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Ist das Leben nicht ein Abenteuer?

Von Ralf Senftleben21 Kommentare

Viele Kinofilme lassen sich so beschreiben:

  1. Der Held des Films trifft auf eine Herausforderung des Lebens.
  2. Der Held nimmt die Herausforderung (oft nach einigem Zögern) an.
  3. Beim Bewältigen der Herausforderung erlebt er viele Abenteuer, muss sich überwinden und wächst dabei als Mensch.
  4. Am Ende löst er dann das große Problem und dann ist erst mal alles gut. Zumindest bis zum nächsten Film, in dem der Held vorkommt.

Im Grunde ist unser Alltag auch nicht so viel anders. Sie und ich sind auch Helden. Sie und ich haben alle auch unsere Herausforderungen. Und unsere Aufgabe ist, die Herausforderung zu erkennen, sie anzunehmen und uns dann auf die Reise zu machen. Diese Reise nennt man dann: das Leben.

Nicht wenige Menschen verschließen sich aber ihrer ganz persönlichen Abenteuerreise.

Die Herausforderung erkennen

Viele Menschen weigern sich zum Beispiel, ihre Herausforderung überhaupt erst mal zu erkennen. Sie machen die Augen zu, halten die Hände vor die Augen und sagen: Wenn ich dich nicht sehe, siehst du mich auch nicht. Sie wollen ihre Herausforderung nicht wahrhaben. Na klar, es macht Angst den eigenen Knackpunkten ins Auge zu schauen. Aber sie zu ignorieren, hat einen gewaltigen Preis.

Die Herausforderung annehmen

Andere haben ihre Herausforderung erkannt, aber sie weigern sich, sie anzunehmen. Und ich rede hier nicht nur von ungelösten Problemen, unter denen man immer wieder leidet. Viele Menschen haben auch tolle Talente und Begabungen. Aber diese Begabungen machen ihnen eher Angst. Sie haben Angst vor ihrer eigenen Stärke, vor ihrem Potenzial und Angst davor, aus der Masse der Menschen herauszutreten. Auch diese Menschen weigern sich, ihre ganz persönliche Herausforderung des Lebens anzunehmen. Das ist tragisch. Und oft mit viel Wehmut, Enttäuschung und Traurigkeit verbunden.

Deswegen mein Appell an Sie: Nehmen Sie Ihre Herausforderung an.

Auf der Reise

Dann gibt es die, die die Herausforderung erkannt und angenommen haben. Sie haben sich auf ihre abenteuerliche Reise gemacht, um den Drachen zu erlegen oder um die neue Welt zu entdecken. Aber der Weg dahin ist meistens mit vielen Schwierigkeiten gepflastert.

Um als Held am Ende der Reise anzukommen, muss er sich selbst überwinden und als Mensch wachsen. Man muss also oft erst zu dem Menschen werden, der das Heldenziel überhaupt auch erreichen kann. Und dazu muss man sich verändern, was ja bekanntlich eine harte Sache ist. Da können einem die Angst oder die eigene Bequemlichkeit schon mal einen Strich durch die Rechnung machen. Deswegen bleiben nicht wenige in der Mitte ihrer Heldenreise stecken. Das geht oft mit Enttäuschung einher, besonders mit einer Enttäuschung über sich selbst.

Was hier übrigens oft hilft, sind treue Begleiter. Der Knappe des Ritters. Der gute Freund des Helden. Oder der weise Berater aus dem Morgenland. Also jemand, der einen aus dem Sumpf wieder rauszieht, wenn man einmal darin gelandet ist.

Wo stehen Sie gerade?

Wie ist das eigentlich bei Ihnen? Sind Sie auch gerade auf Ihrer Abenteuerreise? Wenn ja, wo genau?

Sind Sie gerade dabei Ihre Herausforderung zu entdecken? Vielleicht ein Monster, das besiegt werden will? Oder der Feind, mit dem es einen Frieden zu schließen gilt?

Oder haben Sie Ihr Abenteuer schon entdeckt und Sie sind gerade dabei, die Herausforderung anzunehmen?

Oder sind Sie gerade auf dem Weg, sind Sie am Überwinden, sind Sie am wachsen und dabei, der Mensch zu werden, den Ihre Herausforderung aus Ihnen machen möchte?

Welches Abenteuer haben Sie gerade zu bewältigen und wo genau auf Ihrer Reise stehen Sie?

  1. Tina schreibt am 12. August 2010 um 06:05

    hallo und guten morgen, danke für den interessanten beitrag! nach kurzem nachsinnen habe ich sofort erkannt, wo ich stehe auf meiner abenteuerreise. ich habe die herausforderung erkannt, ich nehme sie auch an und befinde mich auf der reise. leider - und da kommt jetzt ein aber - ist es auch so, dass ich auch von irgendwas leben muss. so bin ich auf der einen seite auf der reise, mein abenteuer zu erleben, auf der anderen seite muss ich geld verdienen auf die ganz normale, unspektakuläre art. so ist es oft genug ein spagat, zwischen dem, was ich möchte und will und dem, was ich zumindest momentan noch tun muss. da ich mein ziel jedoch konkret vor augen habe, weiß ich, dass ich auf der reise weiterkomme, mich weiterentwickel (auch ein spagat ist eine art der entwicklung für mich) und dann mich in nicht allzuferner zukunft genug an wissen gesammelt habe, u.a. mit dem geld ermöglicht, dass ich verdiene, sodass ich mich ganz und gar diesem ziel, dieser herausforderung, diesem abenteuer stellen kann. jeder tag bringt mich ein klitzekleines stückle weiter - dafür bin ich sehr dankbar und nehme die hürden, hindernisse, steine, gern in kauf!
    schönen tag
    tina

  2. Larani schreibt am 15. August 2010 um 07:55

    Guten Morgen, der Beitrag trifft so ungefähr genau mein Thema, mit dem ich mich gerade auseinandersetze. Ich habe mal wieder einen großen Teil meiner Sicherheit aufgeben müssen, um wieder zu mir selbst zurück zu kommen. Aber da man das Geld zum Leben braucht, heißt es den Platz zu finden, den man im Leben einnehmen kann(und soll?)der den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten entspricht ohne sich dabei aufzugeben. Auf diesem Weg begegnen einen viele Menschen die mittelbar oder unmittelbar Einfluss nehmen auf unsere Entwicklung. Dies alles zu erkennen, zu verarbeiten ist das eine,am Ende mutig den Schritt der Veränderung zu gehen und alles anzuwenden das Andere. Ich denke ich habe den nötigen Mut, ob der Schritt richtig ist wird sich herausstellen, aber er ist ein weiterer Schritt in meine Zukunft.

  3. Flussfischerin schreibt am 15. August 2010 um 08:44

    Mein Abenteuer ist beruflicher Natur.
    Mich beruflich in der Tätigkeit zu verändern - weil ich mich über die Jahre auch verändert habe. Und jetzt die alten Themen nicht mehr passen.

    Die Gelegenheit ist jetzt gerade günstig: ich bin frisch die alte Arbeit-los geworden.Gleichzeitig ist es jetzt die Herausforderung Neues zu entdecken, Wege dorthin.
    Und einen Platz wo ich mit meinen Fähigkeiten und Wünschen hinpasse.
    Aus der Vergangenheit habe ich gute Erfahrungen, dass ich auf dieser Wegstrecke immer mal wieder Menschen und Wegweisern begegne, die mir weiterhelfen. Und auch das Quentchen Glück plötzchen am Wegerand blitz.
    Bzw. das ist für mich das Abenteuer: darauf weiter zu vertrauen und meinen Weg mutig weiterzugehen.

  4. Tagetes schreibt am 15. August 2010 um 09:34

    Wo ich gerade stehe: Ich erkenne und erkenne und erkenne - das ist im Moment mein Abenteuer. Die Herausforderung ist, dass ich mich nicht unterkriegen lassen will, auch wenn es mal wieder heftig kommt und weit und breit kein Land zu sehen ist. Da hilft es mir, mich trotz aller Widerwärtigkeiten, mich dem Positiven zuzuwenden und daran zu glauben, dass alles seinen Sinn hat und alles besser werden kann.

  5. Petra schreibt am 15. August 2010 um 10:08

    Der Artikel passt gerade super zu meiner jetzigen Situation.Besonders der Satz "Das man sich erst selbst überwinden muss, um zu dem Menschen werden und das Ziel erreichen zu können". Ich habe ein rundum gutes Stellenangebot bekommen, welches allerdings einen Ortswechsel mit einschließt. In mir nehme ich ängstliche Stimmen wahr, die hoffen, dass noch etwas dazwischen kommt, was die apettitliche Suppe verdirbt. Dann könnte alles "beim Alten" bleiben. Und genau davon möchte ich weg. Es sind Einschnitte auf meiner Arbeitsstelle zu erwarten, die die Bedingungen nicht besser machen, sondern im Gegenteil, weitere deutliche Verschlechterungen zu erwarten sind. Auf diesem Hintergrund kann ich meinen Mut stärken: da gibt es nicht viel zu verlieren, sondern zu gewinnen. Und meine Freundinnen unterstützen mich dabei. Ich habe mich entschieden, das Arbeitsangebot anzunehmen und mich der attraktiven Herausforderung zu stellen, mit allem Drum und Dran.

  6. aiguille schreibt am 15. August 2010 um 10:10

    Eines meiner Abenteuer begann vor ein paar Jahren, als ich meine gutgehende Arztpraxis verkauftt habe. Ja, ich wollte lieber von Hartz4 leben als in diesem mühseligen täglichen Hamsterrad weitermachen. Alle hielten mich verrückt, weil ich keine Alternative sah, es war mir egal. Und hätte ich es nicht getan, würde ich heute wohl auch gar nicht mehr leben.
    Es ist fast wie im Märchen, aber heute verdiene ich genausoviel wie damals, aber in einem winzigen Bruchteil der Zeit. Ich habe so alle Zeit der Welt, um zu tun und lassen, was mir gefällt. Es ist, als hätte das Schicksal gesagt: Ich gebe Dir eine Riesenchance, wenn Du ein Risiko eingehst und Vertrauen hast...

  7. shanumar schreibt am 15. August 2010 um 10:19

    Ich bin sozusagen gerade bei den Reisevorbereitungen, ich habe den Wunsch, Neuland zu betreten und die alten, ausgetreten Pfade zu verlassen. Ein Teil von mir würde gerne noch fünf mal die Ausrüstung checken, ein anderer Teil wäre am liebsten längst aufgebrochen.
    Jetzt habe ich mir vorgenommen, den ersten Schritt zu machen und zu sehen, wo die Reise hinführt. Es ist erstaunlich, dass ich seit einigen Wochen dort, wo ich vorher nur Hindernisse oder Bedrohungen sah, jetzt das Leben in allen Farben schimmert. Und das vorher "Heimlige", das als Endpunkt all meiner Bemühungen schien, ist jetzt klein und eng.
    Mein Leitspruch für die Woche wird also sein: "Ich nehme die Herausforderungen des Lebens" an.

  8. Thorsten Krause schreibt am 15. August 2010 um 11:13

    O-Ton:Viele Menschen haben auch tolle Talente und Begabungen. Aber diese Begabungen machen ihnen eher Angst. Ich bin ein sehr gewandter Redner und bin durch meine Gabe der guten Analyse von Geschehnissen bekannt. Dennoch habe ich seit ca. 20 Jahren eine Sozial-Phobie, die sich besonders stark darin ausdrückt, dass ich vor einer Gruppe von Menschen nicht mehr reden kann. Seit eben diesen 20 jahren versuche ich zu Ergründen: WARUM? Es ist einfach gesagt: Nehmen sie ihre Herausforderungen an! Erleidet man dann aber einen Rückfall, ist dieser nicht nur Schmerzhaft sondern auch sehr demütigend.

  9. Eva-Maria schreibt am 15. August 2010 um 13:02

    Mein Abenteuer beginnt schon jetzt durch die Wohnungssuche.
    Ich ziehe endlich aus dem Hause meiner Tochter nach 14Jahren aus.Das wird ein wirkliches Abenteuer wo ich ganz gespannt bin,wo ich lande und was ich dort für neue Menschentrffen werde.Bin dankbar das ich endlich diesen Mut und den Schritt dazu in das neue Abenteuer wage.
    Liebe Grüße Eva

  10. Pia schreibt am 15. August 2010 um 14:06

    Ich leide seit Jahren an einer Panikstörung, die mich in meiner Wohnung einsperrt und isoliert. Diese zu überwinden, ist mein Abenteuer.
    Ich habe mich viele Jahre mit der Angst auseinandergesetzt: woher kommt sie? was löst sie aus? wie kann ich sie vermeiden? Ich habe mein ganzes Leben zerpflückt und nach Ursachen gesucht. Natürlich dabei auch die ein oder andere Sache entdeckt, aber die Angst verschwand nicht.
    Im Gegenteil! Ich habe mein Denken, mein Empfinden nur noch auf die Angst gerichtet und das Leben dabei vergessen. Somit wurde alles nur noch schlimmer. Die Angst beherrschte mein Leben! Sie machte die Regeln, was und wo ich arbeiten kann, welche Freundschaften und Beziehungen Bestand haben, welche freudigen Dinge ich erleben kann und darf.
    Aber jetzt ist Schluss damit!!!
    Ich trotze der Angst, strecke ihr die Zunge raus und mache das, was mir Spass macht, obwohl sie noch da ist. Aber ich versuche sie zu übersehen, zu ignorieren. Natürlich klappt es nicht immer, aber es wird besser, weil ich die Wut auf die Angst entdeckt habe und sie nutze.

    Mein Abenteuer: eine neue Taktik, ein neuer Weg, den ich eingeschlagen habe

  11. Günther schreibt am 15. August 2010 um 17:46

    Mein Abenteuer: Ich bin gerade dabei, das Handwerkszeug zu meinem vierten Beruf in diesem Leben (64 Jahre) zu erlernen, das des Schriftstellers. Und paralell dazu entwickle ich die Geschichte (Idee, Hintergrund, Figuren, Handlung usw.) für mein Buch, das ich in etwa zwei Jahren geschrieben und vielleicht auch veröffentlicht haben will. Eine selbst gestellte Herausforderung, die mir sehr viel Spaß und Freude bereitet. Und ich spüre die Energie, die mich voran bringt auf dieser Reise.

  12. Petra schreibt am 16. August 2010 um 07:35

    mein Abenteuer: ich fange ein ganz neues Leben an, in dem ich langsam lerne, das alles ein Abenteuer sein kann. Ja, auch ich brauche Geld zum Leben - somit starte ich damit meinen Beruf als Abenteuer und Spiel zu sehen.....
    Hintergrund ist - wie so oft - eine Krankheit, die mich wohl immer begleiten wird.
    Ist doch schade, wenn Menschen 8 Stunden und mehr arbeiten und sich dabei immer nur auf die Zeit danach freuen! Ich will mich so oft wie möglich freuen und das Abenteuer geniesen....

    Ja, und dann kommen neue Dinge dazu: die Planung eines Coaching und Trainings Institutes, die Überlegungen welche Weiterbildungen sinnvoll sind und SPass bringen, die Partnerschaft, und vieles mehr......

  13. Alexander schreibt am 16. August 2010 um 08:45

    Raus aus dem unsichtbaren Käfig der Sicherheit...etwas zum ersten Mal machen...sein Leben in die Hand nehmen...den ersten Schritt wagen...all das habe ich gemacht - wie Ihr.
    Allerings ist der Mensch ja bekanntlich ein Gewohnheitstier - und genau darin liegt das Problem. Die unsichtbare Hürde, die es zu überwinden gilt.
    Aber was meine ich damit?

    Um anderen zu erklären, was ich auf meinem neuen Weg empfinde, erzähle ich immer eine Geschichte.

    Die Geschichte von einem Tieger, der seit Jahren in einem "sicheren" Käfig lebt, sagen wir 7 mal 7 Meter,
    und es gewohnt ist, im Kreis zu laufen, sein Essen zu bekommen, ab und zu mal ein paar Streicheleinheiten genießt und eine warme Decke zum schlafen hat.
    Und auch wenn es ein schöner Käfig ist, so ist man doch gefangen. Und insgeheim wünscht man sich,den Käfig zu verlassen - die Gitterstäbe zu durchtrennen und seine Freiheit zu genießen.
    Aber wenn nun nach 20 oder 30 Jahren endlich jemand den Käfig entfernt - einfach so - was passiert dann?

    Richtig - man läuft die erste Zeit immer noch seine 7 mal 7 Meter, weil man zunächst gar nicht begreift, was da gerade passiert ist. Ich wollte schon raus, aber so plötzlich?
    Immerhin war ich ja der Chef hier drin. Und jetzt?
    Keine Gitter? Keine "Sicherheit"? Ich alleine in dieser riesigen Freiheit?
    Und die Freiheit, die man sich immer gewünscht hat wird auf einmal zu einem riesen Abenteuer!Endlos riesig!
    Jetzt braucht man schon verdammt viel Mut, um in die Ungewissheit aufzubrechen.

    Und seit dem ich aufgebrochen bin, begleiten mich Zweifel.
    Manchmal mehr, manchmal weniger.
    Und auch wenn ich nie mehr zurück in meinen Käfig möchte - ein bisschen Sicherheit vermisse ich jeden Tag.
    Aber ich gehe weiter. Langsam - Schritt für Schritt und ganz vorsichtig.
    Aber ich gehe...

    Und durch Menschen wie euch auch immer besser.

    Und vielleicht sind wir irgendwann nicht mehr nur die Einzelkämpfer, die alles auf eigene Faust versuchen, sondern zusammen.

    Wie eine Herde, die zusammen mit den schlimmsten Problemen fertig werden.

    Und daran glaube ich.

    Und wenn das zu abgehoben klingt - entschuldigung, aber auch das ist wohl ein Begleiter der Freiheit...

    Danke
    Alex

  14. Jürgen schreibt am 16. August 2010 um 11:34

    Der Mensch ändert sich nur, wenn der Schmerz groß genug ist. Das ist mein Motto. Gerade erfahre ich Schmerzen, also verändere ich mich. Raus aus dem Käfig. Ich bin seit 20 Jahren Selbständig, habe aber noch nie so richtig zu mir gefunden. Weil es immer anderen Recht machen, es anderen Beweisen, die Sucht nach Anerkennung. Jetzt mit meinen 42 Jahren ist wohl die Zeit gekommen, zu lernen, dass die Anerkennung für mich nur von mir kommen kann. Also versuche ich es mir gerade recht zu machen. "Eigentlich" geht es mir gut dabei. Ich muß aus diesem Tal heraus, mich selbst nehmen wie ich bin und das Leben als Aufgabe begreifen.
    Das Leben anzunehmen ist die spannendste Herausforderung.
    Dieser stelle ich mich mal wieder. :-)

  15. Emmeline schreibt am 16. August 2010 um 17:55

    Der letzte Kommentar von Jürgen spricht mir aus dem Herzen. Ich finde es tröstlich, dass das mit dem ständig allen alles Recht machen zu wollen von einem Mann kommt. Ich bin selbständige Ärztin mit Hamsterrad seit vielen Jahren und
    dem Problem,durch ständige Erledigungen immer vor mir selbst weggelaufen zu sein. Nach langer Zeit sich umzudrehen und den Altlastberg auf den eigenen Schultern bewußt wahrnehmen zu wollen und zu müssen ist schon ganz schön hart, aber eben anders und dadurch wieder Abenteuer...

  16. Steinchen schreibt am 16. August 2010 um 19:06

    Mein Abenteuer habe ich vor einigen Monaten angenommen: zu erkennen, dass ich mich selbst annehmen, mich mit mir auseinandersetzen muss und die bösen Träume der Vergangenheit bekämpfen muss.
    Ich war immer die Starke, die Taffe, die Trost spendet, für alle ein Ohr hat und immer Leistung bringt. Die neben der beruflichen Ausbildung noch eine mehrjährige Musikausbildung macht, Fortbildungen ohne Ende, Kollegen kollegial beriet etc. Dass ich manchmal Phasen hatte, in denen ich jeden Anderen hätte gegen die nächste Wand schlagen können oder mir egal war, ob ich beruflichen Erfolg hatte, habe ich gesehen, dann einige Tage ausgespannt und weiter gemacht. Bis nichts mehr ging und ich in der geschlossenen Psychiatrie landete. Dort kam ich zur Ruhe, wollte an mir arbeiten und hatte plötzlich diese Träume aus der Kindheit, die mich nicht wieder losliessen.
    Ich wollte sie bekämpfen, stark sein, arbeiten gehen - aber meine Seele hatte anderes mit mir vor.
    Heute, Monate später, hilft mir eine Verhaltenstherapie, meine Vergangenheit aufzuarbeiten, zu mir selbst zu finden und mir zu überlegen, welche Richtung ich meinem Leben geben werde. Es tut weh und es ist anstrengend, aber ich stelle fest, wie gut es mir tut, mich nicht mehr von alten Botschaften und erlernten Verhaltensweisen lenken zu lassen, sondern von dem, was ich selbst für richtig halte. Mich selbst anzuerkennen mit meiner Vergangenheit ist dabei von großer Bedeutung, denn es bedeutet, zu mir zu kommen und heil zu werden.
    Ich habe Helfer, die mit mir gehen, wenige, aber sehr gute Freundinnen, die mich so nehmen, wie ich bin und die mich mit meiner gesammten Geschichte und allen Grausamkeiten, die sie beinhaltet, annehmen. Das ist mir wichtig. Ebenso wichtig wie mein inneres Team von Helfern, die mich aus seelischen Notsituationen retten: ein Drache und eine Fee, ein Troll und zwei Tiere: Katze und Uhu. Sie alle verkörpern Teile meiner Persönlichkeit, und retten mich imaginär mit einem fliegenden Teppich. Sie stehen mir zur Seite und helfen mir, mich zu sammeln und wieder in die Welt zu gehen.
    Wohin mich dieser Weg, auf dem sie und meine Freunde mich begleiten, führen wird? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass der Weg, den ich gehe, richtig ist.
    Ich freue mich auf ein Leben, das irgendwann einmal glücklich und zufrieden sein wird (so hat es mir zumindest ein Therapeut mal prophezeit). Es wird gut sein, denn ich werde entschieden haben, wie ich leben will.

  17. Jennifer schreibt am 17. August 2010 um 08:02

    Sitzend, fahrend in einem "Dazwischen"... geht das überhaupt? Losgefahren sitze ich in einem Güterzug, doch dieser scheint alt wie der Gendanke der schon ewig im Kopf herumkreist..taucht auf, flacht ab.. es geht voran... ich stecke fest.. letztlich weiss ich nicht ob ich da ankomme wo ich hin möchte, ob ich die Kapazitäten besitze, diese Form der Auslastung möglich ist.. ich versuche es einfach... mir bleibt nichts, als einfach nicht aufzugeben... denn daran hängt mein Lebenstraum...

  18. Heidi schreibt am 17. August 2010 um 20:06

    Abenteurer haben Mut, sind kämpferisch, ausdauernd, tapfer und zuversichtlich und neugierig auf Neues.
    Wer diese Eigenschaften in seinem Leben einbaut, hat mit Sicherheit ein abenteuerliches Leben und findet es bestimmt nicht langweilig. Zuweilen manchmal anstrengend, aber auch spannend. Ich denke jedes Leben ist ein Abenteuer, das eine mehr, das andere weniger. Das hängt eben vom Einsatz der Eigenschaften ab.

  19. Tina schreibt am 18. August 2010 um 21:30

    Entscheidung des Tages heute: Entscheidungen zu treffen.

    Nach einer traurigen Erfahrung in der ich keine Chance hatte eine Entscheidung zu treffen fühle ich, dass ich die Chance habe vieles zu entscheiden. Also entscheide ich mich zu entscheiden. Keine Machtlosigkeit und kein entschieden werden.

    Ob ich darüber reden will, ob ich etwas tun will, ob ich einen Film anschauen will, ob ich zusätzliche Arbeit erledigen will, ...

    Die Freiheit genießen Entscheidungen treffen zu können (die man treffen kann). Und damit fange ich an! Mein Abenteuer bewußt Entscheidungen zu treffen.

  20. Rainer / Raspa schreibt am 19. August 2010 um 19:25

    Nun denn, ist dies im Leben eine grosse Aufgabe. Beruflich, Beziehung und noch mehr. Wohne seit einem Jahr im alten Haus meiner Oma,allein, renovierung, oh ja. Was fehlt, das Geld, und doch bekomm ich von anderen Dorfbewohnern wieder eine kleine Hilfe, die mich am weiterleben erhält. Hab selbst einen Job, 40 bis 55 std die Woche, dennoch komme ich NUR gerade übers Monat, bleibt nichts übrig um fürs Haus was gutes tun. Doch ist mein Dank an alles gerichtet, weil dies Leben, dies alles bietet. RASPA

  21. Sebastian schreibt am 23. August 2010 um 18:55

    Vor einigen Wochen lag ich noch total am Boden. Nichts schien mehr möglich, mein Leben der blanke Horror. Heute sehe ich die Dinge schon wieder etwas klarer, wenn auch noch lange nicht ungetrübt.
    Hier ist das Leben. Voll von Möglichkeiten, Chancen und Glücksmomenten. Wie die alles durchdringenden Strahlen der am Horizont aufgehenden Sonne breitet es sich mir langsam wieder aus. Die dabei entstehenden Empfindungen aufzufangen und zu spüren, sind mein Abenteuer.