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Mich wirft so schnell nichts um (innere Stärke gewinnen)

Von Ralf Senftleben54 Kommentare

Ich denke zur Zeit viel darüber nach, wie wir Menschen eine größere innere Stärke entwickeln können. Mit innerer Stärke meine ich dieses gute Gefühl, dass einen so schnell nichts umwerfen kann und dass man selbst aufrecht, kraftvoll und handlungsfähig im Leben steht.

Um das zu erreichen ist eine bestimmte Sache besonders nützlich: und zwar eine gewisse psychische Flexibilität.

Mit psychischer Flexibilität meine ich die Fähigkeit, die eigenen Gefühle und Gedanken nicht zu ernst zu nehmen, sondern diese mit einem gewissen Abstand zu betrachten.

Gedanken und Gefühle sind willkürlich

Meiner Erfahrung nach sind unsere Gedanken und Gefühle manchmal ziemlich willkürlich. Oft steckt hinter unserem Denken und Fühlen kein tieferer Sinn. Manchmal denken wir einfach irgendwelchen Blödsinn, den wir aufgeschnappt haben. Oder machen uns über Dinge Sorgen, die extrem unwahrscheinlich sind.

Manchmal kommen mir zum Beispiel Gedanken in den Kopf, wie:

Früher haben mich solche Gedanken ziemlich beschäftigt. Da dachte ich: “Diese Gedanken müssen doch einen Sinn haben. Vielleicht ist das eine Warnung aus meinem Unterbewusstsein?” Erstaunlicherweise ist aber nie etwas Schlimmes passiert, nachdem mir mein Unterbewusstsein so ein “Zeichen” gegeben hat…

Irgendwann habe ich begriffen, dass solche Gedanken einfach nur Gedanken sind, die mein Kopf eben manchmal so denkt. Und seitdem ich solche Gedanken mit Abstand betrachte und nicht mehr ernst nehme, ist mein Leben wesentlich einfacher geworden.

Wenn ich heute sorgenvolle oder angsteinflößende Gedanken habe, sage ich mir einfach: “Danke Kopf, dass du so interessante Gedanken denkst.” Und damit ist die Sache für mich in den meisten Fällen erledigt.

Unser Kopf ist dann am nützlichen, wenn wir ihn gezielt einsetzen, um zu planen, Alternativen zu durchdenken oder Probleme zu analysieren und zu lösen. Und wenn man dem Kopf nichts zu tun gibt, erfindet er irgendwelche Gedanken, nur damit er ausgelastet ist. Das muss man wissen und entsprechend entspannt damit umgehen.

Unsere Gefühle sind ein Spiegel unseres Lebens

Mit Gefühlen ist es ähnlich. Unsere Gefühle hängen von sehr vielen Einflussfaktoren ab – zum Beispiel,

Das bedeutet, dass Gefühle oft einfach keinen tieferen Sinn haben. Sie sind einfach nur ein Spiegel unserer augenblicklichen Umstände, unserer Einstellung zum Leben und unseres augenblicklichen Verhaltens.

Gefühle zu haben ist ja auch nicht das Problem. Zum Problem wird es erst, wenn wir die eigenen Gefühle bewerten:

Erst wenn wir uns selbst unsere Gefühle krumm nehmen, fangen die Schwierigkeiten an. Denn wenn wir uns unsere Gefühle verbieten oder uns wegen ihnen auch noch fertig machen, verstärken wir die negativen Emotionen dadurch! Wir machen dadurch alles nur noch schlimmer, als es ist.

Gefühle akzeptieren und ihnen Raum geben

Psychische Flexibilität bedeutet hier, die eigenen Gefühle nicht überzubewerten. Es sind eben nur unsere Gefühle. Nicht mehr. Und auch nicht weniger. Und sie dürfen da sein. Und wenn wir sie einfach nur wahrnehmen und ihnen den notwendigen Raum geben, dann verschwinden sie normalerweise auch wieder.

Manchmal haben Gefühle natürlich auch eine Bedeutung und sie zeigen uns an, dass wir besser irgendetwas in unserem Leben ändern sollten. Aber auch hier ist es nützlicher, wenn wir unsere Gefühle mit etwas Abstand betrachten, sonst kann es zu unklugen Kurzschlussreaktionen kommen, die wir hinterher bereuen.

Unsere Möglichkeiten nutzen, um unsere Gefühle zu ändern

Es ist hier auch hilfreich die Einflussfaktoren im Kopf zu behalten (siehe oben), die unsere Gefühle beeinflussen. Weil dann können wir unsere Gefühle bewusst ändern, wenn es zu unangenehm wird. Unangenehme Gefühle werden beispielsweise durch Selbstvorwürfe selten besser. Aber durch Bewegung, bessere Ernährung, Änderung der Lebensumstände und allgemein bessere Selbstfürsorge kann man seine Stimmung wirksam beeinflussen.

Um auf diese Weise zielgerichtet mit den eigenen Gefühlen umzugehen, muss man als allererstes aufhören, die eigenen Gefühle zu wichtig zu nehmen. Das bedeutet,

Durch einen gewissen Abstand zu unseren Gefühlen und Gedanken entsteht psychische Flexibilität. Und mit der psychische Flexibilität kommt auch die innere Stärke, also das Vertrauen, mit allem irgendwie klarzukommen. Das Gefühl, dass einen nichts so schnell umwerfen kann.

Wenn wir mit unseren Gefühlen und Gedanken klarkommen, kommen wir mit allem klar. Dann sind wir innerlich gefestigt. Dann spüren wir diese innere Kraft und Stärke.

  1. silvie schreibt am 18. November 2010 um 06:55

    o.k.
    nachdem mein gelieter ehepartner vor 1 woche verstorben ist, kann ich momentan mit diesem artikel nicht viel anfangen....

    ich hatte 10 jahre angst, was ist wenn.... und es ist nun eingetreten ....

    mutter theresa hat nun ausgedient und ich bin plötzlich wieder frei und....

    kann nicht mehr klar denken -

    ich habe den lebensfreude kurs absolviert und hole mir immer gerne anregungen und mut auf eurer seite - aber zur zeit ist alles trostlos (im wahrsten sinn des wortes)...

  2. Der Bär schreibt am 19. November 2010 um 11:15

    Das ist für mich alles sehr leicht dargestellt,
    ich glaube fest, dass all unsere Gefühle haben ja einen Sinn, ob wir uns mit diesem Sinn auseinandersetzen wollen liegt bei uns selbst.
    Das die Gefühle vom Essen und ähnlichem Abhängen liegt wenn nur an der falschen Ernährung, man schaue die Menschen an die vorher an sich arbeiten, sie ernähren sich knapp und Meditieren bringen ihr Denken auf einen Punkt, das beherrscht sogar den Schlaf, die Organe und das Traumverhalten. Man kann seine Gedanken und Gefühle vorher beeinflussen durch das fokussieren des Denkens.
    Es kommt auch auf die Art der Gefühle an, wie sehr der Mensch etwas Wahrnehmen kann und wie sehr er darin geübt ist und welche Kontemplation er dem entgegenbringen kann
    Dann werden auch die Gefühle grundsätzlich einen anderen, oder den Raum haben, den man ihnen noch gestattet.
    Auch Krankheiten kann man durch solch ein Training besser ertragen oder sie annehmen und trotzdem innerlich damit konform gehen.
    Es ist vieles Theorie, bis man sich an die Praxis wagt und wirklich an sich und seinem inneren arbeitet und alle Verdrängungstheorien aufgibt.

    Ich wünsche allen, dass sie ihr Inneres erkennen, verstehen und beherrschen können.

    Der Bär

  3. Matilda schreibt am 21. November 2010 um 07:08

    Ja, es hört sich einfach an. In der Praxis erfordert es allerdings eine ungeheure Disziplin, jede negative Stimmung, jede Angst zu reflektieren, zu relativieren und zu verarbeiten. Es braucht auch Zeit und Muße. Und sehr viel Kraft. Negative Gefühle können aber auch positive Seiten haben: sie warnen uns vor Situationen, Schieflagen, Risiken. Vielleicht stecken wir gerade in einem Job, in dem die Relation zwischen Nutzen und Kosten schon lange nicht mehr stimmt, in einer Beziehung, die vor allem auf unsere Lasten geht oder steuern auf ein gesundheitliches Problem zu, und wollen uns damit nicht auseinander setzen. In einer solchen Situation auf seine Gefühle zu hören kann eine dringend notwendige Veränderung bewirken

  4. Ulrich Pranskat schreibt am 21. November 2010 um 07:30

    Morgen Gemeinde.....

    ...toller Beitrag.Habe es bisher noch nicht so betrachtet.
    Der Blick-Gedanken.Gefühlswinkel machts.
    Manchmal beschleichen mich zwar merkwürdige Gefühle die mich teilweise ärgerlich oder wütend machen...ich verharre dann eine Weile und es ist wieder gut, nur glaube ich das ich dem zuviel Bedeutung widme.Manchmal sind es keine schönen Gefühle oder Gedanken, dann frag ich mich:woher in Gottesnamen, kommt das denn her?Das passt ja überhaupt nicht zu mir.
    Nun nach dem lesen des Beitrages...alles klar auf der Andrea Doria....es sind nur irgendwelche Gedanken und Gefühle....die nur so da sind....puh...das beruhigt mich ungemein.
    Werde die ganze Vorgehnsweise meines Kopfes mal mit Abstand betrachten....dann wird wohl wieder gehn.

    Euch allen noch eine schöne Zeit....Ulli

  5. Irmi schreibt am 21. November 2010 um 08:54

    Hugo von Hofmannsthal schrieb einst:
    Und ich sprach zu meinem Herzen,
    lass uns fest zusammen halten.
    Ich denke sich treu zu bleiben ist sehr wichtig, denn mein eigenes Fundament auf dem ich täglich stehe kann nur ich alleine schaffen. Erst dann bin ich in der Lage die Unvollständigkeit anderer (natürlich in Greznzen) mit zu tragen.
    Sonnige Grüße aus Ungarn

  6. Reni schreibt am 21. November 2010 um 09:01

    In manchen Situationen nützt weder Ausbildung, noch Erfahrung. Da hilft es nur noch, autentisch zu sein, auf das Bauchgefühl zu hören, spontan zu reagieren. In der Hospizbegleitung erlebe ich das bei jedem Fall aufs Neue.

  7. Yvonne schreibt am 21. November 2010 um 09:10

    Manche Gedanken und Gefühle sollte man wirklich nicht für ernst nehmen ... oft bestätigen sie sich nicht. Das weiss man dann hinterher.

    Man kann sich mit Gedanken und Gefühlen auch selbst runter ziehen ...das ist das dann, was die innere Stärke schwächt.

    Ernst nehmen sollte man vielleicht eher, den Impuls für solche Gedanken. Oft sieht man ein Muster darin, das nicht gut tut und nicht weiterbringt. Wenn ich bestimmte Gedanken und Gefühle habe, so erkenne ich eher das Potenzial an Angst die diesen zugrunde liegen und möchte an der Angst arbeiten oder an der Unsicherheit meines Ichs bestimmten Situationen gegenüber. Denn Gedanken und Gefühle können auch Panik auslösen, weil man sich in etwas geistig und gefühlsmässig hineinsteigern kann.
    Wenn das Kopfkino beginnt :-) ... erlebt man die eigene Gedankenwelt auch emotional ... und sogar körperlich. So ähnlich wie ein eindrucksvoller und aktionreicher Film im Kino.
    Also möchte ich eher an die Wurzel dieser Gedankenwelten kommen, um dann den Abstand zu finden und dann den aufkommenden Gedanken und Gefühlen Raum geben zu können mit dem Satz "Ahh, ihr seit wieder da ...ihr dürft noch eine kleine Runde drehen und jetzt aber ab und raus in den Wald" .... Das heisst für mich aber auch, dass ich eher daran arbeiten möchte, bestimmte Umstände und Situationen nicht zu werten ... sondern abwarten zu können und mich meiner selbst zu widmen.
    So gesehen haben die Gedanken und Gefühle doch ihren Sinn, weil sie zeigen, wo es in unserem inneren zu arbeiten gilt, wenn wir es anschauen wollen.
    Übrigens gehöre ich zu den Menschen, die manchmal viel zu viel nachdenken :-)

    Yvonne

  8. Sunny schreibt am 21. November 2010 um 09:13

    Was die Überlegungen zu Gedanken angeht, so kann ich folgen und nutze diese Anregungen bestimmt einmal.
    Doch was ist mit der Liebe, mit dem Gefühl von Liebe? Wem es gelingt, dies - besonders in bestimmten Situationen - mit Abstand zu betrachten, der hat meinen größten Respekt. Da Gefühle auch "bloß" im Kopf stattfinden bzw. gedacht sind, wie ich kürzlich hörte, gibt es sicherlich die Möglichkeit, ihnen mit Abstand zu begegnen. Wie das geht, habe ich noch nicht herausgefunden.

    Einen schönen Sonntag!

  9. Marion Wann schreibt am 21. November 2010 um 09:18

    Hallo, ich musste grinsen als ich den Bericht las. Vor ein paar Wochen hätte ich auch noch anders gedacht, war in REHA.

    Es ist so wichtig flexibel auf die eigenen Gefühle zu reagieren, sie aber auch wahrzunehmen und zuzulassen und
    ihnen nicht zu viel Bedeutung beimessen.
    So können wir auch wieder glücklich leben, weinen, lachen und lieben und werden nicht krank davon. Gewinnen dadurch positive Energie und die innere Stärke, auch Dinge loszulassen.
    Wir werden mit Problemen besser fertig, finden Vertauen zu uns selbst und finden unser Selbstbewusstsein zurück.
    Ich habe durch Gespräche gelernt mit meinen Gefühlen und Gedanken klarzukommen. Ich fühle mich jetzt viel wohler.
    Viele Grüße Marion

  10. Monika schreibt am 21. November 2010 um 09:29

    Puh, ich lese den Text und weiß, so würde es besser gehen! *Ups, schon wieder diese Bewertung in meinem Denken*

    Bei Angst kann ich es inzwischen ganz gut umsetzen, dass ich sie eher als Gast betrachte. Ein Gast, den ich nicht eingeladen habe, der nun aber mal da ist und dem ich freundlich begegnen werde. Manchmal sage ich zur Angst: "Komm einfach mit...aber halte die Klappe!"

    Bei der Liebe gelingt mir der Absatand noch nicht. Und im Höhenflug bin ich darüber auch kein bisschen traurig. Nur der Fall tu immer und immer wieder so weh und dann wollte ich gerne, ich hätte mich nicht so sehr in das Gefühl eingewickelt, sondern hätte es mehr mit Abstand gesehen.

    Die Gedanken: "Das komische Gefühl kommt bestimmt, als Warnung, aus meinem Unterbewusstsein." haben sich schon so oft NICHT bestätigt. Aber jedes Mal nehme ich sie wieder und wieder sehr, sehr ernst. Daran will ich arbeiten!

    Gute Gefühle und gutgelenkte Gedanken für Euch alle,

    Moni

  11. Maja schreibt am 21. November 2010 um 09:44

    Gedanken produzieren Gefühle. Der übewiegende Teil von uns lässt sich von den Gedanken beherrschen. Die Gedanken basieren auf Mustern, Efahrungen,erlernten Reaktionen und auch kollektiven Bildern. Das zu erkennen, hilft schon sehr viel.

  12. Monika schreibt am 21. November 2010 um 09:50

    Ich glaube nicht unbedingt die Gedanken sind das, was es ab und zu so schwierig macht, sondern unsere BEWERTUNG der gedanken die wir denken.

  13. Monika schreibt am 21. November 2010 um 09:50

    Ich glaube nicht unbedingt die Gedanken sind das, was es ab und zu so schwierig macht, sondern unsere BEWERTUNG der gedanken die wir denken.

  14. Gabi schreibt am 21. November 2010 um 10:18

    Meiner Ansicht nach hängen Gefühle aber auch zwangsläufig von anderen Menschen ab. Oft wird dagegen gehalten, man wolle ja nur die eigene Verantwortung für sich übernehmen, sondern an andere abschieben.
    Doch ich bin fest überzeugt von dieser Abhängigkeit, der sich nicht jeder Mensch in jeder Situation entziehen kann. Beispiel: sind Eltern sehr lieblos mit ihren Kindern, werden sie wahrscheinlich auf Grund dessen keine guten, sondern negative Gefühle bei diesen hervorrufen. Ist ein Partner in der Beziehung egoistisch, unfair oder überschreitet andere Grenzen, empfange ich erstmal dieses und damit produziert er meine schlechten resulierenden Gefühle. In einer liebevollen Beziehung, in der ein Partner sich von vorneherein anders verhält, werden von vorneherein derartige schlechte Gefühle eben gar nicht erst geschaffen. Um es kurz zu machen. Ich meine, es läuft grob gesagt nach dem Prinzip: Reiz - Reaktions - Schema. Was ich dann aus den schlechten negativen Gefühlen im ANSCHLUSS mache, ist dann erst der zweite Schritt. Aber zunächst sind wir alle miteinander dafür verantwortlich, einander gegenseitig keine schlechten Gefühle zu produzieren. Es könnte einfach sein, würden sich viele Menschen dieser Verantwortung anderen Menschen gegenüber bewußt sein (Eltern ihren Kindern gegenüber, Partner ihrem Partner gegenüber, Chefs ihren Mitarbeitern gegenüber, Lehrer ihren Schülern gegenüber etc. etc.)
    Der Aussage, dass auch andere oben beschriebene Faktoren wie Essen, genügend Schlaf etc. darüber hinaus Einflußfaktoren für schlechte Gefühle sind, stimme ich vollends zu.

  15. barbara a. lehner schreibt am 21. November 2010 um 10:40

    Das wird ein wunderbarer, relaxter, scharfer Tag.
    Gut geschlafen. Sex. (O.k., ich geb zu, bewegt hab ich mich dabei nicht sehr viel, aber ich war gestern im Fitness-Studio ;-)), Kürbiskernbrot mit Frischkäse und frischen Chilischoten, ein Ei, kernweich. Blutzucker- und Hormonspiegel hab ich noch nicht gemessen.

    Natürlich kenn ich das auch mit den blöden Gedanken und Gefühlen, die sich in Gehirn und Bauch festsetzen und sich wichtig machen. Mir hilft dabei immer folgendes Bild:
    Diese Scheißgedankengefühle sind Wolken, die an mir vorüberziehen. Manche davon weiß und flauschig, Schönwetterwolken, manche dunkel und bedrohlich. Ich nehme sie wahr, betrachte sie, wenn es da oben donnert und blitzt nehm ich mich selbst in den Arm wie eine tröstende Mutter ihr Kind. Ich schieb sie nicht weg, das gelingt mir auch bei Gewittern nicht. Aber ich weiß: Sie ziehen weiter. Dahinter oder darüber ist die Sonne. Noch ist keine einzige Wolke tatsächlich dort oben geblieben, so gefährlich sie auch ausgesehen hat.

  16. Angelika schreibt am 21. November 2010 um 10:44

    Hallo.ich habe lange daran gearbeitet meinen Gefühlen zu trauen und das ist gut.Wenn wir alles umprogrammieren dann könnten wir auch Roboter sein.Ich halte es für ziemlich überzogen ales zu kontrollieren.Tief in mir ist meine Wahrheit und der vertraue ich .Schönnen Sonntag Angelika

  17. Pia schreibt am 21. November 2010 um 10:44

    Mich ermutigt der Text gelassener zu sein. Ich muss mich von Gefühlen und Gedanken nicht herunterziehen lassen. Aber sie auch nicht einfach verdrängen. Aber wenn negative Gedanken und Gefühle zu häufig auftreten ist das für mich ein Hinweis, dass ich stärker auf mich achten darf. Innehalten, bei mir sein, zur Ruhe kommen...dann kann ich schauen was davon noch übrig bleibt. Vielleicht brauche ich eine neue Anregung, einen neuen Blickwinkel...

  18. Monika schreibt am 21. November 2010 um 10:58

    @Gabi:
    Ich bin wirklich der Meinung, dass uns kein Mensch dieser Welt ein Gefühl machen kann. ICH mache mir meine gefühle und auch meine Gedanken selbst. Weil ich das, was mir geschieht, bewerte.
    Wenn mich mein Vater anschreit kann ich zusammenzucken, weil ich Angst habe, dass er mich wieder schlägt. Ich kann aggressiv werden, weil ich ihn nicht mehr ertragen will. Ich kann ruhig und gelassen weggehen und ihn stehen lassen.

    Wenn er für das, wie es mir geht und wie ich mich fühle auch nur ein ganz lein wenig verantwortlich wäre, hätte ich nur eine Möglichkeit zu reagieren. ABER es liegt daran, was ich in mir daraus mache. Es liegt daran, wie ich es bewerte, was in der Welt um mich herum geschieht.
    Ich kann Dich weder fröhlich noch böse machen. Das kannst nur Du selbst indem Du Dich auf meine Anregungen oder meine Sticheleien etc. einlässt.

    Was für Dich gilt, gilt natürlich auch für mich und den Rest der Menschheit. :-)

    Liebe Grüße von Moni

  19. Monika schreibt am 21. November 2010 um 11:04

    @Angelika:

    Ja, auch Du hast meiner Meinung nach Recht. Wir sollten unseren Gefühlen trauen. Aber dazu müssten wir stets wissen, wodurch sie zusatnde gekommen sind. Kommt ein Angstgefühl beim Anblick einer Spinne wirklich aus einer Gefahr heraus? Oder kann es sein, dass dieses Gefühl einfach so weitergegeben wurde, in einer Gesellschaft, in der - insbesondere - Frauen schreien, wenn sie eine Spinne sehen?
    Sind die "Schmetterlinge im Bauch" immer die Wahrheit? Kommen sie immer nur zustande, wenn das Gefühl RICHTIG ist?

    Ich glaube, Gefühle täuchen uns auch. Und darum ist es schwierig generell zu sagen: ich vertraue meinen Gefühlen oder ich beachte sie gar nicht.

    Wie oft hatte ich z.B. schon ganz große Angst vor der Diagnose Krebs? Sehr oft! Noch niemals hat sich dieses Gefühl bestätigt. Zum Glück! Und Gott sei Dank! DEnnoch ist es bei kritischen Situationen immer ganz stark da, dieses Gefühl. Ich denke, bei mir kommt es daher, dass viele in meiner Familie an dieser Krankheit gestorben sind. Daher kommt ganz schnell dieses Gefühl, es hat nichts mit einer Vorahnung zu tun.

    Positive Gedanken und Gefühle für Euch alle wünscht

    Moni

  20. Maggy schreibt am 21. November 2010 um 11:07

    Ja hallo und guten Morgen, oh nee...schon Mittag :)!

    Danke für den hilfreichen Beitrag, den ich nur bestätigen kann:
    Seitdem ich mir nicht mehr alles glaube was ich denke, ist mein Leben viel einfacher und fröhlicher geworden. Früher habe ich es mir immer so kompliziert gemacht.
    Seit ich ganz sicher weiß, dass das einzigste was ich wirklich für dieses Leben brauche, die Luft zum Atmen ist, kommt der ganze Rest von selbst.
    Schönen Sonntag
    Maggy

  21. Eva-Maria schreibt am 21. November 2010 um 11:13

    Hallo Zusammen,
    für mich wieder ein sehr guter Beitrag.Ich bin auch immer noch auf dem Weg des Lernens,alles garnicht so einfach,aber ich bekomme durch die Beiträge immer wieder gute Impulse zum Nachdenken und Verändern,danke Tania und Ralf.

    Moni.....
    das finde ich echt gut mit der Angst,was Du sagst,habe es mir mal Notiert,ich hatte vor kurzem auch das Erlebniss in einem Kaufhaus,es war sehr voll,und ich sagte,Angst...du kommst jetzt mit,so oder so....und ich merkte,die Angst wurde ruhiger.

    Schönen Sonntag und liebe Grüße aus dem Sauerland Eva.

  22. Christine schreibt am 21. November 2010 um 11:17

    Danke für diesen Beitrag. Tatsächlich: Die Gedanken müssen sinnvoll (und ich ergänze noch das Wort positiv) beschäftigt sein, um sich vom (Voraus-)Grübeln, Zergrübeln, Verängstigen lösen zu können.
    Mir gefällt die vor einigen Jahren in einer schweren Situation erlernte folgende Hilfsbrücke: Die Probleme in einen Rucksack packen und an einem etwas entfernten Platz abstellen. Ich weiß, dass die Probleme da sind, ich kann bei Bedarf auch mal nachsehen, aber ich muss den Rucksack nicht ständig mit mir herumtragen. Das Ergebnis dieser Hilfsbrücken-Anwendung: Obwohl sich am Problem kaum etwas geändert hat (und ich musste erkennen, dass ich dort nichts verändern kann), habe ich alleine durch andere Gedanken und eine andere Einstellung viel Lebensqualität wiedergewonnen. Es ist erstaunlich, was alles geht!

  23. Roland schreibt am 21. November 2010 um 11:40

    Hallo zusammen!
    Schön, diese Gedanken und beiträge zum sonntag ;-)
    Ich kenne dieses "Abstand haben" schon länger. ich bin oft von depressiven stimmungen beeinträchtigt. Mein Körper ist schwer und meine Denkfähigkeit ist etwa um 10 IQ-Punkte runtergesetzt. Das ärgert mich jeweils sehr! Doch damit mache ich es nur schlimmer und/oder länger.
    Die gute Nachricht ist:
    Es ist egal, ob das momentane/wiederkehrende Gefühl/der Gedanke ernstzunehmen ist fürs eigene Leben oder nicht ;-) Allein dieser Abstand dazu ist es, ich werde mit Hilfe vom "Annehmen/Loslassen" erst befähigt, das Störende auf eine befreite Art und Weise ernst zu nehmen (oder eben nicht...).
    Die Buddhisten versuchen sich zB. daran. Man kennt es auch unter dem Namen "loslassen" oder Akzeptanz/Annehmen/den Gefühlen im Körper Raum geben.
    Wie Ulli weiter oben schon sagte: es beruhigt ungemein, wenn man Gedanken/Gefühle als das betrachtet, was sie sind: Gedanken und Gefühle. Nicht mehr. Soweit die Theorie.
    Die Umsetzung ist schwieriger. Durch das Annehmen der negativen Gefühle gehen sie auch nicht unbedingt gleich weg. Wichtig ist einfach, dass ich sie akzeptiere UND gleichzeitig meinen Weg gehe, mich nicht beirren lasse. Als Wegweiser, in welche Richtung denn?, stelle ich mir Werte auf. In welche Richtung soll mein Leben gehen? Was soll mal auf meinem virtuellen Grabstein stehen? Was möchte ich meine Anghörigen an meiner Beerdigung über mich sagen hören? (Tönt morbid, sind aber gute fragen, um sich seine Werte klar zu machen zum heutigen zeitpunkt)
    Also nochmals kurz: Wir sollten uns von unseren negativen Gefühlen/Gedanken nicht beeinträchtigen lassen und unser Leben so leben, wie wir es wollen.
    Gruss aus der Schweiz!
    Ich wünsche einen schönen Sonntag allen zusammen ;-)

  24. Manni schreibt am 21. November 2010 um 11:48

    Ich denke auch, es ist wie Monika es sagt: nicht die Gedanken, sondern unsere Bewertung darüber machen die Sache so schwierig. Es ist meine feste Überzeugung, dass alle meine Gedanken und Gefühle mir etwas sagen (oder lehren?) wollen, wenn auch vielleicht nur: Komm zur Ruhe, komm zu dir selbst. du bist ja völlig abgespannt.
    Ich versuche meine Gedanken und meine Gefühle "einfach" zu betrachten und wahr zunehmen (so gut es eben geht und ich dazu in der Lage bin). Und ich glaube, allein dadurch wird sich schon eine Veränderung (hin zu meinem wahren Selbst) ergeben.
    Und ich bin in der überaus Zwischenzeit dankbar, dass ich überhaupt wahrnehme, was mit mir los ist und wie ich auf andere wirke. Nur dann habe ich doch eine Chance darauf zu reagieren. Ich kann mich noch daran erinnern, da war das ganz anders. Aus heutiger Sicht kommt es mir vor, dass ich damals quasi ein Spielball meiner Gedanken und meiner Gefühle war.

  25. Angelika schreibt am 21. November 2010 um 11:48

    Monika,danke für deine Antwort.Ich hatte krebs und wenn ich nicht auf meine Gefühle gehört hätte würde ich heute nicht mehr leben.Ich weiss das du es so nicht meinst ,aber ich habe keine Lust mehr alles zu analysieren.Manchmal liege ich falsch ,aber meistens richtig.Ja und was soll es .Hätte ich gestern meinen Gefühlen mehr beachtung geschenkt ,wäre ich nicht zu schnell gefahren und hätte diesen Unfall nicht gebaut.Es war nur Blech .Christine das mit dem Rucksack finde ich wunderbar.Das werde ich mal versuchen .Allen einen schönen Sonntag

  26. Beate schreibt am 21. November 2010 um 12:28

    Sehr hilfreich für mich, dieser Artikel. Ich setze mich z. Zt. mit diesem Thema auseinander und bin zu den gleichen Beobachtungen gekommen, war mir aber nicht ganz sicher ob ich ihnen trauen kann, jetzt habe ich die Bestätigung. Wobei ich nicht abstreite, das es auch Gefühle gibt, auf die wir hören sollten. Aber halt erst nach einer Überprüfung aus einem gewissen Abstand heraus. Ich wünsche uns alleneine gute Woche

  27. Norbert schreibt am 21. November 2010 um 12:58

    Seit ein paar Monaten habe ich dafür eine Methode, aus dem was Buddha lehrte.
    Mit "INSIGHT mind focusing" kommt man je nach prktizieren oder dranbleiben, sehr schnell zu wundersamem Erkenntnissen.
    Diese Methode, ca 2500 Jahre alt, bewirkt den eigen Verstand zu verstehen. Einsicht - der momentanen Achtsamkeit, kommt total ohne Fremdbeeinflussung aus.

    Wir brtrachten "Loslassen"oft als einen Prozess. Das kann nicht gelingen. Loslassen , so erfahre ich es täglich, bedeutet nicht anhaften.
    Das lässt es einfach, wenn auch nicht leicht, als Gewohnheit werden.

    Auf Hilfe von Außen ist der Mensch dann nicht mehr angewießen. Er kommt in das eigen Wissen und braucht nicht mehr zu glauben.
    Ein totale Befreiung.

    Oder wie schon Platon sagte:
    Denken und Reden sind dasselbe. Nur, dass das innere Gespräch der Seele mit sich selbst, was ohne Stimme vor sich geht, Denken genannt wird.

    VG
    Norbert Glaab

  28. Monika schreibt am 21. November 2010 um 13:01

    Je mehr ein Mensch mitgemacht hat oder ertragen musste, desto mehr innere Stärke bekommt er.
    Seit mein kleiner Bruder bei einem Autounfall ums Leben kam, kann ich oft nicht verstehen, mit was für "hausgemachten" Problemen und Gedanken manche Mitmenschen sich beschäftigen. In Anbetracht des Todes, muss man innerlich stark werden oder aufgeben. Nach so einem Ereignis schleichen sich Gedanke oder Sorgen gar nicht mehr so schnell ein. Und es stimmt, das Vertrauen, dass einen nichts so schnell umwerfen kann, kommt auch mit Erfahrungen. Positiv wie negativ.

  29. Monika schreibt am 21. November 2010 um 13:26

    @ Norbert Glaab:

    von der Methode wüsste ich gerne mehr. Kannst Du mir dazu mehr erzählen?

    Falls ja, melde Dich hier nochmal, dann gebe ich Dir meine Emailadresse.

    Danke,

    Monika (jetzt gibt es zwei Monikas hier! Mein Bruder lebt zum Glück noch!)

  30. manuela schreibt am 21. November 2010 um 13:36

    hallo leute,
    so habe ich es auch noch nicht betrachtet ...ich habe immer gedacht das alles was ich denke eine tiefere bedeutung haben..aber manche dinge die ich denke sind so unsinnig das man sich wirklich überlegt was das für eine bedeutung haben kann....ich leide seit ungefähr 2 jahren an einer sozialphobie und ein nachteil der krankheit ist es zuviell zu denken und sich in die sachen rein zu steigern ich werde versuchen meine gedanken nicht mehr auseinanderpulen zu wollen ....
    werde berichten wie es gelaufen ist...grüsse

  31. Pia schreibt am 21. November 2010 um 13:39

    Hallo Ralf,
    das ist der beste Newsletter gewesen, dass ich seitdem ich Mitglied bin, gelsen habe. Er ist hervorragend geschrieben und sehr einfach dargestellt. Ja, Ralf, du hast recht! Wir bestehen nicht nur aus Gedanken und Gefühle (momentan ist das total IN, sich viel zu viel über unser Denken, unsere Gefühle und unser Handeln Gedanken zu machen, alles wird kleinlich analysiert, auseinandergezerrt und und... man braucht nur die Lebenshilfeliteratur anzuschauen: Jedes zweite Buch beschäftigt sich ob wir richtig denken oder fühlen. Was soll das?), sondern wir sind das was wir sind: MENSCHEN! Ein winziger Teil unseres Planeten, unseres Sonnensystem unseres Universum. Hören wir auf, uns so wichtig zu nehmen. Was bringt das? Akzeptanz ist die Basis für Selbstbewusstsein! Alles gehört zu mir, sowohl das Gute als auch das Schlechte! Wir wären nicht fähig das eine ohne das andere zu erkennen, also BRAUCHEN wir beide Seiten, um leben zu können. Aber zerbrechen wir uns den Kopf NICHT darüber, verschwendet nur unsere Energie, die wir für andere wesentliche Dinge brauchen.
    Ich wünsche Euch allen einen guten Wochenstart und ein harmonischer Sonntag, bis bald Pia.
    Nochmals Gratulation Ralf für dieses Newsletter, bei mir ist es sehr positiv angekommen!

  32. Klara schreibt am 21. November 2010 um 15:09

    Hallo Ralf, ich freue mich jeden Sonntag auf Deinen Newsletter. Ich kann mich meistens darin wiederfinden und bin dann wieder recht zufrieden, wenn es anderen auch so geht. Diese immer wechselnden Gefühle und Gedanken, besonders im Moment bei mir hormonabhängig können ganz schön anstrengend sein. Aber ich hab inzwischen auch gelernt, nicht alles haarklein zu zerlegen, einfach die Gedanken kommen und gehen zu lassen. Mich dann wieder abzulenken und die Gedanken verschwinden wieder.Ich kann sie akzeptieren ,aber lasse mich nicht von ihnen beherschen.
    Ich wünsche allen noch einen schönen Sonntag
    Klara

  33. dieter schreibt am 21. November 2010 um 15:21

    hallo ralf,

    du hast ja zum genannten thema gleich eine praktische lösung beigegeben, die nach meiner erfahrung erfolgreich ist, weil man etwas tut, was ablenkt.

    das ist immer sehr wichtig!!!!!

    ralf schlägt vor:
    bewegung.

    wer läuft, dem "vergehen" ( = laufen ) im wahrsten sinn des wortes ängstliche gedanken, weil er danach entspannt, ruhig und gelassen ist.
    entspannung lässt angst nicht zu !!!!!

    das ist wieder so ein praktischer hinweis, der einfach umzusetzen ist, und abhilfe schafft.

    gruß,
    dieter.

  34. Janine schreibt am 21. November 2010 um 16:11

    Ich kann dem Newsletter nur zustimmen und mag es auch noch so banal und trivial klingen, in solchen Situationen der selbstzweifelnden Gedanken und Gefühle denke ich immer an

    Bob den Baumeister und seinen Satz "Yo, wir schaffen das!",

    den meine kleine Schwester immer sagt, wenn sie merkt, dass es mir nicht gut geht oder es ein Problem zu geben scheint. In dem Moment nach dem Satz, versuche ich meinen Kopf dann eben mit anderen Dingen "zu beschäftigen": mit der Lösungssuche und praktischer Arbeit.

    Vielen Dank für diese Seite und den Newsletter. Sie haben dieses Denken unterstützt und mich aus schweren Zeiten geholt.

  35. Lyn schreibt am 21. November 2010 um 19:28

    Ich denke, - wir werden durch das Leben immer aufs neue auf uns selbst zurückgeworfen, - und so auch in und zu der gefühlten Welt. Mfg Lyn

  36. Norbert schreibt am 21. November 2010 um 19:31

    @ für Monika mit ihrem Bruder.
    Ich geb gerne Infos weiter.
    LG
    Norbert

  37. solange eger schreibt am 21. November 2010 um 21:25

    das war sehr guttuend zum lesen! für mich ist es nichts neues,aber es ist gut immer wieder sein inneres wissen,von ausen wieder anzuregen/anregen zu lassen .das buch "WU WEI "von theo fischer ist eine einleitung in die lebenskunst des TAO . und in dem ist es auch sehr ausführlich beschrieben wie wesentlich es ist als mensch "beobachter" zu sein. alleine durch das bewuste "beobachten"geschied alles von alleine,probleme lösen sich....RAUM für entwicklungen / lösungen/für geschehnisse die nicht geschehen können wenn wir daran zerren,ziehen,und festhalten,entfaltet sich . aus der zenn-budhismus gibt es diesbezüglich auch viele "weiheiten".danke für deine "denkanregungen!!!!gruß von Solange

  38. Corinna schreibt am 21. November 2010 um 22:27

    Hallo und Guten Abend,
    vielen Dank für den Newsletter.
    Also ich finde, aus meinen persönlichen selbst gemachten, jahrelangen Erfahrungen heraus, dass, bevor sich Gefühle (im Inneren) einstellen, immer ert 1 Gedanke und,- oder 1 Erinnerung da ist. Sich dann daraus Gefühle ergeben, positive oder negative.
    Im äußeren, wenn ein Mensch vor mir steht und Gefühle in mir ausgelöst werden geschieht dies dadurch, dass
    auch dann erst in mir - eine Erinnerung auftaucht. Dieser Mensch hat mich an etwas erinnert. Ein Gefühl setzt somit aber noch nicht (immer) gleich ein, sondern dann (oft erst) das Denken, der Verstand, 1 Gedanke. Und dann das Gefühl, die Gefühle.
    Ich finde schon, dass man seinen Gefühlen trauen kann und auch sollte, sie zu lassen, nicht verdrängen, doch auch nicht überbewerten und annehmen und akzeptieren wie sie sind. Den Gedanken unter Kontrolle zu bringen , festhalten und dadurch die Gefühle unter Kontrolle zu bringen und festzuhalten und alles dann loszulassen wieder.
    Für mich bedeutet p. Flexibilität loslassen, ständiges und stetiges loslassen, sich überprüfen in seinen Gedanken, denken und Gefühlen und sofort (nach 2 Minuten) wieder loszulassen. Somit sich stetig und ständig neu und immer wieder bewusst, auszurichten.
    Tschüß bis zum nächsten mal und danke für alles.
    Corinna

  39. Kiki schreibt am 21. November 2010 um 23:40

    Hallo Zusammen,

    ich bin über folgende Zeilen im Originaltext von Herrn Senftleben gestolpert:

    "Gefühle zu haben ist ja auch nicht das Problem. Zum Problem wird es erst, wenn wir die eigenen Gefühle bewerten:

    • “Ich sollte mich jetzt nicht so schlecht fühlen.”,
    • “Ich habe doch gar keinen Grund, traurig zu sein.”, oder
    • “Sei doch nicht so ein Angsthase...”

    Das Problem ergibt sich aus:

    "Man kann nicht "nicht denken" oder besser, "nicht fühlen".

    Das bedeutet, je mehr wir uns unsere Gefühle verbieten, umso mehr drängen sie sich in den Vordergrund.
    Egal, ob wir sagen "eifersüchtig" oder "nicht eifersüchtig", haben wir das Gefühl "Eifersucht" in unsere (Gefühls-)Erinnerung gerufen.

    Daher, die Gefühle sind wie Wolken:
    die kommen und gehen und es ist gut so. Man kann sie nicht stoppen.
    Manche sind dunkler, manche ganz hübsch, manchmal sind ese ganz viele, aber - die können wir nicht fest halten.
    Und wenn sie mal sehr dunkel sind, dann regnet es....
    Oder, wir vergießen ein paar Tränen und man fühlt sich wieder etwas leichter...

    Mit lebendigen Gefühlsgrüßen,

    Kiki

  40. Mechthild schreibt am 22. November 2010 um 05:55

    Sich selber nicht so ernst nehmen: das braucht Übung, die sich lohnt. Letztendlich gewinnen wir schließlich Humor, wenn wir es irgendwann doch mal schaffen, zu uns selber in Distanz zu gehen - ich finde das ist ein Ziel, das wir uns einfach setzen können, und lernen können nicht verbissen an unseren Gefühlen, die immer so Recht haben wollen, festzuhalten.

    Der Text ist eine sehr gut formuliert; ich werde ihn mir gern im Alltag in Erinnerung rufen, gerade jetzt, wo gegen Jahresende der Stress oft überhand nimmt.

    Ein sehr guter Beitrag!

  41. Sven Riepenhausen schreibt am 22. November 2010 um 07:19

    Ich denke das Gefühle einfach nur das sind was sie zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer bestimmten Situation sein sollen. Nicht mehr und auch nicht weniger.

    Herzliche Grüße

    Sven

  42. Ludger schreibt am 22. November 2010 um 07:27

    In Kürze:
    Ein Problem ist nie das Problem,
    nur die Art wie wir mit einer Situation umgehen.

    Liebe Grüße und Schöne Woche

  43. Desiree schreibt am 22. November 2010 um 10:24

    Hallo Leute,
    erstens möchte ich mich der allgemeinen Meinung anschliessen: das war ein Super Newsletter. Aber auch Eure Kommentare: Wow, das mit den Wolken ist wunderschön. Ich arbeite schon eine ganze Weile an mir, mich nicht durch Gefühle ausbremsen zu lassen. Dieser Newsletter und auch, dass es anderen genauso geht, ist für mich ein richtiger Schubser in die richtige Richtung. Ich nenne das bei mir: das James-Bond-Prinzip, er lässt sich nicht durch Angst ausbremsen, sondern sucht sofort nach einer Lösung. Eine gute Woche für alle und möge es uns allen jeden Tag ein bisschen besser gehen! Desiree

  44. Desiree schreibt am 22. November 2010 um 10:30

    Noch was: Mir hilft singen, um unangenehme Gefühle loszuwerden. Desiree

  45. Julia Kalenberg schreibt am 22. November 2010 um 11:13

    Hallo Ralf und alle anderen Kommentar-Schreiber!
    Das war wieder ein klasse Beitrag - vielen Dank dafür und auch für die vielen weiteren Kommentare.

    Auf meinem Schreibtisch habe ich ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer über ein Lieblingsphoto mit einem Lackstift geschrieben:

    "Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurch finden zu den grossen, die einen stärken".

    Das kann ich mir richtig bildlich vorstellen wenn mich Gedanken und Gefühle ärgern, belasten usw. wie ich mich durch diesen Dschungel durchwühle und zu den grossen, stärkenden Gedanken komme.

    Wünsche Euch allen noch eine schöne Woche mit vielen kleinen Alltags-Überraschungen.
    Grüsse aus der Schweiz, Julia

  46. Bianca schreibt am 22. November 2010 um 13:57

    Hui, ich hoffe, dass auch dieser Artikel mal wieder eine Provokation von Ralf sein soll. Die eigenen Gedanken und Gefühle nicht ernst nehmen? Das kann doch nicht sein Ernst sein...
    Wenn ich tagträume, also denke, dass meine Kinder einen Unfall haben, ist das doch kein Zeichen dafür, dass das tatsächlich passiert...ich bin doch keine Hellseherin. Aber es ist sehr wohl ein ernstzunehmendes Zeichen meines Unbewussten, dass ich gerade große Angst um meine Kinder habe. Und das kann ich gut annehmen - meine Kinder sind ein wichtiger Teil meines Lebens, offensichtlich so wichtig, dass es schlimm wäre, sie zu verlieren. Vielleicht nehme ich mir gerade nocht genug Zeit für sie und empfinde unbewusst Schuld. Und mit dem Tagtraum hilft mir mein Unbewusstes auf die Sprünge.
    Wie auch immer, ich habe die Erfahrung gemacht, dass alle Gedanken und - natürlich! - alle Gefühle
    1. ein wichtiger Teil von mir sind, den ich weder leugnen noch abwerten darf, wenn ich gesund bleiben will, und
    2. ein wichtiger Wegweiser auf meinem ganz eigenen Entwicklungsweg sind.
    Und 3. lasse sie sich nur schwer im Selbststudium mit Heimdiplom entschlüsseln. Wer weitergehen möchte, braucht einen liebevollen Begleiter für die Außensicht: "Der Fisch ist der schlechteste Ratgeber über das Wasser!"
    Es entspräche zwar einem gewissen Kontrollzwang, ist aber eben unmöglich, alles mit sich selber auszumachen.
    Herzlich, Bianca

  47. Elisabeth schreibt am 22. November 2010 um 18:00

    Ich gehe mit Bianca einig. Soll man jetzt nicht einmal mehr seinen Gefühlen trauen (sind ja oft doch nur Blödsinn)? Und über Gefühle soll man reden. Was ich allerdings nicht sehr oft mache. Vor allem, weil ich sehr empfindlich gegen ungefragte Rat-Schläge bin. Klar gibt es Situationen, wo ich die Gefühle nicht ernst nehmen darf: wenn wieder diese "du kannst nicht"-Gedanken auftauchen oder ganz explizit gesagt wird: Du kannst nicht... Sonst bin ich wieder für 24 Stunden praktisch handlungsunfähig.
    Oder das Gefühl, ich werde von einer bestimmten Organisation nicht ernst genommen - ist das auch bloss so ein Gefühl? Ich wurde vor einem guten Jahr zwangsweise frühpensioniert, hätte dann und wann Zeit für einen Einsatz. Aber nein, diese Einsätze sind nichts für mich - man braucht Leute mit Selbstbewusstsein, lächeln. Und wenn ich eher der ernste Typ bin, dazu motorische Störungen habe und die französischen Ausdrücke nicht immer finde - ich lebe an einer deutsch-französischen Sprachgrenze - dann wird diese Frau überhaupt nicht mehr angefragt. Dabei sind immer Leute gesucht. Doch da wird erst einmal gefiltert: Dieser Einsatz ist nichts für sie. Hoch lebe die Aussage aus Nr. 533: Da sind die Leute, die sich ehrenamtlich für eine gute Sache engagieren.
    Der Satz: Und wenn man dem Kopf nichts zu tun gibt, erfindet er irgendwelche Gedanken, nur damit er ausgelastet ist, ist auch so eine Provokation. Deshalb habe ich oft Mühe mit den Rundbriefen.

  48. Schmid Kornelia schreibt am 23. November 2010 um 08:34

    Hallo,
    ich glaube auch an die Flexibilität und quäle mich manchmal auch mit seltsamen Gedanken z.B. wie wird der Tag heute bloss werden, ich habe so ein komisches Gefühl im Magen. Auch bei mir haben sich 90% der Gefühle oder Gedanken nie bestätigt. Wenn mich das Gedankenkarussel überwältigt, wende ich folgenden Trick an: Ich denke im Stillen: "Was wird wohl mein nächster Gedanke sein". Und "schwupps" sind die Gedanken weg und ich habe einen "freien Kopf", mit dem ich mich entspannen kann und danach wieder frisch gestärkt meinen Aufgaben nachgehen kann. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass jeder positive Gedanke mich in meinem Handeln so bestärkt, dass daraus automatisch positive Ergebnisse entstehen bzw. ich fühle mich einfach besser. Die restlichen 10% der negativen Gedanken waren meist eher "Bauchgefühle", die mich vor etwas warnten....seltsamerweise war es dann immer richtig, dem "Baugefühl" zu vertrauen. Aber wir reden hier ja von den komischen Gedanken. VG Kornelia

  49. Alice schreibt am 23. November 2010 um 14:03

    Hallo,
    wie ist es denn, wenn man von jemandem absichtlich vor den Kopf gestoßen oder sogar beleidigt wird?
    Kann man die dadurch hervorgerufenen negativen Gefühle einfach ausschalten?
    Ich habe hier jedenfalls mit der "psychologischen Flexibilität" große Probleme.
    Viele Grüße
    Alice

  50. Ralf Senftleben schreibt am 23. November 2010 um 15:01

    Alice, niemand hat von "Gefühle ausschalten" gesprochen. Es geht darum, seine Gefühle achtsam zu bemerken, diese zu akzeptieren,sich nicht von ihnen kidnappen zu lassen und diese dann nicht ganz so ernst zu nehmen.

    Das ist etwas vollkommen anderes, als ausschalten, verdrängen, wegdrücken, etc.

  51. Ingrid schreibt am 24. November 2010 um 07:12

    Hallo,

    mir geht es zudem so, dass ich Angst habe, genau das anzuziehen, was sich an Befürchtungen in meinen Gedankengängen abspielt.

    Guter Newsletter jede Woche! Herzlichen Dank.

    Ingrid

  52. Klara Specht schreibt am 25. November 2010 um 01:22

    Danke für den guten Beitrag!

    Letztendlich sind die Fakten rational meinem Kopf bekannt. Mittlerweile gibt es viele wissenschaftliche Beweise dafür, dass wir unsere Gefühle beeinflussen können mit unseren Gedanken. Erst neulich gab es eine Studie in der Menschen per IPhone ihre Stimmung zu bestimmten Zeiten angeben sollten und es stellte sich heraus, dass diejenigen sich nicht gut fühlten, die gerade über Dinge grübelten, die in dem Moment nicht real oder aktuell sind. Wie war das noch mal? 90% unserer Befürchtungen werden nie eintreffen.

    Es ist gut für mich, mir das immer wieder in Erinnerung zu rufen und zu sehen, dass JEDER Mensch manchmal mit imaginären Gedanken und unbestimmbaren Gefühlen zu tun hat und nicht nur ich.

    Wenn ich mich schlecht fühle, reicht es meistens, wenn ich meine Aufmerksamkeit auf Kleinigkeiten im Hier und Jetzt richte, für die ich dankbar bin. Wenn ich stark grübel oder mir unnötig Sorgen machen, hilft mir das Mantra: "meine Gedanken haben keine Bedeutung" zu murmeln. Dann wird es besser.

  53. wanderfalke schreibt am 25. November 2010 um 14:56

    Hallo zusammen,
    brauchen wir nicht unsere Gefühle, um stark, gesund und mächtig zu sein, wachsam, vorsichtig, neugierig? Sind es nicht die Sehnsüchte, das Verlangen, die Gier auf Neues, Schönes, Echtes, Liebenswerte, dass uns zu Menschen macht? Gefühle lassen mich in den höchsten Himmel emporsteigen und in die tiefste Hölle fallen... Das alles soll ich mit Abstand zu mir selbst wahrnehmen, durch einen Filter, der mir jedes Mal sagt: Es ist gar nicht so, wie du fühlst? Wenn ich auf meine miesen Tage verzichten muss, dann habe ich auch keine schönen, euhorischen Glückstage mehr. Dazu sage ich: "Nein Danke!" Ich nehme mich und meine Gefühle sehr ernst und sehr wichtig und ich lebe diese auch. Schaut mal unter Baumzeichen: "Feigenbaum" - Motto: "Ich fühle" - Ich kann nicht anders, denn das bin ich!

  54. Katrin schreibt am 26. November 2010 um 11:58

    Ich habs jetzt erst gelesen... genau zum richtigen Zeitpunkt.Jetzt habe ich wieder den Spielraum und die Weite neben den Untergangsgefühlen wieder anderes zu fühlen. Ich erinnerte mich an Angenehmes und Zeit ist ein wunderbares Etwas. Merci lieber Ralf