Eine Übung für mehr Klarheit
Von Ralf Senftleben • 8 Kommentare
Vor kurzem habe ich ein Buch gelesen, das mich sehr beschäftigt: Bill Jensen: What is Your Life’s Work? Das Buch enthält eigentlich nur Briefe, die Menschen an ihre Kinder oder andere, ihnen wichtige Menschen geschrieben haben und in denen sie versucht haben, die Lektionen weiterzugeben, die sie in ihrem Leben gelernt haben.
Das Erstaunliche ist, dass diese Menschen im Prozess des Schreibens der Briefe selbst große Klarheit gewonnen haben, über sich selbst und das was für sie im Leben zählt.
Falls Sie sich manchmal mehr Klarheit über Ihr Leben wünschen, dann möchte ich Sie heute mit diesem Beitrag einladen, das Gleiche zu tun, wie die Briefeschreiber aus dem Buch: Schreiben Sie doch mal einen Brief an eines Ihrer Kinder oder an einen anderen Menschen, der Ihnen wichtig ist, und beantworten Sie im Inhalt Ihres Briefs die folgenden Fragen:
- Worum geht es für mich im Leben?
- Was zählt unter dem Strich wirklich?
- Was sind die wirklich wichtigen Fragen im Leben?
- Welche Gedanken möchte ich an andere weitergeben?
- Was sind Fehler gewesen, die ich gemacht habe und die ich nicht wiederholen werde?
- Was sind die wichtigsten Lektionen, die ich gelernt habe?
So einen Brief zu schreiben ist nicht ganz einfach. Versuchen Sie also bitte nicht, gleich beim ersten Mal gleich einen perfekten Brief hinzubekommen. Schreiben Sie zuerst Bruchstücke und Stichwörter auf. Schreiben Sie einen Entwurf. Und verbessern Sie diesen Entwurf dann in kleinen Schritten immer weiter.
Kritisieren Sie sich dabei möglichst wenig, sondern machen Sie sich vielmehr selbst Mut und sagen Sie sich, dass es beim Schreiben gerade am Anfang dranzubleiben wichtiger ist, als ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Ergänzen und präzisieren Sie Ihren Brief auch in den kommenden Wochen. Machen Sie ihn Stück für Stück immer klarer und konkreter und drücken Sie noch treffender aus, was Sie wirklich meinen und worum es Ihnen wirklich geht. Erzählen Sie Geschichten. Geben Sie Beispiele. Finden Sie Analogien.
Und wenn Ihr Brief fertig ist, können Sie sich entscheiden: Schicken Sie ihn wirklich an die Person oder behalten Sie den Brief?






Liebe Frau Konnerth,
schon oft intensiv gedacht und gefühlt, heute auch mal schriftlich festgehalten: herzlichen Dank für die vielen spannenden Impulse, die Sie immer wieder per Newsletter in meine Mailbox fließen lassen.
Das mit dem Aufschreiben habe ich mir schon so oft vorge-nommen. Bis jetzt wurde jedoch dieser Wunsch durch die starke innere Kritikerin und Perfektionismus immer wieder zu Fall gebracht.
Daher danke ich Ihnen sehr, dass Sie genau dieses Problem in Ihren Zeilen explizit ansprechen. Werde sie mir gleich
ausdrucken und zur Motivation an die Pinnwand hängen.
Gibt es das Buch "What Is Your Life's Work?" auch schon auf
Deutsch? Denn obwohl ich glaube, ganz gut Englisch zu
können, kommt da natürlich auch wieder "meine Perfektionis-tin" ins Spiel, die bezweifelt, ob ich dann auch alles ver-
stehen werde.
In der Amazon Buch-Präsentation bin ich dann auch gleich über folgendes Sprichwort gestolpert, für das ich keine passende Übersetzung ins Deutsche gefunden habe:
"Don't kiss tush, beware carnivorous sheep."
Können Sie mir da helfen?
Ich danke Ihnen nochmals sehr herzlich für Ihre "wärmende" (in Wien ist es kalt, windig und grau in grau) Sonntagsbotschaft und wünsche Ihnen eine wunderbare neue Wochen mit vielen schönen Erlebnissen allein und mit anderen.
Herzliche Grüße aus Wien
BeatriceFloh
Worum geht es für mich im Leben? Jesus zu gefallen weil er das Leben ist.
Was zählt unter dem Strich wirklich? Liebe, Gedult, Glauben, Samftmut, Selbstbeherschung, Freude,
Was sind die wirklich wichtigen Fragen im Leben? Wo gehe ich hin, Was ist mein Auftrag in diesem Leben und wie kann ich ihn umsetzen,
Welche Gedanken möchte ich an andere weitergeben? sucht Jesus und er wird euere Sehnsucht stillen wie bei mir(hatte Depressionen), zersorgt euch nicht sondern gebt die Sorgen Gott ab, Was du nicht willst das man dir tut das tue auch keinen anderen an, passt auf euere Gedanken auf denn sie können zu Taten werden wenn man so lange sich um sie dreht,
Was sind Fehler gewesen, die ich gemacht habe und die ich nicht wiederholen werde? früh mit anderen aussprechen wenn ich was gegen sie habe und darüber rede und versuchen schneller Versöhnung soweit es an mir liegt zu erreichen, nie vorschnell zu urteilen und verurteilen
Was sind die wichtigsten Lektionen, die ich gelernt habe?
- genieße den Augenblick und mach dir nicht zu viel Gedanken
- das das Leben auf der Erde zu kurz ist es zu verschwenden
- Glauben (Vertrauen auf Jesus) Berge versetzt
- wichtig ist Entscheidungen zu treffen
Vielen Dank für diese Anregung!
Im "kleineren" Rahmen hat sich das Schreiben für mich schon öfter bewährt, ich setze es ein, um meine Gedanken zu sortieren und sie jemandem zu erklären, um mögliche Denkfehler, Ungereimtheiten oder Widersprüche zu erkennen und kann so auch feststellen, ob ich wirklich verstanden habe, worum es mir geht oder wo es evtl. hakt.
Ich werde versuchen, den o.g. Brief zu schreiben und denke, die gestellten Fragen können dabei eine hilfreiche Orientierung für eine Bestandsaufnahme sein.
Und irgendwie kommt das alles gerade richtig ....
Einen lieben Gruß
judy-blue
ich habe erfahrung mit solchen briefen.
in einer situation in der es mir sehr schlecht ging,habe ich meine kinder gebeten,mir einen brief zu schreiben und mir ihre sicht der dinge darzulegen.
diese briefe waren sehr schmerzhaft und noch heute,wenn ich sie manchmal hervorhole tut es weh.
doch die briefe haben mir geholfen,den blickwinkel und die perspektive dieser situation zu ändern.
ich bin meinen kindern sehr dankbar,dass sie mir diese briefe geschrieben haben.
ich kann diese "brieferfahrung" jedem nur empfehlen.
gruß lilifee
Danke für diese Anregung lilifee, das werde ich ebenfalls mal vorschlagen. Ich selbst habe mit Tagebuch in Briefform gute Erfahrungen gemacht, das ist bestimmt auch für Kinder eine gute Sache.
Herzliche Grüße
Selma7
Mark - wenn nur stark genug zum Verurteilen aufgefordert und gehetzt wird, gibt es keine Chance auch wenn man sich noch so sehr bemüht 'life's work' zu erfüllen.
Niemand ist fehlerfrei, viele erlauben sich Steine zu werfen, zu deuten, zu beurteilen schlimmstenfalls gar zu verurteilen, Richtung zu weisen usw.
Beten wir, dass wir solchen Manipulationen nicht zum Opfer fallen.
Gelobt sei Jesus Christus »«»
Ich habe mit "nie abgeschickten Briefen" an meine wichtigsten Menschen schon lange Erfahrung.
Ein besonderer Brief: Die Patientenverfügung.
Heißt nicht das Leben in die Hand zu nehmen auch, sich über den Tod und das Sterben Gedanken zu machen?
Wenn die Kraft zu Ende geht, dann ist's kein Sterben mehr, dann ist's Erlösung.
Langes Siechtum möchte ich mir und meinen Lieben ersparen, darum scheint es mir angebracht, auch für das Sterben vorzusorgen.
"Stirbt der Bauer im November, braucht er keinen Adventskalender."