Warum ist es gut, zum Problemlöser zu werden?
Von Ralf Senftleben • 14 Kommentare
Wie gehen die meisten Menschen mit Problemen im Alltag um? Wenn wir zum Beispiel Streit mit jemandem bekommen? Oder wenn wir nicht mit unserem Geld auskommen? Oder wenn wir krank werden?
Eine Möglichkeit, ist das Problem zu ignorieren. Tatsächlich ist das oft gar kein so schlechter Weg, denn nicht wenige Probleme erledigen sich wieder von selbst.
Was machen wir aber mit Problemen, die nicht weggehen? Hier neigen die einen dann eher zum Grübeln und Jammern, während andere das Problem aktiv angehen.
Wenn wir zum Grübeln neigen, beschäftigen wir uns dann oft über lange Zeit intensiv mit dem Problem. Wir stellen uns Fragen, wie zum Beispiel:
- Warum immer ich?
- Wie konnte es nur dazu kommen?
- Wie konnte ich nur so dumm sein?
- Warum ist die Welt nur so unfair?
- Wie konnte er oder sie mir das antun?
- Warum bin ich nur so ein Versager?
- Womit habe ich das verdient?
- Was wenn dieses passiert oder jenes?
Und beim Grübeln stellen wir uns diese Fragen nicht nur einmal, sondern wieder und immer wieder. So ein Gedankenkarussell kann einen ganz schön in Beschlag nehmen. Man kann Tage, Wochen, ja, manchmal sogar Jahre damit verbringen, sich im Kreis zu drehen und immer wieder die gleichen Gedanken denken.
Ist es menschlich, so mit Problemen umzugehen? Ja, na klar ist das menschlich. Drehen sich die Menschen aus Dummheit oder Masochismus ewig lange um die eigene Achse? Natürlich nicht. Denn wenn man erst einmal in diesem Grübel-Muster drinsteckt, dann ist es nicht ganz einfach, da wieder herauszukommen. Und niemand versinkt aus Spaß und Freude in Selbstmitleid.
Das ändert aber nichts daran, dass Grübeln als Antwort auf Probleme nicht zielführend ist. Man löst die Probleme dadurch nicht. Es ändert sich nichts. Im Gegenteil, es wird oft schlimmer dadurch. Denn wenn wir uns zu lange auf ein Problem konzentrieren, dann zieht uns das das Mark aus den Knochen und verbraucht so viel unserer Energie, dass wir oft kraftlos und handlungsunfähig werden. Oft sogar depremiert. Deswegen ist Grübeln so gefährlich. Wir bringen uns damit in eine Position der Schwäche.
Man kann mit Problemen aber auch anders umgehen. Wenn ein Problem auftaucht wird es kurz analysiert und dann krempeln wir die Ärmel hoch und versuchen es zu lösen. Und dazu braucht es ganz andere Fragen:
- Was genau ist das Problem und was will ich anstelle dessen?
- Was könnte ICH tun, um das Problem zu lösen oder zumindest kleiner zu machen?
- Wer könnte mir dabei helfen, Lösungen zu finden?
- Welche der möglichen Lösungen ist am vielversprechendsten?
- Was fehlt mir noch an Wissen, um das Problem zu lösen und wie kann ich dieses Wissen bekommen?
- Wer könnte mir dabei helfen, das Problem zu lösen?
- Was könnte ich ändern?
- Wo und wie könnte ich wachsen und mich weiterentwickeln, damit das Problem verschwindet?
- Was habe ich bereits versucht? Was davon hat etwas gebracht und was nicht?
- Wie kann ich mehr von dem machen, was bereits etwas gebracht hat?
- Was sind meine nächsten, konkreten Schritte?
- Was kann ich JETZT tun, um die Sache anzugehen?
Diese Fragen zielen auf Handlung und Aktion. Diese Fragen bringen uns in eine kraftvolle und starke Position. Und erstaunlicherweise lassen sich viele Probleme lösen, wenn man nicht gleich sagt “das geht ja nicht” oder “ich kann ja doch nichts machen.”. Wenn man mit ein wenig Einfallsreichtum an die Sache herangeht und sich Hilfe sucht, lösen sich viele Probleme innerhalb kurzer Zeit. Aber dazu müssen wir aktiv werden.
Vielleicht klappt es nicht beim ersten Versuch. Aber, wenn wir nicht aufhören diese Fragen zu stellen und aus unseren Fehlversuchen lernen, dann knacken wir die harte Nuss irgendwann.
Noch einmal zusammengefasst:
Probleme zu ignorieren ist also manchmal eine gute Lösung, denn viele Probleme verschwinden von alleine. Aber behalten Sie das Problem trotzdem im Auge, sonst wird aus einem kleinen Problem schnell ein großes.
Probleme zu begrübeln ist nicht so nützlich. Es zieht uns die Energie aus den Knochen, macht uns ohnmächtig und zum Opfer und bringt uns in eine Position der Schwäche.
Probleme dagegen aktiv anzugehen, gibt uns das Gefühl, dass wir unser Leben nicht nur passiv erleiden, sondern dass wir aktiv daran teilhaben. Wir fühlen uns stark und haben das Gefühl, Kontrolle über unser Leben zu haben.
Deswegen möchte ich Sie dazu ermutigen, zu einem Problemlöser zu werden und sich mit Einfallsreichtum und Stärke an das Lösen Ihrer Probleme zu machen. Und die Fragen von oben können Ihnen dabei helfen.





Probleme - was sind Probleme???
als erstes habe ich nur Probleme wenn ich mir Ziele kreiert habe die in der Zukunft liegen und irgendwo nicht zum Leben passen, es steht in dem Text einmal das Wort JETZT, und fast alle Probleme entstehen wenn ich nicht im HIER und JETZT lebe. Also muss ich doch nur mich selber etwas umpositioniern , den Status HIER und JETZT einmal annehmen, dann werden die Probleme auch viel kleiner sein oder sich auflösen. Ich kann nicht übermorgen Leben, diese Feststellung haben sehr viele Menschen gerade in der letzten Woche machen müssen, als die Flieger mal nicht fliegen konnten. Vieles musste umgestellt werden und alle Pläne waren dahin. Der einfachste Weg war die Akzeptanz der Sache, was aber sehr vielen Menschen sehr schwer gefallen ist. Ich habe da sehr unterschiedliches Verhalten und Jammern gesehen, aber auch Menschen, die einfach gesagt haben, es IST wie es IST.
Wenn es Probleme gibt, dann hat das normalerweise Ursachen die ich auch zu verantworten habe, also werden alle Lösungsansätze nur aus dem begrenzten Kopfwissen kommen, das dieses Problem ja mit verursacht hat.
Wenn ich dann viel Kraft aufwende um irgendwelche Lösungen zu finden werde ich mich wiederum vom HIER und JETZT trennen. Also entsteht durch den Lösungsversuch des Problems meist ein weiteres. Wie soll ich es lösen? wenn ich das Wissen dazu hätte, wäre ich nicht dahingekommen. Wer soll MIR dabei helfen, es wird doch eine Hilfe sein, die nicht meinem Status entspricht. Wenn Lösungen vielversprechend sind, sind es dann Lösungen? nein!
Wenn ich etwas versuche, dann handele ich wiederum aus einer Unsicherheit, denn es ist ja ein Versuch. Warum soll der Mensch sich Weiterentwickeln, ist er im JETZT so unfertig und nicht lebensfähig?
Was kann ich JETZT tun, um die Sache anzugehen. Das Leben annehmen, sich selber annehmen und im HIER und JETZT leben.
Es gibt keine Probleme, es sei denn ich verurteile mich oder das LEBEN, denn dann trenne ich mich von beidem.
Sollten die Probleme von anderen verursacht werden, ist auch da der Weg der liebevollen Annahme der einfachste Weg, es wird sich entweder auflösen oder ich werde das " Problem " durch meine Liebe schnell zu den Akten legen können.
Wie komme ich schnell ins Leben:
Indem ich die Vergangenheit weglasse
Indem ich die Zukunft weglasse
Indem ich das Verurteilen weglasse
Indem ich das Vergleichen weglasse
Indem ich die Zweifel weglasse
Indem ich das Kämpfen weglasse
Es ist doch so einfach und eigentlich muss ich nichts tun, nur etwas weglassen, dann gibt es auch keine Probleme mehr.
Einen lieben Gruß
Siggi, der ein schönes Leben hat
Siggi, wenn du herausgefunden hast, wie man die Vergangenheit, die Zukunft und das Wollen weggelassen kann, dann sag Bescheid :-)
Das ist eine nette Idee, aber ich bin nicht sicher, ob wir Menschen das hinbekommen. Ich kenne viele, die es möchten und keinen, der es schafft, jedenfalls keinen der nicht im Kloster wohnt.
Ich sag nicht, dass ich es nicht gut finde, möglichst oft im "Hier und Jetzt" zu leben. Aber es ist auch wichtig, sich Ziele zu setzen und Probleme lösen zu können.
Das ist für mich kein Entweder-Oder. Von allem ein bisschen. Der Weg in der Mitte.
Hallo Ralf,
das Leben muss nicht schwer sein, natürlich ist es nicht einfach alles wegzulassen, aber es ist einfacher als einem Ziel nachzujagen, das irgendwo in einer Ferne schwebt, dessen Erreichbarkeit sehr ungewiss ist. Niemand muss ins Kloster, denn auch da herrschen die gleichen Probleme.
Das Leben anzunehmen ist doch nicht schwer,„Carpe diem!( Horaz ) „pfücke den Tag“
sagt der Lateiner.
Luther sagte: Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen. ...
Es sind alles Dinge die HEUTE stattfinden. Also ist es doch einfacher das Morgen wegzulassen, denn was Morgen ist, kann ich heute nicht planen. (Siehe letzte Woche die Flüge) ich war auch mit meiner Gelassenheit betroffen, saß fest und habe die Tage genossen, denn ändern konnte ich es nicht, also annehmen.
Die Vergangenheit – sie war, ich kann nicht mehr dahin zurück, warum soll ich drüber nachsinnen, sie gehört nicht zum HEUTE. Ich kann auf etwas zurückblicken das war, aber nicht mehr gegenwärtig ist.
Verglichen, bedeutet doch, das ich schaue wer hat mehr oder wenige, wem geht es besser oder schlechter, diese Eigenpositionierung kostet mir viel Energie aber wird nichts Verändern, an dem JETZT und HIER, also ist das akzeptieren die Sache mit dem geringsten Aufwand.
Zweifeln, woran, an der Situation in der ich bin, Zweifeln an dem Leben. Es ist wie es IST.
Kämpfen kostet Energie, Energie die ich verschwende. Nicht kämpfen heißt Energie zu behalten, für das Leben HEUTE.
Und mit allem was nicht HEUTE HIER und JETZT ist, verurteile ich meinen Status Quo.
Damit verurteile ich mich und mein Leben. Ich glaube nicht, dass ich das Recht besitze mich zu verurteilen, denn dann verurteile ich ja das LEBEN. Und es würde mich auch nicht glücklich machen, aber wenn ich glücklich bin, dann ist das Leben schöner und ich erkenne jeden Tag die Geschenke des Lebens.
Ein entweder oder kann es niemals geben, denn jeder Mensch sollte den Weg gehen, der ihm gefällt und ihn glücklich machen kann. Umdrehen kann niemand aber einen Abzweig finden
und eine neue Lebensstraße gehen, aber die auch ab irgendeinem Tag der dann wieder HEUTE heißt.
Lieben Gruß
Siggi
radikal um die Ecke denkend und das leben von vielen Seiten betrachtend
Es hat wirklich nur Vorteile.
Wenn das Konto leer ist, brauche ich mir nicht einmal mehr Gedanken darüber zu machen, was ich morgen kaufe.
Na ja, heute eigentlich auch schon nicht mehr.
Aber im Ernst: Natürlich verlangt Leben ein Stück weit auch Planung sonst entdet es im Chaos.
Diese Art "Überlebenstraining" ist auch -so weit ich das sehe- in allen früheren Kulturen betrieben worden.
Selbst in der Tierwelt ist diese Verhalten zu beobachten, wenn beispielsweise das Eichhörnchen für den Winter Futtervorräte anlegt.
Das worüber es sich lohnt nachzudenken ist, was Planung vermag und was sie nicht vermag.
Und wie oft "Lebensplanungen" nicht realisiert werden, kann man tagtäglich beobachten.
Die Realität bleibt bekanntlich immer ein großes Stück hinter den Wünschen und Plänen zurück.
Ja, mach nur einen Plan
sei nur ein großes Licht
und mach dann noch 'nen zweiten Plan
gehn tun sie beide nicht.
- Bertolt Brecht, Dreigroschenoper
@ Hubert
das Beispiel mit dem Konto gefällt mir, jedoch hat es einen Grund warum es leer ist, denn ich habe dann doch irgendwo vorher mit meinen Wertschätzungen gehadert, also Dinge gemacht, die ich ohne Liebe zum LEBEN gemacht habe. Auch das Konto - Geld hat etwas mit Wetschätzung zu tun.
Zitat
Selbst in der Tierwelt ist diese Verhalten zu beobachten, wenn beispielsweise das Eichhörnchen für den Winter Futtervorräte anlegt.
das wiederum ist richtig, ich habe in einem Urlaub kiloweise Ernüsse an die Chipmunks ( Streifenhörnchen ) verteilt, es ist aber nur ihr Instinkt sie zu verstecken, und leider finden sie davon 95% nicht wieder wenn sie die Nahrung im Winter brauchen..... Aber es ist hat ihre Beschäftigung Nahrung zu sammeln.
Was sollen wir Menschen planen, das Leben gibt uns was wir brauchen wenn wir das Leben lieben. Wie Du schon sagst, Wünsche bleiben meist etwas zurück, weil Wünsche aber auch in der Frene liegen die wir nicht beeinflussen können. Materielle Wünsche können wir noch ins Auge fassen, Partnerschaftswünsche sind dagegen von vielen Dingen abhängig und ausserhalb unsere Kopfdenkens angesiedelt und von vielen verschiedenen Kriterien abhängig, vor allem aber von dem Gegenüber.
Lieben Gruß
Siggi
@ Siggi,
ich lese hier schon lange mit, schreibe auch seit einiger Zeit immer mal wieder meine Sicht auf die Dinge und stoße immer wieder auf Deine Kommentare, die mich meist ziemlich aufregen: einerseits, weil da jemand ist, der ein "Patentrezept" hat, das er immer wieder gern jedem um die Ohren haut und andererseits, weil ich mich mit meinen Problemen dadurch nicht ernst genommen fühle, beschulmeistert fühle und immer wieder das Gefühl habe: es ist doch alles ganz simpel, nur Du kapierst es nicht.
So, das war jetzt etwas überspitzt. Mich würde interessieren, wie das gehen soll - mal so ganz praktisch!, nicht nur Theoretisch: sich von absolut nix beeindrucken zu lassen und wenn mir in dem Moment, also im Hier und Jetzt ein riesiger Dachziegel auf den Kopf fällt, diesen mit Liebe anzunehmen und noch Danke zu sagen. So, auch wieder überspitzt;-)
Ich bin jemand, der eher zum Grübeln neigt und vielleicht zu oft das Handeln zugunsten des Grübelns lässt, auch weil viele Ängste bewußt und unterschwellig mitschwingen. Ich weiß um mein Problem und versuche, spontaner zu sein, mnchmal doch gleich zu handeln, statt erst ewig zu sinnieren, ob das nun jetzt gut oder schlecht sein könnte und was für Folgen damit verbunden sein könnten. Das hat sich auch bis jetzt als gut erwiesen. Doch ich lebe mit anderen Meschen zusammen. Und damit kann ich nicht ohne Kommpromisse auskommen und es ist einfach notwendig, ab und an daran zu denken, was meine Handlungen in der Zukunft auslösen können, was es für Andere bedeutet, und das ist Planen .... Auch wenn ich Alles durch den Filter der Liebe betrachte, denke ich. Ach ja, und alles weichgespült in Liebe, ist das nicht auch Verdrängen, Verdrängen dessen, was eigentlich in einem und unter der Oberfläche brodelt???? Sollte man nicht auch mal die ungeliebten Seiten in sich beachten, und diese im Hier und Jetzt integrieren, statt sie ungeliebt in der Vergangenheit dümpeln zu lassen??? Sonst wird man früher oder später an Leib und Seele krank und es gibt so viele mit psychosomatischen Störungen.
Vielleicht bist Du ja erleuchtet und kannst deshalb so absolut im Hier und Jetzt leben. Herzlichen Glückwunsch!
Ich für meinen Teil schließe mich Ralfs Sicht an, ganz ohne Planung funktionierts nicht.
Deshalb bin ich ja Mensch, mit der Fähigkeit zu Denken ausgestattet um mir Gedanken zu machen - auch mal über die Vergangenheit, über die Zukunft- das tun Philosophen schon seit Jahrhunderten oder besser seit Jahrtausenden, auf der Suche nach Lösungen, wei man Leben sollte, könnte ... Ich probiere das tagtäglich wieder neu, und selten ganz ohne Plan. Und ich plane immer, jetzt gerade schau ich neben dem Schreiben aus dem Fenster und überlege so ganz unterschwellig, was ich dann gleich mit diesem herrlichen Tag noch anstellen werde...:-))
Sonnigen Sonntag und Danke für die Anregungen, die mich immer wieder meine Vergangenheit reflektieren lassen, um für die Zukunft zu lernen und das im Hier und Jetzt!!!
Mir fällt gerade noch was zu Siggis Komentar auf Huberts Beitrag zum Thema Eichhörnchen ein, was ich gern noch loswerden will, so mehr als Gedanken-Experiment:
Vielleicht sammeln ja Einchhörnchen nicht nur instinktmäßig zur Vorratshaltung Nüsse und Samen ein, sondern vergessen ganz planvoll 95% der Nüsse wieder zu finden - weil sie heimlich, still und leise, ohne dafür Dank zu erwarten auch noch Gärtner sind. Aus jedem sorgfältig vergrabenem Samen wächst eine neue Pflanze, neues Leben, das Potential für unendlich viele weitere Samen und Pflanzen - find ich schön!
Vielleicht hilft auch schon, nicht mehr von Problemen zu reden
und nicht in der Kategorie "Probleme" zu denken. Wenn ich davon spreche, dass ich keine Probleme, sondern Aufgaben habe, denke ich schon anders über das mir "vor die Füße
Geworfene" (Herkunft des Wortes Problem)
leigers, ich bin immer dafür, eine Sache beim Namen zu nennen :-)
Problem, Aufgabe, Schwierigkeit, Herausforderung, Soll-Ist-Differenz …
Alles das Gleiche: Ich will etwas anderes, als ich habe.
Aber: Worte haben Macht. Und manchmal kann es tatsächlich Sinn machen, ein Wort für sich umzudefinieren, um die eigene gefühlsmäßige Reaktion darauf zu ändern.
In der Begegnung mit Menschen bin ich voller Staunen, Be-Wunderung und REspekt über die Geschichten, die als erste Überschrift den Titel "Problem" tragen. Jeder von uns hat in einem Sinne hart dafür und daran gearbeitet, sich dieses und noch ganz andere Probleme zu kreieren. Wir gehen dabei höchst
kreativ und individuell vor. Mir gefällt es, das Wort als PRO-blem zu sehen.
Das bedeutet PRO: das ist für mich! Für meine Entwicklung, für mein Lernen, für neue Möglichkeiten und ungeahnte Lösungen. (sonst könnte es ja auch CONTRA-blem heißen, oder ;-))?!) Und wenn mich ein PRO-blem mich dann noch in die WUT bringt (weil schon wieder eine Absage auf eine Bewerbung z.B.) oder mich unvermittelt heftig mit meiner Angst verbindet (wovon soll ich nur die nächste Miete zahlen und was, wenn mich der Vermieter auf die Straße setzt....) oder ich in eine unbeschreibliche Traurigkeit gleite (z. B. weil eine Beziehung vor dem Ende steht und kein gemeinsamer Weg mehr sichtbar ist), dann kann ich neue Entscheidungen treffen. In jedem Moment eine neue, andere Wahl treffen. Dann kann mir die Energie der Wut dazu dienen, mich z. B. selbständig zu machen, endlich STOP oder NEIN zu sagen. Die Angst könnte mich auf das Kern des PRO-blems stoßen u n d mir frische Optionen für Ideen liefern, um die Not zu wenden (also, welche anderen Lösungen kann ich trotz ausgeschöpftem Dispo finden, um weiter in der Wohnung/ dem Haus bleiben zu können). Und die Traurigkeit bringt mir vielleicht wieder lange unterdrückte Bedürfnisse ins Bewusst-Sein und ich könnte mir vornehmen wieder achtsamer mit mir umzugehen.
Und warum nicht PLÄNE schmieden, ZIELE stecken und offen bleiben für Abweichungen, Überraschungen und Veränderungen?! Pläne und Ziele sind Aufträge für unseren Verstand und "der" will beschäftigt werden. Dafür ist "er" da: Analysieren, Überlegen, Interpretieren, Auswerten, Entscheiden, Umsetzen.... Und in Kombination mit der Abteilung Ge-Fühle und Intuition eine rasantes und geniales Team, das uns dabei unterstützen will zu überleben und noch mehr als das: ein lebens-wertes, sinn-erfülltes Leben zu führen.
Und JA Christine Carmen, ich will auch mit "meinem PRO-blem" gehört und verstanden werden. Das ist Teil meiner Geschichte, die ich gerade erlebe, wenn ich über (m)ein PROblem spreche. Danach bemerke ich die Bereitschaft über Lösungen und Alternativen nachzudenken, mir von anderen Rat zu holen oder mir deren Vorschläge für Lösungen anzuhören. Und JA, sehr häufig bergen PRObleme auch so etwas wie einen Gewinn, einen Vorteil in sich, es am Leben zu halten.
Z. B. kann dann (erst einmal) alles so bleiben wie es ist, denn Veränderungen können mich ängstigen, weil ich gewohntes Denk- und Handeln-Terrain verlassen müßte, ohne zu wissen, ob es "besser" wird. Wir sind so komplex in unserer ganz persönlichen Art zu denken und zu handeln, daß wir uns selten auf die Schliche kommen, was die wahren Motive dafür sind. Vielleicht birgt die zugespitzte finanzielle Situation ja auch dazu, mich selbst so unter Streß zu setzen, daß ich ab einem bestimmten Punkt endlich in die Aktion gehe, mich traue, um Hilfe zu bitten und/ oder ich geniale Einfälle habe, wie ich die kritische Situation entschärfen kann. Und das Erfolgserlebnis, "es" doch wieder geschafft zu haben, verleiht mir einen grandiosen Freudekick, der in meinem inneren Wertesystem einen höheren Stellenwert einnimmt, als "langweilig" und "ent-spannt" dafür zu sorgen, jeden Monat einfach genug Geld bereit zu halten, um die Miete/ Versicherung, etc. einfach nur pünktlich zu überweisen.......
Was liegt hinter dem PROblem? Welche Bedürfnisse halte ich zurück? Welchen Gewinn/ Vorteil ziehe ich aus diesem PROblem? Wer könnte von diesem PROblem noch profitieren?
Für mich sind PRObleme Lösungen in Arbeitskleidung, die mich anregen (auf immer wieder lästige und nervige Art - besonders, wenn ich behaupte, das so nicht zu wollen) inne zu halten und neue Wege zu gehen, um das zu bitten, was ich brauche, mit meinen Gefühlen in Kontakt zu kommen, andere um Unterstützung zu fragen und zu erkennen, wo ich immer noch nicht los-lassen kann und will oder auch, was meine nächste Schritte sein könnten. Und dann wird's für mich wieder spannend, aufregend und lebendig - Erleben und zulassen, wie sich vorher unbemerkte "Türchen" in Form von Menschen oder Gelegenheiten auftun, vermeintliche Zu-Fälle mir hilfreich und unkonventionell überraschende Lösungen anbieten. Mir gefällt die Version, daß ich der Kreateur "meiner PRObleme" bin, weil ich mich mit dieser Vorstellung selbst-bestimmt fühle und im Vertrauen bleibe, daß ich dann auch Lösungen dazu in mir trage.
Vielen Dank für die voran geschriebenen Beiträge zu diesem Thema! Klasse!
sende ein herzliches Lächeln aus Bayern in die Runde
"Make Your Self"
Das "Grübeln" ist der eigentliche Lösungsprozess. Wenn ich es dazu nutze, (gefühlsmäßig) IN das Problem hinein zu gehen. Sobald ich die Situation SEIN lassen kann wie sie ist, öffnen sich die Tore für ein neues Jetzt.
Der Lösungsprozess ist das Schaffen des FreiRaums. Sodaß ich an die Angelegenheit denken kann, ohne daß sie mich hat. Solange z.B. meine Schulden mich haben, habe ich im Bereich von Geld nichts zu sagen. Ein Problem entsteht ausschließlich dadurch, daß ich es nicht haben will.
Etwas gegen ein Problem tun, beseitigt (möglicherweise) die aktuelle Erscheinungsform, löst jedoch nicht die wirkliche Ursache. Erst wenn ich sie erlöst habe - indem ich dem Problem erlaube zu sein - kann ich wirksam auch ein anderes Tun wählen.
Also: gefühlsmäßig rein gehen in das Problem bis es Dich sein lässt. Bei dicken Brocken bedarf es dazu schon einiger Anläufe. Voila, dafür ist Leben da. Leben ist keine Strafe (das ist wieder ein anderes Thema).
Danke für's zentrale Thema. Allen Segen *INGO* :-)
@ Christine Carmen
Zum einen habe ich sicherlich kein „Patenrezept“, denn Rezepte kann es nicht geben, dafür sind wir Menschen zu different, also wird jeder Mensch sich das heraussuchen was ihm helfen kann. Niemand wir einem anderen Menschen ein Rezept für das Leben geben können.
Auch eine Beschulmeisterung ist etwas was ich abwehre, denn sie würde ja Menschen gleich machen und ihnen die Facetten nehmen.
Das Beispiel mit dem Ziegelstein, ja ich würde auch damit leben können, denn er würde dann ja zu meinem Leben gehören, ich könnte mich dagegen wehren, aber doch ist er mir dann auf den Kopf gefallen und ich muss diese Tatsache annehmen und akzeptieren, denn sie gehört ja dann zu meinem Leben.- das ist das was ich mit dem Wort Liebe meine – keine Seifenblasenliebe. Lieben heißt auch akzeptieren und annehmen.
Das alle meine Entscheidungen auch meine Mitmenschen betreffen, das ist eine normale Sache, wenn ich aber das Leben liebe, mich liebe, wie soll ich dann Entscheidungen treffen,
die negativ auf die Mitmenschen auswirken? Wenn ich ja, zu meinem Leben sage, dann denke ich positiv, dann wird all das was ich Entscheide auch etwas positives haben.
Die Frage nach der Zukunft, ja jede Handlung wird für die Zukunft etwas auslösen, jedoch ist die Zukunft für jeden Menschen etwas, was einem weißen Blatt gleicht, denn niemand kennt seine Zukunft und sie wird jeden Tag durch Handlungen, Nichthandlungen oder das Leben bestimmt. Also kann ich für mich kein festes Ziel für die Zukunft fassen. Oft geschieht das was ich mir wünsche, ich habe es beruflich gerade wieder erlebt, in anderen Bereichen ist die Zukunft morgen vollkommen neu. Wenn ich das nicht akzeptieren - lieben – kann werde ich bestimmt von meiner Zufriedenheit getrennt sein. Es ist für mich eine Frage der Einstellung zum Leben, mich auszurichten und das jeden Tag neu zu machen.
Die Philosophen sind für mich auch so facettenreich wie das Leben, jeder kann sollte und darf sich doch das heraussuchen was für Ihn passt.
Das die Psychologen viel zu tun haben, hängt für mich damit zusammen, dass die Menschen sich nicht annehmen, mit all dem was gerade geschieht oder vieles nicht Loslassen – sprich akzeptieren können.
Ich habe noch einen schönen Kalenderspruch von Erich Kästner
Man kann auf seinem Standpunk stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen.
Lieben Gruß
Siggi
Was für ein Aufwand. So kann man sich auch beschäftigen.
Werden Situationen nicht vom Einzelnen beurteilt. Einige lieben sie, einige hassen sie, einige nehmen sie hin, andere lösen sie " what ever"
Schlichtweg sind es doch nur persönliche Beurteilungen. Aber mehr, als dass einem etwas widerfährt oder etwas zur Lösung vorgelegt wird, ist es doch nicht. Aus einem "pro" wird plötzlich etwas negativ Behaftetes -- sehr gut !! So geht es auch.
Das Problem wird doch probelematisch, wenn Menschen ihre Probleme kommunizieren möchten. Wie löse ich das Problem eine unproblematische Problemebene zu finden.
Siggi meint:" Das die Psychologen viel zu tun haben, hängt für mich damit zusammen, dass die Menschen sich nicht annehmen, mit all dem was gerade geschieht oder vieles nicht Loslassen – sprich akzeptieren können. "
Genau das ist mir, einer 52 jährigen Frau passiert, die von Kindheit an gelernt hat, dass das Leben "planbar" sei.
Daran hielt ich viele Jahre fest, plante, kämpfte, suchte Auswege um dieses Leben, das nicht mehr nach meinen "Plänen" ablief wieder in die Spur zu bekommen.
Es gelang mir nicht, je mehr ich mich bemühte, und die Probleme lösen wollte!
Siggi hat recht!
Ich traf Menschen, die ihr Leben im "Hier und Jetzt" leben, und nicht mehr planen, und ständig nach Problemlösungen suchten. Das war mir in meiner verkrampften Zielorientierung völlig unverständlich! Nachdem ich nach Jahren gemerkt habe, das alles Kämpfen und Ablehnen mich nur krank machte, habe ich damit aufgehört.
Ich sehe was ist, ich freue mich am Guten und Schönen! Meine Krankheiten nehme ich an, und ich habe aufgehört mit anderen Menschen zu konkurrieren, um was auch immer.
Ich werde nicht verhungern und habe mich daran gewöhnt, das sogenannte "Normale Menschen" ,auch meine Verwandtschaft und frühere Freunde, mich nicht mehr für voll nehmen.
Ich erwarte es auch nicht mehr, denn wichtig ist, das ich mich nicht mehr selbst bekämpfe und verletze, denn das habe ich im Prozess der Versuche von Problemlösung und Lebensplanung ständig gemacht.
Ich will gar nicht mehr in bestimmte Kreise aufsteigen. Lieber nehme ich die Menschen liebevoll auf, die zu mir "herunterfallen", und das werden immer mehr.