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Tun und Lassen – Der Weg zum Ziel

Von Ralf Senftleben32 Kommentare

Wenn Sie ein Ziel erreichen wollen, dann gibt es eine sehr einfache, praktische und dabei sehr wirkungsvolle Methode, wie Sie sich mit Ihrem Vorhaben auseinandersetzen können.

Diese Methode ist so simpel, dass Sie Ihnen vielleicht zu einfach erscheint. Probieren Sie sie aber ruhig trotzdem einmal aus. Leute, denen ich von dieser Methode erzählt habe und die sie ausprobierten haben, waren regelmäßig erstaunt und begeistert:

tun und lassenWie geht es nun genau? Es ist, wie gesagt, ganz einfach:

  1. Nehmen Sie zuerst ein DIN-A4 Blatt, legen Sie es vor sich hin und schreiben Sie am oberen Ende des Blattes Ihr Ziel auf, das Sie erreichen wollen (z. B. Ich will 80 kg wiegen. Ich will die Beförderung bekommen. Ich will, dass das Verhältnis zu meinem Partner wieder harmonischer wird. Ich will einen Lebenspartner finden.)

  2. Dann ziehen Sie in der Mitte des Blattes einen Strich und schreiben auf die linke Seite "Lassen" und auf die rechte Seite "Tun" – genau so, wie Sie es in der kleinen Abbildung rechts sehen.
  3. Dann schreiben Sie unter "Lassen" einfach alles auf, was Sie in Zukunft lassen müssen, wenn Sie Ihr Ziel erreichen wollen. Unter "Tun" notieren Sie dann im Gegenzug alles, was Sie tun können, um auf Ihr Ziel zuzusteuern.

So einfach ist das. Nun haben Sie einen detaillierten Aktionsplan, der Sie genau auf Ihr Ziel führt. Jetzt haben Sie genau vor Augen, was die nächsten Schritte in Richtung auf Ihr Ziel sind.

Was viele an dieser Stelle erstaunt, ist dass die Lassen-Seite oft mehr Dinge enthält, als die Tun-Seite. Es geht also sehr oft darum, eher weniger zu tun. Und es ist meistens viel leichter, einfach die Dinge zu lassen, die verhindern, dass wir unser Ziel erreichen.

Probieren Sie es einmal aus. Das ist eine kleine, aber sehr wirksame Methode. Vielleicht ist ja jetzt genau der richtige Zeitpunkt für einen Versuch.

  1. Danny-Mo schreibt am 8. Februar 2008 um 21:37

    Links auf der Liste steht aber "Tun" und nicht "Lassen" ;-)

    Das klingt wirklich sehr einfach. Wenn es auch so erfolgreich ist, wie es klingt, ist es fast nicht zu glauben...

  2. Hubert schreibt am 9. Februar 2008 um 12:58

    Das kann sicherlich ganz nützlich sein, um dem Ziel systematisch näher zu kommen, bzw. Strategien zu entwickeln.
    Eines darf man dabei aber nicht vergessen zu berücksichtigen: Bei der Verwirklichung unserer Ziele tauchen in den meisten Fällen Zielkonflikte auf.

    Weltreise machen – weniger Geld ausgeben als im letzen Jahr
    Abnehmen – oft und üppig essen gehen und auf gar keinen Fall Sport treiben
    Viele gute Freunde haben – viel Freizeit für sich alleine verbringen wollen
    Ein gutes Einkommen haben – möglichst sechs Monate Urlaub im Jahr
    Ein gutes Verhältnis zu seinem Partner haben – auf keinen Fall zu dieser dämlichen Ausstellung mit gehen.

    Und so gibt es viele Ziele die wir nur dann erreichen wenn wir ein anderes Ziel weniger gut erreichen. Wer dazu in der Lage ist, kann Prioritäten setzen, aber auch das ist nicht ganz so einfach.
    Die Liste ist aber sehr schön, sich vor Augen zu führen, was uns die Erreichung des Zieles auch „kostet“

  3. Ralf Senftleben (von Zeit zu leben) schreibt am 10. Februar 2008 um 09:22

    Danny-Mo, danke für den Hinweis. Jetzt stimmt es.

  4. Heike Geßwein schreibt am 10. Februar 2008 um 10:26

    Es ist unbedingt wichtig, seine Ziele genau zu definieren. Mein Mann und ich tun dies schon lange Zeit in Form von Collagen. Die dann gut sichtbar aufgehängt werden - und sich Stück für Stück wie von "Zauberhand" erfüllen. Sei es eine neue Wohnung, der Traumurlaub oder was auch immer. Und Spaß macht es auch noch. Wir können es nur wärmstens empfehlen. Und wer Fragen dazu hat - wir können gerne kommunizieren.

    Liebe Grüße, Heike & Bodo

  5. Günther schreibt am 10. Februar 2008 um 11:32

    Es gibt noch eine schöne Ergänzung zu der Tun-Lassen-Liste, nämlch das Loslassen.
    Was bedeutet das? Ich schreibe die Liste, schaue mir die einzelnen Punkte jeder Spalte genau und sehr bewußt an - und lege sie dann, ohne noch weiter darüber nachzudenken, einfach beiseite. Handeln durch Geschehenlassen (Wu Wei - wer es kennt) - ich überlasse die "Realisierung" meines Ziels dem Göttlichen, das sich durch meine zutiefst aus dem Innen kommenden Intuition zeigt, der ich dann nur zu folgen brauche. Das ist vielleicht keine Methode mehr, sondern eher eine Lebenseinstellung, wenn man sich darauf einläßt.

    PS: Das Wort LASSEN kommt erstaunlicherweise sehr oft vor in meinem Beitrag, sehe ich gerade vor dem Absenden...

  6. Susanne schreibt am 10. Februar 2008 um 13:17

    Das Lassen natürlich! Oder auch das Nicht-Tun, das ja auch ein handeln ist. Wieviele Dinge tun wir täglich gegen uns und unsere Ziele? Schön ist, das aufzulisten uns sich selber dabei zu entlarven.....

  7. Laura schreibt am 10. Februar 2008 um 13:57

    Das Nicht-Tun gibts nicht! :-)
    Ich kann auch nicht nicht denken.
    Meiner Meinung nach ist das tun sehr wichtig. Dadurch kann ich weniger positives Handeln "überschreiben". In dem ich bewusst was anderes tue als bisher, habe ich weniger oder gar keine Zeit, das frühere auszuüben.

  8. Hubert schreibt am 10. Februar 2008 um 14:00

    @Laura,
    es geht nicht darum nichts zu tun, sondern bestimmte Dinge nicht zu tun und das geht sehr wohl.

  9. Laura schreibt am 10. Februar 2008 um 14:02

    Hubert
    aber das ist doch unproduktiv, findest du nicht?
    warum sollte ich mich mit Dingen beschäftigen, die ich nicht tun soll? ich muss mir immer vor Augen halten, was ich besser machen kann.
    üben üben üben

  10. Irmy schreibt am 10. Februar 2008 um 15:01

    Hubert, das sehe ich auch so. Es sind ja oft Dinge, die wir schon automatisch tun und die uns ausbremsen. Sich ihrer bewusst werden - und ~nicht tun~.

  11. Stupsi schreibt am 10. Februar 2008 um 15:05

    Lieber Hubert,

    ich bin sehr depressiv, mit vielen Ängsten.
    Ich habe mit einen Therapeuten 15 kg abgenommen, ohne Diät und ohne Vorschreibungen. Schon der Gedanke, dass mein Gewicht, alle 14 Tage kontrolliert wurde, gab mir das Gefühl, es kümmert sich jemand um mich. Ich nahm die 15kg im 1,5 Jahren ab. Ich wog 90 kg und ich war glücklich und hatte auch mehr Selbstvertrauen.
    Ich weiß ganz genau, was ich tun muß um abzunehmen.
    Aber ich schaffe es nicht mehr.
    Ich war auch schon auf 3 Kuraufenthalte, wegen dem Übergewicht. Weil zeitweise der Zuckerspiegel höher ist
    Die 1,5 Jahre waren vorbei, und die Krankenkasse zahlte mir nicht weitere Therapien.
    Ich war wieder auf mich selbst gestellt.
    Ich bin 57j. und leite eine SHG für Depressionen und Angst.
    Ich weiß alles im Kopf genau, was ich tun muß aus allen wieder rauszukommen.
    Ich weiß, dass der Mensch unheimliche Kräfte hat, Gewohnheiten zu ändern.
    Ich gehe in eine Kunsttherapie.
    Ich habe eine private Gruppe zusammengestellt: "Kretives Werken"!
    Mein Leben habe ich die letzten 8 Jahre total umgekrempelt zum Positiven.
    Von *Zeit zu Leben* habe ich mir 80% rausgeholt.
    Waum um alles in der Welt schaffe ich es nicht abzunehmen.
    Ich wiege momentan 111kg und mir kommt die Panik, wenn ich an die Zukunft denke.
    Ich brauche einen Tritt in den Allerwertesten....gg, nein einen gewltigen Antrieb, aber wo nehme ich diesen daher????
    Haben Sie einen Rat für mich????????

    Ich freue mich jeden Sonntag auf eure Zeilen.
    Ich danke euch dafür!

    Liebe Grüße Stupsi

  12. Stupsi schreibt am 10. Februar 2008 um 15:19

    Hallo Noch mal, ich habe mich mit der Anrede vertan. Ich meinte: Ralf Senftleben (von Zeit zu leben).
    LG Stupsi

  13. Isolabellamama schreibt am 10. Februar 2008 um 15:35

    Liebe Stupsi,
    kenne sehr genau, was Du beschreibst. Ich kümmerte mich lieber um andere Menschen, vor allem um deren Probleme, als in erster Linie um mich selber. Seit ich dies verändert habe, und mehr AUGENMERK auf mich selbst lege, ist auch mein SELBSTWERT gewachsen und auch das Abnehmen funktioniert seitdem zielorientiert, so dass ich von Personen aus meiner Umgebung schon angesprochen werde, was ich wohl gemacht habe. Ich würde von mal zu mal besser, schlanker und frischer aussehen. Wenn Du Lust hast und Du Dich angesprochen fühlst, dann kann ich Dich begleiten, Dein Gewichtsziel zu erreichen.
    Herzliche Grüße - Isolabellamama

  14. Vinci schreibt am 10. Februar 2008 um 18:24

    Hi Stupsi,
    ich empfehle dir dieses Buch:

    Bill B.: Ich bin Bill und esssüchtig. Freiburg 1993, ISBN 3451042053 Geschichte eines Mitglieds der Overeater Anonymous

    da stecken eventuell auch Ansätze für dich drin.
    liebe Grüße
    von Vinci

  15. Norbert schreibt am 10. Februar 2008 um 18:43

    Die Konzentration auf ein Ziel mithilfe des Lassen-/Tun-Formblattes ist eine spannende Idee. Ich werde das jetzt einfach mal bei zwei für mich gerade wichtigen Zielen anwenden. Bin sehr gespannt, wie gut ich mit dieser Methode meine beiden Ziele erreiche.
    Herzlichen Gruß,
    Norbert

  16. Victor schreibt am 10. Februar 2008 um 19:17

    @ Stubsi, Mutter der schönen Insel ...und wen`s interessiert.

    Ich weiß noch nicht, ob ich meine Fragen und Gedanken hierzu auch abschicken werde...
    Es geht schon mit den Zielen los! Was ist überhaupt ein Ziel? Wie definiere ich es? Meine Intuition sagt -und so hat man es ja aus jeder Ecke schon gehört- es gibt natürlich so was wie Lebensziele, Etappenziele, Zwischen-Ziele usw. Und die Etappenziele sollten eben Etappen zum Lebensziel sein. Diese Zwischenziele haben oft den Vorteil, dass man sie konkreter fassen kann. Hmm?!

    Was sollte sich Stupsi (ich kenne Sie nicht und benutze Sie als ein gedankliches Beispiel) oben auf das DIN-A4-Blatt schreiben?
    Ziel: Ich will 70 kg wiegen! (Okay, schon mal ganz gut formuliert, weil so was wie ´will abnehmen, oder Gewicht verlieren, ist psychologisch schon mal sehr ungünstig)
    So, jetzt liegt für mich aber trotzdem schon mal hier eine Unstimmigkeit - weil Sie natürlich mehr will, als nur irgendein Wohlfühlgewicht erreichen. Sie will... (sage ich jetzt einfach mal, um mein gedachtes Beispiel auszuführen) sie will nicht nur 70 kg wiegen, sondern Sie will auch sonst gut aussehen dabei, keine Hautfalten von der 111-kg-Haut beerben, Sie will glücklich sein (man ist nicht automatisch undepressiv, wenn man 70 kg wiegt - die falsche Diätetik kann sogar sehr frustrieren), Sie will die eine Sucht (oder das Vergnügen gerne zu essen) nicht gegen eine andere austauschen, Sie will Tiefe in ihrem Leben empfinden, eine gute Partnerschaft haben, gute Freundschaften, etc.
    Also, was schreibt Sie oben hin? ..und ich hoffe man merkt, wie ich hier allgemeine- mit konkreten Zielen vermische.
    Ich tue das um mein Dilemma bei diesen scheinbar so einfachen Zielsetzungen aufzuzeigen.

    Ich denke, dass gerade zur wirklichen dauerhaften Zielerreichung die Komplexität der Dinge beinhaltet und bedacht sein muss ...und im Besonderen, die wirklichen Wünsche, der echte Sinn, der dahinter steht.

    Es kann natürlich - mit einem gewissen Recht - jeder jetzt sagen - Goethe-gemäß: ´Lass den mal noch theoretisieren, wir fangen schon mal an` und es gibt nichts gutes, außer man tut es, etc. aber es kommt eben sehr darauf an, was es ist, was man tut und lässt, was man drauf schreibt auf die Liste.

    Dazu gehört sehr viel intelligente Bildung also auch emotionale... eine gute Menschen- und Selbsterkenntnis, sonst sind all diese Hilfsmittel bestenfalls dazu geeignet, jemanden bei der Stange und die Hoffnung auf eine Änderung der Lebenssituation aufrecht zu erhalten - was nicht wenig ist, aber auch gefährlich und deprimierend sein kann, wenn die Mühe mit der hundertsten Vorgehensweise aus den Lebensberatungen, wieder mal in die Hose geht.
    Ich schick es dann doch los ...obwohl ich vielleicht nicht klar machen konnte, was ich meine - vielleicht versteht mich jemand.

    lg
    Victor C. (m 39)

  17. Daniel schreibt am 10. Februar 2008 um 20:16

    Hallo,

    habe mir auch mal das Ganze durchgelesen. Aber so wirklich überzeugt bin ich davon nicht.

    Bei dem Punkt "Ziel" habe ich mir aufgeschrieben "Arbeit finden". Allerdings habe ich auf der Lassen-Seite nur EINEN Punkt gefunden. Dafür aber auf der Tun-Seite drei Punkte. Ich probiere das jetzt einfach mal aus, mal sehen was passiert.

    Daniel

  18. Michael schreibt am 10. Februar 2008 um 21:08

    Für einen Versuch bin ich auch offen...aber ist das Lassen nicht einfach nur eine Art Verneinung von dem Tun in diesem Fall?
    Beispiel:

    Ziel: Ich möchte 20 kg abnehmen

    Lassen:

    1. stark gezuckerte und fettreiche Speisen
    2. stundenlang vor dem Fernseher und Computer sitzen
    ...

    Habe jetzt nur mal zwei Punkte aufgelistet...gibt sicher noch mehr...
    Man kann diese beiden Punkte aber auch für die Tun-Seite "übersetzen", also

    Tun:

    1. sich zuckerarm und fettreduziert ernähren
    2. zwei- dreimal pro Woche joggen gehen

    Vielleicht hilft es beides aufzuschreiben? Sowohl auf die Tun- und Lassen-Seite? Dann wäre es vielleicht eine Bestärkung von dem Vorsatz.

    Mir hatte mal eine Freundin aus einer 12-Schritte Selbsthilfegruppe gesagt, dass es besonders für Mitglieder dieser Selbsthilfegruppen besser ist zu lassen, anstatt zu tun, da wir alle immer so große Macher sind.
    Und manchmal ist ein entspanntes angehen einer Sache, mit einem inneren Los-lassen sehr viel besser als als ein ständiges Tun.
    Kurioserweise haben sich bei mir Ergebnisse immer dann eingestellt, wenn ich entspannter an eine Sache rangehe, als vorher, wo ich versucht habe 1000 Sachen zu berücksichtigen.

  19. Renate schreibt am 10. Februar 2008 um 21:23

    Hallo Victor,
    ich finde deinen Beitrag zum heutigen Thema ausgesprochen gut. Ich verstehe genau, was du zum Ausdruck bringen willst.

    Die Liste hilft vielleicht, sich über (meist unbewusste) Unarten oder negative Eigenschaften Gedanken zu machen und sie aufzuschreiben, um dann zu versuchen, diese abzustellen. Für komplexe Ziele scheint mir persönlich diese Liste nicht wirklich hilfreich.

    freundliche Grüße
    Renate

  20. Gina 67 schreibt am 10. Februar 2008 um 21:34

    hallo zusammen,
    eine klare zielsetzung zu machen ist unwahrscheinlich schwer, sich überhaupt mal seiner gedanken bewusst zu werden und sie dann auch noch niederzuschreiben. ich habe bereits zwei seminare hinter mir und immer noch schwierigkeiten. die erkenntnis aus dem ganzen wissen ist für mich, dass in den meisten fällen die konsequenz fehlt. man setzt sich nach einem seminar oder guten ratschlägen über das internet hin, ist voller enthusiasmus uns schreibt alles auf, nur nach 4 tagen liegt dieser plan in der ecke und wird nicht mehr konsequent verfolgt....wenn also jemand einen tip hat, wie man konsequentes handeln lernt bin ich sehr dankbar....
    @daniel...aus welcher gegend bist du?

    glg
    gina

  21. Maria schreibt am 10. Februar 2008 um 23:08

    Hallo,

    also ich finde es ziemlich einfach mir verschiedene Ziele zu überlegen, die ich gerne erreichen möchte. Jedoch fällt es mir etwas schwer, dann auch die richtigen Aktionen oder eben Unterlassungen zu finden. Woher weiß ich denn, wie ich an mein Ziel kommen kann, wenn ich es bisher auch nicht erreicht habe?
    Ich bin offen für Eure Anregungen und nehme gerne Ratschläge an.

    Liebe Grüße

  22. Dagmar schreibt am 11. Februar 2008 um 06:10

    ein herzliches Hallo an alle,

    meiner Erfahrung nach verbauen wir uns oft selbst den Weg zur Erreichung unserer Ziele, weil wir zu sehr mit den Problemen beschäftigt sind, die uns emotional stark belasten. Wir sind aus verschiedensten Gründen traurig, wütend, hilflos, frustriert usw. und das nimmt einen großen Teil unserer Kraft in Anspruch. Ich nenne das "im eigenen Gedankenkarussell gefangen sein".
    Da bleibt wenig Raum zur Zieldefinierung, es sei denn, wir betrachten das, was uns am meisten belastet, als Herausforderung, die Vorzeichen zu ändern.
    Trauer z.B. braucht Raum und Zeit, Ärger und Wut ist eine Herausforderung, an sich selbst zu arbeiten, Hilflosigkeit und Frustration genauso. Stellen wir uns diesen Herausforderungen, beginnen wir, unsere Stärken und Schwächen tatsächlich zu erkennen. Dann spielt der Wille eine entscheidende Rolle für eigene Veränderungen, die Erkenntnis, dass es unsere eigene Lebenszeit ist, die wir u.U. passiv und auf Hilfe oder wundersame Veränderung der Umstände von "außen" wartend ver-tun, statt selbst aktiv zu werden.
    Wenn ich einen großen Berg vor mir sehe, ist der Weg zum Gipfel weit und scheint, je nach Verfassung, kaum erreichbar. Wenn ich vor meine Füße schaue und den Weg Schritt für Schritt in meinem eigenen Tempo gehe, bin ich meist überraschend schnell an meinem Ziel angekommen.
    Es lohnt sich also, die Unterlassen-Seite sehr gut zu analysieren und dahinter zu schauen. Das Tun ergibt sich dann durch die frei gewordene Kraft (fast) von selbst.

    Ich wünsche allen eine GUTE Zeit :-)

  23. Victor schreibt am 11. Februar 2008 um 07:52

    Hallo Renate, Danke für die Resonanz und Danke für ...Dein Verstehen.
    Es ist aber auch schön zu lesen, wenn sich noch mehrere Kommentare mit dieser ´Ziel-Definitions-Frage` befassen.

    Jeder weiß meistens sehr genau, was gut und was schlecht ist, was man tun oder lassen sollte, auch ohne Liste.
    Die Liste bringt diese Theorie dann aber immerhin faktisch vor Augen, und ist nicht nur wegen der ´Lassen-Spalte`etwas anderes als eine ´to-do-Liste`(die man wohl mehr benutzt um Erledigungen nicht zu vergessen).

    Das Nachteilige dabei ist, dass man auch das zu Papier bringt, was man sehr wahrscheinlich die nächste Zeit nicht ändern wird, weil zu viele Dinge miteinander verknüpft sind.
    Das bedeutet - um bei der ´Wunschgewichts-Zielsetzung` als Beispiel zu bleiben - man weiß, dass man besser und/oder weniger essen sollte, dass man sich mehr bewegen müsste, usw. (man weiß das auch ohne diese Liste zu machen), aber es hatte ja auch sehr komplexe Gründe, warum man es bisher nicht getan hat, bzw. warum man überhaupt in die Lage gekommen ist.

    Um Frustration zu vermeiden, wäre es vielleicht ratsam, die Aktionen, die man tun oder lassen will, aufzudröseln und dann das zu streichen, was in ersten Schritten wohl (erfahrungsgemäß?!) kaum hinhauen wird.

    Bsp. sein lassen: weniger Fett und weniger Zucker essen --» erstmal nur Kuchen, Milchschokolade und solche Zwischenmahlzeiten (bis Ostern?!) weglassen.
    tun: mehr Sport, wieder joggen, im Fitnessstudio anmelden --» 1. Schritt, jeden Tag 30 Minuten spazieren gehen und statt jener 2 Aufzüge, die Treppen benutzen - bis Ostern und dann Liste neu machen und erweitern.

    Aber selbst diese Vorgehensweise birgt - bei einem Fehlschlag - die Gefahr, eines weiteren Selbstwertverlustes ("noch nicht mal das schaffe ich!")

    Und das meine ich, mit der Schwierigkeit, selbst einfache Zwischenziele zu konstruieren. (wenn sich das Lebensziel, für mich, schon fast gar nicht in Worte fassen lässt)

    Es ist doch oft die Frage, weshalb bestimmte Willenslähmungen vorhanden sind, warum tue ich bisher so viele Dinge, die ich eigentlich lassen sollte und umgekehrt.

    Sollten auf einer solchen Liste nicht vielleicht Sachen stehen wie: Aushalten und dumm auf die Wand glotzen, wenn ich sonst gern was leckeres Essen (Rauchen, Trinken...) möchte; auf Papier kritzeln und warten bis ´die Versuchung` vorbei ist; einmal den Müll runter tragen, wenn man zu müde ist, um überhaupt etwas Vernünftiges zu machen (außerhalb der Schlafenszeit)

    Das wär vielleicht eine realitätsnahere Liste - wobei man schon nicht mehr weiß, was tun oder lassen ist. Außerdem ist diese Liste bescheuert - was aber doch klar machen soll, dass ein Belohnungssystem in unserem ´Gehirn` nicht so einfach listenmäßig umzuprogrammieren ist.

    Der Zeitfaktor, die kleinen Schritte (dafür, von mir aus, auch listige Listen), und vor allem die Ehrlichkeit zu sich selbst ...das kann man wohl empfehlen.

    ...und natürlich den verbliebenen Rest in Pandoras Box nutzen - wie geht der Spruch?! ´Höre nie auf anzufangen...` ...wobei sich der zweite Teil - falsch verstanden - nicht mit der Listenidee verträgt.

    Es ist schön, wenn es solche Foren gibt, wo man in aller Ruhe vor sich hin ´philosophieren` kann. Jetzt aber, ab an die Arbeit, und eine erfolgreiche Woche - wer immer hier liest! ;-)

  24. Ingo schreibt am 11. Februar 2008 um 08:47

    Das Lassen macht den Raum frei für etwas Neues. SEIN lassen.

    Es ist wenig effektiv, etwas in eine volle Tasse hineingießen zu wollen. Erst der FreiRaum öffnet alle Türen.

    "Das NICHTS macht ALLES möglich".

    Danke für das Aufbringen des Kerns der Dinge. :-)

  25. Michael schreibt am 11. Februar 2008 um 12:04

    Hallo an allle,

    mir gefällt diese Idee sehr gut und ich werde sie heute gleich mal ausprobieren. Für einzele Ziele funktioniert das sicher sensationell.
    Da im Leben meist alles irgendwie zusammenhängt sollte man schauen, dass die eizelnen ziele und maßnahmen dazu miteinander zusammenpassen.

    Mein persönliches Tagesziel:
    Das Grübeln sein lassen und statt dessen die Dinge, die anstehen, aktiv angehen.

    Einen schönen Tag Euch allen,
    Michael

  26. Fabian (24) schreibt am 11. Februar 2008 um 12:33

    Hallo zusammen,

    wenn ich mal das Gefühl habe, dass mir die Aufgaben über den Kopf wachsen und ich Angst bekomme, dass ich etwas Wichtiges das erledigt werden muss vergessen könnte, schreibe ich alles auf, aber auch schöne Freizeitaktivitäten um nicht das Gefühl zu haben, dass wenn ich auf die Liste gucke ich vor lauter "Problemen" gestellt bin. Das erinnert mich etwas an das Tun und Lassen Prinzip, was ich noch nicht ausprobiert habe, aber ich bin skeptisch ob es gut ist, weil dadurch Spontanität verleren geht. Jemand hatte hier bereits geschrieben, dass Zufälle vom Ziel abbringen können und genau dann braucht man Spontanität und kann nicht mehr nach dem Schema X vorgehen.

    ich denke man muss sich immer wieder zum Durchhalten motivieren und daran glauben, dass man seine Ziele erreichen kann.

    Ob Tun oder lassen wichtiger ist kann man meiner Meinung nach nicht pauschal sagen. Wenn man zum Beispiel mit dem Rauchen aufhören möchte ist das "Lassen" wichtiger. Möchte man aber zum Beispiel körperlich fitter werden, ist das "Tun" wichtiger.

    Viele Grüße und viel Erfolg beim Erreichen der Ziele

    Fabian

  27. Astrid schreibt am 11. Februar 2008 um 21:17

    Hallo an alle,

    diese Gegenüberstellung Tun - Lassen finde ich gut - allerdings frage ich mich gerade, was ich bei meinem Ziel - einen neuen Partner zu finden - denn wohl unter "lassen" eintragen soll..... das weiss ich nicht wirklich, ausser vielleicht "aufhören krampfhaft zu suchen"...aber sonst? Da müsste man vielleicht mal die Männer in meiner Umgebung fragen, und ob ich da dann so ein ehrliches Feedback bekomme?! Ich schätze eher mal nicht.....

    Astrid

  28. Laura schreibt am 11. Februar 2008 um 22:20

    Hallo Astrid,
    ich denke, mit dem aufhören zu suchen ist schon viel gewonnen....wenn man dann jemanden kennen lernt, das finde ich viel schwieriger.
    Aufzuhören, verkrampft zu sein, aufzuhören, Gründe für sich zu benennen, wieso er sowieso bald wieder geht.

    Was meinst du?
    Viele Grüße
    Laura

  29. Victor schreibt am 13. Februar 2008 um 21:01

    ich hätte auch den Wunsch - weniger das Ziel - den richtigen Partner(-in) zu finden! Aber den richtigen, resp. die Richtige! Was soll man da tun und lassen ...außer das übliche ausprobieren, mit dem ganzen Drama, was da folgt, wenn es eben nicht die Richtige ist?

  30. Rolf schreibt am 17. Februar 2008 um 23:47

    Hallo!

    Bereit sein ist viel. Geduld haben ist mehr. Den richtigen Augenblick nutzen ist alles.

    Jeden Tag, immer wieder alles Gute!

    Rolf

  31. Rolf schreibt am 17. Februar 2008 um 23:56

    Hallo!

    Bereit sein ist viel. Geduld haben ist mehr. Den richtigen Augenblick nutzen ist alles.

    Jeden Tag, immer wieder alles Gute!

    Rolf

  32. Gerd schreibt am 21. Januar 2009 um 12:24

    Ich sag nur: Leben, einfach leben, leben und nochmals leben. Mein Motto: "Wer nicht mehr genießt, wird ungenießbar." (Alfred Kuer). Peace!!! Gerd