Kontakt
Facebook
Twitter
RSS
Gästebuch
Wöchentlicher Newsletter

Fünf Fragen, mit denen sich Probleme schriftlich lösen lassen

Von Ralf Senftleben5 Kommentare

Wenn wir Probleme haben und uns nicht gut fühlen, dann hilft es vielen Menschen, wenn wir über unsere Probleme und Gefühle schreiben. Viele wissen allerdings nicht, wie sie mit dem Schreiben anfangen sollen. Sie sitzen dann vor dem leeren Blatt oder vor dem leeren Dokument in der Textverarbeitung, haben einen leeren Kopf und sind frustriert.

Eine gute Lösung für dieses Problem sind Leitfragen, an denen man sich schreibend entlanghangeln kann. Hier habe ich einmal fünf solcher Leitfragen für Sie zusammengestellt, mit denen Sie bei einem Problem Ihre Gefühle und Gedanken erkunden und in eine konstruktive und lösungsorientierte Richtung lenken können.

Wenn Sie also ein Problem haben oder sich einfach schlecht fühlen, dann setzen Sie sich in Ruhe hin und stellen sich schriftlich die folgenden Fragen und schreiben die Antworten dazu auf:

  1. Worum genau geht es hier eigentlich? – Erlauben Sie sich als Antwort auf diese Frage ruhig unkonkrete und schwammige Antworten. Sammeln Sie auch Stichwörter, Satzfragmente und alles, was Ihnen einfällt.
  2. Also was genau das ist das Problem? – Versuchen Sie, diese Frage möglichst sachlich zu beantworten und bleiben Sie bei den harten Fakten und dem, was wirklich passiert ist. Lassen Sie reine Vermutungen außen vor. Schreiben Sie aber auch über Ihre Gefühle, die Sie als Reaktion auf Ihre Situation empfinden.
  3. Was hätte ich gerne anstelle des Problems, was ist mein Ziel? – Schreiben Sie auf, was Sie lieber als das Problem hätten. Wie möchten Sie sich gerne fühlen? Wie möchten Sie, dass sich die Situation entwickelt? Wo möchten Sie hin? Wie fühlt sich dieses Zielbild an?
  4. In welchen Bereichen meines Lebens habe ich das bereits? – Schauen Sie auf die Lebensbereiche, wo Sie dieses Problem nicht haben oder wo Sie bereits das Ziel erreicht haben, das Sie in Frage 3 formuliert haben. Was machen Sie da anders? Welche Fähigkeiten nutzen Sie dazu, damit Sie da das Problem an dieser Stelle nicht haben?
  5. Was könnte ich tun, um einen ganz kleinen Schritt vom Problem zu meinem Ziel zu machen? – Was könnten Sie tun, um Ihrem Ziel näher zu kommen? Wo könnten Sie Kleinigkeiten ändern? Welche neue Einstellung würde Ihnen dabei helfen? Was könnten Sie anders machen?

Mit diesen 5 Fragen können Sie systematisch über Ihre Probleme und über mögliche Lösungen nachdenken. Versuchen Sie es doch einmal zum Üben mit einem kleinen Problemchen, das Sie gerade jetzt nervt.

  1. Sandy schreibt am 9. Februar 2009 um 10:16

    Hallo Frau Konnerth,

    die Aufstellung fand ich sehr gut, da ich zurzeit in so einer Situation stecke und komme nicht weiter. Diese kann ich aber nur begrenzt anwenden, da es sich bei mir um ein Problem des Miteinander handelt. Ich habe eine Beziehung (kein Liebesbeziehung, in welcher ich mich sehr unwohl fühle. Aber wenn derjeniger, der diese Beziehung mit mir mitgestaltet, nicht bereits ist, dies was ich diagnostiziert habe (zu kalt, zu berechenbar etc.) mitzuändern, dann hilft es mir sehr wenig alles aufzuschreiben. Tja...

  2. Angelika schreibt am 9. Februar 2009 um 15:09

    Liebe Sandy,

    ich glaube schon, dass es Ihnen hilft, die Dinge rund um Ihre Situation aufzuschreiben.
    In diesem Moment werden Dinge sichtbar und wir werden uns klarer über sie. Wir können auch die Lösungen daraus erkennen, wenn man bereit ist, die Konsequenzen daraus zu ziehen.
    Es geht nicht um den anderen, der sich ändern muss. Die Frage müsste lauten:" Warum ziehe ich Menschen in mein Leben, die kalt und berechenbar sind?" Was glaube ich und ziehe es dadurch in mein Leben?
    Vielleicht ist dies ein Denkansatz der weiterhilft, so wie er mir einst weiterhalf.
    Alles Liebe Angelika

  3. Kristina schreibt am 10. Februar 2009 um 10:14

    Liebe Sandy,

    auch ich denke da wie Angelika. Diese Aufstellung kann gut helfen, um uns unserer Probleme bewusst zu werden.
    Wenn es Probleme in Beziehungen gibt, dann gehören dazu immer zwei. Wenn einer davon sich ändert, dann nimmt er die Spannung raus - der andere hat keine Angriffsmöglichkeiten mehr. Indem man an sich arbeitet (und nicht nur versucht den anderen zu ändern), verändert man auch die Beziehung...
    Geben Sie sich ehrliche Antworten auf die Fragen und schrecken Sie nicht zurück, was sich vielleicht zeigen wird. Unsere Probleme zu erkennen, helfen uns dabei, uns weiter zu entwickeln...
    Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute!
    Kristina

  4. Angelika schreibt am 12. Februar 2009 um 08:39

    Hallo,
    ja so sehe ich das auch. Ich finde das 5 Fragen-Systen sehr schön. Soeben habe ich es angewendet und bin auch schon zu einer Lösung zu kommen. Dabei habe ich bemerkt, daß die Person, die mir anfänglich so wichtig erschien, es zwar ist, aber es auch andere Menschen gibt, die mir nahestehen und wichtig sind. Der Fokus ist raus.
    Das tut sehr gut zu erkennen. Vielen Dank an Tania und Ralf und viele Grüße
    Angelika II.

  5. Pressebiene schreibt am 18. März 2009 um 14:42

    Hallo Ihr Lieben,
    so banal es sich auch liest, das Schreiben hilft einem große Probleme zu bezwingen, ohne dass wirklich so wahnsinnig viel passiert. Eigentlich ändert man dadurch mehr unbewusst als bewusst die Denkrichtung um eine Nuance und schwupp, geht man schon in eine ganz andere Richtung. Und irgendwann stellt man fest: Wahnsinn, ich habe viel bewegt und fühle mich jetzt schon viel sicherer und vor allen Dingen wohler. Und eine Sache beim Schreiben (eigentlich fast egal wie und über welches Thema man beginnt, weil man sowieso auf das für einen persönliche Thema kommt!)ist ein wunderschöner Pluspunkt: Es ist genau die Zeit, in der man sich selbst mal völlig in den Mittelpunkt stellt!!! Und das ist ein tolles Gefühl, wenn man es nicht gewohnt ist. Und man fühlt sich ganz "bei sich". Und das ist so eine besondere und tolle Erfahrung, die man genießen und leben, ausleben und erleben darf, kann und sollte.
    Also einfach ran an den Stift und los gehts. Es gibt so viele tolle Dinge, die man über sich selbst erfahren kann. Es ist so, als hätte man mit sich selbst ein Geheimnis. Und kennt ihr das von früher aus der Schule, wenn man mit der besten Freundin in einer Ecke gehockt und über eine Sache gaaanz wichtig getuschelt hat und niemand durfte es mitbekommen??? Da haben wir uns auch ganz wichtig genommen, waren freudig, aufgeregt und es war einfach nur spannend ... und so ist es hiermit ganz ähnlich. Eine symbolische Handlung dafür, dass man sich so wichtig nimmt, dass es es wert ist zu Papier gebracht zu werden. Ein wunderschöner Gedanke ...
    ... und wenn einem diese Fragen dazu animieren eine Anfang zu finden, den Anfang für viele Lösungen ... dann ist es ein Schlüssel zu vielen Türen.
    Es grüßt euch von Herzen
    Pressebiene