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Die Kunst der Selbstüberwindung

Von Ralf Senftleben34 Kommentare

Wissen Sie, was ich bewundere? Wenn ein Mensch sich wegen eines höheren Ziels selbst überwindet. Und wenn er dann Dinge tut, die ihm schwer fallen, um das Ziel zu erreichen. Das ist für mich Größe.

Als Menschen können wir eine Wahl treffen.

Wir können sagen: Ich bin wie ich bin und ich ändere mich für nichts und niemanden. Ich will mich auch gar nicht ändern. Ich habe meine Grenzen und diese Grenzen bestimmen mein Schicksal.

Wer so denkt, empfindet sich oft als Opfer der Umstände, denn man kann ja nichts machen.

Oder wir glauben: Ich kann als Mensch wachsen, kann dazulernen und kann größer werden. Grenzen halten mich nicht auf, sondern sie sind dazu da, mich an ihnen zu reiben, sie zu erweitern und sie letztlich zu überwinden, auch wenn das manchmal anstrengend ist.

Spüren Sie die Kraft, die in dieser alternativen Überzeugung liegt? Wer so denkt, ist kein Opfer. Wer so denkt, nimmt sein Leben in die Hand und gestaltet seine Welt.

Wir können unsere persönlichen Grenzen verschieben und erweitern. Dazu müssen wir uns aber letztlich selbst überwinden, denn die meisten unserer Grenzen liegen nicht außerhalb von uns. Unsere Grenzen liegen in unseren Ängsten verborgen, unserem Verhalten, unseren Vorurteilen und unseren Gewohnheiten. Und hier können wir ansetzen und etwas zum Positiven verändern.

Das hört sich jetzt ein bisschen anstrengend an. Ist es leider auch. Es ist nicht einfach, sich zu überwinden. Wenn es einfach wäre, würden es alle machen. Aber es lohnt sich. Denn wenn man sich überwunden hat, dann kommt der Stolz, die Zuversicht, das Selbstvertrauen und das Gefühl, das eigene Leben in der Hand zu haben.

Was bedeutet es nun konkret, sich zu überwinden?

Zum Beispiel bedeutet es, die eigenen Ängste zu erkennen, sie in Frage zu stellen, sie zu konfrontieren, und trotz der Angst zu handeln, wenn es um ein höheres Ziel geht.

Wie oft sagen wir so etwas wie: “Ich würde ja gerne …, aber ich habe Angst, dass …”?

Wie oft nehmen wir unerfreuliche Zustände als gegeben hin, weil wir Angst vor der Unsicherheit haben, wenn wir etwas ändern würden? Wir sperren uns selbst in einen Käfig und die Streben des Käfigs bestehen aus unseren Ängste vor dem Unbekanntem, vor dem Versagen und vor dem, was andere sagen könnten.

Stellen Sie sich mal vor, Sie würden Ängste nicht mehr als unveränderliche Hürden wahrnehmen. Was wäre, wenn Sie sich vorsichtig an Ihre Ängste herantasten und sie besser kennenlernen würden? Was wäre, wenn Sie mit Ihren Ängsten flirten würden, um sie dann irgendwann mit einem Satz zu überwinden? Was wäre dann möglich in Ihrem Leben?

  1. Tobias Zimpel schreibt am 17. April 2009 um 06:15

    Nun gibt es ja durchaus Ängste, die irgendwie sinnvoll sind - weil nämlich unsere körperliche (oder auch manchmal geistige) Gesundheit bedroht ist. Angst löst hier eine Reaktion hervor, die den Körper in einen Zustand erhöhter, fokussierter Aufmerksamkeit auf den Auslöser der Angst versetzt, und uns so ermöglicht, durch Kampf oder Flucht unser Leben zu retten.

    Leider fühlen sich die anderen, die irrationalen oder sozialen Ängste, genauso an, erscheinen genauso bedrohlich, lösen die gleiche Fokussierung und die gleiche körperliche Stressreaktion hervor.

    Und genau das ist es, was die zweite Sorte von Ängsten so tückisch macht: Vor den Kollegen eine kurze Rede zu halten (um nur ein Beispiel zu nennen) erscheint dann genauso bedrohlich, wie in der Steppe plötzlich von einem Rudel hungriger Löwen überrascht zu werden.

    Was in meinen Augen am besten hilft, ist ein Umdenken im Bezug auf seine Ängste. Dass man diese nämlich nicht als Bedrohung empfindet, als etwas, was man (wie das wilde Löwenrudel) vermeiden sollte, um nicht diese negative Reaktion hervorzurufen - sondern, dass man Ängste als eine Art Warnlampe betrachtet, die auf einen Bereich im Leben hinweist, in dem persönliches Wachstum nötig ist, einen Bereich, in dem man auch wachsen kann.

    Wer The Secret gelesen oder gesehen hat, dem ist der Gedanke, Gefühle als Hinweise zu betrachten, sicher nicht ganz neu. Ich finde es aber wichtig, mich meinen Ängsten nach und nach zu stellen, auch wenn sei teilweise überwältigend erscheinen, einfach, um mich selber nicht von ihnen beherrschen zu lassen.

  2. lilifee schreibt am 17. April 2009 um 06:43

    mir fällt dazu ein:

    Mut ist nicht immer zwingend das Fehlen von
    Angst, sondern oft einfach nur die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die Angst!

    wenn ich meine ängste erkannt habe,mich ihnen stelle,dann ist das schon der erste ansatz zum überwinden der angst.

  3. Sunnie schreibt am 17. April 2009 um 06:56

    Ja, es klingt gut und ich glaube, das brauche ich heute.
    Leider ist es ziemlich anstrengend, sich immer wieder selbst zu überwinden. Ich bemühe mich schon mein ganzes Leben lang um Willenskraft, Mut und Tatkraft und ....welche Überraschung.... es hört nie auf. Immer wenn ein Hindernis überwunden ist, tauchen 10 neue auf. Ich kann mich nicht beklagen, denn ich konnte schon eine Menge von dem was ich erreichen wollte (auch in Bezug auf die Entwicklung meiner Persönlichkeit)schaffen. Und einige Dinge, die ich mir wünsche, werde ich noch schaffen. Manchmal aber fühle ich mich müde und ausgelaugt und habe überhaupt keine Lust mehr auf dieses Spiel. Dann beneide ich diejenigen, die so scheinbar ohne Grenzen durchs Leben gehen. Wenn ich dann genauer hinschaue, stelle ich fest, dass ich keine solchen Menschen kenne. Selbst die, denen scheinbar alles Glück der Welt in die Wiege gelegt wurde, sind oft unglücklich und fühlen sich schlecht. Dann ruhe ich mich einfach ein wenig aus, bis ich etwas Neues entdecke, was meine Lebensgeister wieder weckt. Und ich freue mich darüber, dass ich im Verlauf vieler Jahre ein wenig die Gelassenheit gelernt habe, mich auch ausruhen zu können.

    Für alle etwas Sonne im Herzen
    wünscht Sunnie

  4. Gero schreibt am 17. April 2009 um 07:03

    Das mit der Selbstüberwindung ist ein zweischneidiges Schwert. "Man wächst mit den Aufgaben" habe ich jahrzehntelang mir und anderen gern gesagt. Dabei habe ich bewusst und oft innere Warnsignale überhört, übersehen. Das führte schließlich zum Zusammenbruch, zu schweren Depressionen und zu einer dauernden Beeinträchtigung, ja Erwerbsunfähigkeit, die bereits einige Jahre anhält und deren Ende nicht absehbar ist.

    Also Vorsicht! Leute, passt auf euch auf!

  5. Ralf Senftleben schreibt am 17. April 2009 um 07:18

    Noch ein kurzer Hinweis zum Beitrag:

    Selbstüberwindung muss man nicht zwingend zum "Höher, schneller, weiter" einsetzen.

    Für einen Workaholic könnte Selbstüberwindung zum Beispiel auch bedeuten, einen Gang runterzuschalten.

    Oder für jemanden, der sich ständig Sorgen macht, könnte es Selbstüberwindung kosten, loszulassen.

    Und für wieder andere kostet es Selbstüberwindung, sich so zu akzeptieren, wie man ist.

  6. Michael schreibt am 17. April 2009 um 07:56

    Warum muss eigentlich in jedem zweiten Beitrag das Wort Opfer oder Verantwortung erscheinen ? ? ?

  7. Sunnie schreibt am 17. April 2009 um 08:25

    Hallo Michael,

    weil es vielen gar nicht so auffällt. Sie verstehen unter "Opfer" und "Verantwortung" etwas anderes als Du.
    Diese Worte lösen bei vielen keinerlei negative Emotionen aus und wenn Du das nicht geschrieben hättest, wäre mir nicht mal wirklich aufgefallen, dass die Worte im Beitrag benutzt wurden.
    Wenn es Dich tröstet, jeder hat solche Worte, die ihn zur Raserei bringen. Meine sind die Worte Disziplin und Selbstdisziplin. Wenn ich die höre, möchte ich mich am liebsten in einer Höhle verstecken und nicht mehr rauskommen.
    Sei gnädig, sie meinen es nicht so, wie Du es hörst.

    Sunnie.

  8. Jürgen Gräbel schreibt am 17. April 2009 um 08:40

    Ängste sind etwas völlig normales, und ganz sicher, so wie bereits zuvor geschrieben, ein Hinweis zur Vorsicht.
    Es kommt nur darauf an, wie es dann weiter geht.
    Gebe ich meinen Ängsten nach oder handle ich trotzdem unter Berücksichtigung bestimmter Vorsichtsmaßnahmen.

    In einem Verkaufsseminar habe ich einmal einen klugen Satz gehört, den ich in allen Lebensbereichen anwende:
    "Nicht verkauft haben Sie schon. Was kann noch anderes passieren, wenn ich ein Angebot mache?"
    "Nicht ... habe ich schon. Was kann wirklich passieren, wenn ich eine Aufgabe angehe?"
    Meistens nicht viel anderes, als ich heute schon habe.

    Von Dr. Großmann habe ich während meiner Ausbildung zum Arbeitsmethodiker gelernt, bei meinen Vorhaben Chancen und Risiken gleichermaßen zu überdenken. So kann mich nur wenig überraschen und beugt Ängsten vor.

    Ich habe Anfang der 1990er Jahre berufsbegleitend promoviert und musste das Thema, da es meine berufliche Tätigkeit tangierte, bei meinem Arbeitgeber anmelden.
    Ich bin fest davon überzeugt, dass ich die schwierige Zeit, denn es war verdammt viel Arbeit, nur deshalb überstanden, weil ich mir die grinsenden Gesichter einiger "lieber Kollegen" im Geiste vorstellen konnte.

    Manchmal kann man sich auch zur Selbstdisziplin zwingen, wenn man seine Vorhaben den "richtigen" Leute erzählt.

  9. Sunnie schreibt am 17. April 2009 um 09:12

    Das Wort Selbstdisziplin ist durch Willenskraft und das Wort Disziplin durch Verantwortlichkeit ersetzbar. Das sind für mich Worte der aktiven eigenen Entscheidung und nicht der Machtlosigkeit. In den meisten Fällen jedenfalls. Manchmal geht es nicht ohne Disziplin und Selbstdisziplin, aber in diesen Ausnahmefällen ist das für mich schon hinzukriegen. Es gibt also verschiedene Wege, damit umzugehen.
    Ist Zynismus ein erfolgreicher Weg, um dem Gefühl des Opferdaseins aus dem Weg zu gehen und Verantwortung vermeiden zu können?

    Sonnige Grüße,
    Sunnie.

  10. Sunnie schreibt am 17. April 2009 um 10:06

    Hallo Dr. Gräbel,
    beim genaueren Nachdenken habe ich festgestellt, dass ich auch ziemlich viel Kraft aus den "lieben" Mitmenschen beziehe. Danke für den Hinweis.

    Hallo Michael,
    ich weiß nicht, ob Du zynisch bist. Das mußt Du selbst am besten wissen. Manchmal verstehe ich nicht, was Du mit Deinen Kommentaren bezweckst.

    Sonnige Grüße
    Sunnie.

  11. Hubert schreibt am 18. April 2009 um 08:48

    Ich komme des öfteren beim Fahrradfahren an einer Koppel mit einem dutzend Kaltblutpferde vorbei und überlege gerade, was die davon halten würden, wenn ich das nächste mal anhalte und ihnen vorschlage doch mal beim nächsten S-Springen an den Start zu gehen.
    Die würden wahrscheinlich denken, der ist zu lange in der Sonne herumgefahren.
    Kaltblüter sind ungeeignet für diese Art des Tuniersports, aber sie sind deswegen keine Opfer. Sie würden wahrscheinlich den Kopf darüber schütteln, warum dieser Hannoveraner so blöd ist, über die Stöckchen zu springen.

    Nur wenn man wirklich darunter leidet, bestimmte Dinge nicht zu können, sollte man sich und seine Möglichkeiten bis an die Grenzen ausschöpfen. Ob noch was darüber hinaus geht, hängt auch davon ab, ob man seine Grenzen auch realistisch einschätzen kann.
    Und bei allen anderen Dingen einfach mal sagen:
    Das ist nicht mein Ding!

  12. Mooskito schreibt am 18. April 2009 um 09:15

    Richtig:
    Den nur der, der erkannt hat wer er ist
    so lebt wie er ist
    hat mit nix und niemand ein Problem.

    Schönen Tag noch.

  13. Vianne schreibt am 18. April 2009 um 20:52

    Si, mag auch nicht über jedes Stöckchen springen.
    Nach 'nem Marathon ist das auch zu anstrengend und birgt einfach zu große Verletzungsgefahr.

  14. Heide schreibt am 19. April 2009 um 08:32

    Die letzten Beitragsschreiber scheinen meiner Meinung nach etwas missverstanden zu haben.

    Es wird doch nicht geraten, irgendwas Unerreichbares anzustreben.

    Es gibt doch vieles, was in erreichbarer Nähe ist, aber doch ein wenig jenseits unserer Grenzen. Und das können wir anstreben.

    Und so manches Mal kommen wir dann viel weiter als wir es uns selber zugetraut haben.

  15. Nina schreibt am 19. April 2009 um 09:03

    Liebe Tanja !

    Ein ganz großes Lob für das Thema ! Denn... ich hab es noch nie irgendwo lesen dürfen ! Es ist nämlich ein großes Thema, wenn Menschen arbeitslos sind und überlegen, was sie den ganzen Tag anfangen sollen... Klar, einen Job suchen ! Nun ist aber nicht jeder gleich unverwüstlich und ist nach vielen Absagen entmutigt und hat Angst nie wieder eine Arbeit zu bekommen oder ist zumindest zeitweilig geknickt. Eine gewisse Lethargie ist ja verständlich, es darf halt bloß nicht zum "Boreout" werden. Manchmal weiß man gar nicht, was mit einem los ist, man schiebt es auf den spürbaren Mangel an Geld, aber es ist etwas, dem du Tanja, einen Namen gegeben hat, nämlich "Burnout". Und das ist gut so, denn wenn man es benennen kann, kann man es auch am Schopfe packen und ändern... zum Beispiel mit dem tollen Selbstcoaching-Programm von euch, was es jetzt sogar als Hörversion gibt ! Danke, dass es euch gibt !!!!!!!!!!!!!

    Liebe Grüße

    Nina

  16. Nina schreibt am 19. April 2009 um 09:05

    oh, das war ein Beitrag zum Boreout, sorry - gehört hier nicht rein - oops !

  17. Eberhard schreibt am 19. April 2009 um 09:25

    Hallo und guten Morgen,

    eine Woche nach Ostern bringt Ihr einen Beitrag zur Überwindung der Ängste. Die Inneren Ängste die einen Menschen beklemmen und ihn nicht wirklich frei werden lassen. Ostern jedoch ist doch wohl das Beste Beispiel für die Überwindung der Ängste. Hat nicht Jesus selbst dies Ängste gehabt? Hat er nicht mehrmals damit gehadert diesen schweren Weg zu gehen? Und doch hat er seine "irdischen" Ängste überwunden, hat sich weder versuchen lassen und auch unter der grausamen Folter seinen Glauben nicht geleugnet. Das alles für ein größeres Ziel. Das ist jetzt tausende Jahre später immer noch für so viele Menschen ein Leitfaden um seine Ängste und Sorgen zu überwinden. Es gibt bestimmt noch mehr Beispiele, aber dieses ist wohl ein überzeugendes für alle.
    Nun werden einige sagen aber wir sind ja nicht Jesus und das tägliche Leben mit seinen vielen Facetten sondern nur ein ganz normaler Mensch im hier und jetzt. Aber genau darum geht es. Jeder normale Mensch Du und ich wir haben die Kraft und die Möglichkeit unsere Ängste anzunehmen und sie zu überwinden. Die Angst verliert Ihren Schrecken wenn wir sie angenommen haben und diese zulassen. denn dabb stecken wir mitten drin im Tun und werden diese Angst überwinden, wie auch immer sie geartet ist. Ob wir Angst haben jemanden zu verlassen oder verlassen zu werden, oder ob wir etwas verlieren werden, ob es die Angst ist uns oder unseren Liebsten könnte etwas wiederfahren, ganz egal ob Angst vor Krankheit oder vor Verlusten. Immmer dann wenn wir uns unseren Ängsten stellen und diese im hier und jetzt verarbeiten, in dem wir diese Schranke öffnen die uns hemmt weiterzugehen auf dem Weg unseren Lebens, dann werden wir danach ein neues Stück Leben erfahren und wir werden auch wieder auferstehen als ein neuer Mensch, der seine Beschränkungen abgelegt hat und dadurch für alle ein Stück mehr Licht in diese Welt bringt. Denn dann ist auch er ein weiteres Beispiel für die die Ihre Ängste noch nicht überwunden haben, dass es geht. Somit ist er ein Bruder oder eine Schwester von Jesus. Denn nicht die Größe der Ängste ist entscheident, sondern deren Überwindung.
    Schönen Sonntag

  18. André Loibl schreibt am 19. April 2009 um 10:20

    Hallo lieber Ralf,

    vielen Dank für Deinen tollen Beitrag! :-)

    Du hast Recht, viel zu oft lassen wir uns von unseren Ängsten davon abhalten, wirklich unser volles Potential zu verwirklichen. Wir haben Angst vor dem Unbekannten - vor dem bodenlosen Zustand, der sich einstellt, wenn wir eine Stufe höher steigen - vor der Ungewissheit...

    "Und wenn es nicht klappt?!"
    "Was werden meine Freunde sagen"
    - und ähnliche Dinge.

    Und doch hast Du so recht: Es lohnt sich wirklich jedes Mal, diese Angst zu überwinden, über sich hinaus zu wachsen und zu handeln - TROTZ der Angst - denn die Belohnung ist jedes mal einmalig!! ;-))

    Davon abgesehen sind 99% unserer Ängste wirklich überflüssig - konditionierte Vorstellungen, die aus heutiger Betrachtungsweise nur noch wenig Sinn ergeben. Ich muss keine Angst vor einer Herdplatte haben, um zu wissen, dass ich mich verbrennen kann, wenn ich drauffasse... ;-))

    Doch wenn ich Angst vor ihr habe, dann kann ich sie auch nicht benutzen, um darauf zu kochen... ;-)

    Als Wesen haben wir immer die Möglichkeit uns auszudehnen (zu wachsen und zu reifen) oder uns zusammen zu ziehen. (in der Angst zu verharren). Wirkliches lernen und Wachstum finden nur statt, wenn wir anfangen, uns auszudehnen, den Ängsten zu stellen und uns ENTSCHEIDEN, uns nicht von Ihnen aufhalten zu lassen - sondern einfach trotzdem zu handeln.. ;-)

    Ich kann eine Rede halten - TROTZ meiner Angst!
    Ich kann mich für meinen Traumjob bewerben - TROTZ meiner Angst!
    Ich kann mich selbstständig machen - TROTZ meiner Angst!
    Ich kann eine schöne Frau ansprechen - TROTZ meiner Angst!

    Es gibt im Zen diesen schönen Spruch:
    Jeder Meister hat mal als Katastrophe angefangen.

    Und das stimmt. Niemand ist von heute auf morgen perfekt in einer Sachen. Doch den Meister macht aus, dass er es trotzdem TUT, dass er angefangen hat... :-)

    Wir haben also immer die Wahl:
    Uns hinter unserer vermeintlichen Sicherheit verschanzen - uns noch ein Stückchen mehr zusammenzuziehen - unsere Welt noch ein bisschen kleiner zu machen - wieder vor unserer Aufgaben zu fliehen...

    ... oder uns auszudehnen, zu wachsen, uns unseren Aufgaben zu stellen und über sie hinaus zu wachsen. Endlich begreifen, dass es kein Versagen gibt, sondern immer nur Lektionen zu lernen... :-)
    Zu wissen, dass jeder Meister als Katastrophe angefangen hat...
    Zu wissen, dass die Angst nicht dazu da ist, um uns vor etwas zu warnen (wir leben nicht mehr im Urwald!!), sondern uns in unserem jetzigen Leben meist nur davon abhält, unsere Träume wirklich wahr zu machen.

    Es ist unsere Entscheidung. Jeden Tag. Und ich bin glücklich über jedes mal, wo ich meine Ängste überwunden habe.

    Wie entscheidest Du Dich???

  19. Rubyluchs schreibt am 19. April 2009 um 10:32

    Für mich ist als erstes die Frage aufgetaucht, was für mich ein "höheres Ziel" sein könnte. Ich verstehe darunter ein Ziel, das ich nicht nur für mich selbst, sondern beispielsweise für die Gemeinschaft oder für unsere Erde erreichen möchte.

    In der Verwirklichung eines Ziels stoßen wir aufgrund der gesellschaftlichen Gegebenheitn zwangsläufig auf Grenzen.
    Grenzen gehören genau wie Ängste zu unserem Leben und sie sind für das Zusammenleben von elementarer Bedeutung.
    Jeder Mensch hat persönliche, durch Erziehung und Erfahrung entstandene Grenzen, an denen er mehr oder weniger zu knabbern hat.

    Ich brauche Grenzen aber auch, um mich und meinen Raum zu spüren. Die Frage ist, wie sinnvoll eine bestehende Grenze ist. Und ob sie mich oder andere lähmt, einengt, behindert, uns zu entfalten.

    In der Erziehung von Kindern ist Grenzsetzung ein wesentlicher Aspekt: Kinder, die keine Grenzen erfahren, suchen danach. Für Eltern, die es versäumt haben, rechtzeitig Grenzen aufzuzeigen, wird es dann häufig sehr anstrengend.
    Schwierigkeiten tauchen ebenso auf, wenn die Grenzen zu eng gesetzt wurden.

    Jede/r von uns hat somit ein individuelles Grenzbearbeitungs-Päckchen mitbekommen, das es zu erkunden gilt. Inwieweit ich bereit bin, Grenzen zu überwinden, hat meiner Meinung nach auch damit zu tun, wie viel Veränderungsbereitschaft, Vertrauen, Willenskraft, Verantwortungsgefühl,Leidensdruck, Flexibilität und Mut ein Mensch mitbringt.

    Manche meiner persönlichen Grenzen konnte ich durch dranbleiben, Versuch und Irrtum, mich in Neue Situationen begeben,... sehr erweitern.
    Beim Versuch, über eine bestimmte Grenze zu gehen, stoße ich aber so sehr dagegen, dass es mich umhaut. Hier geht es vielleicht darum, zu erkennen, dass ich diese zu akzeptieren habe. Das heisst für mich auch Größe.

    Zur Überwindung persönlicher Grenzen habe ich die Erfahrung gemacht, dass es besonders im Zusammensein mit Anderen manchmal darum geht, bewusst Grenzen zu setzen im Sinne eines "Stop, bis hierher und nicht weiter!" Es verlangt oft mehr Mut, nein zu sagen, als immer wieder einen neuen Versuch zu machen.

    Ich finde außerdem, wir Menschen haben einerseits schon viel zu viele Grenzen überschritten und dabei einiges kaputt gemacht. Es wäre wohl jetzt an der Zeit, bestimmte Grenzen wieder mehr zu achten und weniger auf Kosten der Natur und letztlich gegen uns selbst zu handeln.

    Zwei Impulse aus dem Diskussionsforum nehme ich für mich mit:

    Mit den Ängsten flirten...das hat was spielerisches, das werd ich mir zu Herzen nehmen.

    Zur Aussage von Herrn Gräbel: "Nicht...habe ich schon. Was kann wirklich passieren, wenn ich eine Aufgabe angehe?" würde ich sagen: es kann viel passieren! Manchmal auch, dass ich viel altes über Bord werfen müsste, weil sich da plötzlich neue Möglichkeiten auftun - aber: ob ich die auch wirklich will?

    Einen schönen sonnigen Sonntag!

  20. Rubyluchs schreibt am 19. April 2009 um 10:53

    Hallo André,

    Dein Beitrag hat mir eben grad das Herz erwärmt ;-)
    Nachdem ich mich so mit meinem Beitrag über die Wichtigkeit von Grenzen beschäftigt hab und danach Deine Zeilen gelesen hab, hat sich mein Herz ganz leicht angefühlt...

    Ja, ich hab jeden Tag die Wahl, wie ich mich entscheide.
    Immer wieder neu, das hab ich im Shiatsu gelernt.

    Danke!

  21. Hubert schreibt am 19. April 2009 um 12:48

    Heide schreibt am 19.04.2009 10.32
    Die letzten Beitragsschreiber scheinen meiner Meinung nach etwas missverstanden zu haben.

    Ich hoffe nicht, dass ich was mißverstanden habe.
    Wenn etwas für uns erreichbar ist, liegt es nicht jenseits unserer Grenze. Das Wort Grenze würde so seine Bedeutung verlieren. Eine Grenze ist und bleibt eine Grenze.
    Das was meiner Ansicht nach möglich ist, und nicht nur in der Geographie, ist, Grenzen zu verschieben. Das ist auch im persönlichen Bereich möglich. (Innerhalb von "individuellen Grenzen" und bestimmt nicht grenzenlos."
    Ich halte das auch für etwas menschlich sehr wertvolles, nämlich die Ausschöpfung eigener Entwicklungspotentiale.
    Was mich dabei immer wieder stört (nicht hier auf dieser Seite sondern ganz allgemein) ist, das Hoffnungen geweckt werden, die sich nicht erfüllen lassen und nur allzu oft in nichsts als Frustration entden. Und: Das Menschen oft Dinge nahe gelegt werden, die vermeitnlich ihrer Entwicklung dienen, aber oft gar nicht ihren intrinsischen Motivationen entsprechen.

  22. Vianne schreibt am 19. April 2009 um 16:01

    Heide schreibt am 19.04.2009 10.32
    Die letzten Beitragsschreiber scheinen meiner Meinung nach etwas missverstanden zu haben.

    Es ist sicher auch möglich seine Grenzen weit auszudehnen für einen gewissen Zeitraum.
    Aber das läßt sich nicht dauerhaft durchhalten.
    Es ist auch fraglich, ob es dadurch unbedingt zu einer weiteren Entwicklung kommt, besonders - wie Hubert schon schrieb - wenn es nicht der eigenen intrinsischen Motivation entsprach. Alles hat seine Zeit und wer auf sich selbst zurückgeworfen ist muss reflektieren und wieder zu Kräften kommen.
    Wie Erschöpfungszustände ausgeglichen werden können muss jeder für sich selbst herausfinden.

  23. Michael schreibt am 19. April 2009 um 16:15

    Halleluja !

  24. Eberhard schreibt am 19. April 2009 um 17:03

    nach dem ich nun noch enmal alle Beiträge zum Thema durchgeschaut habe und die Kommentare gelesen habe und mich dieses Thema irgendwie beschäftigt möchte ich noch einmal auf dieses immer wieder aufkommende Ängste besiegen und Grenzen überwinden und Salto rückwärts dreifach springen, kommen. Wir leben in einer Welt in der Grenzen und Gesetze und bewußt gesetzte Ängste (Moral)an der Tagesordnung sind.Kaum jemand weiß doch wirklich was seine eigenen Grenzen und Ängste sind und welche von außen gekommen sind. Ich denke auch nicht dass es immer darum geht wie ein Krieger und Märtyrer alles und jeden zu besiegen, sondern darum seine Gefühle zu erkennen und diese dann auszuleben wenn es notwendig für sich selbst ist. Und ob dazu jetzt Kaltblüter Springpferde werden müssen oder Marathonläufer noch einen Hürdenläuferparkur überstehen müssen ist doch wirklich diesen Lebewesen selbst überlassen. Aber auch die Möwe Jonathan ist über sich hinausgeflogen.

    Wie man Ängste aber wirklich in was Grandioses wandeln kann könnt ihr hier sehen:

    http://www.youtube.com/watch?v=9lp0IWv8QZY

  25. M schreibt am 20. April 2009 um 02:40

    danke für diesen und all die anderen artikel :)

    nur schade, dass der weg nicht so leicht zu finden ist, wenn man keine hinderliche angst greifen und dass es sich lohnt nicht fühlen kann.

  26. Vianne schreibt am 20. April 2009 um 16:24

    @Eberhard

    Susan ist selbstbewußt aufgetreten und es sah nicht so aus, als hätte sie mit Ängsten gekämpft. Eine schöne, volle Stimme ist ihr gegeben, die sie vermutlich geschult hat.
    Wie kommst Du darauf, dass sie Ängste in Grandioses gewandelt hat?

  27. ute frenzel schreibt am 20. April 2009 um 18:46

    hallo-hallo-

    hier geht es ja ziemlich zur sache. ich schreibe jetzt, weil ich meine ängste zum lachen finde. ich merke, wie selbstbezogen ich bin. ich habe was tolles vor und es macht mir angst, dass die menschen es nicht gut finden könnten- ist doch zum lachen, oder? es geht um nichts grausames, was passieren könnte, nur die scham muss ich lernen zu überwinden-das ist alles-ich wundere mich über mich-diese grenze habe ich eben schon ein wenig übertreten...
    zu leben, wie es mir gefällt, ist für mich die herausforderung! da sind die ängste, die mich behindern schon sehr, sehr lästig.

    gutes gelingen mit interessanten erfahrungen...
    herzlichst ute

  28. Eberhard schreibt am 26. April 2009 um 08:07

    Vianne,

    susann hat schon ihre Ängste überwunden. Klar wirkt sie selbstbewußt und macht ihr Ding. Aber sie sagt deutlich dass sie noch keine Chance hatte vorher sich so zu präsentieren und ihre Stimme zu zeigen.

    DA ich heute wieder einen Artikel zu dem Thema sich selbst zu überwinden und sich selbst zu fordern gelesen habe, möchte ich noch einmal darauf eingehen. Übwerwindung seines sogenannten inneren Schweinehundes zum Wohle für sich selbst, wird meiner Meinung nach sehr oft verwechselt oder völlig falsch bewertet.
    Jeder Mensch hat ein wundervolles Inneres und wenn wir dieses Innere in jedem auf Anhieb sehen und fühlen könnten, dann würden wir jeden sofort so annehmen wie er ist. Er hätte dann keine Ängste und Zweifel und würde das was er wirklich will und wie er am liebsten sein wollte einfach tun. Dieser Mensch hätte so wohl auch nicht wirklich Zweifel und müßte sich wahrscheinlich gar nicht überwinden um etwas zu tun.
    Allerdings ist es doch oft so dass wir der Meinung sind es wäre jetzt angebracht dies oder jenes zu tun und dann unseren inneren Schweinhund überwinden müssen um das Ziel zu erreichen. wenn wir etwas gerne tun und es uns Freude bereitet, dann müssen wir nichts überwinden, das geht dann wie von alleine. Ich möchte gerne zwei Beispiele nennen:
    Jemand der ohne Selbstzweifel eine andere Person liebt und auch fühlt dass der andere ihn liebt, der blüht plötzlich für alle merkbar auf. Sein Gesicht strahlt, dicke essen plötzlich und ohne sichtbaren Grund weniger, dünne essen aus der selben Gefühlslage mehr und merken es auch selbst erst gar nicht. Die Arbeit fällt leichter, Ziele werden visualisiert und es geht alles plötzlich viel einfacher. Wer dieses Liebesgefühl kennt, der weiß dass es plötzlich keine Beschränkungen mehr gibt in unserer Gefühlswelt. Und dann muss ich keinen Schweinhund überwinden.

    2. Wenn ich bei einem Wettbewerb merke ich habe gute Chancen zu gewinnen und mich mit dem Gefühl eines Siegers zu identifizieren, dann läuft alles wie geschmiert. Anstrngungen sind nicht wirklich Anstrengungen, sondern Aktionen die ich gerne mache und die mit voller Hingebung absolviere.

    Beides zeigt deutlich dass diese Überwindungen keine Überwindungen sind mit Zielen stecken und Erfolge suchen, sondern sich selbst und alle anderen so anzunehmen wie sie sind. Wenn ich mich selbst liebe, dann können die anderen das auch und ich kann sie dann auch annnehmen. Die inzige Überwindung die jeder hat, ist die sich selbst zu 100% anzunehmen und dann das zu tun was ihm sein inneres nennt. Dann muss man keine Schweinehunde züchten und diese auch noch füttern und sie später überwinden.....

    Schönen Sonntag

  29. Vianne schreibt am 26. April 2009 um 12:13

    Hallo Eberhard,

    sorry, das habe ich nicht mitbekommen, dass Susan von Überwindung sprach.
    Aber es ist eigentlich natürlich, dass es für einen öffentlichen Auftritt Überwindung braucht, selbst versierte Schauspieler haben Lampenfieber.
    Susan Boyle hatte einen tollen Auftritt, sie stellte ihr Können unter Beweis. Vermutlich hat sie hingebungsvoll ihre Stimme geschult, da sie sehr gern singt.

    Überwindung eines Schweinehundes möchte ich gern umformulieren: Beruhigung des eigenen inneren Schutzengels.
    Der innere Schutzmechanismus hütet uns vor Gefahren - manchmal ist er vielleicht zu hoch aufgebaut.
    Manchmal ist er - wie und wodurch auch immer - so weit zerstört, dass er erst wiederhergestellt werden muss bis ein Normalmaß erreicht ist.

    Ebenfalls schönen Sonntag
    und einen herzlichen Gruß

  30. Eberhard schreibt am 26. April 2009 um 15:11

    vianne

    na das ist scon eher meine Welt. Der oder die inneren Engel sind uns gegeben und wenn wir deren Schwingungen erkennen, gibt es keine Überwindung sondern Harmonie mit uns selbst und das macht den Weg frei....

  31. Vianne schreibt am 26. April 2009 um 16:53

    Ja Eberhard,

    es gibt Harmonie, wenn die inneren Engel im Gleichklang schwingen. Wenn sie denn überhaupt schwingen können. Oder sie haben eine so hohe Schutzmauer aufgebaut, dass es keinen Weg gibt. - Angst essen Seele auf -
    Aus innerer Harmonie wird der Weg frei, ich stimme Dir zu.
    :-)

  32. Uwe schreibt am 6. Mai 2009 um 12:53

    hallo

    eines der BESTEN bücher der welt zum thema angst und deren überwindung ist gleichzeitig auch ein recht unbekanntes. geschrieben komischerweise von einem briten. die haben wohl tatsächlich talent... :-)

    wer das liest, entwickelt eine völlig andere sichtweise und es ist gut möglich, dass es stark lebensverändernd /-verbessernd wirkt... die inhalte sind anwendbar auf ALLES

    Die Angst: Techniken zur Angstkontrolle von Geoff Thompson

    http://www.amazon.de/Die-Angst-Techniken-zur-Angstkontrolle/dp/3927553409/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1241614143&sr=1-1

  33. Michael schreibt am 17. April 2009 um 08:39

    Du hast also keine Disziplin ?

  34. Michael schreibt am 17. April 2009 um 09:55

    Ist Zynismus ein erfolgreicher Weg, um dem Gefühl des Opferdaseins aus dem Weg zu gehen und Verantwortung vermeiden zu können?

    Meinst Du mich? Bin ich zynisch?