Kontakt
Facebook
Twitter
RSS
Gästebuch
Wöchentlicher Newsletter

Ein bisschen Yin und ein bisschen Yang

Von Ralf Senftleben12 Kommentare

Vor einigen Jahren habe ich in einem Buch etwas extrem Wichtiges über menschliches Wachstum gelesen. Und zwar in einem Business-Buch über Verhandlungsführung. Und in diesem Buch hätte ich eine so tiefgreifende Erkenntnis eigentlich gar nicht erwartet.

Genau genommen war es ein Satz aus dem Buch, der mich so fasziniert hat.

Der Satz lautet: „Sei hart in der Sache und weich mit den Menschen.“

In Verhandlungen soll man also seine Interessen hart und unnachgiebig vertreten, aber gleichzeitig weich, höflich und verständnisvoll mit den Verhandlungspartnern umgehen.

Sei hart in der Sache (den eigenen Interessen) und weich mit den Menschen.

Als ich diesen Satz damals gelesen habe, hat es bei mir Klick gemacht. Im Grunde gilt das Gleiche auch, wenn es um die Beziehung zu sich selbst geht.

Auch hier ist es sinnvoll, manchmal hart und unnachgiebig zu sich selbst zu sein. Und zwar dann, wenn es um die Sache geht, also um die eigenen Interessen, Bedürfnisse und Wünsche. Gleichzeitig sollte man im Umgang mit sich selbst weich, respektvoll und verständnisvoll sein.

Erstaunlicherweise gehen wir Menschen hier oft genau umgekehrt vor. Wir sind zwar hart und respektlos mit uns selbst. Gleichzeitig sind wir aber auch weich und nachgiebig, wenn es um unsere Interessen und Wünsche geht.

Das zeigt sich zum Beispiel, wenn wir uns etwas fest vornehmen und nach ersten zaghaften Versuchen wieder aufgeben. Oder wenn wir Dinge aufschieben, die wir eigentlich erledigen sollten. Wenn es um unsere eigenen Interessen geht, sind wir eben oft butterweich.

Dafür sind wir dann aber hart mit uns selbst und machen uns Vorwürfe, dass wir nicht diszipliniert genug sind. Oder wir fragen uns vorwurfsvoll, warum wir wieder dies oder jenes falsch gemacht haben. Manchmal beschimpfen wir uns sogar selbst.

Wir sind hart zu uns selbst und weich in der Sache.

Andersherum wäre es besser.

Also weich mit sich selbst zu sein und gleichzeitig die eigenen Interessen ein bisschen härter zu vertreten.

Das bedeutet zum Beispiel:

Wenn Sie noch nicht da sind, wo Sie gerne hinmöchten, dann kann es daran liegen, dass Sie Ihre Interessen nicht hart genug vertreten. Also werden Sie vielleicht grundsätzlich härter und entschlossener, wenn es um Ihre Bedürfnisse und Wünsche geht.

Aber nur allein die Härte ist es nicht, sonst wird man ein kalter Knochen. Federn Sie die Härte ab, indem Sie möglichst weich mit sich selbst umgehen. Das bedeutet:

Seien Sie also weich, unterstützend, verständnisvoll und respektvoll mit sich selbst.

Wenn wir als Mensch wachsen wollen, dann hilft es enorm, wenn wir hart und weich zu gleich sind. Hart in der Sache und weich mit uns selbst. Oder für die Freunde der asiatischen Weisheit: Yin und Yang. Weiblich und männlich. Warm und kalt. Seien Sie hart und weich zugleich. Dann wird der Weg zu einem selbstbestimmten, reichen, erfüllten und sinnvollem Leben einfacher.

  1. Franz schreibt am 1. August 2010 um 09:05

    Das Zitat: Sei hart in der Sache und weich mit den Menschen.
    finde ich gut, dies auch auf sich selbst zu beziehen, finde ich genial.

    Das Buch "Fliege-Ziege" hab ich zwar noch nicht gelesen, aber schon die Idee finde ich genial.

    Was ich eingentlich schreiben wollte, den ganzen newsletter fand ich heute genial, weil mich alle themen angesprochen haben.

    ich wünsche einen schönen 1.August aus der sCHweiz
    Franz

  2. M.Dikti schreibt am 1. August 2010 um 09:10

    Es war neulich als das Wetter so düster war, waren auch meine Gedanken düster, doch ich nahm mir etwas vor,dass ich immer mache um mich von dem abzulenken.Ich stand vor der Aufgabe, und grübelte und und hatte Angst davor. Es fing alles mit einem schwarzen Hund an, ja ein schwarzer Hund machte mir Angst, dann die ganze Geschichte mit Duisburg, es war belastend und irgend etwas raubte mir meine Kräfte, es zehrte an meinen Kräften, und spukte in meinem Gehirn.
    Bis ich endlich an den Punkt angelangt war und mir sagte :"ich werde es versuchen!" Also begann ich mit meiner Aufgabe endlich doch noch- in Angriff nehmend. Die düsteren Gedanken verflogen nur langsam, aber sie lösten sich in Luft auf als mir noch der Satz aus 'the secret:"Man kann auch Menschen kochen!"durch den Kopf schossen, wisst ihr was ich in diesem Augenblick für eine Aufgabe erfüllte, "ICH WAR DABEI ZU KOCHEN, Ich kochte Kartoffelspätzle!" als ich mit meiner Massenproduktion fertig war, wollte niemand diese Spätzle so essen wie ich es mir vorstellte, und ich wurde so sauer,..Ihr kennt das doch bestimmt man macht sich viel Arbeit kocht und kocht steckt viel Zeit da hinein, und nachher essen die Angehörigen wenig oder ect;.....Und es ging mir danach viel besser,
    nachdem ich den Frust herausgelassen, hatte und über meine Ängste hinweggekommen war und ich hatte mehr als genug, und wollte nichts weiter, ich war so zufrieden und habe danach keine Ängste mehr gehabt!
    Hart wird es für mich, wenn andere ablehnend auf meine Kommentare reagieren, denn mein weicher Punkt ist der ,dass ich gerne anderen helfen möchte, sich nicht zu viele Gedanken über Dinge zu machen die uns doch im Grunde gar nichts angehen!
    Erst gestern, war hier bei uns wieder eine Rave-Party!!
    einen schönen Sonntag, und guten Appetit M.Dikti

  3. Gertrud schreibt am 1. August 2010 um 11:02

    Ihre Newslette inspirieren mich immer wieder und begleiten mich oft durch die kommende Woche. Auch dieser bringt es auf den Punkt ...
    Ein herzliches Dankeschön aus der Schweiz
    Gertrud

    Die Tibeter sagen: Sei zäh aber nicht hart.

  4. Jette schreibt am 1. August 2010 um 12:13

    jawoll, das stimmt;-)
    die schlechten Sachen, die man sich so den ganzen Tag über sagt oder auch manchmal (?) von anderen denkt oder zumindest wahrnimmt überwiegen leider schon... die nehme ich mir viel leichter ab als die positiven! - ich kann für mich sagen, dass ich innerlich auch ganz schön auf das Negative getrimmt bin: "Was, wenn das schief geht?" "Schon wieder nicht ..."; "na das war ja klar, dass es nicht..."; "ich bin aber auch ein Depp"... ich denke die Anschuldigungen gegen sich selbst sind beliebig weiter zu führen und oft auch sehr kreativ. --- Wie wär´s denn einfach mal, den Satz positiv weiterzuführen und dann irgendwann daran zu glauben, dass man es "schon wieder richtig gut gemacht hat!!? -- Daran arbeite ich schon eine ganze Weile und im Moment habe ich tatsächlich einen Run, obwohl ich "immer noch" überwiegend allein zu Hause sitze. Aufstehen - weitermachen!! Gestorben wird wann anders. you fall - dust yourself up and back in the saddle (frei nach Shakira und dem Fußballmotto)!
    Viele Grüße an alle Freudensgenossen ;-)
    Jette

  5. Corinna schreibt am 1. August 2010 um 12:45

    Herzlichen Dank für diese sinnige Sonntagsmail! Sie sprechen mir aus der Seele und fassen auch meine persönlichen Erkenntnisse wunderbar zusammen :-).und doch ist es wieder der Beginn zu mehr...es gibt wenige sinnvolle newsletter, Ihrer zählt zu den besten!

  6. Schnecki schreibt am 1. August 2010 um 13:31

    Ich bin hart zu mir,indem ich einer Arbeit nachgehe die mir eigentlich keine Freude mehr bereitet. Darum bin ich weich zu mir indem ich mir etwas gönne.
    Mich neu zu orientieren ist nicht leicht, den was ich jetzt auf Teilzeit verdiene, bekomme ich anderswo wahrscheinlich nicht für Vollzeit.
    Also arrangiere ich mich, mache das Beste daraus und lasse es mir gut gehen. :-)
    Ich bin hart zu mir indem ich mir verbiete anderen Kontra zu bieten, um des lieben Friedenswillen. Also schlucke ich, wenn mir andere Menschen vorhalten, ich sei zurückgezogen. Ich bin nicht zurückgezogen.Ich pflege meine Freundschaften, wobei ich auch hier schon die Meinung habe, daß es nicht viele Freunschaften gibt,eher gute Bekannte.
    Die Freunde haben sich während meiner Krankheit sehr gut herauskristallisiert. Hier bin ich weich zu mir, indem ic einfach traurig bin. Warum können einen die Menschen nicht so akzeptieren wie man ist? Warum wollen sie dich ändern? Sie wollten ja die Freundschaft zu einem weil du so bist wie du bist, oder? Es wäre ja auch blöd, wenn ich meinen Partner ändern möchte, den hab ich mir ja so ausgesucht weil er so ist, wie er ist, nicht wahr? Warum sollte er sich ändern?
    So könnte ich noch weiter sinnieren, was dann?
    Einen schönen Sonntag, Schnecki

  7. Claudia Tischler schreibt am 1. August 2010 um 14:42

    Vielen Dank für diese sinnigen und sehr gut aufgeschlüsselten Gedanken, die für die Praxis wirklich taugen!!
    Gerade eben hatte ich mal wieder eine Erfahrung "der gleichen Art", die mich schon zum zigten Mal ausgebremst und traurig gemacht hat.
    Durch Ihre mail fühle ich mich neu motiviert!!Sie haben meine Basis wieder aufgebaut und die Zuversicht "lugt schon wieder um die Ecke!!"
    Herzliche Grüße und einen schönen Restsonntag!!

  8. Claudia Tischler schreibt am 1. August 2010 um 14:51

    Vielen Dank für diese sinnigen und sehr gut aufgeschlüsselten Gedanken, die für die Praxis wirklich taugen!!
    Gerade eben hatte ich mal wieder eine Erfahrung "der gleichen Art", die mich schon zum zigten Mal ausgebremst und traurig gemacht hat.
    Durch Ihre mail fühle ich mich neu motiviert!!Sie haben meine Basis wieder aufgebaut und die Zuversicht "lugt schon wieder um die Ecke!!"
    Herzliche Grüße und einen schönen Restsonntag!!

  9. Claudia Tischler schreibt am 1. August 2010 um 15:05

    Vielen Dank für diese sinnigen und sehr gut aufgeschlüsselten Gedanken, die für die Praxis wirklich taugen!!
    Gerade eben hatte ich mal wieder eine Erfahrung "der gleichen Art", die mich schon zum zigten Mal ausgebremst und traurig gemacht hat.
    Durch Ihre mail fühle ich mich neu motiviert!!Sie haben meine Basis wieder aufgebaut und die Zuversicht "lugt schon wieder um die Ecke!!"
    Herzliche Grüße und einen schönen Restsonntag!!

  10. Romy Ries schreibt am 1. August 2010 um 21:46

    Danke für die E-Mail, sie paßt 100%ig in mein Leben, in meine Gedanken und Ereignisse. Ich hatte fast vergessen wie schön das Leben ist! Es fordert mich jeden Tag aufs Neue und ich lerne mich neu. Viel schmerzliches ist passiert - das hat mich weich gemacht und geleehrt mit LIEBE ist alles möglich. Danke für den schönen Sonntagabendgruss.

  11. Michi schreibt am 2. August 2010 um 14:02

    Der Newsletter trifft unglaublich zu. Ich gucke auch immer nach anderen und zu mir selbst bin ich überhaupt nicht weich, den Boomerang bekomme ich durch Krankheiten zurück. Es ist schwer in der Gesellschaft zu bestehen und zu sich selbst noch liebevoll zu sein, dabei weiß ich, dass ich sehr viel geben kann, auch für mich selbst. Danke schön für diesen Newsletter, er stimmt mich wieder nachdenklich.....
    lg
    Michi

  12. movie schreibt am 3. August 2010 um 22:00

    Ein Spruch fällt mir hierzu ein: "Das Schicksal klopft den einen weich, den anderen hart - es kommt auf das Material an."
    Und dieses ist in vieler Hinsicht schon vorgefertigt durch die Vorarbeit der Erzieher, der "heimlichen", heute noch in den Hinterköpfen anwesenden. Ich denke mal, dass besonders Perfektionisten, die gelernt haben, sich über Leistung zu definieren, auch, um Anerkennung zu bekommen, Probleme damit haben, mit sich "weich" und liebevoll umzugehen. Gleichzeitig fällt es manchmal auch schwer, die eigenen Bedürfnisse, sofern sie erkannt und angenommen wurden, mit der nötigen Konsequenz durchzusetzen. Es ist ein ewiger Kampf, sich hierbei nicht rechtzufertigen, sich keine Schuldgefühle einreden zu lassen oder selbst zu machen. Verlustängste spielen da auch mit hinein. Mir jedenfalls geht es genauso und ich muss richtig daran arbeiten, mich nicht zu vergleichen und runterzumachen, z.B. mit den so viel perfekteren Angehörigen oder Mitbürgern. Dann hilft es auch mitunter, mir meine Fähigkeiten, meine Leistungen und zwar auch auf dem mitmenschlichen Sektor vor Augen zu führen, auch mal zurückzuschauen, was ich alles schon durchgestanden habe, durchzuatmen, meinem Spiegelbild zuzulächeln und mir zu sagen: Schau hin, du bist etwas Besonderes und auch du bist ein Teil des großen Ganzen. Manchmal überzeugt es mich...

    Einen lieben Gruß von
    movie