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Geben Sie Ihrem Gehirn besser etwas zu tun

Von Ralf Senftleben107 Kommentare

Ich habe eine Theorie, warum manche Menschen unglücklich und unzufrieden sind. Es könnte sein, dass Ihnen meine Theorie nicht gefallen wird, aber ich gebe sie trotzdem mal zum Besten.

Unser Gehirn ist in meinen Augen ein unglaublich mächtiges Problemlösungs-Werkzeug. Wenn ich mir anschaue, was Wissenschaftler und Erfinder durch Nachdenken, Beobachten, Logik, Experimentieren und Schlussfolgern in den letzten 5.000 Jahren alles herausgefunden und erfunden haben – Wahnsinn! Unser Gehirn ist einfach mächtig gut darin, Probleme zu lösen.

Und jetzt kommt meine Theorie:

Ich glaube, dass wenn man seinem Gehirn nichts zu tun gibt, dass es dann Probleme erfindet, damit es etwas zu tun hat.

So jetzt ist es raus. Schlagen Sie mich bitte nicht.

Ich beobachte es jedenfalls immer wieder: Menschen mit einer Aufgabe im Leben

Dazu haben Menschen mit einer Aufgabe gar keine Zeit. Und ihr Gehirn ist so sehr mit dem Lösen von wirklichen Problemen beschäftig, dass es sich keine Scheinprobleme erfinden bzw. Nebenschauplätze suchen muss.

Ich möchte an der Stelle betonen, dass ich natürlich nicht glaube, dass alle unsere Probleme und aller Seelenschmerz entstehen, weil wir keine Aufgabe im Leben haben oder weil wir unterfordert sind. Das natürlich nicht! Aber manchmal kann es in meinen Augen eine Ursache sein.

Mir ist natürlich klar, dass ich mich mit dieser Theorie auf dünnem Eis bewege und manch einer wird vielleicht sogar verletzt sein. Wenn es einem nicht gut geht, dann ist es schon ein ziemliches Stretching, in diese Richtung zu denken: „Erfinde ich meine Probleme wirklich selbst? Ist mein eigenes, unterfordertes Gehirn die Ursache meines Schmerzes?“ Sich diese Frage ernsthaft zu stellen, das erfordert schon ein bisschen Mut und Stärke.

Auf der anderen Seite, was wäre, wenn da etwas dran wäre? Die Logotherapie nach Viktor Frankl denkt in eine ähnliche Richtung. Leid entsteht durch Sinnlosigkeit und dadurch, dass man keine Aufgabe hat.

Wenn an meiner Theorie etwas dran wäre, dann könnte es helfen,

Ich weiß nicht, ob an meinen Gedanken etwas dran ist, das kann natürlich auch alles nur Blödsinn sein. Auf der anderen Seite kann es ja nichts schaden, wenn man etwas Sinnvolles mit dem eigenen Leben anstellt und dem eigenen Gehirn wirkliche Probleme zum Lösen gibt. Einen Versuch ist es wert, finde ich.

  1. objektiv schreibt am 6. Mai 2010 um 05:05

    Das klingt ganz und gar vernünftig und deckt sich mit meinen Beobachtungen in unterschiedlichen Phasen!
    Alledings ist interessant, dass man dann "Probleme" definiert, die einen sonst gar nie berühren würden. Warum denkt das Hirn denn nicht kreativ positiv und verstärkt???

  2. Renate schreibt am 6. Mai 2010 um 05:19

    Ich kann dem nur zustimmen. Nietzsche sagte ja schon: Wer ein Warum im Leben hat, erträgt beinahe jedes Wie.

    Sicher stimmt es nicht in allen Fällen, dass ein "Ausgelastetsein" einen abhält, sich zu sorgen oder aufzuregen, v.a. wenn es reelle Gründe dafür gibt.

    Aber Sie schreiben ja: Ich glaube, dass wenn man seinem Gehirn nichts zu tun gibt, es Probleme erfindet, damit es etwas zu tun hat.

    Es geht also um das ERFINDEN von Problemen.

    Ihre Erfahrung deckt sich mit meiner. Diese Neigung, Dinge zu überdramatisieren oder sogar Probleme zu erfinden, sehe ich sehr viel häufiger bei Menschen, die (zu-)viel Zeit haben und (zu-)wenige Verpflichtungen und Aufgaben. Jede Kleinigkeit wächst sich aus zu einem Riesenproblem; Menschen mit eigentlich viel Zeit haben in der Regel die größten Schwierigkeiten, irgendwelche Treffen einzuhalten; dagegen schaffen gut beschäftigte Menschen es mühelos, pünktlich zu sein. Die Nachbarschaftsstreitigkeiten gehen in der Regel von Leuten aus, die den ganzen Tag zuhause sitzen.

    Dale Carnegie hat ja schon vor Jahrzehnten geraten, bei übermäßiger Neigung zum Sorgen sich einfach sinvoll zu beschäftigen, den Tag mit Aufgaben zu füllen.

    Das hat m.E. nichts zu tun damit, dass man sich keine Gedanken macht oder kritiklos durchs Leben läuft. Sondern - wie Sie schreiben - unser Gehirn ist ja ständig aktiv und wenn es kein "sinnvolles" Futter bekommt, sucht es sich eben sinnlose Betätigungen.

  3. Susanne schreibt am 6. Mai 2010 um 06:14

    Ich gebe ihnen in der Tendenz recht - nur: wie sucht man sich sinnvolle Beschäftigungen? Es gibt ja in unserer Gesellschaft tatsächlich immer mehr Menschen, denen man signalisiert, dass sie nicht gebraucht werden.

  4. Ralf Senftleben schreibt am 6. Mai 2010 um 06:43

    Susanne, es gibt so viele Dinge in unserer Gesellschaft und im täglichen Leben, wo man einen Unterschied machen kann.

    » Wovon braucht die Welt mehr?
    » Womit könnte ich anderen helfen?
    » Welche Probleme gibt es, die mal jemand lösen müsste?

    Und manchmal sind es auch die kleinen Dinge: Mein Nachbar sieht ein bisschen einsam aus... da gehe ich doch mal rüber.

    Und wenn man selbst nicht auf Ideen kommt... es gibt so viele Hilfsprojekte und Organisationen, denen man sich anschließen kann.

  5. Mimi schreibt am 6. Mai 2010 um 09:03

    In meiner Brust streiten verschiedene Seiten:
    - die toughe, karrierebewußte Businessfrau
    - die dreifache Mutter
    - die perfektionistische Hausfrau
    - die engagierte Ehrenämtlerin

    Ich bin weit davon entfernt, mich einer Aufgabe voll und ganz zu widmen. Ich bin weit davon entfernt, auch nur einen dieser Punkte zu meiner vollsten Zufriedenheit zu erledigen.

    Daher verpufft meine Energie in dieser Vielfältigkeit, und ich sehe mich ähnlichen Problemen gegenübergestellt, wie alle, die gar keine Aufgabe haben.. Auch wenn das Motto "Weniger ist Mehr" mir durchaus bekannt ist, derzeit bin ich komplett verzettelt und mache aus viel sehr wenig...

  6. lilifee schreibt am 6. Mai 2010 um 09:15

    Hallo Ralf,
    ich bin erstaunt!!!....
    Warum formulierst Du Deine Aussage so vorsichtig????....
    Das kenne ich von Dir überhaupt nicht.
    Und JA ,ich stimme Dir zu.
    Wenn mein Leben keinen Sinn hat,dann bin ich unzufrieden, fange an zu nörgeln , rege mich über jede Kleinigkeit auf und es geht mir immer schlechter.
    Wie Du schon angedeutet hast,hat auch Viktor Frankl genau das erkannt.
    Er hat in einem Buch geschrieben:"Die wichtigsten 3 Worte seien für ihn im Kz gewesen----ICH LEBE NOCH".
    Das war der Sinn in seinem Leben und nur deshalb hat er überlebt----so schreibt er.
    Es ist wichtig einen Sinn im Leben zu finden und den Geist damit zu beschäftigen.
    Probleme zu suchen und sich über Nichtigkeiten aufzuregen ist absolut unproduktiv und ungesund.

    herzliche Grüße
    lilifee

  7. Ralf schreibt am 6. Mai 2010 um 10:10

    ... diese Aussage ist besser als ...

    aber sie tritt zu kurz. Denn sie reicht nicht sehr weit über den materiellen Weltbild-Teller hinaus. Es basiert auf dem Axiom, dass das Gehirn alles ist.

    Wenn man erst einmal gelernt hat, was denn in dieser Gedankenwelt (Gehirn) eben nicht ursprünglich aus einem selber sondern von anderen stammt (Meinungen, Urteile, Vermutungen, Interpretationen,...), wird es schon extrem viel ruhiger.

    Den Vorschlag halte ich sozusagen nur dann angemessen, wenn man gerade sich "ablenken" will und nicht die Ursache dafür auflösen möchte...

    Liebe Grüße
    Ralf

  8. Susanne schreibt am 6. Mai 2010 um 10:37

    »»Und wenn man selbst nicht auf Ideen kommt... es gibt so viele Hilfsprojekte und Organisationen, denen man sich anschließen kann.««

    Leider ist es zumindest bei uns in der Schweiz so, dass die Hilfswerke unter dem Stichwort "Professionalisierung" auch nur noch Fachleute suchen und gerade diejenigen damit ausschliessen, die es auch auf dem Arbeitsmarkt ziemlich schwer haben und sich wenigstens sonstwo einbringen möchten.

    Gleichzeitig ist es immer schwieriger, Hilfe zu bekommen, wenn man sie nicht bezahlen kann... ich kann davon mit einem voll pflegebedürftigen Ehemann ein Lied singen. Sollte ich jemals wieder etwas Zeit übrig haben, wäre das ein Bereich, wo ich gerne etwas verändern würde.

  9. Hajo schreibt am 6. Mai 2010 um 10:58

    Guten Tag!
    Sie beschreiben viele gute Gedanken, die anregen.
    Es ist mit Sicherheit richtig, unser Gehirn erhält sich selbstregulierend.
    Daür gibt es jedoch zwei Möglichkeiten. Eine haben Sie reiflich beschrieben: die Fähigkeit, nach Außen zu arbeiten, sich nach außen zu verhalten. Sonst gäbe es uns so nicht. Die andere aber ist die Fähigkeit, das Außen in verschiedenster Art wahrzunehmen, den Geist damit zu beschäftigen, die meist verschlossenen (aus Angst und Erfahrung) Pforten nach innen zu öffnen. Ich habe glückliche Menschen beobachtet, die älter sind, weil sie mehr und mehr das "Aufgenommenen" schätzen ohne etwas dazu zu tun.
    Schönen Tag!
    Hajo

  10. Cornelia schreibt am 6. Mai 2010 um 11:56

    Hallo Ralf,
    erst einmal vielen Dank für diese Anregung zum Denken.
    Ich glaube, sie bewegen sich mit dieser Theorie nicht auf dünnem Eis, sondern eher auf heißem Boden. Denken, so will es mir oft scheinen,gilt in unserer Gesellschaft nicht gerade als Tugend.
    Alles das, was unser Ghirn gut kann - denken, analysieren,beobachten, wahrnehmen, erkennen, berechnen, Wissen speichern, kalkulieren - darf es oft nicht tun. Stattdessen muss sich das Gehirn mit Sorgen machen, Angst haben, Vorhersehen (können wir doch gar nicht), anderer Leute Angelegenheiten und was sie denken könnten - beschäftigen.
    Tatsächlich macht Denken Spaß, finde ich. Es macht Freude Lösungen zu finden. Ich glaube auch deswegen sucht sich das Gehirn Probleme, die brauchen Lösungen und die zu finden bringt Freude.
    Aber denken kann natürlich auch Veränderungswünsche nach sich ziehen - das mag unbequem sein. Denken wird oft sanktioniert, wenn es unortodox ist und sich von der Masse weg bewegt. Menschen, die denken, sind nicht so leicht zu manipulieren. Ist Denken deshalb mancherorts so unbeliebt?

    Mein Gehirn hat mir mal gesagt, ob es nun an meinen Problemen arbeiten darf oder nicht, vorhanden sind sie so oder so. Lasse ich mein Gehirn daran arbeiten (-und meine Gefühle zu), habe ich gute Aussicht auf gute Lösungen. Auch findet mein Gehirn in Zusammenarbeit mit meinen Gefühlen immer wieder spannende Aufgaben für mich.

    Viele Grüße
    Cornelia

  11. Gabi schreibt am 9. Mai 2010 um 06:32

    Hallo Ralf,

    ich danke Ihnen ganz herzlich für diesen Denkanstoß. Wenn man zuviel Zeit zum Grübeln hat, werden die "kleinen" Probleme oft zu großen, unüberwindbaren Bergen.
    Ich werde Ihren tollen Gedanken beherzigen und konzentriere mich jetzt voll und ganz auf meine Arbeit.
    Alles Gute und liebe Grüße aus Österreich!

  12. Gabriele Butzke schreibt am 9. Mai 2010 um 06:34

    Guten Morgen, Herr Senftleben,

    Sie sind ein Genie! Natürlich haben Sie Recht! Was alles passieren kann, wenn das Gehirn unterfordert ist, sehe ich rund um mich herum: Krankheiten und frühes Altern. Ich habe schon immer auf Denken, Lernen und Anwenden gesetzt und fühle mich pudelwohl mit meinen 66 Jahren als Journalistin. Wenn ich dann höre: "Warum tun Sie sich das in Ihrem Alter noch an?", kann ich nur lachen.

    Ich wünsche Ihnen einen schönen, aktiven Sonntag. Bei mir stehen gleich eine Reihe von Terminen auf dem Programm.

    Viele Grüße
    Gabriele Butzke

  13. Karin schreibt am 9. Mai 2010 um 06:41

    Das ist die selbe Theorie, die Giulio Cesare Giacobbe in seinem Buch "Wie Sie Ihre Hirnwichserei abstellen und stattdessen das Leben genießen" beschreibt. Ich finde sie ebenfalls absolut treffend, vor allem der Vergleich mit dem Säbelzahntiger: früher hatten wir keine Zeit zum "Hirnwichsen", denn da mussten wir unser Leben verteidigen. Heute ist das Leben schon so "einfach" in vielerlei Hinsicht, dass unser Hirn - trotzdem wir nur so einen verhältnismäßig geringen Prozentsatz nutzen - unterfordert wird, sich Probleme schafft, wo keine sein müssten, das Adrenalin hochfährt und unterschiedlliche Prozesse in Gang setzt.

    Und wieso böse sein? Ich bin sicherlich einer der vielen Menschen (gibt es überhaupt Ausnahmen?), der richtige Probleme hat. Diese Probleme erkenne ich auch als solche und ich würde mir meine Sorgen und meine Trauer darum nie absprechen, sie hinterfragen oder als selbstkreiert oder nichtig erklären. Allerdings weiß ich auch, dass ich noch zusätzlich in dieses Verhaltensmuster hineinrutsche, das Sie beschreiben. Und das macht mir das Leben nochmal schwerer. Es ist nämlich absolut unnötig und zieht mir Energien von dort ab, wo ich sie eigentlich wirklich brauchen würde.

    Der Trick ist vielleicht, dass man den Unterschied erkennen muss zwischen den beiden - den reellen Sorgen und denen, die man sich im Kopf macht. Und ich bin mir fast sicher, dass alle Menschen beides sehr gut kennen und nur oft nicht trennen können. Dabei ist es genau dieses Bewusstsein - die Tatsache, dass ich selbst weiß, dass manche Probleme gar nicht so groß sind, wie sie scheinen, und ich sie mir selbst nur so groß ausmale - das mir in solchen Situationen hilft! Ich kann dann sagen: "Gut, jetzt beruhige ich mich wieder, jetzt bin ich wieder in einem Muster, und das tut mir nicht gut. Das eigentliche Problem liegt wo anders, und damit kann ich mich jetzt beschäftigen, muss aber nicht".

    Ich finde es unheimlich erleichternd zu wissen, dass nicht alles, was in meinem Kopf geschieht, auf unbeeinflussbare Fakten zurückzuführen ist. Ich bin wahrscheinlich einfach nur menschlich, indem ich Sorgen vor mir mental noch größer aufblase und dann auf ihnen tief in den Abgrund reite. Wie oft haben wir im Nachhinein festgestellt, dass die Sorgen doch gar nicht so angebracht gewesen wären, weil alles ganz anders gekommen ist?

    Das ist vielleicht wirklich eine Zivilisationskrankheit, das kann wirklich sein. Bei den einen stärker, bei den anderen schwächer ausgeprägt. Aber böse sein, dass man "vorgeworfen" bekommt, man würde seine Probleme erfinden? Das würden nur Personen werden, die den Unterschied vielleicht noch nicht ganz erkennen können...und da könnte man ansetzen und versuchen zu helfen. Es ist in der Tat niemals leicht, mittens in so einer Phase sich an der Nase zu nehmen und zu erkennen "Moment! Jetzt sitze ich schon wieder auf diesem schwarzen Pferd und reite in die Hölle". Aber ich hab das auch lernen müssen, und es geht. Es geht vor allem mit Selbstbeobachtung, mit dem bewussten Erfahren, was ich selbst brauche, wie ich in bestimmten Situationen reagiere und was mir gut tut und was nicht. Dabei lernt man sich auch sehr gut kennen, lernt über die eigenen Verhaltensmuster...das schadet nie, man kann ja auch nur das lieben, was man kennt, und sich selbst lieben können ist ja wohl die Voraussetzung für fast alles auf dieser Welt.

    Daher sage ich: nicht böse sein, nicht angegriffen fühlen! Wir alle haben sicherlich diese Tendenz. Und ich bin mir auch ganz sicher, wir alle haben reelle Probleme. Aber ist es nicht schade, dass wir uns letzteren nicht voll widmen können, weil wir uns obendrauf noch zusätzlich mehr Ärger schaffen? Weil wir eben so sind oder vielleicht wirklich deshalb, weil die Säbelzahntiger ausgestorben sind? Damit kann man ja immer arbeiten, und es macht das Leben so viel leichter. Denn dieses Entfliehen in andere Sorgen ist vielleicht nichts Angenehmes, aber es ist trotzdem ein Entfliehen - vor der Realität und dem, was einen eigentlich wirklich beschäftigt. Das ist diese typische Situation, dass man fertig ist über ein bestimmtes Detail, das die Grundsituation mit sich bringt, dabei ist das gar nicht das eigentliche Problem...das Problem ist die Grundsituation. Und an letzterer kann man auch nicht immer direkt was ändern, da muss man oft einfach nur durch.

  14. Sabine schreibt am 9. Mai 2010 um 06:41

    Lieber Ralf! Zum Nachdenken hast du mich auf jeden Fall gebracht. Und dran ist auch was. Danke

  15. alraune schreibt am 9. Mai 2010 um 06:43

    ich glaube, das stimmt für die westliche Welt, in Zeiten der Globalisierung wahrscheinlich weitgehend auch für die ganze Welt. In der Geschichte sind ganze Kriege angezettelt worden durch gelangweilte, unzufriedene Herrscher. Und tatsächlich können einem gelangweilte Nachbarn das Leben schwer machen.

    Aber warum ist das in der westlichen, oder sagen wir, fortgeschritteneren Welt so? Warum diese Unzufriedenheit, der Drang, Neues erfinden und "Probleme" lösen zu müssen? Ich habe Filme gesehen über relativ unberührte Stämme in Südamerika, die weder den Drang hatten, ihr Leben durch "Erfindungen" leichter zu machen, noch viel zu "arbeiten" (tatsächlich haben die indigenen Sprachen kein Wort für "Arbeit"). Diese Stämme sind (wie sicher auch die Aboriginees oder die Ureinwohner Amerikas es waren, bevor die Weißen kamen) absolut glücklich und zufrieden, ein Stamm wurde als "die glücklichsten Menschen der WElt" bezeichnet. Und das alles ohne Aufgabe, ziemlich in den Tag hineinlebend (die Sprache dieses vorgestellten Stammes kannte kein Futur und kein Präteritum oder sonst eine Zeit der Vergangenheit, was damit kommentiert wurde, sie leben nur im Augenblick) und nur für ihren Lebensunterhalt sorgend.

    Ich will jetzt nicht Rousseaus "edlen Wilden" heraufbeschwören (ich weiß auch, daß sie bei Nachbarschaftsfehden nicht zimperlich mit ihren Opfern umgehen), aber Unzufriedenheit kommt aus mehr als nur "keine Aufgabe zu haben. Es kommt aus unserer ganzen Lebensweise, in der es schwer ist, eine SINNVOLLE Aufgabe zu haben. Klar, GAR KEINE Aufgabe mehr zu haben, ist fatal. Und dann wird das Gehirn oft abgeschaltet und mit Nichtigkeiten beschäftigt. Aber das Gehirn wird in unserer Zeit und Gesellschaft auch viel zu überbewertet, wollte ich damit sagen. Einfach mal sein ist mindestens genauso wichtig.

  16. Volker Specht schreibt am 9. Mai 2010 um 06:55

    Guten Morgen Ralf!

    Die Aufzählung was Menschen mit einer (sinnvollen) Aufgabe NICHT machen lässt sich noch um VIELES erweitern. Eine ganz wichtige Sache ist: Sie flüchten NICHT in Depressionen!

    Einen schönen Sonntag wünscht ALLEN!

    Volker

  17. Klaus schreibt am 9. Mai 2010 um 06:56

    Hallo Ralf,
    eine interessante Beobachtung.
    Fraglich nur, ob das auch bei denjenigen ankommt, die es angeht. Denn erfahrungsgemäß sind diese Menschen entweder solchen Themen gegenüber eher skeptisch und verschlossen, oder in ihren alltäglichkeiten so gefangen, dass glauben, keine Zeit zu haben für neue Aufgaben.

    Glücklich sein ist aus sicht der Wissenschaft ein zusammenspiel von Hormonen und Botenstoffen. Dass man diese gezielt beeinflussen kann, wenn man die Sichtweise der Ereignisse ändert wurde schon oft erwähnt. Unsere Bewertung der Situationen ist letztlich für unser Glück oder Unglück verantwortlich.

    Eine Aufgabe, die ich als positiv und hilfreich bewerte - und die mir auch noch Spaß macht, setzt genügend Hormone und Botenstoffe frei. Das wirkt dann bis in andere Lebensbereiche rein und kann auch dort die Sichtweise ändern. Ich bin dann automatisch zufriedener und gelassener. Und letztlich ist es genau das, was ich erreichen möchte.

  18. Alexander Müller schreibt am 9. Mai 2010 um 06:59

    Hallo,

    ich muss dem ganzen voll und ganz echt geben. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. In meinem Job den ich ausübe brauche ich immer neue Leute die dort mitmachen.( Erneuerbare Energien). Dann habe ich oft Leute angesprochen , die derzeit nichts zu tun haben und viel Zeit hätten, diese gaben mir in der Regel viele Argumente, warum bestimmte Dinge nicht klappen können.Ich sprach dann Leute an, die eh schon den Kalender bis unter das Dach voll hatten und siehe da, diese Leute sahen sofort Möglichkeiten ohne Ende.Man sieht also hier oft schon Lösungsdenker und Problemdenker. Wir alle haben mal PRObleme, aber sie sind ja für uns , um etwas zu lernen. Sonst wären es ja ANTIbleme.

  19. Gabriele Seuffert schreibt am 9. Mai 2010 um 07:08

    Lieber Herr Sanftleben,

    ich kann dieses Thema nur bestätigen. Es ist wirklich so und ich finde den Artikel super und werde ihn an verschiedene Bekannte weiterleiten.
    Ich habe vor sechs Jahren mit genau 50, alleine, selbständig, mit zwei sehr pubertierenden Kindern und einer frisch gescheiterten Beziehung, wegen einer anderen Frau, ein Haus gebaut und da hatte ich so viel zu tun, mit der Fertigstellung, dem Garten, der ganzen Finanzierung und der Pubertät meiner Kinder, dass ich seit dem keine Probleme mehr habe und mich auch persönlich sehr weiterentwickelt habe. Ich habe angefangen nur in Lösungen zu denken, denn Probleme hatte ich ja genug und es hat funktioniert und klappt immer besser. Ich habe in dieser Zeit sogar noch viele Zusatzausbildungen gemacht um zu erkennen, dass ich der Schöpfer meines Lebens bin.

    Möchte hiermit auch einmal meinen Dank aussprechen für Ihre inspirierenden Newsletter. Schön, dass es Menschen wie Sie gibt.

    Liebe Grüße
    Gabriele Seuffert

  20. Gabriele Seuffert schreibt am 9. Mai 2010 um 07:08

    Lieber Herr Sanftleben,

    ich kann dieses Thema nur bestätigen. Es ist wirklich so und ich finde den Artikel super und werde ihn an verschiedene Bekannte weiterleiten.
    Ich habe vor sechs Jahren mit genau 50, alleine, selbständig, mit zwei sehr pubertierenden Kindern und einer frisch gescheiterten Beziehung, wegen einer anderen Frau, ein Haus gebaut und da hatte ich so viel zu tun, mit der Fertigstellung, dem Garten, der ganzen Finanzierung und der Pubertät meiner Kinder, dass ich seit dem keine Probleme mehr habe und mich auch persönlich sehr weiterentwickelt habe. Ich habe angefangen nur in Lösungen zu denken, denn Probleme hatte ich ja genug und es hat funktioniert und klappt immer besser. Ich habe in dieser Zeit sogar noch viele Zusatzausbildungen gemacht um zu erkennen, dass ich der Schöpfer meines Lebens bin.

    Möchte hiermit auch einmal meinen Dank aussprechen für Ihre inspirierenden Newsletter. Schön, dass es Menschen wie Sie gibt.

    Liebe Grüße
    Gabriele Seuffert

  21. Gabriele Seuffert schreibt am 9. Mai 2010 um 07:09

    Lieber Herr Sanftleben,

    ich kann dieses Thema nur bestätigen. Es ist wirklich so und ich finde den Artikel super und werde ihn an verschiedene Bekannte weiterleiten.
    Ich habe vor sechs Jahren mit genau 50, alleine, selbständig, mit zwei sehr pubertierenden Kindern und einer frisch gescheiterten Beziehung, wegen einer anderen Frau, ein Haus gebaut und da hatte ich so viel zu tun, mit der Fertigstellung, dem Garten, der ganzen Finanzierung und der Pubertät meiner Kinder, dass ich seit dem keine Probleme mehr habe und mich auch persönlich sehr weiterentwickelt habe. Ich habe angefangen nur in Lösungen zu denken, denn Probleme hatte ich ja genug und es hat funktioniert und klappt immer besser. Ich habe in dieser Zeit sogar noch viele Zusatzausbildungen gemacht um zu erkennen, dass ich der Schöpfer meines Lebens bin.

    Möchte hiermit auch einmal meinen Dank aussprechen für Ihre inspirierenden Newsletter. Schön, dass es Menschen wie Sie gibt.

    Liebe Grüße
    Gabriele Seuffert

  22. Christian schreibt am 9. Mai 2010 um 07:16

    Schwachsinn! Das Unglücklichsein rührt daher, dass die Menschen in dem was sie tun, egal was es auch sei, die einen früher, die anderen später, keinen Sinn mehr sehen. Dann begeben sie sich erneut auf die Suche nach einer sinnstiftenden Betätigung, nur um irgendwann wieder enttäuscht zu werden. So zieht sich das durch bis zum Lebensende. Und wenn dereinst der Vorhang fällt hat das Drama endlich ein Ende.

  23. Corina schreibt am 9. Mai 2010 um 07:22

    Hallo!

    Es ist tatsächlich so - zumindest bei mir! Und der Denkanstoß kommt für mich genau zur richtigen Zeit - Danke dafür!

    Viele Grüße

    Corina

  24. Anni schreibt am 9. Mai 2010 um 07:23

    Ich stimme absolut zu, dass der Mensch ECHTE Aufgaben braucht um glücklich zu sein.

    Immerhin bin ich selbst das beste Beispiel: Akademikern, 19 Jahre selbstständig gewesen, vergeblich um die Existenz gekämpft, jetzt nach einem Burnout mit 50 Jahren Hartz 4 -Fall.

    Ich pendle zwischen Aggression und Depression und werde schier verrückt, weil ich nichts Sinnvolles zu tun habe. Setze irre viel Energie in die Suche nach Jobs, recherchiere kreuz und quer, denke quer, schreibe Bewerbungen auf alle möglichen und unmöglichen Jobangebote aber bekomme entweder gar keine Antwort oder fast postwendend Absagen.

    Die Jobsuche kann ich zunehmend nicht mehr als sinnvoll erleben. Mein Gehirn produziert schon ständig neue Geschäftsideen, die ich leider - mangels Eigenkapital - nicht realisieren kann.

    Ihre o.g. Idee, sich in sozialen Projekten sehe ich auch nicht als wirklich realistisch, denn bei den interessanten Projekten sind in der Regel spezielle Qualifikationen gefordert.

    Abgesehen davon, ist der eigene Leidensdruck und der Wunsch, die persönliche wirtschaftliche Situation endlich wieder geregelt zu bekommen so groß, dass ich aktuell einfach nicht die Muße und die Geduld habe, mich um die Sorgen fremder Leute zu kümmern.

  25. Gudrun Zarth schreibt am 9. Mai 2010 um 07:26

    Hallo Herr Senftleben,
    das stimmt nicht so wie Sie es schreiben.
    Beispiel: Es gibt Menschen, die empfinden Mangel - da trifft das voll zu. Bei Menschen, die Ressourcen im Überfluss haben passiert das nicht. Die genießen das Leben und nutzen diese für ein sorgenfreies Leben - SEIN. Das sind die Menschen mit einem Dauergrinsen im Gesicht. Bei denen funktioniert dann das Gehirn im kreativen und positiven Bereich besonders gut, weil alle Energie genutzt werden kann für diesen Bereich.
    Entscheidend ist das Gefühl MANGEL, bzw. ÜBERFLUSS.
    Das was wir denken gestaltet unsere Wahrnehmung.
    Die Bedürfnispyramide von Maslow gibt darüber hervorragend Auskunft.
    Im unteren Bereich empfinden wir Mangel, wenn dort etwas fehlt. Erst ab einem bestimmten Punkt haben wir die Freiheit uns unbelastet zu fühlen.
    Wenn wir über 100 % Energie verfügen, so wird diese im alltäglichen Überlebenskampf sozusagen aufgebraucht, wenn wir Mangel empfinden.
    Wenn wir in diesen Mangel kaum noch Energie stecken müssen, dann haben wir mehr Energie zur Verfügung für all die Dinge, die wir nicht wegen der Überlebenssicherung tun müssen. Wir sind dann in der Lage selbst zu entscheiden was wir wollen und das gibt uns das Gefühl ÜBERFLUSS. Gemeint ist ein Überfluss an Energie die wir bewußt oder unbewußt für Dinge nutzen können, die nicht den Grundbedürfnissen zuzurechnen sind.
    Ich gebe Kurse für Arbeitslose und Langzeitarbeitslose. Da herrscht extremer Mangel und der Stress ist zum Teil sehr hoch. Die meisten sind in der Opferhaltung und manche haben bereits resigniert und sich in ihr Schicksal ergeben.
    Meine Aufgabe beim Training sehe ich darin diesen Menschen Möglichkeiten aufzuzeigen aus Mangel Überfluss zu machen - ihr Potenzial zu erkennen. Und das ist eine ganz besonders tolle Aufgabe und es ist ein Erlebnis der ganz besonderen Art, wenn man sehen kann, dass jemand, der sich schon abgeschrieben hatte wieder aufwacht, sich auf seine Ressourcen besinnt und aufsteht und wieder losmarschiert, weil er nicht mehr 100 % Energie ins jammern und ärgern hineinsteckt, sondern in seine Träume und Wünsche.
    Herzliche Grüße
    Gudrun Zarth
    ZARTH HIGH POTENTIAL - Talentmanagement

  26. Monika schreibt am 9. Mai 2010 um 07:27

    JA!Ich für mich kann sagen, es ist so!
    Wenn ich mich gebraucht fühle, dann geht es mir gut,bin ich fröhlich, habe gute Ideen, bin kreativ......

    Und für mich liegt auch die Herausforderung darin, mich auch an diesen Tagen oder in diesen Momenten zu lieben, wo ich mich weniger gebraucht fühle, es ist auch eine Aufgabe mich dann zu lieben wenn ich mal keine Aufgabe zu erfüllen habe, und dann einfach nur mit mir bin, und dann in diesen Momenten mit mir selbst, BEWUSST liebevolle Gedanken zu haben, und diese "meine" Gesellschaft zu mögen......Und irgendwann werden diese BEWUSSTEN liebevollen,wohlwollenden Gedanken zu einem Teil von mir....

    Danke für Eure guten Gedankenanstösse
    Ich wünsche euch einen wundervollen Tag

    Monika

  27. Katrin schreibt am 9. Mai 2010 um 07:28

    Sie legen Ihren Finger genau in die richtge Wunde! Dem ist nur beizupflichten. Es ist eine so einfache und simple Wahrheit. Seit Jahrtausenden ist bekannt, dass der Mensch an destruktivem Müsiggang nicht gut tut. Und dennoch können wir leider sehr gut beobachten wie unsere Gesellschaft parmanent dazu animiert wird. Sei es durch eine große deutsche Zeitung mit markantem Layout, die sich mit nichts anderem als irrsinnigem, krankmachendem Kleinkram beschäftigt und nach der Maxime "nur eine schlechte Nachricht ist eine gute Nachricht" titelt. Oder schauen wir in das TV-Programm...genau mit Dingen wie "Nachbarn verklagen" oder medial ausgetragenen Streits, die eigentlich nur Kopfschütteln verursachen sollten, werden wahnwitzigerweise Quoten gemacht. Wie unterfordert ist unsere Gesellschaft eigentlich, dass sie so einen Unsinn konsumiert? Aber das würde hier zu weit führen. Vielen Dank für Ihren Denkanstoß. Ich glaube jeder Mensch, der das beherzigt ist einer mehr, der unsere Gesellschaft zum Besseren wandeln kann.

    Beste Grüße
    Katrin

  28. Torsten schreibt am 9. Mai 2010 um 07:29

    Was Nitsche oder einer der anderen Gelehrten sagte weiß ich nicht. Ich weiß nur das es stimmt. Wenn Du keine Aufgaben hast suchst Du dir welche, leider meist die falschen.

  29. Sylvia schreibt am 9. Mai 2010 um 07:34

    Lieber Ralf,

    ich finde es auch sehr treffend, was Sie schreiben.
    Bestätigen kann ich es selbst mit meinem eigenen Leben. Ich lebe ein Leben ohne sinnvolle Aufgaben. Und ich steigere mich gerne in viele Kleinigkeiten rein. An Tagen, wo ich mal richtig viel Arbeit habe, fühle ich mich dann so glücklich und stelle am Abend fest, dass ich mich über wesentlich weniger bzw. nichts aufgeregt habe, weniger erwartet habe... (diese Liste könnte ich noch ewig fortführen). Ich finde es wirklich enorm, was das Fehlen oder Vorhandensein von sinnvollen Aufgaben/Zielen/Sinn mit uns macht. Wenn ich das so schreibe, frage ich mich, warum ich es eigentlich nicht hinkriege, wo ich das doch so genau spüren kann? Hmmm, ich wünsche mir sehr, mal einen Schritt weiterzukommen und nicht nur in der Feststellung hocken zu bleiben. Vielleicht ist es einfach das Tun, weniger das Überlegen und einfach nur Ärmel hoch und ran. Aber erfahrungsgemäß ist das ein wohltuender Akt, der leider nur einige Stunden anhält...

    Grübelnde Grüße,
    Sylvia

  30. Marlene schreibt am 9. Mai 2010 um 07:36

    Guten Morgen,

    es ist doch erstaunlich, diese Parallelität... Gerade heute morgen hab ich festgestellt, dass mein Gehirn ständig Pirouetten um eine bestimmte Sache dreht. Dann hab ich mich hingesetzt und aufgeschrieben, warum das überhaupt gut ist (kenn ich aus dem NLP, die Annahme das alles einen Nutzen hat). Am Ende kamen dabei folgende Punkte raus:

    - Ich kann meine Phantasie benutzen
    - Ich kann ständig etwas verbessern
    - Ich kann dann etwas bewegen
    - Lösungen finden, etc.

    Im Endeffekt ist es genau, wie Ralf Senftleben schreibt:
    Mein Gehirn versucht sich zu beschäftigen! Armes Ding, ist eben unterfordert... das hab ich auch in den letzten Tagen beobachtet: Ich bin krank und häng zu Hause rum, eine gute Gelegenheit nochmals alles gründlich zu durchgrübeln... man man

    Und noch etwas: In einem Buch "Yoga Schlüssel zur Streßbewältigung" hab ich eben gelesen, dass es die Aufgabe des Gehirns ist, Lösungen zu suchen etc. Wenn das Hirn keinen neuen Input bekommt, dann nimmt er eben "altes Material" und kombiniert es neu.

    Vielleicht kommt es daher zu "Problemen" wo vorher keine waren?

    In diesem Sinne... ich gehe jetzt mein Gehirn füttern ;-)

    Schönen Sonntag noch!

    Marlene

  31. Elisabeth schreibt am 9. Mai 2010 um 07:43

    Ich kann diese Aussage nur unterschreiben! Nur - wie das Gehirn "sinnvoll" beschäftigen? Wenn ich schon mein Leben lang auf der Suche bin, nach dem Sinn? Das dreht sich ja auch schon wieder im Kreis ......
    alles Liebe
    Elisabeth

  32. Katharina Hospenthal schreibt am 9. Mai 2010 um 07:45

    Hallo Herr Senftleben
    Wie recht sie doch haben.Danke ganz herzlich für die wöchentlichen Denkanstösse.
    Das Gehirn hat manchmal schon fast Suchtcharakter. Es sucht und sucht um zu entdecken und zu verwirklichen, genau dann wenn es im Inneren, im Herzen, michts findet. Beherzt an einer sinnerfüllenden Aughabe zu sein, auch wenn sich Schwierigkeiten zeigen, ist ein Schlüssel, diese Denkmaschine nicht in ihrer Suche noch zu unterstützen.
    So habe ich mir vor 15 Jahren meine Lieblingsbeschäftigung zur Aufgabe gemacht. Auch mit meine 67 Jahren erfüllt mich meine Berufung so, dass ich keine Zeit investieren muss um das Gehirn auswärts zu beschäftigen.
    Lieber Gruss Katharina

  33. Allegra schreibt am 9. Mai 2010 um 07:52

    Hallo Ralf,

    genau deshalb liebe ich zeitzuleben, weil es futter für mein gehirn ist...und erstaunlicherweise nach dem lesen deiner anregungen die aktuellen probleme irgendwie gelassener sehe. denke, diese tatsache unterstreicht irgendwie deine theorie ;)

    dafür vielen dank!

  34. Diana schreibt am 9. Mai 2010 um 07:56

    Einen schönen guten Morgen,
    endlich bringt es jemand auf den Punkt, denn dies versuche ich den "älteren" Personen in meiner Familie schon lange zu erklären. Zum Teil ist es Einstellungssache und zum anderen eine Frage des Intellekts (wie vieles im Leben).

    Da ich nur für mich sprechen kann - ich habe noch so viel vor, dass mir 24h am Tag nicht reichen, wie soll das mit dem Leben erst funktionieren? :-). Es bleibt einfach keine Zeit für Probleme sondern nur für Lösungen und letztlich die Einstellung dazu... wie oben eine Schreiberin dies mit Nietsche belegte. Ein sehr schönes Zitat.

    Auch vielen anderen Kommentaren hier kann ich nur zustimmen. Ist es letztlich nicht auch die Frage, wodurch unsere Gesellschaft geprägt wird?

    Allen ein schönes Wochenende - beste Grüße
    DS

  35. Ilya schreibt am 9. Mai 2010 um 07:57

    Die Theorie stimmt!

    Es ist auch so, dass Menschen mit einer Aufgabe oder einem Ziel nicht Probleme, sondern Lösungen für ihre Aufgaben suchen und dann eben auch finden. Ich habe mal in einem Video von Brian Tracy gehört, dass das einzige Wort, was zu Erfolg führt, das "WIE" ist.

    Wir sollten uns weniger denken, warum etwas nicht klappen kann, sondern viel eher, WIE wir es machen können, dass es ja klappt!

    Ilya von planzeit21.de

  36. Katrin schreibt am 9. Mai 2010 um 07:58

    Hallo Ralf,
    deine Frage wirft bei mir die Gegenfrage auf. Wer bestimmt wann ein Problem wichtig und wann unwichtig ist? Das beurteilen des Nachbarstreits finde ich anmaßend. Vielleicht hätte man selbst diesen anders geregelt aber unter der Oberfläche, dem Sichtbaren steckt oft viel mehr.
    Ich denke jeder möchte ein problemfreieres Leben haben und sucht nicht bewußt nach Problemen. Oft steckt Einsamkeit dahinter. Und damit meine ich nicht das Allein sein.Denn in dieser Situation ist der Mensch am verletzlichsten, am angreifbarsten... Und dann ist das kleinste Problem ein Angriff - auf den man sich wärt.
    Ich denke nicht die sinnvollere Aufgabe schützt vor Problemen, sondern das Stark machen durch 'nicht Einsamkeit'.
    Gruß Katrin

  37. dieter v.tobien schreibt am 9. Mai 2010 um 07:59

    hallo ralf,
    nicht nur jeder satz, sondern jedes einzelne wort von dir ist richtig. sich eine oft einfache aufgabe suchen, wo man menschen helfen kann, wo man mit menschen zusammen ist,kann schon das problem entschärfen. durch so eine aufgabe ist man gezwungen aktiv zu werden, und hat keine zeit sich negative gedanken zu machen, und erlebt persönliche erfolge, die oft weitere erfolge produzieren.
    eine sehr befriedigende, einfache aufgabe :
    in kindergärten, schulen, flüchtlingsunterkünften, altenheimen vorlesen. riesiger bedarf vorhanden.
    gruß,
    dieter.

  38. Mertes Ute M. schreibt am 9. Mai 2010 um 08:13

    Lieber Herr Senftleben,
    Ihre Frage hat sicher eine große Berechtigung. Unser Gehirn ist auch bedeutsam und wird immer wieder gebraucht. Aber es ist m. M. nach auch wichtig, es auszuschalten, nichts mehr zu denken, ihm keine Arbeit mehr zu geben, um nach Innen zu horchen, was ich wirklich will.
    Ich muß sagen, daß ich durch meine regelmäßige Meditation immer zufriedener und glücklicher werde, d. h. eben auch, wenn der Kopf leer ist. Ich komme mehr zu mir selbst und benötige andere Aufgaben in meinem Leben.
    Alles Liebe
    Ute M. Mertes

    7HG1

  39. Balancer schreibt am 9. Mai 2010 um 08:19

    .... ein schöner Versuch.
    Wenn man nichts zu tun hat, kann man versuchen, diese Art von Problemen und Theorien zu lösen.

    ... ich lasse heute den Nachbarn in Ruhe und widme mich diesem Thema.
    Einen schönen Sonntag, Balancer

  40. Meeri schreibt am 9. Mai 2010 um 08:28

    Hallo Herr Senftleben,
    dem kann ich nur zustimmen. Seit ich mich im Tierschutz einsetze und ein Seniorenstudium begonnen habe, geht es mir wieder besser. Viel Leid kann man sich förmlich heranzüchten, indem man den falschen Beruf ergreift, wie ich damals. Obwohl es mich überhaupt nicht interessierte, lernte ich damals "kaufmännisch", wie man so schön sagt, ich hatte mich von Eltern und Freunden überreden lassen. Ein großer Fehler, der nur Leid, Langeweile und Sinnleere nach sich zog. Dies aber im Nachhinein und auch noch gegen Widerstände zu korrigieren, war sehr sehr schwer. Ich bildete mir dann ein, Frustkäufe und weite Reisen könnten mich für dieses sinnlose Leben entschädigen, eine Illusion. Ich kann nur jedem raten, beizeiten einen krassen Schnitt zu unternehmen, es kann nur besser werden, auch mit weniger Geld ! LG Meeri

  41. Heidi Malzacher schreibt am 9. Mai 2010 um 08:33

    Da kann ich nur zustimmen.
    Ich hatte in meinem Büro den Spruch hängen: "Wir machen uns genau die Probleme, die wir brauchen."
    Da gab es dann Kolleginnen (solche, die überhaupt nur Probleme hatten), die darüber empört waren, und andere, die darüber schmunzelten, und wieder andere, die dem zustimmten.
    Ja, so ist es. Ich selbst kenne das auch sehr gut.
    Ein Glück ist, dass ich meine 3 Enkeltöchter habe, die mich auf Trapp halten, die ich liebe und die mich lieben - wunderbar! Und dann habe ich noch eine sehr interessante und sinnvolle freiwillige Tätigkeit. Ich, und mit mir noch viele andere, begleiten Menschen in Lebenskrisen und bei Suizidgefahr. Das ist eine großartige Aufgabe, die für beide Seiten sehr wertvoll ist. Es ist ein Geben und Nehmen, und genau das ist das Wertvolle in unserem menschlichen Miteinander - und da werden auch so manche eigene Probleme leichter oder zur Nebensache.

  42. GROSS Andrea schreibt am 9. Mai 2010 um 08:46

    Ich kenne das auch, dass ich z.B. neidisch auf meine Schwester bin, was die alles macht und sage mir dann: "Ja, die hat ja das und das Studium, das und das gemacht etc.!", aber ....

    ICH KÖNNTE JA AUCH ANFANGEN OHEN EIN GEWISSES `ZEUGNIS´ ZU HABEN, ES EINFACH MAL AUSPROBIEREN und dann noch was ...

    einen neuen Verein oder eine neue Gruppe kann man selbst gründen (muss keine Firma sein) und neue Sachen kann man machen, wenn man/frau seine Denkmuster verläßt, aber das ist ja ein gewisser Verlust von Sicherheit und deshalb läßt man es manchmal bleiben obwohl das alte Leben eh schon sehr fad geworden ist ... also auf zu neuen Ufern auch wenn sie noch so einfach beschaffen sein sollten. Was die Umwelt dabei denkt ist nicht wichtig, wichtig ist unser eigenes Glück, aber das lehrt uns ja keiner und deshalb glauben wir immer dem Glück anderer Menschen nachlaufen zu müssen, ist ein gesellschaftliches Programm, das immer den ANDEREM NÜTZT aber nicht einem SELBER, schade **

    Schönen Sonntag
    A n d r e a

  43. Chobee schreibt am 9. Mai 2010 um 08:49

    Lieber Herr Senftleben,
    für mich sprechen Sie eine absolute Selbstverständlichkeit an. Und weil es eben für mich so selbstverständlich ist, dass eigentlich jeder Mensch eine Aufgabe nicht nur BRAUCHT, sondern dass sie ihm im Leben ohnehin schon GEGEBEN IST, wäre ich nie auf die Idee gekommen, das zu formulieren. Schön, dass Sie es trotzdem getan haben!
    Was mich stört, sind diejenigen Kommentare hier, die das "eine Aufgabe haben" immer gleich mit der gesellschaftlichen oder gar finanziellen Anerkennung in Verbindung bringen. Und das sind - vermute ich mal - auch noch diejenigen Menschen, die sich damit am meisten selbst schaden.
    Wievielen Erwerbslosen könnte es wohl besser gehen, wenn sie statt nach einem Job zu suchen, ihre wahren Aufgaben (z.B., sich um die eigenen Kinder oder die der Nachbarn, einen Garten, ein Tier zu kümmern, für andere da zu sein, ein Mensch zu sein und eben dadurch schon alles, was man geben und leisten muss)?

    Für mich liegt an dieser Stelle der Hase im Pfeffer in unserer Gesellschaft. Viele verwechseln einen Arbeitsvertrag mit einer Aufgabe und verfallen in Depression, wenn sie in ihrem "erlernten Beruf" keine bezahlte Beschäftigung mehr finden. Damit will ich natürlich die finanziellen Probleme, die damit zusammen hängen, nicht kleinreden (obwohl es auch dafür mit dem Grundeinkommen eine vermutlich funktionierende Lösung gäbe). Dennoch glaube ich, dass viel gewonnen wäre, wenn die Menschen nicht mit der Frage "wo kriege ich was wofür", sondern mit derjenigen "wo kann ich was Wesentliches beitragen" dem Leben begegnen werden.

    Viele Grüße
    Ch.

  44. Hans Schaedel schreibt am 9. Mai 2010 um 08:50

    Lieber Herr Senftleben,

    Sie liegen völlig richtig aber neu ist dies nicht. Das Sprichwort:

    Müßiggang ist aller Laster Anfang

    sagt genau dasselbe und ist schon sehr lange bekannt.

    Mit freundlichen Grüßen - HS - 09.05.2010 - 10:50

  45. Regina schreibt am 9. Mai 2010 um 08:59

    Hallo Herr Senftleben,

    ja, ich würde Sie jetzt gerne schlagen. Und zwar so richtig feste. Oder ich verklage Sie, das ist die noch bessere Idee. Werd' gleich mal meinen Anwalt anrufen - und schwupps habe ich wieder einen ganzen Vormittag "sinnvoll" verbracht :-)

    Spaß beiseite. In meiner ganzen Jugend hatte ich immer nur eines im Kopf: Reisen, Abenteuer erleben, ferne Welten erkunden, draußen mit wenigen Dingen unterwegs sein...
    Erst habe ich diesen Wunsch ein paar Jahre lang verdrängt und versucht ihn wegzutherapieren, bis der Moment kam an dem ich endlich kapierte dass ich diesen Wunsch ausleben muss, weil er mich sonst plagen würde bis in mein Grab.
    So, damit hatte ich also mein Ziel auf das ich hinarbeiten konnte. Ich krempelte mein Leben völlig um und setzte das Reisen an allererste Stelle. Und das gab mir für ein paar Jahre eine unglaubliche Dynamik und Energie wie ich sie zuvor noch niemals gespürt hatte. Auch die ganzen Vorbereitungen, bis es dann endlich los ging... es war eine tolle Zeit. Ich genoss das ein paar Jahre, dann kam der Moment an dem ich realisierte dass ich nun genug unterwegs war und mich danach sehnte endlich mehr Ruhe in mein Leben zu bringen und anzukommen.
    Das war vor mittlerweile 5 Jahren. Zumindest äußerlich bin ich angekommen, bin sogar freiwillig nach Deutschland zurückgekehrt (wer hätte das gedacht, wo ich hier doch immer so vieles abgelehnt habe ;-).
    Ich lebe jetzt in einer wunderschönen Gegend, habe Ruhe und Natur direkt vor der Haustür und mir einen tollen Freundeskreis aufgebaut.
    Aber: Mir fehlt jetzt tatsächlich ein neues Ziel. Etwas worauf ich hinarbeiten kann, etwas was mir Sinn gibt. Etwas was zunächst unmöglich scheint, genauso wie damals der Wunsch unmöglich schien aus meinem kleinen Leben auszubrechen, alles hinter mir zu lassen und die Welt zu erkunden.
    Ich habe eine kleine, leise Ahnung davon in welche Richtung es gehen könnte. Aber das fühlt sich so derart "unmöglich" an, dass ich mich kaum traue so richtig darüber nachzudenken und zu träumen... aber vielleicht wäre es genau das was meinem Leben einen Sinn geben könnte? Aber ich traue mich noch nicht. Fühle mich noch zu klein und minderwertig, und muss wohl erst noch ein wenig unter meinem Unglücklichsein leiden und ein paar Nachbarn verklagen bis ich endlich so weit bin :-)

    Herzlichen Dank für diesen Denkanstoß.

  46. lowe schreibt am 9. Mai 2010 um 08:59

    ..und nun meine Frage:
    WOHER kommt eigentlich jeder Gedanke???
    WARUM denken ( was ist das eigentlich?) wwir gerade das, was wir denken?
    Bin ich es, der "vollkommene Gedankenstille" erreichen kann oder werde ich "gedacht" ?
    Um Antwort wird gebeten...........

  47. Gerhard schreibt am 9. Mai 2010 um 09:02

    Heute habe ich den Inhalt von "Geben Sie Ihrem Gerhin etwas zu tun" gelesen. Sie haben den Nagel wirklich aujf den Kopf getroffen. Es wirklich unwahrscheinlich wie einem bewusst wird, welche Menschen den grössten Pessimismus ausstrahlen. Es sind die Menschen, welche sich entweder stur auf sich selbst fixieren oder effektiv nichts zu tun haben (wollen). Ich danke Ihnen für diesen Text, den werde ich im Geschäft gut anwenden können.

  48. Maya schreibt am 9. Mai 2010 um 09:06

    @mimi: Das innere Team lässt grüssen... :-) (Friedemann Schulz von Thun).

    Allgemein: Ich finde schon, dass in den Ausführungen von Ralf sehr viel wahres ist. Und ich glaube auch, dass dies eine "Wahrheit" ist, die wir halt nicht so gerne hören :-). Ich denke, es geht hier auch nicht um drastische Schicksalsschläge wie Krankheit, Todesfall oder so, sondern eher um die kleinen Dinge mit grosser Wirkung, wenn man ihnen eben ihren Lauf lässt und ihnen Raum gibt. Energie geht dahin, wo die Aufmerksamkeit ist. Und ich denke, es besteht jederzeit die Möglichkeit, sich mit irgend etwas zu beschäftigen, was Spass und Freude macht, sei es aktiv oder passiv und wenn die Konzentration darauf gelenkt wird, wird das andere kleiner. Da kommt mir das "sich auf etwas konzentrieren-Experiment" von gestern abend in "Frag doch mal die Maus" in den Sinn... :-)
    Allen einen schönen Sonntag.

  49. Wenka schreibt am 9. Mai 2010 um 09:11

    Ich stimme dieser Theorie zu. Ich sehe es im Freundeskreis mit vielen Singles, diejenigen die keine Hobbies oder einen Beruf haben, der sie fordert, die machen einen Riesenhype um Beziehungsgeschichten und breiten alles aus, bewerten es, schaffen Probleme, wo keine sind. Die meisten Beziehungen halten dies nicht aus. Man hat manchmal auch keine Möglichkeit zu entfliehen. Sich mit sich selbst zu beschäftigen ist manchmal nicht angenehm, da sucht man sein Heil bei anderen und schafft diese Probleme, um die Aufgabe Beziehung an oberste Stelle zu setzen. M.E. auch ein Übel, warum so viele Beziehungen in die Brüche gehen, bzw. gar nicht erst zustande kommen. Ich weiß nicht, ob dies bei Männern auch der Fall ist, aber bei Frauen sehe ich dies Verhalten leider häufig.

  50. Torsten schreibt am 9. Mai 2010 um 09:20

    Hallo,
    Sie sprechen mir mit ihrem Artikel etwas aus, was ich schon lange mit meiner Lebensgefährtin diskutiere.
    Meine Oma hatte mir in der Vergangenheit am Beispiel von Frauen folgendes gesagt: "Wenn es einer Frau zu gut geht, dann ist das nichts...". Das Statement dieser mit 80 Jahren lebenserfahrenen Frau entstand auf Basis mehrerer Situationen, die Sie auf ihrem Lebensweg beobachten konnte (Fremdgehen, Unzufriedenheit, ...).
    Mir wurde anhand von viel Freizeit durch Kurzarbeit im letzten Jahr sowie durch Beispiele aus meinem privaten Umfeld sehr deutlich.
    Zuviel Freizeit, bei zu wenig Anspannung ist nichts.
    Aus meiner Sicht ist ein geregelter Ablauf, die Verfolgung eines Zieles und somit der berühmte "Sinn" im Leben, die Grundvoraussetzung für Glücklichsein. Ich habe mich in den letzten Jahren sehr stark mit dem Thema "Glücklichsein" beschäftigt (Empfehlung: "Glücklichsein", Buch von Tal Ben Shahar) und komme zudem Schluss, dass zu viel Entspannung bei zuwenig Anspannung nichts ist. Erst wenn Sie ein Ziel verfolgen und somit für etwas kämpfen, werden Sie ein gewisses Glück erfahren. Wichtig und das sollte keiner vergessen: Der Weg ist das Ziel! D.h. nie das geniessen auf dem Weg dahin vergessen, den nicht die Erreichung eines Zieles, sondern der Weg zum Ziel ist die Basis zum glücklichsein.
    Ich bin auch fest davon überzeugt, dass die Menschen in den 50er und 60er Jahren durch den ständigen Kampf nach Überleben und später nach Aufstreben auch bei 60 Wochenarbeitsstunden glücklicher waren, wie die heutigen Konsumhetzer.
    Die heutige Welt ist so unstetig. Die Medien hetzen uns je Woche auf eine neue Sau. Eine Woche BSE, dann Aids, dann Vulkanasche, Griechenland usw. Je Woche ist alles die größte Katastrophe seit dem Urknall und jede Woche ist das Problem der Woche davor uninteressant.
    Unternehmen optimieren sich auf das nächste Jahr. Junge, aufstrebende Mitarbeiter müssen so flexibel sein und von Station zu Station hetzen. Die Werbung gaukelt uns jeden Tag vor, dass wir dieses und jenes noch brauchen , und, und, und.
    Leider ist das Suchen nach einer sinnvollen Beschäftigung im ersten Schritt anstrengender, wie das auf dem Arsch sitzen und das Beschweren über sinnloses...
    Da ich die Befürchtung habe, dass unsere bequeme Gesellschaft sich so schnell nicht ändert, freue ich mich umso mehr über ihren Artikel und hoffe auf den berühmten Tropfen, der den Stein höhlt...
    Danke.

  51. Charlotte schreibt am 9. Mai 2010 um 09:22

    Dem kann ich nur zustimmen. In meinem Ausbildungsberuf (Speditionswesen) war immer so viel zu tun, dass die Kollegen gar keine Zeit zum Lästern hatten. Als ich dann in einen Konzern kam, konnte ich gar nicht glauben, wie viel Zeit die Kollegen dort zum Lästern hatten. Weil nicht wirklich viel zu tun war ;)

    Ich persönlich habe auch lieber alle Hände voll zu tun.

  52. Ingo schreibt am 9. Mai 2010 um 09:24

    "Ich mach's möglich"

    Klasse Thema. Vielen Dank dafür. Ich bewundere auch immer wieder diese Menschen, die sich bei Millionen von ungelösten Themen auf diesem Planeten langweilen und ihre Zeit mit irgendeinem Quatsch totschlagen.

    Glücklicherweise gehen wir in dieser Hinsicht wirklich *goldenen* Zeiten entgegen. Die Probleme werden sich drastisch so weit verdichten, daß niemand mehr Langweile schieben muß.

    Auch Hirnakrobatik wird dann nicht mehr nötig sein. Dann werden auch diejenigen erlöst, die immer noch meinen, daß Denken im Hirn stattfindet. Wir "denken" vielmehr mit unserem gesamten *Sein*.

    Von daher wird leicht erklärlich, woran es liegt, daß unsere Welt so ist, wie sie derzeit ist: Viele beschränken ihr "Denken" auf ihr Gehirn. Das Gehirn kann jedoch nicht "denken". Es ist lediglich ein Prozessor, der Anweisungen befolgt.

    Die Zeit der "Hirnis" geht jetzt zu Ende - zum Glück.

    Danke nochmal für das Thema, allen Segen *INGO* :-)

  53. Martina Klug schreibt am 9. Mai 2010 um 09:24

    Hallo Ralf,
    Sie sprechen wie immer aus meiner Seele,
    im Moment bin ich nämlich auch an einem Punkt gelangt
    wie ich mein Leben wieder lebenswert erlebe.
    Es geht aber auch nur wenn der Kopf frei ist.

    Sylvia hat es genau beschrieben stimme ihr vollkomen zu
    bin auch eine Grüblerin..man kommt aber damit nicht sehr weit weil es unproduktiv ist...deshalb auch mal Sachen spontan leben und erledigen...:-)

    Schönen Sonntag allen:-)
    lg Martina K.

  54. Dani schreibt am 9. Mai 2010 um 10:01

    Hallo Ralf,

    das trifft genau das, was ich auch immer wieder beobachte. Auch ich betrachte das Gehirn ursprünglich als "Problemlöser". Darüber hinaus habe ich mich auch gefragt, warum wir überhaupt denken. Dabei bin ich über Theorien wie "Spannungsabbau" gestolpert, ein Beispiel: jemand schlägt mich, ich habe jedoch keine Möglichkeit zu reagieren, darauf hin spielt mein Gehirn die Situation mit allen möglichen Varianten durch, bis die Spannung, die nicht durch Aktion abgebaut werden konnte, durch Gedanken abgebaut ist.
    Um drei Ecken führte mich das zu folgender Theorie: Jeder Gedanke, dem nicht (unmittelbar) eine Handlung folgt ist unnötig.
    In einem Buch ist das sehr schön mit dem Begriff "Hirnwichserei" beschrieben.

    Diese Suche (oder Sucht) nach Problemen habe ich schon oft am eigenen Leib erlebt. In einer Lebenskrise mit Depressionen und Ängsten, produzierte mein Gehirn umso mehr angstvolle Situationen, je weniger ich aktiv sein konnte.

    Du liegst meiner Meinung nach mit Deiner Theorie also absolut richtig!

    Alles Liebe,
    Daniela

  55. Alsu schreibt am 9. Mai 2010 um 10:14

    In der Tat wäre ich mit dieser Theorie vorsichtig. An den Kommentaren kann ich erkennen, dass uns allen sofort jemand einfällt, auf den diese Theorie scheinbar zutrifft. Ich möchte aber daran erinnern, dass Leid viele Gesichter hat. Können wir wirklich mit letzter Sicherheit sagen, warum jemand nörgelt, seine Nachbarn wegen Kleinigkeiten verklagt oder sich wegen scheinbarer Nichtigkeiten aufregt? Nein, das können wir nicht. Was für den einen ein Nadelstich ist, ist für den anderen ein Schlag mit der Machete. Niemand sollte sich anmaßen, das Leid anderer klein zu reden.
    Auf der anderen Seite: eine sinnvolle Aufgabe im Leben zu haben ist es, was uns zu Menschen macht. Wir sind auf dieser Welt - unter anderem - um etwas zu schaffen und um anderen zu helfen. In einer Gesellschaft, die ausschließlich auf harten Materialismus und Konsum ausgerichtet ist, keine einfache Aufgabe. Wir kennen alle einen schlauchenden Alltag mit sich wiederholenden, scheinbar sinnlosen Aufgaben. Manche von uns mehr, andere weniger. Diese Entfremdung von der Arbeit ist es, die viele krank macht - und letztendlich auch feindselig. Eine Gesellschaft, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, sollte den natürlichen Drang zur Empathie, zu kreativem Schaffen fördern, und Freiraum dafür schaffen, damit auch genug Energie dafür vorhanden ist.

  56. Gundis schreibt am 9. Mai 2010 um 10:18

    Wer entscheidet, ob es sich um eine Nichtigkeit, eine Kleinigkeit, um Kinderkram oder um ein wirkliches Problem handelt. Ob eine Situation ein Problem darstellt, hängt von den Möglichkeiten und Bedürfnissen des jeweiligen Menschen ab und kann nur unzureichend von anderen beurteilt werden.

    Mir fällt auch immer wieder auf, dass Menschen, denen es an Empathie mangelt, eine Angelegenheiten als nichtig abtun, solange sie selbst nicht betroffen sind, aber äußerst aufbrausend reagieren, sobald sie in eine ähnliche Situation geraten.

    Außenstehenden mangelt es oft auch an Hintergrundwissen, so dass sie die Situation anderer nicht richtig beurteilen können. Oft steckt hinter dem von anderen als Nichtigkeit angesehenen Streitpunkt ein viel tiefer liegendes Problem. Hierzu empfehle ich die Lektüre des Buches „In jeder Mücke steckt ein Elefant“.

    Oft entstehen Streitigkeiten gerade deshalb, weil ein Mensch zu wenig Zeit hat. Das Gehirn ist so sehr mit dem Lösen von Problemen beschäftigt, dass keine Kapazitäten mehr vorhanden sind.Die Beschwerde des Nachbarn z. B. kann dann das Fass zum Überlaufen bringen.

  57. Martina schreibt am 9. Mai 2010 um 10:33

    Hallo Ralf, ich gebe dir vollkommen recht. Vorallem die Zeit, die viele mit solchen oft unwichtigen, vorgeschobenen Probleme benötigen, bremsen jeweils sich um die wirklichen Probleme zu kümmern. Ich arbeite in der Arbeitsintegration und sehe dieses jeden Tag, löse dort Schritt für Schritt deren Probleme. Ich habe somit gar keine Zeit, nach für mich unwichtigen Problemen zu suchen. Manche fragen mich wie ich das immer wieder schaffe, doch genau da ist der Punkt, mir geht es selber im privaten gut, weil ich genug zu tun habe!

    LG Martina

  58. Rita schreibt am 9. Mai 2010 um 10:35

    Lieber Ralf,
    ein delikates Thema hast du da ausgesucht und sehr zu meiner Freude.

    Auch ich habe schwere Krisen hinter mir mit dem sehr starken Gefühl für niemanden und nichts gut zu sein. Dem zu Folge habe ich auch nichts getan und auch nichts an postitiver Bestätigung bekommen. Dabei erinnere ich mich an Watzlawik und die Sache mit dem Hammer. Die negative Gedankenspirale drehte sich bei mir immer weiter nach unten, bis ich dann gottseidank in einer psychsomatschen Klinik landete. Dort lernte ich das Spiegelgesetz kennen, wie innen so außen. Mein Umfeld war lieblos so wie ich mich lieblos behandelte - ich mochte mich einfach nicht bzw. kannte mich nicht mal wirklich.

    3 Jahre danach habe ich einen neuen Beruf gelernt (ich war 54) und arbeite seit einem Jahr auch mit Leib und Seele als Busfahrerin. Das lernen war nicht leicht und ich habe nur durchgehalten, weil ich den Beruf wollte. Ich war unter 25 Männern die einzige Frau und die habe ich oft tuscheln hören, ich wollte diese Ausbildung zu Ende machen und mein Selbstwert ist immens gestiegen.

    Jetzt kann ich sagen "dem Himmel sei dank, dass ich diese Krise erleben durfte" durch Menschen die ich damals verteufelt ja sogar gehasst habe bevor diese Klinik mich aufnahm.

    Wenn man ein falsches Selbstbild von sich hat, fliegen einem oft "Probleme" zu und weiß nicht warum. Ich denke das ganze Leben lang sollte man sich prüfen ob man auf dem richtigen Weg ist und dabei gut zu sich sein, wenn nötig Korrekturen bzw. Veränderungen vornehmen, bis es wieder passt. Und da hat das Hirn genug und immer was zu tun. Und das Hirn braucht Beschäftigung was nur der Träger in der Hand hat. Man muss einfach aktiv gut zu sich sein.

    Mein Leben ist seither bunt und kurzweilig und ich weiß, dass das noch nicht alles war.

    Freue mich auf nächsten Sonntag und bin gespannt, was dein Thema ist.

    Ganz viele liebe Grüße und noch einen schönen Sonn-Muttertag

    Rita

  59. chaja cnaani schreibt am 9. Mai 2010 um 10:39

    hallo ralf,
    sie haben vollkommen recht !
    ich glaube auch das mit den alter viele probleme die mal sehr "wichtig" waren plotzlich nicht mehr wichtig sind .man verbraucht zu viel energie fur blode und unwichtige sachen wie sreit u.s.w. .neugerig zu sein und neues lernen ist sehr wichtig.
    viele grusse
    chaja

  60. Gudrun schreibt am 9. Mai 2010 um 11:03

    Hallo,

    es ärgert mich sehr, dass Herr Volker Specht weiter oben schreibt:" Die Aufzählung was Menschen mit einer (sinnvollen) Aufgabe NICHT machen lässt sich noch um VIELES erweitern. Eine ganz wichtige Sache ist: Sie flüchten NICHT in Depressionen!"
    Ich gehe davon aus, dass er persönlich noch keine Depression hatte und die Krankheit auch nicht versteht. Eine Depression ist eine Stoffwechselstörung im Gehirn, bei der alles "Wollen" nicht mehr funktioniert.
    Ich bin froh, dass es Mediziner und Therapeuten gibt, die depressiven Menschen Verständnis entgegenbringen und ihnen helfen, anstatt sie anzuklagen und ihnen Flucht vorzuwerfen!
    Für Menschen ohne Depression oder nach einer bewältigten Depression trifft die These mit dem Beschäftigen des Gehirns sicher zu - für Erkrankte aber ganz sicher nicht.
    Viele Grüße
    Gudrun

  61. Ralf Senftleben schreibt am 9. Mai 2010 um 11:30

    Wow! Mit so einer Resonanz hatte ich ja gar nicht gerechnet. Für Ihre Gedanken einen herzlichen Dank an Sie alle.

  62. Markus B schreibt am 9. Mai 2010 um 11:39

    Hallo Ralf,

    *gegendenArmknuff* (Schlagen Sie mich nicht+das Gehirn versteht keine Negationen)

    Spannendes Thema. Kontroverse These. Ersten Text gelöscht habe. Den hier finde ich besser.

    Wir haben die Wahl: Schauen wir auf unser "Päckchen" oder auf unsere Aufgabe? Diese Wahl haben wir jeden Tag aufs Neue.
    "Ein Verliebter sieht eine Blume mit anderen Augen, als ein Kamel".
    (Es sei denn das Kamel ist verliebt... ;-)

    LG Markus

  63. Barbara schreibt am 9. Mai 2010 um 11:43

    Lieber Ralf, danke für Deine so wahren Worte, Du formulierst absolut ok, auch ich stelle mir die Frage: Warum so vorsichtig? Weisst Du meine Auffassung ist die, wenn Menschen das nicht vertragen können, dann haben Sie ein Problem mit sich selber, auch mir geht es manchmal so, aber ich lerne daraus.Mache bitte so weiter in Deinem Du Selbst Sein, genau so ist richtig wie Du bist, u. wenn Du Dich dennoch verändern möchtest, dann ist es Deine Entscheidung, u. nicht die von uns Lesern. Wir können nur auf etwas hinweisen, aber das ist auch alles.ES IST SCHÖN DASS ES DICH GIBT, Barbara

  64. Christiane schreibt am 9. Mai 2010 um 11:49

    Hallo Ralf,

    ich denke, wenn mir etwas oder jemand quer runtergeht, daß das Problem in mir selbst begründet ist. Da gibt es tolle Selbsterkenntnismethoden, wie The Work nach Byron Katie, Die Spiegelgesetzmethode nach Christa Kössner, Hooponopono nach Bärbel Mohr. Wenn ich mit dem Finger auf andere zeige, dann zeigen 3 Finger auf mich;-) und das bestätigt sich immer wieder für mich:-)))

    Liebe Grüße
    Christiane

  65. Oscar Sallmann schreibt am 9. Mai 2010 um 12:09

    Guten Tag

    In meiner täglichen Arbeit sehe ich diese Theorie nur bestätigt. Allerdings glaube ich auch, dass sie auch von unseren oft negativen, anerzogenen (Eigen)art zu denken sehr stark geprägt ist. Muss denn alles immer zielgerichtet und sinnhaft sein was wir denken und tun?

    Ich wünsche allen eine gute Woche und grüsse Euch aus der Schweiz.

  66. Alexander schreibt am 9. Mai 2010 um 12:14

    Hallo Ralf,

    aus meiner Sicht kann ich Deine Theorie aus meinen persönlichen Beobachtungen nur bestätigen.Ich sage das auch schon seit Jahren. Der Mensch und damit das Gehin braucht eine Beschäftigung um nicht auf "Dumme Gedanken" zu kommen. Natürlich ist es nicht für jeden menschen leicht die geeignete Beschäftigung zu finden. Der ein und andere benötigt dabei Hilfe. Deshalb sollte jeder auch auf seine Mitmenschen aus der Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, etc. achten und ggf. mit einen Tipp für einen möglichen neuen oder anderen Weg und damit Hilfe zur Selbsthilfe geben.

    Wünsche alleneine schöne Woche
    Alexander

  67. Brigitte schreibt am 9. Mai 2010 um 12:38

    Ich bin überzeugt davon, dass diese Theorie den Kern der Sache trifft. Mein Denken ging schon oft in diese Richtung und mein Umfeld / meine Beobachtungen zeigen mir genau das. Ich selbst bin eine Frau, die vom Schicksal arg gebeutelt wurde und das von Kindesbeinen an. Trotzdem bin ich eine Frohnatur und habe meinen Optimismus nicht verloren. Allerdings bin ich auch eine Frau, die stets und ständig irgendwie beschäftigt ist und in meiner Freizeit pflege ich meine Interessen.

    Demzufolge habe ich z.B. gar keine Zeit mich über Nichtigkeiten aufzuregen oder gar den Sinn dafür, aus einer Maus einen Elefanten zu machen. Dieses Phänomen erlebe ich aber immer wieder aufs Neue in meinem Umfeld.

    Ein gutes Beispiel ist eine Freundin. Sie ist weder berufstätig noch hat sie wirkliche Interessen. In ihrer kleinen beschränkten Welt, die nur aus Haushalt und Nichtstun besteht, ist sie permanent auf der Suche nach Mäusen, die dann schlagartig zu gewaltigen Elefanten mutieren, die diese Aufmerksamkeit nicht wirklich verdient haben.

    Ihre gesamte Familie liegt im Dauerclinch und ergötzt sich ganz offensichtlich an den Familiären Streitigkeiten. Eine unbedachte oder bewusst stachelig platzierte Aussage wird zur Zeitbombe, welche die gesamte Familie in Atem hält. Die Ausnahme bildet nur ein Bruder von ihr, der mit sich selbst im Reinen ist und beruflich als auch privat ausgelastet. Für dieses Nervenspiel müssen ebenso Freunde und Nachbarn herhalten, damit das aufreibende Spiel kein Ende nimmt.

    Es gibt sicherlich noch andere Faktoren als Langeweile. Es mag auch eine Frage des Intellekt und der Einstellung an sich sein.

    Wie dem auch sei, der Mensch erfindet Probleme, wo nicht wirklich welche sind und statt sich mit der Lösung des Problems an sich zu beschäftigen, in dem man nach einer sinnvollen Beschäftigung sucht, ergibt man sich dem Müßiggang und hält am gewohnten Einerlei fest. Doch um dieses zu erkennen, bedarf es einer gewissen Intelligenz und Einsicht.

  68. Marita Wilke schreibt am 9. Mai 2010 um 12:57

    Hallo Alexander,
    es stimmt, wir sollten wachsam sein gegenüber unseren Nächste. Was aber, wenn der Nächste das als Bevormunden und Kritik empfindet, wenn er meint, er lebt so und fertig?Und das zum Leidwesen seiner Mitmenschen!?

  69. Gertraud schreibt am 9. Mai 2010 um 13:15

    Also ich hab da nicht alle Kommentare gelesen, aber ich bin diesen Gedanken gegenüber sehr kritisch eingestellt:
    Der Müßiggang, das Einfach-nur-Sein, die ganz wichtigen Bewusstwerdungsprozesse, die durch das Beobachten der Gedanken stattfinden, die Tyrannei des Verstandes, der immer eine Beschäftigung braucht - das alles darf nicht unerwähnt bleiben. Ganz abgesehen davon, was der Menschheit schon erspart geblieben wäre, wenn Menschen auf die Benutzung ihres Gehirns verzichtet hätten und es gelernt hätten, in die Langeweile (Nörgelei) hineinzuhören....
    Bei diesem Thema kann man von beiden Seiten vom Pferd fallen, deshalb lasse ich jetzt die Sprache weg und freue mich, wenn es Leser gibt, die erspüren, was ich meine und es vielleicht auch noch besser auf den Punkt bringen können.
    mit lieben Grüßen
    Gertraud

  70. Pedro schreibt am 9. Mai 2010 um 13:53

    Ich kann nür zustimmen, hut ab!
    gruss und weiter so:)
    Pedro

  71. Jens Veit Günther schreibt am 9. Mai 2010 um 14:00

    Guten Tag, Ralf,

    an dieser Theorie ist garantiert viel Wahres dran. Meine Beobachtungen und Erfahrungen lassen diesen Gedanken - der für mich wie so oft hier wieder eine willkommene Anregung war - sofort zu. Die Konsequenzen daraus sollte nicht nur jeder Einzelne ziehen, der damit in Resonanz gehen kann, sondern auch die Gemeinschaft/Gesellschaft. Das Potential dieser Theorie wäre/ist unglaublich...

    Viele Grüße
    Jens Veit Günther

  72. Jette schreibt am 9. Mai 2010 um 14:09

    Das ist spannend, dass das Thema gerade jetzt hier auftaucht, wo ich gerade vor kurzem etwas gemacht habe, was ich zuvor noch nie gemacht habe und mir niemals hätte vorstellen können. Ich bin in einem mittelgroßen Ort zu einer Bürgerversammlung gegangen, hatte keine bis kaum eine Vorstellung, was genau mich dort erwarten würde und wollte "notfalls" einfach nur gucken und wieder verschwinden...
    Dass ich mich dort sogar mit Beiträgen eingebracht habe, auch einem "totschlag-Argument" getrotzt habe und das bei derjenigen Person lassen konnte und eine Idee zum weiteren Vorgehen gegeben habe, die Akzeptanz fand ist für mich absolut nicht nebensächlich. Jedoch fuhr ich mit einer Unzufriedenheit und Sehnsucht nach Hause... innerlich extrem unentspannt... (wobei dazu nicht nur die Versammlung beigetragen hat;
    Meine Woche war eine Mischung aus schönen, anstrengenden, schmerzlichen und auch recht neutralen neuen Erfahrungen... (neue Arbeit, alte Arbeit sowie auch besagtes Treffen uvm.). Zu Hause angekommen stellte ich fest, dass es mir (oder meinem schlauen Gehirn)sicherlich nicht reichen wird, eine - Betonung auf EINE also irgendeine - Aufgabe zu haben. Diese Aufgabe, die ich suche, besteht eher im zwischenmenschlichen Bereich. Ich kann sehr wohl losgehen, eine politische, umwelt(freundliche;-) )oder soziale Meinung usw. kund tun und verschiedene Aufgaben erledigen und sogar Akzeptanz und Respekt erfahren. Unzufrieden bleibt mein Gehirn oder wohl eher meine Seele, weil ich im Kern meines Wesens nicht nur nach einer Aufgabe suche, in der ich Sachen bewegen kann oder mich ich nenne es mal "äußerlich wichtig" fühlen kann, sondern nach einer echten Beziehung bzw. einem Gefühl von Angekommen sein - Sicherheit, Geborgenheit, einem Fels in der Brandung. Also benötige ich eine Aufgabe bzw. ein Ziel das da heißt, mich selbst zu lieben - da ich "gehört habe" ;-) dass das notwendig ist, um einen Partner zu finden oder auch Freunde, auf die ich mich "so richtig einlassen kann". -- Ich frage mich, wenn ich Singlebörsen satt habe und jemand bin, die aus diversen Gründen ein Problem mit Nähe hat, wie könnte dann eine Aufgabe lauten, die mir und meinem Gehirn gerecht wird?
    Gottseidank bin ich bereits auf meinem langen Weg ein Stück voran gekommen und weiß oder ahne worum es geht und habe schon einiges zur Verbesserung meiner Lebensqualität beigetragen... Nichtsdestotrotz bleibt eben mein Kern oft noch oder wieder unberührt.
    Danke für´s Teilen.

  73. Anne schreibt am 9. Mai 2010 um 16:02

    Hallo an Alle die bis hier her lesen - das sind ja schon eine ganze Reihe von Meinungen und Gedanken.

    Ich meine alles beginnt im Kopf, den häufig wird Unzufriedenheit durch die Gesellschaft in der wir leben geschürt. Da heißt es dann in der Werbung - allein sein ist doof - besser ist es zu zweit - oder, dick sein macht krank – so musst du abnehmen etc. etc. etc.
    Ich sage, alles nur Geschäftemacherei.
    Sobald dann ein Partner oder eine Partnerin in dein Leben gekommen ist, beginnen Probleme – nur eben andere. Oder wenn du dann abgenommen hast, passen die alten Sachen nicht mehr oder zum Model reicht es immer noch – wieder Probleme – eben nur andere usw. usw. Was ich denke werde ich sein - und wenn ich glaube, was andere sagen, dann ist das so und wird in mir auch das entsprechende Ergebnis hervorrufen, weil sich meine Unzufriedenheit eben nur verschoben hat.

    Sobald ich nach innen gehe und denke (man kann es auch laut sagen) „ICH BIN DIE/DER ICH BIN!“ wird es mir schon besser gehen. Klingt ganz einfach, ist es auch – probiere es einmal und du wirst erstaunt sein was geschieht – erlauben zu SEIN – wenigstens einmal für einen Augenblick nichts zu wollen und - du kommst in deine Balance.

    Unzufriedenheit, Missmut, Langeweile finden ein Ende und es taucht von ganz alleine auf, was Spaß und Freude breitet. Erlaube dir deine Erfahrung. In diesem Sinne, Liebe sei mit dir.

  74. Barbara schreibt am 9. Mai 2010 um 16:07

    Hallo Herr Senftleben. Ralf?

    zunächst ein herzliches Dankeschön, für die - wie immer - sehr anregenden Worte/Gedanken.
    Ich fühlte mich erkannt und sozusagen ertappt. Passte doch Ihr Text haargenau in meine Überlegungen vom Samstag hinein. Ausgangspunkt war tatsächlich ein Werbespot, in dem verschiedenste Menschen gefragt werden, was sie schon immer in ihrem Leben mal tun wollten. Der Fernseher lief, ich sah und hörte gar nicht mehr hin, denn ich hatte klebte noch an den Worten ...schon immmer tun wollen... Einige Zeit dachte ich noch, ohne Ergebnis, darüber nach und dann rutschte/schob ich ?? es so lange wieder weg, bis ich eben ihren Text las.

    Warum es so ist weiß ich nicht, aber ich habe leider keine Visionen/Ziele/Pläne für mein Leben, obwohl ich fühle, daß es sehr wichtig wäre welche zu haben. Ich könnte auch keine besonderen Talente bei mir benennen. Schon seit vielen Jahren erfüllt mich deshalb eine große Unzufriedenheit, die sogar physische Auswirkungen hat.

    Was soll ich denn nur tun? Wie komme ich an mein Seelenwissen heran , um meine Lebensaufgabe/Aufgabe zu finden. Vielleicht drehe ich mich ja auch nur gedanklich im Kreis und bin schon richtig, aber wäre ich dann krank?

    Wie komme ich denn bloß dahin, mich selbst zu lieben?
    Sie sehen schon, das jede Menge Gedanken und Fragen aufgetaucht sind. Nun heißt es also sortieren und wieder neu motivieren, disziplinieren, nicht aufgeben und ein Ziel suchen. Nicht locker lassen ist das Thema.
    Schön, es mal aufgeschrieben zu haben!!! Danke.

  75. gitte schreibt am 9. Mai 2010 um 16:44

    Hallo Herr Sentfleben,

    ich stimme Ihrer Aussage vollkommen zu.
    Sobald mein Gehirn beschäftigt ist,
    eine Aufgabe bearbeitet, braucht es sich
    keine Aufgabe suchen. Bei Langeweile fängt man
    an sich über alles mögliche Gedanken zu machen,
    und meistens kommt nur Blödsinn raus.

    Wie sagte Goethe schon

    Der Verstand ist ein guter Diener,
    aber ein schlechter Herr

    einen schönen Abend

    Gitte

  76. Tayler schreibt am 9. Mai 2010 um 17:24

    Hi zusammen!

    Im Grunde geht es nicht um unser Gehirn - wir können es nicht so separiert betrachten, wie vielleicht Forscher auf diesem Gebiet.

    Dennoch "macht" es etwas mit uns.

    Ich bin kein Forscher - dennoch forsche ich. Und ich bin auch "forsch"...:-)

    Unsere Gefühle sind Teile des Ganzen!

    Sie zu ergründen, ist unmöglich, und - nicht gewollt. Wir würden Wahnsinnig werden, könnten wir es. Deswegen gibt es "TÜREN", die uns aufhalten.

    Ein Beispiel: Schauen Sie sich Bilder von M.C. Escher an - Ihnen wird auffallen, sie sehen Dimensionen - können sich jedoch nicht dauerhaft für eine entscheiden!

    Warum? Im weitesten Sinne, hält es uns davon ab - verrückt zu werden!

    Herr Senftleben hat Recht!

    Die Muse des Schönen braucht eine Anregung. Somit brauchen wir "Eingaben" - Dinge die uns fordern und vor allem fördern!

    Vergleiche haben, auch ziehen meinetwegen. Es geht um Rhythmus, Das Sehen und auch um das Erkennen.

    Es gibt keinen geeigneten Weg, wie ich es schaffe. Es gibt nur den, es zu versuchen!

    "Der Erkenntnis, ist es ohnehin völlig egal, wie man Sie erreicht.!"

    In diesem Sinne,

    herzlichst,

    Eure Tayler

  77. comps schreibt am 9. Mai 2010 um 18:06

    tja, dann braucht man ja nur noch die AUFGABE, die zu einem passt, zu finden :-)

    Glaube nicht, dass dies so einfach ist. Ich suche schon seit 40 Jahren danach. Habe auch schon allerhand ausprobiert, aber ich interessiere mich eben für so vieles ein bischen, dass ich nirgendwo in die tiefe gehe und so auch nie ein experte auf einem bestimmten gebiet werde. eine aufgabe mit der ich es längere zeit aushalte habe ich bis dato noch nicht gefunden...

  78. Gerda schreibt am 9. Mai 2010 um 18:10

    ...auch die Ergotherapie geht davon aus...

    der Mensch ist ein HANDELNDES Lebewesen...wer nichts tut - wer nichts zu tun hat...erlebt eine Grenze in seinem Leben -die in manchen Fällen zu Krisen führen ...

    man kennt den PensionsSchock - Verlust der Aufgabe... nichts mehr zu tun zu haben...
    aber eben auch durch Unfällen, Erkrankungen - wenn man gewohnten, gewollten Aufgaben nicht mehr nachkommen kann...

    dieses TUN - kann sich natürlich auf unterschiedlichen Ebenen abspielen...auch auf geistiger, intellektueller...

    TUN...hat eine heilende Wirkung...
    eine Grundannahme der Ergotherpie...

    also..
    DURCHSTARTEN...

    lg
    /gerda

  79. Monika schreibt am 9. Mai 2010 um 18:40

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem kleinen Artikel in Ihrem Newsletter. Ich lese ihn immer mal wieder, aber so ins Schwarze getroffen haben Sie selten. Evtl könnte man noch anführen, dass die Probleme, die das Gehirn erfindet, sich bei einem sehr egobezogenen Menschen um sich delbst drehen, bei einem anderen sich durchaus um andere drehen können, ohne dass es wirkliche Probleme sein müssen ( z. B. Sorgen um die Kinder, um die vermeintlichen Probleme anderer usw)

  80. Slodo schreibt am 9. Mai 2010 um 18:44

    Finde ich super den Gedanken allerdings finde ich es schon ein weinig seltsam das Du durch deine Rhetorik die Aufmerksamkeit darauf lenkst das es ja gewagt sein könne so eine Theorie Aufzustellen
    Also ich hatte erst den Gedanken das ich dich Schlagen könne nachdem Du gesagt hast „Bitte schlagen sie mich jetzt nicht “ das Wundert mich schon ein bisschen warum sollte dich den Jemand deswegen Schlagen wollen?
    Lieben Gruß

  81. Benjamin Holfeld schreibt am 9. Mai 2010 um 18:53

    Gute Theorie! Es gibt ja tatsächlich Milliarden "Probleme" auf dieser Welt wovon die meisten eigentlich keine sind. Und leider werden kleine unwichtige Probleme leider viel eher angegangenen als "echte"/wichtige Probleme/Aufgaben.

    Hier würde ich mal versuchen das aufzuteilen:

    + Echte Aufgaben/Probleme: Verbessert das Leben von Menschen
    + Unwichtige Probleme: Verbessert das Leben von Menschen nicht

    Je nachdem wieviel Verbesserungspotenzial eine Aufgabe/Problem hat sollte diesem Problem mehr oder weniger Aufmerksamkeit gewidmet werden.

  82. jochen schreibt am 9. Mai 2010 um 19:16

    hallo, probleme sind das ergebnis von angst.ohne angst, keine probleme. aber ! ohne problem kein lernen, keine entwicklung.
    also: angst = problem annehmen und lernen.
    ich spreche von "alltagsangst" nicht von "Lebensangst".
    aber selbst da sind die "lernergebnise" unglaublich interessant. also: wo ist das nächste problem - ich will lernen ! alles gute mg j.

  83. namaja schreibt am 9. Mai 2010 um 20:11

    Lieber Ralf,
    Stimmt! Ich kann Dir - nach allem, was ich im Laufe meiner Zeit an Lebensweisheit und Wahrheit für mich herausgefunden habe, nur zustimmen! Und: Es ist wichtig, dies mal so deutlich zu sagen und Du hast das auch gut rübergebracht!
    Dazu passt noch Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es!!
    Vielen Dank und macht weiter so!
    Liebe Grüsse,
    Namaja

  84. Silvia schreibt am 9. Mai 2010 um 20:17

    tja, da sitze ich nun und fühle mich ertappt.
    Denn auch ich mache oft aus einer Mücke einen Elefanten, der sich oftmals dann leider nicht mehr kleinschrumpfen lässt.
    Und DAS kommt bei mir in letzter Zeit immer mehr vor, weil ich zwar viel zu tun habe, aber nix, was mich wirklich zufrieden macht. Hm. Und mittlerweile habe ich da schon eine ganze Elefantenherde herbeigezaubert, die ziemlich viel zertrampelt.

    Ich werde mir nun mal selbst mehr auf die Finger schauen, wenn ich wieder eine Ameise entdecke. Vielleicht klappt es ja, das sie kein Stampede-Elefant werden muss ;)

    lg
    Silvia

  85. mira schreibt am 9. Mai 2010 um 22:00

    ist das Hirn denn nur gut beschäftigt, wenn es nach aussen agiert?
    ist nicht auch der Lernprozess, dass sich beschäftigen mit etwas, was einem Freude bringen soll, eine Hirnleistung?

    Jedes Hobby, welches nicht nur halbherzig ausgeführt wird, oder mangels Einkommen nicht ausgeführt wird, hat doch Potenzial für Hirnleistungen?

    Natürlich ist dabei auch der Kontakt zu anderen Lebewesen inbegriffen.

    Oder wie jemand schrieb, wenn ich nicht ganz blind verschleiert meine Wege gehe, kann ich doch auf Menschen zugehen? Aufnehmen was sie bewegt, ja auch helfen, oder einfach nur da sein - sprechen.

    Oder selbst das Fernsehangebot - wenn ich mich da in Themen vertiefe durch lesen, ist das doch Weiterbildung - also auch Leistung des Gehirns, oder besser gesagt: NAHRUNG fürs Gehirn.

  86. Anne schreibt am 9. Mai 2010 um 23:33

    Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.
    Ich glaub, das ist von Goethe.

    Was bitte sind denn sinnvolle Aufgaben?
    Hinter Altruismus versteckt sich auch allzu oft nur Eigennutz.
    Krisen gibt es nicht nur ohne Aufgabe, sondern auch mit zu vielen Aufgaben und Belastungen.
    Depressionen sind ein komplexes Thema.Depressive wissen, was sie tun müßten, aber manchmal können sie einfach nicht.
    Sie flüchten genau so viel oder wenig in ihre Krankheit, wie Jemand..der einen Herzinfarkt oder Krebs bekommt.

    Herr Sentfleben,Gehirnzellen kann man anregen und trainieren...um flott zu bleiben.
    Das ist das Eine.
    Das, was Sie meinen...ist, so denk ich.. das Kopfkino, das unaufhörlich in uns abläuft.
    Dieses zur Ruhe zu bringen, kann sehr erholsam sein.... und lässt sich erlernen.
    Und wenn es durch die sinnvolle Aufgabe des Kartoffelschälens ist! :-)
    Menschen haben nun mal auf unterschiedlichen Ebenen Probleme.Auch wenn ich das manchmal nicht nachvollziehen kann, respektiere ich das.

    Ich lese hier viel von sinnvollen Aufgaben..und das Menschen in Krisen fallen, wenn sie nix "Vernünftiges" leisten.

    Was bitte hält diese zusammen, wenn Alles um sie herum wegbricht?
    Wie halten sie sich Selbst aus?

    Schönen Abend

  87. jana till schreibt am 10. Mai 2010 um 06:07

    hallo zusammen,
    ja, interessant- spricht der kleine professor in meinem kopf.
    lese grade ein aufregendes buch zu diesem thema,- die entstehung der realität-, was da sagt, dass das gehirn eine art empfänger ist,radio, film und geruch, der beobachter aus und in der stille. und die auswerter, aufräumer,umsetzer nennen sich dann alle-ich-
    und die gezielten aufgaben, sind der focus, denn ohne focus bricht da drinnen das chaos aus und daher strebt meine intelligenz ins licht zu frieden und freiheit, was ich auch nennen könnte ballance und focus.da ist dann noch die liebe, aber das ist vielleicht die intelligenz die ins licht strebt, weiss noch kein modell, weil so komplex...

  88. Dieko schreibt am 10. Mai 2010 um 06:49

    Hallo Ralf,
    mich würde interessieren wie du auf diesen Ansatz kommst?;-)
    Ich bin davon überzeugt das Menschen Strukturen benutzen Tag für Tag, um sich einen Überblick zu verschaffen, denn wir nutzen wohl den Augen-blick.Das sich das Gehirn selber Probleme macht ist für mich schwer zu verstehen, denn was für dich ein Problem darstellt, ist für mich (möglicherweise) kein Problem. Mit dem Wort Problem selber habe ich so meine Schwierigkeit daher nenne ich es lieber Blockade, nach dem Motto jedem das seine. Was ich schön finde an deinem Ansatz ist, das du dich damit überhaupt herausgefordert fühlst. :-)
    Schönes Diskussionsthema!

  89. Marion22 schreibt am 10. Mai 2010 um 06:57

    Hallo Ralf,
    ja voll erwischt und es stimmt einfach was du schreibst. Ich konnte sogar herzhaft lachen, das hilft mir zu mir selber Abstand zu finden und das "Drama zu entschärfen. Viele meiner sogenannten "Probleme" existieren nur in meinem Hirn und nachdem ich mit Therapie zur Selbstheilung Trauma und Sucht weitestgehendst aufgelöst habe, komme ich immer wieder auf des Pudels Kern zurück, dass mir eine sinnvolle Aufgabe im Leben noch fehlt. Mit euren Anregeungen und Selbstcoachingmethoden kann ich gut arbeiten und ich hoffe, dass ich bald den Mut und die Ordnung in meinen Gedanken finde loszulegen....Leidensdruck brauche ich heute glücklicherweise nicht mehr um Verhalten zu ändern. Es ist ein langer Weg aus der frühkindlichen Prägung und den falschen Mustern der Eltern auszusteigen, aber es lohnt sich unbedingt die kleinen Erfolge zu feiern, wenn man nicht mehr so ist wie seine Eltern, sondern zum Original zurückfindet....

  90. Marita schreibt am 10. Mai 2010 um 08:33

    Lieber Herr Senfleben! Das kann ich nur unterschreiben! Ich sitze seit 6 Jahren an einem hochdotierten Schreibtisch und muss meine Tage irgendwie rumbringen, weil ich die mir übertragenen Aufgaben in der halben Zeit erledige. Das will aber keiner wahrhaben und andere Jobs bekomme ich nicht, da als persona non grata abgestempelt. (Habe mir erlaubt, anderer Meinung wie das management zu sein). All diese nicht umgesetzte Energie, meine Ideen und Kreativität können nicht ausgelebt werden und wenden sich sozusagen gegen mich selber. Dadurch entstehen eine Menge körperlicher Probleme - ich bin sozusagen mit Luft und negativen Gedanken angefüllt. Aus verschiedenen Gründen kann ich auch nicht einfach das Handtuch werfen oder einen anderen Job suchen. Ein paar Alternativen habe ich zwar aufgetan, aber das reicht nicht aus. Unterforderung kann genauso grausam, ungesund und destruktiv wie Überforderung sein!

  91. Meike H schreibt am 10. Mai 2010 um 10:39

    Lieber Ralf!
    Was du schreibst, kann ich aus eigener Erfahrung zu 100% unterschreiben. Mit einer depressiven Mutter als Vorbild neige ich selbst immer mal wieder zu depressiven Schüben. Wann immer ich dann viele Aufgaben vor mir habe, die einfach bewältigt werden müssen, sind die Depressionen wie weggeblasen...

    Ich glaube, das Schwierige ist, sich seiner Aufgabe im Leben bewußt zu werden, und diese dann auch immer präsent zu haben, wie eine Vision, die immer wieder belebt werden muß, damit wir nicht im Automatismus des Alltags verhaftet bleiben...

    Vielen Dank! LG Meike

  92. Sybille schreibt am 10. Mai 2010 um 11:44

    Der Sonntag ist vorbei, es ist Montag und ich habe eigentlich Pause- bis auf mein Gehirn. Es ist wieder mal zu neugierig und hat fast alle Kommentare lesen müssen...

    ... sind aber auch spannend...

    Ganz sicher ist unser Gehirn dazu geschaffen "PRObleme" (tolle Idee!) und Möglichkeiten zu sehen, als solche zu erkennen. Ich glaube, es geht ihm (warum eigentlich ihm?) nur darum, Möglichkeiten und Lösungswege zu finden. Unsere Zellen aktiv zu halten, damit es selber überleben kann ;-) Es ist das Fazit, das wir uns nicht alle aussuchen können. Wir können nur immer wieder auf Neues reagieren. Bin dankbar, dass ich bis jetzt immer auch bewußt vorwärts und nach Lösungen schauen wollte. Naiverweise glaube ich, es gibt immer einen Weg, wenn man nur gut für sich sorgt und sorgen kann... ;-)(Ernährung, Bewegung, Entspannung und Spannung - Balance!)

    Langeweile habe ich immer geliebt, sie hat nie lange angehalten, da daraus stets Neues entstanden ist! Es ist unumstritten: Ein Mensch ohne Beschäftigung wird krank. Schön, dass es Menschen gibt, die in solch einer Sitution Hilfe bieten und schubsen...

    @Tayler Dein Kommentar hat mich sehr angesprochen, empfinde ganz ähnlich. Escher hat das sicher genauso beabsichtigt
    ;-)
    schöne Grüße an alle, falls es noch einer liest... ;-)
    Sybille

  93. Birgit schreibt am 10. Mai 2010 um 15:09

    seit 2 monaten arbeitslos (aus eigenem wollen heraus, weil burnout)
    meines erachtens funktioniert dieser verhaltens-therapeutische ansatz nur, wenn die tiefenpsychologie keine blockade findet, die auf der "festplatte" stammhirn eingebrannt ist.
    z.b. die tatsache, dass man trotz einer großen gabe an kreativität und ideen seinen platz nicht findet, weil man eine blockade hat, die wie eine wand zur außenwelt wirkt und sich darin wiederspiegelt, dass einem ständig hürden in den weg gestellt werden, die teils unüberwindbar erscheinen.
    es gibt (für mich) nur 1 grundproblem. jedesmal, wenn ich authentisch sein möchte, kommt für mich das sackgassen-zeichen. dieses: du sollst unauffällig sein und nur funktionieren !!! müsste an der wurzel gepackt werden. alles anderes sind erscheinungen, die sich aus diesem grundmuster (konditionierung aus der kindheit)ergeben.na und dann entsprechend probleme machen.

  94. tandaradey schreibt am 10. Mai 2010 um 16:51

    Sie sprechen mir aus dem Herzen. Dazu ein passender Gedanke meiner Lebenspartnerin: Jeder Mensch hat einen Würfel Glück und einen Würfel Sorgen - je nach Lebenslage füllt sich dieser mit grossen und dramatischen Themen oder eben mit Kleinlichem und Selbsteingebrocktem. Beweis: Sobald ein grosses, "echtes" Problem ins Leben tritt -Krankheit, Tod eines Angehörigen - verschwindet der Alltagsärger im Nu.

    Es wäre an der Zeit, einen Orden der Ritter und Ritterinnen zu "Sanssouci" zu gründen ;-)

  95. metamorgen schreibt am 10. Mai 2010 um 22:16

    Hallo Anna, 10.05. 01.33Uhr Dein Beitrag und Fazit spricht mir aus dem Herzen. Danke!
    Menschen, die körperlich, geistig und seelisch im grünen Bereich sind, die "normale" familiäre Verbindungen haben, durch unser Bildungssystem erfolgreich aufs "Leben" eingestellt wurden und das tun, was von einem "Normalen Leben" erwartet wird, für die mag ständiges Tun sinnvoll sein.
    Ich lehne diese Art von "Beschäftigungstherapie" ab! Es gibt so viele verschiedene Gründe, warum jemand sich: eine, diese, Aufgabe, hier, mit diesen Menschen, und dem speziellen Erfolgserlebnis, ausgesucht haben, oder nicht!

    Außerdem würde es alle alten, gebrechlichen und kranke Menschen die keine Aufgabe mehr haben automatisch als......siehe oben!

    Ist der Mensch nur richtig, wenn er "Probleme löst, nur produktiv denkt und irgendwas tut?

    Ich hoffe nicht!

  96. Constantin schreibt am 11. Mai 2010 um 05:51

    hallo

    mangels Zeit ;) las ich heute erst ihren Newsletter und finde ihn mal wieder genial! Gebe ihnen voll und ganz recht und machte selber die Erfahrung: wenn ich nichts sinnvolles mache beginnt die Grübelei und dann kommen automatisch die Probleme.hihi. Und Bekannte, die nur vorm Fernseher sitzen haben die meisten Probleme....;) An meinem PC hängt ein Spruch von Seneca: "Nicht weil es schwer ist, fangen wir es nicht an, sondern weil wir es nicht anfangen, ist es schwer!"
    In diesem Sinne: packen wirs an! :) Einen schönen Tag noch und freu mich auf weitere newsletter von ihnen.

  97. Stefanie schreibt am 11. Mai 2010 um 06:23

    Guten Morgen liebe Freunde von Zeit zu Leben,

    da ich heute früh ein wenig Zeit habe, dachte ich mir, dass ich gemütlich frühstücke und dabei meinen Newsletter von euch lese. Bei der Theorie von Ralf ist mir fast das Brötchen aus dem Mund gefallen...nicht etwa, weil ich denke, dass da nichts dran ist, nein weil es zurzeit das Thema ist und mir deine Worte wir Schuppen von den Augen gefallen sind. GENIAL!!! Ich erlebe gerade diese Problematik an der Arbeit, die einen lösen Problme, die anderen suchen neue Probleme. Schade, da wir als Team so nicht ansatzweise das bewegen können, was möglich wäre, wenn nicht einzelne Probleme suchen bzw künstlich erzeugen würden. Danke für deinen tollen Denkanstoß.

    Euch allen einen sonnigen Tag und Danke, dass es Zeit zu Leben gibt.

    Eure Stefanie

  98. Josef schreibt am 11. Mai 2010 um 07:35

    Ein schönes Thema!

    Oder ist es nicht das Thema?!

    Meine Gedanken dazu:
    Jeder Mensch hat eine Aufgabe in seinem Leben zu erfüllen.
    Diese zu erkennen und zu erfüllen ist seine Lebensaufgabe.
    Sein Herz, sein inneres Gefühl zeigt ihm den Weg. Wer seine Berufung lebt, lebt in der "höheren Ordnung" und es geht ihm gut.
    Herzlichst
    Josef

  99. Claudia K. schreibt am 11. Mai 2010 um 12:54

    Ein HALLO an alle,
    ich bin heute durch "Zufall" auf den Link zzl gestoßen und muss sagen, für mich ist da auf alle Fälle was dran. Unbewusst war mir das schon immer irgendwie klar, bewusst wurde es mir nachdem ich Eckart Tolle's "Eine neue Erde" gelesen habe (zuvor bereits "JETZT Die Kraft der Gegenwart").

    Erst jetzt hab ich verstanden, das ich alleine Herr über "meine Welt(Gedanken)bin und nix und niemand sonst darüber Macht, oder Einfluss hat. Wir denken nicht, das Denken geschieht uns. Sobald uns das bewusst ist, können wir es kontrollieren
    DIE WELT IST DAS WAS WIR VON IHR DENKEN!!

    Wenn wir eins mit uns(innen) und der Welt(aussen)sind, können wir Berge versetzen. Davon bin ich Felsenfest überzeugt ;-)

    Die besten Grüße
    Claudia

  100. Tom schreibt am 12. Mai 2010 um 07:18

    Volltreffer!

    Ich fühle mich ertappt...

    ...LEIDER!

    Viele wohlgesonnene Grüße
    Tom

  101. Larani schreibt am 12. Mai 2010 um 10:26

    Hallo, ich habe immer wieder festgestellt, dass vorallem bei Menschen, denen sonst keiner eine Chance gegeben wird, weil sie vielleicht nicht aus dem "richtigen Umfeld" kommen, bei der kleinsten Aufmerksamkeit und der Bereitschaft ihnen etwas anzuvertrauen diese zu Höchstleistungen angespornt werden. Am Ende sind sie sogar selbst erstaunt, wozu sie fähig sind.
    Andererseits wenn man sich mit den eigenen Problemen nur intensiv auseinader setzen, wenn man alle äußeren Reize abzustellt. dh. auch mal den job ausblenden. Selbst psychosomatischen Probleme kommt man nur auf den Grund, wenn für eine lange Zeit nur auf sich gestellt keine anderen Probleme mehr zu lösen hat. Erst dann ist das Hirn (Unterbewusstsein) notgedrungen bereit sich mit sich selbst zu beschäftigen.

  102. Regina schreibt am 12. Mai 2010 um 10:28

    Lieber Ralf und liebe Kommentatoren, das Thema hat mich sehr berührt und ist sehr treffend.Und richtig geschrieben. Aber bitte trennt kranke Menschen von den gesundenn. Depressionen sind eine Krankheit und sollten behandelt werden. Man muss aber auch mal darüber nachdenken, warum erkranken soviele Menschen an Burn out, Depressionen oder sind einfach nur erschöpft? Denken Sie nicht oder nicht richtig und bewegen sie sich zu wenig und machen sich Ziele von anderen zu ihren eigenen? Lassen wir uns alle zu viel vor machen z. B. von den Medien? Ist uns wirklich wichtig, was denen wichtig ist? Werden wir verbildet statt gbildet? Ich denke, das wäre schon ein weiteres Thema
    Freundliche Grüße Regina

  103. Bea schreibt am 12. Mai 2010 um 14:22

    Ich bin die ganze Zeit, seit ich diesen Newsletter bekommen habe, am Überlegen. Irgendwie fühlt es sich an wie "ja, aber.."

    Heute kam mir der Gedanke, wo das "ABER" liegen könnte: diese "vernünftige" Aufgabe muß auch irgendwo "selbst"befriedigend erfüllt werden können (z.B. Fortschritte bzw. Verbesserungen erkennbar sein) und/oder positive Resonanz erfahren - sei es durch Dankbarkeit oder auch Erfolg in irgendeiner Form.

    Ist keiner dieser Punkte mit der zu erfüllenden Aufgabe verbunden, kann genau diese Aufgabe zermürbende und deprimierende Auswirkungen haben und zum Problem werden.

    Und gerade im zwischenmenschlichen Bereich ist man auch oft nicht in der Lage, sich von diesem Problem/dieser Aufgabe zu trennen.

  104. marta schreibt am 12. Mai 2010 um 21:25

    Vielen Vielen Dank fuer deine freie Art, Dinge einfach mal auszusprechen...
    "schlagt mich bitte nicht...kann auch sein, dass es nicht stimmt..."

    Danke fuer die Menschlichkeit

  105. Dhyan Marga Mckenzie schreibt am 12. Mai 2010 um 22:37

    Ich stimme auch voll zu! Immer wieder freue ich mich auf
    Ihren/Deinen newsletter (wie nennt man das in deutsch bitte?)
    Ich habe die letzten 30 Jahre die innere Entwicklung nur im englischen genossen somit fehlen mir oft die richtigen Worte!
    Alles Gute!

  106. margit schreibt am 13. Mai 2010 um 09:55

    Hallo Herr Senftleben,

    bin ganz überwältigt von den vielen Kommentaren - da sind Sie wohl richtig bei einem Thema, das sehr viele anspricht.
    Auch bei mir habe ich diese Tenzdenz schon beobachtet, dass Sorgen oft in eher zielloseren Zeiten des Lebens zunehmen.
    Als Frau ohne Kinder "nur" mit Ehemann macht man sich zwangsläufig öfter Gedanken nach dem Sinn des Lebens als vielleicht Mütter und Väter, wo der Lebenssinn ja viel augenscheinlicher in Form ihrer Kinder sichtbar ist. Ich denke jedoch auch, dass es gar nicht immer die großen und oberwichtigen Lebensbeschäftigungen und ein Mega-Sinn sein muss, sondern dass aus einer "Langeweile" des Gehirns oft Neues und Sinnvolles entstehen kann, in Form einer Phase des Kräftesammelns oder Neuorientierens.
    Danke für manche Anregung,
    MARGIT aus München

  107. Ingo schreibt am 20. Mai 2010 um 17:51

    Hier wurde der Nagel voll auf den Kopf getroffen. Ich sehe das nämlich genauso, nur hatte ich das bisher noch nicht gewusst. :-) Danke dafür.
    Seitdem ich mich mit versch. Dingen beschäftige, denke ich viel seltener über mein Leid, mein Unglück oder über andere negative Dinge nach. Es ist wirklich etwas dran. :-)