Wenn man nie genug ist
Von Ralf Senftleben • 29 Kommentare
Haben Sie manchmal das Gefühl, dass es nie genug ist, was Sie tun? Vielleicht sogar, dass Sie selbst nicht genug sind?
Wenn ja, dann willkommen in Club. Das geht nämlich ganz vielen Menschen so.
Dieses Gefühl, dass es nie genug ist, fühlt sich grundsätzlich nicht besonders schön an. Es treibt uns, es setzt uns unter Druck und es hält uns in Bewegung. Aber wenn man dieses Gefühl geschickt kanalisiert, dann sorgt es tatsächlich oft dafür, dass wir ganz viel schaffen, dass wir unsere Grenzen überwinden und über uns hinaus wachsen.
Dieses Gefühl, dass es nie genug ist, ist ein bisschen wie ein Messer. Man kann ganz nützliche Dinge damit tun, aber man kann sich auch damit schneiden. Und das ist es, was vielen passiert.
Denn wenn wir diesem „Es ist nie genug“ freien Lauf lassen, dann kann uns dieses Gefühl das Mark aus den Knochen saugen und uns direkt in einen Burn-Out schicken. Denn wer sich ständig selbst treibt, der vergisst manchmal, dass wir Menschen ziel- und druckfreie Zeiten zum Aufladen brauchen, sonst sind unsere Batterien irgendwann leer.
Dieses Gefühl, dass es nie genug ist, hat manchmal noch einen unangenehmen Effekt. Es kann uns im Extremfall lähmen. Viele Menschen, die an Aufschieberitis leiden, haben übersteigerte und oft unrealistische Erwartungen an sich selbst. Sie gehen also schon im Vorfeld davon aus, dass es nicht genug sein wird, wenn sie etwas erledigen werden. Deswegen fangen sie erst gar nicht an, um dieses Gefühl der Enttäuschung zu vermeiden.
Bei diesem Gefühl, dass es nie genug ist, haben wir also einen dieser klassischen Gegensätze, dass etwas gut und schlecht zu gleich sein kann und dass die Dosierung die Wirkung ausmacht.
Ein gutes Maß dieses Gefühls erzeugt Tatkraft und Motivation und gesunden Ehrgeiz. Zu viel davon erzeugt einen Tunnelblick, Burn-Out, Lähmung und es schickt unseren Selbstwert in den Keller, wenn wir unseren (zu) hohen Ansprüchen nicht genügen.
Ja, solche Gegensätze aushalten zu können – das ist tatsächlich eine überlebensnotwendige Fähigkeiten in der heutigen Zeit.
Ganz kniffelig wird es, wenn Dritte ins Spiel kommen. Wenn uns also unser Lebenspartner oder unser Chef das Gefühl gibt, dass es nie genug ist, was wir tun. Wir Menschen sind ja soziale Tiere und geben etwas auf Meinungen unserer Mitmenschen. Und wenn wir eh schon ein bisschen an unserem fehlenden Selbstwert knabbern, kann es uns verletzen, wenn uns Dritte ständig vermitteln, dass es nicht reicht, was wir tun.
Ob das dann wirklich etwas mit mir selbst und meinem Verhalten zu tun hat oder mit einer übersteigerten Erwartungshaltung bei meinem Chef, Kollegen oder Lebenspartner ist noch mal eine andere Frage.
Wenn ich zum Beispiel in einem Job stecke, der wirklich nicht zu meinen Fähigkeiten passt, dann kann mein Chef ja durchaus recht damit haben, wenn er mir vermittelt, dass meine Leistung nicht ausreicht. Hier hilft eine ehrliche Meinung eines neutralen Dritten, der mir nicht aus Freundschaft nach dem Mund redet.
Oft haben andere Menschen, Chefs, Lebenspartner aber auch einfach hohe Erwartungen an sich selbst. Sie sind sich selbst nicht genug und das übertragen sie dann auf ihre Umwelt. Sie geben den inneren Druck nach außen. Was wieder ein schönes Beispiel dafür ist, dass unsere innere Welt sich meistens in unserer äußeren Welt widerspiegelt.
Falls Sie auch manchmal an dieser „Ich bin nicht genug“-Geschichte leiden, dann gibt es verschiedene Strategien, damit umzugehen:
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Prüfen Sie doch einmal die Erwartungen, die Sie an sich selbst haben. Am besten setzen Sie sich hin und schreiben auf, welche Ansprüche Sie an sich selbst stellen. Wie genau müssten Sie sein, damit Sie das Gefühl hätten, dass es reicht und dass Sie genug sind?
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Sortieren Sie die Ansprüche von Dritten an Sie (vom Chef, Lebenspartner, den Eltern etc.) und Ihre eigenen Ansprüche an sich auseinander. Welche sind Ihre wirklichen Ansprüche an sich selbst? Welche haben Sie von Dritten übernommen?
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Schauen Sie, ob Ihre Erwartungen an sich selbst realistisch sind. Fragen Sie auch vertraute Menschen, ob Sie nicht vielleicht zu viel von sich erwarten.
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Überlegen Sie, wo es Ihr Leben tatsächlich besser und schöner machen würde, wenn Sie in diesem Bereich wachsen und dazulernen würden. Oft entsteht das Gefühl „Es ist nicht genug“ ja wirklich aus einem Defizit im eigenen Verhalten.
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Überlegen Sie vielleicht auch, ob Sie am falschen Ort sind, an einem Ort der nicht zu Ihren Fähigkeiten, Stärken und Vorzügen passt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie als kommunikationstarker, menschenorientierter Typ in einem technischen Beruf arbeiten oder wenn Sie als schüchterner Mensch im Verkauf jobben. Am falschen Ort werden Sie vielleicht nie die Chance haben, genug zu sein.
Der Weg heraus aus einem übersteigerten Gefühl, dass man nie genug ist, führt wie meistens über die Achtsamkeit. Über die Achtsamkeit mit sich selbst. Über Achtsamkeit mit dem, was um einen passiert und was das in einem selbst an Gedanken und Gefühlen auslöst. Genauso wichtig ist Achtsamkeit mit den eigenen Bedürfnissen.
Denn je achtsamer Sie mit sich selbst umgehen, desto eher können Sie das Gefühl, dass es nicht genug ist, geschickt für sich nutzen, ohne dass seine Schattenseiten zu sehr zum Tragen kommen.
Trotz allen Schattenseiten kann uns dieses „Es ist nicht genug“ voranbringen, es kann uns zum Handeln motivieren und uns als Mensch wachsen lassen.
Es ist wie meistens im Leben: in der richtigen Dosierung ist nahezu alles nützlich und hilfreich.





Oh, wie sehr und vor allem, wie gut ich mich in diesem Thema auskenne! Bei mir gibt es, je nach dem um was oder wen es sich gerade handelt, diese beiden Seiten. Doch oft fange ich erst gar nicht an etwas zutun, weil es ja sowieso nicht reicht, was ich mache (andere können es besser, sind klüger, haben bessere Ideen usw.) - ergo bin ich wie gelähmt. Andererseits versuche ich zu beweisen, dass das nicht so ist und überrasche Menschen mit meinen Ideen, Vorhaben oder meiner Produktivität - die, zugegebener Maßen teilweise auch auslaugen kann.
Aber, dieses Gefühl nicht zu genügend ist etwas was mich in diese Hamsterrolle bringt und falls jemand diese Emfindungen nicht kennt: Es fühlt sich scheußlich an, weil es mich sehr quält, eine saublöde Überzeugung ist, die der Realität nicht entspricht und trotzdem genügend anrichten kann!
Die meisten Menschen schlagen sich wohl damit herum, nicht genug zu sein. Ich habe lange gebraucht, um das erst einmal zu erkennen und noch länger, um es auch zu ändern. Es war nicht allein, nicht genug zu sein, sondern auch meine Existenz zu rechtfertigen. Deshalb musste ich mehr und dazu noch besonderes leisten.
Mittlerweile habe ich mich von diesen Gedanken fast befreit. Fast deshalb, weil noch immer ein bisschen davon vorhanden ist. Vielleicht so an die fünf Prozent, um es in Zahlen auszudrücken. Denn so lange ist es noch nicht her, die Befreiung. Darum bin ich zuversichtlich, auch die noch zu schaffen.
Allerdings kann ich im Gegensatz zu Ihnen, nichts Positives daran sehen, dass man sich für nicht genug betrachtet. Es schafft immer Druck, auch wenn man mit dieser Einstellung vermeintlichen Erfolg hat, beruflichen Erfolg, privaten Erfolg. Aber dieser Erfolg kostet zu viel, auch wenn man ihn sich postiv zurecht biegt.
Genau dieses Messer fühle ich derzeit "wenn man nie genug ist" und Ihr Beitrag hat mich genau zur richtigen Zeit gefunden.
Unter einige Aussagen kann ich mein "genau so ist es" setzen und es ist erstaunlich, dass mein Körper mir seit einigen Tage klar anzeigt, wie sehr ich eine Auszeit brauche - vielleicht auch Abstand oder Trennung und dass ich dringend achtsamer mit mir umgehen muss.
Es ist sehr schmerzhaft fü mich, vermittelt zu bekommen ... nicht zu genügen. Da falle ich regelmäßig in eine Schockstarre.
Danke. Schon lange lese ich begierig mit und beginne, mehr und mehr mich meiner anzunehmen. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen ist schwieriger denn je. Mehr moechte ich noch nicht dazu sagen, als dass ich dank dieser Seiten Licht am Ende eines langen Tunnels sehe. Das Licht ist ueber mir und Klettern ist nicht meine Staerke, aber vielleicht wäschst eine Treppe aus dem glitschigen modrigen Gestein.
Wichtig ist nur, dass man die richtige Balance findet zwischen konstruktiver Kritik an sich selbst - das ist ja durchaus hilfreich und destruktivem "Niedermachen".
Man muss auch mal mit sich selbst gnädig sein können, mit anderen sind wir ja meist auch nicht so streng. Und oftmals stehen wir uns mit dem 100%-Anspruch selbst im Weg.
Es ist also gut, zu lernen, dass wir nicht immer perfekt sein müssen, dass wir uns Fehler erlauben dürfen, denn die sind menschlich und wir sind alle nur Menschen. Und so kleine "Webfehler" machen doch auch sehr sympathisch.
Danke,für diese Anregung.
"es ist nie genug" bzw."Ich bin nie genug" wirkt bei mir
nur demotivierend.(vor allem das NIE)
Motivierend wirkt bei mir:"ich bin gut genug, so wie ich jetzt bin,und ich habe ein (großes)Wachstumspotential
in dem Bereich(en)..."
Ja, voll und ganz getroffen.
Ich "muss" immer perfekt sein, die schnellste sein, die beste sein, die liebste sein.....
Ich lerne gerade auf mich zu achten. Ich war lange in einer totale Starre.
Mein Körper schickt mir aber immer fantastische Signale wenn es zu viel ist. Nur das große Problem ist, dass ich diese Signale automatisch unterdrücke. Z.B. bekomme ich Ohrendruck und Klingeltöne wenn ich "viel um die Ohren habe", aber ich beise weiter die Zähne zusammen, ich "muss" doch alles schaffen.
Oder meine Leber Zwackt wenn was gegen meine Vorstellungen abläuft oder ich wütend bin. Ich halte aber mein Mund und ärgere mich innerlich. (Laus über die Leber gelaufen).
So könnte ich weiter machen.
Achtsamkeit in erster Linie für mich, das ist mein weg.
Dieses "nie genug zu sein" hat mich mein ganzes Leben verfolgt und geprägt. Schlimm nur, daß es meine eigene Mutter war, der ich nie genügen konnte. Egal wie gut ich war, andere waren immer besser, schneller, schöner... Dieses Strickmuster aus meiner Kindheit verfolgte mich immer und immer wieder. Irgendwann konnte ich wirklich nicht mehr und habe mich fast aufgegeben.
Auf meinem Weg wieder nach oben habe ich mich von allem befreit, was mich immer wieder niederdrücken könnte und dazu gehörte auch, daß ich in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis ordentlich ausgemistet habe.
Es war ein schwerer Weg bis zur Erkenntnis: Ich bin ich - und das ist gut so. Wem ich heute nicht genug bin, der gehört nicht in mein Leben! Da passe ich schon auf!
Euch allen einen schönen Sonntag
...heute bin ich 50, fühle mich wie 30, lebe seit 100 Jahren und war mir 99 Jahre nie genug. Die Einsamkeit hat mir letztendlich den richtigen Weg aufgezeigt; allein mit mir und sehr wenig sozialen Kontakten. In dieser Zeit und Situation konnte ich lernen, dass ich genug bin, obwohl ich von heftigen Depressionen begleitet wurde. Ich wollte in der Gegenwart leben und trotz der drohenden Problem die aus dem "Nichtstun" erwachsen, mich nicht diesem Druck beugen, sondern Vertrauen finden, dass alles seine Zeit braucht und mein geistiges Wachstum nur über das bewußt werden entstehen kann. Ich habe mir alles verziehen (mache und versuche es auch nach wie vor) und fange an mich selbst zu lieben. Den Ursprung hierfür habe ich bis vor einigen Jahren verdrängt: Mißbrauch in der Kindheit. Jetzt hat es keine Macht mehr über mich; wie gesagt verzeihen, erst mir dann den Menschen. Alles Gute
Ich suchte jahrelang nach etwas. Nun habe ich nichts neues gefunden, aber das Gefühl, dass etwas anders sein sollte ist nicht mehr da. Man nennt es auch Weisheit.
Es ist ja schon schlimm genug, wenn man sich selber einredet, man wäre nicht genug, wenn die Umwelt dann noch für das eigene Wohlleben in dieselbe Kerbe schlägt und einem damit ein Wertlosigkeitsgefühl mit Absicht einmanipuliert....:
Noch schlimmer wird es, wenn man bei einem "Arbeitgeber", Psychoausnutzer wohl eher, die einzige Angestellte ist, und dieser Mann das Heruntermanipulieren in speziellen Kursen bei der Armee gelernt hat. Der tönte auch noch herum, wie stolz er darauf sei, einen Menschen erst zu zerbrechen, um ihn dann Stück für Stück nach seinen Vorstellungen wieder aufzubauen.
Und da ich die einzige Angestellt ihm ausgeliefert war, brauchen wir über die "andere" Ausnutze gar nicht weiter zu reden. Genauso sieht die Hölle auf Erden aus.
Gott im Nadelstreifenanzug.
Ich war auch nie genug, nie genug, nie genug, egal wieviel ich tat oder wie gut, es war nie genug, denn der erkannte das Defizit an Selbstvertrauen schnell und nutzte es schamlos aus. Die Endlosmanipuliere hatte Folgen. Nachdem ich wiedermal bis 22.00 h kostenlose Überstunden gemacht habe (die ja angeblich nicht nötig waren, weil ich ja sowieso "nie was zu tun hatte" = O-Ton Chef)hatte ich im Büro einen Herzinfarkt.
Ich war gerade mal 30 Jahre alt.
Nach dem Krankenhaus bin ich dahin nie mehr zurückgekehrt.
Wahrscheinlich macht das Schwein gerade die nächste Angestellte kaputt.
Lasst euch nichts einreden - Anflug von Manipuliere oder des Einredens von "nie genug" ???
Weg, sofort - denn Ihr seid in Lebensgefahr.
Und das meine ich wirklich ernst
Dieses Thema hat mich tief getroffen, es genau mein Thema. Ich bin mit dem Gedanken aufgewachsen, nie genug zu sein und egal, was ich mache, das ist auch nie genug war...
Es ist eine schöne Idee, sich nun mal Gedanken zu machen, welche Ansprüche/Erwartungen wir übernommen haben und welche eigentlich unsere eigenen sind...
Vielen Danke dafür!!!
Ich wünsche allen einen schönen Sonntagabend! LG
"...hier hilft eine ehrliche Meinung eines neutralen Dritten, der mir nicht aus Freundschaft nach dem Mund redet." Einspruch: Echte Freunde reden einem (einer ;-) nie nach dem Mund. Frei nach Peter Cornelius: "Die unbequemen Freund', des san die Besten" und frei nach Dr. Kurt Ostbahn: "Laßt's Eich ned unterkriagn"!
Grüße aus Österreich,
Alfred
Schon alleine der erste Satz bringt mich zum grinsen: "ob ich machmal das Gefühl habe das es nie...!" also manchmal und dann gleich nie.
Es wird immer mal Situationen geben, in denen wir wirklich hinter uns herlaufen, in denen wir nicht das sind, was wir eigentlich sind. In wieder anderen Begebenheiten mache ich die Erfahrung, das ich meine 100% zusammenbringe und wenn es nur der rechte Moment zur rechten Zeit ist, in der ich mit meiner Frau z.B. in stiller Vertrautheit zusammensitze.
Wer immer und zu jeder Zeit sich zu 100% im Griff hat, über alles Übersicht hat, und eine tägliche Meisterleistung im Job abgibt, der lebt nicht wirklich, der ist ein biologischer Vollautomat. Es sind also gerade unsere menschlichen Fehlbarkeiten, die uns zu dem machen was wir sind, nämlich Menschen, die Frage ist nur, wie wir und andere damit umgehen. So gesehen sind, na ich sag mal 75% doch eigentlich 100% Menschlichkeit. oder?
Ich möchte mich dem Kommentar von Alfred aus Österreich anschließen: "echte Freunde reden einem nie nach dem Mund".
Ansonsten ist der Artikel m.E. schon stimmig.
Beste Grüße
Hans
"Überlegen Sie vielleicht auch, ob Sie am falschen Ort sind, an einem Ort der nicht zu Ihren Fähigkeiten, Stärken und Vorzügen passt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie als kommunikationstarker, menschenorientierter Typ in einem technischen Beruf arbeiten"
Hier zeigen sich massive Vorurteile und Klischees die leider immernoch in den Köpfen vieler, eigentlicher sehr offener Menschen wuchern. In den meisten technischen Berufen der heutigen Zeit kommt es gerade auf Kommunikationsstärke und Menschenorientierung an. Anders können die hohen Anforderunen der modernen Technik nicht bewältigt werden. Gut funktionierende Teams sind der Schüssel zum Erfolg und machen technische Berufe abwechslungsreich und spannend.
Seit Jahren beschäftigt mich dieses Thema. Ich meine, immer alles perfekt machen zu müssen. Perfekte Vorbereitung auf meinen Besuch, perfekt geputzt, perfekt gekocht oder perfekte Arbeit im Geschäft. Wenn ich auch nur einen kleinen Teil - vielleicht aus Zeitgründen - nicht machen kann, fühle ich mich nicht genug. Ich kenne auch den Aufschieberitis sehr gut, habe diesen noch nie in Zusammenhang mit "sich nie genug fühlen" gesehen. Es gibt mir Anregung zum Nachdenken. Herzlichen Dank dafür.
Genau mein Thema. Ständig vergleiche ich mich im Job mit anderen und schneide dabei schlechter ab. Dieses sich selbst nicht genug sein gepaart mit Aufschieberitis ist gefährlich, wenn man niemanden hat der das erkennt. Kann ich aus der Sache durch Selbststudium rauskommen? Oder fange ich gar nicht erst an, weil es eh nicht klappt?...
Was mich sehr belastet ist das ich dieses auch an meine Kindern weitergebe. Je älter Sie werden desto mehr erwarte ich Perfektion von ihnen und vergesse das sie Kinder sind...
Ich erzähle Euch jetzt mal das Gegenteil:
Mein Freund hat quasi vermeldet, ich solle überhaupt nichts mehr machen (was natürlich gar nicht geht), weil er einerseits eifersüchtig auf mich ist, mich nicht resprektiert und selbst der faulste Hund ist.
Ich sag Euch, ich hab´ mich gleich getrennt, denn mit der ACHTSAMKEIT IHM GEGENÜBER war es SCHLAGARTIG VORBEI.
Ich lass mir doch nicht allen WIND AUS DEN SEGELN NEHMEN und meine Tätigkeiten vermiesen.
Hallo Andrea,
fenomenal deine Verhaltensweise!
Genauso geht´s auch. Klasse!
Eben dieses Thema hat mein Leben bis vor Kurzem negativ geprägt. Es war ein tiefer See voller Tränen, entstanden durch unzählige Situationen, in denen man mir vermittelt hatte, ich sei nicht genug. Ich hatte es wohl irgendwann geglaubt, in mein Leben integriert, zu meinem Thema und Problem gemacht und mich hineingestrudelt. Und die ganzen Ängste, Sorgen, selbserfüllenden Prophezeiungen haben genau dort ihre Wurzel gehabt. In einem Thema, das garnicht meines war, sondern das der Anderen um mich herum (Eltern, Lehrer etc.).
Ich wollte es loswerden, frei werden, atmen können. Und mit diesem Leidensdruck habe ich mit EFT das Ganze Thema und 38 Jahre Wut, Trauer, Angst und inneres Gefängnis in 1 Stunde abgelegt. Ich bin frei. Und ich bin gut, sehr gut sogar. Und was kümmert mich das Geschwätz der anderen.
Es ist wunderbar so frei zu sein. Ich kann EFT nur empfehlen. Nicht weil ich eine Ausbildung darin habe, sondern weil es wirklich wirkt.
Ich habe immer mehr den Eindruck, das ganze Phänomen kommt aus irgendeiner depresiven Gedankenstarre (Grübelzwang) und wollte mal fragen, ob jemand da noch andere Tipps hat als "einfach aufhören".
Volltreffer:-)
Wenn man der Ansicht ist, nie gut genug zu sein, wird auch nicht imstande sein, das Getane zu würdigen.
Perspektivenwechsel von "Nicht-Haben oder Nicht-Sein" auf "Haben - Sein" ebnet den Weg zum Fortschritt:-)))
Vielen Dank
Soheila
Wie wahr, wie wahr - mein Motto seit einiger Zeit: Von nichts und niemandem unterkriegen lassen, nach bestem Wissen und Gewissen handeln und mit ein wenig Glück, manchmal auch mehr...wird alles gut - nur, gut muss einstellungsmäßig auch einfach mal reichen ;-) Ich wünsche allen viel Erfolg dabei, dauert, aber möglich UND das Leben fühlt sich viel angenehmer an, so war's bei mir, hat auch ein Weilchen gedauert, bis sich die Gedanken auf die innere Einstellung wirklich mehr und mehr übertragen hat und ich selbst milder mit mir wurde. Toi toi toi, es ist möglich. Alles "Gute" an Alle! Perfekt muss überhaupt nicht sein zum Glücklichsein, im Gegenteil :-)
Hallo Andrea und Johannes, ich habe ähnliche Erfahrungen, ganz Eurer Meinung.
Hallo Stefan, ja und nein. Hier geht es doch, meinem Verständnis nach, größtenteils um Menschen, die sich zu oft im Leben ungenügend finden und da dieser Zustand auf Dauer sehr unbefriedigend ist, ist er zu ändern oder ein persönliches Wachstum bleibt wohl aus. Natürlich hast du recht, dass es zum Leben gehört, dass "man/mensch/frau" in vielem "nicht reicht", also weniger als 100% leistet und es ist auch o.k. so, eigentlich, wenn mensch nicht ständig sich selbst als "schlecht" ansieht, vor allem im Vergleich zu anderen. Vielleicht ist glücklicherweise dieses Problem für dich nicht ganz nachvollziehbar - dann: Herzlichen Glückwunsch, da bist dann wohl (wo)anders als einige auf dieser Seite, deren Gefühle ich 100% aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann.
Hallo zum dritten und letzten Mal: Hallo Eva,
auch ganz Ihrer Meinung. Ich bin ebenso wenig sicher, ob aus dem Gefühl des "Nicht-Genügens" ein gesunder Ehrgeiz entsteht. Ja: Wieviele Errungenschaften und Leistungen in der Menschheitsgeschichte wurden erbracht, weil die entsprechend erfolgreichen, einflussreichen Menschen in der Welt nach Anerkennung strebten, aber sollte das wirklich die Art von Erfolg sein, der uns alle antreibt, wie Eva schreibt, ist der Preis, den wir dafür zahlen nicht viel zu hoch? Ich bin mir da nicht ganz sicher...sind die erfolgreichen Ergebnisse, wissenschaftliche Errungenschaften, literarischen oder künstlerischen Leistungen wichtiger für die Menschheit, als das Seelenwohl des Einzelnen, der so sehr dafür leiden musste..., was hat das ingesamt für Negativwirkungen auf die Welt...wäre es nicht besser weniger erfolgreich, aber dafür etwas glücklicher, zufriedener zu sein ohne Erfolgsanspruch? Philosophische, aber realitätsnahe Fragen, finde ich.
Bingo! Diese Starre durch nicht genügen kenne ich nur zu gut. Sie begleitet mich seit meiner Kindheit, sicher schon 30 Jahre. Angefangen hat es, glaube ich, mit meinen Eltern. Ihnen (besonders meiner Mutter) war ein "Gut" nie "gut genug". Es sollte immer ein "Sehr Gut" sein.
Und jetzt habe ich das Problem, dass ich viele Dinge, die eigentlich wichtig UND dringend zu machen sind, gar nicht erst anfange. Weil derjenige, für den sie zu machen sind (oder jemand anderes) es als nicht perfekt ansehen könnte.
Nur leider habe ich noch keinen Weg entdeckt, da wieder heraus zu kommen.
Hallo an alle
Hier mein "Mantra", das mir sofort hilft: Ich genüge vollkommen und ich lerne dazu.
Liebe Grüße
Stellt euch mal vor, aufm Acker und du bist Hase und „duckst“ dich weil eine Gefahr lauert. Du bleibst da mit deinen heruntergeklappten Ohren sitzen weil du Angst hast diese Gefahr ausgesetzt zu werden. Du schaltest sowohl deinen Kopf als auch deinen anderen Sinnen nicht ein, um mal zu „checken“ ob denn diese Gefahr schon weg ist. Nein, du entscheidest dich für immer zu erstarren und liegen zu bleiben. Was passiert denn mit dir ?
Spinnen ist Pflicht ! Stellt euch jetzt vor, Hase hat einen Spiegel und sagt darin: „ich bin gut genug“ , findet dabei den Mut aufzustehen und rennt wild durch die Gegend um seine Freude
zu feiern. Rennt vom einen Loch zum Anderen, und fragt alle „wie geht’s euch alle, kommt herunter von der Couch“ ? Sollen wir mal zusammen was machen statt da so herumzuhocken ? Er steckt die Anderen an weil er was besonderes ausstrahlt und…. das Märchen schließt ab mit irgendeinem Happy-End.
Ich wollte keine Weisheiten erzählen, nur mal danke sagen an diesem wunderbaren Platform.