Persönliche Veränderungen
Von Tania Konnerth • 10 Kommentare
In Sachen Selbsterkenntnis und Persönlichkeitsentwicklung gibt es eine tolle, kleine Übung. Sie stammt ursprünglich von Tom Peters, seines Zeichens Management-Berater, und er setzte sie zusammen mit einer Reihe anderer Fragen im beruflichen Umfeld ein. Sie kann uns aber auch darüber hinaus wertvolle Hinweise für unsere persönliche Weiterentwicklung geben. Hier stellen wir Ihnen die Übung etwas abgewandelt vor.
Beantworten Sie einmal schriftlich diese Frage:
„Wofür bin ich bekannt?“
Denken Sie hier an möglichst viele verschiedene Menschen, mit denen Sie zu tun haben und von denen Sie schon Feedback über sich erhalten haben. Was sagen diese Menschen über Sie? Was halten sie für typisch für Sie?
Schauen Sie sich dann Ihre Aufzeichnungen an und lassen Sie die Aussagen auf sich wirken. Einiges wird Ihnen gefallen und gut tun, anderes werden Sie vielleicht als nicht wirklich wichtig einschätzen oder sie können es nicht nachvollziehen. Bei einigen Punkten werden Sie auch vielleicht denken, dass Sie genau dafür nicht bekannt sein wollen.
All das gibt Ihnen viele hilfreiche Anregungen für mögliche Entwicklungen!
Beantworten Sie sich im nächsten Schritt diese Frage:
„Wofür möchte ich in Zukunft bekannt sein?“
Hier notieren Sie alles, was Sie gerne über sich hören würden, wenn man Menschen z.B. in zwei, fünf oder zehn Jahren über Sie befragt. Der lange Zeithorizont ist wichtig, damit Sie „groß“ genug denken – trauen Sie sich ruhig etwas zu. Vergessen Sie nicht, auch die Sachen aufzuschreiben, die Ihnen beim ersten Schritt gefallen haben – schließlich wollen Sie das ja nicht verlieren.
Diese beiden Listen können Sie immer mal wieder anschauen, um in Kontakt mit dem zu bleiben, wo Sie sich hinentwickeln wollen. Und es kann durchaus sinnvoll sein, die Übung auch hin und wieder erneut zu machen.






Zufriedenheit und Glücklichsein
Diese Vorgehensweise mag durchaus dazu beitragen, einmal über die eigene Persönlichkeit ein Stück weit zu reflektieren und neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Aber ist es wirklich so wichtig zu wissen, für was man bekannt ist, und möchte man in Zukunft für etwas spezielles bekannt sein, sozusagen ein Image aufbauen, wie für ein Produkt?
Durch viele Erziehungs- und Sozialisierungsvorgänge während unseres Lebens, besteht für viele die Gefahr nicht nur zum Produkt, sondern auch noch zur Kopie zu werden. Eine starke Orientierung am Werturteil anderer scheint diese Entwicklung eher noch zu verstärken.
Ich möchte nicht falschverstanden werden: Sein eigenes Ich zu finden und seine eigenen Möglichkeiten aus sich selbst heraus zu entfalten ist eine große Chance und ein großes Glück. Je weniger Regeln, Normen und Meinungen anderer jedoch dabei zum tragen kommen, desto eher lässt sich meiner Ansicht nach dieses auch verwirklichen
Ich möchte Hubert absolut zustimmen und den Bogen dabei sogar noch ein wenig überdehnen. Ich will hier nicht provozieren, könnte mir aber vorstellen, die ein oder andere Kontroverse loszutreten.
Mein Angebot für solche Fälle: wer ebenfalls der Meinung ist, dass Ausserirdische niemals Interesse an der Menschheit haben würden, weil diese es nicht geschafft hat, die einfachsten Weisheiten der Evolution in den Alltag zu integrieren, lade ich gerne zu einer freien Gesprächsrunde im Cryptosopher's Club ein (bitte per mail melden).
Nun zu Pfeil und Bogen:
Es gibt unzählige Tipps und Tricks, die suchenden Menschen helfen sollen, eine gewisse Orientierung zu erhalten, um am Ende allen Anwendens das eigene Ich zu finden und damit wohl auch das große Glück.
Ob Glück nicht doch nur ein Lebensziel bleibt?
Ich werde diesbezüglich weiterforschen, aber das mit der Orientierung ist mir zunächst ein wichtigeres Anliegen.
Bei der Vielfalt an Möglichkeiten - zwischen Stand-der-Forschung, Best-Practices, Halbwissen und Scharlatanerie, zwischen Hoffnung und Enttäuschung - einen Weg zu diesem eigenen Ich zu finden, scheinen Orientierungslosigkeit oder gar Frustrationsverstärkung das am meisten geerntete Ergebnis zu sein.
Selbst die Wissenschaften stehen auf der interdisziplinären Autobahn zunehmend im Stau - klafft doch zwischen Motiven wie Nächstenliebe, Naturbewunderung, Achtung vor der Schöpfung, immer auch die Gewissensspaltung durch Profitdenken, Profilneurosen und Neid auf die Genialität der Schöpfung.
Die Sucht nach dem Nobelpreis - das Dynamit als Antrieb der heutigen Forschung? oder die Lähmung des Geistes durch unzählige Haftungsrisiken, resultierend aus einer unüberschaubaren Rechtssprechung, die den Menschen seiner Eigenverantwortung berauben? Ein wahrer Teufelskreis, fast unbemerkt, subtil und nicht zuletzt eine Sackgasse der menschlichen Evolution.
Verständlich wenn der gewöhnliche sinnsuchende Mensch verunsichert ist - weil die einfachen Wahrheiten kaum noch überliefert werden, und wenn, dann mit dem Beigeschmack des Weltfremden oder des Mystischen.
Wo bitte wird der bedürftige Mensch selbst noch uneigennützig abgeholt?
Wie erreichen Ihn die Hypes aus der Forschung? In Form quoten-optimierter Artikel heutiger Medien-Landschaften, die als hoch dotierte Diener der globalisierenden Industrie-Lobbies fungieren?
Wie aber wird der Mensch selbst in den Genuss dieser Therapien und ihrer hochgepriesenen Erfolge kommen können? Durch ein zerformiertes Gesundsheitswesen sicher nicht.
Er fühlt sich allein, stehengelassen auf einem Bahngleis im Bahnhof der Kontingenz, dessen letzter Zug aber für ihn scheinbar bereits abgefahren ist.
Aber genau das könnte das Wunder sein, nach dem er gesucht hat. Allein sein können. Keine Worte, keine Schrift, kein Ton, keine Handlung, kein Umtrieb - einfach Ruhe, absolute Stille. Diese Geniessen, ohne schlechtes Gewissen, ohne Schuldgefühle.
Sein zu dürfen, entblättert von Regeln, Normen und Meinungen. Die Imprints der Seele in den Urlaub schicken und der inneren Stimme lauschen.
Wieder ein Körpergefühl für sich selbst zu bekommen.
Die Reizüberflutung gezielt abstellen zu können, den Selektionsapparat wieder in Schwung.
Geniale Einsichten über die Wichtigkeiten des Lebens quasi als Erkenntnisgeschenk zu erhalten, sich an seinen eigenen schöpferischen Gedanken erfreuen zu können, ohne gleich im Rampenlicht stehen zu müssen.
Ziele, die so unmöglich und unsinnig nicht klingen.
Der Alltag lässt Menschen aber kaum Zeit dafür.
Es wird Zeit, diese Zeit unnachgiebig zu fordern
Ich kann Thomas nur zustimmen, denn genau dass ist es wonach ich strebe. Nicht nur diese reinen unverfälschten Gedanken und Gefühle leben zu können und dürfen sondern mit sehr viel Glück auch noch einen Partner zu finden der ebenso rein und unverfälscht fühlt und denkt.
Not bad. :)
Wunderbar!!!
Es ist doch immer wieder schön, wenn Sprechdurchfall sich selbst negiert.
Selbsterkenntnis hat nicht zwingend mit "im Rampenlicht stehen" zu tun, sondern auch manchmal mit bewußt 2. oder 3. Reihe wählen.
So nimmt sich eben Jede/r den benötigten Raum ...
Ist es nicht schön, eine Einladung zu bekommen. die eigene Richtung im Leben zu überdenken? Zur Kopie werdet Ihr nur, wenn Ihr Euch nur an anderen orientiert, Euch selbst nicht kennt und keine Richtung gebt.
Seid Ihr bekannt für Ablehnung, Negativismus, Mißtrauen und Kritik? Oder vielleicht für Ausgeglichenheit, Chancen sehen, Anderen gut tun (nein, nein kein Helfer-Syndrom, sondern positive Athmosphere)?
Wunder-bar!!!
Re-gier-ung!!!
Naja, nichts wirkliches kann bedroht werden,
nichts unwirkliches existiert!!!
Es ist doch wirklich so, dass wir mit Gesetzen, Bestimmungen, Verordnungen usw.usw. zugemüllt werden.
Ein Beispiel was wir Erfolg nennen:
Die Regierung verabschiedet Gesetze um uns zu "schützen". Wenn aber was passiert müssen wir uns einen Rechtsantwalt nehmen, der uns für ein (überhöhtes) Entgelt vor den Gesetzen schützen soll, welche die Regierung für uns macht. Naja, wir nennen das Erfolg. Lächerlich.
Liebe Grüße
Hannes
Tolle Kommentare!
Aber kann man das nicht auch anders sehen?
In der Form: ich will das, was ich bin oder was mein Wesen ausmacht, auch nach aussen zeigen!
Also den Leuten die Chance geben, uns zu erkennen?
Z.B. ich liebe meine Frau. Auf der anderen Seite nervt sie mich. Dann reagiere ich oft mürrisch. Wenn ich darüber nachdenke, wie sie mich wohl in 10 Jahren sieht:
ja, sieht sie dann den mürrischen Martin, der irgendwie mit ihr unter einem Dach haust oder sieht sie dann den Martin, der mit ihr zusammen durch dick und dünn geht, auch wenn's mal nicht leicht ist? Und dafür kann ich was tun. Und zwar nicht die rosarote Maske aufsetzen sondern ehrlich und offen sein; das, worauf ich mürrisch reagiere ansprechen etc.
Ich möchte Hubert oben zustimmen, weil das genau mein erster Gedanke war. Aber sollte es wirklich wichtig sein für eine sich dynamisch entwickelnde Persönlichkeit zu wissen, für was man bekannt sein möchte? Heute oder in der Zukunft?
Dabei sehe ich öfters, dass gerade viele Menschen häufig unbewusst darunter leiden, dass sie mit Werturteilen aus ihrem Umfeld nicht zurecht kommen.
Somit würde eine Orientierung am Werturteil anderer diese Entwicklung eher in die falsche Richtung treiben. Denn fällt es uns nicht gerade schwer unsere Individualität zu leben.
Tom Peters ist mit Sicherheit eine Kapazität auf dem Gebiet der Managementberatung sowie als Co-Autor bekannter Standardwerke. Jedoch kann ich, der ebenfalls als Unternehmensberater tätig ist, sagen, dass aus meiner heutigen Sicht, die menschliche Entwicklung nicht gerade Wesensinhalt der Unternehmenspolitik ist. Gerade diese Diskrepanz führt dazu, dass viele Menschen aus den Arbeitsprozessen fallen bzw. psychosomatisch erkranken, weil sie diesen Leitbildern nicht entsprechen können, die sie für sich bewusst oder unbewusst entwickelt haben.
Es gibt einen kleinen guten Kern in der Sache. Nämlich dann, wenn die Motivation eine andere ist, als nur nach äußerer Anerkennung zu heischen. Der innere Frieden den ein jeder finden kann, die Stimmigkeit mit sich selber, ist alle Male nachhaltiger und hat meistens sogar eine wunderbare Wirkung, die auch dem Umfeld nicht verborgen bleibt.
Wenn dies das Ziel wäre, dann ist das eine positive Stimulans, die wirklich Sinn in das Leben vieler Menschen bringen könnte.
Aus meiner Erfahrung erinnern sich die Leute meist nur an das negative, die Fehler, das peinliche das man mal gemacht hat.
Deswegen ist mir inzwischen ziemlich gleichgültig geworden was andere denken, weil die Menschen es lieben in den Schwachstellen der anderen zu bohren.Die wirklich beliebetn menschen(Gibt es die)sind oft mies wenn man dahinter schaut oder haben gute Beziehungen oder Geld oder?
Was ich gut gemacht habe, weiss ich selber, und ich hoffe Gott.
Juergen