Wie Sie einschränkende Einstellungen verändern
Von Ralf Senftleben • 8 Kommentare
Woran wir glauben und was wir für wahr halten, bestimmt zu einem nicht unerheblichen Teil, wie wir uns im Alltag fühlen.
Wer z.B. fest daran glaubt, dass alles gut wird, der geht gelassener durchs Leben. Wer hingegen davon überzeugt ist, dass Menschen grundsätzlich schlecht sind, wird sich unter anderen Menschen wahrscheinlich häufig unsicher und bedroht fühlen.
Zum Glück können wir unsere Einstellungen und unser Denken umtrainieren und damit auch unsere Gefühle und unser gewohnheitsmäßiges Handeln ändern.
Der erste Schritt für dieses Training besteht daran, zu begreifen, dass unsere Einstellungen nicht die Wahrheit sind und oft nur auf zufälligen Erfahrungen beruhen.
Im zweiten Schritt gehen Sie dann aufmerksam durchs Leben und beobachten sich selbst und Ihr Denken. Wenn Sie das tun, werden Sie schnell auf Denkmuster und Einstellungen stoßen, mit denen Sie sich selbst Ihr Leben schwer machen.
Haben Sie selbstschädigende Einstellungen gefunden, geht es im nächsten Schritt darum, diese Einstellungen systematisch zu hinterfragen und zwar nicht nur einmal, sondern solange, bis diese Einstellungen unsere Gefühle und unser Tun nicht mehr beeinflussen.
Nehmen wir doch einmal eine weit verbreitete Einstellung, die viele Menschen daran hindert, finanziell auf einen grünen Zweig zu kommen:
Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant. So will ich nicht sein. Also bleibe ich lieber arm.
Wie könnten wir diese einschränkende Einstellung nun hinterfragen?
Fangen wir erst einmal an, die Allgemeingültigkeit dieser Aussage zu prüfen, indem wir einen kleinen Dialog mit uns selbst führen (am besten schriftlich):
A: Wie viele reiche Leute kenne ich?
B: 2 oder 3.
A: Und wie viele reiche Leute gibt es?
B: Wahrscheinlich viele Millionen.
A: Und nur weil du bei 2 oder 3 reichen Menschen eine Erfahrung gemacht hast, schließt du auf die anderen Millionen Menschen, die auch viel Geld haben. Ist das logisch, vernünftig und realistisch?
B: Nein, ist es nicht. Ich kann es ja gar nicht wissen. Ich gebe es zu, es ist nur ein Vorurteil.
Dann prüfen wir noch einmal die Glaubwürdigkeit unserer Quellen von denen wir diese Einstellung übernommen haben:
A: Von wem weiß ich eigentlich noch, dass reiche Leute fies sind?
B: Mein Großvater hat das immer gesagt, dass ein Kamel eher durch ein Nadelöhr kommt, als ein reicher Mensch in den Himmel.
A: Und wie viele reiche Leute kannte dein Opa? Ich meine, konnte er das beurteilen oder war es bei ihm auch nur ein Vorurteil?
B: Wahrscheinlich kannte er auch nicht so viele reiche Leute. Nein, er konnte es wahrscheinlich auch nicht wissen.
A: Und wo hast du das noch her?
B: Das liest man doch jeden Tag in der Zeitung und sieht es im Fernsehen.
A: Und wie glaubwürdig sind diese Quellen? Kommt es diesen Quellen darauf an, die Wahrheit zu zeigen oder Stories zu verbreiten, die die Leute unterhalten und in dem, was sie denken, zu bestärken (Stichwort: Populismus)?
B: Ja, du hast recht. Die Medien bedienen in den meisten Fällen auch nur die gängigen Klischees. Sie zeigen oft nur die Seite, die die Leute sehen wollen. Um sich daraus eine realistische Meinung zu bilden sind sie wahrscheinlich nicht geeignet. Also auch die Medien sind kein Beweis für diese Einstellung. Ich sehe es ein.
Als nächstes können wir dann noch schauen, welchen Einfluss die Einstellung auf unser Leben hat: Wie handeln wir gewohnheitsmäßig (bewusst und unterbewusst) ausgehend von dieser Einstellung?
A: Welchen Einfluss hat die Einstellung, dass alle reichen Menschen fies sind, auf dein Leben? Macht dich diese Einstellung glücklich? Hilft dir diese Einstellung in deinem Leben?
B: Wenn ich es mir recht überlege, dann hat es die folgenden Auswirkungen:
- Ich verachte reiche Leute und ziehe viel Bestätigung daraus, dass ich weiß, dass mir Geld nicht wichtig ist und dass ich ein integerer Mensch bin, weil ich nicht durch Geld korrumpiert bin. (Achtung! Hier habe ich noch eine einschränkende Einstellung gefunden: Geld korrumpiert)
- Das hat natürlich zur Folge, dass ich bewusst und unbewusst alles dafür tue, dass Geld nicht lange bei mir bleibt, weil ich ja um Himmels willen nicht auch reich und damit fies werden will.
- Und das hat zur Folge, dass ich oft finanzielle Schwierigkeiten habe und mir oft wegen Geld oft Sorgen mache.
- Ich kann mir vieles nicht leisten, was ich gerne hätte.
- Ich würde beruflich gerne umsatteln, aber ich habe nicht genug Geld, um die Übergangszeit zu überstehen.
- Ich glaube, es gibt noch ganz viele, viele negativen Auswirkungen…
Und schlussendlich können wir uns fragen, wie unser Leben wäre, wenn wir diese Einstellung einfach loslassen würden:
A: Wie wäre dein Leben, wenn du die Einstellung, dass reiche Menschen fies sind, keine Auswirkungen mehr auf dein Leben hätte? Wie wäre es, wenn du dieses Denken einfach loslassen würdest? Wie würdest du dich dann fühlen? Wie würdest du dann handeln? Was würde sich ändern?
B: Ich glaube, das könnte viele Auswirkungen haben:
- Ich würde mir selbst die Chance geben, auch zu ein bisschen Wohlstand zu kommen.
- Ich könnte ein leuchtendes Beispiel dafür werden, wie man reich und freundlich, mitfühlend und liebenswert ist.
- Ich würde den Menschen vorurteilsfreier begegnen und ich würde damit viel öfter interessanten Chancen über den Weg laufen, zu Wohlstand zu gelangen.
- Mein Leben würde einfacher und leichter werden, weil ich mir nicht mehr so viel Sorgen um Geld machen würde.
- Ich hätte viel mehr Möglichkeiten, mein Leben bewusst zu gestalten.
- Ich glaube, wenn ich weitersuche, dann finde ich noch viel, viel mehr positive Auswirkungen.
Mit diesen vier Schritten können wir also unsere einschränkenden Einstellungen überprüfen und ändern, wenn wir sie lange genug hinterfragen.
- Die Allgemeingültigkeit der Einstellung hinterfragen.
- Die eigenen Quellen prüfen.
- Schauen, welche Auswirkungen die Einstellung auf das eigene Leben hat.
- Schauen, wie es wäre, wenn man die Einstellung loslassen würde.
Nun… wie sieht das jetzt bei Ihnen aus? Welche einschränkenden Einstellung könnten Sie haben? Und mit welcher davon könnten Sie diese 4 Schritte einmal ausprobieren?
Hier kommen einige häufig vorkommende Beispiele:
- Der Arbeitsmarkt ist so schlecht und deswegen bleibe ich lieber in meinem (ungeliebten) Job.
- Dazu bin ich zu alt und deswegen…
- Dazu bin ich zu jung und deswegen…
- Ich bin zu X und deswegen … (anstelle X bitte eine Schwäche Ihrer Wahl einsetzen)
- Ich kann bin nicht X genug und deswegen…
- Menschen sind…
- Das Leben ist…
- Chefs sind…
- Meine Kollegen sind…
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Hinterfragen.
Veränderungen und Aha-Erlebnisse sind nicht ausgeschlossen.
Buch-Tipp zu diesem Thema: Byron Katies The Work. Der einfache Weg zum befreiten Leben (Amazon)






mir fällt dazu ein:
die landkarte ist nicht das land"
und das hat was für mich.
von einer landschaft gibt es viele verschiedene karten, je nachdem, was sie ausdrücken soll oder wofür sie nützen soll... da gibts die historische, topografische, straßen-, politische, temperatur-, wetter-,.... karte. alles dieselbe landschaft, nur jeweils anderer schwerpunkt.
und von der inneren landschaft (das was auf mich und auch auf meine mit-menschen wirkt: lebensituationen, informationen,wahrnehmungen, erfahrungen, die ich mache) wird es auch von mensch zu mensch verschiedene innere karten geben, je nachdem, wie seine stimmung, sein wissen, seine herkunft, seine kultur,.... beschaffen ist...
ich selber hab eben MEINE... und vergesse manchmal, daß es eben meine ist.
oder ich seh meine innere landschaft durch eine andere karte und finde mich darauf möglicherweise nicht zurecht (weil die andere karte das nicht eingezeichnet hat, woran ich mich orientieren müßte, oder umgekehrt)
wenn mir das dann aber bewußt wird und ich schaffe es zu differenzieren, kann ich es sogar genießen, die verschiedenen karten zu vergleichen, und möglicherweise auf meiner karte neue wegmarken einzuzeichnen - oder auf der anderen karte etwas zu hinterlassen...
liebe grüße,
die windfrau
„Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant“. Ich weiß nicht, ob wirklich so viele Leute in derartigen Stereotypen denken.
Ich würde mich persönlich auch nicht gerade als arm bezeichnen, genauso wenig jedoch als gierig, fies und arrogant, aber gut, das mögen andere beurteilen.
Weiterhin glaube ich nicht, das man eine so heterogene Gruppe in diesem Zusammenhang mit den Begriffen „reich“ oder „reiche Leute „ bezeichnen sollte. Das scheint mir doch ein wenig undifferenziert zu sein. Wer ist gemeint? Der Geldadel, der ehrgeizige Emporkömmling, der es zu etwas Wohlstand gebracht hat, der Erbe, der Lottogewinner, die Neureichen, diejenigen, die von Beruf Sohn oder Tochter sind, Unternehmer, oder vielleicht die, die reich geheiratet haben. Das Spektrum ist noch breiter, und zeigt wie unterschiedlich dies Gruppe ist.
Und genauso differenziert, denke ich sollte auch das Bild sein, das man sich hiervon macht.
Wenn ich ein Interview mit Herrn Jan Philipp Reemtsma, wie letzten Sonntag im Fernsehen, sehe, löst das bei mir völlig andere Assoziationen aus, als wenn Herr Ackermann vor Gericht seine Äußerungen macht, oder wenn beispielsweise ein Siemens-Vorstand Erklärungen abgibt.
Aber sind es oft nur die zufälligen Erfahrungen, die dieses Bild prägen, oder nicht doch auch das Ergebnis, unserer Erlebnisse, die wir innerhalb unseres bisherigen Lebens in diesbezüglichen Situationen gemacht haben.
Und sollten wir uns da wirklich so täuschen können?
Gut, wer seine Meinung aus Zeitungen mit vier großen Buchstaben bezieht, oder aus dem Nachmittags- oder Vorabendprogramm des deutschen Fernsehens, dem ist wahrscheinlich nicht mehr zu helfen.
Aber wenn selbst Menschen wie Heiner Geißler, die nicht in Verdacht stehen, zu lange sozialistische Literatur gelesen zu haben, die Abartigkeit der Renditeerwartungen von Investoren konstatiert, dann kann das alles nicht so völlig aus der Luft gegriffen sein.
Vor einigen Monaten habe ich bei der Bank ein Gespräch mit einem Anlageberater geführt, mit dem ich auch mal das eine oder andere Wort privat rede.
Er erzählte mir, von einem „bereits vom Krebs zerfressenden Kunden“ (seine Worte), der ihn versuchte dafür verantwortlich zu machen, das eine Kommastelle hinter der Gesamtrendite nicht passte. Auf meinen Einwand hin, das dass doch wohl ein Extremfall sei, antwortete er, es sei sicherlich nicht die Regel aber erst Recht nicht die Ausnahme.
Und trotzdem kenne ich eine ganze Reihe „Reicher Leute“, die sehr nett und sympathisch sind.
Aber wir sollten uns trotzdem fragen, woher der schlechte Ruf kommt. Und meiner Ansicht nach kommt er auch nicht ganz von ungefähr.
Das mit diesen Vorurteilen ist mir seit langem bekannt, auch ich habe bestimmt noch einige "unbewusste" in mir schlummern. Diejenigen, die mir bewusst sind, habe ich auch schon mit etlichen Selbstgesprächen, solchen Frage-und-Antwort-Spielen bearbeitet. Immer wieder kann ich meinen Verstand von dem Unsinn solcher Denkweisen überzeugen.
Doch, - LOSLASSEN - das ist eine andere Sache.
Wie macht man Loslassen so, dass es ein für allemal abgeschlossen und erledigt ist.?
Es wird auch oft von dem sogenannten Wohlstandsbewusstsein gesprochen, dass man haben muss, um zu Wohlstand zu kommen.
Wie eignet man sich dies an.?
Es gibt ein Spiel um sich bewußt zu machen, wie reich man ist bei brigitte unter www.leichteins.de. Hier nur kurz die vier schritte, und alles weitere könnt Ihr auf der homepage nachlesen.
1) Du kannst das Wertsystem der Welt ändern. Ab jetzt ist jeder Cent 1 Euro wert.Jetzt stelle Dir vor, wie reich du jetzt bist.Mache Dich vertraut mit dem Gedanken: "Ich bin sooo stinkreich, daß ich alles machen kann, was immer ich will;alles ist möglich, ich will das Wie entdecken!"Addiere die summe aus dem, was du hast.
2)Schau Dich um, was Du alles besitzt und rechne es um in Deine neue Währung. Schätze, was Du besitzt in Cent!Addiere die Summe zu Summe aus1) dazu.
3)Sie kreativ1 Ändere die Dinge, die Dir nicht mehr gefallen und gib Ihnen einen neuen Wert. sei grosszügig dabei.Addiere diese Summe zu den Summen aus 1) und 2)
4)"Gehe kreativ nach außen!Finde neue Wege! und nutze dabei die Gedanken:"alles is möglich.Ich bin wertvoll.Vieles kann ich selbst kreieren.""
Also ich muss sagen, dass was Hubert geschrieben hat könnte von mir sein. Genau dieser meinung bin ich auch. Man kann schliesslich nicht allen über eine Kamm Scheren!
Hubert,
du schreibst:
«« „Reiche Leute sind gierig, fies und arrogant”. Ich weiß nicht, ob wirklich so viele Leute in derartigen Stereotypen denken. »»
Also mir persönlich begegnet diese Einstellung oder ähnliche Einstellungen ziemlich häufig, gerade bei Menschen, die sich selbst als spirituell oder intellektuell bezeichnen. Aber das ist ja für mich auch nicht der Punkt. Das ist ja nur ein Beispiel.
Ich denke nahezu jeder trägt irgendwelche Verallgemeinerungen und irrationale Denkmuster mit sich rum, mit denen man sich selbst das Leben schwer macht. Was ich da bei mir schon alles entdeckt habe ist ziemlich krass. Und ich habe noch einen langen Weg vor mir :-)
Und das hässliche an der Geschichte ist: ich kann mir darüber sogar bewusst sein und sie haben trotzdem eine negative Wirkung in meinem Leben.
Ein weites Thema :-)
Hallo Ralf Senftleben,
vereinfacht gesagt, ist es ja ein Plädoyer dafür, Menschen und auch Dingen vorbehaltsloser zu begegnen. Einerseits habe ich das immer schon für sinnvoll gehalten und denke auch bei Begegnungen und diesbezüglichen Urteilsfindungen in ausreichender Weise mit einfließen lassen. Dabei habe ich auch des öfteren ein vorher existierendes „Bild“ geändert bzw. zurechtgerückt.
Andererseits habe ich auch immer wieder mit Personen oder einem Personenkreis die gleichen Erfahrungen gemacht, und (Vor-) Urteile bestätigt bekommen. -Leider - Möglicherweise in ähnlicher Form, wie bei Dir mit Personen, die sich selbst als spirituell oder intellektuell bezeichnen.
Dabei kann ich aber nicht sagen, dass mir das das Leben bedeutend erschwert hätte.
Es gibt nicht viele Dinge oder Personen mit denen ich abgeschlossen habe, aber wo es der Fall ist, wurde meine vorhandene Einstellung mehr als ein oder zweimal bestätigt
Ja- ich wünsche mir einfach durch alle Arbeit- die ich mache
ein solch finazielles Auskommen, dass ich Rechnungen unproblematisch bezahlen kann, mir nicht immer Sorgen ums Geld machen mus, und dann dieses"mulmige Gefühl im Bauch"verschwindet.
Ich wünsche mir die Möglichkeit- in diesem Sinne(weils dann eben gut reicht)auch was für andere tun zu können..)So könnte ich meine Arbeit gelassener tun und hätte viel Freiraum.
Das wünsche ich mir und allen Gleichgesinnten