Mentale Schutzfilter im Gehirn
Von Ralf Senftleben • 20 Kommentare
Haben Sie das auch schon mal erlebt? Sie reden mit jemandem und Sie haben unterschiedliche Auffassungen. Und Ihr Gegenüber weigert sich einfach strikt zu verstehen, was Sie sagen. Egal, was Sie für tolle und überzeugende Argumente bringen, Ihr Gegenüber stellt auf stur und weigert sich, auch nur einen Zentimeter von seiner Sichtweise abzurücken.
Schon mal erlebt? Wenn ja, dann waren da bei Ihrem Gegenüber vielleicht so genannte mentale Schutzfilter an Werk. So ein mentaler Schutzfilter ist ein Mechanismus unseres Wahrnehmungsystems, der uns von Informationen und Beobachtungen abschirmt, die unserem Weltbild zuwiderlaufen.
Etwas vereinfacht könnte man sagen: Wenn wir im Alltag mit Informationen in Kontakt kommen (zum Beispiel im Gespräch oder durch die Medien), werden bei uns ganz oft nur die Informationen durchgelassen, die das bestätigen, was wir für richtig und wahr halten. Wenn dagegen eine Information an uns herangetragen wird, die unserem Weltbild zuwiderläuft, dann rauscht diese meistens an uns vorbei und wir merken es noch nicht mal. Oder wenn sich doch so eine Information in unsere Aufmerksamkeit mogelt, wird sie von uns belächelt, bezweifelt, wegrationalisiert und schnell wieder vergessen. Oder manchmal werden wir sogar richtig sauer, wie jemand so einen Quatsch behaupten kann.
Unser Wahrnehmungsapparat funktioniert ein bisschen nach dem Modell: Es kann nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf. Und was nicht wahr sein darf, wird passiv oder aktiv bekämpft.
Irgendwie erschreckend, oder?
Warum das Ganze so ist, wissen die Kognitionspsychologen auch nicht genau. Es wird vermutet, dass es mit einer gewissen “inneren Integrität” zu tun hat. Wir wollen die Welt verstehen, weil uns das ein Gefühl der Sicherheit gibt. Dabei ist das Gefühl der Sicherheit wichtiger, als die Welt wirklich zu verstehen.
Sobald wir glauben, die Welt verstanden zu haben, sind wir auf der sicheren Seite und klammern uns an dieser Weltsicht fest. Diese einmal gewonnene Weltsicht gibt uns Orientierung und Halt.
Dieser Mechanismus hat übrigens nichts mit Intelligenz zu tun, was das angeht, macht dumm oder schlau keinen Unterschied.
Im Grunde wäre das alles ja kein Problem, soll man doch mit seinem Weltbild glücklich werden. Ungünstig ist nur, dass viele Menschen eben nicht glücklich sind und in vielen Fällen ist genau das Weltbild die Ursache für das Unglück. Und um nun an meiner Situation etwas zu ändern, müsste ich mein Weltbild in Frage stellen. Das kann / will ich aber nicht, weil mir mein Weltbild eben eine vermeintliche Sicherheit gibt, die ich nicht aufgeben will.
Eine vertrackter Teufelskreis.
Aber es gibt eine Möglichkeit, wie man aus diesem Teufelskreis ausbrechen kann.
Und der erste Schritt dazu: Ich erlaube mir zu akzeptieren, dass das was ich denke und für wahr halte, nicht zwingend wahr ist, sondern dass das eben nur mein persönliches Weltbild ist.
Das ist für viele ein gewaltiger Schritt, sich das klar zu machen.
Es ist doch so: Wir haben in unserer Vergangenheit bestimmte Erfahrungen und Beobachtungen gemacht und daraus ist unser Weltbild entstanden. Jemand anderes hat andere Erfahrungen und Beobachtungen gemacht und daraus ist ein anderes Weltbild entstanden.
Welches Weltbild ist nun das Richtige? Das kann man eben nicht entscheiden. Jeder hat sein eigenes Bild der Welt und kein Bild ist richtiger oder wahrer.
Wenn einem das einmal in letzter Konsequenz klar wird, dann ist das ein bisschen wie eine Wiedergeburt. Wow! Alles, was ich bisher für richtig gehalten habe, ist nicht die Wahrheit. Es könnte auch ganz anders sein.
Das schafft eine unglaubliche Freiheit im Kopf, wenn man es zulässt. Mit dieser Freiheit muss man allerdings auch erst mal umgehen können. Denn Freiheit geht oft auf Kosten der gefühlten Sicherheit.
Aber wenn man sich langsam an diesen Gedanken herantastet, dann bekommt man das hin.
- Zweifeln Sie also mal ab und an Ihren eigenen Überzeugungen.
- Geben Sie zu, dass Sie sich auch nicht sicher sein können.
- Erlauben Sie sich, aus felsenfesten Überzeugungen einfach mal starke Vermutungen zu machen oder Dinge, von denen Sie im Augenblick ausgehen.
Erlauben Sie also Ihrem Weltbild, sich zu verändern. Und zwar so zu verändern, dass es Sie nicht mehr da festhält, wo Sie nicht mehr bleiben möchten.





Im Zweifeln bin ich Europameister.
Vielen Dank für diesen wertvollen Hinweis auf die Möglichkeit, auch viele andere "Wahrheiten", die uns jeden Tag mitgeteilt werden, zu hinterfragen und unser Weltbild mal neu zu beleuchten.
"Wow! Alles, was ich bisher für richtig gehalten habe, ist nicht die Wahrheit. Es könnte auch ganz anders sein."
Wer anderes hören und lesen will, stöbere einfach mal im (bisher bei uns scheinbar nicht zensierten) Internet zum Thema "Erwachen - neues, erweitertes, höheres Bewusstsein - kosmische Gesetze". Viel Spaß!
Gibt es zu dieser Thematik und zu den Erkenntnissen auch Literaturhinweise?
Ich würde mich sehr freuen, wenn man mir diese zumailen könnte.
Vielen Dank
Maren
Wunderbar. Eine wunderbare Kurzfassung des zentralen Problems der Blockaden in uns. Klar, man kann sie fühlen, die Angst, dass alles auch anders sein kann. Damit steht man ja selber auf dem Spiel :-) Und - im Spiel. Alla
Dies erinnert mich stark an Folgendes: In ein paar Ländern Europas wollen sich Agnostiker und Atheisten stärker zu Wort kommen. Zu diesem Zweck haben sie Transparente an Busse mit entsprechenden Sprüchen angebracht. In Deutschland hatten einige Städte zugesagt, Transparente mit dem Satz "„Es gibt vermutlich keinen Gott. Mach dir keine Sorgen und genieße dein Leben“ anzubringen. In der Zwischenzeit haben sie alle kalte Füsse bekommen und einen Rückzieher gemacht. Dies beweist das Klammern an ein einziges Weltbild. Interessant war auch die Kritik der Gläubiger über das Wort "vermutlich", wobei die Agnostiker und Atheisten zeigen, dass sie sich an kein Weltbild (mindestens in diesem Punkt!) klammern und ihre Auffassung nicht dogmatisch vertreten wollen, sondern im Gegenteil für mehr Toleranz für Andersdenkende plädieren.
Hallo lieber Ralf! :-)
Danke für diesen tollen Beitrag! :-)
Du hast recht, diese Freiheit macht im ersten Moment etwas wackelig, weil der vertraute Boden, das "gute alte" Weltbild ja weg ist... doch die Freiheit, die sich damit einstellt, ist mit nichts zu vergleichen! :-)
Es gibt diesen schönen Spruch, der mich schon seit ein paar Jahren begleitet:
Von jeder Wahrheit ist das Gegenteil genau so wahr...
Im ersten Moment vielleicht keine "leichte Kost" - hilft aber ungemein, wenn man sich mal wieder in etwas "verbissen" hat... ;-)
Einen lieben Gruss und einen schönen Sonntag!! Yippieh!! :-))
Dein André
@ Maren:
"Die Entstehung der Realität" von Jörg Starkmuth geht dieses Thema sehr schön von der wissenschaftlichen Seite aus an... wenn Du es etwas "abgefahrener" magst, dann lege ich Dir Thaddeus Golas "Der Erleuchtung ist es egal, wie Du sie erlangst" ans Herz...
Viele Grüsse,
André
Naja, ich stimme dem nur bedingt zu. Den Wahrheitsgehalt einiger Grundsätze, v.a. was das gesellschaftliche Miteinander angeht sollte man möglichst nicht aus seinem Weltbild verbannen. Zuviel Toleranz bzw. Zweifel können auch zu Gleichgültigkeit und Nihilismus führen. „Die extremste Form des Nihilismus wäre die Einsicht, dass jeder Glaube, jedes Für-wahr-Halten notwendig falsch ist: weil es eine wahre Welt gar nicht gibt.“ [Friedrich Nietzsche]
Das in Frage stellen aller Werte (was ist wahr und was nicht) ist ebenso schädlich wie das sture Festklammern am eigenen Weltbild.
Für ein gesellschaftliches Miteinander ist eine gesellschaftliche Grundordnung unabdingbar. Wenn es kein richtig und kein falsch gäbe, würden wir im totalen Chaos versinken. Für eine funktionierende Demokratie ist es also durchaus angebracht, für seine Meinung/sein Recht einzustehen und auch dafür zu kämpfen.
Wobei ich natürlich nicht abstreite, dass wir lernen sollten, unsere Sichtweise als relativ zu betrachten und eine offenere Geisteshaltung einzunehmen, da der mentale Schutzfilter wie im Artikel beschrieben gerne dazu neigt ein trügerisches Bild der "Realität" abzugeben (was ist schon Realität?).
Aber neben der kritischen Reflexion unserer eigenen Weltsicht und Wahrnehmung, sollten wir nicht vergessen, dies auch bei unserem Gegenüber (Eltern, Lehrer, Politik, etc.) anzuwenden.
Dazu ein passendes Zitat von Bertrand Russell:
„Ein Großteil der Probleme, die wir auf der Welt haben ist darauf zurückzuführen, dass die Ignoranten total sicher und die Intelligenten voller Zweifel sind.“
In diesem Sinne,
bleibt wach, offen und kritisch, sowohl euch selbst als auch anderen gegenüber!
Einen schönen Sonntag wünscht euch,
Marla
Für Maren (und andere, die ebenfalls ihre und die wirkliche Wirklichkeit besser erkennen wollen):
Ich empfehle Paul Watzlawick (Philosoph und Psychoanalytiker) zu lesen, insbesondere: "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?"
Watzlawick schreibt unkonventionell und amüsant, aber jede/r versteht dann mit der Zeit, dass "die" Wirklichkeit lediglich das Ergebnis unserer oft nur unzulänglichen Kommunikation ist.
Bekannt von Watzlawick ist auch "Anleitung zum Unglücklichsein". Gut geeignet insbesondere für Menschen, die sich ständig das Leben selbst schwer machen.
Wow. Was für ein klasse Artikel! Jetzt sind mir gerade mehrere Kronleuchter aufgegangen :D.
Riesiges DANKE dafür!
Weltbild? Alles ist veränderbar, alles ist fließend. Wenn es "das Weltbild" gäbe, würde alles stagnieren. Viele Menschen sprechen "ihr Weltbild" gelassen aus und vergessen dabei den Fluss der Zeit.Theroretisch kann ein Weltbild zusammengepuzzled werden, die Wahrheit jedoch liegt nicht in dem Schema. Weltbild hin, Weltbild her, wichtig ist, dass der Mensch unbeschadet bleibt (????), wenn "sein Weltbild" beim genauen Betrachten ins Wanken kommt oder sogar einstürzt. - Selbsterkenntnis.... eine lebenslange Aufgabe. Bleiben wir auf der Suche nach der Wahrheit!!
Was kann ich denn machen, wenn ich mit Jemandem zusammenlebe, dessen mentaler Schutzschirm sich ständig aufspannt?? Das ist sehr anstrengend, vor allem in Gesellschaft. Freunde oder Bekannte tun sich das nämlich nicht gerne an und diese Konflikte nehme dann vor allem ich wahr...
Hallo,
der Artikel kam für mich genau zur richtigen Zeit, denn gestern hatte ich einen Streit mit einer Person, bei der ich genau diese mentalen Filter erlebt habe. Allerdings ging es nciht um einen Punkt, bei dem ich einfach mal nachgeben kann, sondern ich war sehr gekränkt und sie weigert sich einzusehen, dass das mit ihrer Aktion zusammenhängt. Es war als wolle sie mich absichtlich nicht verstehen.
Daher muß ich zu dem Artikel sagen, mir fehlt darin ein Tipp wie man in solchen Fällen, bei denen der Gegenüber vermutlich "zu" ist, damit umgehen kann. (Oder ob eine aufgekündigte Freundschaft tatsächlich der einzige Weg ist). Eigentlich müßte es doch einen Weg geben, den Gegenüber irgendwie zu erreichen, dass er wenigstens die Gefühlslage respektiert, auch wenn er anderer Meinung ist.
Viele Grüße
Alegria
Hallo,
der Beitrag ist sicher für viele eine neue Erkenntnis — der Schritt in eine neue Sicht der Dinge. Er ist aus meiner Sicht jedoch auch sehr gewagt. Ich habe diesen gedanklichen Schritt vor etwa zehn Jahren getan und stehe derzeit an einem Punkt in meinem Leben, da es keine Wahrheiten und Sicherheiten mehr für mich gibt. Ich löse mich praktisch selbst auf und bin zur Zeit auf der Suche nach irgendeinem Halt, den ich bisher leider noch nicht gefunden habe…
Ich lese Eure Beiträge sehr gern und wünsche allen viel Glück!
Grüße.
@Alegria,
Liebe Alegria,
hier ein paar Tipps (auch wenn ich nicht Ralf bin ;).
Zu aller erst solltest du nicht argumentieren und versuchen den anderen vom Gegenteil zu überzeugen. Dies verstärkt nur die mentalen Filter, weil die andere Person dies als persönlichen Angriff auf ihr Person und ihr Weltbild sehen könnte. Und da ihre mentalen Filter ihr keine andere Sichtweise erlauben, wird sie umso mehr um ihre Sichtweise kämpfen. Hinzu kommt, dass die wenigsten Menschen unrecht haben möchten, da sie dies als persönliches Versagen auffassen. Kritiseren und Besserwissen hilft also nicht weiter.
Was funktioniert dann?
Da gibt es vieles. Hier nur einige Tipps.
Von Stephen Covey gibt es den Tipp erst zu versuchen, den anderen zu verstehen, bevor du willst, dass der andere dich versteht. Hole den anderen erst in seinem Weltbild ab, bevor du ihn zu deinem Weltbild führen möchtest. Wenn du bereit bist, den anderen zu verstehen, dann ist der andere auch eher bereit dich zu verstehen.
Wichtig ist dabei, die eigene Sichtweise eben auch nur als eigene Sichtweise einzurahmen, den du kannst genauso "zu" sein wie der andere. Die Filter deines Weltbilds wirken ja nicht nur bei ihm/ihr, sondern auch beim dir.
Ich hoffe das hilft ein wenig weiter.
Liebe Grüße
Hüseyin
Wer will nicht recht haben? Jeder möchte recht haben, doch man sagt doch so schön recht haben und recht bekommen, sind zwei verschiedene Dinge. Toleranz hin und her - natürlich hat jeder seine sicht auf die dinge, aber oftmals sind die argumente für andere völlig sinnlos oder sie erschließen sich erst später. Außerdem muß man überhaupt nicht die welt retten, es ist wirklich so, man muß erkennen, dass es alles nur gedanken sind. gedanken werden erst störend oder befreiend, wenn sie mit gefühlen verbunden sind. oder?
Ich kann es nachvollziehen, es fühlt sich aber irgendwie unrund an. Was ist dann mit Weltbildern wie Faschismus, Stalinismus, Guantanamo etc.? Ich denke, es muss eine klare Grenze geben, welche Weltbilder tragbar sind und welche nicht, sonst öffnet man doch der Willkür Tür und Tor. Genau das ist doch im dritten Reich passiert, keiner hatte mehr die Füße auf der Erde, um zu beurteilen, dass hier einer Schwachsinn redet. Gerade bei Leuten, die bisher ein Weltbild hatten, mit dem sie unglücklich waren, ist Vorsicht geboten. Zum einen haben sie eine schwache Vorstellung davon, welches Gedankengut ihnen (und damit Menschen allgemein) wirklich gut tut. Zum anderen lassen sie sich leicht unter dem Versprechen, dass es Ihnen mit dem "neuen Weltbild" besser geht, zu allem Möglichen verleiten. Es kann sicher nicht schaden, den ein oder anderen dummen Glaubenssatz unter dem Aspekt der "Nützlichkeit" zu betrachten, aber wenn der Halt völlig verloren geht, finde ich das bedenklich.
Danke für diese Darstellung, ich hoffe, ich kann sie auch in meinen Alltag integrieren und sehe sie nicht nur als "Momentaufnahme"...
Wenn ich möchte, dass andere Mitmenschen meine Sichtweise verstehen, dann muss ich auch tolerieren können, dass sie eine andere Meinung haben können.
Wir alle sind durch unser Vorleben und die Gesellschaft geprägt, in der wir leben. Die absolute Wahrheit hat niemand gepachtet.
Die Zitate der bekanntesteten Irrtümer bekannter Persönlichkeiten der Geschichte sind, so denke ich, hinreichend bekannt.
Alles lebt, alles verändert sich ständig.
Das, was heute als unumstößliche Wahrheit allgemein akzeptiert wird, kann morgen Lachsalven hervorrufen.
Was wäre passiert, wenn vor 100 Jahren jemand gesagt hätte, dass man sich im Jahre 2009 weltweit in Sekundenschnelle verständigen kann, auf den Mond fliegt, Fotos mit einem Telefonapparat schießt und nach Amerika schickt?
Zwischen Himmel und Erde gibt es auch in Zukunft noch viele Dinge, die von den meisten Menschen für unmöglich gehalten werden.
Ich bin da lieber für alles offen, auch wenn ich deswegen von manchen für "nicht ganz dicht" gehalten werde.
Es gibt offensichtlich einen Filter in "Hardware", der uns Menschen daran hindern möchte, die scheinbar angeborenen Vorurteile und Weltbilder zu überwinden. Hier meine Hypothese, noch kein richtiges Wissen: Ich habe so meine Erfahrungen mit dem, was einige Psychologen auch Pferd und Reiter nennen. Das Pferd ist unser veranlagtes Verhalten, auch Gefühle, Sympathie und Antipathie haben damit zu tun. Und der Reiter ist ein übergangenes und regelmäßig durch verfälschte Sinneseindrücke und u.U. sogar falsche Erinnerungen durch und durch belogenes Bewusstsein, die Seele. Dabei lügt unsere Biologie uns vor, die von ihr vorgegebenen Weltbilder wären die Realität. Wenn jemand etwas anderes erzählt, will es nicht zuhören und verweist auf "Erfahrungen", bei denen wir nicht immer wirklich das erfahren haben, was wir glauben erfahren zu haben.
In der Religion gibt es eine Forderung der Abkehr vom Fleischlichen, was für mich nicht heißt, dass man sich vom Materiellen oder von körperlichen Bedürfnissen abwenden soll, auch Sexualität kann nicht gemeint sein. Gemeint ist dieses veranlagte Weltbild und der dazugehörige Bestätigungsfilter. Das ist mein Eindruck und ich bin in dieser Richtung für mich am forschen. Das ich von meinem Gehirn nach Strich und Faden belogen wurde ist mir erst aufgefallen, als ich ein paar "unangenehme" Wahrheiten hinterfragt habe. So unangenehm waren sie aber nicht und die dazugehörige Einsicht war mit Beherrschung zu erzwingen. Viel Spaß also mit diesem Filter, der nach Medizinforschermeinung sinnvolle Aufgaben hat.