment kann jeder machen. Denke an einen schrecklichen Unfall und ich fühle mich schlecht. Denke an einen Sommerurlaub am Meer und ich fühle mich gut. Ich alleine entscheide, wie ich mich fühle, weder der Unfall noch das Meer haben etwas damit zu tun.

Ich glaube, dass wir selber steuern können wie wir uns fühlen, in dem wir unsere Gedanken immer wieder hinterfragen, ob diese auch wirklich wahr sind oder ob es nicht auch noch andere Sichtweisen gibt, wie man Situationen betrachten kann.

Ist es mein Problem, wenn ein Mann respektlos und unfreundlich ist? Nein. Es ist seins.

Erika Stangl schreibt am 10. Oktober 2010

Hallo!
Dieses Beispiel ist immer wieder ein gutes Beispiel. Ich kann mich hier auch fragen: was hat das mit mir zu tun? (mit mir und meinem GEFÜHL) ist es vielleicht ein Minderwertigkeitsgefühl, ich werde nicht beachtet in meiner Person?! dass mich gegenüber diesem Drängler reagieren lässt? Ja… Gedanken und Gefühle, Gefühle Ausdruck der Seele…
Weil hier auch schon viel über Recht und auch Wut geschrieben wurde: Wut! Ein “Anderer” (Situation oder was auch immer) ist nur Auslöser für eine Wut, die man im Bauch bekommt, die Wut an sich sitzt in einem Selbst… darüber könnte man auch mal nachdenken…
Vielen Dank für den Beitrag.
Wünsche einen guten Start in eine neue Woche
von Herzen
Erika

Simone schreibt am 10. Oktober 2010

Ich find den Tipp mit dem Gelassen werden ganz gut und die Sichtweise, dass ich einfach anders über das Gesagte des anderen reagieren muss.
Aber mir gings so wie Jey erzählte z. B. in der Schwangerschaft. Wie andere Leute einen anreden ist wirklich nicht einfach so hinzunehmen!! Die Blicke die man mit drei Kindern erntet und dann oft die Sprüche dazu – daran muss ich noch lange arbeiten.
Trotzdem Danke für den Newsletter! :-)

Anne schreibt am 10. Oktober 2010

Eine Situation in der Gelassenheit mir sehr schwer fällt: Meine 11jährige Tochter muss Hausaufgaben machen und hat keine Lust. Trödelt so lange rum, bis es schon richtig hetzig wird. Und dann weint sie, und sagt, sie hat die Nase voll von der Schule und will getröstet werden. Und die Uhr tickt. Und die Arbeit ist noch nicht mal ANGEFANGEN! Das regt mich so auf! Und dadurch, dass ich dann anfange, sie zu ermahnen, zu drohen, zu schreien, wird es viel schlimmer. Sie macht Fehler, regt sich auf, wirft mit Sachen, usw. Warum kann sie nicht früher anfangen und ganz friedlich arbeiten, statt so ein Theater zu machen???

dieter schreibt am 10. Oktober 2010

hallo,
ich melde mich nochmal, weil das vordrängeln an der kasse immer wieder als beispiel genannt wird, und aus meiner sicht so reagiert werden sollte:
ich spreche den drängler direkt an: “hallo , sie, aus ihrer sicht verstehe ich, dass sie vorgehen, um so schneller bezahlen zu können, aber alle anderen sehen es hier anders, weil wir alle warten bis wir an der reihe sind.
bitte reihen sie sich ,wie alle anderen in die warteschlange ein.
vielen dank für ihr verständnis.
diese methode klappt immer:
1. öffentlichkeit hergestellt.
2. in der regel wird zustimmung für mein vorgehen signalisiert, dadurch wird der drängler verunsichert.
3.das Verständnis für sein verhalten, aber nur aus seiner sicht, bewirkt beim drängler einen aggressionsabbau.
4. diese strategie setzt ein gewisses selbstwertgefühl voraus, was ich im laufe der zeit entscheidend durch das führen eines persönlichen erfolgstagebuch verbessert habe.
wenn ich einen drängler so angesprochen habe, wird das bei mir sofort in mein erfolgstagebuch eingetragen. viele solche einräge sagen dann meinem unterbewusstsein, dass z.b. das ansprechen von dränglern erfolgreich war, und in zukunft auch erfolgreich sein wird.

ich freue mich über kommentare .

einen schönen start in die woche wünscht allen,
dieter.

Edeltraut schreibt am 11. Oktober 2010

Wir alle haben unsere Wunden an unterschiedlichen Stellen. Für mich ist der erste Schritt zu schauen, zu spüren, zu fühlen, WAS genau tut da weh? Und WIE tut es weh? Leider haben wir alle Lieblosigkeit und Verachtung erfahren und dadurch gelernt, uns so zu bewerten. Es ist wichtig, die Gedanken zu ändern. Es ist auch genau so wichtig, zunächst sich bewusst zu werden, welche Gedanken unser Unterbewusstsein denkt, damit diese negativen Gefühle entstehen. Leicht ist das aus einem Grund nicht, nämlich, weil wir es seit vielen, vielen Jahren gewohnt sind, bestimmte Gedanken zu denken und die damit verbundenen Gefühle zu fühlen.
Ich selbst leide bei respektlosem und lieblosem Verhalten mir nahe stehender Personen auch – mal mehr mal weniger. Ich bin mir aber auch bewusst, dass ich mit der Zeit dieses Leiden immer mehr reduzieren kann und tue dies auch. Zunächst gestatte ich mir Ärger, Wut, Hass – was sich eben an “negativen” Gefühlen einstellt, all das, was keiner haben will. Ich sage ja und willkommen dazu, fühle meine Emotionen und erkenne sie an, denn sie gehören zu mir genauso wie Liebe, Achtung und all die “schönen” Gefühle. Ich unterscheide also gar nicht in gute und schlechte Gefühle/Emotionen. Und dann ändere ich mein inneres Wohlbefinden nicht allein durch andere Gedanken, sondern dadurch, dass ich mich darauf einlasse, mir gestatte, andere Gefühle zu fühlen. Wenn ich liebloses Verhalten erfahre und mich dann ungeliebt fühle, ist es manchmal nicht möglich, mich geliebt zu fühlen, einfach nur dadurch, dass ich mir sage, ich werde geliebt. Es ist aber möglich, mir vorzustellen, wie es sich anfühlen würde, wenn … (in diese Pünktchen kann ich jedes erwünschte Gefühl eintragen). Meine Vorstellung lässt andere Gefühle zu. Und allein durch die Vorstellung ist das Gefühl dann auch DA. Ich spüre, wie es sich anfühlt. Ich übe vor allen Dingen, anders zu fühlen, nicht nur anders zu denken. Ich übe, mich geliebt zu fühlen, mich geachtet zu fühlen, mich berücksichtigt zu fühlen, meinen Wert zu fühlen. Der interessante Effekt ist, dass ich dieselben Gefühle dann auch für alle anderen Menschen empfinde, unabhängig davon, wie sie sich verhalten. Ich trainiere das täglich, immer wieder, in jeder Situation, in der schmerzhafte Gefühle auftauchen. Und ich mache Fortschritte, langsam aber sicher.
Herzlichst
Edeltraut

Silvia schreibt am 11. Oktober 2010

Also diesen Kommentar von Ulli fand ich jetzt so herzerfrischend , dass ich laut lachen musste
; Und falls es mal geschehen sollte, das mir gerade der Bus vor der Nase weggefahren ist, weil sich wiedermal ein Kassendrängler in mein Leben vorgedrängelt hatte, werde ich dann wohl einen Tick früher los gehen.
Was kann denn der Drängler dafür das zuspät los gegangen bin, ne. :-)
Genau so hab ich auch schon oft über mich selber gedacht, in letzter Minute renne ich los, und prompt kommt ein Drängler und vermiest mir meinen Tag, ich ärgere mich dann grün und blau und komme äusserst genervt im Büro an…….
Beim nächsten Mal geh ich früher los und mische grün und blau zu der Farbe Cyan, die wirkt äusserst beruhigend und ich bin die Gelassenheit in Person :-)

Maluka schreibt am 11. Oktober 2010

Im Grunde kommt dieser Newsletter bei mir genau zur richtigen Zeit.
Jedoch muss ich sagen, das dieses ‘cool’ bleiben bei mir nur funktioniert wenn ich seelisch stark und ausgeglichen bin.
Das bin ich aber im Moment nicht, und daher kann ich auch nicht gelassen bleiben und Abstand von bestimmten Situationen nehmen.
Wenn es Menschen betrifft, mit denen ich im weitesten Sinne nichts zu tun habe, wie im Supermarkt, ist das eigentlich kein Problem.
Besonders trifft es mich bei Menschen die mich taeglich umgeben. Wenn da respektloses Verhalten kommt, unsensible Aussagen oder einfach nur gewolltes Unverstaendnis dann tut das sehr sehr weh.
Meine Wunden sind so tief und kommen nicht zur Ruhe, weil staendig jemand drin rumbohrt – da kann man nicht cool bleiben.
Ich versuche dieses Prinzip seit Jahren und bin froh wenn ich die Staerke besitze mich einmal nicht von ploetzlich negativ auftretenden Gefuehlen leiten zu lassen und ‘cool’ bleiben kann.

Ich wuensche uns allen mehr Respekt, Ruecksichtnahme und Mitgefuehl fuereinander.
In diesem Sinne einen schoenen Tag!

Viktor schreibt am 11. Oktober 2010

Mal wieder eine sehr spannendes Thema gleich am Montag:
Bis zu welchem Punkt bleibe ich Gelassen, bzw. kann ich mir Gelassenheit erlauben? Wann muss ich dummdreisten Menschen einfach mal Einhalt gebieten und Ihnen zeigen: so geht das nicht. Der schöne Spruch “Der Klügere gibt nach” hat nämlich eine noch schönere Ergänzung “bis er der Dumme ist”. Natürlich kann ich privat in der Einkaufsschlange am Samstag ganz gelassen bleiben, zumindest wenn jemand – auch noch höflich bittend – mit 2 Teilen vorbei möchte. Wenn mir dann auf der Heimfahrt ein fotter Mensch im Dorf die Vorfahrt nimmt eigentlich aus. Wenn ich aber daran denke, dass er dann irgendwann mit 70 durchs Dorf fährt und alle rechts vor links ignoriert mit der Überzeugung “die Deppen halten ja eh alle an” wird es kritisch, wenn mein Sohn auf dem Mofa davon ausgeht, das er sich an die Regeln hält. Spätenstens wenn mich dann der nette Bänker im Anzug auffordert, doch die jetzt endlich das SuperDuperKonstrukt zu unterschreiben wird es auch meiner Sicht extrem kritisch. Dann kann keine eine gelassene Unterschrift im Vertrauen schnell mal viel viel Geld kosten.
Deshalb Resümee: Mir bleibt es nicht erspart, kritsch jede Situation zu beurteilen und dann den Grad der Gelassenheit an den Tag zu legen, der dem anderen nicht das Gefühl gibt, er könne sich in Zukunft noch mehr erlauben.

Julia schreibt am 11. Oktober 2010

Es ist immer wieder verblüffend für mich, dass auch der gestrige Artikel wieder absolut zeitgemäß ist und ein Lebensthema von mir berührt.

Auch gerate in bestimmten Situationen immer wieder zwischen Baum und Borke:
Sollte ich nicht bei einem Drängler an der Kasse etwas sagen?
Müsste ich nicht die Größe besitzen, darüber hinweg zu sehen, dass meine Kollegin mit ihrer Bemerkung mal wieder total unverschämt war?
Schweige ich in diesen Momenten, steigt in mir das Gefühl des Versagens auf. Traue ich mich, den Mund aufzumachen, erfasst mich ein Brennen des ganzen Körpers vor Aufregung. Dennoch bin ich im Anschluss sehr stolz, den Mut aufgebracht zu haben, meine Meinung zu vertreten.

Mich trifft die Respektlosigkeit meiner Mitmenschen bis ins Mark, das ist auch tagesformabhängig. An guten Tagen gelingt es mir dann, einen Schritt zurück zu treten und meine Gefühle auszublenden. Ich stelle mir vor ein Fremder zu sein, der sich überhaupt nicht angesprochen oder angegriffen fühlt. Vor einiger Zeit erklärte Jürgen Fliege in einem Interview dass er bestimmten Reaktionen die Schärfe nimmt, indem er seinem Gegenüber gedanklich folgende Fragen stellt:
“Wer hat Dich so verletzt, dass Du mich so verletzten musst?”
“Wer hat Dich so angeschrien, dass Du mit mir so schreist?” “Wer hat Deine Würde so verletzt, dass Du mich so niedermachen musst?”
“Wer hat Dich so verunsichert, dass Du mich in Angst und Panik mit Deinen Drohungen versetzen musst?”

Bei dieser Vorstellung nimmt meine Wut und mein Ärger ab. Sofern ich nicht wirklich persönlich gemeint bin, wird mir klar, dass sich mein Gegenüber lediglich abreagieren will. Durch das Erkennen, keine persönliche Verletzung erfahren zu haben, kann ich in angemessener Weise reagieren und ihn höflich auf sein Fehlverhalten hinweisen. Bei meinen bisher seltenen Mutattacken bin ich zwar noch nicht auf Gegenliebe gestossen, habe aber mein Selbstvertrauen gestärkt. Denn ich glaube hier ist die Ursache für mein Empfinden zu suchen, als gutes Kind nimmt man sich zurück und gibt keine Widerworte. Ich erinnere mich sehr gut an eine Schlüsselsituation, in der ich mich als Teenager wagte, meinem Vater zu widersprechen. Die Reaktion war fürchterlich, er tobte vor Wut … in diesem Moment habe ich wohl beschlossen, mich nie wieder zur Wehr zu setzen. Heute nach über dreißig Jahren beginne ich, diesen Verhalen abzulegen. Es ist schwer, aber meine ersten Erfolge geben mir die Kraft weiterzumachen, auch wenn ich innerlich leide wie ein Hund. Diese alten Muster sitzen tief und benötigen entsprechende Zeit um aufgelöst und ersetzt zu werden.

Ich möchte mich Maluka´s Wunsch für mehr Respekt, Rücksichtnahme und Mitgefühl füreinander anschließnen und wünsche allen

viel Kraft und eine gute Zeit!

Julia

Susanna schreibt am 11. Oktober 2010

Gelassenheit…was heißt das eigentlich. In den letzten Tage beschäftigt mich diese Frage sehr, denn ich glaube, oft wird Gelassenheit mit Gefühlslosigkeit verwechselt. So zu mindest habe ich es bei mir bemerkt.
gelassen kann doch nur der sein, der sich gefühlsmässig nicht an die/eine Sache bindet. Aber, wer sich nicht bindet also nichts (oder wenig)fühlt kann nicht am und im Leben leben, denn heißt leben nicht: gebunden sein?
Und kann man gebunden gelassen sein?
LG
Susanna

Deya schreibt am 11. Oktober 2010

Dieser Artikel kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Ich habe mich lange dadurch krank machen lassen, dass ich nicht gelassen auf Kritik, Schuldzuweisungen oder Ärger von anderen Leuten reagieren konnte.
Wenn mich Kunden anschreien, mir Schuldzuweisungen geben oder meine Leistung kritisieren für Sachen, für die ich nichts kann, die ich auch nicht beeinflussen kann, werde ich wütend und letztendlich krank. Wenn man sich überlegt, dass ich mich durch wildfremde Leute so beeinflussen lasse, finde ich das im nachhinein traurig. Ich möchte gerne gelassener mit den Kunden umgehen und mich nicht so emotional reinsteigern und mich auch nicht immer gleich so ärgern.

Inge schreibt am 11. Oktober 2010

Ich kenne das “Vordrängeln” und die Reaktion auch anders. Nicht die betroffenen (überholten) Leute an der Kasse sagen etwas, sondern die weiter hinten. Sie sprechen den ihnen unbekannten Nachbarn laut an und regen sich über den Vordrängler auf. Ihm selbst sagen sie aber nichts.

Gelassenheit in der Arbeit:
Wenn der Chef meint, man hätte einen Fehler gemacht, man selbst aber gute Argumente hat, warum dies kein Fehler war, dann geht man gelassen in die Diskussion darüber. Nun gibt es Chefs, die reden einen nieder, die unterbrechen den Gedankengang, fallen uns ins Wort und wollen nur ihre Meinung gelten lassen. Wenn ich dann, um das Ganze abzukürzen, “jaja” sage, ist der Chef zufrieden und ich gehe zornig weg. Ich kann da nicht mehr gelassen sein.

Was soll ich da nur tun – ich kann das nicht einfach ignorieren.

Jana schreibt am 11. Oktober 2010

Ja, es stimmt schon, Gelassenheit würde in so mancher Situation helfen, aber ich bin eben auch der Meinung, dass ein gewisses “In die Schranken weisen” desjenigen, der andere mit seinen Äußerungen und seinem Habitus verletzt, notwendig ist, sonst wird er es immer wieder tun.
Oftmals geht es eben nicht um die kleinen Dinge im Leben, wie im Beispiel genannt, sondern um viel tiefere Ärgernisse/Verletzungen, als ein Drängler an der Kasse. Oftmals sind es sehr nahe stehende Personen, Kollegen, Eltern, Kinder, denen man sich im Leben nicht entziehen kann/möchte und sich hilflos fühlt, wenn man von ihnen verletzt wird.
Hier wäre es bestimmt für viele hilfreich Lösungsvorschläge zu erhalten, wie z. B. für Hanni, Barbara und Movie.
Ich bräuchte Sie auch, nur als Tochter, die eben nicht mehr die Aussagen der Mutter ertragen kann, weil sie verletzen. Deshalb ziehe ich mich zurück und meide jeden Kontakt. Obwohl mein sehnlichster Wunsch ist, endlich in Frieden mit ihr zu leben. Dabei wäre es gar nicht so schwer, wenn sie einfach aufhören würde, verletzende Äußerungen mir gegenüber von sich zu geben.
Ich ziehe mich zurück, um mich zu schützen, weil ich auch mit zig Tricks und in mehreren Jahrzehnten nicht geschafft habe, die eigenen negativen Gedanken zu überlisten und die Gelassenheit nicht habe, Verletzungen hinzunehmen.
Dennoch bin ich unendlich tief traurig, dass es keinen anderen Weg gibt.
Ich wünschte mir, dass mehr Respekt unter den Menschen herrschen würde im Allgemeinen und täglichen Miteiandern, aber auch Respekt von Eltern gegenüber den eigenen Kindern, nicht nur von Kindern gegenüber den Eltern.
Jana

Felicitas Dinter schreibt am 11. Oktober 2010

“Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden”

Wenn ich versuche, mein tägliches Leben nach diesen klugen Worten zu richten, fällt mir vieles leichter im Annehmen bzw im Loslassen; Ihr solltet es mal probieren. Es wirkt, wenn ich auch viel Übung brauche, um es in der Realität umzusetzen; wenn auch nicht immer, so doch immer öfter ! Viel Erfolg beim Üben und liebe Grüsse von Felicitas

Craxx schreibt am 11. Oktober 2010

Vielen Dank für diesen hilfreichen Artikel, der sehr zum Denken anregt.
Wann ich gerne gelassener wäre? Wenn wieder jemand meint, meine Erziehung und meinen Umgang mit meinem Sohn (9)und meiner Tochter (7 Monate) kritisieren zu müssen. Leider lasse ich mich durch Kommentare gerade zur Babypflege/Erziehung immer wieder verunsichern. Vielleicht möchte ich doch allen “gefallen”?
Abgeschrieben und zum Einüben aufgehängt habe ich mir den Satz: “Schade, dass Sie so denken. Aber das ist nicht mein Problem, sondern Ihres”. Sehr sehr guter Satz!

Iris Bermann schreibt am 11. Oktober 2010

Hallo alle zusammen!

Ich persönlich wäre gerne bei geschäftlichen Vorträgen gelassener. Besonders aufgeregt bin ich, wenn ich die Menschen noch nicht kenne. Es ist mir immer sehr wichtig, dass ich dann in der kurzen, mir gegebenen Zeit so viel wie möglich vermitteln kann. Ich bin Mediatorin und Kommunikationstrainerin und bin begeistert von der “Gewaltfreien Kommunikation ” und von Marshall Rosenberg. Das hift mir dann in dieser “Vordränglergeschichte” gelassen zu bleiben, weil ich gelernt habe, wie ich ohne zu bewerten und zu verletzen etwas sagen kann. ” Ich “- Botschaften sind da von Vorteil und mit dieser Art der Kommunikation bin ich selbstbewusster( mir selbst und meiner bewusst) und gelassener geworden!
Schönen Abend noch!
Herzliche Grüße
Iris Bermann

Andreas schreibt am 11. Oktober 2010

Hallo,

ich denke es ist auch hier wichtig zu differenzieren.

Es gibt Phasen da bin ich entspannt und habe Zeit und infolgedessen kein Problem damit an der Kasse jemanden vorzulassen. Und es gibt auch Situationen in denen es mir nicht darauf ankommt das alle sämtliche Regeln und Prinzipien einhalten, d. h. wenn es mir gutgeht und ich zufrieden bin, dann fällt es mir leicht großzügig zu sein.

Andererseits wenn ich es eilig habe, dann lasse ich an der Kasse natürlich niemanden vor, wenn es nicht unbedingt sein muss. Und wenn ich es eilig habe, dann kommen mir alle anderen Autofahrer vor wie Sonntagsfahrer, die scheinbar alle Zeit der Welt haben und es scheinbar nur darauf angelegt haben mich zu blockieren (ich habe das jetzt bewusst zugespitzt und übertrieben)…………oder wie Tocotronic sinngemäß singen……..”gehn die Leute auf der Strasse absichtlich so langsam………wollen sie verhindern das ich vorwärtskomm?”

Ciao sagt

Andreas

Andreas schreibt am 11. Oktober 2010

Hallo nochmal,

ich habe gerade ja schon einen Kommentar geschrieben und jetzt habe ich mir den Text noch mal durchgelesen und mir sind noch mal neue Gedanken gekommen.

Diesen Satz “Schade, dass Sie so denken. Aber das ist nicht mein Problem, sondern Ihres” den finde ich auch total gut und der passt bei Gemeinheiten von anderen.
Aber mir ist eingefallen ich hatte vor kurzem eine Sitation in der ich mich heftig kritisert fühlte und in der es um eine total wichtige Sache ging und da konnte ich natürlich nicht so denken. Ich habe dann meine Sicht der Dinge dargelegt und das hat schon gutgetan. Was könnte man noch tun in einer wichtigen Situation?

Ciao sagt

Andreas

Berna schreibt am 11. Oktober 2010

Ich wäre gerne gelassener über dem, was Menschen über mich sagen oder denken!
Wie für viele von Euch kommt auch für mich das Mail-Thema meist zu einem passenden Zeitpunkt! So habe ich im Vorfeld bereits eine Entscheidung getroffen, die für mich in diese Richtung geht! Nämlich, mich vor nichts mehr zu fürchten!
Nur eben in Sachen Geschwätz klappts noch nicht ganz, leider. :(

Im genannten Beispiel (Supermarkt) würde das für mich nun bedeuten, dass ich mir keine weiteren Sorgen machen würde, wohin solch unhöfliches und ungerechtes Verhalten in der Welt noch führen wird. (Denn das wäre mein Aerger in dieser Sache!) Diese innere Zuversicht würde mich anders reagieren lassen! (Bin aber auch der Meinung, dass man nicht zu allem schweigen sollte. Manchmal darf und sollte man andere zur Rede stellen!)

@Elke: Liebe Elke, dieses sich nicht mehr fürchten, bewirkt bei mir ein grösseres Vertrauen in Gott, dass Er es schon im Griff hat, und dass er mir bei persönlichen Situation auch hilft.
Solches wünsche ich Dir auch! Bedenke: Wünsche und Träume im Herzen sind auch von ihm! Also, sei guten Mutes, er kann auch deine Wege lenken!

@Anne: Liebe Anne, versuche es mal mit Motivation zu kleinen Schritten! Und einer Belohnung dazu (ev. erst am Ende, wenn der ganze Hausaufgaben-Berg abgetragen ist).
Wahrscheinlich fühlt sich deine Tochter überfordert und hilflos anbetracht der ganzen Aufgaben! Deshalb wohl auch das Ausweichen durch Trödeln. (Kenne das auch von mir!) Kleine Hilfestellungen deinerseits könnten sie hierin beflügeln und durch Erfolgserlebnisse zu mehr Selbständigkeit bewegen!
Wünsche Euch viele kleine und grosse Erfolgserlebnisse! :)

Nils schreibt am 12. Oktober 2010

@Inge

Ich kenne das “Vordrängeln” und die Reaktion auch anders. Nicht die betroffenen (überholten) Leute an der Kasse sagen etwas, sondern die weiter hinten.

Antwort: Wenn sich vorne jemand dazwischen drängelt, sind alle in der Schlage gleichermaßen davon betroffen und nicht nur der unmittelbar Folgende. Daher müsste sich jemand von hinten nach vorn durchfragen, wenn er vorgelassen werden möchte. Ich finde es besonders ärgerlich, wenn jemand vorne fragt und anscheindend großzügig vorgelassen wird. Der “Großzügige” entscheidet dann nämlich eigenmächtig für die komplette hinter ihm stende Schlange. Somit wird aus der scheinbaren Nettigkeit gegenüber einem Einzelnen eine Unverschämtheit gegenüber Vielen.

Gunvald schreibt am 12. Oktober 2010

Danke für diesen Rat! Bei mir in der Arbeit läuft vieles schief: mein jähzorniger CHEF spioniert mir grundlos(!) übertrieben hinterher (bis ins Private!), unterstellt mir Dinge, die unwahr sind, zieht regelmäßig meine Arbeit und sogar meine Meinung in den Dreck. Ich brauchte dringend eine Strategie, wie ich die noch verbleibende (kurze) Zeit in dieser Firma heil überstehen kann. Gestern war es wieder so weit, aber ich konnte diesmal bewußt gelassen reagieren, was meinem Chef den Wind aus den Segeln genommen hat. Ich habe ihm damit die Chance genommen, wieder einmal über einen geknickten, des Selbstwertgefühls beraubten Angestellten zu triumphieren.

Bella schreibt am 12. Oktober 2010

Hallo zusammen,

genau über das Thema Gelassenheit habe ich in letzter Zeit sehr viel nachgedacht.

Mir fällt es auch oft schwer gelassen und frei von Emotionen zu reagieren. Dabei geht es aber weniger um solche “Kleinigkeiten” wie die Schlage im Supermarkt sondern eher um zum Beispiel Lästereien, unangebrachte Kritik oder ähnliches.
Die Problematik sehe ich eher in meinem geringen Selbstbewusstsein und auch Selbstwertgefühl. Greift mich jemand an, nehme ich es schnell persönlich und zerbreche mir manchmal tagelang den Kopf. Was habe ich falsch gemacht? Wie hätte ich diese Konfrontation vermeiden können? Wie hätte ich das Problem so lösen können, dass auch ich zufrieden bin? Im nachhinein passt der Satz “Schade, dass du so denkst. Aber das ist nicht mein Problem, sondern deines”. seht gut, nur schaffe ich es in der Situation selbst nicht so zu denken.

Leider neige ich dazu mich selbst hinten anzustellen und des lieben Friedens willens klein beizugeben. Nur wurmt es mich dann, warum ich nicht den Mut hatte das Problem zu meiner zufriedenheit zu lösen. So eine Konfrontation oder Kritik zieht oft einen ganz langen Rattenschwanz aus Selbstzweifeln und ähnlichem hinter sich her der nicht einfach zu gewältigen ist.

Ich glaube, der Schlüssel zur gelassenheit, liegt wirklich darin die Sache emotionslos zu sehen. Nur wie schalt ich diese Emotionen aus, die in mir hochsprudeln, die mir manchmal sogar Nachts den Schlaf rauben. wie schaffe ich es die Sache nüchtern und gelassen zu betrachten? Oft schaukelt man sich ja selbst hoch.

An diesem Punkt gibt es für mich noch so viel zu lernen, aber irgendwann wird es bestimmt besser und einfacher werden.

Viel Erfolg wünsche ich euch bei eurem Weg zu mehr Gelassenheit ;)

Liebe Grüße

Bella

Anne L. schreibt am 12. Oktober 2010

Sofern die Erinnerung an Gelassenheit dazu verwendet wird, sich nicht über Dinge zu ärgen, die man nicht ändern kann oder will (will ich den Drängler im Supermarkt wirklich belehren? Ist mir das wichtig?), ist es eine tolle Sache. Aber man darf die Grenze zur Respektlosigkeit nicht außer Acht lassen. Wenn mich jemand beschimpft, treibt ihn möglicherweise ein tief verletztes Bedürfnis dazu an, seine Verletzung in falsche Worte und einen unpassenden Ton zu betten. Wenn ich darauf lediglich mit Schulterzucken und den Worten “Schade, dass Du das so siehst” reagiere und mich abwende, erweise ich ihn eine ungleich stärkere Respektlosigkeit: ich lasse ihn auflaufen, erhebe mich über ihn und kränke ihn damit erheblich. Dadurch entsteht u.U. erst ein richtiger Konflikt – meiner Meinung nach völlig unnütz. Der Vordrängler an der Kasse interessiert mich nicht, den kann ich gelassen ignorieren. Aber einen Menschen, der für mich eine wichtige Bedeutung hat (z.B. beruflich oder privat)? Niemals!

Sam schreibt am 12. Oktober 2010

@gunvald

Die Situation kann ich sehr gut nachvollziehen und spürt sich nicht gut an.

Meine erste Antwrot aus mir war: annehmen, all diese Gefühle die da auftauchen annehmen.Es ist jetzt so !
Zusätzlich würde ich mich in dieser Zeit noch intensiver um mich kümmern und mir alles angedeiehn lassen was m,ir gut tut. Mir wirklich gut um mich kümmern, liebevoll,liebevoll,liebevoll.
Und nun zum Gesetz der Resonanz…nicht in unsrem Leben taucht einfach so auf, kein Mensch keine Sitation ,rein gar nichts…wenn wir damit nicht in resonanz sind.
Die Frage ist: welche Gedanken habe ich gedacht und genährt mit welchem Gefühl ? Wieso erscheint dieser Chef in meinem Leben….was hat ihn in mein Leben gezogen.Was darf ich lernen, es gibt immer 2 Seiten der Medailie…und wo lege ich nun meine Gedanken hin ..wenn ich meine der muss aufhören und das nähre was ich nicht möchte, werde ich nur noch mehr von dem bekommen , was ich nicht will.Also entscheide ich mich doch lieber für das was ich will und was ich fühlen will: gut und fair behandelt werden, mich unendlich wohl fühlen in meinem Job usw..Also wird sich auch bald alles aus meinem Leben entfernen was ich nicht möchte ..sondern das kommen was möchte.

viel Spaß beim kreieren von dem was gut tut
sam

Sam schreibt am 12. Oktober 2010

@anne

Auch deines ist so nachvollziehbar, nur empfinde ich es nicht als ein erheben über den Andren, wenn ich sage : Schade ,dass du das so siehst.Ich lasse zu , dass er das anders sieht …das ist aus meiner Sicht..das Schönste was ich für ihn tun kann …ich lasse ihn so wie er ist.Er ist doch ok , so wie er ist.( da ist aber auch wichtig ob du es auch wirklich so fühlst) Indem ich ihm das zugestehe, gestehe ich es ja auch gleichzeitig mir zu.Ohne Schulterzucken fühlt es sich für mich gut an.
So im Sinne: ich ehre deines und auch meines.

lg
sam

qualmsocke schreibt am 12. Oktober 2010

Witzig, diese Situation aber in einem Vorwurf vom Chef für eine Situation verantwortlich gemacht zu werden, die ein anderer verbockt hat, war ich heute!
Ich habe es von 11 h morgens, bis um 21 h wirklich COOOOL weggesteckt, eben wegen dem Erlernten, und nun aber fängt es an zu brodeln und auch heute nacht wird mein Unterbewusstsein dies beschäftigen und es wird nicht ausschaltbar sein.

Wie also das Gehirn auch noch diesbzgl. motivieren!?

LG Biggi

Kristina schreibt am 13. Oktober 2010

Der Kommentare sind viele, ich konnte nicht alle genau lesen, aber die, die Frechheiten mit Ironie begegnen können, schießen für mich den Gelassenheitsvogel ab. Davon hätte ich auch gern etwas mehr, denn wenn ich es mal schaffe, auf Aufregersituationen mit Witz/Ironie zu reagieren, fühle ich mich großartig! NICHTS zu sagen fühlt sich für mich feige und schwach an, ich krieg schon beim Schreiben keine Luft! Es muss raus! Etwas muss raus. Aber: Den anderen durch den an sich berechtigten Kommentar erziehen zu wollen ist sinnlos, das wissen wir. Daher: Witz, Ironie, durch Überhöhung der Situation oder wie auch immer. Das ist, was für mich gut funktionert. Wenn ich denn “zeitnah” drauf komme. Das kann man wohl auch üben. Muss ich mal googlen, wie. Wie Ullis Moni darauf reagiert: Wunderbar!

movie schreibt am 14. Oktober 2010

Der Einsichtige beherrscht sich selbst.
Wer sich selbst beherrscht, bleibt charakterfest.
Wer charakterfest ist, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Wer sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, kennt keine Traurigkeit.
Wer keine Traurigkeit kennt, ist glücklich.
Mithin ist der Einsichtige glücklich.

Senecca (Lusius Annaeus, der Jüngere)
(Röm. Philosoph, * etwa im Jahre 1 in Corduba; † 65 n. Chr.)

Antike Weisheiten – brandaktuell..

Mögen wir alle heiter und gelassen bleiben

Sam schreibt am 14. Oktober 2010

@biggi

Ich kann dir nur sagen was ic in solchen Fällen,oder soweit als möglich, mache.
Annehmen , nimm deine Wut an , warum auch immer sie da ist ,nimm sie an.Spüre sie so intwnsiv du kannst, verkrampfe vor lauter Wut deinen Körper und dann lass sanft los.Oder/und umspüle so sanft du kannst mit deinem Atem dein Herz, deinen Körper ,das wo du die Wut spürt.Sei unendlich sanft und lieb zu dir.
Gewöhnlich, wird dann alles weicher, ich ganz sanft zu mir und die Wut verebbt.

ich wünsch dir alles Gute, vorallem eine ruhige Nacht

sam

Ulrich Pranskat schreibt am 15. Oktober 2010

Hallo movie,
es wäre schrecklich keine Traurigkeit im Leben zu haben.
Geht das überhaupt keine Traurigkeit?
@Kristina und Sylvia…danke

Euch noch eine schööööööööööööööööne Restwoche…
Ulli

Antje schreibt am 19. Oktober 2010

Das mit der Gelassenheit ist wirklich ein großes Problem für mich, wenn es darum geht, dass jemand schlecht über mich reden oder denken könnte. Mich macht sowas dann wirklich kaputt und ich denke ewig drüber nach. Ich bin nicht komplett kritikunfähig, dabei kommt es mir immer auf die Art und Weise an. Und im “netten” Tonfall kann ich fast jede Kritik an meiner Person aushalten. Aber soforn ich es durch bestimmte Entscheidungen riskieren könnte, dass jemand anderer sauer ist auf mich, geht es mir total mies. Ich gehe immer den Weg des geringstesn Widerstandes, was v.a. beruflich nicht immer möglich ist. Deshalb wünsche ich mir da sehr viel mehr Gelassenheit.

Was für mich nicht zusammenpasst: in dem Newsletter war auch ein Part über Schuldzuweisung und Verantwortung übernehmen. Für mich passt folgendes nicht zusammen: gelassen sein, wenn jemand über mich redet, vielleicht Kritik übt an mir oder meiner Arbeit und sich selbst sagen, dass es nicht mein Problem, sondern dass des anderen ist UND die Bemerkung, man sollte nicht anderen die Schuld geben, sondern selbst Verantwortung übernehmen. Vielleicht sehe ich das falsch, aber wenn ich gelassen mit z.B. Kritik umgehe, weil ich mir sage, dass das nicht mein Problem ist, bin ich doch nicht in der Lage, Verantwortung für bestimmte Handlungen zu übernehmen. Man muss sich doch auch emotional angesprochen fühlen, um bei sich selber die Schuld zu suchen (denn das ist wirklich mal nötig, man sollte nicht immer alles auf andere schieben) und dann dafür Verantwortung zu übernehmen.

Silvi schreibt am 20. Oktober 2010

@ Ambiente: Bei Ihrem Beitrag schrillen bei mir alle Alarmglocken! Mobbing und Burnout sind ernst zu nehmende Probleme bzw. Burnout sogar eine anerkannte Krankheit! Ich denke nicht, dass in so einem Fall ein bisschen Gelassenheitstraining ausreicht! Wenn Sie wirklich Burnout haben, suchen Sie sich bitte umgehend ärztlichen/psychologischen Rat! Ich möchte dies nicht als Kritik anbringen, sondern als nett gemeinten Rat. Ich bin selbst Mobbing- und Burnout-Betroffene. Und ich hatte selbst viel zu lange gewartet, bis ich den Schritt in die Behandlung gemacht hatte.

Also bitte immer genau hinschauen, ob und wann Gelassenheit gefragt ist und wann man handeln kann und sollte!

goona schreibt am 21. Oktober 2010

hallo zusammen,
hab neulich beim meditieren einen tollen satz aufgeschnappt,
der mir zum glück ab und an in einer `warten+ärgern-situation` wieder einfällt:
“ICH WARTE NICHT; ICH ATME.”
vlg, goona