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Der erste Schritt, Einstellungen zu ändern

Von Ralf Senftleben20 Kommentare

Viele erfolgreiche Therapieformen (zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie) gehen davon aus, dass irrationale Einstellungen und unser Denken die Wurzel vieler unserer Probleme sind.

"Ändere deine Einstellung und dann wird sich auch dein Leben ändern." Aber wie geht das, seine Einstellungen zu ändern?

Der erste Schritt könnte sein, dass Sie akzeptieren, dass Ihre Einstellungen nicht die Wahrheit und nicht die Realität wieder spiegeln und dass wir Menschen dazu in der Lage sind, Dinge für wahr und richtig zu halten, die komplett an der Wirklichkeit vorbeigehen.

Unsere Einstellungen – also das, was wir für wahr halten – sind meistens ein Produkt unserer Lernerfahrungen und der Medienwelt.

Ein Beispiel, dass Sie vielleicht auch schon bei anderen beobachtet haben: Macht jemand wiederholt schmerzhafte Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, sind irgendwann "alle Männer Schweine" oder "alle Frauen blöde Zicken". Lebt jemand in einer harmonischen und liebevollen Beziehung, hat er normalerweise eine deutlich positivere Sichtweise auf das andere Geschlecht. Aber wer hat nun Recht? Was ist die Wahrheit?

Oder was, wenn ich als Kind strenge Eltern habe, die mich nur loben, wenn ich Einsen nach Hause bringe. Dann glaube ich wahrscheinlich, dass ich nur geliebt werde, wenn ich etwas leiste. Das habe ich so erlebt, das muss die Wahrheit sein. Und das ist eine "Wahrheit", die einem auch mit 40 noch das Leben schwer machen kann. Es sei denn, ich tausche diese "Wahrheit" irgendwann gegen eine andere ein und begreife, dass es Menschen gibt, denen meine Leistung vollkommen egal ist und die mich einfach um meiner Selbst Willen lieben.

Oder nehmen wir die Einstellung vieler Menschen zu unseren Politikern: Sind das wirklich "alles Verbrecher"? Oder könnte es nicht auch sein, dass wir ein etwas einseitiges Bild haben, weil die Medien eben lieber über Skandale berichten, als über den täglichen Alltag unserer Politiker, in dem diese im Großen und Ganzen doch gar nicht so schlecht dafür sorgen, dass hier im Land alles seinen Gang geht?

Oder denken wir daran, dass Menschen lange Zeit dachten, die Welt wäre eine Scheibe. Das war die "Wahrheit" und für Zweifel an dieser Idee wurden Menschen umgebracht.

Unsere Einstellungen entstehen durch die Erfahrungen, die wir machen. Und auch durch unsere Familie, unsere Freunde und unsere Bekannten. Und auch immer stärker durch Fernsehen, Internet, Zeitschriften, Werbung… die Medien eben.

Wir erleben etwas und denken, das muss wohl immer so sein. Wir sehen etwas 10x im Fernsehen und halten es für wahr. Auch wenn viele, viele Menschen vollkommen andere Erfahrungen gemacht haben. Wir glauben aber, wir würden die Wahrheit und die Realität klar erkennen. Tun wir aber nicht.

Ich möchte nicht sagen, dass alles falsch ist, was wir so denken. Ich sage nur, dass Sie sich in den allermeisten Fällen einfach nicht sicher sein können.

Unsere Einstellungen zu den Dingen um uns herum sind nicht die Wahrheit und nicht die Realität. Es sind in vielen Fällen nur beliebige Ideen, Meinungen, Sichtweisen. Und oft sind das Meinungen, mit denen wir uns das Leben selbst schwer machen. Und genauso gibt es auch Einstellungen, die unser Leben einfacher und schöner machen.

Erst wenn Sie den Gedanken akzeptieren, dass Ihre Einstellungen nicht die Wahrheit sein müssen, können Sie Ihre Einstellungen selbstbestimmt verändern.

Und eine Technik dazu gibt es in der nächsten Woche.

  1. Micha schreibt am 6. September 2007 um 13:46

    Wohl Wahres dran!
    Ich sage 100 mal, dass Deutschland Terrorgefährdet ist und wiederhole und wiederhole...Irgendwann glaubt es jeder!

  2. U. schreibt am 7. September 2007 um 06:48

    Nun - das Denken ist die eine Sache und ich will nicht bestreiten, dass da etwas Wahres dran ist. Aber bei den Politikern habe ich schon lange nicht mehr den Eindruck, dass sie dieses Land hier gut lenken. Sie halten "Reformen" für notwendig und gut, obwohl diese der Mehrheit nur geschadet haben. Ich kann nichts Gutes daran finden, wenn sich die Kinderarmut in Deutschland seit 2004 (der Einführung von Hartz IV) verdoppelt hat. Und Richtig: wenn ich immer wieder sage: "Die Reformen sind gut und alternativlos", dann glauben das auch noch die meisten Menschen - traurig aber wahr.

  3. Ann schreibt am 7. September 2007 um 07:57

    Einer meiner Wahlsprüche lautet: Wahrheit hat etwas mit Wahrnehmung zu tun. Und die Deutung von Dingen vollzieht wohl jeder für sich selbst.
    Ein GEdanke zum KOmmentar von U.: DAs ist hier wohl kaum der Platz um seinen Unmut über die Politik los zu werden. Sinn konstruiert sich nicht nur aus einer Perspektive. Und bei der Bewertung der Handlungen anderer sollte man sich vor Augen führen, was man für sich selbst auch in Anspruch nimmt: Man macht nichts ohne Grund, ohne Sinn.

  4. U. schreibt am 7. September 2007 um 09:07

    An Ann:
    Stimmt, man macht nichts ohne Grund und jeder hat seine eigene Sichtweise der Dinge. Welches Menschenbild steckt z. B. dahinter, wenn ich dafür sorge, dass es der Mehrheit schlechter geht?
    Im übrigen äußere ich nicht nur meinen Unmut über die momentane Politik, sondern ich habe auch meine Gedanken zu dem einen oben aufgeführten Beispiel wiedergegeben.
    Wir wissen übrigens oft nicht, wie sehr uns das alle betrifft, bis wir selbst einmal davon betroffen sind.
    Ganz allgemein bin ich aber - entgegen dem Zeitgeist - der Meinung, dass man nicht alle Probleme nur durch eine andere Einstellung lösen kann und auch nicht sollte.

  5. Ralf Senftleben schreibt am 9. September 2007 um 10:20

    U, du schreibst:

    «« Ganz allgemein bin ich aber – entgegen dem Zeitgeist – der Meinung, dass man nicht alle Probleme nur durch eine andere Einstellung lösen kann und auch nicht sollte. »»

    Das sehe ich ganz genauso. Sonst hätten wir ja auch Stillstand.

    Ich rede hier in erster Linie von den Einstellungen, die uns selbst ausbremsen und lähmen und mit denen wir uns das Leben selbst schwer machen.

    Wenn mein Auto kaputt ist, bringe ich es in die Werkstatt

    Oder wenn die Leute durch meine Strasse mit 70 km/h brettern, obwohl es eine 30 Zone ist und meine Kinder auf der Strasse spielen, dann gründe ich eine Initiative, um den Verkehr zu beruhigen.

    Aber es gibt eben auch eine Menge Probleme, die haben ihren Ursprung eher in meinem Kopf und da ist es für mich um längen nützlicher, das eigene Denken umzutrainieren.

  6. Kirsten Erlenbruch schreibt am 9. September 2007 um 10:51

    Wie wirklich ist die Wirklichkeit - so ein Titel eines hervorragenden Buches von Paul Watzlawick, das sich genau mit diesem Thema beschäftigt.

    Fazit: Es mag eine objektive Wirklichkeit geben, aber wir sind nicht in der Lage diese wahrzunehmen. Denn alles, wirklich alles was wir wahrnehmen, wandert zunächst durch den Filter unserer Erfahrungen, Wertvorstellungen, Glaubenssätze, etc. Und das, was dann bei uns ankommt, ist eben nur noch eines von Milliarden möglichen Abbildern der Wirklichkeit.

    So kann es dann eben sein, dass wir hier in der westlichen Welt manchen Moslems als potentiell gefährliche und lasterhafte Ungläubige erscheinen. Im Gegenzug empfinden viele Menschen hier, den Islam als Gefahr der demokratischen Freiheit und Grundordnung.
    Beide Ansichten sind mitnichten die Wirklichkeit, sondern eben nur 2 Sichtweisen eben dieser.

    Nicht zuletzt aus diesem Grund empfehlen viele Therapeuten, sich auch mal an die Stelle des oder der anderen zu stellen. "Walking in somebody elses shoes" - in den Schuhen des anderen herumlaufen, die Welt mit seinen Augen betrachten kann zu ganz erstaunlichen Erkenntnissen führen und auf jeden Fall den Horizont erheblich erweitern.

    Neue Erkenntnisse in einer neuen Woche wünsche ich uns allen.

  7. georg schreibt am 9. September 2007 um 11:27

    Ja, das eigene Denken hinterfragen ist nicht einfach. Einfacher ist es andere zu kiritisieren als manchen Fehler bei sich selber zu koriegieren.
    Gahndi hat ja die enorme Leistung vollbracht sich selber zu erziehen, sein denken u. Handel zu hinterfragen u.das Ergebnis auch umzusetzten.Mit dieser Leistung hat der Millionen Menschen in die Freiheit geführt.
    Versucht mal in einer Konfliktsituation nicht in die Verteidigungsposition zu gehen. Das eigene Denken, das eigene ich ist uns oft selber im weg. Ich bin in der Vergangenheit verbal angeriffen worden u. habe mich verteidigt. Ergebnis: Der Konflikt wurde schlimmer. Dann habe ich mein Denken u. mein Handeln hinterfragt u. habe mich in Konfliktsituationenen nicht verteidigt. Ergebnis: ich hatte weniger Konflikte. Diese positive Veränderung ist nicht leicht, aber machbar. Das kann jeder für sich tun ohne immer daran Genuß zu empfinden Andere schlecht zu machen u. damit sein eigenes, schwaches Ego hervor zu heben. Mit dem Ergebnis einen Konflikt anzuzetteln. Wenn zwei Menschen sich treffen, treffen sich 2 unterschiedliche Egos. Es ist ein Zeichen der Reife mit dem anderen Ego u. dem eigenen umgehen zu können.

  8. Karin D. schreibt am 9. September 2007 um 14:16

    @ Georg
    "Es ist ein Zeichen der Reife mit dem anderen Ego u. dem eigenen umgehen zu können."

    Das ist richig, aber was, wenn der eine eben tatsächlich (ziemlich) reif ist und der andere Streit anzettelt, obwohl er das gar nicht will, aber nicht die Bohne darüber nachdenkt, dass er es tut und warum? Oder weil er glaubt, durch sein Verhalten seine Interessen wahrzunehmen - wobei wir schon wieder bei der Wahrnehmung wären.

    Hier wurde schon Watzlawick zitiert und sein Buch, das ich nur jedem empfehlen kann zu lesen. Dann wird einem klar, dass es so viele Wirklichkeiten wie es Menschen bzw. Gehirne gibt.

    Auch von Arvid Leyh "Nur in deinem Kopof" gibt dem Leser entscheidende Impulse zum Überdenken seiner Wirklichkeit, allerdings sollte der Leser etwas Ahnung von Physik haben und naturwissenschaftlich ausgerichtet sein, sonst wird er sich kaum durchbeissen.

    Ich habe viele Jahre gebraucht, bis ich den "Trick" mit dem eigenen Blickwinkel kapiert habe. Sich selbst bewusst zu werden, wo man steht und von wo aus man eine Sache/Situation betrachtet, heisst ja noch lange nicht, dass man sich dann der Situation anpasst. Manchmal wird einem im Gegenteil erst einmal bewusst, dass man selbst sehr persönlich gefordert ist, etwas zu ändern, so weit es eben geht.
    Weil eben nicht "die" (Politiker, Ehepartner, Vorgesetzte, Finanzbeamte...) alles verkehrt machen, sondern weil ich vielleicht selbst die Person bin, die mir einen Nachteil oder einen Unbill einschenkt.
    Oder ich merke dann, dass ich beim besten Willen die Situation nicht ändern kann und bin bereit, sie und mein Leben und meinen Mann und..... alles so zu akzeptieren, statt ständig zu hadern, zu meckern oder in der Hosentasche die Fäuste zu ballen.

  9. Alfred schreibt am 9. September 2007 um 19:34

    Liebes Zeit zu Leben - Team (weiß nicht, ob Ralf oder Tanja den Artikel geschrieben hat),

    sind wir jetzt beim Privat-Fernsehen: Letzte Woche habt Ihr angekündigt, dass es heute was zum Thema "Einstellung" gibt, heute kündigt Ihr an, dass es nächste Woche etwas gibt... Wie bei Privat-TV oder -Radio: Bleiben Sie dran, nach der Werbung erfahren sie mehr...

    Ich bin seit ca. 7 Jahren Newsletter-Abonnent und habe mit Bewunderung beoebachtet, wie ihr daraus und mit Euren Büchern etwas einzigartiges aufgebaut habt. Von vielen Artikeln habe ich persönlich profitiert und habe versucht, mich in der Form erkenntlich zu zeigen, dass ich und meine Familie viele Bücher o.ä. über Eure Web-Site bei Amazon bestellt habe, mit denen Ihr hoffentlich eine kommerzielle Vereinbarung habt... Frei nach dem Motto: Was etwas wert ist, darf auch schon mal was kosten!

    Aber geht euer "Unternehmen" jetzt nicht schon zu sehr in Richtung Kommerzialisierung?

    Betrachtet es bitte als konstruktive Kritik bzw. Feedback. Es hat auch seinen Reiz, etwas Besonderes zu bleiben und nicht im Mainstream der Erfolgs-Berater mitzuschwimmen.

  10. Blanka schreibt am 10. September 2007 um 07:22

    Passend zu diesem Thema zwei meiner liebsten Zitate:

    Nicht, weil es schwer ist, wagen wir es nicht,
    sondern, weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

    Seneca

    Die 2 Seiten des Lebens - Nimm an: alles was ist, ist genau so, wie es ist und erlerne: die Kunst Wirklichkeit zu erschaffen.

    unbek. Verfasser

  11. Ralf Senftleben schreibt am 10. September 2007 um 10:30

    Alfred, herzlichen Dank für dein Feedback und deine Sorge.

    2 Bemerkungen dazu:

    Wir haben kein Problem damit, kommerzielle Dinge zu tun. Wir verdienen mit unserer Arbeit gerne Geld. Geld ist eine wunderbare Sache, die in vielen Bereichen unseres Lebens Freiheit und Möglichkeiten schafft.

    Und was den Vergleich mit dem Privatfernsehen angeht... ich glaube, da gibt es noch mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten :-)

  12. Friedrich schreibt am 10. September 2007 um 18:48

    Warum sollte ich lernen, meine Einstellung zu ändern? Warum sollte ich Einstellungen und "Wahrheiten" anderer übernehmen? Im Grunde genommen sind wir doch, wie wir sind und denken, wie wir denken. Der Einfluss der Medien ist für mich nur eine Ausrede, um von sich selbst abzulenken.Doch mein ABER heißt: Ich kann versuchen, einen Blickwinkel zu finden, aus dem heraus ich die Einstellung und Wahrheiten anderer einigermaßen verstehen kann, ohne sie zu adaptieren. Ich kann die Blickwinkel miteinander vergleichen und dann kommt das AHAH in vielen Fällen. Damit ist es aber immer noch nicht meine Einstellung und meine Wahrheit.
    Um nicht in Angst, Verzweiflung oder Panik zu geraten, muss ich aber bereit sein, anzuerkennen, dass auch andere aus ihrer Sichtweise Recht haben können.

  13. Ralf Senftleben schreibt am 11. September 2007 um 21:43

    Friedrich, ja, warum soll man lernen, seine Einstellungen zu ändern? Ganz einfach, weil die meisten von uns (ich auch) teilweise an Dinge glauben, die irrational sind und die uns nicht gut tun und unser Leben kniffeliger machen, als notwendig. Je besser ich diese selbstschädigenden Einstellungen (auch Glaubenssätze genannt) ändern kann, desto freier und gelassener werde ich. Das ist zumindest meine Erfahrung und ich weiss von vielen, denen es genauso geht.

  14. Karin D. schreibt am 14. September 2007 um 18:00

    @ Friedrich
    ich bin heute 59 Jahre alt. Mit 25 habe ich die "Wahrheiten" meiner Eltern gegen meine "Wahrheiten" ausgetauscht und geglaubt, ich wüsste "es".

    Dabei waren meine Wahrheiten nur die Gegenteile dessen, was meine Eltern versucht haben, mir beizubringen. Warum das Gegenteil? Ganz einfach, ich hatte nicht das, was man eine "glückliche" Kindheit nennt, meine Eltern waren negative Vorgilder, also habe ich deren Wahrheiten umgekehrt und für wahr gehalten. Meine eigenen waren es genauso wenig, da ich ja nun als Rebell lebte, und nicht angepasst, wie ich hätte sollen.

    Wenn du schreibst: "Warum sollte ich lernen, meine Einstellung zu ändern? Warum sollte ich Einstellungen und "Wahrheiten" anderer übernehmen? ", dann schließe ich daraus, dass du meinst, die eigene Einstellung ändern hieße automatisch, die Wahrheiten anderer übernehmen.

    Eben genau das nicht. Nach der Wahrheit suchen bedeutet vielmehr, scheitern zu müssen, denn es gibt sie nicht. Ich hab sie nicht und auch kein anderer.

    Es ist viel sinnvoller, sein Leben unter die Lupe zu nehmen und dort, wo wir uns nicht wohl fühlen, wo wir unruhig sind, wo wir uns ärgern, mal den eigenen Standpunkt/Blickwinkel abklopfen, ob wir da nicht selbst etwas ändern könnten. Das heisst in keinster Weise, von anderen irgendwelche Standpunkte zu übernehmen. Im Gegenteil, es bedeutet Unabhängigkeit. Ich kann nämlich nur meinen eigenen Blickwinkel haben, was wiederum nicht heisst, dass ich den anderer nicht verstehen und auch akzeptieren könnte. Genau dann nämlich richten wir nicht mehr über andere und auch nicht mehr über uns selbst, und das tut bekanntlich gut.

  15. Hilde Roth schreibt am 19. September 2007 um 21:10

    Liebe Tanja Konnert - ich möchte noch meine so große Freude über das `Konzentrat´ von "Chrissy" (vom 03.09.): "Geh du vor, sagt die Seele ..." bekunden und danken für diesen Beitrag!!! Möchte ihn auch weitersagen. Autor? "Chrissy"?

    Wegen einer längeren, von meinem K ö r p e r energischst verlangten "Auszeit" habe ich erst heute diesen Newsletter geöffnet - und dort auch etwas zum Erleben meiner Zwangspause gesagt. Der tolle Online-Kurs (1.10.) geht mir durch den Kopf - doch wäre es mein Wunsch, mit Tom Freudenthal kurz persönlich zu sprechen /-mailen. E-mail-Adresse? Telefon?
    Habe große Freude am Brief mit Vorwort "Ich habe den Menschen gesagt..." Die Aufgabe, sich statt des Liebe-Suchens -"einfach" für Das-Lieben-üben zu entscheiden - ist wohl ohne Ende d i e Voraussetzung für wahres Gelingen.... Meine Großmutter Sophie in ihrer wunderbaren Bescheidenheit war so eine Liebende. Und sie hat diese Liebe reich zurückbekommen... bis heute noch sprechen Menschen, die sie gekannt haben, von ihrer bedingungslosen Güte. Das freut mich immer so sehr. Zuletzt sprach am 13.9. jemand davon. Danke für Ihre gute Arbeit, liebe Tania! Hilde Roth

    PS. Manchesmal kann ich einen unglücklich Liebenden durch ein Zitat von `Johann-Wolfgang´ zum Nachdenken bringen. Irgendwen(?)lässt er fragen: "Was geht's dich an, wenn ich dich liebe"? In dieser Formal steckt erstaunliche Kraft. Und große Hilfe, w e n n der Betroffene sie erfassen kann.

  16. Arthenica schreibt am 15. Oktober 2007 um 06:32

    @Georg:
    Vermeidet man Konflikte, wenn man immer klein bei gibt? Muss man sich nicht auch mal verteidigen? Seit einem Jahr verstucht mein therapeut, Widerworte aus mir heraus zu kitzeln - damit ich mir eben nicht immer alles gefallen lasse, mich nicht in mein Schneckenhaus verkriche, sondern Konflikte austrage und daran wachse.

  17. Jans schreibt am 15. Oktober 2007 um 10:58

    Einstellung ändern? Realität? Das meinte wohl Heraklit schon vor zweieinhalbtausend Jahren: "Nicht die Dinge spielen uns Possen — die Sinne sind schlechte Zeugen".
    Mir scheint inzwischen viel spannender als Neues zu lernen (das passiert sowieso weil das Hirn so verdrahtet ist) immer wieder neu zu VER-lernen. Wie kriege ich die zahllosen alten und uralten Urteile raus aus dem Unbewußten? Diese generationen-alten Erwartungen, das Recycling vom Stress aus Jahrhunderten, und aktuell z.B. die Kriegskinder-Erlebnisse von mir, meinen Eltern und deren Eltern.

  18. sokkrates schreibt am 21. Juni 2009 um 13:30

    so ein zufall, in einen moment, in dem mir der text echt geholfen hat und ich froh bin, ihn gelesen zu haben--------oder ist es doch kein zufall?????????????
    danke hat mir sehr weitergeholfen !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    ps : zu den politikern muß ich allerdings sagen, dass kann man nicht so sehen, ein wirklich schlechtes beispiel, auch wenn ich des ursprünglichen sinn wahrgenommen hab.

    die politik schafft elend , leid und neid und armut , wärend sie die hälse nicht vollbekommt HUNGERNDE KINDER IN DEUTSCHLAND SIND KEINE SELTENHEIT -- DA BRAUCHT KEINER SAGEN DIE MACHEN WAS GUTES !!!!!

    danke trotzdem für den text

  19. Petra schreibt am 20. September 2009 um 20:30

    Ihr Lieben ... hier im Rheinland heißt es so schön: "Jeder Jeck ist anders!" In diesem Sinne habe ich jeden einzelnen Kommentar aufmerksam gelesen. Manchen habe ich sofort, ohne einen weiteren Gedanken meinerseits zugestimmt. Manche etwas genauer hinterfragt, da ich mir erst darüber klar werden wollte, wo ich selber diesbezüglich gerade stehe (zu stehen glaube!) und manche,gerade auf Grund meiner Einstellungen,meiner sogenannten Wahrheiten, direkt und instinktiv "abgelehnt". Das heißt nicht, dass ich den Schreiber und seine Meinung ablehne, oder nicht bemüht bin, mich in ihn (sie) hinein zu versetzen und seine Beweggründe zu verstehen. es hat auch nichts mit "richtig" oder "falsch" zu tun, sondern einfach,dass diese Meinungen nicht zu mir und meiner Art zu leben, zu denken und zu handeln passen. Doch eins möchte ich gerne anmerken und ich denke, dass es für ein Selbstverantwortliches und bewussteres Denken und Handeln notwendig (unumgänglich) ist zu erlernen... Es geht um sprachliche Ausdrucksweise und die damit einhergehende (un-)bewusste Eigenverantwortlichkeit, egal zu welchem Thema und egal, welche Meinung, oder Einstellung ich und du diesbezüglich vertreten ... Wenn ich etwas von mir, über mich erzähle, dann sage ich "ICH". Wenn ich etwas über jemand anderen erzähle, dann sage ich "DU", "SIE" oder "ER" und spreche die andere Person damit direkt persönlich an, wenn ich mich nicht selber meine. ... Wenn ich mich und andere gemeinsam meine, dann ist es "WIR". Somit bin ich "präsent" und "aufmerksam" bei mir, dir und/oder uns und somit "anwesnd" im jeweiligen Geschehen!!! Mir ist aufgefallen, dass hier viel der Ausdruck "man" verwendet wird. Doch wer bitteschön ist "man"? Alles und jeder ist damit gemeint und wiederum auch niemand"! "Man" ist so fiktiv,so weit weg, so konstruiert, heißt im Grunde "die Anderen",(wer auch immer das sein mag?) schließ´t "mich", wenn ich "man" sage nicht wirklich mit ein, betrifft "mich" also nicht wirklich (selbst wenn es mich betrifft) und somit weise ich auch jede Selbstverantwortlichkeit, auf unbewusster Ebene direkt von mir.
    Aus eigener Erfahrung weiß ich, seit ich dieses fiktive "man" bewußt gegen "ICH, DU, ER, SIE, WIR..." in meinem Sprachgebrauch ausgetauscht habe,bin ich ein Stück näher bei mir angelangt, habe ein Stück mehr Selbstverantwortlichkeit angenommen und habe somit, auf ganz natürliche, bewußte Art und Weise, ohne mich zu verbiegen und voller Authezität, ein Stück mehr Selbstbewußtheit,Selbstwert und Selbstsicherheit erlangt . ... Also "man",wer auch immer du sein magst ??? ... in diesem Sinne ... steh zu "Dir" ... Ich, bin ich, du bist du und wir sind wir :-)

  20. Giovanna schreibt am 1. Oktober 2009 um 09:10

    Zu den Kommentaren von U. kann ich nur sagen, sie zeigen genau wie das funktioniert: wenn man etwas oft genug wiederholt (Reformen sind schlecht, die Armut ist gestiegen), wird es für die Wahrheit gehalten!

    Ich sehe das ganz anders.
    Die Reformen haben der Mehrheit geschadet? Aha, die Mehrheit der Deutschen sind Hartz-IV-Empfänger??? Und der demographische Wandel ist eine Erfindung der Politiker?

    Die Kinderarmut hat sich verdoppelt? Hallo - es ist immer eine Frage der DEFINITION, wer als arm in Deutschland gilt, und das ist relativ und hat mit wirklicher Armut nur wenig zu tun! Außerdem, wie wäre es mal mit Sparen? Meine Eltern waren auch arm, ich hatte vieles nicht, was andere Kinder hatten. Aber heute hat auch in jeder Hartz-IV-Familie jeder ein Handy, Plasma-Fernseher usw.!

    Man kann nicht alle Probleme durch die Änderung der eigenen Einstellung lösen? Nein, sicher nicht. Aber mittlerweile wird doch nur noch nach anderen gerufen, und Eigenverantwortung, die auch die Hinterfragung der eigenen Sichtweise einschließt, kommt überhaupt nicht mehr vor. Das ist meiner Meinung nach eine wirklich fatale Entwicklung.