Schaffen Sie sich eine unterstützende Umgebung
Von Ralf Senftleben • 18 Kommentare
Kleine Quiz-Frage: Welche Person hat es einfacher, eine wichtige Arbeit zu erledigen:
(A) Jemand, dessen Schreibtisch vor Papierbergen überquillt und der sich alles mühsam zusammensuchen muss?
Oder
(B) Jemand, der einen aufgeräumten Schreibtisch hat, mit allen notwendigen Unterlagen und Werkzeugen in unmittelbarer Reichweite?
Ich denke, die meisten werden hier sagen, dass (B) die richtige Antwort ist, denn hier das ist eine Umgebung, die die betreffende Person dabei unterstützt, ihre Aufgabe zu erledigen und nicht dabei behindert.
Und genau das lässt sich auch auf das Erreichen unserer persönlichen Ziele übetragen und stellt einen ganz wichtigen Punkt dar: Es gibt Dinge in unserer Umgebung, die helfen und unterstützen uns und es gibt Dinge, die behindern und bremsen uns. Und das meine ich nicht nur in Bezug auf unseren Schreibtisch.
Wie ist das ganz allgemein mit Ihrer Umgebung? Erfahren Sie hier Unterstützung oder eher Behinderung?
Wenn Sie mehr Faktoren in Ihrer Umgebung haben, die Sie bremsen als die Sie unterstützen, dann ist es vielleicht an der Zeit, Ihre Umgebung umzuorganisieren.
Stellen Sie sich doch einmal die folgenden Fragen:
- Was oder wer in meiner Umgebung unterstützt mich bei meinem Ziel?
- Und was oder wer in meiner Umgebung bremst mich eher?
- Was müsste ich an meiner Umgebung verändern, so dass ich eher unterstützt als gebremst werde?
- Was oder wer in meiner Umgebung gibt mir Kraft?
- Und was oder wer kostet mich eher Kraft?
Nutzen Sie diese Fragen doch einfach als Ausgangspunkt, um Ihre Umgebung so zu organisieren, dass sie Ihnen hilft, Ihre Ziele zu erreichen. Machen Sie es sich selbst einfach leichter.





...also die unteren Fragen, kann ich vollkommen unterstützen.
Die Quizfrage aber halte ich für ein gewisses immer wieder sich wiederholendes Märchen. Jeder muss seinen Arbeitstisch so gestalten, dass diese ihn dann gutmöglichst zu unterstützt vermag und nicht behindert. Dass daraus immer zwangsweise ein möglichst leerer Schreibtisch folgt? Die meisten die ich kenne stopfen dann nur das was auf dem Schreibtisch liegt in Schubladen, dass sie fast überquellen. Das ist auch keine besondere Ordnung, nur eine scheinbar äußerliche.
Diese Behauptung der optimalen leeren Schreibtische vermittelt den "Vollschreibtischtätern" nur, dass mit ihnen etwas nicht stimmen könnte. Nur weil sie außerhalb der Norm von freien Schreibtischflächen arbeiten möchten - und das vielleicht sogar sehr gut.
Jeder hat eine Ordnung und jeder weiß meist, wie er am besten Arbeiten könnte, er bräuchte sich nur daran halten...
Hallo & Guten Tag,
ein interessantes Thema, zu dem ich mir gerne einen Gedankenspaziergang erlauben möchte:
Menschen mit einem unaufgeräumten Schreibtisch sind aus einer gewissen Perspektive Chaoten.
Nun will ich das auf keinen Fall negativ belegen, denn, es gibt ebenso die Sichtweise des *strukturierten Chaos* !
Bedeutet dies nun, Menschen mit einem unaufgeräumten Schreibtisch können mir keine "gute" Unterstützung leisten und finden nichts in ihren „Bergen“?
Aus Erfahrung möchte ich erwähnen, dass gerade Chaoten durchaus hilfreiche und unterstützende Menschen sein können, sie haben nur eine andere Wertevorstellung von Ordnung & Systemen und verwenden ihre Zeit nicht nur mit Selbstmanagement.
Ich lernte Menschen kennen, deren Schreibtisch blitzblank strukturiert war, doch Unterstützung konnten und wollte sie nicht geben, daran waren sie nicht interessiert.
Sie widmeten sich ihrem Schreibtisch und waren damit beschäftigt, dass dieser nicht in Unordnung geriet. ;-)
Was will ich nun damit sagen?
Ich meine, man sollte der Schublade "Zeit- & Selbst-Management" auch eine gewisse Individualitätsecke lassen und sich selber fragen, wen man unterstützt und fördert.
Herzliche Grüße
Ursula
Ich finde das Quiz nicht schlecht und ich kann es auch nur unterstreichen.
Ich habe selbst keinen ordentlichen Schreibtisch und ich verstehe diese Frage auch so, dass ein ordentlicher Schreibtische einhergeht mit einer generellen Ordnung. Gegen einige Ecken, die chaotisch sind ist aber auch nichts einzuwenden.
Vom strukturierten Chaos halte ich aber dennoch nichts. Zu lange habe ich das auch bei mir als Vorwand genommen, kein System in meine Sachen zu bringen.
Als ich mal einen Künstler in seiner Werkstatt besuchte, um mir von ihm ein Möbel entwerfen zu lassen, war ich erst hin und weg von seinem "kreativen Chaos" und er hatte sogar einen Zettel an der Wand hängen, indem er auf lustige Weise diesen Zustand verteidigte, weil er ihn zum arbeiten braucht.
Nun gut, diese Auftragsarbeit stellte sich als ziemlich anstrengend heraus. Er entpuppte sich als unpünktlich, war manchmal zum vereinbarten Termin einfach nicht anwesend, Werkzeuge waren nicht zu finden oder es fehlte ihnen an der nötigen Pflege, dann stand ich in seinem Atelier und er versuchte 3 Sachen gleichzeitig zu machen. Zwischendurch kam jemand rein um Schulden einzutreiben, da musste er denjenigen vertrösten...er hätte ja auch Probleme mit der Bank, die ihm das Konto gesperrt haben.
Das Projekt stellte er zwar fertig, aber es war doch schon sehr anstrengend mit jemandem zu arbeiten, der so unstrukturiert durchs Leben geht.
So inspirierend sein Atelier auf den ersten Blick in dem chaotischen Zustand in dem es war auch rüberkam, dieses Chaos bringt ihm meiner Meinung nach mehr Ärger als Freude.
Einen chaotischen Schreibtisch habe ich schon seit Jahren, darin auf Anhieb etwas zu finden oder entspannt an einer Sache zu arbeiten macht mir keinen Spass.
Die Idee sich eine unterstützende Umgebung zu schaffen ist für mich eine spannende Vorstellung, eine Herausforderung.
Hallo,
Die Frage nach dem Aufgeräumten Schreibtisch ist für mich zwiespältig.
Ich selber benötige Ordnung (Wohnung, Schreibtisch, Arbeitsplatz) um mich wohlzufühlen und konzentriert arbeiten zu können .Dementsprechen habe ich mich jahrelang über den überquellenden Schreibtisch meines Sohnes aufgeregt. Selbst auf dem Fußboden musste er zuerst mal Platz schaffen umd _dort_ arbeiten zu können.
Irgendwann habe ich aufgehört, mich mit ihm deshalb auseinanderzusetzen. Wie will man denn argumentieren, wenn ein Schüler sich im `einser Bereich` bewegt? Seine Studenten-Bude ist auch caotisch, doch auch hier erreicht er beste Abschlüsse. Der andere Sohn ist ein wirklich ordentlicher junger Mann, tut sich aber schwerer mit seiner Organisation des Lernens.
Was ich daraus gelernt habe?: Jeder muss seinen eigenen Stil finden. - Nur wenn jemand selber (nicht die Mutter!) unter seiner Unordentlichkeit leidet, dann sollte er dringend versuchen sein Verhalten zu ändern. Ich fürchte jedoch, der Leidensdruck muss schon sehr hoch sein, ehe das gelingt.
Gruß,
Elke
Es freut mich, hier nicht die deutliche Zustimmung zu lesen, die in so vielen "Beratungsbüchern" immer und immer wieder wiederholt wird.
Auch ich bin jemand, der seit jetzt über 30 Jahren im chaotischen Schreibtisch lebt. Ich habe - aufgrund diverser Fortbildungen, die mir die Gegenposition angepriesen haben - ein Jahr lang konsequent "aufgeräumt" gearbeit. Das Ergebnis war erschreckend: aus den Augen aus dem Sinn. Auch die beste to-do-Liste konnte nicht leisten, was der Schreibtisch mir an Unterstützung geboten hat: jederzeit alles griffbereit vor Augen. Ich wußte immer sofort in welchem "Berg" ich welchen "Edelstein" finden konnte, die notwendigen "Brücken" zwischen den unterschiedlichen Projekten war schnell zu sehen und herzustellen (in dem "ordentlichen" Jahr dagegen hab ich vollkommen unvernetzte Projekte nebeneinander gesteuert und dabei sehr viel Innovations- und Kommunikationspotenzial verschenkt!), auf jedes Telefonat, jede Email konnte ich schnell und zielorientiert antworten. Im "ordentlichen" Jahr ging ständig die Suche nach "wo habe ich das abgelegt" um. Ansprechpartner mussten warten, bis ich die richtigen "Ordner" gefunden hatte ... Was eine Datenbank leistet und komplexe - zumindest meine - Arbeit erfordert: die Ordnungskriterien ständig zu ändern (mal chronologisch, mal alphabetisch, mal nach Projekt, dann wieder nach Themenfeld, Auftraggeber, beteiligte Parteien ....) kann "Schreibtischordnung" niemals leisten, im Gegenteil, sie zerstört und fragmentiert die Arbeitszusammenhänge und schafft dann im wahrsten Sinn des Wortes "Schreibtischtäter", die zwar ordentlich, aber weltfern und ohne Zusammenhänge "abarbeiten".
Nein, seit ich wieder mit vollen Schreibtischberger arbeite bin ich wieder effizient und sowohl strukturiert wie auch kreativ/innovativ! Und überseht nicht die motivierende Lust, einen solchen Berg nach erfolgter Beendigung der Aufgabe "abzutragen" und zwar zu großen Teilen IN DEN PAPIERKORB, nur wenige relevante Dokumente finden den Weg in die Akten, die andernfalls dagegen meistens überquellen (wie im Beispiel oben die Schubladen!) und nur höchst selten geleert und geordnet werden!
Dazu kommt eine persönliche Erfahrung: ich kenne bisher noch keinen Menschen mit "leerem Schreibtisch", den ich privat interessant gefunden hätte, ihre Rede und Lebensweise ist meist "vorhersehbar" ;-))
Das finde ich spannend, dass es auch eine so große "Pro-Voller-Schreibtisch-Fraktion" gibt.
In dem Fall unterstützt ein voller Schreibtisch eher. Sehr interessant.
Und eigentlich geht es ja auch gar nicht darum, ob ein voller oder leerer Schreibtisch besser ist. Das war nur als Aufhänger gedacht.
Viel wichtiger ist es in meinen Augen, zu wissen, *unter welchen Umständen* man selbst gute Ergebnisse produziert und was einem dabei hilft, gut und konzentriert zu arbeiten.
Für viele ist es ein leerer Schreibtisch und für offensichtlich auch einige Menschen eher ein voller Schreibtisch. Und für manche macht es vielleicht auch gar keinen Unterschied.
Das entscheidende ist für mich, zu wissen, wie man in der Beziehung tickt, damit man sich das Leben selbst einfacher machen kann.
Ich denke, daß man auch in einem Chaos den Überblick haben kann. Ich selbst stapel auch gerne auf meinem Schreibtisch und werfe alles durcheinander, aber ich weiß immer, wo ich was finde.
Das einzige, was ich immer suchen muß, ist der Kugelschreiber, aber die liegen in meiner ganzen Wohnung herum, sodaß ich das Aufstehen um ihn zu holen, eher als angenehm empfinde.
Die anderen Fragen machen mich eher traurig. Unterstützung erfahre ich auf dem Weg zu meinen Zielen von nichts und niemanden. Eher werden mir Steine in den Weg gelegt. Wo wir schon bei dem zweiten Punkt sind...
Ich würde aber meine größte Bremse bei mir selbst suchen, denn ich traue mir zwar meine Ziele zu, aber weil andere in meinem Umfeld es nicht tun, wäre das ein Kampf gegen Windmühlen. Aufgrund meiner Krankheit traut man mir eben nichts mehr zu und ich frage mich mittlerweile, ob nicht die anderen Recht haben, denn gesund werde ich nicht mehr.
Verändern müßte ich wahrscheinlich meine eigene Einstellung und vielleicht müßte ich aufhören zu träumen, die Realität nun mal akzeptieren. Ich wüßte jedenfalls nicht, was ich an meinem Umfeld ändern sollte...
Kraft geben mir meine Katzen, die mich immer wieder zum Lachen bringen und mir zeigen, daß es etwas schöneres gibt, als das ständige hinterher jagen nach Zielen. Einfach so leben, wie es gegeben ist... Aber ich bin mir eben nicht sicher, ob mich das zufrieden macht.
Kraft kostet mich lediglich meine Krankheit und alles, was mal war.
Hallo Danny-Mo,
lass Dich nicht unterkriegen.
Irgendein "großer" Mann sagte mal, Du kriegst auf jeden Fall recht, egal ob Du positiv oder negativ denkst.
Und wie viele Mensche hat es schon gegeben, die von ihrer Umwelt (Ärzten, Familienmitgliedern....) tot gesagt wurden, sich damit nicht einverstanden erklärten und richtig loslegten und sehr erfolgreich wurden.
Mach das, was Dir Spaß und Freude macht, was Dir einen Sinn gibt, achte gut auf Deine Bedürfnisse, lass sie Dir richtungsweisend sein
alles Gute für Dich
Antje
Hab sehr lange auch meine Probleme mit einem chaotischen Schreibtisch. Meine Frau - wir arbeiten an einem Schreibstisch - ist die jenige die das Choas am Schreibtisch hinterlässt und ich ärere mich darüber. Irgendwann kam die Erkenntnis dass ich ihr Chaos nicht ändern kann sondern meine Einstellung dazu. Jatzt ist ein Tel Chaos und ein Teil geordnet und das funktioniert sehr gut.
Ja, der Aufhänger. Das ist schon richtig, es geht so oft darum, rauszufinden, was unterstützt und was nicht. Ich hab aber auch noch eine weitere verzwickte Erfahrung gemacht:
Wenn ich das Unterstützende nicht suche, sondern mich über die Hindernisse ärgere, dann WILL ICH OFT GAR NICHT, dass ich diese Ziele erreiche. Dann sind sie mir offenbar als Gemälde an der Wand wichtig, aber die Energie, sie wirklich zu erreichen, die hat sich in mir (noch) nicht gesammelt. Dann benutze ich sogar oft die Hindernisse, um zu begründen, warum ich selber nicht in die Gänge komme.
Bei einem Kinderspiel heißt es dann "zwei Felder zurück", dann heißt es nachschauen, warum ich von Zielen rede und träume, aber die Hindernisse auf dem Weg dorthin offenbar mehr liebe als die Hilfe.
Also stelle ich die paradoxe Frage: was unterstütze ICH, damit andere(s) MICH unterstützen kann?
Verzwickt, was, wie man sich selber oft reinlegen kann. Aber vielleicht hab ich dieses Erleben in dürren Worten gar nicht rüber bringen können ....
Hallo und einen schönen Sonntag!
An einen vollen Schreibtisch, auf dem ich notfalls alles finde, was ich benötige, glaube ich nicht. Ebensowenig an den Schreibtisch mit nur einem Blatt und einem Stift...
Wie wäre es mit einem aus meiner Sicht gesunden Mittelmaß?
Ende des letzten Jahres bemerkte ich, dass ich schon wieder hohe Stapel auf meinem Schreibtisch angehäuft hatte. Beim Durchsehen musste ich feststellen, dass ein Großteil bereits erledigt war. Erkenntis: Viele Arbeiten erledigen sich tatsächich durch Liegenlassen.
Wirkliche Wichtiges habe ich nicht übersehen. Dafür sorgen schon die Kollegen und meine nervige Vorgesetzte (danke!).
Also habe ich die meisten Unterlagen in die Rundablage entsorgt, noch schnell den Staub von meinem Schreibtisch entfernt, die Blumen gegossen und bin zur Silvesterfeier gefahren.
Am ersten Arbeitstag im neuen Jahr fand ich es sehr angenehm, genau zu wissen, was noch auf meinem (nicht komplett leeren) Schreibtisch lag.
Ich habe mir vorgenommen, diese "Aufräumaktion" einmal am Ende eines jeden Monats durchzuführen.
Ups, gehört wohl mehr in die Rubrik "Vorsätze für 2008"???
Lieben Gruß
Ich freue mich, daß ich unter vielen Gleichgesinnten bin, die ein schöpferisches Chaos brauchen. Mir geht es auch so, wie manchen von euch, daß ich in meinem Chaos besser zurechtkomme und auch weiß, wo ich was zu suchen habe.
Wenn ich dann mal "aufräume", dann finde ich nichts mehr. Auch meine Katzen fühlen sich da recht wohl und wenn ich an meinem Schreibtisch arbeite, liegt immer eine unter der Arbeitslampe,da räume ich dann frei.
Ich habe auch sehr viele Bücher und Schallplatten, die ich gern mal katalogisieren will, doch nie dazu komme.
So bleibt alles beim Alten.
Herzliche Chaotengrüße
Doro
Lieber Danny-Mo
Antje hat Ihnen einen Tip gegeben.
Probieren Sie ihn aus, leben Sie nach Ihrem Gefühl und tun Sie was Ihnen Freude macht.
Denken Sie nicht an die Krankheit, schieben Sie diese bei Seite und wünschen Sie sich die ganze Gesundheit. Glauben Sie daran und es kann geschehen. Wenn der Wunsch vom GANZEN HERZEN kommt.
Ich wünsche für Sie mit.
Herzliche Grüsse und den ganzen Erfolg.
In Liebe Claus.
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
Friedrich Nietzsche
deutscher Philosoph
Schön!
Matthias
Liebe Antje, lieber Claus,
Danke für die aufbauenden Worte. Meine Krankheit macht aber meine Ziele kaputt. Oder habe ich mich schon zu sehr überzeugen lassen???
Meine Ziele scheinen nicht an meine Situation angepaßt. Mein Arbeitgeber wird mit Sicherheit einer schwerbehinderten Teilzeitrentnerin eine leitende Funktion übertragen... Aber das war mein Ziel schon in der Ausbildung, als ich noch gesund war.
Und so ähnlich ist das mit allen meiner Ziele. Mein Körper macht mir das alles kaputt und ich bin unfähig meine Ziele umzumodelieren. Ich will immer noch hoch hinaus, obwohl meine Flügel gebrochen sind :-(
Chaos oder Organisation
in meinem Umfeld gibt es beide Arten von Menschen. Gut Strukturierte und Chaoten und Vieles was sich dazwischen befindet. Die Abwechslung macht es interessant und je nachdem welche Frage mich quält weiß ich wessen Kompetenz mich weiter bringen kann.
Ergo: Variatio delectat
Das leben wäre doch stinklangweilig gäbe es nur eine Sorte gleicher Menschen.
Stefan
P.s.: Daher freut es mich so viele Unterschiedliche Meinungen gelesen zu haben.
Hallo Danny-Mo,
Du scheinst Deinen Körper als einen Feind zu betrachten, der Dich von Deinen Zielen abbringen will.
Ich selber war krebskrank und habe im Verlauf meiner Krankheit gelernt,meinen Körper als einen Freund zu betrachten, der mich davor schützen will, meiner Seele weiterhin Schädliches anzutun. Ich bin immer noch dabei zu lernen, genau hinzuhören, was er mir sagen will, Hilfe habe ich unter anderem in den Büchern von Rüdiger Dahlke, insbesondere "Krankheit als Sprache der Seele" gefunden. Der Lernprozess, meinem Körper(und damit meiner inneren Stimme) zu vertrauen, musste ich wieder erlernen, es ist aber ein spannendes Abenteuer und führte mich zu wunderbaren Menschen, die mir weiterhelfen.
Selbstmitleid ist wichtig, ich darf mich schon bedauern wenn es kein anderer tut, aber ich darf darin nicht als Grundlebenseinstellung stecken bleiben. Es gibt wirklich immer ein Licht am Horizont, aber ich muss, um es zu sehen, die Augen weit aufsperren und vielleicht auch mich von meinem derzeitigen Platz erheben, um hinzugehen, wo ich es besser sehen kann. Schau hin, welche Botschaft Dein Körper dir übermitteln will, darin steckt Deine wirkliche Aufgabe, und wie gesagt, diese zu meistern ist sowohl spannend als auch herausfordernd. Bringt aber nicht zuletzt Heilung mit sich und das wäre doch für dich zur Zeit wichtiger als eine Führungsposition in der Firma, oder? Wenn Du mit Deiner Aufgabe fertig bist, kannst Du (falls Du es dann immer noch willst...)immer noch Deine Führungsposition einfordern, denn dann wird Dich keiner aufhalten können.
Ich wünsche Dir die Kraft, hin zu schauen und Deinen Körper als Freund anzunehmen.
Wendy
Ich bin wirklich begeistert von den vielen unterschiedlichen Sichtweisen zum Thema "Voll-Tischler" oder "Leer-Tischler", wie es vor vielen Jahren als Begriffe von Prof. Seiwert in die Ordnungswelt gesetzt wurde.
Als ich noch als Angestellter mit anderen zusammen im Büro gearbeitet habe, vertrat ich die Meinung, daß nur ein aufgeräumter Schreibtisch zum Erfolg führen könne. Ganz im Sinne von oben genanntem Professor.
Mein erster Gedanke war, daß ich ja auch mal krank bin oder Urlaub mache. Was ist dann mit den Kollegen, die Fragen aus meinem Verantwortungsbereich mit bearbeiten und beantworten sollen? Diesen Kollegen gegenüber wäre es unfair und unkollegial gewesen, wenn sie sich hätten in einem Choas auf und um den Schreibtisch herum erst einmal zurechtfinden müssen. Damit hätte ich ihnen ihre Zeit gestohlen, die sie für ihre Arbeit brauchten.
Mein zweiter Gedanke war, daß ich nicht von anderen erwarten kann, was ich nicht selber (vor-)lebe.
Nun, da ich seit einiger Zeit beruflich selbständig bin, habe ich ein recht ambivalentes Verhältnis zum 100-prozentigen Leer-Tisch.
Es gibt so viele Angebote, Seminare und Meinungen darüber und dazu, wie man zu arbeiten habe. Ordentlich, immer gut sortiert, mit Einträgen im Kalender, mit Hängeregistraturen, mit...
Dagmar schreibt (siehe oben): "An einen vollen Schreibtisch, auf dem ich notfalls alles finde, was ich benötige, glaube ich nicht. Ebensowenig an den Schreibtisch mit nur einem Blatt und einem Stift..."
Dagmar, danke für diesen Satz. Das drückt es aus, wie ich heute arbeite. Es gibt bei mir klar strukturierte Bereiche um den Schreibtisch herum. Aber genauso gibt es in meinem Aktenregal hinter mir - ich muß mal eben schauen... - drei Klappgitterboxen mit Papierstapeln, die zwei Aktenordner hoch sind. Ich weiß ziemlich genau, was darin ist, aber es kommt mir nicht in den Sinn, hier eine archivarische Motivation zu entfalten. Dies wird ja gern in den unzähligen Ratgebern á la vereinfache dein Leben, Büro etc. gefordert. Dennoch hat bei mir irgendwie alles seinen Platz. Das Schönste ist: ich finde alles wieder.
Ich möchte hier gern noch auf die Fragen aus dem Text von Ralf Senftleben eingehen:
* Was oder wer in meiner Umgebung unterstützt mich bei meinem Ziel? - Meine Frau, meine Frau, meine Frau, Freunde, Bekannte, ehemalige Kollegen, Geschäftspartner. Und sei es nur ideell, was schon sehr viel ist, weil nicht jeder Tag voller Sonnenschein und Glückseligkeit ist.
* Und was oder wer in meiner Umgebung bremst mich eher? - Ich mich manchmal selbst, weil ich zu manchen Dingen oder Handlungen nicht genügend Abstand habe und dann denke: "Es geht nicht." oder "Es kann einfach nicht klappen, weil..." Ich muß mir dann immer wieder selbst sagen, daß ich im Supermarkt auch drei bis vier Schritte vom Warenregal zurücktreten muß, um das ganze Angebot (also meine Möglichkeiten) überblicken zu können. Wer nur eine Armlänge entfernt vor dem Regal steht, sieht nun einmal nur den Ausschnitt (vom Leben), den er scheinbar jetzt auch nur wahrnehmen will. (Brigitte schrieb bereits am 20.01.08, um 14:30 Uhr sinngemäß darüber - siehe oben)
* Was müsste ich an meiner Umgebung verändern, so dass ich eher unterstützt als gebremst werde? - Ich müßte meine Umwelt mehr an meinen Überlegungen, Gedanken, Ziel-Vorgaben teilhaben lassen, sie mehr mit einbeziehen, dann kommen schneller als ich sie mir sonst selbst zusammentragen könnte - und oftmals von unverhoffter Seite - gute Gedanken und Hinweise. Selbst-ständig heißt zwar "ständig selbst", aber eben nicht zwangsläufig "Nur du allein!".
* Was oder wer in meiner Umgebung gibt mir Kraft? - Meine Frau, meine Frau, meine Frau, meine Freunde, andere Unternehmer in meinem Netzwerk/Berufsverband - und schließlich ich selber, indem ich meinen "inneren Dialog" immer wieder positiv ausrichte und meine Ziel lebe, und zwar heute und nicht erst, wenn ich sie erreicht habe. Der Weg zum Ziel ist auch MEIN Leben.
* Und was oder wer kostet mich eher Kraft? - Bestimmte Verhaltensweisen von mir selbst, die ich hier einmal als "Angestellten-Restenergien" benennen möchte. Unternehmerisch tätig zu sein, macht Spaß, selbständig zu arbeiten macht Freude, aber bestimmte Tätigkeiten habe ich schon als Auszubildender/Lehrling und Angestellter nicht gern gemacht. Und hier schließt sich der Kreis: Es geht um das Thema Ablage, aufräumen und Führen von Verzeichnissen. Hier merke ich, wenn ich nicht doch regelmäßig meinen Ablagekorb in die entsprechenden Ordner hinein auflöse, kostet es mich Zeit, Dinge wiederzufinden. Also kostet es mich kreative und handlungsorientierte Zeit, bestimmte Vorgänge wiederzufinden. In diesem Momenten leiste ich dann den "heiligen Eid", es fortan besser zu machen und regelmäßig meine Unterlagen abzulegen. Na ja,... ;-)))
Heute ist mein Schreibtisch leer und alles in doppelter Hinsicht in Ordnung. Der Ablagekorb ist ebenfalls leer. Vorbildlich! Bis zum nächsten Projekt... ;-))
Wir sind halt Menschen und keine Maschinen. Maschinen stehen in der Küche und helfen auf Knopfdruck. Aber wer will schon auf diese Mensch oder Unternehmer sein...?
Herzliche Grüße
Norbert