Schlau planen – einfacher durchhalten
Von Ralf Senftleben • 7 Kommentare
Für unseren Erfolg und unsere Selbstachtung ist es wichtig, unsere Vorhaben und Projekte nicht nur anzufangen, sondern auch durchzuhalten.
Aber wie geht das?
Was Ihnen beim Durchhalten hilft, ist ein guter Plan. Das gilt sowohl für berufliche, als auch für private Projekte (wie z.B. mit Rauchen aufzuhören oder 5kg abzunehmen).
Durch das Planen:
- machen Sie Ihre Vorhaben fassbarer und klarer und damit bewältigbarer,
- Sie sehen, dass auch ein größeres Projekt letztlich aus vielen, kleinen bewältigbaren Schritten besteht,
- Sie finden im Vorfeld Stolperfallen und können rechtzeitig überlegen, wie Sie diese geschickt umgehen
- und Sie vermeiden Fehler und unnötige oder doppelte Arbeiten.
Ein Plan ist ein wunderbares Denkwerkzeug, um unsere Ziele einfacher und schneller zu erreichen. Ohne konkreten Plan bleiben die meisten unserer Vorhaben nur gute Vorsätze.
Und was heißt es nun genau, unser Vorhaben zu planen? Ganz einfach: Planen ist das systematische Nachdenken darüber, wie wir ein Ziel möglichst gut erreichen können. Systematisches Nachdenken ist wiederum nichts anderes, als Fragen zu stellen und diese Fragen dann eine nach der anderen zu beantworten.
Hier habe ich für Sie einige Fragen aufgeschrieben, die Sie für Ihre Planung verwenden können.
- Was ist mein Ziel? Was will ich erreichen?
- Was hilft dabei, mein Ziel zu erreichen?
- Welche Schritte sind auf dem Weg zu meinem Ziel notwendig?
- Welche Teilschritte gehören zu jedem Schritt?
- Was könnte eventuell schief gehen oder dazwischen kommen und wie sieht mein Plan B für diesen Fall aus?
- Wie kann ich sicherstellen, dass ich wirklich das tue, was ich mir vorgenommen habe?
- Was ist der erste Schritt?
- Wann fange ich an?
- Wann will ich mein Ziel erreicht haben?
Sie sehen: Planen ist nichts anderes, als die richtigen Fragen zu stellen und diese zu beantworten. Ihr Plan hilft Ihnen, Ihr Vorhaben systematisch zu durchdenken, um es fassbarer zu machen und mögliche Stolperfallen im Vorfeld zu entdecken.
Bei welchem Ihrer Vorhaben könnte Ihnen ein guter Plan helfen?
P.S.
Ein häufiger Einwand gegen das Planen ist, dass es letztlich dann doch alles anders kommt. Das stimmt in vielen Fällen, aber das ist kein Argument gegen das Planen an sich. Es zeigt nur, dass es wichtig ist, einen Plan flexibel zu halten und ihn während der Umsetzung immer wieder an die sich verändernde Wirklichkeit anzupassen.





Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Plan nur dann gut ist, wenn er auch regelmäßig gepflegt wird: d.h. Ziel überprüfen, Weg überprüfen, Teilziele überprüfen. Nur dann ist man in der Lage auf Unvorhergesehenes rechtzeitig zu reagieren, ohne dass es einem Streß verursacht.
Dadurch reicht es oft auch aus, den Plan B erst später zu entwickeln, wenn man merkt, dass das ursprüngliche Ziel nicht erreicht werden kann. So hat man im Kopf nur das eine, das erste Ziel - und man verwendet die ganze Kraft für dies Ziel. Wenn ein alternatives Ziel mit im Kopf herumschwirrt, geht nicht mehr die ganze Kraft ins eigentliche Ziel und man begnügt sich mit dem "1b"-Ziel - was vielleicht leichter zu erreichen ist, aber eben nicht das wahre Ziel war.
Ein plan ist immer gut, wenn mir das Ziel ist und ich die Mittel, die ich um dieses Ziel zu erreichen, einsetzte. Was noch gut ist: sich einen Mitwisser oder Mitwisserin suchen, dem ich von meinem Vorhaben erzähle und regelmäßig darüber berichte. Die oder der Mitwisser muß nicht einmal antworten, weil sich im Berichten oft manches klärt und vor allem, ich gebe nicht zu schnell auf :-)
Selten geht ein Plan wirklich auf. Das liegt aber einfach in der Natur der Sache. Und das ist auch kein Grund nicht zu planen. Ein Plan gibt Stabilität und Richtung und er regt zum bewussten Überprüfen an.
Die größten Erfolge sind meist fehlschläge des eigentlichen Plans. Wer einfach nur dumm an seinem Plan festhält und nicht felxibel bleibt, der wird wohl zurecht verlieren.
Planen macht aber sehr sehr viel Spaß.
Ich habe fest gestellt, dass es wichtig ist, eine realistische Planung aufzustellen. Also, es ist klar, dass man ein konkretes, gut formuliertes Ziel benötigt - das ist aber nur der Überblick. Wichtig ist es, diese Ziel in viele kleine Unterziele zu zerteilen, damit sich immer wieder durch die Erreichung eines Zieles ein Erfolgserlebnis einstellt und nicht irgendwann der große Frust kommt, weil doch nix funktioniert.
Ich mache auch konkrete Pläne mit Terminen.
Zum Beispiel habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen meine Lauftechnik zu verbessern. Also habe ich mich mit Fachliteratur kundig gemacht, meinen Mann zu Rate gezogen, der schon sehr lange Wettkämpfe läuft, und überlegt, wie so ein Trainingsplan aussehen könnte und diesen dann für 20 Wochen aufgestellt. So habe ich lauter kleine Trainingseinheiten, die gut einzuhalten sind. Für mich sind diese Trainingseinheiten lauter kleine Ziele, die ich erreichen kann und auf dem Weg zu meinem großen Ziel liegen. So habe ich auch die Möglichkeit unvorhergesehene Dinge rechtzeitig zu sehen und ggf. auch dagegen anzusteuern.
Ich habe diese Praxis auch schon mit anderen Dingen ausprobiert und fest gestellt, dass es immer wieder funktioniert.
Also: Ich habe mit meinen 58 Lebensjahren schon manche Planung gestartet. Manche wurden erfolgreich zu Ende gebracht, andere nicht. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine (irgendwie geartete) Begleitung (im Sinne von Coaching) zur Zielerreichung für mich am effektivsten ist.
Vielleicht auch mit anderen Gleichgesinnten zusammen- wenn es denn möglich ist.
Allein auf weiter "Planungsflur"- das ist nicht mein Ding....
Auch wenn planen an sich u. U. eine Ausfluchtstätigkeit werden kann, ist planen notwendig. Weil ich mir Gedanken machen muss, was ich will und auch warum. Wenn es dann anders kommt, ist es auch gut, weil ich die Grundvoraussetzungen für eine Entscheidung habe. Es muss nichts so bleiben. Ich entscheide doch. Viele liebe Grüße und allen ein positives neues Jahr.
Hallo Ralf,
besonders klasse fand ich den Tipp mit "Plan B". Ich bin im Moment krass dabei, Pläne zu schmieden und denke, der Plan B muss unbedingt her.
Danke schön!
Sommerwind