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Wenn die Angst unser Leben bestimmt

Von Ralf Senftleben36 Kommentare

Achten Sie einmal darauf: Vieles, von dem was wir tun, entspringt unserer Angst.

Wir sprechen unseren Traummann oder unsere Traumfrau nicht an, aus Angst zurückgewiesen zu werden. Wir schließen Versicherungen ab, aus Angst uns könnte etwas passieren. Wir gehen trotz innerer Widerstände ins Büro, weil wir Angst haben, dass wir unseren Job verlieren und keinen besseren finden. Wir setzen uns nicht für etwas ein, was uns wichtig ist, weil wir fürchten, ausgelacht zu werden. Usw. usw.

Ich behaupte mal vorsichtig, dass bei den meisten Menschen Angst eine weitaus größere Rolle im Leben spielt, als Freude, Begeisterung, Liebe und Hingabe.

Angst ist ja grundsätzlich eine sinnvolle Sache, denn sie lässt uns vorsichtig sein, wenn es angebracht ist und sie sorgt dafür, dass wir vorsorgen, wo es vernünftig ist. Angst wird aber dann zum Problem, wenn sie einen zu großen Raum einnimmt, wenn wir übervorsichtig werden, wenn wir uns nicht trauen, auch mal ein Risiko einzugehen, kurz und gut: wenn die Angst uns in unserer Lebendigkeit einschränkt.

Wann sind Sie zum Bespiel das letzte Mal ein Risiko eingegangen? Und damit meine ich jetzt nicht, das wagemutig das neue Gericht beim Italiener auszuprobieren.

Wann sind Sie das letzte Mal über Ihren Schatten gesprungen und waren mutig, haben also gehandelt, obwohl Sie Angst hatten?

Wann haben Sie das letzte Mal gesagt: Ja, ich habe Angst. Aber ich tue es trotzdem, weil das wichtig für mich ist?

Ich habe mal irgendwo gehört oder gelesen, dass der Weg, als Mensch zu wachsen, immer durch die Angst führt. Ich weiß nicht, ob das wirklich immer richtig ist, aber ich persönlich habe viele wertvolle und schöne Dinge erlebt oder erreicht, indem ich mich selbst und meine Angst überwunden habe.

Wie ist das bei Ihnen? Welche Angst müssten Sie hinter sich lassen, um mehr von dem zu bekommen, was Sie sich wünschen und was Sie brauchen?

  1. Angelika schreibt am 21. November 2008 um 05:37

    Die Angst vor dem Auto fahren und ich bin gerade dabei - beim loslassen. Nach dem ich 15 Jahre nicht gefahren bin nehme ich jetzt wieder Fahrstunden und gehe diese Angst mit professioneller Hilfe noch einmal an. Verständnisvolle Fahrlehrer und eine gute Psychotherapeutin helfen mir dabei. Das Ziel ist mehr Selbstvertrauen, mehr Freiheit und mehr Freude. Auch wenn der Weg eventuell lang und beschwerlich wird - ich werde es diesmal schaffen meine Angst wie einen Rucksack abzulegen :-).

  2. Yvonne schreibt am 22. November 2008 um 06:50

    Hey Angelika, genau die gleiche Angst will ich auch überwinden und dadurch wieder selbständig und mobil sein. Ich wünsche uns viel Erfolg dabei;-)) Ausserdem muss ich mich jedes Mal arg überwinden, wenn ich in Gruppensituationen sprechen soll. Nachher merke ich immer wieder, dass es mir eigentlich Spaß macht. Da steckt wohl die Angst dahinter mich zu zeigen. Angst und Lust sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Tut gut, daran zu denken, wenn mal wieder das Herz schnell klopft und die Hände feucht werden....
    In diesem Sinne, frohes Ausprobieren;-)

  3. Beatrice schreibt am 23. November 2008 um 09:33

    Angst- ist ein großes Thema.... in alle Richtungen.
    Ich habe mich vor 14 Tagen von meinem Partner getrennt und natürlich hatte ich Angst davor, als Alleinerziehende Mutter wieder allein zu sein. Niemanden zu haben, an dem man sich mal anlehnen kann und natürlich auch die körperliche Seite nicht mehr ausleben zu können. Aber ich habe mich gefragt, was besser ist. Mit einem Partner zu leben, der sich nicht für mich entscheiden kann und ständig Zweifel und Misstrauen säht und eigentlich nicht wirklich für mich da ist-bzw. mir mit seinen Worten und dem Verhalten die Unachtsamkeit mir selbst gegenüber ständig vor Augen führt, oder die Angst in Vertrauen zu verändern und mir selbst die eigene Wertschätzung zu zeigen und zu sagen, ICH stehe für mich selbst und das ist gut. Um das zu bekommen, was man wirklich will, muss man in meinem Bild auch den Raum dafür haben und den "Spatz in der Hand" furchtlos loslassen. Das es weh tut ist eine andere Sache- aber das gute Gefühl, für mich selbst eingestanden zu sein und NEIN zu sagen, wo die Angst so gerne doch wieder Ja gesagt hätte, um das zu behalten,was man vermeindlich hat, ist einfach besser.
    Ich wünsche Allen, Mut und Vertrauen zu und in uns selbst.

  4. Silvia schreibt am 23. November 2008 um 09:41

    Ich bin seit anderthalb Jahren wegen einer sozialen Phobie in Therapie. Bis ich mich dazu entschlossen hatte, hat die Angst jahrelang mein Leben bestimmt. Mittlerweile bin ich gesund. Ich denke, dass ich an der Krankheit gewachsen bin und mich seit dem Anfang der Therapie unheimlich weiterentwickelt habe.

    Insofern hatte die Angst auch etwas Gutes für mich. Heute verstehe ich viel besser, was in mir vorgeht und ich weiß, dass die Angst zum Leben dazugehört und nichts Schlechtes ist.

    Der Gedanke, dass der Weg, als Mensch zu wachsen, immer durch die Angst führt, trifft also absolut auf mich zu.

  5. Rena Berger schreibt am 23. November 2008 um 09:45

    Hallo alle an diesem herrlichen Sonntagmorgen,

    das Thema Angst packt mich auch grade wieder ein wenig an. Ich denke immer mal wieder darüber nach, einen Stand auf einem Markt selbständig zu haben. Aber dann kommt die Angst, wie ich das bewältigen will. Ich habe kein Auto mehr. Wie will ich alles dorthin bekommen, samt Tisch usw.?? Aber ich will mir dafür eine/n PartnerIn suchen, dann ist man dort auch nicht alleine. Ich brauche einfach ein festes Standbein, von dem ich leben kann. Mir einfach momentan ein wenig Angst, die Aussage von Angela Merkel, das wir alle den Gürtel noch enger ziehen müssen.

    @Angelika, dich kann ich gut verstehen, ich war auch ettliche Jahre alleinerziehend. Da ist es nicht immer leicht, solche Entscheidungen zu treffen, aber es geht. Ich wünsche dir Mut für die Umsetzung deiner Pläne.

    Liebe Grüsse Rena

  6. Tobias schreibt am 23. November 2008 um 10:04

    Die Lerntheorie sagt es schon lange: In der Komfortzone wird am wenigsten gelernt. Diese muss verlassen werden, um neue Dinge zu erleben und zu lernen. Angst ist der Widerstand diese Zone zu verlassen.

    Aber Gott sei Dank haben wir nicht nur Angst sondern auch Mut und Tapferkeit bekommen.

    Ich glaube, ich brauche keine Angst vor der Angst zu haben, wenn ich meinen Mut stärke. Dieser bringt mich aus den Komfort in das Land der Möglichkeiten.

  7. Susann schreibt am 23. November 2008 um 10:35

    Ich habe immer wieder in meinem Leben Veränderungen durchgemacht, die einher gehen mit Entscheidungen, die ich treffen musste und vor dessen Konsequenz ich Angst hatte.

    Abgesehen von 3 größeren Umzügen in ein anderes Bundesland und den Aufbau eines neuen Lebens, einem neuen Freundeskreis und der beruflichen Laufbahn habe ich vor ca. 3 Jahren die erste bedeutende Entscheidung getroffen, die mein Leben um 180 Grad gedreht hat. Ich habe mich damals entschieden meine Tochter zu bekommen, obwohl ich wusste, das ich sie allein aufziehen würde. Ich hatte Angst davor, es vielleicht nicht schaffen zu können, wußte aber gleichzeitig, das ich stark genug dafür bin und vor allem bereit dazu. Jetzt kann ich sagen, ich habe das richtige getan und bin sehr stolz auf meinen Engel.

    Da ich nun beruflich mich verändern musste, weil man als alleinerziehende Mutter eines Kleinkindes nicht mehr so felxibel ist, habe ich die nächste Entscheidung getroffen, mich weiterzubilden. Hier hatte ich nicht all zu viel Angst, obwohl ich nicht wußte, wie es dannach weitergehen wird.
    Und als ob irgendjemand es gut mit mir meint, bekam ich ein absolut tolles Angebot mich selbstständig zu machen und beides verbinden zu können: Beruf und Kind. Ab nächstes Jahr geht es los. Unsicher bin ich mir zwar auch hier noch, da man nie wissen kann, was alles auf einem zukommt, aber mit viel Ehrgeiz und vor allem Risiken vorkalkulieren, kann man auf jede unerwartete und anstrengendere Situation reagieren.

    Rückblickend weiß ich, das sehr viel, was in meinem Leben passiert ist von mir selbst so gestaltet wurde und man oft neue Dinge ausprobieren musss, um zufrieden zu sein. Ich möchte später im Sterbebett mir niemals Vorwürfe machen, das ich es nicht wenigstens versucht habe.

  8. Susanna Haller schreibt am 23. November 2008 um 10:39

    Ängste haben mich eigentlich durch mein ganzes Leben begleitet - sie zu überwinden, hat immer Mut gefordert.
    Je älter ich werde, bemerke ich, dass ich mich eigentlich die ganze Zeit weniger um mich ängstigte, dass mir etwas geschehen könnte. Irgendwie ist mir der Umgang mit meinem Leben und was es mir bringt gleich mitgegeben worden. Oder ich lernte mich, wie meine Geschwister auch abzuschirmen, da wo wir nicht mit zurecht kamen, wo das Vertrauen zu den Erwachsenen erschüttert wurde. Gleichzeitig wuchs der eigene Wunsch, es einmal anders zu machen.
    Ich bemerkte jedoch immer mehr, dass ich mich eher um andere sorgte, um sie Angst hatte.
    Als wir eigene Kinder bekamen, kamen Ängste und Sorgen um sie.
    Beides ist nicht ganz dasselbe: ich sorgte mich, wenn sie krank waren. Da konnte ich vom Arzt Hilfe haben und hoffen, dass sie gesund werden dürfen.
    Jedoch wuchsen Ängste beim ersten richtigen Gehen lassen – für Kindergarten und Schule war das noch einfacher, überschaubar. Jedoch wurde mir bewusst, dass die Kinder diese Unsicherheit spürten, ich also gar nicht weit weg von meinen eigenen Kindheits-Erfahrungen mich bewegte.
    Das war der Punkt zu einer ganzen Umkehr, es liess unsere Kinder zu dem werden, was sie heute sind - sie sind mutige Menschen und wagen mit dem Leben umzugehen. Sie wissen um Stärken und auch um die schwächeren Seiten, die sie nicht verstecken. Das macht sie viel weniger verletzlich.
    Wenn wir mit Menschen zusammen sind, können wir immer Argumente finden, um etwas nicht zu tun, also auch nicht Angst zu haben um sie. Meistens ängstigen wir uns, sie zu verlieren, auf welche Weise auch immer. Manchmal meinen wir auch wir würden ihre Liebe verlieren. Wenn uns bewusst wird, dass wir täglich, stündlich das IST loslassen – gute Momente, die man festhalten möchte, so können wir erfahren, dass es neue schöne Augenblicke gibt. Nicht dieselben, jedoch ebenso schöne, oder gar schönere – in der Liebe innigere.
    Es ist viel schwieriger für etwas gegen den Strom zu schwimmen, um etwas erreichen zu wollen. Also auch gegen die Strömung der Angst.
    Es ist vielleicht ein Lernen kleine Gegenströmungen, ruhigere Stellen zu finden, die ein Vorwärtskommen erleichtern, uns Wege finden lassen, Ziele zu erreichen – auch Sinn im Leben zu sehen.
    Es lässt uns sicher innerlich wachsen, wenn es gelingen kann. Manchmal sind die Schritte nur kurz, jedoch jeder einzelne ermutigt uns, es immer wieder zu versuchen. Es stärkt uns dabei auch in Demut entgegenzunehmen, was einfach zu uns gehört und dankbar zu sein, was sein darf.
    Ich wünsche Ihnen allen allzeit guten Mut ....!

  9. Eva-Maria schreibt am 23. November 2008 um 11:07

    Mich haben auch Ängste mein ganzes Leben begleitet,die ich mit einer Verhaltenstherapie über einige Jahre bewältigt habe und neue Erfahrungen gemacht habe,und daran gewachsen bin(Erwachsen).Ich sage mal so,früher hatte ich Probleme mit mir,heute habe ich sie mit anderen Menschen,denn ich habe die Erfahrung gemacht,durch meine Therapie habe ich eine Lebensintensität bekommen,also viel Lebensfreude und Zufriedenheit,kann mich so über kleine Dinge freuen....mußte dadurch einige Freundschaften aufgeben,obwohl ich immer hin und her gerissen bin zwischen der Energie,weiterzugehen und der Traurigkeit Freundschaften zu verlieren,an denen ich bisher festgehalten habe,oder Begegnungen die misslingen,weil der ANDERE Angst hat vor meiner neuen Intensität zu LEBEN...ich werde mir aber treu bleiben und meinen Mut behalten meinen neuen Weg ger mir ja gut tut weiter zu gehen,und das wünsche ich allen hier auch,habt MUT zu Eurer Einziartigkeit, und steht dazu,viel Glück dabei...

  10. Karin schreibt am 23. November 2008 um 11:21

    Also, ich hatte Angst, meinen Job zu verlassen. Er hat mir sehr Spass gemacht, aber mein Chef war ein Choleriker und die Unternehmensleitung hat die Firma so geleitet, dass man jeden Montag Angst haben musste, sein Geld zu bekommen. Also, die Firma steht nicht gut da, mein Chef hat mich total gemobt, aber die Kollegen, die Arbeit, die Arbeitszeit, die Freiheiten, das Geld...so war ist ständig im Kampf. Nun habe ich die Angst überwunden, habe hier im Ort eine kleine Firma gefunden, wo ich dachte, das probierst Du jetzt aus.
    Und nun bin ich seit 2 Woche dort, und ich weiss nicht, ob das richtig war. Die Arbeit unterfordert mich, wir sind nur zu Dritt im Büro, wobei beide Kolleginnen am liebsten gehen würden, weil die Chefs einem keine Selbstständigkeit eingestehen und man eigentlich nur das macht, was die Cheffs einem hinlegen...
    So, jetzt habe ich die Angst überwunden, blieb mir keine andere Wahl ??? War das der Anfang, dass ich jetzt einen Job finde, in dem ich was ganz anderen mache..denn das will ich eigentlich. War das der Stein zu einem neuen Leben?
    Ich weiss es nicht und habe auch Angst davor...obwohl das Bauchgefühl mir klar gesagt hat, geh weg und fang was neues an...

  11. Bernadette Fuchs schreibt am 23. November 2008 um 11:34

    Ja, und da gibt es einen wunderschönen Text, der mir immer wieder hilft...

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und
    die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

    Gott gebe mir Geduld mit Veränderungen, die ihre Zeit brauchen, und Wertschätzung für alles, was ich habe.
    Toleranz gegenüber jenen mit anderen Schwierigkeiten und die Kraft, aufzustehen und es wieder zu versuchen, nur für heute.
    (Friedrich Christoph Oetinger 1702-1782)

    Und besonders wohltuend ist es doch, dass niemand mit diesen Problemen alleine da steht. Wir haben sie doch alle und es ist schön, wenn wir füreinander da sind.

    In diesem Sinne einen gesegneten Sonntag Euch allen...

    Bernadette Fuchs

  12. Walburga schreibt am 23. November 2008 um 12:17

    Lieber Ralf,

    ein interessantes Thema. Zuerst wollte ich Dir auf diese Frage

    " ... Wann sind Sie das letzte Mal über Ihren Schatten gesprungen und waren mutig, haben also gehandelt, obwohl Sie Angst hatten?

    Wann haben Sie das letzte Mal gesagt: Ja, ich habe Angst. Aber ich tue es trotzdem, weil das wichtig für mich ist? ..."

    nur ganz kurz antworten: Ja, in der letzten Woche habe ich etwas wirklich Wichtiges getan, obwohl ich fürchterliche Angst hatte. Aber ich glaubte fest daran, dass es nicht nur für mich wichtig ist und deshalb habe ich es getan.

    Dann hab ich jedoch noch weiter darüber nachgedacht. Angst ist in meinem Leben bisher niemals das bestimmende Element gewesen. Ich werde von meiner Umgebung vorrangig als stark und mutig eingeschätzt. Viele bemerken nicht, dass auch ich Ängste habe. Ja, vielleicht habe ich es in meinem bisherigen Leben sogar selbst nicht einmal bemerkt. Es war mir nur selten bewusst. Zwei Ausnahme-Situationen waren meine ungeplante letzte Schwangerschaft (meine beiden Töchter waren damals schon 16 und 14 Jahre alt) und die Umsetzung meines Traumberufes.

    Und jetzt bin ich wieder in einer solchen Situation ... nein, es ist sogar noch viel komplexer ... und da spüre ich sie, die Angst, stärker als je zuvor.

    Und dann habe ich mir überlegt, wie ich all die Hindernisse früher überwunden habe. Was habe ich meiner Angst sonst entgegen zu setzen gehabt? Wie habe ich auch die unmöglichsten Situationen gemeistert? Und da ist es wieder, das magische Wort für mich: die Liebe!

    Gestern ist mir bei meiner ältesten Tochter eine Motivations-Karte in die Hände gefallen, darauf der Spruch:

    "Geliebt zu werden macht uns stark.
    Zu lieben macht uns mutig." (Laotse)

    Ja, es stimmt!

    Liebe Grüße

    Walburga

  13. Elke schreibt am 23. November 2008 um 14:01

    Ich weiß nicht genau, wann Ängste angefangen haben mein Leben zu bestimmmen. Vermutlich schon früher als ich es mir eingestehe und mit Sicherheit bin ich bereits "zum Angst haben" erzogen worden. Trotz Therapien sind die Ängste mit fortschreitendem Lebensalter immer schlimmer geworden, obwohl mir mein gesunder Menschenverstand sagt, dass es dafür überhaupt keinen Grund gibt. Ich kämpfe ständig gegen meine Mutlosigkeit an, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Ich glaube auch nicht, dass es ein Patentrezept gegen (unnötige) Angst gibt.
    Liebe Grüße
    Elke

  14. Iris schreibt am 23. November 2008 um 14:41

    Ich staune doch immer wieder wenn ich euren Newsletter bekomme. Die Themen (heute die Angst) passen meist genau dann in mein Leben und die Gedanken sind sehr hilfreich.

    ANGST: Habe ich gerade, weil ich mein Leben "mal wieder" radikal verändere. Ich habe dies schon mehrmal in meinem Leben (bin 54) getan, jedesmal mit großen Widerständen von außen und verbunden mit großem Aufwand und Kosten. Und ich habe es auch jedesmal geschafft. Gerade jetzt fällt mir auf, wieviel Ängste immer dabei waren, Ängste das alles zu meistern, große Ängste (vermeintliche) Sicherheiten zu verlieren, Ängste völlig alleine zu sein und unterzugehen usw.usw.
    Ich habe im Rückblick vieles geschafft, relativ alleine sogar. Gerade erhole ich mich von einem Burn Out, hier habe ich allerdings professionelle Hilfe in Anspruch genommen. Genau dadurch ist mir aber auch klar geworden, was ich mir in der Vergangenheit "aus Angst vor..." alles habe gefallen lassen. Ich habe nun 2 Jahre alleine gelebt und gelernt, dass es mir damit gut geht. Aber, wie das Leben so spielt (Gott sei Dank!) ist mir ein neuer Mann über den Weg gelaufen und ich wage das Risiko(?), mit ihm zu leben. Ich gebe meine gewohnte Umgebung auf, 130 km entfernt, verändere meine Arbeit und lasse mich auf das Abenteuer ein. Und ich merke: ICH HABE ANGST!!! Manchmal packt sie mich arg und ich grübele, ob alles richtig ist, was ich da tue??? Und das zieht mich runter und ich drehe mich gedanklich dann im Kreis.
    Gut, dass ich heute euren Artikel und die Kommentare lesen konnte, danke dafür! Ich darf Angst haben, darf auch darüber nachdenken was ich tue (denke dazu ist das Gefühl Angst auch da), aber mir ist gerade eingefallen, was ich mir oft gesagt habe:

    Ich darf Angst haben, aber die Angst darf mich nicht haben!

    Ich frage mich bei meinen Entscheidungen immer wieder: Was kann schlimmstenfalls geschehen? Wenn ich mir das ausgemalt habe: könnte ich damit leben? Und wenn ich dann ja sagen kann, gehe ich das Abenteuer ein, auch mit der Angst.

    Wünsche allen einen schönen Sonntag und eine gute Woche.
    Iris

  15. Iris Schwarz schreibt am 23. November 2008 um 16:46

    Zum Thema "Angst - Mut":
    Mut ist nicht immer zwingend das Fehlen von
    Angst, sondern oft einfach nur die Erkenntnis, dass etwas wichtiger ist als die Angst!

  16. Ilona schreibt am 23. November 2008 um 17:59

    Angst vor meiner beruflichen Zukunft (bin selbständig) im nächsten Jahr erfasst mich, wenn ich unseren Politikern in diesen Tagen zuhöre.
    Dann kommt ein Angebot und ich frage mich warum mir mein Grundvertrauen immer wieder abhanden kommt. Es ist meine Grundangst das nicht genug und vor allem nicht für mich zur Verfügung steht.
    Ich möchte vertrauen können ...

  17. arbeitstier schreibt am 23. November 2008 um 19:08

    Ein herzliches Grüß Gott zusammen.

    ...
    es war einmal ein tapferer Mann
    der vom Wald in die Savanne kam

    Angst war ihm noch nie bekannt
    oder durch Erfolge weit verbannt

    doch in der Savanne war er neu
    keine Erfahrung von Tiger und Leu

    nicht mehr im Wald, wo alles bekannt
    hätte Angst jetzt seine Sinne gespannt

    doch fehlt jetzt dieser wichtige Aspekt
    und der Tiger hat ihn zu Tode gestreckt

    Angst - Angst überwinden - flow erleben

    passt prima zum Thema "verändern"

    Einen schönen Abend

  18. Ulrich P. schreibt am 23. November 2008 um 20:13

    ...hallo zusammen,
    Angst, ein gutes, ein böses, ein Wort was sich nicht so genau erklären läßt.Hier zu schreiben löst ein wenig Angst aus, nicht verstanden zu werden,oder abseits gestellt zu werden, aber wer weiss das schon so genau.
    Ist diese Angst nicht im Grunde die selbe vor uns selbst?
    Weil wir uns so sehen, nicht verstanden zu werden ..usw..!
    Für mich gibts keine richtige Antwort darauf.
    Ist auch nicht schlimm, weshalb auch, jeder hat so oder ähnliche Situationen im Leben gehabt, wo die Angst verdrängt wurde und das sehr erfogreich und verdammt lange....nur sie kommt wieder, der eine mag vielleicht denken MIST, ich sage für micht GOTT sei DANK, es erinnert mich immer daran wer ich bin, holt mich quasi wieder zurück zum Ausgangspunkt.
    Manchmal dauert es etwas länger bis ich es begreife, verdammt lang, manchmal, nur dann geht es seltsamer weise, mich so zu respektieren wie ich bin und nicht anders.
    Mir ist es entfallen wer und was ich bin, habe mich durch Nebenkriegsschauplätze umleiten lassen.Und wenn dann wieder mal was Neues auf mich zu kam....kam die Angst.Wenn man es weiss ist ja gut nur sehr oft weiss man es nicht..die Angst wieder was falsch zu machen, oh ja da hab ich mächtig Angst vor...manchmal denke ich, leider, und in den Momenten wo ich mir wieder nahe und wichtig bin, GOTT sei DANK.
    Habe da mal was in einem Gästebuch gelesen und fand das sehr Aufschlußreich, obwohl es mir sehr häufig Angst macht diese Gedanken so Aufzunehmen und mal darüber nachzudenken...einfach nur so...aber...so bin ich nun mal...48ig Jahre war Angst ein sehr häufiger Begleiter....und ich hab beschlossen diesen Begleiter zu aktzeptiern...habt viel Spaß diesen Eintrag zu genießen...alles Gute...Ulrich P....

    Ein Alter Mann zeigte mir ein leeres Glas
    und füllte es mit großen Steinen.
    Danach fragte er mich,
    ob dieses Glas voll sei.

    Ich stimmte ihm zu.

    Er nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen
    aus seiner Tasche und
    schüttete diese in das Glas.
    Natürlich rollten sie in die Zwischenräume.
    Wieder fragte er mich,
    ob das Glas nun voll sei.

    Lächelnd sagte ich ja.

    Der Alte seinerseits nahm nun wieder
    eine Schachtel.
    Diesmal war es Sand. Er schüttete
    diesen in das Glas und auch der verteielte
    sich in den Zwischenräumen.
    Nun sagte der Alte Mann:

    "Ich möchte, dass du erkennst,
    dass dieses Glas wie dein
    Leben ist. Die großen Steine sind die
    wichtigen Dinge im Leben, wie z.B.:
    Deine Liebe, Deine Familie
    und Deine Gesundheit, also Dinge,
    die wenn alle anderen wegfielen
    und nur du übrig bleibst,
    dein Leben immer
    noch erfüllen würden.
    Die Kieselsteine sind andere, weniger
    wichtigere Dinge, wie z.B. Deine Arbeit,
    Dein Haus, Dein Auto.
    Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge
    im Leben.
    Wenn du den Sand zuerst in das Glas füllst,
    bleibt kein Raum für die Kieselsteine und
    die großen Steine. So ist es auch in deinem
    Leben. Wenn Du all deine Energie für die
    kleinen Dinge im Leben aufwendest, hast Du
    für die großen keine mehr.
    Achte daher immer auf die wichtigen Dinge.
    Nimm Dir Zeit für
    die Liebe und deine Familie, achte auf Deine
    Gesundheit, es wird noch genug Zeit geben
    für Arbeit, Haushalt usw..
    Achte zuerst auf die großen Steine, denn sie
    sind es, die wirklich zählen...........
    der Rest ist nur Sand".

  19. Nikocc schreibt am 23. November 2008 um 20:53

    Habe gerade von Osho das Buch "Angst" gelesen. Volle Empfehlung. Und natürlich gibt es auch das Buch "Mut", gleichfalls sehr lesenswert. Bringt vieles total auf den Punkt.

  20. lilifee schreibt am 24. November 2008 um 06:40

    hallo Bernadette Fuchs,

    wußtest du,dass die erste strophe dises gedichtes auch in demm programm der AA's steht?

    mir gefällt das sehr gut,denn ich glaube gerade diese menschen wissen was es heißt das leben zu verändern.

    gruß lilifee

  21. Tanja schreibt am 24. November 2008 um 07:55

    "In der Komfortzone wird am wenigsten gelernt. Diese muss verlassen werden, um neue Dinge zu erleben und zu lernen. Angst ist der Widerstand diese Zone zu verlassen."

    Das trifft sehr auf mich zu, danke für die Aussage!!
    Irgendwo zwischen all der Angst und Bequemlichkeit muss doch auch mein Mut für eine Veränderung zu finden sein??

  22. Anna Maria Meinhart schreibt am 24. November 2008 um 08:35

    ANGST begleitet uns fast jeden Tag - ja nur kann man diese Angst auch loswerden.

    WIE - mit MET nach Franke kann jeder seine Ängste wegklopfen. Ganz egal um welche Ängste es sich handelt, sie können sich davon befreien. Es funktioniert ausgezeichnet und diese Technik kann jeder erlernen.

    Wer möchte kann sich einen MET-Therapeuten bzw. Berater suchen oder auch Kurse besuchen um es selbst zu erlernen.
    Ich kann diese Technik jeden empfehlen der sich von Angst befreien möchte.

    M Mach
    E es
    T täglich

    Beklopfe täglich deine aufkommenden Ängste und du wirst staunen was sich alles ändert.

    Ich wünsche viel Spass dabei

  23. Sanne B. schreibt am 24. November 2008 um 11:48

    Es ist nicht nur meine Angst, die mir Angst macht, es ist die Angst meines Partners, der damit sein und mein Leben beeinträchtigt.

    Ich liebe ihn mit all seiner Angst, aber manchmal ist es kaum zu ertragen wenn er sich von allem zurück zieht,Angst vor seinen eigene Gefühlen hat,Angst vor Nähe und Angst vor Verbindlichkeit.Distanziert und Gefühllos nach außen obwohl ich weis, dass es nur ein Schutzverhalten ist.
    Seine Angst Gefühle zu zeigen weckt Zweifel und auch Misstrauen. Vertrauen war bisher nur schwer aufzubauen.
    Wir leben jetzt in einer "Auszeit".

    Nun habe ich durch lange Gespräche mit meinem Thrapeuten heraus gefunden, dass vermutlich eien schiztogene Wesensstruktur die Ursache ist.
    es ist für mich dadurch vieles verständlich geworden aber deshalb nicht leichter zu tragen.

    Wird meine Liebe stark genug sein und werde ich mutig genug sein...
    Ich habe Angst es heraus zu finden.Und ich habe Angst ihn zu verlieren.
    liebe Grüße Susanne B.

  24. Jenny schreibt am 24. November 2008 um 19:24

    Die Forumseinträge spiegeln sehr stark wieder, wieviele Menschen Ängste in sich tragen: Nämlich eigentlich alle!
    Nur nicht alle geben es vor sich (am wichtigsten!) und anderen zu. Ich denke, dass das wichtigste zum Bekämpfen der Angst ist, dass man sie annimmt. Auch ich wurde von meiner Mutter mit vielen Ängsten erzogen (da sie so übervorsichtig war) und bin daher selbst teilweise ängstlich und in der Angst gefangen. Aktuell bekämpfe ich meine Ängste beim Reiten lernen. Als Kind bin ich 2 mal vom Pferd gestürzt und hatte daher Angst, wieder aufs Pferd zu steigen. Nun reite ich seit 8 Monaten wieder und habe sogar bei Ausritten so gut wie keine Angst mehr, sondern vertraue auch mich selbst und vertraue dem Pferd. Eine schöne Erfahrung! Das hilft mir auch im beruflichen Alltag und sonstigen Leben sehr weiter!

  25. Weinen schreibt am 24. November 2008 um 21:59

    Angst - ein Gefühl, ich wäre froh endlich wieder Angst zu empfinden, ich bin gefühllos, mein Leben ist derzeit am zusammenbrechen, (Scheidung) und ich spüre nichts, keine Angst vor der Zukunft, keine Angst die Kinder nicht sehen zu dürfen, keine Angst vor dem sozialen Abstieg, keine Angst vor dem Gerede, .... . Es ist mir einfach egal. Ich wundere mich darüber, ich kann alles ganz kühl betrachten aber nichts regt sich in mir. Was ist das Angst. Das einzige Gefühl das ich noch kenne ist Hass, Hass der sich immer gergen mich selbst richtet, ich fange wieder an mich zu verletzen, meine Arbeit meine Verpflichtungen zu vernachlässigen.

  26. lilifee schreibt am 25. November 2008 um 08:18

    hallo Weinen,
    ich glaube nicht,dass du keine angst hast.
    die hast du sehr wohl.
    vor all den dingen,die du aufgezählst hast, vor denen du angeblich keine angst hast,hast du angst.
    und zwar sehr große angst.
    du hast angst vor den veränderungen,du hast angst vor deinen eigenen gefühlen.du versteckst dich hinter den worten.
    liebe/r Weinen,fange an dich deinen ängsten zu stellen.
    akzeptiere deine angst vor den lebensveränderungen.
    dein hass bringt dich nicht weiter.er kostet dich nur unnötige
    energie,die du viel besser dafür verwenden kannst nach lösungen zu suchen.auch wenn diese lösungen nicht sofort perfekt sind,alles ist besser, als sich selber und mit seinen gedanken im kreis zu drehen.
    liebe/r Weinen,ich hoffe du liest meine worte.

    gruß lilifee

  27. Marco schreibt am 25. November 2008 um 08:24

    Auch ich habe Angst, Angst meine Selbstständigkeit aufzugeben und wieder in das vermeintlich sichere Angestelltendasein zu wechseln. Ich bin seit über einem Jahr
    wieder selbstständig und am Anfang hat es auch hervorragend
    funktioniert. Seit dem die Krise mehr und mehr auch uns erreicht hat geht fast gar nichts mehr. Naja ist eventl. nur
    eine Ausrede. Ich habe einfach keine Freude mehr an meiner
    Beratertätigkeit. Jeder Morgen bereitet mir wahnsinnige Bauchschmerzen und ich freue mich eigentlich nur noch auf den Abend und die Wochenenden. Allerdings bin ich dann meistens so geschafft das ich kaum für etwas Energie aufbringen kann. Meine Frau und mein Kind sind oftmals die Leidtragenden dieser Situation. Dazu kommt noch der Wunsch nach einer kleineren und überschaubaren Wohnung. Das ist in
    meiner Region momentan fast aussichtlos. Auf dem Wohnungsmarkt stehen fast ausschlieslich 2 Raumwohnungen oder große und unbezahlbare Wohnungen zur Verfügung. Ich habe das Gefühl mich wie eine Maus im Rad zu drehen und nicht vorwärts zu kommen. Seit ca 2 Monaten bin ich regelmäßig in der Nacht ab 3 Uhr munter bzw. kann nicht mehr
    weiterschlafen. Dann nagen Ängste, Selbstzweifel und Panik-
    atacken an mir. Ich weiß nicht wo das nur enden soll. Auf der einen Art habe ich vor mich zu verändern scheitere dann
    aber wieder an mir selbst. Ich bin mir sicher viele Menschen
    haben wesentlich größere Probleme aber für mich stehen eben
    meine Ängste wie eine unüberwindliche Wand vor mir.
    Kann mir jemand helfen?

  28. Anne schreibt am 25. November 2008 um 09:32

    Jeder Morgen bereitet mir wahnsinnige Bauchschmerzen und ich freue mich eigentlich nur noch auf den Abend und die Wochenenden. Allerdings bin ich dann meistens so geschafft das ich kaum für etwas Energie aufbringen kann.

    Hallo Marco,
    ich kann Dich sehr gut verstehen.

    Frag nicht mehr, wovon Du weg willst...sondern wo Du hin willst!
    Ich mein das, in Bezug auf Deine Lebensqualität.

    Im Frühjahr hab ich meinen Job gekündigt.15 Jahre war ich dort...und ich bin 51. Ich hatte auch obige Nebenwirkungen.
    Es lohnt einfach nicht, in Situationen zu bleiben, die festgefahren sind.
    Bald werde ich mein Eigentum verkaufen. Es hat mich wahnsinnige Mühen gekostet, es zu halten.

    Zwar geh ich in diesen Situationen ins Ungewisse... aber ich habe das gute Gefühl, das ich wieder mein eigener Herr bin.

    Alles Liebe

    Anne

  29. Marco schreibt am 25. November 2008 um 12:30

    Hallo Anne,
    vielen Dank für Deine verständnisvolle Rückantwort.
    Ich habe sehr großen Respekt vor Deiner Entscheidung.
    Ganz sicher ist es sinnvoller zu fragen wo ich hin will und nicht wovon weg. Aber genau da liegt die Angst eine fest zementierte Entscheidung treffen zu müßen. Einfach mit dem
    Fuß die Tür ganz zu öffnen und den ersten Schritt über die Schwelle zu gehen.
    Da bist Du schon ein ganzes Stück weiter.
    Liebe Grüße

    Marco

  30. Angelika schreibt am 27. November 2008 um 07:33

    Hallo Marco,
    auch ich war einmal für ca. 2 Jahre selbständig als Berater. Auch ich wollte meinen Traum verwirklichen. Eine sehr wichtige und schöne Zeit für mich. Aus finanziellen Gründen und ganz "nüchtern" betrachtet habe ich sie wieder aufgegeben. Der Schritt war schwer und die Ängste bestimmt so groß wie Deine. Ich fühlte mich als Versagerin und was wohl meine ehemaligen Kollegen sagen würden und die Nachbarn etc. Aber irgendwann setzt bei mir dann zum Glück auch der Verstand wieder ein und ich kann mich an Situationen erinnern, da haben mir alle Bekannten, Verwandten und Kollegen nicht geholfen. Was geholfen hat eine klare sachliche Entscheidung zu treffen und auch mit den Reaktionen der anderen zurecht zu kommen. Der Weg zum Arbeitsamt war schwer, aber die Mitarbeiter dort hatten viel Verständnis für mich und waren erstaunt, dass ich es überhaupt so lange durchgestanden habe. Der Weg dann nach hause fühlte sich schon viel leichter an. Die Beraterzeit war nicht sinnlos - ich habe ganz viel gelernt und bin in mein nächstes Angestelltenverhältnis ganz anders hineingegangen und ich war auch dankbar für den Umstand jetzt jeden Monat regelmäßig wieder ein Einkommen zu haben. Heute kann ich beides schätzen. Eine Selbständigkeit und ein Angestelltenverhältnis. Ich glaube es sind ganz zum Schluß alles Lernerfahrungen.
    Auch ich ziehe jetzt wieder in eine kleinere überschaubare Wohnung :-).
    Mir persönlich hat das Aufschreiben meiner Probleme geholfen und dann habe ich mich einfach ganz sachlich damit beschäftigt - das sollte Dir als Berater eigentlich gelingen. Berate Dich doch einmal selber - was würdest Du Dir selber sagen :-).
    Viele Grüße und alles, alles Gute ... Angelika.

  31. Marco schreibt am 27. November 2008 um 13:38

    Hallo Angelika,
    es tut gut, dieses Gefühl, man ist mit seinem Problem nicht der einzige auf diesem Planeten.
    Die "nüchterne" Betrachtung der Situation verbunden mit einer sachlichen Analyse gelingt mir noch nicht wirklich.
    Immer wieder werde ich dabei von verschiedenen Emotionen überwältigt welche oftmals mein realistisches Bild auf die
    Gegebenheiten verändern. Ich spüre eine gewisse moralische Verpflichtung, meinen Kunden gegenüber weiter durchzuhalten. Auch meinen engeren Kollegen gegenüber ( welche ich auch alle als meine Freunde bezeichnen kann )fällt mir diese Entscheidung wahnsinnig schwer. Viele Menschen haben sich in der Vergangenheit von mir beraten lassen aber mich selbst bekomme ich nicht anständig versorgt.
    Alles Gute auch für Dich. Liebe Grüße Marco.

  32. Angelika schreibt am 27. November 2008 um 17:48

    Hallo Marco,
    noch eine kurze Anmerkung. Ich glaube den ersten Schritt hast Du schon gemacht in dem Du Dich hier geöffnet hast und über Dein Problem geschrieben hast. Manchmal beginnt so der Klärungsprozess. Eventuell kannst Du Dein Problem auch mit Deinen Kollegen / Freunden besprechen. Dazu gehört bestimmt Mut, aber eventuell haben Sie Verständnis für Dich und können Dir helfen. Denn ich gebe Dir vollkommen Recht - sich selber helfen ist schwer. Bei anderen weiß man gleich was zu tun ist und kann unterstützend eingreifen, bei sich selber geht es oft nicht. Deshalb brauchen auch die besten und stärksten Berater oft mals die Hilfe von Außen. Es gibt eine Weisheit - "Das was Du gibst, das bekommst Du auch zurück." Du hast anderen geholfen also wird auch Hilfe zu Dir zurückkommen. Achte einmal darauf, ob nicht schon ganz in der Nähe Hilfe ist und entspanne mal für ein paar Stunden, denn diese Stunden machen nichts besser und nichts schlechter. Du merkst, dass ich Dich gern ein bischen mehr aufbauen möchte - denn eventuell geht es ja doch mit der Beratertätigkeit weiter. Tschüß und eine gesegnete Nachtruhe wünscht Dir ... Angelika.

  33. season schreibt am 28. November 2008 um 21:23

    Meine Empfehlung heißt "Loslassen" und zwar in jedem Augenblick (denkt an die Zeit als ihr noch Kinder ward)

  34. season schreibt am 28. November 2008 um 21:32

    Wann habt ihr das letzte Mal Formen in den Wolken gesehen? gönnt euch mehr Fantasie. Es ist wichtig sich an der Gesundheit und der Natur zu erfreuen.

    Wenn ihr nicht loslassen könnt dann schließt einfach die Augen und lasst eure Gedanken wie Wolken am Himmel vorbei ziehen bis die Sonne wieder strahlt.

    Lasst die Sonne in euer Leben

  35. petra schreibt am 1. Dezember 2008 um 14:03

    hallo Zeit zu Leben Freunde

    die bisherigen Beiträge die ich gerade hier gelesen habe zeigen doch eigentlich, dass ALLE eine Form der Angst kennen oder erlebt haben. Was ich sehr schön daran finde ist, dass Jeder hier auf einem guten Weg ist und sich mit seinen Ängsten auseinander setzt. Sich hier zu offenbaren - wenn auch mit einer gewissen Anonymität - bedeutet auch für mich selbst einen großen Schritt aus der Angst heraus gemacht zu haben.

    Ich habe viele Jahre in einer von Abhängigkeit geprägten Ehe gelebt und mich aus Existenzangst regelrecht gelähmt und mutlos gefühlt. Vor vier Wochen hat der Mut gesiegt und ich habe mich aus der Gefangenschaft** (im übertr. Sinne) endlich selbst befreit.
    Genau auf dieses "selbst" kommt es an, denn niemand anderes als ich kann meine Entscheidungen treffen. Diese Erkenntnis und die Energie die ich daraus gewonnen habe waren ein echtes WOW Erlebnis.
    Ich habe mein Leben jetzt wieder selbst in der Hand und lasse nicht mehr leben. Und ich habe mich noch nie so gut gefühlt seit ich weiß,daß ein bisschen Mut die große Angst besiegen kann.
    Ich wurde vor kurzem 50 Jahre alt und ich sage euch, ich fühle mich wie neu geboren.

    Liebe Grüße Petra

  36. Fred99 schreibt am 18. Dezember 2008 um 19:06

    Hallo,

    ich war vor ein paar Jahren längere Zeit arbeitslos, leidete sehr darunter, bekam dann kein ALG II, weil ich für das Alter ein paar Aktien gekauft hatte. Diese durfte ich dann verkaufen. Ich war depressiv und total am Ende. Dann kam die Grenzüberschreitung und ich habe mehrfache Suizidversuche unternommen. Ich kam jeweils unbeschadet davon, fand danach eine neue Anstellung und bin seit dieser Zeit in therapeutischer Behandlung.

    Seit den Suizidversuchen habe ich keine Angst mehr, vor fast gar nichts. Sicher nicht zu empfehlen zur Nachahmung, es hat mir aber gezeigt, wie sehr die Ängste einer Nebelschwabe ähnelt. Die Angst hat an sich keinerlei Substanz und keinerlei Macht, es sei denn, ich gebe ihr Aufmerksamkeit und die Berechtigung mich zu beherrschen.