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Es ist nicht das Außen

Von Tania Konnerth57 Kommentare

In den verschiedensten Erfolgsratgebern (und auch bei uns ;-) kann man immer wieder lesen, dass nicht das Außen entscheidend für unsere Befindlichkeit ist, sondern dass wir es selbst sind, die etwas aus einer Situation machen. Das klingt immer ein bissl abstrakt und deshalb möchte ich diese Aussage heute mit einem ganz praktischen Beispiel illustrieren:

Ich jogge dreimal die Woche. Ein Teil meines Weges führt mich entlang einiger kleiner Landstraßen, die die Dörfer hier mit einander verbinden. Auf diesen Straßen fahren hin und wieder Autos. Immer wenn ein Auto kommt, muss ich mit dem Hund auf den Seitenstreifen, um es vorbeizulassen.

So weit, so gut. Nun gibt es Tage an denen können locker fünf oder sechs Autos kommen und ich gehe jedes Mal gelassen zu Seite, ja, grüße noch freundlich. Dann gibt es Tage, an denen mich dieselbe Anzahl der Autos richtig nervt. Ich finde es eine Zumutung, immer zur Seite gehen zu müssen, da ich doch einfach nur in Ruhe joggen will. Und dann gibt es Tage, an denen machen mich schon drei Autos richtig wütend und ich denke über eine Bürgerinitiative zum Schließen dieser Landstraßen nach.

Das Interessante ist: an den Umständen – nämlich, dass ich auf einer Landstraße jogge, auf der hin und wieder Autos fahren – ändert sich nichts. Was sich ändert, ist meine Reaktion auf die immer gleichen Umstände. Was ich an manchen Tagen vollkommen ok finde, macht mich an anderen wütend. ICH bin es, nicht die anderen.

Wenn ich das wirklich für mich verstehe, wenn ich mir also bewusst mache, dass es meine ganz eigene Interpretation der Gegebenheiten ist und es eben NICHT die äußeren Umstände sind, die mich wütend machen, habe ich die Möglichkeit, meine automatischen Reaktionen zu durchbrechen. Ich kann dann z.B. tief durchatmen, über mich lachen oder ich kann an Tagen, an denen ich merke, gereizt zu sein, einfach einen anderen Weg wählen, wo eben keine Autos fahren.

Solange wir davon überzeugt sind, dass das Außen unsere Lebensqualität bestimmt, sind wir Opfer der Umstände. Es wird keiner der Autofahrer zu Hause bleiben, damit ich mich nicht ärgere! Ich kann also schimpfen und fluchen so viel wie ich möchte – ändern tue ich damit gar nichts. Ändern kann ich nur mich und meine Sicht auf die Dinge, wobei "nur" hier nicht das richtige Wort ist. Die Tatsache, dass wir uns selbst und unsere Sicht auf die Dinge tatsächlich ändern können, macht uns sehr einflussreich und gibt uns viele, viele Möglichkeiten in die Hand. Entscheidend ist nur, es auch zu erkennen.

  1. Dr. Olaf Treusch schreibt am 12. Oktober 2010 um 09:36

    "Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen und Vorstellungen, die wir von den Dingen haben." Epiktet

  2. Lotti schreibt am 12. Oktober 2010 um 14:12

    Hallo Tania,

    Ich finde, da sagst du was Wahres!

    Und dennoch würde ich die allgemeine Aussage, dass es nicht das 'Außen' sei, was uns stresst, so nicht unterschreiben.

    Klar, sind die äußeren Bedingungen meist nicht wirklich die Ursache für unsere innere Stimmung. Und trotzdem haben die äußeren Bedingungen gerade dann sehr viel Einfluss auf unsere innere Stimmung.
    Manchmal ist es ja so, dass ich an meiner inneren Stimmung wenig ändern kann, während ich aber was an den äußeren Bedingungen ändern könnte.
    Wenn ich also an so einem miesen Tage für möglichst tolle äußere Bedingungen sorge, geht es mir dadurch schon viel besser.
    Also z.B. wie von dir vorgeschlagen, an dem Tag eine andere Strecke wähle.

  3. Andreas Bretscher schreibt am 12. Oktober 2010 um 14:17

    Grundsätzlich bin ich damit einverstanden, dass wir Menschen "immer auch anders können" (Erik Blumenthal).
    Und so lange es nur uns selbst betrifft, sollten wir möglichst auch in dieser Weise denken.
    Nun gibt es aber auch noch die Gesellschaft, unser soziales Umfeld in das wir eingebunden, bzw. von dem wir ein Teil sind. Hier stösst diese Haltung an Grenzen, weil wir sonst zu Individuen werden, die nur noch nach innen gekehrt leben und äussere Lebensbedingungen keine Rolle mehr zu spielen scheinen...

  4. Ulrich Pranskat schreibt am 13. Oktober 2010 um 13:24

    Hallo zusammen,

    habe sehr viel nach gedacht warum es so ist, wie Du Tanja, es hier beschrieben hast.
    Natürlich gibt es viele Erklärungen und Ausführungen,nur das ist doch bestimmt bei jedem anders.

    Meine Erklärung, für mich, ist relativ einfach.
    Bei Freude und Glücklich sein, finden die schönen Gefühle, automatisch den Weg nach aussen, durch Lachen, Lächeln sich positiv mitteilen, sich einfach freuen.Weil das auch andere gerne sehn.
    Bei Wut und Ärger sieht es anders aus.
    Wir tun alles darür, das diese Gefühle bei uns bleiben.
    (Wat fürn Quatsch)
    Freude und Glück ist eine Energieform, Wut und Ärger aber auch.
    Bei Freude geben wir Gas, sollten soviele mit bekommen und wir möchten soviele dran teil haben lassen,ist ja auch schön.
    Bei Wut und Ärger,machen wir ständig eine Vollbremsung(ohne ABS).
    Nur was passiert mit dieser Energie die wir ständig speichern,tja, irgendwann ist der Speicher voll und dann passiert bei der nächsten Kleinigkeit,ich sage nur die Zahnpastatube...oder ...oder.
    Und nun fragen wir uns ...weshald ist das so, es war doch gar nicht so schlimm!Doch der Druck war wohl heftiger wie angenommen.
    Es wird immer gesammelt, der kleine Ärger,ist ja nicht so schlimm, ne.Lohnt auch nicht drüber zu reden oder so und ausserdem kenn ich den ja gar nicht, der mir den Parklplatz vor der Nase weg geschnappt hat, obwohl ich ja schon deutlich gemacht habe das ich da rein will.
    So oder so ähnlich summiert sich der kleine Ärger.Man denkt noch, och ich mach es mir heute Abend mit meiner Familie gemütlich.Ja, da freu ich mich drauf.
    Dann kurz vor Feierabend bekommt mein Chef noch so Prähistorische Anwandlungen,ich sag nichts, ich weiss ja wie er ist und zu Hause such ich schon das Haar in der Suppe, das wars dann mit dem schönen Abend.

    Natürlich könnte ich mich auch so manipulieren, das ich das nur von der falschen Seite sehe, aber ist es nicht so das die wirkliche Wut und der Ärger, da bleibt, in Form von Negativenergie?

    Vielleicht sollte man doch mal drüber nach denken, den Ärger und die Wut die uns jemand bringt, auch dort beim Verursacher zu lassen.Vorallen dingen bei denen die wir überhaupt nicht kennen.
    Dann wird es zu Hause bestimmt wieder gemütlich.

    Euch noch eine gute Zeit....Ulli

  5. C. R. schreibt am 17. Oktober 2010 um 03:19

    guten morgen,
    es gibt Tage, da kann ich stundenlang störungsfrei am PC arbeiten und Tage, da könnte ich aus der Kiste Kleinholz machen...und es ist schön, dass genau dann ein netter Newsletter kommt, der wieder ein wenig Abstand schafft und Klarheit ins Hirn bringt! Nun kann ich auch wieder lächeln, schalte aber trotzdem gleich die Kiste aus... ;))
    Danke-der Sonntag ist gerettet!

  6. NaKo schreibt am 17. Oktober 2010 um 05:28

    Ja, ich stimme auch Tanja grundsätzlich zu! Nur wenn mein Nachbar bis 2:30 Nachts Musik laut augedreht hat, gehe ich schon nach oben und bitte ihn, es zu ändern!

  7. Nils schreibt am 17. Oktober 2010 um 06:07

    Das Beispiel ist nicht überzeugend!Wenn ich auf ein- und denselben Umstand je nach Tagesform sehr unterschiedlich reagiere, sollte ich in der Tat in mich hineinhorchen und mich fragen, was da nicht stimmt. Insbesondere wenn ich objektiv betrachtet nicht im Recht bin (z. B. wenn ich als Fußgänger bzw. Jogger auf der Fahrbahn laufe). Wie aber sieht die Sache aus, wenn ich objektiv betrachtet im Recht bin und mich konstant über den gleichen Umstand ärgere? Ich wohne in einer Großstadt und habe z. B. das Problem, dass ich als Fußgänger auf dem Bürgersteig ständig gefährdet bin. Auf Grund des Parkplatzmangels weichen viele Autofahrer auf den Bürgersteig aus, so dass dieser stark verengt ist. Dann kommen noch die Fahrradfahrer dazu, denen es auf der Fahrbahn zu ungemütlich ist. An manchen Tagen kommen mir sogar Autos auf dem Gehweg entgegen, die eine Lücke suchen, um auf die Straße zu gelangen. Im Sinne der Straßenverkehrsordnung habe ich als Fußgänger als einzige das Recht, mich auf dem Bürgersteig zu bewegen, und muss trotzdem ständig ausweichen, um mich und andere nicht zu gefährden. Mein Ärger darüber hängt dabei nicht von meiner Tagesform ab, sondern z. B. von der Anzahl der gegen die StVO verstoßenden Auto- und Fahrradfahrer. Muss ich jetzt meine innere Einstellung ändern, damit ich mich nicht mehr ärgere? Ich bitte um Vorschläge, wie das gelingen soll.

  8. Katja schreibt am 17. Oktober 2010 um 06:13

    Selbstreflektion ist unser Thema der Zukunft! Opfer der Umstände oder lieber Selbstverantwortung? Erkennen, WARUM das Ereignis/die Person etwas in uns auslöst und tief in unserem Inneren einem Muster/Gefühl begegnet. Wir haben es in unserer leistungsorientierten Lebensschule bisher lediglich gelernt, leistungsorientiert und Anpassung (egal ob es gut oder schlecht für mich ist) im Aussen zu denken, unser eigenes inneres Bewusst-Sein wurde hierzu nie gefragt und gefordert/gefördert.

    Der Umkehrschluss ist für mich, BEGEISTERUNGSORIENTIERT im Inneren zu fühlen und entsprechend zu handeln. Ein langwieriger Umwandlungs- und Lernprozess! Es lohnt sich, Grossartiges entsteht, LEBENSFREUDE, mit dem Herzen im eigenen Leben aktiv dabei!

    Problemsituationen sind trotzdem alltäglich, die Fragen sind dann nur im Inneren SELBSTVERANTWORTLICH zu lösen. Wenn eine Situation einen krank macht, sollte man die Schuld oder gar die Änderung nicht in der Situation oder in einer anderen Person suchen, sondern immer in sich selbst und HANDELN. Es ist einfach, jemanden anderem die Schuld zuzuschieben, ist auch leicht manipulierend dem anderen gegenüber (ich war es nicht, ich halte ja durch, ich OPFERE mich), aber die Situation/das schlechte Gefühl ändert sich deswegen nicht. Ein schlechter, geschlossener Kreislauf, ein echter Stau entsteht, der sich erst durch lösungsorientiertes Hinterfragen der inneren Gefühlswelt und durch eigenes HANDELN öffnet. ...Ein neues, lebenslanges Schulfach für die Lebensschule in unserer Erwachsenenwelt ensteht! :-)

  9. Katharina Hospenthal schreibt am 17. Oktober 2010 um 06:23

    Es ist so schön jeden Sonntag einen Gedankenanstoss zu erhalten. Im Gegensatz zu anderen Newslettern, die man einfach löscht, bevor sie gelesen sind, freue ich mich jedesmal auf Deinen. Vielen herzlichen Dank. Katharina

  10. Dietmar schreibt am 17. Oktober 2010 um 06:41

    Ich kann dem nur absolut zustimmen. Manchmal ist es doch eine große Herausforderung, das, was sich um einen herum abspielt nicht so nah an sich heran zu lassen, dass es das eigene Wohlbefinden beeinträchtigt. Ich halte es ab und zu für einen richtigen Drahtseilakt, angemessen auf das, was um mich herum ist, angemessen zu reagieren. Es gibt ja nun eben mal Ereignisse, die eine Saite im mir zu klingen bringen, sei es nun negativ oder positiv. Und manchmal berühren die Ereignisse ja auch das tiefste Innere, das Urprogramm oder mein Betriebssystem, wie ich es für mich nenne. Und dort fängt für mich die echte Herausfordrung an: schafft es mein Betriebssystem, cool zu bleiben, tolerant zu sein, oder greife ich ein oder: halte ich Abstand.

    Es ist gut zu lesen und zu wissen, dass es uns allen, die wir gelegentlich bewußt über uns nachdenken, gleich geht.

  11. Susanna schreibt am 17. Oktober 2010 um 07:03

    Der Artikel ist sehr gut. Trotzdem frage ich mich immer wieder, ob für das innere Bewerten einer Sache nicht auch das Aussen eine inspirierende, lenkende Rolle spielt. Also:Ich habe heute gute Laune,bin locker... und so stören mich Dinge, die mich sonst stören würden nicht.( Beispiel im Newsletter vom 17.Oktober 2010 mit den Autos auf der Strasse die mal stören, dann wieder nicht)
    Frage ist aber: warum habe ich gute Laune? Einfach so?
    Ich glaube, auch hier spielt die brühmte Frage nach dem: was war zuerst, das Ei oder die Henne eine Rolle. Denn was beeinflusst das "Wie" meiner Bewertung?
    Was beeinflusst die Farbe meiner Sichtweisen-Brille (rosa oder schwarz oder grau...), die ich gerade trage?
    Wird das Innen nur vom Innen bestimmt oder ist es ein eher ein Ein-und Ausatmen? Ein Innen und Aussen, Innen und Aussen, ...?
    LG
    Susanna

  12. alex schreibt am 17. Oktober 2010 um 07:47

    @nils - regst du dich jeden tag über die umstände auf die dir vor deiner haustüre begegnen? scheint so - dann frag dich doch mal was dir an der wohnsituation gefällt, in der du dich befindest. gibt es auch angenehmes? wiegt es die unangenehme seite auf -

  13. Roland schreibt am 17. Oktober 2010 um 07:52

    Hey !

    Nun ja, und wenn es jetzt die inneren Umstände sind, denen ich nicht ausweichen kann, die ich nicht verändern kann?
    Ich meine, Veränderungen im inneren Erleben herbeizuführen sind äusserst schwierig. Es gibt unzählige Ratgeber und Bücher dazu. Von eiserner Selbstkontrolle der Gefühle und Gedanken bis zur Meditation.
    Der Ansatz, wenn man sich nur schon bewusst sei, dass man selbst es ist, der die äusseren Umstände immer wieder anders erlebt, ist gut und schön, aber erst die halbe miete. Der Ansatz muss ein anderer sein: Eben die inneren Erfahrungen sind es, die die äusseren anders erleben lassen. Das scheint auf den ersten Blick dasselbe zu sein, nur anders formuliert. Viele Ratgeber sind auf dem richtigen Weg, denken aber nicht zu ende. Gerade die innere Not ist es, die die Veränderung herbeiführen kann, sie trägt sie per definition in sich. Not ist wie ein Stein auf dem Lebensweg. Auf diesen Stein ist Verlass, denn er steht einem immer dann im Weg, wenn Veränderung ansteht. Er ist unnachbiebig, roh, hässlich vielleicht. Was ist, wenn wir ihn mitnehmen, statt ihn zu umgehen und einen anderen Weg einschlagen? Annehmen und Loslassen, was einem bedrückt statt zu Vermeiden? Das sollte man nicht alleine machen, Hilfe sollte zur Verfügung stehen. Not kann auch in einem dunklen tunnel enden, dem inbegriff und Gegenteil von Selbstkontrolle: Dann nämlich, wenn man nicht mehr weiss, wie lange man schon im Tunnel steckt und nicht weiss, wie lange es dauert. Die Wände sind nicht sichtbar und man weiss nicht wo man ist.
    Kompetente Hilfe ist da gefragt.
    Das sind schwierige Fälle, aber gerade für diese Notfälle braucht es Hilfe, die durchdacht ist und solche Abgründe miteinbeziehen und einen auffangen können.

    MfG
    Roland

  14. michael schreibt am 17. Oktober 2010 um 07:57

    "Happiness is an inside-job!"

    Vielen Dank Tanja! Ich bin auch ein Mensch, der schnell mal aus der Haut fahren kann durch derartige Gegebenheiten. Ich wundere mich manchmal, wie andere Menschen sehr locker bleiben können und mit Gleichmut reagieren. Es gibt aber auch Tage, wo alles rund läuft und ich auch solche Ärgernisse gut wegstecken kann und mich nichts so schnell aufregt.

    Mir hilft es oft, wenn ich mal nachdenke, warum es mich gerade ärgert, dass schon wieder eine Ampel rot ist oder wieder alle gleichzeitig mit mir einkaufen und dadurch die Wartezeiten an der Supermarktschlange unendlich zu sein scheinen. Das ist meistens an Tagen, wo es schon weitere Ärgernisse gab und ich denke plötzlich: "Jetzt auch noch das! Kann nicht zumindest diese Sache glatt laufen?!"

    Manchmal schaffe ich es die Sachen voneinander zu trennen, erkenne jede einzelne Unannehmlichkeit für sich an und reihe sie nicht wie eine Perlenkette aneinander um mich schliesslich als der Pechvogel dieser Welt zu begreifen.
    Wenn ich merke, dass ich sehr übertrieben auf eine vergleichsweise kleine Unannehmlichkeit reagiere, versuche ich etwas Abstand zu gewinnen, eine Pause einzulegen und meinen Kopf mit etwas Inspirierendem oder Aufheiterndem zu füttern. Das gelingt mir glücklicherweise immer besser.

  15. Dr. Bernd Schmid schreibt am 17. Oktober 2010 um 08:04

    Liebe Tanja Konnerth!

    Ich bin immer wieder beeindruckt, wie lebendig Sie philosophische Fragen an konkretem Leben aufwerfen. Danke.

    Ich möchte heute mal eine Lanze brechen für ein anderes "Von außen nach innen", weil dies oft von Selbstfindung im Inneren verdeckt wird.

    "Über die Jahre ergänzte ich meine Weise, mich auf andere zu beziehen, oft zunächst aus Einsicht nicht aus innerer Neigung. Doch es wirkte, reicherte mein Repertoire und die Qualität meiner Beziehung an. Nach und nach wirkten Können und Erfahrung auch nach innen und ich konnte mehr und mehr Mitgefühl und Interesse fühlen . Entwicklung, auch seelische ist also auch von außen nach innen möglich. Und für mich war es der richtige Weg. -I am still myself, but on a higher level!”

    Mit sonntäglichen Grüßen

    Ihr Bernd Schmid

  16. Malu schreibt am 17. Oktober 2010 um 08:11

    Gefühle kommen, Gefühle gehen. Der Weise geht seinen Weg, unberührt, ungebunden.
    -Ich weiß leider nicht, von wem das stammt. Ist aber auch egal. Ich weiß nur, dass, wenn man es auch nur einmal in der Woche schafft, sich daran zu erinnern, dann gibt man den
    "Umständen" keine Macht mehr über sich und entscheidet frei.
    Das ist ein richtiges WOW-Gefühl.

  17. Maluka schreibt am 17. Oktober 2010 um 08:27

    Hallo Tanja,

    wie Roland schon sagte, ist das Aeussere Erleben nur die Haelfte der Empfindungen und vieles spielt sich oft automatisch von innen heraus ab.

    Wenn man manchmal negative Gefuehle in bestimmten Situationen hat, kann das Situationsbedingt, nervlich weil eben schon gereizt, oder eben eine automatische Reaktion des Unterbewusstseins sein welches diese mit der Vergangenheit verknuepft.

    Und dies selbst zu erkennen und bewusst daran zu arbeiten, faellt aeusserst schwer.

    Daher bleibt fuer mich die Frage des WIE offen.
    Vielleicht gibt es zu diesem Thema einen guten empfehlenswerten Ratgeber??

    Wer die Antwort darauf hat, sich selbst durchschaut und steuern kann, kann auch locker zu sich sagen 'Ändern kann ich nur mich und meine Sicht auf die Dinge'.
    Aber das muss man erst mal koennen ...

    herzliche Gruesse

  18. Zustimmende schreibt am 17. Oktober 2010 um 08:27

    Hallo alle zusammen! Ich stimme Tanja zu, dass es im Wesentlichen davon abhängt, wenn ich mich ärgere, wie ich in dem Moment auf eine Sache schaue und das kann Tagesform abhängig sein. Mir fällt außerdem dazu ein, dass es auch davon abhängig ist, welche Werte und welchen Glauben ich in mir trage. Demzufolge werde ich eine Situation einschätzen, egal, wie ich gerade drauf bin. Wichtig ist für mich, dass ich eine Wahl habe, ob ich mich über etwas aufrege und emotional reagiere, ohne, dass ich daran etwas ändern könnte.

    Ich probiere gerade, mir bewusst zu machen, ob es sein muss, dass ich so viel Energie "verschwende", ob es das wert ist und ob ich etwas daran ändern könnte. Anderenfalls entscheide ich mich, ebenfalls bewusst, anzunehmen was in dem Moment gerade ist. Ich habe festgestellt, dass es mir damit nicht nur besser geht, ich habe auch mehr Energie, die ich für schönere Dinge nutzen kann. Größtenteils ist es also durchaus meine Ent_scheidung, mich zu ärgern über etwas oder nicht.

    Einen entspannten Sonntag!

  19. Katrin schreibt am 17. Oktober 2010 um 08:48

    Hallo... :-)

    Schönes Beispiel, Tania.
    Noch bevor ich deinen Artikel zu Ende gelesen hatte, kam mir der Gedanke, dass gerade in solchen Situationen ein Perspektivwechsel immer ganz hilfreich ist:
    Als Autofahrer ärgere ich mich recht häufig über Jogger oder Radfahrer, die für ihren Abendsport die Landstraßen benutzen und auf kurvenreichen Strecken den Autoverkehr blockieren. Ich habe dann oft ein mulmiges Gefühl beim Überholen. Wahrscheinlich ist es dieses Gefühl von Angst, jemanden anderes oder mich selbst zu gefährden, dass ich mich aufrege. Zumal es hier genügend Rad- und Feldwege gibt. Als Radfahrer, erinnere ich mich dann, habe ich mich jedoch auch schon oft genervt gefühlt, wenn ständig Autos, möglichst noch recht knapp, an mir vorbeibrausten, und ich kann nicht verstehen, wie man sich als Radsportler freiwillig diesem Stress aussetzen kann. So ärgert sich jede Seite über die jeweils andere. Ich kenne also beide Positionen gut. Mir hilft es dann, mich daran zu erinnern, wie es mir in der jeweils anderen Position erging.

    Einen schönen Sonntag noch
    Katrin

  20. Philip Gass schreibt am 17. Oktober 2010 um 08:51

    Vielen Dank,
    Ich hätte noch eine Option: Ich jogge die Strecke, werde von den Autos genervt, werde vielleicht wütend, aber es überrascht mich nicht. Ich rechne damit. Ich kann mir sogar dabei zusehen. Wann kommt der Ärger, wo spüre ich ihn zuerst. Ändert er sich, wenn ich versuche, mit den Menschen in den Autos Blickkontakt aufzunehmen usw.
    Mit anderen Worten, ich ändere erst Mal nichts, sondern mache mir mein inneres Erleben bewußt. Natürlich nur, wenn ich dazu auch Lust habe.
    Viele Grüße
    Philip

  21. Susanna Al-Rifai schreibt am 17. Oktober 2010 um 08:58

    Liebe Tanja,

    nur zu gut kenne ich diese Gefühle. In der Vergangenheit habe ich oft darunter gelitten, bis ich erkannt hatte, ich bin es, die sich selbst den Stress macht. Dazu habe ich erkannt, dass alles in meinem Leben durch mich verursacht wurde. Wenn man das mal eine Zeit lang beobachtet, was mache ich, wie reagiere ich, warum reagiere ich so. Aber dazu muss man an sich arbeiten und über sich nachdenken.
    Disziplin ist der Beginn von allem.

    Liebe Grüße
    Susanna Al-Rifai

  22. Corinna Altmann schreibt am 17. Oktober 2010 um 09:15

    Hallo und einen schönen Guten Morgen,
    ich finde, dass außen bestimmt das innen solange, bis man mit sich selbst und in sich eine Sache, (evtl. alte Verletzung - "Die Schutzmaske") erkannt, noch nicht abgeschlossen und geheilt hat.
    Z. Bsp. Ist man bereits in seiner Kind,- u. Jugendzeit von sehr vielen Menschen tief verletzt worden, (die Verletzung beruhte darauf in dem man von diesen Menschen belogen und betrogen wurde ), dieses betrügen und lügen jedoch an sich nicht die Verletzung ist, sondern dass man enttäuscht ist, da man anders ist - nicht lügen und betrügen würde -
    und diese Enttäuschung eher die Verletzung ist. "Nur" der andere Mensch, von außen, dies in mir ausgelöst - jedoch nicht verursacht in dem Moment hat. Verursacht habe ich dann in dem Moment, sollte ich mich noch ärgern, Zorn oder Wut oder andere negative Gefühle bekommen ...dies dannn selber. Da ich zum einen noch nicht gelernt habe die momentane IST-situation für mich zu erkennen und mir bewusst auch gemacht zu haben. Die aufkommenden, negativen Gefühle annehmen, akzeptieren lernen und mir aber auch bewust machen, dass dies nicht ich bin, sondern dies in mir "nur" ist.
    Und das innen bestimmt (kann) dann "nur" (dann) das außen bestimmen, wenn ich mir meinen inneren bewusst bin,mit all seinen negativen , positiven Gefühlen, Erinnerungen, Gedanken....
    Bin ich mir dessen allen bewusst, (ist man)bin ich dann in der Lage und fähig auch dazu - dass außen so zu bestimmen und auch um Guten für mich und meine Umwelt/ mein Umfeld zu wenden, wie ich es will. Ich kann meine Zukunft selbst somit gestalten, den Augenblick im "HIER" und "JETZT" und bin kein "Opfer" der Umstände dann mehr, sondern Schöpfer dieser.
    Und die Situationen, Augenblicke (die jeder Mensch auch für sich selbst kennt),wo eben einmal eine Situation noch ärgert und dann wiederum auch nicht, dies finde und denke ich, sind dann Situationen, Augenblicke, wo man die noch in sich "alten" Verletzungen, woran man höchstwahrscheinlich in diesen Augenblick "nur" wieder daran erinnert wird,
    noch nicht für sich auf dieser Ebene geheilt hat.
    Vielen Dank übrigens für die all - jeden Sonntag - zugesandten - SC - Ausgaben.
    Corinna

  23. Eva Zaoui schreibt am 17. Oktober 2010 um 09:16

    Hallo Tanja,
    ich würde sagen - sei froh, dass manchmal ein Auto vorbeifährt. Die Chance, bei einem verstauchten Fuß aufgelesen zu werden, erhöht sich damit beträchtlich.
    Du siehst, es ist nur die Betrachtungsweise - die innere Einstellung. Ich glaube, das kann man ganz gut trainieren.

    Fröhliches Laufvergnügen wünscht
    Eva

  24. barbara a. lehner schreibt am 17. Oktober 2010 um 09:28

    prinzipiell mag ich diesen ansatz ja. manchmal geht er mir zu weit. es macht nämlich auch stress, ständig selbst dafür verantwortlich zu sein, wie ich etwas auf mich wirken und wie nah ich etwas an mich herankommen lasse. dabei geht für mich auch etwas von der lebendigkeit des lebens und der unmittelbarkeit verloren.

    warum nicht einfach akzpetieren, dass mich manche dinge an manchen tagen aufregen und ich an anderen gelassen bin? so fühlt sich das leben an. manchmal zornig, manchmal sonnig, manchmal gelassen,...

    natürlich wünsch auch ich mir manchmal mehr gelassenheit. aber ich mag mich selber auch noch spüren, und dazu gehören eben auch die gefühle, die nicht immer nur angenehm und lustig sind. sonst wäre das irgendwie nicht mehr ich.

    und überhaupt - worüber sollte ich schreiben, wenn mich nichts mehr wütend macht?

  25. Susanna Haller schreibt am 17. Oktober 2010 um 09:53

    Hingabe - ein fast vergessenes Wort! Wenn ich etwas mit Hingabe tue, fallen mir die schwierigeren Umstände einfacher zu aktzeptieren, oder sie finden sich gar nicht ein.

  26. Peter Helga schreibt am 17. Oktober 2010 um 10:02

    wenn ich bei der arbeit wütend bin, soll ich gelassen und professionell reagieren. das ist für mich das schwerste!
    und die besten argumente fallen mir immer später ein...

    das beschäftigt mich noch lange.... ich mache vieles mit hingabe, aber das kann zäh werden.
    wie kann ich, ich bleiben, bei all diesen erwartungen von aussen???

  27. Nils schreibt am 17. Oktober 2010 um 10:24

    @Alex - Danke für deine Antwort, aber das ist ja nicht das Thema. Es geht um die hier aufgestellte These, dass es objektiv keine besch*** Situation gibt, sondern dass diese mir nur durch meine Bewertung so erscheint. Mein Beispiel aus dem täglichen Leben sollte verdeutlichen, dass es Situationen gibt, die kaum eine andere Bewertung als "besch***" zulassen und nicht von meiner jeweiligen Stimmung abhängig sind. Wenn ich in Gefahr gerate, oder Schaden erleide, weil andere sich nicht an Gesetze und Vorschriften halten, ist es eine natürliche Reaktion, sich aufzuregen, verletzt oder schockiert zu sein. Wahrscheinlich würden 99 % der psychisch gesunden Bevölkerung genauso empfinden.
    Weiter oben hat jemand den Philosophen Epiktet zitiert: "Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen und Vorstellungen, die wir von den Dingen haben."
    Bei allem Respekt vor den Philosophen, aber spätestens wenn es weh tut, sind auch sie mit ihrem Latein bzw. Griechisch am Ende. Ich stelle mir gerade vor, dass man einem Vergewaltigungsopfer oder einer geprügelten Ehefrau auf dem Polizeirevier mit einem solchen Spruch kommt.

  28. Jutta Bauer schreibt am 17. Oktober 2010 um 10:38

    Einen schönen Guten Morgen,
    ich kann diesem ansatz prinzipiell zustimmen, es gibt aber acuh wie immer Ausnahmen.Für mich kann ich auf jeden Fall sagen, dass bestimmte Dinge, die immer gleich passieren, unterschiedlich und je nach Tagesverfassung unterschiedlich auf mich wirken!! Ich habe für mich festgestellt, dass es für mein Empfinden auf jeden Fall besser ist, wenn ich mir kurz Gedanken darüber mache, ob es sich lohnt mich darüber aufzuregenn oder nicht, dann abwäge und meistens sinnvollerweise mich für das "nicht aufregen" entscheide!
    Es tut mir gut und bringt mich auch weiter!
    Sollen sich doch andere darüber aufregen!

    Ein Satz noch zu eurem newsletter: ich finde ihn klasse und genial und kann fast immer etwas posotives und gewinnbringendes für mich daraus ziehen, danke an dieser Stelle an euch!!!!!!!!!!!
    Einen schönen Sonntag und eine gute und ausgewogene Woche.
    Liebe Grüße aus Aalen mit "herbstlichem Wetter" ideal für einen "Lümmelsonntag"

  29. Kathrin schreibt am 17. Oktober 2010 um 10:40

    Hallo zusammen,

    ich neige leider viel zu oft dazu, mein persönliches Wohlergehen vom dem, was von "Außen" kommt, abhängig zu machen. Aber ist das so abwägig? Schließlich lebe ich doch nicht nur mit mir allein unter einer Glocke. Ich werde doch tagtäglich mit Dingen und Menschen von außen konfrontiert, und Vieles ist doch sogar Teil meines Lebens.
    Beispiel: Ich ärgere mich, wenn ich feststelle, dass immer ICH diejenige bin, die sich bei der Freundin meldet, um mal wieder zu reden, Spaß zu haben, sich zu treffen. Dann frage ich mich, warum muss es immer von mir ausgehen? Warum sollte ich einen Kontakt mit dem Anderen erzwingen, wenn dem das scheinbar gar nicht so wichtig erscheint? Dann aber gibt es wieder Tage, wo ich das Gefühl habe, diesen Menschen als Freundin nicht aufgeben und verlieren zu wollen, denn die Momente, wo sie sich mal Zeit für mich nimmt, waren immer sehr schön u. haben mir gut getan.
    Wie also ändere ich mein eigenes Inneres? Indem ich sie trotz innerem Ärger doch wieder anrufe und frage, wann sie mal wieder Zeit für mich hat. Oder indem ich für mich festlege - mit mir nicht mehr. Dann verzichte ich lieber, denn so, wie sie sich verhält, ist sie sowieso keine richtige Freundin.
    Manchmal kommt man nicht drumherum, es "vom Außen" abhängig zu machen, ob man sich gut fühlt oder nicht.
    Liebe Grüße.

  30. Alraune schreibt am 17. Oktober 2010 um 10:43

    na und? Klar nervt mich manchmal was, was ich sonst locker hinnehmen kann. Aber ich gesteh mir doch zu, auch mal schlecht draufzusein und über die anderen (in diesem Fall die Autofahrer) zu meckern! Dann isses wenigstens raus! Ist doch okay! Und nächstes Mal kann ich die Dinge sicher wieder locker sehen.
    Ist doch wahnsinnig stressig, sich ständig zum Gut-drauf-sein anzuhalten. Klappt eh nicht.

    Ich hatte mal ne wahnsinnig anstrengende Arbeitskollegin, so'ne, die immer sagte, ach ja das Schlechte, was man über andere sagt, kommt immer zu einem zurück und so. Das war unglaublich stressig, weil sie immer darauf bedacht war, politisch korrekt zu sein. WArum denn nicht die Dinge zur rechten Zeit rauslassen? Was spricht denn dagegen? Der Autofahrer hört es nicht, wenn ich beim Joggen mecker, und morgen isses wieder besser.

  31. Edith schreibt am 17. Oktober 2010 um 10:43

    Nicht „entweder - oder“ sondern „sowohl als auch“!

    Genau! – solche Gedankengänge und Einsichten kenne ich ebenfalls. Sie helfen mir, mich nicht ohnmächtig zu fühlen. Grundsätzlich stimme ich mit allen Aussagen überein. Lediglich die Worte: „ICH bin es, nicht die anderen“ fordern mich zum Widerspruch, der eigentlich keiner ist, heraus.

    ICH bin es. Ich erschaffe mir meine eigene Realität. So oft habe ich diese Worte benützt. Oft, zum Glück nicht immer, waren damit Schuldzuweisungen verbunden. ICH! Immer ich? Irgendwie und irgendwann war mir dieses Denken über. Und irgendwann stellte sich mir die Frage, ob meine unterschiedlichen Reaktionen in denselben Situationen vielleicht auch etwas mit dem Denken der Beteiligten zu tun haben könnte – und wir Menschen, jeder einzelne, bereits mit unserem Denken, nicht nur auf unser eigenes Wohlbefinden und Handeln sondern auch auf jenes der Mitmenschen wirken.

    Ich wähne, dass unter den Autofahrern ebenfalls die unterschiedlichsten Denker zu finden sind? Denker, deren mannigfaltigsten Gedanken auf den Empfänger treffen und in ihm unter Umständen entsprechende Wirkungen auszulösen vermögen?

    Denker, die Jogger mit oder ohne Hund, aus welchen Gründen auch immer, als hinderlich oder als Zumutung erachten und andere, die sich bewusst sind, dass das Befahren öffentlicher Strassen, die mit oder ohne Verbote bzw. Beschränkungen belegt sind – die grundsätzlich zum Wohle aller Beteiligten eingeführt werden – gegenüber allen Benützern Rücksichtnahme, Toleranz und Anpassung natürlich- bzw. logischerweise und ohne Wenn und Aber voraussetzen.
    In Anbetracht des weltweit steigenden Bevölkerungswachstums, mit dem ich mich erst seit kurzer Zeit bewusst auseinandersetze, werden wir Menschen bezüglich solcher Situationen wohl immer mehr aufgefordert sein, Achtsamkeit, Toleranz, Geduld und Rücksichtnahme walten zu lassen. Eine Herausforderung, die irgendwann von uns allen viel Kraft, Einsatz und Liebesfähigkeit fordern wird!

    Den Leitsatz „Nicht entweder - oder sondern sowohl als auch“ hörte ich vor vielen Jahren zum ersten Mal. In schwierigen Situationen hilft er mir, mein Blickfeld zu erweitern. Liebevolle, verständnisvolle, achtsame, mitfühlende Reflexionen und Belehrungen - nicht nur anderen gegenüber – sind wohl immer und bei jeder Gelegenheit friedensstiftend.

    Vielen Dank für den wunderbaren Bericht, der mich zu inspirieren wusste.

    Edith Schuler

  32. M.Dikt schreibt am 17. Oktober 2010 um 11:17

    Also ich musste dabei an die Insel in Lindau denken, das Schwäbische Meer.
    Also wir warn auf den Weg zur Insel, dort verlief genau neben dem Fussgängerweg ein Fahrradweg, dann kamen uns mindestens 100 (leicht übertrieben) Fahradfahrer direkt auf dem Fußgängerweg entgegen und wir mussten ausweichen, mir standen die Haare zu Berge:"Wieso können die nicht auf dem Fahrradweg fahren?" überlegte ich mir.Nein, sie kamen in Massen- grr.
    "Ok, " dachte ich mir wenn es die Touristen nicht gäbe wäre Lindau gähnen leer." Mit dieser Situation konnte ich mich dann noch einmal in Gedanken an das positive dieser Lage erinnern:
    "Der Gast ist König"
    einen schönen Sonntag wünscht M.Dikti

  33. Reinhold Thiele schreibt am 17. Oktober 2010 um 11:35

    Hallo,

    "Ändern kann ich nur mich und meine Sicht auf die Dinge, wobei "nur" hier nicht das richtige Wort ist. Die Tatsache, dass wir uns selbst und unsere Sicht auf die Dinge tatsächlich ändern können, macht uns sehr einflussreich und gibt uns viele, viele Möglichkeiten in die Hand."

    Nichts ist im Leben determiniert,
    die Frage wie wir mit bestimmten Situation umgehen, hängt von uns seber ab.

    Was hindert uns, die Dinge so zu nehmen, und jeweils das besste aus der jeweiligen Situation, und sind sie noch so wiedrig, zu machen?

    Nur so koennen wir uns völlig neuen Einsichten und Ansichten der jeweiligen Situation erschließen.

    Grüße,
    Reinhold

  34. Maria schreibt am 17. Oktober 2010 um 11:43

    Hallo zusammen,

    ich würde die Geschichte noch ergänzen um die Sichtweise, dass ich versuche zu erkennen, wann ich gut drauf bin, wann ich genervt bin und wann ich richtig genervt bin. Das gibt mir nämlich dann die Möglichkeit vorher zu entscheiden welchen Weg ich gehe, damit ich einen angenehmen Jogging-Lauf habe, den ich genießen kann, wie ich es brauche.

    Gruß, Maria

  35. Detlef P. Junge schreibt am 17. Oktober 2010 um 12:11

    Es geibt einen einfachen Ausspruch, den wir sicherlich alle schon einmal gesprochen haben:
    "Ich habe mich über jemanden/etwas geärgert"
    Das kann sicherlich immer wieder mal vorkommen, aber der Satz in seinen ersten 3 Worten in Verbindung mit dem letzten Wort zeigt, dass wir etwas mit uns tun.
    Ich habe mich geärgert! Ja, da ergibt sich die Frage, warum ärgern wir uns selbst?
    Herzliche Grüße

  36. Ingolf schreibt am 17. Oktober 2010 um 12:26

    Hallo zusammen,

    das, was Tania sagt und beschreibt, stimmt grundsätzlich - nur:
    "Die Tatsache, dass wir uns selbst und unsere Sicht auf die Dinge tatsächlich ändern können, macht uns sehr einflussreich und gibt uns viele, viele Möglichkeiten in die Hand." muss ich klar relatvieren.
    Wenn ich immerzu (beruflich z.B.) versuche, mich in Gelassenheit zu üben, weil mich eben die äußeren Umstände so in Beschlag nehmen, komme ich auch immer wieder in eine Defensivhaltung: Ich kann ja eh nichts ändern, also muss ich wenigstens mich ein wenig "anpasssen", um nicht depressiv oder sonstwas zu werden.
    Wie lange und in welchem Maß man so etwas erdulden kann, muss natürlich jeder selbst wissen.
    Aber wenn nur "ich" mich ändern muss, kann das nicht gut sein.

    Herzliche Grüße,
    Ingolf

  37. Monika schreibt am 17. Oktober 2010 um 12:51

    Hallo Tania und alle,
    ich wünsche euch einen liebevollen Sonntag! ich lese eben diesen Text - über die Sicht der Dinge:

    Die Sicht der Dinge:
    Eine Frau beschwerte sich bei einer Freundin, die sie besuchte, dass ihre Nachbarin keine gute Hausfrau sei. “Du solltest sehen, wie schmutzig ihre Kinder sind – und ihr Haus. Es ist beinahe eine Schande, in der Nachbarschaft zu wohnen. Sieh dir bloß einmal die Wäsche an, die sie draußen auf die Leine gehängt hat. Man erkennt deutlich die schwarzen Streifen auf den Laken und den Handtüchern.”
    Die Freundin ging zum Fenster und sagte: “Ich glaube, die Wäsche ist ganz sauber, meine Liebe. Die Streifen sind auf deinen Fensterscheiben.”

    Anthony de Mello

    herzliche grüsse Monika

  38. Iris I schreibt am 17. Oktober 2010 um 13:34

    Danke für diesen heutigen Artikel; er kam genau zum richtigen Zeitpunkt, da ich mich mal wieder über etwas aufrege, das mich immer wieder nervt, ich aber nicht ändern kann. Ich werde nun mal in mich kehren, um meine Einstellung zu diesem Thema zu überdenken und eine Lösung zu finden, dieses Reizthema loszulassen.

    viele Grüße
    Iris I.

  39. alex schreibt am 17. Oktober 2010 um 13:49

    an manchen Tagen sind wir gut drauf-und an anderen Tagen eher schlecht, wenn wir uns z.Bsp.zu oft über andere aufregen nähren wir das Böse in uns und fühlen uns schlecht. Versuchen wir doch aus dem was uns Böses widerfährt zu lernen - denn ändern können wir nur unser eigenes Verhalten.

    Eine Geschichte von Jean Tinder über das Licht und das Dunkle im Inneren:
    Eines Abends erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkel über den Kampf, der im Inneren der Menschen vor sich geht. Er sagte: „mein Sohn, dieser Kampf tobt wie zwischen zwei Wölfen innerhalb eines jeden von uns. Einer ist das Böse. Er ist Ärger, Neid, Eifersucht, Eingebildetsein, Leid, Hass, Habgier, Arroganz, Selbstmitleid, Abneigung, Minderwertigkeit, Lügen, Stolz, Begierde, Überlegenheit und Ego. Der andere ist das Gute. Er ist Freund, Frieden, Liebe, Hoffnung, Gelassenheit, Menschlichkeit, Liebenswürdigkeit, Güte, Einfühlungsvermögen, Großzügigkeit, Wahrheit, Mitgefühl und Vertrauen.“ Der Enkelsohn dachte darüber nach und fragte dann: „Großvater welcher Wolf gewinnt?“ Der alte Cherokee-Indianer antwortete: „Derjenige, den du fütterst.“

  40. Marita schreibt am 17. Oktober 2010 um 15:15

    Alex,Sie haben es auf den Punkt gebracht,mit wenigen Sätzen,das enspricht auch mir!Die Geschichte ist super und die werde ich mir gut merken und weitererzählen,das bringt mehr als das ganze philosophieren über eine Sache,sie auseinander zu nehmen und dann wieder zusammenzusetzen,diese Weisheiten sind simpel und bringen oft mehr als man denkt,mir ging es heute so,danke!

  41. Malu schreibt am 17. Oktober 2010 um 17:37

    Der Kommentar von Detlef hat den Nagel auf den Kopf getroffen: wir machen etwas mit uns, wir geben etwas oder jemandem die Macht über uns (unser Befinden, unsere Gefühle, unser Verhalten).
    Was mußt du sein, um ein gutes Mitglied einer Schafherde zu sein? - Ein gutes Schaf !

    Liebe Grüße und schönen Abend miteinander
    Malu

  42. Berny schreibt am 17. Oktober 2010 um 17:38

    Hallo Tanja!
    Es freut mich, daß ich mit diesem Umstand nicht alleine bin. Mir fällt das immer in der U-Bahn auf. An manchen Tagen denke ich, daß da nur "häßliche" Menschen mit einer MoMo-Flätsche (für alle Nicht-Franken: Montag-Morgen-Gesicht) sind. Ich fühle mich richtig schlecht und denke mir:"Was mache ich nur hier unter all diesen doofen Muffeln?". Oft gelingt es mir, mich dann auszuklinken. Ich mache ein paar kleine Übungen aus Deinem "Lebensfreudekurs". Und wenn ich dann lächelnd die U-Bahn verlasse, sieht die welt schon ganz anders aus. Und dann denke ich an die Geschichte mit den beiden Hunden, die in den Tempel der 1000 Spiegel gelaufen sind...

    Auf daß es uns wie dem Hund ergeht, der freundlich und schwanzwedeln in den Tempel geht und dort auf 1000 freundliche und schwanzwedelne Hunde trifft!

    Liebe Grüße
    Berny

  43. dieter schreibt am 17. Oktober 2010 um 18:44

    hallo ihr lieben leute,
    hallo tania,

    tanias beispiel ist wieder eine hervorragende beschreibung des alltags. wir unterliegen stimmungen, unsere einstellung zu den dingen ist entscheidend, nicht die fakten an sich.

    in der regel wissen das die meisten menschen, können sich jedoch nicht von ihren lange eingeübten sichtweisen der welt verabschieden.

    mir hat da , wie schon oft erwähnt , das führen eines persönlichen erfolgstagebuchs sehr geholfen, wo ich mich auf die pos. erlebnisse konzentriere, und dadurch kann man z.b. bei dem landstrassenbeispiel von tania auch erleben, dass viele autofahrer einem jogger ausweichen.

    wenn man sich das immer wieder durch das entsprechende notieren bewusst macht, kann man mit den rücksichtslosen fahrern besser umgehen, weil man durch die konzentration auf das positive immer weniger rücksichtslose bemerkt.

    probiert das mal, und kommentiert meine meinung und erfahrung.

    LG,
    Dieter.

  44. Brunhild schreibt am 17. Oktober 2010 um 19:06

    Hallo,
    ich glaube, grundsätzlich hat jede Reaktion von uns in erster Linie etwas mit uns selbst zu tun. Im Moment verzweifle ich gerade mal wieder an unserer neuen (seit 1 1/2 J.)zusätzlichen 15 jährigen Katze(es leben nämlich schon ein Kater 15 J. und eine Katze 10 J. im Haushalt). Diese Katze ist sooo eifersüchtig und neidisch auf die andere jüngere Katze und macht ihr Geschäft überall hin, nur nicht in die dafür vorgesehenen Katzenklos! Mal bin ich voller Nachsicht, mal bin ich wütend und denke, so langsam müsste sie mal die Kurve kriegen, kriegt sie aber anscheinend nicht. Auch wenn man die Süße streichelt, geht sie hinterher zur Tür raus in den Flur und dann geht dort "die Post" ab! Heute war wieder so ein Tag, da gab es richtig Ärger und Konsequenzen, das berührt sie aber alles sowieso nicht und ich denke immer wieder darüber nach, was das alles mit mir zu tun hat und warum ich manchmal "dahinschmelze" und dann wieder garstig reagiere. Die Lösung, zum Greifen nah? Ach, was wäre das schööön! Wenn ich doch bloss die Katzensprache verstehen würde...

  45. Mai schreibt am 17. Oktober 2010 um 19:28

    @Nils: Ihre Frage, wie es gehen soll, daß Sie, als sich nach StVO im rechtfühlender Bürger,sich über die, die sich rechtswidrig verhalten, nicht ärgern sollen,ist leicht zu beantworten:

    ignorieren sie es einfach. Aber nur gefühlsmässig ignorieren, nicht optisch natürlich, damit sie nicht zusammen stoßen :-).
    Denken sie doch dabei einfach, daß am Steuer eine toll duftende Frau sitzt, die sich augenblicklich in sie verliebt, wenn Sie zum Auto gehen und sagen: "hören Sie mal, gnädigste, schon mal die StVO gelesen?" :-)

    Spielt es wirklich eine Rolle wer Recht oder wer Unrecht hat?
    Zugegeben, manchmal ist es auch gefährlich, aber wir lehren doch unsere Kinder immer die Augen offen halten.

    Wo ist denn das Problem darin, mit offenen Augen auf dem Bürgersteig unterwegs zu sein und mal hin und wieder sich eher rechts oder links zu halten?
    Einen körperlichen Nachteil haben Sie doch dabei gar nicht.

    Und es sind in ihrem Beispiel absolut die inneren Zustände, nicht die äußeren. Denn jeder Mensch würde anders reagieren, auch bei diesen rechtswidrigkeiten anderer.

    Ich für meinen Teil kann Tanja nur zustimmen.
    Und wenn mich etwas rasend vor Wut macht, dann bin nur ich es, die diese Gefühle zulässt. Nur ich allein. Aus welchen Gründen auch immer .....

  46. Peter Rubin schreibt am 18. Oktober 2010 um 05:04

    "...macht uns sehr einflussreich und gibt uns viele, viele Möglichkeiten in die Hand. Entscheidend ist nur, es auch zu erkennen."...schreiben Sie und hier kommt jetzt meine Anmerkung zu dem ansonstemn wunderbaren Schriftstück:

    UND ES ZU TUN!

    Für mich ist das Wörtchen -TUN- ein richtiges, wichtiges Wort. 3 Buchstaben die den Unterschied ausmachen, finde ich.

    mit poeischen Grüßen,
    Peter Rubin
    Dichter dran

  47. Marsha Cox schreibt am 18. Oktober 2010 um 08:07

    Vielen Dank an alle für die Denkanstöße.
    Es ist spannend, festzustellen, wie oft es mir nicht gelingt, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind. Obwohl ich weiß, dass ich es bin, die mich ärgert. Nur wenn es mir möglich ist, zu merken, wie mein Körper in Abwehrhaltung zu der gedachten Situation geht, sich die Muskeln zusammenziehen, der Puls steigt und es im Magenbereich zu grummeln anfängt, kann ich die beginnende Rutschpartie abfangen, bevor ich komplett ins Schleudern gerate. Im Jetzt liegt mein Schlüssel. In Moment, meine Wahrnehmung auf Körper und Atem zu lenken, ist mein Weg aus der ich-ärgere-mich-Nummer.
    Viele Grüße
    Marsha

  48. Sabine schreibt am 18. Oktober 2010 um 10:47

    Ich würde sagen, es gibt solche und solche Tage und Anlässe bei denen es besser ist den Ärger mal rauszulassen (weil es etwas ändern kann, oder weil man sonst erstickt).
    Von daher stimme ich fast allen zu, da jeder Fall anders liegt. Es ist bei aufsteigendem Ärger sicherlich gut sich rasch ein paar Fragen zu stellen um die Reaktion auszuwählen:
    - wie ist meine Stimmung, suche ich einen Anlass anderen Ärger raus zu lassen?
    - geht es mir besser wenn ich meinen Ärger rauslasse?
    - schade oder nutze ich mir damit/ anderen?
    - habe ich meinen Ärger vielleicht selbst verschuldet (z. B. zu spät losfahren und sich dann über die korrekt fahrenden ärgern)
    In jedem Fall kann durch etwas Distanz auf die Situation und etwas Humor Linderung verschafft werden.
    Allen eine schöne Woche ohne Ärger!
    gruß Sabine

  49. Nick schreibt am 19. Oktober 2010 um 07:36

    De Gedankenansatz war gut, jedoch ist es nicht immer moeglich sich den Situationen zu entziehen. Die Loesung ist es eher nicht, den Gegebenheiten je nach emotionaler Situation aus dem Weg zu gehen. Vielmehr durch die Erkenntnis selbst, indem man sich der inneren Zustaende bewusst macht.

  50. Doe schreibt am 19. Oktober 2010 um 11:16

    Das Innere ist die EINZIGE Möglichkeit der Manifestation von Freiheit und Konstanz, d.i. Sicherheit; alles andere bleibt Illusion.

    Das Schwierige daran ist allerdings das doch so offensichtlich Greifbare als das Irrelevante in Relation zum Inneren zu be-greifen und die sogenannte Realität "vom Kopf auf die Füße zu stellen"...

    Das Innenleben sollte endlich mal Schulfach werden... ;)

  51. Silvi schreibt am 19. Oktober 2010 um 13:37

    Interessante Diskussion. Sie regt auf jeden Fall sehr zum Nachdenken über das Innen und den Umgang mit den eigenen Gefühlen/Stimmungen an. Danke an Tania für den neuen Denkanstoß!

    Manchmal kann man die äußeren Umstände wirklich nicht ändern (siehe Nils Beispiel, also Gefährdung durch andere Verkehrsteilnehmer). Aber dennoch kann ich für mich selbst entscheiden, ob ich mich über diesen äußeren Umstand ärgern möchte (immer wieder?) oder nicht. Oder ob ich für mich daraus Konsequenzen ziehe (um bei diesem Beispiel zu bleiben, vielleicht umziehen oder andere Wege finden oder was auch immer).

    Da fällt mir an dieser Stelle wieder der vielzitierte folgende Satz ein:

    Love it, change it, or leave it.

  52. Gabriele Usner schreibt am 20. Oktober 2010 um 08:21

    Guten Tag Frau Konnerth,

    damit sprechen Sie mir aus dem Herzen. Gerade das ist ein Punkt an dem ich auch noch sehr an mir arbeite, ja es ist mir ganz wichtig, diese "Entwicklungsarbeit" zu machen.

    Eine Geschichte möchte ich dazu zum Besten geben. Wir haben einen 2-jährigen Dobermann, ein temperamentvolles und liebes Kerlchen. Er hat ein ganz tolles Sozialverhalten und ich kann ihn mit Hunden jeder Größe zusammen lassen. Nun war ich vor einiger Zeit mit ihm bei uns hier in den Wäldern und Wiesen zu einem längeren Spaziergang losgezogen. Gleich zu Beginn traf ich eine Frau mit Hund. Sie hat sich gleich abgewandt zum Gehen. Nun habe ich mich auch schon etwas daran gewöhnt, dass die meisten Menschen große Vorurteile gegenüber Dobermännern haben. Aber sie rief mir dann zu, dass ihr Hund kein gutes Verhalten gegenüber anderen Hunden zeigt und sie lieber allein gehen möchte. Nun gut, dachte ich und da sie aber den Weg bereits gewählt hatte, musste ich nun zwangsweise den "weniger" schönen Weg gehen. Jetzt kam es dann aber leider so, dass sie eine Abzweigung wählte, bei der wir uns zwangsläufig wieder begegnet wären. Und da unser Hund schon mal von einem Riesenschnauzer zusammengebissen wurde, bin ich ihr hier dann eben auch aus dem Weg gegangen. Dabei bin ich durch den Wald bergauf, wo es gerade durch starke Regenfälle den Weg ausgehöhlt hatte. Da habe ich mich so geärgert, frei nach dem Motto: Jetzt habe ich den liebenswerten Hund und muss die unmöglichsten Wege wählen, um diesem Hund, der andere vermöbelt, aus dem Weg zu gehen. Und mein sehr spürbarer Ärger ging dann natürlich auf den Hund über, der den Weg und mich (na klar!)dann auch ziemlich blöd fand und auf Befehle nur zögerlich reagierte.
    Ich erzählte es später mal meiner Hundetrainerin und die lachte. Sie meinte, ich sollte es doch anders betrachten. Ich habe für meinen Hund den Schutz gesucht und dabei einen neuen Weg gewählt. Die Begegnung mit dem anderen Hund hätte ihm sicher mehr Ärger gebracht. Und wenn ich mit mehr Freude und weniger Wut über meine Interpretation reagiert hätte, hätte der Hund gar nicht mal gemerkt, dass wir heute etwas verquer durch den Wald laufen. Er hätte es als neues spannendes Abenteuer mit seinem Frauchen gehalten und hätte das toll gefunden.

    So versuche ich nun immer wieder meine eigene Betrachtungsweise zu sehen und ob ich nicht mit eigener Anstrengung mein Leben leichter gestalten kann.

    Herzliche Grüße, Gabriele Usner

    PS: Ihre Briefe und Anregungen sind eine ganz tolle Unterstützung!

  53. AHA schreibt am 21. Oktober 2010 um 06:12

    Ich finde Ansätze wie den Byron Katies gut die Dinge in drei Kategorien zu teilen: Dinge die ich beeinflußen kann, also meine Dinge; Dinge die mein Mitmensch also z.B. Du beinflußen kann(st); Dinge die außerhalb unser beider Einfluß liegen.
    Es ist nicht leicht diese drei zu unterschieden, und man sollte es sich nicht zu leicht machen etwas in die eine oder andere Kategorie zu sortieren.

  54. kirsti schreibt am 21. Oktober 2010 um 21:26

    Also...das eigene Glücksempfinden bestimmt über meine Wahrnehmung um mich herum.Wie wichtig sind mir Kleinigkeiten,wenn die "großen"stimmen? Wenn mein Leben rund ist und die Liebe in mir wohnt...kann nicht wirklich viel mich schlecht gelaunt durch den Tag schicken...Sagen wir nur ausfallende Geschehnisse.Ich stell immer wieder fest..Menschen,die mit sich zufrieden und glücklich sind...sehen alles positiver..während die unzufriedenen sich gerne an Kleinigkeiten reiben....Sie sind schneller gestresst und vielleicht tut es ihnen gut,woanders Makel zu finden ,um den eigenen Zustand besser ertragen zu können.Aber leider ist dass Glücklichsein von Vielem abhängig...Unsere Erfahrungen bestimmen den Umgang damit.

  55. Monika Heinle schreibt am 22. Oktober 2010 um 15:28

    Guten Tag Frau Konnerth,

    natürlich haben Sie recht, dass die innere Haltung meine Lebensstimmung bestimmt. Es ist einzig meine Sicht, ob ich mein Leben gut oder schlecht finde.

    Und doch darf ich doch nicht alles gut finden, was man mir antut. Ich persönlich kenn mich nur schlecht wehren, und ich verachte mich selbst immer mehr, weil ich mir eben so Vieles "gefallen lasse".

    Ich habe es erkannt, doch wie komme ich da raus?

    Freundliche Grüsse, M. H.

  56. Soheila schreibt am 31. Oktober 2010 um 06:11

    Sei lieb gegrüßt,
    ich unterstreiche diesen Artike mit zwei Zitaten:
    „Und wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu finden:Wir mögen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht.“R. W. Emerson
    und
    „Wenn wir uns selbst fehlen, fehlt uns doch alles.“ Goethe

  57. Stefan schreibt am 17. Oktober 2010 um 10:47

    Wir Menschen sind in ganz gewisser Weise gespaltene Wesen. Wir sind das was wir sind so wie wir unseren Alltag meißtens ohne besonderes Bewußtsein leben und dann die andere Seite, die eben dann in uns wieder wach wird, wenn wir uns die Zeit nehmen und uns einfach mal selber zuhören und zusehen, mal sich selbst Revue passieren lassen....und dann werden wir erkennen wer wir eigentlich sind, und über welchen Kleinkram und Schwachsinn wir uns eben manchmal aufregen und dann wieder nicht. Ich finde daher den Vergleich von Tanja sehr passend. ES gehört zu uns Menschen, dass wir Stolperstellen haben aber auch ihnen gannz bewußt werden. Wenn wir uns dann über solches aufregen, dann kann es also durchaus auch sein, dass in uns etwas aktiv ist, dem wir zu gerne zuhören würden aber abgelenkt werden, oder einfach nur das dringende Bedürfnis nach Ruhe, keine Störung, keine Fremdbestimmung. Die Reaktionen über das was einem ärgert sollten wir also schon zulassen, aber auch den Grund dazu erfahren, damit Herz und Hirn wieder zumindest einigermaßen parallel laufen.