Was es so schwer macht, gut für sich selbst zu sorgen
Von Tania Konnerth • 33 Kommentare
Vor kurzem schrieb ich hier über das Thema Burnout und wie wichtig es ist, an der größten Belastung anzusetzen. Klar ist, dass genau das natürlich das Schwierigste ist! Aber was genau ist daran eigentlich so schwer?
Ein Aspekt ist sicher die Tatsache, dass wir durch das, was wir für uns verändern möchten, Konflikte mit anderen auslösen werden und dass wir das Bild, das andere von uns haben, verändern werden.
Dazu ein konkretes Beispiel:
Sie haben erkannt, dass Sie auf Ihrer Arbeit bisher weit mehr geleistet haben als Sie hätten leisten müssen. Sie haben nicht nur Überstunden gemacht, sondern Sie haben auch Aufgaben mit erledigt, die eigentlich nicht Ihre Aufgaben gewesen sind. Daran haben sich nun alle gewöhnt und es ist schön bequem für die anderen, dass Sie so ein Arbeitstier sind.
Wenn Sie nun beginnen, besser für sich zu sorgen, wird es in der Folge dazu kommen, dass Sie Aufgaben ablehnen und abgeben müssen. Diese werden nun von anderen gemacht werden müssen – und da wird es Widerstand geben. Auch wird es wahrscheinlich keine Begeisterung auslösen, wenn Sie ab sofort weniger arbeiten und Ihre Überstunden reduzieren. Und es wird auch passieren, dass man Ihnen, wenn Sie reduzieren, neue Aufgaben zuzuschieben versucht, weil Sie ja "jetzt weniger zu tun haben".
Und noch ein Beispiel:
Sie haben erkannt, dass der Haushalt und die Erziehung der Kinder die größte Belastung für Sie sind und Sie gehen dieses Thema an. Sie führen mit Ihrer/m Lebenspartner/in ein Gespräch und fordern mehr Mithilfe ein. Sie fordern auch die Kinder auf, sich mehr einzubringen und im Haushalt mitzuhelfen. Und Sie möchten jemanden, der wenigstens einmal die Woche kommt und sauber macht.
Sie werden hier mit Gegenreaktionen auf allen Ebenen rechnen müssen. Diejenigen, die mehr anpacken sollen, werden das sehr wahrscheinlich nicht freiwillig und auch nicht mit Freude tun. Geld für eine externe Hilfe zu investieren, stößt auch selten auf Begeisterung. Sie riskieren also Streit, Auseinandersetzungen und schlechte Laune bei Ihren Lieben. Und zur Krönung fühlen Sie sich auch noch selbst als "schlechte/r Mutter bzw. Vater" und/oder Ehepartner/in.
Diese beiden Beispiele machen schon gut deutlich, dass jeder, der etwas gegen seine Überforderung tun will, vor allem erst einmal eines braucht: Energie, sich dem Gegenwind, der aufkommt, zu stellen. Denn eines ist klar: besser für sich selbst zu sorgen, macht Sie im ersten Schritt nicht gerade "beliebter". Und genau dieser Gegenwind ist es, der uns dann ganz schnell wieder in alte Muster fallen lässt.
Bevor wir uns mit unserem Kollegen streiten, machen wir halt die Aufgabe doch schnell. Bevor wir das Risiko eingehen, dass unser Chef weniger von uns hält, bleiben wir eben doch wieder eine Stunde länger. Bevor unser Lebenspartner sauer ist, räumen wir doch schnell wieder auf. Bevor die Kinder gnatschig werden, erlassen wir ihnen doch wieder den Hausdienst. Usw.
Um an der größten Überforderung anzusetzen, müssen wir vor allem eines lernen: die Reaktionen anderer Menschen auszuhalten.
- Wir müssen es aushalten, nicht länger von allen als die- oder derjenige anzusehen, "die/der alles schafft".
- Wir müssen aushalten, dass man uns nicht mehr "so toll" findet, sondern dass man sich über uns ärgert.
- Wir müssen den Frust darüber aushalten, dass sich manche zurückziehen werden, wenn wir nicht mehr das für sie tun, was sie bisher von uns gewohnt waren.
- Wir müssen auch die potentielle Gefahr aushalten, Wichtiges zu verlieren – z.B. unsere Stellung (im Sinne von Prestige, aber manchmal auch konkret den Arbeitsplatz). Und vieles, vieles mehr.
Vielen erscheint der Preis, eben auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen, zu groß und so machen sie weiter wie bisher. Bis sie dann letztlich doch zusammenbrechen und den Einsatz mit ihrer Gesundheit bezahlen …
Es läuft letzten Endes auf die Frage hinaus: Was sind Sie sich selbst wert? Und seien Sie sicher: die Menschen, die Sie wirklich lieben, werden Sie nicht weniger lieben, wenn Sie gut für sich sorgen – ganz im Gegenteil!





Es stimmt. Die meisten von uns sind nicht an den rauen Gegenwind gewöhnt und wir sagen manchmal schnell zu allem Ja und Amen, auch wenn es uns nicht passt und nicht guttut. Das haben viele von uns von klein auf geübt. Wohin das führen kann, wissen wir alle. Und glücklicherweise ist es heutzutage möglich, über Dinge wie Burnout und Depression zu sprechen.
Wir denken noch viel zu oft, dass Harmonie das einzig Wahre ist. Dabei ist auch - oder gerade - ein Nein sehr wichtig, um gute Beziehungen herzustellen und zu erhalten. Ob nun unter Kollegen am Arbeitsplatz oder in der Familie – unsere Mitmenschen müssen wissen, was wir nicht mögen und wo unsere Grenzen sind.
Da stellt sich die Frage: Sind wir in der Lage, für unsere Wünsche einzustehen? Hier ein paar Anregungen, wie wir leichter und erfolgreicher zu unseren eigenen Bedürfnissen stehen können:
- Überlege Dir gründlich, ob Du zu etwas Ja oder Nein sagen willst.
- Nimm eine aufrechte Körperhaltung ein, wenn Du sprichst. Das gibt Dir Kraft und Du wirkst selbstsicher.
- Sprich in einem sachlichen, selbstverständlichen Tonfall, als würdest Du Deinem Gegenüber das Datum und die Uhrzeit nennen. Bleibe dabei freundlich, aber bestimmt.
- Du kannst Dein Nein etwa so formulieren: „Nein. Das möchte ich nicht.“, „Nein danke!“, „Stopp mal, …! Das mag ich nicht.“, „Danke, dass Du mich gefragt hast, aber ich komme nicht mit zu …“.
- Bitte Dir Bedenkzeit aus. Suche Dir einen ruhigen Ort. Und dort frage Dich, was Du willst.
- Oft fällt es Dir leichter, Nein zu sagen, wenn Du eine Alternative oder eine andere Lösung anbieten kannst. Damit kannst Du bei Deinem Nein bleiben, zeigst dem anderen gegenüber aber Dein Entgegenkommen.
- Wiederhole freundlich und bestimmt Dein Nein, bis Dein Gegenüber verstanden hat, dass es endgültig ist.
- Natürlich kann es einmal sein, dass Du bei Deiner Entscheidung einen Aspekt übersehen hast und Dein Gegenüber Dich mit guten Gründen überzeugt, Deine Entscheidung zu überdenken. Du hast alle Freiheit, Dein Nein in so einem Fall in ein Ja zu ändern.
Ich hoffe, das hilft dem einen oder anderen weiter.
Alles Liebe,
Jürgen
Hallo aus Köln,
tja wenn es mal so schön einfach wäre, das mit dem Wörtchen NEIN.
Jeder weiss es, viele haben es bestimmt auch schon versucht, nur jeder hat wohl auch seine eigene Schmerzgrenze, dem Druck von aussen stand zu halten.
Auch denen Menschen die uns wirklich lieben, sie kennen uns doch so, deswegen lieben sie uns doch.Mir geht es doch genau so.
Meine Frau liebe ich dafür, weil sie so Fürsorglich ist, entgegen kommend, erledigt viel für mich, nimmt mir viel Arbeit ab,stimmt mir sehr oft zu, was ich so von mir gebe, meine Ansichten, Meinungen, usw.
Wäre ich wirklich tolerant,loyal ihr gegenüber wenn diese angenehmen Dinge urplötzlich nicht mehr da wären?
Im ersten momment weiss ich hierrauf keine Antwort.
Klar ich als Mann würde natürlich sagen:Kein Problem Schatz.
Als ihr Mann ist das nicht so, das ist nicht meine Wahrheit.
Denke mal, das es mir schwer fallen wird meine Frau in ihrem Vorhaben zu unterstützen und sie zu stärken, sich selbst gut zutun.
Glaube das hier die größte Herrausvorderung besteht, in uns selbst, wenn wir mit solchen Veränderungen konfrontiert werden.
Werde meiner Frau Mut machen, sich gut zutun.
Auch werde ich lernen, damit zurecht zukommen.
Sicher verliere ich an Bequemlichkeiten, nur der Gewinn, die Achtung, die meine Frau mir deswegen entgegen bringt, wird mich selbst stark machen,um noch mehr für unsere Beziehung arbeiten.
Freue mich auf die Zukunft mit meiner Frau.
Beste Grüße aus Köln
Hallo ihr Lieben,
dieser Artikel bietet wieder mal einen schönen Anlass zum Nachdenken. Letztlich, denke ich, werden die anderen, die zunächst der Veränderung Widerstand leisten, weil sie ihre Bequemlichkeit einschränkt, vielleicht auch etwas davon haben, wenn jemand sich Gutes tut und Überforderung vorbeugt - dann nämlich, wenn der bis jetzt Überforderte anfängt, effektiver zu arbeiten, statt sich zu verzetteln oder plötzlich mehr Zeit für die schönen gemeinsamen Unternehmungen hat (z.B. weil er eben nicht jede Woche 3 Stunden mit dem allernötigsten Hausputz beschäftigt ist, weil die Fenster von einer Gebäudereinigung geputzt wurden, weil im Garten jemand anderes Rasen mäht usw.), ausgeglichener sein kann und nicht mehr so viel Grund zum Meckern und Jammern hat - was dann wiederum allen zukommt.
Es gibt aber auch innere Widerstände gegen das "sich gut tun". Man muss sein Selbstbild vom "Arbeitstier" ein Stück weit aufgeben. Das kann schwerer sein, als man denkt, denn dieses Selbstbild gibt einem ja auch was. Man ist ja immer im Recht und besser als die anderen, wenn man derjenige ist, der den Karren regelmäßig aus dem Dreck zieht oder derjenige, ohne den nichts laufen würde ;-)
Zum "sich Gutes tun" gehört also auch ein Stück Loslassen vom eigenen Selbstbild und zu erkennen, dass man auch etwas wert ist, wenn man nicht so viel bzw. mehr als die anderen leistet und Arbeit abgibt. Und man muss damit leben können, dass die anderen die Arbeit vielleicht nicht genauso ausführen, wie man selbst es getan hätte ... auch das erfordert Gelassenheit und Loslassen. Am Ende aber werden alle davon profitieren.
Vielen Dank für die immer wieder guten Denkanstöße, die ich hier bekomme!
Sigrun
Am Ende aller Tage nützt es sogar, dass ich mich vom "Macher sein" schon vor vier Jahren verabschieden musste. Trotzdem trauere ich dem "unersetzlich" sein hinterher, weil ich mich innerlich besser fühlte, und in Vergleichen einen besseren Stand hatte. Immernoch experimentiere ich mit meiner Zeit umher und suche sie sinnvoll zu füllen und meinen Selbstwert zu finden. Irgendwann wird schon das richtige Gefühl wieder dabei sein.
Liebe Tannia,
Newsletter sind bei mir oft so eine Sache. Ich abboniere sie und betrachtet sie später oft nur noch diagonal.
Aber hier macht es Lust, sie zu lesen.
Dafür wollte ich mich einmal bedanken.
Beim Thema ging es in meiner Geschichte um die "falschen Freunde". Es bedurfte Mut, es bedurfte Kraft, diesen den "Tritt" zu geben und sich zu lösen. Sehr oft erlebe ich Menschen, die es dann leider doch nicht schaffen, in ihren eigenen, sicheren Orbit zu gelangen.
Man braucht eben zunächst festen Boden unter den Füßen, um einen Schritt vorwärts zu tun.
Matthias
Einen schönen Ostersonntag noch an alle!
Hallo Tanja,
ich habe mich gerade gefreut, als ich Ihren Bericht gelesen habe. Der erste Bericht zum Thema Burnout, der die Folge-/ Nebenwirkungen beschreibt (den Gegenwind). Prima.
Ich wusste damals auch, dass ein 'Nein' an gewisser Stelle einen Tsunami und grosses Unverständnis auslösen wird. Und habe das bitter zu spüren bekommen. Aber ich bin froh darüber nein gesagt zu haben.
Gerade im Kreise der Familie habe ich mich immer vor Streit geschützt und lieber ja gesagt. Auch im Job war ich die sog. 'Tragende Säule' des Teams (Teamarbeit = Toll Ein Anderer Macht's). Bis ich zusammengeklappt bin. Jetzt hat die Familie keinen Packesel mehr und ich keinen Job. Und wer ist nun da? Keiner von denen.
Sondern ganz ganz andere Menschen sind plötzlich für mich da.
Ich habe in diesem Zusammenhang viel über das 'Helfer-Syndrom' erfahren. Und wie man dazu erzogen werden kann. Von Frauen wird ja doch gerne das nette hilfsbereite selbstlose Dasein erwartet.
Ich bin nach wie vor gerne für meine Freunde da und auch hilfsbereit. Wäge mittlerweile jedoch viel viel mehr ab, wer denn tatsächlich 'Hilfe' braucht und wem ich sie geben möchte.
Manche merken erst was sie an einem hatten, wenn es plötzlich nicht mehr da ist. Schade.
Liebe Grüße
Charlotte
Hallo miteinander,
das passt ja wie die Faust aufs Auge, eben habe ich mit meiner älteren Schwester telefoniert die mich darauf aufmerksam gemacht hat, daß Aussagen und Kommentare von mir oft mißverstanden werden. Dazu muß ich erwähnen, daß unsere jüngere Schwester nicht mehr mit mir spricht, weil ich mich zu wenig bzw. gar nicht um unsere Mutter kümmere. Das tue ich aus dem Grund, weil es mir ganz einfach nicht gut tut. Ich litt zig Jahr unter Depressionen und musste mühsam lernen, auf mich zu hören und nein zu sagen. Unsere jüngste geht täglich nach Feierabend 1-2 Stunden zur Mutter während ihr Mann den Haushalt macht und für sie kocht. Aber am 80. musste ich 10 km fahren und das "gute" Geschirr holen, in die Spülmaschine stecken und wieder zurückbringen. Für mich steht fest - unter solchen Umständen könnte ich mich auch täglich dahin setzen. Aber ich empfinde das als verlogen. Natürlich stimmt es, ich kümmere mich nicht um die Mutter, aber aus nachvollziehbaren Gründen: ich war immer unwichtig, wenn was, ist bekomme ich als letzte Bescheid, bin ich krank wird so alle 10 Tage mal nachgefragt, fur ich mal ein paar Wochen nicht an, beschwert sie sich bei meinen Schwester, anstatt mal selber anzurufen. Das alles tut mir weh und ich ziehe mich bewußt und auch aus Sturheit zurück.
Daß Aussagen von mir falsch Ankommen liegt oft an meinem Zynismus, z. B. sage ich: ja ich hab schon gemerkt, daß es keinen interessiert, wie es mir geht. Das ist einerseits eine Tatsache, da keiner nachfragt, andererseits möchte ich das eigentlich witzig verstanden wissen. Genau wie: bin ja nur ich. Das kommt oft einfach so raus.
Trotzdem hat mir der Newsletter Mut gemacht, weiter auf mich zu schauen und dabei hoffentlich nicht zu viel Egoismus aufzubauen, denn damit habe ich auch schlechte Erfahrungen gemacht.
Das ist ja genau mein aktuelles Thema: Ein Job in einer Firma, die sich nicht an den Tarifvertrag hält und ich froh war, mit 55 einen Jahresvertrag zu bekommen, eine Wohnung bei einer "Freundin" die meistens nur ja ja sagt und Ihren Pflichten als Vermieterin nicht nachkommt.
Der Tod meines Vaters, meine Brüder und meine Mutter mich nun meiden. Ich spüre Angst, diese Baustellen anzugehen, da es eben zu diesen erst mal negativen Veränderungen kommen kann: den Job zu verlieren oder Mobbing ausgesetzt zu sein, die "Freundin" keine "Freundin" mehr ist, ich um mein Erbe betrogen werde.
lieben Ostergruß von Rita
Zum aktuellen Newsletter: Sie schreiben, dass es Sinn macht sich von dem zu verabschieden bzw. das zu verändern, was am stärksten Energie nimmt. Das ist sicher ein guter und richtiger Gedanke, das Problem ist nur, dass genau da die stärksten Ängste sind und genau das am meisten Kraft fordert - Kraft ist im Burnout leider so gar nicht vorhanden. So sitzt man (in diesem Fall ich) in der Falle und kann nicht vor und nicht zurück. Für Anregungen oder hilfreiche Ideen wäre ich dankbar.
Allen ein schönes Osterfest!
Liebe Tania,
ich lese euren Newsletter schon Jahre und kann mir immer wieder viel herausnehmen und für mich oder andere verwenden. Mehrmals habe ich bereits Anlauf genommen, mich zu äußern, bin aber bis jetzt an meinem inneren Schweinehund gescheitert. Nun aber:
Auf folgende Bemerkung möchte ich eingehen: "Und seien Sie sicher: die Menschen, die Sie wirklich lieben, werden Sie nicht weniger lieben, wenn Sie gut für sich sorgen – ganz im Gegenteil"
Im Großen und Ganzen stimmt das, ich persönlich habe jedoch diesbezüglich schmerzliche Erfahrungen machen müssen, nämlich, als ich anfing, für mich selbst zu sorgen. Das hat mehrerer Anläufe bedurft und ich habe aufgrunddessen 2(!) Lebensgefährten verloren. Also auch das gibt es und man sollte das nicht unter den Tisch kehren. Damit kein falscher Eindruck entsteht - ich bin notorischer Optimist - deshalb finde ich auch immer wieder den Mut, es damit zu versuchen! Diesen Mut möchte ich trotz allem an alle Zaghaften weitergeben!
Liebe OsterGgüße aus Leipzig - Katja
Hallo Tania,
danke für den Artikel, der gerade jetzt in eine Zeit fällt, wo ich aufgrund dessen, dass ich verstärkt auf mich selbst achte, meinen Arbeitsplatz verliere. Ich bin nicht mehr die Arbeitsmaschine, die alles macht und nicht aufmuckt. Als teilweise gehandicapter Mensch kann ich auch nicht mehr so wie früher arbeiten. Und mal ehrlich: Ich will es auch nicht mehr. Da ecke ich an. Und ja - es tut weh. Aber wie Du so schön schreibst: Das muss man mal aushalten.
Danke nochmal für den Text und die mutmachenden Worte darin.
ciao
Bernd
Hallo zusammen!
Ich bekomme den Newsletter jetzt bestimmt schon ein ganzes Jahr, und habe mich bis heute nicht dazu geäußert.
Aber dieses Thema bestrifft mich doch. Ich habe selber diesen Zusammenbruch hinter mir, wollte mir aber auch nicht so wirklich eingestehen, daß es so ist. Und daß ich auch mal Nein sagen darf. Ich dachte, das muß ich doch machen...und andere schaffen es ja auch! Bis man mich von meinem Arbeitsplatz zu einer Beratungsstelle schickte...und da bin ich dann zusammengbrochen. da sagte man mir schwere Depressionen, Burnout. Ich solle sofort aufhören zu arbeiten, und eine Therapie machen. Am nächsten tag bin ich erstmal wieder arbeiten gegangen. Und die nächsten zwei Wochen auch. Weil ich nicht zu "denen" gehören wollte, die "ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen". Irgandwann hat mir einen Artbeitskollegin den Kopf gewaschen, und gesagt, meine Kinder hätten auch nichts von mir, wenn ich nur noch lustlos und gereizt wäre. Da bin ich dann zu meinem Arzt gegangen, der mir sagte, daß er eigentlich schon länger auf mich wartet. Wir haben dann schnellstmöglich einen Unterbringungsplatz in einer Tagesklinik bekommen, wo ich 8 Wochen täglich in Behandlung war, und dann noch 4 Monate einmal wöchentlich. In einer Woche werde ich nach fast einem Jahr Krankheit wieder die volle Stundenzahl in meinem Beruf ausüben. Und auch weiterhin meine Ärztin alle zwei Wochen aufsuchen, da ich es immer noch nicht geschafft habe wirklich an mich zu denken. Aber ich bin auf einem guten Weg!!!
Ich denke, viele werden es nicht schaffen, alleine "Nein" zu sagen, deshalb mein Rat an Euch, sucht euch professionelle Hilfe. Egal was andere auch denken mögen. ich habe auch meinen Freundes- und Bekanntenkreis aussortieren müssen.....einige haben mich aber wirklich mit Ihrem Verständnis und ihrer Unterstützung überrascht.
Ich wünsche Euch viel Glück!
Und einen restlichen schönen Ostersonntag!
Liebe Grüße, Anja
change it, love it, or leave it ... fällt mir dazu nur ein.
wenn ich etwas nicht mag, mich z.b. ausgenutzt fühle, überlege ich mir jeweils, was mein anteil daran ist.
und dann habe ich die wahl: ich kann die einstellung zum sein und tun ändern, kann all das sein lassen oder es mal statt aus pflicht(gefühl) mit liebe sehen oder tun.
sowas nennt sich dann wohl eigenverantwortung und entlässt mich aus der fremdbestimmtheit. herz und verstand gehen hand in hand :-)
schöne ostern, gute zeit
claudia
Nachdem ich jetzt viel gelesen habe, muss ich doch sagen, dass diese Probleme oft selbstgemacht sind.
Warum soll ich mich gegen etwas stellen, es wird dann alles nach dem Prinzip Aktion = Reaktion ablaufen. Es wird mehr Ärger und Druck auf mich zukommen.
Ist es nicht viel leichter die Menschen zu akzeptieren, ihnen liebevoll zu begegnen und dadurch die Probleme zu lösen.
Die Engergie die ich brauche um den Kampf aufzunehemen, wenn der Gegenwind bläst, sollte ich doch besser in Liebe stecken, damit das angehen was mir nicht gefällt und viel leichter zu einem Ergebnis kommen. Ich habe damit seit vielen Jahren den Problemen die da waren den Wind aus den Segeln genommen. Manchmal ist es schwer den Menschen und Situationen mit Liebe zu begegnen, aber man wundert sich immer wieder, wie schnell auch sie dann Gesprächs- und Lösungsbereit sind.
Die Menschen um mich herum sind doch mein Spiegel und ich ihrer.
Bei einem Kampf gegen Dinge gibt es niemals einen Sieger, es wird nur Verlierer geben, zu denen man auch selber gehören wird.
Für mich selber sorge ich am meisten, wenn ich mit dem Herzen sehe und entscheide.
Lieben Gruß
Siggi
Toller Beitrag. Vielen Dank.
Der Gegenwind im Büro macht mir nichts mehr aus. Inzwischen trenne ich zwischen den Menschen, deren Meinung mir wichtig ist und denen, deren Meinung mir egal ist. Die ersteren sind wenige, die letzteren sehr viele.
Blöde wie ich war, habe ich Jahre lang die Drecksarbeit im Büro für meinen Chef erledigt. Er wurde in dieser Zeit mehrfach befördert, blieb häufig für seine einträglichen Nebentätigkeiten der Arbeit fern und ich war die Frau im Hamsterrad.
Nun habe ich meine Arbeitszeit reduziert und habe einen Tag in der Woche frei. Außerdem arbeite ich ruhiger und gelassener. Das gefällt ihm nicht. Unverschämterweise fragt er doch allen Ernstes, was ich denn so in meiner Freizeit mache. Bekommt natürlich keine Antwort. Er nölt und manchmal bedroht er mich sogar zwischen den Zeilen. Er ist ein feiger Mann, der in Richtung seiner Vorgesetzten nie seine Meinung vertritt. Nach unten gibt er seinen Druck ungefiltert an uns Mitarbeiter weiter. Typischer Fall von: Keinen Arsch in der Hose....
Kolleginnen und Kollegen sind auch nicht erfreut, dass sie jetzt "ran" müssen. Auch das muss sein. Mir ist ein selbstbestimmtes Leben ohne ständige Überstunden und lange Reisen wichtiger.
Ich kann nur sagen: Es hat sich gelohnt und für mich gibt es keinen Weg zurück. Der Job ist ein Job und wenn mir gute Freunde fehlen, suche ich sie in meinem Sportverein oder bei Feiern etc. Aktivitäten zu denen ich endlich mal wieder Zeit habe.
Liebe Grüße
Hallo zusammen,
es ist erstaunlich, eben habe ich durch dieses Mail eine Antwort erhalten, welche mir, hoffentlich,endlich, weiterhilft!!!
Ja, seit ich vor 13 Jahren angefangen habe Nein zu sagen und alle Schmarotzer aus meinem Leben zu entfernen, sowohl Privat wie Geschäftlich,geht es mir in mir drin nun immer besser, nur im selben Zeitraum habe ich dafür mein Geschäftserfolg (Finanzen) und mein grossses Heer an "Freunden" eingebüsst!!!
Tja, es braucht eine sehr grosse Portion an Mut und Liebe zu sich selber um diesen Weg zu gehen, aber der Lohn dafür ist, ich habe mich gefunden.
Mir ist aufgefallen das ich im selben Rahmen, wie ich mich nicht mehr manipulieren und missbrauchen lies, ich mich, in den Augen der Andern, verändert habe. Solange ich alles tat was IHNEN gut tat, solange war ich die tolle, liebe, super Frau!!!Seit ich nein sage und es auch durch halte, bin ich egoistisch, dumm, zu dick, zu hässlich um mit mir noch verkehren zu können!Komisch, mein Spiegelbild bestätigt mir das ich immer etwa gleich aussehe!!!
Wenn man die Vorwürfe umdreht...wie dumm, egoistisch und hässlich müssen die sich vorkommen, weil sie nun niemanden mehr haben welcher alles für sie tut!Wie beschämend muss es sein zu erkennen, was ich ihnen alles abgenommen habe und wo IHRE Missstände liegen!!!Wie sehr sie mich missbraucht haben!
Ich glaube heute habe ich eine Erkenntniss warum meine finanzielle Lage und sozialen Kontakte sich so drastisch verschlimmert haben mit meiner Weigerung !!!
Ich habe auf "entweder oder" umgestellt! Die Lösung heisst UND!!!
Ich meine, zu Gunsten meines Selbstwertes habe ich viel Geld in den Sand gesetzt, weil ich vor der Entscheidung stand, entweder den Auftrag oder die Freundschaft und mich wegen Geld oder Liebe, wieder missbrauchen zu lassen oder aber meine Würde zu wahren und mich zu verweigern!!!
Ich habe mich so erfolgreich verweigert, das ich nun ganz schön in der Sch... gelandet bin...aber...mir treu geblieben!!!
Ich muss nun nun den Spagat lernen meine Würde und Wert zu behalten UND meinen Anspruch auf entsprechendes Entgeld meiner Arbeit und meiner Einsätze zu erreichen!!!
Also nicht "entweder - oder" sondern UND!!!
PS. Dem Herrn weiter oben welcher sich Gedanken darüber macht, das seine Frau so viel für Ihn tut und er nun, von sich aus, als dank über die Bücher gehen will um seiner Frau zu helfen IHREN Selbstwert zu finden, auch wenn es für Ihn mehr Arbeit bedeutet, möchte ich sagen: ICH LIEBE SIE,
IM NAMEN IHRER FRAU, VON GANZEM HERZEN!!!
Genau so einen will ich auch haben... der sich Gedanken um mich macht und sich entschliesst vom Schmarotzer zum Menschen zu mutieren!!!
Ich wünsche allen ein schmarotzerfreies Leben.
Liebe Grüsse
Monika R.
Hallo !
Ich habe heute seit langenm wieder den Newsletter von "Zeit zu leben.de" gelesen und die Titelgeschichte als Anlass für diese Zeilen genommen. Im September des letzten Jahres sind meine durchaus bekannten Panikattacken so massiv geworden, dass ich von einer in die nächste gerutscht bin. Nach mehreren Medikationen bin ich dann im Dezember körperlich komplett zusammengebrochen und habe erst da für mich erkannt, dass ich krank bin. Es ist und war aber kein Husten oder Schnupfen. Nein es ist eine schwere Panikstörung - ich bin an meiner Seele erkrankt. Mit einer wöchentlichen Psychotherapie und der Hilfe von Medikamenten habe ich es im März diesen Jahres geschafft wieder eine Woche ohne Panik und Attacken auszukommen.
Jetzt aber zum eigentlichen Thema!
Mein "Veränderungsprozess" hat vor ungefähr 4 bis 5 Jahren begonnen und lief schleichend. Es ist nicht etwas, das du dir in der Straßenbahn einfängst. Nein das holst du dir vom Leben und deinen eigenen Masken und Einstellungen. Seit ich mich nun auf die Suche meiner verschollen geglaubten Seele gemacht habe und feststellen musste, dass vieles was mir bisher als "mein Leben" vorgekommen ist, nicht mehr stimmt, bin ich daran gegangen aufzuräumen und "Gegenwind" zu erzeugen.
Ich habe für mich erkannt, dass mein berufliches Umfeld einfach nicht mehr zu mir passt und habe es beendet. Dieser Schritt hat mich sehr befreit und wesentlich zu einer Besserung meiner Panikstörung beigetragen. Auch war und ist es für meine Frau nicht immer einfach mit dem neu erwachten Widerstand von mir und meiner Seele umzugehen. Wir haben aber für uns die Chance darin erkannt, uns auf einer ehrlicheren, nein vielleicht wohl besser gesagt "autentischeren" Basis wieder neu kennen zu lernen.
Für mich ist alles im Leben Energie. Wenn ich es zulasse, dass mich eben diese Energie kaputt macht, dann werde ich auch daran zu Grunde gehen. Bei sehr vielen Dingen ist der Anfang gemacht, wenn man selbst daran geht die eigenen Sichtweisen zu überdenken. Manchmal ist der eigene Stolz und die ach so gerühmte Unabhängigkeit ein Grund um vielleicht die andere Seite der Medaille sehen zu können. Ich habe mich auf die abenteuerliche Reise nach meinen Wünschen und meinen Fähigkeiten gemacht und kann eigentlich nur sagen, dass ich bisher nichts "Schreckliches" gefunden habe.
Ich will jedem, der es mit sich aufnimmt Mut machen sich, sich selbst zu stellen. Denn nach hartem Kampf kann man einen Verbündeten für sich entdecken, der einmal der größte Feind und/oder der größte Kritiker war. Wir bauen uns allzu gerne Mauern aus falsch verstandenen Verpflichtungen auf, die uns dann daran hindern das zu leben was wir sind. Wir alleine sind für uns verantwortlich. Es gibt niemandem dem wir die Verantwortung dafür in die Schuhe schieben können.
In diesem Sinne wünsche ich allen die sich selbst entdecken wollen, alle Kraft die sie brauchen es zu tun. Allen die sich bereits gefunden haben, wünsche ich die Kraft auch weiter sie selbst zu bleiben. Und allen die jene begleiten, die auf dem harten Weg sind aus sich heraus, wünsche ich die Kraft und Liebe die notwendig ist um nicht aufzugeben.
Es lohnt sich!
liebe Grüße
Hans Peter
Hallo, schöne und ehrliche Dinge wurden hier ausgedrückt. Ich bin für jeden froh, der es geschafft hat. Privat bin ich da auch relativ frei zu entscheiden, wann ich ja oder nein sage. Tendenziell tue ich im Bekannten- und Familienkreis auch einen Gefallen aus vollsten Herzen. Beruflich kann ich mir das leider nicht erlauben, habe es aber trotzdem gewagt, mit bis jetzt schlechtem Ausgang. Auch ich habe meinem Arbeitgeber mitgeteilt, dass die Arbeitsbelastungen und der Druck zu hoch sind. Nun gelte ich als inkompetent und den "ganz normalen" Anforderungen nicht mehr genügend. Obwohl ich weis, dass es ca. 40 % der Kollegen genauso geht. Die trauen sich aber nicht, dies öffentlich zuzugeben. Ich habe dies auch gesagt, da ich vor Jahren schon mal einen Burnout hatte und gemerkt habe, wenn ich so weitermache, dass es wieder zu einem kommt. Ich mache seit einiger Zeit keine immensen Überstunden mehr, auch das wurde mir negativ ausgelegt: ich gelte als nicht mehr flexibel. Diese Rückmeldungen vom Arbeitgeber haben mein Selbstwertgefühl ziemlich zerstört. Nun bin ich doch krank geworden, es geht also alles zu meinen Lasten, finanziell und gesundheitlich...Schade, dass Arbeitgebern die Gesundheit seiner Angestellten egal zu sein scheint. Man hört ja immer wieder, es sei überall genauso, da kann einem ja jede Hoffnung nehmen. Hoffe, diese ganze Situation nimmt noch ein Ende mit Schrecken, dass ich wieder gesund werde und diese ganze Situation halbwegs unbeschadet, auch finanziell, überstehe. Und trotzdem möchte ich zuversichtlich sein, in dem ich eines Tages auf die heutige Situation als gemeisterte Krise zurücksehe.
Frohe Ostern!
hara
Danke. Vielen Dank für alles. Für diesen Newsletter, für diese Seite, danke das es Euch gibt. Ich kann Euch gar nicht oft genug danken. Mein Leben war und ist stellenweise so voller Traurigkeit, Schmerz und Wut und es sind Menschen wie Ihr, die mir Kraft und Mut geben immer weiter zu machen. Danke dafür.
Ihr verändert das Leben der Menschen zum positiven - meins auf jeden Fall. :-)
Liebe Tanja,
was auch immer hinter Eurer web.site steht: Ich lese sie gerne, dennoch: Es ist wie bei Dale Carnegie: Ratinal kann ich ales nachvollziehen, aber mein Verhalten ändert sich nicht.
Nach einem Aufenthalt in einer pschyosomatischen Klinik (sechs Wochen), nach fast drei Jahren Psychotherapie und sechsjähriger medikamentöser Behandlung (Trevilor) fühle ich mich am Ende: noch immer kann ich-fünfundfünfzig Jahre alt - nicht für mich im Sinne der Reaktionen vieler Leser Eurer web.site für mich sorgen, weil ich zu keinem Zeitpunkt meines Lebens eigene Ziele hatte und mir nie darüber Gedanken gemacht habe, wer ich bin und was ich will. Statt meiner habe ich die Bedürfnisse Anderer befriedigt und seit mehr als sechs Jahren "kann ich nicht mehr wollen". Selbst mein Weiterleben - ich hätte mir schon gerne die Kugel gegeben- binde ich an den Gedanken, dass ich Andere im Stich liesse, würde ich meinem Wunsch nach Suizid nachgeben. Wie gesagt, ich bin ziemlich am Ende, dennoch: manches mal gelingt es mir, mir durch das Lesen Eurer Überlebenshilfe Mut zu machen.
Erschöpfte Grüsse
Thomas Weck
Der letzte Artikel zum Thema Burn Out hat mich schon berührt, wollte aber nchts dazu sagen. Nun begegnet mit das Thema wieder- Zufall??? Garantiert nicht!!!
Aufgrund vieler stressiger Jahre (Privat / Job) bin ich Ende 2007 zusammengebrochen und habe das komplette Jahr 2008 beruflich wegen eines Burn Outs aussetzen müssen, mit Klinik und Therapie. Seit Jan. 2009 arbeite ich wieder mit reduzierter Stundenzahl. Auch habe ich mein Privatleben neu geordnet und dachte, jetzt geht es mir gut und alles läuft rund. Weit gefehlt, mein Johb macht mir Spass und ohne dass ich das wirklich gemekrt habe (oder nicht merken wollte) arbeite ich in meiner reduzierten Zeit seit einigen Monaten das Pensum der fast vollen Zeit. Und ich bin gut, richtig gut!!! Gesundheitlich geht es bergab, mein Körper zeigt alle möglichen und unmöglichen Reaktionen. Ich bin ja klug, ich weiß das alles und kann es auch deuten!!! Mein Umfeld tritt mir auf die Füße und warnt mich, aber ich bin doch so gut, ich packe das doch alles bestens. Oder nicht????
Nein ich packe es nicht, ich fühle mich depressiv, ohne Energie, ziehe mich in mich zurück (wohin? fühle mich gar nicht!) Ich lasse meine körperlichen Beschwerden behandeln usw. usw. Im Job was ändern? Ja, wenn dies erledigt ist! Wenn das noch gemacht ist! Wenn ich meine Kollegen damit nicht hängenlassen muss! Wenn es alles ohne mich läuft (Tat es 2008 auch)Wenn, wenn, wenn....
Und die Wut!!! Wut auf mich und nur auf mich. Warum tue ich das alles? Es gibt mir Anerkennung, ich zeige mir selbst, was ich leisten kan, dass ich immer noch toll bin usw.
Ich weiß, dass ich nicht mehr soviel kann wie früher und dies auch gar nicht muss.
Aber es ist schon richtig, ich habe Angst davor, nicht mehr gesehen zu werden, nicht mehr wichtig zu sein. Natürlich könnte ich das gelassen hinnehmen und mich in meiner freien Zeit den Dingen widmen, die mir Freude machen und die mich zufrieden stellen. Aber wenn ich das tue, bin ich nicht zufrieden, weil ich ja nichts leiste, nichts wirklich leiste.
Was mich im Moment nervt, sind die Reaktionen in meinem direkten Umfeld, Warnungen, fast Drohungen wenn ich so weiter mache dann..... Das ist so anstrengend, ich fühle mich teils als Kleinkind und auf der anderen Seite haben die alle auch noch Recht.
Wie ich aus dieser Situation rauskomme, weiß ich nicht genau. Das anwenden, was ich gelernt habe in der Thzerapie??? Eigentlich möche ich nur mal ganz alleine ein paar Tage ohne irgendwelche Anforderungen von irgendeiner Seite sein. Möchte schlafen wenn ich will, lesen wenn ich will, essen wenn ich will etc., ohne Rechtfertigung für das was ich tue. Aber auch das ist nicht so leicht, ich erkläre und fühle mich schlecht, den anderen gegenüber und vor allem mir selbst.
Ich würde gerne für mich gut sorgen, aber ich finde, dies ist das allerschwierigste überhaupt. Und für mich selber einstehen??? Das Erstaunliche (oeder nicht??) ist, dass die wenigstens Menschen um mich rum was merken. Ich spiele meine Rolle perfekt, ich glaube sie oft selber.
Ich wünsche allen Menschen, die wirklich für sie da sind und die euch nehmen wie ihr seid.
Ich habe aus der Klinik eine Satz für micht mitgenommen: ICH DARF ICH SEIN, MIT ALLEN FACETTEN!! Aber will ich den Menschen meine Facetten zumuten??
Ich danke dir Tanja für das Thema und dafür, dass ich damit konfrontiert werde.
Liebe Grüße!!!
Hallo alle Miteinander,
der Newsletter trifft den Nagel auf den Kopf, der Gegenwind hält einen zu oft davon ab, Dinge zu tun, die man gerne tun möchte, also so zu leben, dass man glücklich ist.
Dennoch bleibt für mich die Frage, WIE schaffe ich es, diesen Gegenwind auszuhalten?
Ich möchte nicht auf Kosten anderer mein Leben leben, deshalb geht es auch darum, wie kann ich meinen Bedürfnissen gerecht werden OHNE den anderen zu verletzen, Oftmals reichen nicht Erklärungen, weil der andere es nicht nachvollziehen kann, das man anders denkt, anders fühlt. WIE schafft man es dennoch, seinen Weg zu gehen, ohne anderen vor den Kopf zu stoßen? Das ist für mich die Schlüsselfrage.
Wie rede ich mit den Menschen, was sage ich ihnen, damit sie mich verstehen?
Wer mir hierzu aus seinem Leben hilfreiche Antworten geben kann, dem bin ich sehr sehr dankbar.
Liebe Grüße
Jana
Guten Morgen Tania,
ich wünsche Dir einen schönen sonnigen Tag.
Ja es ist (am Anfang) sicher schwer, die von Anderen "liebgewordenen Errungenschaften" auf ein für sich selbst erträgliches Maß zu ändern - nur was wäre die Alternative:
Quasi sich ausgebeutet zu fühlen und immer mehr Frust in sich selbst aufzubauen?
Dann doch lieber eine Schrecksekunde beim Mitmenschen auslösen, als ein Schrecken ohne Ende für sich selbst zulassen.
Sei freundlich und offen, dann kommt es meist auch so zu Dir zurück - das passt sicher in vielen, wenn auch nicht allen Fällen.
Manche wollen lieber ihren Nutzen beigehalten, auch wenn er auf Kosten Anderer geht, und dies ist eben genau der Punkt, an dem Eigencourage zu zeigen ist.
Wünsche Allen ein gutes Gelingen und das richtige Gespür für ihren eigenen Lebensweg.
Schönen Tag wünscht
von hier
Horst R.
Ja, das ist genau mein Thema zur Zeit. Und es ist sehr schwer, den Gegenwind auszuhalten, der da oft Orkanstärke erreicht. Und gerade dann, wenn ich erkennen muß, dass es manchen Menschen nie um mich ging, sondern nur um die Bequemlickeiten, die ich Ihnen geboten habe. Klar, mein Kopf weiß, dass ich auf sie besser verzichte - aber da ist auch noch mein Stolz, mein angekratztes Selbstbewußstsein.
Ich habe auch Angst, zum Egoisten zu mutieren. Gerade, weil man oft gesagt bekommt, dass man früher ja nicht so egoistisch war und sich zu seinem Nachteil verändert hat. (wohl eher zum Nachteil der Anderen :-) ) Aber ich habe nach einem Zusammenbruch vor ein paar Jahren auch erkannt, dass es so nicht weitergeht - aber die Umsetzung ist ein langer Weg!
Liebes Hallo an Alle!
Wichtiges Thema, die ich von 2 Jahren durchleben dürfte J. Nachdem ich meine Veränderungswünsche geäußert habe, dürfte ich die „Hölle“ mehr als halbes Jahr erleben, genau wie in Beispielen beschrieben wurde. Will nicht in Details gehen, nur sagen, dass ich Jetzt dieser Höhe auch dankbar bin, die mein Leben in positive Richtung für mich geändert hat.
Ich konnte es durchhalten, weil ich keinen anderen Weg für mich gesehen habe.
Ich habe auch eine wichtige und geliebte Person „verloren“ – schmerzhaft, aber ehrlich und gut tuend für weiteres Leben. Wir entwickeln/verändern uns ständig und, ich glaube, müssen wir auch akzeptieren/ richtig einnehmen, dass nicht alle geliebte Menschen mit uns immer, das ganze Leben, mitgehen können und wir mit ihnen auch nicht. So blicke ich mit Dankbarkeit zurück auf schöne Zeiten mit meiner Freundin und finde die Trennung vollkommen i.O. und die Beziehung mit meinem Partner ist mehr verständnisvoller geworden, wir brauchen beide Nicht mehr die Giganten zu spielen, jetzt genieße ich es.
Ich halte es für das wichtigste, eigene Gefühle/Bedürfnisse etc. wahrzunehmen und zu respektieren und Das Gleiche deinem Gegenüber zu gönnen und womöglich zu unterstützen, wenn man kann.
Für Alle, die wollen, sich besser zu verstehen und lernen sich selbst zu lieben, zu respektieren und für sich die Verantwortung zu übernehmen – wünsche ich viel Kraft aber auch die Leichtigkeit, obwohl es in manchen Fällen sehr unpassend klingen könnte.
Mit lieben Grüßen
Viktoria
Hallo, meine lieben interesierten Mitmenschen!
Zuallererst danke ich Euch allen, dass Ihr Eure Erfahrungen im Web mit uns teilt und Ihr uns so viel Vertrauen entgegenbringt.
Auch ich tappe oft in die "Ausbeutungs-Falle" und auch ich neige dazu, meine Mitmenschen als egoistisch, gemein und im Allgemeinen als Ausgeburt der Hölle hinzustellen.
Doch ganz so einfach ist es nicht! Das Umfeld tut nichts, was ich Ihnen nicht erlaube.
Und wenn ich meinem Umfeld zeigen möchte, dass es zu weit gegangen ist, dann sollte ich nicht auf Kampfmodus gehen, denn das löst beim Umfeld natürlich Gegenwehr aus. Ich kann Siggi nur beipflichten, und darauf hinweisen, dass Liebe und Verständnis wichtig sind im Umgang mit anderen Menschen.
"Be the change you want to see in the world."
Viel Glück wünsche ich all jenen, die den Veränderungsprozess noch vor sich haben und herzliche Glückwünsche an jene, die es bereits geschafft haben!
Liebe Grüße,
k_lack
Je mehr ich mich mit den fiktiven Meinungen und Gedanken Anderer beschäftige, desto weniger Zeit habe ich für mich.
Es ist wie vor dem Supermarktregal - je grösser die Auswahl, desto eher greife ich zum "Bewährten" und "Bekanntesten".
@ Balancer,
dem kann ich nur beipflichten, und je mehr die Menschen versuchen, unso gösser wird die Rennung von sich selber sein.
Leben und leben lassen, und das mit viel Liebe zum Gegenüber
lG Siggi
Liebe Tania,
ich stelle immer wieder fest, dass ein NEIN oder eine Bitte um Mithilfe viel weniger Widerstand hervorruft, als von mir angenommen. Manchmal gibt es sogar überhaupt keinen Gegenwind und für ein NEIN bekomme ich eine gehörige Portion Respekt. Ich kann alle die eher viel zu viel leisten nur ermutigen, öfter ein NEIN zu sagen. Die Belohnung dafür ist: Mehr Respekt, mehr Zeit, mehr Selbstwertgefühl, mehr Energie. Viele gute Gründe.....
Liebe Grüße, Paula Alena
Hallo an alle...da bin ich nochmal.
Habe sehr aufmerksam die Kommentare gelesen, und sehr lange auf mich wirken lassen.
Einige von Euch sind teilweise ja arg Ratlos,andere im Gegenzug hoch motiviert und voller Lebensfreude.
Sicherlich kann man sich aus den Kommentaren einiges rausziehen um zu versuchen, passt das überhaupt zu mir?
Vieles liest sich wirklich gut,einiges find ich nicht so toll, weil es nichts bei mir macht, innerlich.
Weder Kopf noch Bauch rührt sich da, und das ist auch gut so.
Beim lesen achte ich sehr genau auf mich, was sagt der Bauch,was meint der Kopf dazu.
Erst wenn da ein ausgeglichenes Verhältniss herrscht,ja dann schau ich mal, und denke tiefer darüber nach.
Grundsächlich bin ich ja ich und nicht irgendwer anders, genauso umgekehrt.
Meine Erfahrungen mögen sich ja auch für einige sehr gut lesen, nur es seit nicht Ihr.
Keiner war an den Denkprozessen beteildigt, nur ich.
Einigen scheint es wirklich nicht so gut zu gehn,tut mir echt leid.
Verstehn kann ich das schon, wenn man das Gefühl braucht, gebraucht zu werden.
Nur ist das auch echt was man da so alles von sich her gibt, oder ist es nur mittel zum Zweck, weil man ja gebraucht werden will(nicht möchte)!
Um richtig zu funktioniern, wie ein Auto, braucht es Pflege und Wartung.
In unserem Fall denke ich mal wäre es gut wenn es uns gut geht, erst dann kann man ja da auch etwas an andere abgeben, selbst dann wenn man das Gefühl hat gebraucht zu werden.
Ist dann nicht schlimm, uns geht es ja gut.
Und im umgekehrten Fall ist es fast so als wenn man mit einem Ferrari, nur Diesel tankt....holper stolper usw.
Bauch und Kopf sind da ein guter Filter und Ratgeber.
Schöne Woche noch aus Köln....Ulli
Hallo Tanja und alle die diese tollen Beiträge lesen!
Die Themen sind auch mir sehr bekannt, es schwingt mit in meiner Seele, wenn ich Eure Worte lese. Auch bei mir hat irgendwann der Körper reagiert und mich blockiert, als ich nicht auf meine innere Stimme und meine Bedürfnisse hörte. Mittlerweilen habe ich dies als Chance erkannt, genau an den Themen zu arbeiten, denen ich mich verweigerte und mit denen ich mich nun gezwungenermassen über den Körper auseinandersetzen muss. Was ich erkennen durfte und musste, war, dass alles was ich erlebe, von mir selbst produziert ist und ein Spiegel meiner Seele. Spüre ich Wut auf die anderen, ist es doch Wut auf mich, eben nicht Nein sagen zu können. Spüre ich Schmerzen und Angst, ist dies ein Steuerelement, um mich auf den richtigen Weg zu führen. Es ist hart dies zu sehen, aber die anderen sind nur diejenigen, die reagieren auf meine Energie. Verändere ich sie, werden auch die Reaktionen anders. Ruhig und bestimmt "Nein" zu sagen wird akzeptiert, nur wenn ich in der Energie Angst vor Ablehnung, Angst nicht zu genügen mitschwingen lasse, regieren die anderen darauf. Und wenn es nicht akzeptiert wird, dann ist es das Problem des Gegenübers, ich lasse es dann ganz einfach dort (meistens :D).
Oftmals ist es eine Chance, nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Vieles, was ich vorher mühelos bewältigt habe, wird von den anderen übernommen - entweder aus Liebe zur mir oder weil es ihnen einfach selber wichtig ist. Wird es nicht übernommen, war es nicht wirklich wichtig - nur ich habe es zum Traktandum "das muss sein" erklärt.
Was mir sehr hilft zur Zeit ist das Buch "Ich stehe nicht mehr zur Verfügung" von Olaf Jacobsen. Ich trage es immer mit mir rum und lese es seitenweise, lasse es setzen, studiere und meditiere darüber - und nehme es wieder zur Hand, wenn ich einige Minuten Zeit habe. Es hat mir viele Antworten und Lösungswege geschenkt.
Wir schaffen das - es ist immer eine Chance!!
Viele Grüsse
Spiegel im Spiegel im Spiegel im Spiegel.....
...der Seele
Hallo ....
dieses Thema betrifft mich aktuell.
Habe meine Stelle gekündigt und damit die Handbremse gezogen, weil ich sonst gesundheitlich draufgezahlt hätte. Gott sei dank, habe ich einen Ehemann, dem es wichtig war und ist, wie es mir geht und der voll hinter mir steht.
Das Gute ist, ich bin mir treu geblieben und auch wieder gesund, allerdings darf ich mich nun in Vorstellungsgesprächen dafür rechtfertigen, warum ich dem Druck nicht Stand gehalten habe.
Aber ich gehe nach wie vor davon aus, dass es für mich eine neue Stelle gibt und nun heißt es einfach abwarten.
Allen, denen es ähnlich geht - die Arbeit ist nicht alles, aber sie kann alles kaputt machen, wenn es einfach zu viel ist. Mir ist mein Leben wichtiger und dazu stehe ich auch in meinen Vorstellungsgesprächen :)
Ciao
Hallo an alle,
vor Wochen wurde mir dieser Text vorgelesen. Er passte wie die Faust aufs Auge in meine derzeitige Situation, ich hatte mir sogar trotz einmaligem Lesens einzelne Passagen gemerkt.
Ich ziehe erstmals in meinem Leben die Handbremse VOR dem Zusammenbruch. Es fühlt sich noch neu und fremd an, und ich habe keine Vorstellung, wohin die Reise geht.
Mein Leitspruch? Wenn es besser werden soll muss es anders werden.
Alle Bereiche in meinem Leben sind mehr oder weniger belastend für mich (geworden). Beruflich bin ich einerseits Mobbing ausgesetzt und werde andererseits geschunden und geschröpft, ohne Anerkennung oder mehr Geld etc. Familiär bin ich als berufstätige Mutter einer wachsenden Doppelbelastung ausgesetzt. Ganz nebenbei gibt es Ehrenämter, die mich stark zeitlich binden. Dann wären da noch die körperliche Seite, die mir grade unter den Händen wegbröckelt, und die emotionale Seite, die sich immer mehr in negativen, selbst-zersetzenden Strukturen verfängt.
Ja, und wo bleibe ich? Ganz ehrlich: auf der Strecke!
Ich will ein Buch schreiben, Bilder malen, will singen und tanzen und lachen, eine gute Zeit mit meinem Mann und meinen Kindern haben. Stattdessen wische ich Staub, pflanze im Garten, wasche schmutzige Unterwäsche, halte die gärenden, schwelenden Konflikte in meinem familiären und beruflichen Umfeld aus und habe zunehmend keine LUST mehr.
Der erste Schritt ist nun getan - ich habe mir eine Auszeit ertrotzt. Am Anfang beschlich mich die Frage: darf ich das? und schon wußte ich, dass ich auf dem richtigen Wege bin! Diese Frage gehört zu mir wie meine Augenfarbe. Immer wenn ein neuer, entscheidender Schritt von mir zu leisten ist, steht sie im Raum!
Drückt mir die Daumen, dass ich die Kraft aufbringe, jetzt auf diesem Wege weiterzumachen: wer bin ICH, was WILL ich?