Verschieben Sie nicht das wirkliche Leben
Von Ralf Senftleben • 6 Kommentare
Wenn ich erst in Rente bin … Wenn ich erst die Eigentumswohnung abbezahlt habe … Wenn ich erst wieder richtig gesund bin … Wenn die Kinder aus dem Haus sind …
… dann kümmere ich mich um die Dinge, die mir wichtig sind!
So etwas hat sich wahrscheinlich jeder von uns schon mal gesagt oder gedacht. Aber diese Art der Lebensplanung ist leider nicht besonders gut dazu geeignet, ein erfülltes und reiches Leben zu führen.
Erst die Pflicht und dann die Kür – nach diesem Motto leben viele von uns. Irgendwann mal, wenn die Zeit reif ist, dann erfülle ich mir meinen Traum, dann gehe ich meinen Wünschen und Sehnsüchten nach. Irgendwann … – nur dieses "irgendwann" bedeutet wohl meistens “niemals”.
Unsere Flamme brennt nun mal nicht ewig. Das Leben ist kurz. Und schon morgen kann Ihnen der sprichwörtliche Ziegelstein auf den Kopf fallen. Deswegen gibt es nur einen guten Zeitpunkt, um sich um das zu kümmern, was Ihnen wirklich am Herzen liegt.
Dieser Zeitpunkt ist jetzt, heute, sofort und auf der Stelle.
Natürlich stecken die meisten von uns in irgendwelchen Sachzwängen drin und wir haben Verantwortung übernommen. Ich sage hier nicht, dass Sie sofort alles hinschmeißen und alle im Stich lassen sollen. Aber in den meisten Fällen schließt es sich nicht aus, seinen Verantwortlichkeiten gerecht zu werden und sich gleichzeitig um die Dinge zu kümmern, die wirklich wichtig für einen sind.
Klar, es ist nicht einfach, dem eigenen Leben Erfüllung einzuhauchen. Um ehrlich zu sein: Es ist anstrengend und fordert Überwindung. Man muss Energie mobilisieren, sich Ängsten stellen, eigene Muster aushebeln, viele Hürden überwinden und Einfallsreichtum beweisen, wenn man nicht weiter kommt.
Aber was Sie dafür zurückbekommen, ist so wertvoll, dass sich dieser Aufwand mehr als nur lohnt.
Es ist einfach das beste Gefühl, ein gutes, erfülltes und sinnvolles Leben zu leben, in dem man sich um die Dinge kümmert, die einem wirklich am Herzen liegen.
Wann fangen Sie damit an?





"Es gibt nichts gutes, außer man tut es." Kästner
Träume sind das Tor zur Ewigkeit.
Ziele halten uns ab vom Jetzt und Hier und vom Leben.
Jeder Mensch der Ziele hat, kann sich oder seine Lebenssituation nicht so akzepieren wie er ist oder seine Situation ist. Er nimmt sich nicht an und liebt sich nicht.
Manche Menschen haben erreichbare Zielpunkte und werfen diese dann aus irgendeinem Grunde weg und stellen später fest, dass sie sich ihr Leben dadurch erschwert haben, der dann folgende Schmerz,auch Trennung vom Leben, wird auch lange bleiben.
Oft gehören auch Dinge dazu die nicht allein in unserer Hand liegen, also wir auch abhängig sind von Handlungen anderer.
Dem eigenen Leben Erfüllung einzuhauchen ist oft ein Kampf, und Kampf ist Trennung vom Leben.
Es ist viel wichtiger jeden Tag zu geniessen, ihn anzunehmen und zu lieben, dann kommen die kleinen Wunder und auch die grossen von allein.
Dinge die einem am Herzen liegen, sollte man lieben, denn Liebe ist die grösste Kraft im Universum.
Alles andere wird sich dann von alleine einstellen.
Lieber Siggi!
Ich finde gut, dass Sie den Artikel kontrapunktiert haben, wenn ich so sagen darf.
Wir leben doch immer im Spannungsfeld von dieser oder jener Sache und diesem oder jenem Menschen.
Sie haben Recht, Träume sind das Tor. Aber es gibt unterschiedliche Menschen und nur wenige schaffen das Tor zu finden. Begabt und wohl ausgestattet ist der ganz sicher, der formlos im Glück zu baden vermag. Der andere findet sein Glück aber auch auf dem Weg zum besagten Tor.
Viele Grüße,
Hajo
Mit diesem guten, erfüllten und sinnvollen Leben können wir in jedem Moment beginnen. Wie wäre es mit heute? Die folgende kleine Übung kann dabei helfen, die Welt mit neuen Augen sehen und damit mehr Leben in diesen Tag zu bringen:
Nimm Dir am Morgen oder am Abend oder wann immer es Dir gut passt, etwas Zeit und wende Dich zwei, drei Dingen zu, die Dir normalerweise ganz selbstverstänlich erscheinen, zum Beispiel Strom, Telefon, Wasser, Kleidung, Auto, Nahrung, Luft oder was immer Dir einfällt. Und dann stelle Dir einmal folgende Fragen: Warum erscheinen Dir diese Dinge so selbstverständlich? Stehen sie Dir immer zur Verfügung? Sind sie einfach da oder musst Du etwas dafür tun? Woher kommen sie? Welchen menschlichen oder sonstigen Anstrengung ist es zu verdanken, dass Du diese Dinge jetzt zur Verfügung hast? Kennst Du einen der beteiligten Menschen persönlich? Empfindest Du ihm gegenüber oder auch den anderen, Dir nicht persönlich bekannten Menschen, die Anteil daran haben, dass Du dies zur Verfügung hast, ein Gefühl von Dankbarkeit? Wie drückst Du es aus?
Untersuche die Dinge, die Dir eingefallen sind, einmal ganz genau. Betrachte sie mit einem frischen Blick, als ob Du sie zum allerersten Mal in Deinem Leben sehen würdest. Was siehst Du? Was fühlst Du? Was ist neu? Halte während des Tages immer wieder einmal inne. Sieh die Dinge, die Dich umgeben und die Du nutzt, in neuem Licht. Lass Dich von ihnen überraschen.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern von "Zeit zu leben" einen wundervollen Tag.
Jürgen
Wie wahr, wie wahr!
Danke Ralf für diese deutlichen, einfachen Worte zum Thema "Erfülltes, sinnvolles Leben".
Dies ist wohl eines der wichtigsten Themen, das sich Menschen stellt. Auch ich erlebe uns spüre es fast jeden Tag, dass ich immerzu nach "Sinnhaftigkeit" (bzw. Erfüllung) frage.
Es klappt im Leben nur bedingt (Sachzwänge!) - und es sind wohl die "sinnvollen" Kompromisse, mit denen man leben muss...
Grüße,
Ingolf
Wie wahr, wie wahr!
Danke Ralf für diese deutlichen, einfachen Worte zum Thema "Erfülltes, sinnvolles Leben".
Dies ist wohl eines der wichtigsten Themen, das sich Menschen stellt. Auch ich erlebe uns spüre es fast jeden Tag, dass ich immerzu nach "Sinnhaftigkeit" (bzw. Erfüllung) frage.
Es klappt im Leben nur bedingt (Sachzwänge!) - und es sind wohl die "sinnvollen" Kompromisse, mit denen man leben muss...
Grüße,
Ingolf