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Nashörner in der Küche

Von Ralf Senftleben28 Kommentare

nashorn

Manchmal im Leben schaden wir uns selbst. Z. B. indem wir Dinge aufschieben, die wir erledigen sollten. Oder indem wir uns übertriebene Sorgen machen. Oder indem wir Menschen zurückweisen, die wir eigentlich lieben. Oder indem wir uns ungesund ernähren. Oder indem wir vor Dingen Angst habe, die rational betrachtet nicht gefährlich sind. Oder indem wir mit anderen wegen Kleinigkeiten Streit vom Zaun brechen und dann unter der Disharmonie leiden. Ach,… es gibt viele Möglichkeiten, wie wir uns selbst das Leben schwer machen können.

Aber wir tun das natürlich nicht vorsätzlich. Es stellt sich ja niemand hin uns sagt: “So, heute ist genau der richtige Zeitpunkt, mir mal selbst den Tag zu versauen, indem ich …” (setzen Sie Ihr bevorzugtes, selbstschädigendes Verhalten ein). Nein, wir tun das natürlich nicht, um uns gezielt selbst zu schaden. Aber warum tun wir es dann sonst? Unser Verhalten ist ja nicht zufällig. Es steckt ja schon ein System hinter dem, wie wir uns wieder und wieder auf eine bestimmte Art und Weise verhalten.

In vielen Richtungen der Psychologie gibt es zu diesem Phänomen eine sehr interessante Idee, die uns dabei helfen kann, selbstschädigendes Verhalten zu verstehen und aufzulösen: Man geht davon aus, dass hinter allem was wir tun, eine gute Absicht steckt.

Wenn ich Dinge aufschieben, tue ich das z.B. mit der guten Absicht, Stress zu vermeiden. Wenn ich mir übertriebene Sorgen mache, dann versuche ich dadurch vielleicht, schlimme Dinge im Vorfeld zu erkennen um diese dann verhindern zu können oder mir Enttäuschungen zu ersparen. Wenn ich mich ungesund ernähre, indem ich z. B. zu viele Süßigkeiten esse, dann ist die gute Absicht dahinter, das gute Gefühl zu erleben, das Schokolade mit sich bringt. Oder wenn ich einen Streit vom Zaun breche, dann ist die gute Absicht möglicherweise, Ärger herauszulassen und mich belastende Aggressionen loszuwerden, also Dampf abzulassen.

Die These lautet also: Hinter jedem, noch so problematischen Verhalten steckt eine gute (oft unbewusste) Absicht. Wir wollen mit dem, was wir tun, etwas Gutes für uns erreichen, auch wenn wir uns damit eigentlich schaden. Wenn wir das erst einmal wirklich erkannt haben, bekommen wir dadurch eine Möglichkeit, selbstschädigendes Verhalten aufzulösen und wegzutrainieren.

Wenn ich z. B. merke, dass ich immer zu viel esse, wenn ich Stress habe, kann ich mir andere Möglichkeiten zur Stressbewältigung einfallen lassen, die letztlich sogar viel besser funktionieren (z. B. Sport). Oder wenn ich mir klarmache, dass ich mir durch das Aufschieben heute, mit ich mir ja eigentlich Stress ersparen will, morgen 10 x so viel Stress mache, dann motiviert mich das vielleicht dazu, Dinge öfter sofort zu erledigen.

Diese Denkweise, dass hinter jedem Verhalten eine positive Absicht steckt, bringt noch etwas Schönes mit sich: Wenn Sie verstehen, warum Sie etwas tun, hören Sie wahrscheinlich auf, sich selbst zu verurteilen und sich wegen Ihrer Verhaltensweise fertig zu machen. Sie entwickeln Verständnis für sich selbst. Sie schütteln dann wahrscheinlich öfter liebevoll über sich selbst den Kopf und wundern sich mit einem amüsiertem Blick auf sich selbst über die kindliche Einfalt, die hinter manchem selbstschädigenden Verhalten steckt.

Vielleicht haben Sie schon mal im Fernsehen gesehen, wie ein kleiner Junge der Mama eine Freude machen und ihr einen Kuchen backen wollte. Und hinterher sah die Küche aus, als wäre eine Horde Nashörner einmal durch die Küche getrampelt. Der kleine Junge wollte seiner Mama nur etwas Gutes tun. Aber,… na ja,… zwischen guter Absicht und einem guten Ergebnis gibt es eben einen großen Unterschied.

Und wir sind eben oft auch genau wie der kleine Junge. Wir wollen etwas Gutes. Aber am Ende ist die Küche vollgesaut. Aber sollten wir dem kleinen Jungen deswegen böse sein, wo er in seiner kindlichen Liebe doch nur der Mama eine Freude machen wollte?

Wenn Sie das nächste Mal etwas tun, mit dem Sie sich selbst das Leben schwer machen, dann tätscheln Sie sich selbst ein bisschen auf den Kopf, fragen Sie sich, was die gute Absicht hinter Ihrem Verhalten ist und würdigen Sie diese gute Absicht dann. Und dann überlegen Sie sich, wie Sie die das was Sie erreichen wollten auf eine noch bessere Art erreichen könnten, ohne sich dabei selbst zu schaden.

Das ist doch irgendwie eine nettere und erwachsenere Art und Weise, mit selbstschädigendem Verhalten umzugehen. Finden Sie nicht?

  1. lilifee schreibt am 29. August 2008 um 04:57

    guten morgen Ralf,
    was für ein toller artikel!
    ich glaube,das ist einer der besten,die ich von dir gelesen habe.
    ich bin immer wieder begeistert über die tipps und denkanstösse die du gibst.
    oft sind sie relativ einfach umzusetzen,man muß sie nur kennen.
    DANKE.
    ich wünsche dir und deinem tollen team einen schönen tag.
    ganz besondere grüße gehen an Cynthia.
    gruß lilifee

  2. lotti schreibt am 29. August 2008 um 07:48

    Vielen Dank für den Artikel!
    Mal wieder passen deine Überlegungen zu meinen aktuellen Gedanken und helfen ihnen auf die Sprünge. Vielen Dank!

    Gestern habe ich den Gedanken gehabt, wie oft ich mit dem oder dem Verhalten mir selbst schade und mir vorgenommen, mich viel häufiger zu fragen, ob mir das, was ich gerade aktuell tue, denke, fühle auch gut tut. Diese andere Seite, dass hinter selbstschädigendem Verhalten auch immer eine gute Absicht steckt, habe ich nicht gesehen, stimme dir aber darin völlig zu. Das macht für mich absolut Sinn. Danke!

  3. Christiane Bach schreibt am 29. August 2008 um 10:10

    Erstmal Glückwunsch zur gelungenen Überschrift! :-)

    Den Ansatz, sich nicht in Selbstvorwürfen zu verlieren, sondern die Motive hinter dem Verhalten zu verstehen, finde ich auch sehr empfehlenswert. Wer aufhört, ständig irgenwie mit sich zu hadern, sondern mit sich selber FREUNDSCHAFTLICH umgeht, hat schon eine Menge Psychostress weggeräumt - es lebt sich sehr viel angenehmer so.

    Dass allerdings das Verstehen und Würdigen der jeweiligen "guten Absicht" und das aus dem Kopf kommende Ersetzen der (auf Dauer selbstschädigenden) Methode so einfach ist, wie es der Artikel glauben lässt, bestreite ich. VERSTEHEN ist eben (anders als die Psychoanalyse meinte) nicht schon gleich Veränderung!

    Wer mir z.B. sagt, Sport könnte tatsächlich den Genuss beim Schokolade-Essen ersetzen, pflegt eine nette und gut gemeinte Legende. Leicht zu erlangende Genüsse bzw. Suchtbefriedigungen (Süßes, Rauchen etc.) sind nicht eben mal so durch aktive, eher anstrengende Aktivitäten zu ersetzen - sonst hätten das ja schon sehr viel mehr Menschen mit Freude getan! Solche Verhaltensweisen sind uralte Konditionierungen und Gewohnheiten, tief eingeschrieben ins Unbewusste - bloßes "umdenken" vertreibt sie nicht so leicht. Dazu ist tatsächlich eine längere "Durststrecke" mit Gefühlen des Mangels und Verzichts erforderlich - auch NACH DEM SPORT wird jemand, der sehr gerne Schokolade isst, darauf Appetit haben!

    Der Bezug zu "Stress" bei alledem wird m.E. auch überstrapaziert. Ich kenne genug Leute, die kaum je Stress haben und dennoch diese Verhaltensweisen zeigen.

  4. Neofene schreibt am 30. August 2008 um 09:18

    Und was ist mit dem: "Oder indem wir Menschen zurückweisen, die wir eigentlich lieben." Diese Erklärung hat noch gefehlt, würde mich aber brennend interessieren. Vielleicht auch Stressvermeidung? Oder Angst davor, selbt verletzt zu werden? Angst, weil zu kompliziert? Oder, oder, oder...

    Danke für den Artikel!

    Neofene

  5. Pingpong schreibt am 31. August 2008 um 07:32

    Ein sensationeller Artikel, gratuliere für die einfache aber einleuchtende Symbolerklärung mit dem "Nashorn"...
    weiter so ...

  6. Norbert :-) schreibt am 31. August 2008 um 07:41

    Guten Morgen, Ralf!

    Sehr schöner Artikel.

    Klingt gut, ist gut, mach' ich. Das waren meine ersten Gedanken, als ich den Artikel durchgelesen hatte.

    Ich sah mich schon mit mehlverstaubten Händen in der Küche stehend wie ich mein schütteres Haupthaar mich selbst lobend und zugleich beruhigend tätschel. :-)

    Bereite nämlich gerade eine heute Nachmittag beginnende Feier bei uns vor, während meine Frau noch ihrer Arbeit nachgeht.

    Herzliche Grüße
    Norbert :-)

  7. Balancer schreibt am 31. August 2008 um 08:06

    das klingt gewaltig nach Generalamnestie für das eigene Verhalten.
    Kann man so durchs Leben gehen, wenn man versucht, sein Verhalten wie eine Statistik zu beugen.
    Obwohl: ich sehe das Verhalten von Georg Bush nun mit anderen Augen. Wahrscheinlich ist er nur ein verkannter Märtyrer. Der Retter der neuen Welt.
    Ich sehe ihn schon im Oval-Office stehen, wie er seinen Kopf tätschelt.

  8. azuro schreibt am 31. August 2008 um 08:30

    Lieber Ralf,

    dieser Artikel hat mich zum Schmunzeln gebracht. Zum Schmunzeln darum, weil ich mich leibhaftig darin wieder gefunden habe.
    Alles trifft perfekt zu.
    Und deine Nashorn-Überschrift finde ich sensationell.

    Danke für all die Anregung!!!

    :-)) Ich glaube auch mein Sohn wird es dir danken (würde er dich kennen), wenn er merkt, seine Mam hört auf sich immerzu um ihn zu sorgen, das allein wird uns beide schon glücklicher machen.

    Auf diesem Wege wünsche ich dir und uns noch viele solcher tollen Denkanstöße.

    Einen sonnigen, schönen Sonntag noch und alles Gute von

    azuro

  9. Gawan schreibt am 31. August 2008 um 10:03

    Hallo Ralf,

    das Beispiel mit dem Hungen in der Küche ist wirklich super! Der ganze Artikel hat mir gut getan,.. manchmal glaube ich, dass ich einen Psychologen brauche, weil mir solche Denkanstöße und Formulierungen mich einfach besser fühlen lassen. Aber leider habe ich es noch nicht geschafft, mir einen zu suchen.

    Sonnige Grüße, das Wetter ist heute wieder wunderbar!!!

    Gawan

  10. Gawan schreibt am 31. August 2008 um 10:05

    ups, sorry für die Rechtschreibfehler in meinem Kommentar ;)

  11. Movie schreibt am 31. August 2008 um 11:12

    Lieber Ralf Senftleben!

    Aus jeder Ihrer Zeilen und Gedanken strömt mir eine liebevolle Art des Umgangs mit sich und in der Konsequenz auch mit unserer Umwelt entgegen. Danke für die versöhnlichen Worte! Sie waren Balsam auf einer Seele, die das erst im späteren Leben umsetzen konnte, weil lange Jahre nicht selbst erfahren. Als ca. 10/11 Jahre altes Kind hatte ich eine Erlebnis, das sich mir erstmals tief eingeprägt hatte und das immer wieder ins Bewusstsein vorgedrungen ist: Ein noch etwas jüngeres Mädchen aus der Nachbarschaft war hingefallen und hatte sich die Knie aufgeschrammt. Sie brüllte mächtig los und ich dachte - so, wie ich das von meiner Mutter immer gehört hatte:"Mein Gott, macht die ein Theater!" Ihre Mutter eilte inzwischen herbei und nahm sie ganz fest in ihre Arme und tröstete sie unaufhörlich mit sanften Worten: "Du armes, armes Kind, das tut sicher weh, ...!" Und wieder empfand ich das, was diese Mutter hier veranstaltete, als völlig übertrieben. Nach kurzer Zeit befreite sich die Kleine aus den ihren Armen, wischte sich die Tränen weg und sagte:" Ist gar nicht mehr schlimm!" und spielte einfach weiter mit mir.
    Warum mir gerade diese Geschichte wieder in den Sinn kommt - weil ich mir lange Zeit überhaupt nichts nachsehen, geschweige vergeben konnte, diese Befehle aus der Kindheit - "..reiß dich mal zusammen, mach´ kein Theater, nimm´ dich nicht so wichtig.." haben es mir fast unmöglich gemacht, mit mir liebevoll umzugehen. Ich konnte es zum Glück meinem Sohn und meinen Schülern gegenüber auch dank des geschilderten Erlebnisses, das mir die Überzeugung vermittelte, dass der Trost und das Eingehen der Mutter auf die Bedürfnisse ihres Kindes Voraussetzung dafür waren, dass das kleine Mädchen, wahrgenommen in seinem Schrecken und seinem Schmerz, die eigene Kraft zum Bewältigen des Unglücks mobilisieren konnte. Als meine Mutter mir wenige Monate vor ihrem Tod, dem Himmel sei Dank für dieses Geschenk, die erlösenden Worte - "Schön, dass es dich gibt" - sagte, konnte ich spüren, was es bedeutet, angenommen zu werden, und ich konnte ihr all das, was sie mir getan, bzw. noch mehr, was sie versäumt hatte, verzeihen, auch die äußerlichen sowie charakterlichen Ähnlichkeiten mit ihr, gegen die ich mich so sehr gewehrt hatte, zunehmend annehmen und damit mich in meiner Gesamtheit. Seitdem ist es mir immer mehr möglich, den Hintergrund meines Perfektionismus und partiellen Workaholimus zu durchschauen, mein Tun im Verhältnis zum Aufwand abzuwägen, immer öfter Fehler ohne Scham und Versagensängste einzugestehen und zu akzeptieren, auch wenn die Küche ein Chaos ist, (sie ist gleichzeitg auch ein Ort neuer Entdeckungen und Erfahrungen, da kommt eben auch mal alles durcheinander..), Gefühle ohne Angst vor Ungeliebtsein als "Strafe" zu äußern, wobei das noch immer das Schwerste ist, vor allem innerhalb der Familie. Ich spüre die positive, die liebende, beschützende, gütige Intention in mir, den Wunsch, es doch recht machen zu wollen, der dahintersteht trotz der Misserfolge - . Dieses Innerste meines Wesens vermittelt mir, du bist trotzdem o.k. Auf der Basis ist es mir dann wieder möglich, Selbstkritik als Chance zur Weiterentwicklung wahrzunehmen, an den Fehlern zu arbeiten, ohne meine Energie in Selbstvorwürfen zu vergeuden. Ich bin froh und dankbar, dass ich das wirklich so erleben kann, wenn es auch Jahrzehnte gebraucht hat. Gerade alles um diese Thematik war und ist noch immer eine der schwersten Lektionen in meinem Leben, die ich mit der früheren Härte und Strenge niemals bewältigtn könnte.
    Allen in diesem Forum wünsche ich einen besonders schönen Sonntag
    Movie

  12. Sabine Ott schreibt am 31. August 2008 um 11:42

    Toll! Danke! :-)

  13. The Bright schreibt am 31. August 2008 um 22:18

    Einfach großartig! Das trifft die Sache auf den Punkt.

  14. Heike Eberle schreibt am 1. September 2008 um 05:51

    Hallo Ralf,

    klasse Artikel! Damit können sich jetzt alle Eltern auch mit der guten Absicht rechtfertigen: Ich wollte ja nur das Beste. Ich denke da an die vielen Belehrungen unserer Eltern, komm früh nach Hause, iß nicht so viel Süsses - jeder kennt das - Diesen Satz "Ich möchte nur das Beste für Dich" hält damit eine gute Absicht bereit. Ich möchte ja nur, dass du am nächsten Tag ausgeschlafen bist oder ich möchte, dass du dich gesund ernährst.
    Allen, die das Elterngemeckere auf den Sack geht, hier die gute Ralf'sche Empfehlung die gute Absicht dahinter sehen!!

    Liebe Grüße
    Heike

  15. KRI schreibt am 1. September 2008 um 05:54

    Och Mönsch...
    ich war gerade so down und angepiekt von einem mir unangenehmen Menschen, der diesen Artikel auch gebraucht hätte. "Der blödmann, der Sackkk." Ich hoffe er begegnet mir nie wieder.
    Grummelig ging ich in mein Bettchen an diesem Abend und...? Dann kam der Artikel von dir, Ralf, auf mein neues Handy."Scheiß Handy, schimpf mit mir." Ich wollte es erst gar nicht lesen und mich nur weiter ärgern über meine eigene Blödheit die Stummtaste wieder nicht gefunden zu haben. Aber dann...

    HA!

    Ich mochte mich wieder, mein Handy auch und dich un die Welt und kitzelte meine Stummtaste unterm Kinn und Ruhe war. Ich habe wunderbar geschlafen. Danke dir.
    KRI

  16. Isabell schreibt am 1. September 2008 um 09:10

    Lieber Ralf,
    dieser Artikel ist Dir wirklich außerordentlich gut gelungen. Einer Deiner Besten! Er steckt voller Liebe und macht Mut zur Selbstliebe, die an sich das Schönste in unserem Leben ist. Denn, meiner Erfahrung nach, schaut man mit der Brille der Selbstliebe auf alles was einem begegnet oder passiert, wandelt sich die angeblich größte Katastrophe in eine Herausforderung zu persönlichem Wachstum um. Und hat man diese Herausforderung dann gemeistert, gibt es fast ein kleines Feuerwerk an Glücksgefühlen, die je nach Intensität einem das Gefühl geben seine eigene Hochzeit mit sich selbst zu feiern. Und das schenkt uns wiederum ein unglaubliches Gefühl an persönlicher Freiheit und Begeisterungsfähigkeit.
    Auch wenn diese Denkansätze für mich nicht neu sind, so tut es doch gut sie immerwieder mal zu hören oder zu lesen, um sie aktiv im Bewußtsein zu behalten. Deshalb danke ich Dir und Tanja für eure Newsletter und wünsche Euch weiterhin gute Ideen und Denkansätze.
    Liebe Grüße Isabell

  17. die elke schreibt am 1. September 2008 um 12:28

    Lieber Ralf, danke für diesen tollen Artikel.
    Der Perspektivwechsel ist eine super Möglichkeit sich nicht in Selbstvorwürfe zu ergeben und sich noch weiter zu verkriechen. Man kann sein Verhalten ( und das anderer)viel lockerer betrachten. Und schon ist die Denkblockade weg.( War bei mir jedenfalls so, als ich es gleich zu einer kleinen Sache, die mich ewig geärgert hat, ausprobiert habe). Ich werde diese Idee ganz sicher in meinen Alltag mitnehmen. Liebe Grüße Elke

  18. Christian schreibt am 1. September 2008 um 15:58

    Lieber Ralf,

    auch ich gratuliere erstmal zum gelungenen Titel.

    Ich möchte noch nachtragen, dass uns das Prinzip der guten Absichten auch helfen kann, toleranter und entspannter mit unseren lieben Mitmenschen umzugehen.

    Wie leicht regen wir uns auf, weil wir glauben, dass uns jemand an den Kragen will, nur weil er nicht genau so reagiert, wie wir es erwarten.

    Mir hilft es dann, mir zu überlegen, welche gute Absicht der andere eigentlich hatte, und warum der/die das gerade so ungeschickt rübergebracht hat.

  19. provence schreibt am 1. September 2008 um 16:42

    Sehr schöner Artikel. Tut gut und lässt mich immer mehr zu der Überzeugung kommen, dass ich fehlbar sein darf.
    Danke und eine schöne Woche Euch Allen

  20. freundin schreibt am 4. September 2008 um 09:30

    Aufgeführt unter Dinge die wir tun um uns zu schaden, ist u.a. auch: "Oder indem wir Menschen zurückweisen, die wir eigentlich lieben". Hier zu finde ich im weiteren Text keine "gute Absicht" warum ich das tue.
    Dies passiert mir sehr oft, und um dieses selbstschädigendes
    Verhalten aufzulösen und wegzutainieren, könnte ich hier ein paar Hinweise brauchen, die mir helfen warum ich sowas mache.
    Denn ich würde gerne verstehen warum ich mich so verhalte.
    (Wenn ich jemanden kennenlerne, merke das ich ihn mag, dann gerade ich unter Streß und beende die noch nicht ernste Beziehung. Bevor sie erst ernst werden kann!!!!)

  21. Ralf Senftleben schreibt am 4. September 2008 um 09:34

    @freundin: Da könnte ich auch nur spekulieren. Vielleicht aus Angst vor Verletzung. Oder aus Angst, sich zu zeigen. Aus Angst vor zu viel Nähe. Aus Angst vor bestimmten Gefühlen.

    Vielleicht einfach mal hinsetzen und für 20 Minuten ohne zu zensieren Endungen für den folgenden Satzanfang schreiben:

    Wenn ich x zu nah an mich heranlasse, dann ...

  22. freundin schreibt am 4. September 2008 um 09:37

    Hallo Herr Senftleben,
    vielen Dank für die schnelle Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen

  23. selma schreibt am 10. September 2008 um 16:10

    Wenn ich x zu nah an mich heranlasse, dann
    - stellt er Fragen, die ich nicht beantworten kann oder
    möchte, er würde agressiv;
    - möchte er seine Wünsche zu den meinen machen.

  24. Ingrid Beciri schreibt am 12. September 2008 um 21:22

    hallo Ralf Senftleben
    Sehr aufmerksam verfolge ich die verschiedenen Meinungen zu dem Nashorn in der Küche
    Ja auch ich bin ein Nashorn in meinem Leben, nur hat mir noch niemand so deutlich den Spiegel vor die Nase gehalten.
    Danke Ralf ... Ich erwische mich immer wieder selbst dabei,mir die Kritik Anderer an zu nehmen und dann auch noch an mir zu zweifeln.
    Ich klopfe mir nach einiger Zeit auf die Schulter und weiß das ich ja gar keinen Fehler gemacht habe...nein ich lerne nur
    Es ist nicht schlimm das etwas vorbei ist,denn erst dann kann ich mich freuen das es überhaupt passiert ist.
    Dennoch bin ich immer noch auf der Suche nach dem Sinn (oder besser nach der Aufgabe) in meinem Leben ...
    Ich will so vieles ... Frage mich aber immer wieder "Wonach suche ich eigentlich?"
    Ich kann mir doch nicht nur permanent über´s Haupt streichen und mir sagen was die gute Sache daran ist.
    Frank Wilde sagt doch so schön "Beweg Deinen Arsch"
    In welche Richtung würden Sie mich den schicken?

    Danke Ralf Senftleben ...

  25. Ralf Senftleben schreibt am 17. September 2008 um 16:40

    Hallo Frau Beciri,

    da kann ich aus der Ferne gar nichts zu sagen, weil ich ja Ihre Situation nicht kenne. Aber stöbern Sie doch mal in der Buchhandlung in den Büchern von Barbara Sher. Ich hatte gerade so spontan das Gefühl, das könnte etwas für Sie sein.

    Schöne Grüße,
    Ralf Senftleben

  26. Ingrid Beciri schreibt am 30. November 2008 um 22:55

    Danke ...
    das werde ich auch tun
    Ich habe in der Zeit die in zwischen vergangen ist, sehr viel erreichen können.
    Habe ein wunderbares Ziel aus meiner Kindheit wieder gefunden,
    habe mir über die Seele gestrichen und es in Augenschein genommen.
    Ich beginne, mit sehr viel Interesse und Elan auf mein großes Ziel zu zusteuern.
    Ich weiß ... es wird mich eine Menge Kraft kosten, aber ich habe den Erfolg schon unter meinem Scheitel verbucht.
    Genau das ist es ...
    Jetzt liegt mein Nashorn vor mir auf den Knien und ich kann es ohne Vorbehalte streicheln.
    Ich habe noch viel zu erledigen ... aber packen wir es an
    viele liebe Grüße Ingrid Beciri

  27. Ingolf schreibt am 5. Dezember 2008 um 09:03

    Zu freundin schreibt am 04.09.2008 11.30:
    "Aufgeführt unter Dinge die wir tun um uns zu schaden, ist u.a. auch: "Oder indem wir Menschen zurückweisen, die wir eigentlich lieben". Hier zu finde ich im weiteren Text keine "gute Absicht" warum ich das tue."

    Auch ich würde das gerne verstehen bzw. ändern - das geht aber nicht so einfach...Beispiel:
    Wenn ich in einer Beziehung steckt (z.B. Ehe) und dann eine neue Beziehung ("Außenbeziehung") beginnt mit der vollen Überzeugung, sein Leben mit diesem neuen Partner verbringen zu wollen (weil es einfach passt) - dann aber Zweifel, Ängste etc. hat/bekommt und zum alten Partner zurückkehrt, allerdings nicht aus der Überzeugung heraus, dass die vorher "verschüttete" Liebe nun wieder da ist (oder kommt), sondern eher eben aus Zukunftsängsten, Verantwortungsgefühl/Pflicht, Anstand...und einem kleinen, noch vorhandenem Gefühl der Zuneigung.
    In dieser Situation weise ich den neuen Partner permanent zurück - eigentlich gegen meine Absicht, gegen mein inneres Gefühl. Aber es geht scheinbar nicht anders, wenn ich erst einmal (wieder) den Schritt in Richtung "alter" Partner gemacht habe (weshalb auch immer; dafür bin ich z.Zt. auch bei einem Therapeuten...).
    Dass ist doch massives selbstschädigendes Verhalten, oder? Aber ich will ja Gutes - nicht nur für mich, sondern auch für alle Beteiligten...

    Grüße,
    Ingolf

  28. SANTOS schreibt am 24. August 2009 um 16:12

    Ich möchte Gratulliere, weil alle texten sehr hilfreich sind!!!

    LG Santos