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So unterscheiden Sie Wichtiges von Unwichtigem

Von Ralf Senftleben11 Kommentare

Erfolgreiche Menschen arbeiten nicht unbedingt härter, sondern sie arbeiten an den richtigen Aufgaben und Projekten. Dadurch investieren sie wenig Energie in unwichtige Dinge.

Andere dagegen erledigen ihre Aufgaben eher planlos, also ohne zwischen wichtigen und "nur" dringenden Aufgaben zu unterscheiden. Damit verzetteln sie sich, ohne dass sie den eigenen Zielen nennenswert näher kommen.

Wenn auch Sie lieber an den wirklich wichtigen Dingen arbeiten wollen, müssen Sie dafür:

Aber wie genau unterscheiden wir die wichtigen von den unwichtigen Dingen? Versuchen Sie es doch einmal auf die folgende Art und Weise:

Schritt 1 – Schreiben Sie einmal alle Projekte und Aufgaben untereinander,

Schritt 2 – Dann wenden Sie auf jede dieser Aufgaben oder Projekte die folgende Checkliste an.

Bringt mich das meinen mittel- und längerfristigen Zielen näher?
Macht mich das langfristig glücklicher?
Verbessert das mittel- und langfristig die Qualität meines Lebens?
Macht es mein Leben einfacher, schöner und lebenswerter?
Hätte es unerwünschte mittel- oder längerfristige Konsequenzen, es nicht zu tun?
Vermeidet diese Aufgabe mittel- und langfristig Unangenehmes (Vorsorge)?

Anmerkung: Sie sehen schon, dass Sie, um diese Fragen zu beantworten, zunächst herausfinden müssen, was Sie eigentlich wollen. Ein effektives Zeit- und Aufgabenmanagement funktioniert nur, wenn Sie sich über Ihre Ziele im Klaren sind.

Wenn Sie diese Checkliste auf alle Ihre Projekte und Aufgaben anwenden, dann haben Sie wahrscheinlich hinterher eine gute Übersicht,

Erfolgreiche Menschen machen die für sie wirklich wichtigen Dinge zu Prioritäten und kümmern sich weniger um die anderen Dinge. Vielleicht ist jetzt ein guter Zeitpunkt, die eigenen Prioritäten zu überdenken.

  1. Callmobile schreibt am 1. März 2007 um 08:19

    Auch wichtig: Wenn man einmal weiß, was man tun könnte, es dann auch anpacken und nicht auf die lange Bank schieben.

    Sachen die man einmal verschoben hat verschiebt man auch in ZUkunft häufiger, bis sie irgendwann nicht mehr realisierbar sind.

  2. Comdirekt schreibt am 3. März 2007 um 22:42

    Zielsetzung ist in der Tat wichtig. Durch diese Zielsetzung erkennt man dann was wichtig für einen ist, und was nicht.

  3. Jürgen schreibt am 4. März 2007 um 09:11

    "Wenn Du nicht weißt, was Du willst -
    wird Dich jeder Weg dahin bringen"

    Henry Ford

  4. Barbara Wood schreibt am 9. März 2007 um 08:08

    Ich habe mir in meinem viele Ziele gesetzt und auch alle geschafft, bin dann aber jedesmal danach "in ein Loch gefallen", da ich nicht schon Ziele fuer "danach" hatte. Nun mache ich es anders. Ich setze mir grosse Ziele, sortiere sie nach Prioritaeten (oder manchmal auch ganz einfach Moeglichkeiten, zB nach cash flow), teile sie nach Zeitplan ein UND habe auch schon eine Mappe mit Zielen fuer "danach" - selbst wenn diese noch nicht fein ausgearbeitet sind. Das tue ich dann erst, wenn ich meinen jetzigen Zielen viel naeher stehe, aber eben noch nicht fertig damit bin. Manchmal aendern sich Umstaende, oder selbst die Ziele, und dann muss eben alles angepasst werden. Das mache ich nicht nur in meinem Privatleben, sondern passe es auch in meinen Firmen an. Und es KLAPPT.

  5. Edith schreibt am 11. März 2007 um 22:28

    Oh, wie ich diesen Spruch hasse: "erfolgreiche Menschen machen die für sie wirklich wichtigen Dinge zu Prioritäten und kümmern sich weniger um die anderen Dinge.".
    Das geht nämlich nur genau so lange, wie irgendein Trottel da ist, der das Liegengebliebene aufsammelt und erledigt.

    Unser Bildungssystem - insbesondere an den Unis - zeigt es derzeit ganz deutlich. Erfolgreiche Forscher konzentrieren sich auf die Aufgaben, die sie weiterbringen: nämlich Veröffentlichungen, Vorträge, Projekte. Was liegenbleibt, ist die Lehre - denn da die Lehr-Stellen kein Prestige bringen, will das niemand mehr machen (und es wird von den Verwaltungsstellen auch nicht honoriert). Was passiert? Die Qualität der Lehre sinkt - und damit geht der Nachwuchs den Bach runter... und über kurz oder lang ist niemand mehr da, der noch hochrangige Forschung machen könnte.

    Vielleicht sollten wir mal die derzeit landläufige, egoistische Definition von Erfolg überdenken. Dazu schlage ich vor, die obige Liste um den Punkt: "bringt es die *Gemeinschaft* langfristig voran?" zu ergänzen.

  6. Christine schreibt am 12. März 2007 um 07:44

    Bravo Edith!
    - ganz genau meine Gedanken wenn ich dieses Gefasel von erfolgreich sein, Prioritaeten setzen, Ziele setzen usw. lese. Selbst das Privatleben verkuemmert nun schon zu einem nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten kalkuliertem Planspiel -jede Minute nutzen, immer alles planen, immer Ziele haben...dabei waere es doch viel wichtiger mal nicht so viele Ziele zu setzen (denn die schaffen auch selbst erzeugten Stress), mal in den Tag hinein zu leben, offen fuer Dinge zu sein, die sich dabei ergeben koennen, die Umwelt wahrnehmen, denn das koennen die meisten schon nicht mehr, weil sie nur noch von einem Ziel zum anderen hetzen und nur noch an ihrer Selbstverwirklichung und ihrem Erfolg arbeiten.

    Uebrigens ist es nicht nur in der Lehre (Uni) so - ich habe 18 Jahre lang in zwei "Technologie"-Firmen gearbeite - auch da ist es so, dass die den meisten Erfolg haben, die "sich Prioritaeten und Ziele setzen", sprich die Deppen die Drecksarbeit machen lassen und selber in tausenden Besprechungen und Projektplanungen hundertmal dasselbe faseln und kurzum "unproduktiv" sind.

    Leider ist der Begriff "erfolgreich" immer verbunden mit "Geld, Statussymbolen und Titeln". Ich habe meinen Job als Ingenieurin endgueltig an den Nagel gehaengt (Gruende siehe oben) und mich auf eine Insel zurueckgezogen, arbeite nur noch so viel, wie ich dringend zum Leben brauche und habe dafuer mehr Zeit mit meinem kleinen Sohn am Strand zu sitzen und Schiffe zu gucken, zu basteln usw. Ich bin also nach den Begriffen unserer Gesellschaft "erfolglos, eine Versagerin, nichts erreicht..."aber ich lebe gut dabei, denn ich bin den Stress los immer Ziele zu haben und alles nach Prioritaeten zu ordnen und mein Leben in Checklisten zu verwalten.

  7. Ralf Senftleben schreibt am 12. März 2007 um 08:04

    Hallo Ihr Lieben,

    nein, der Begriff "erfolgreich" muss nicht zwingend mit Geld und Statussymbolen verbunden sein. Für mich bedeutet "erfolgreich", wenn ich das habe, was ich gerne haben möchte, egal ob das das dicke Auto vor der Tür ist oder ein bescheidenes Leben auf der Almhütte.

    Ich bin erfolgreich, wenn ich mein Leben mag.

    Versucht mal, die Checkliste von oben aus dieser Warte aus zu betrachten und die Fragen aus der Checkliste werden vielleicht eine andere Bedeutung für Euch bekommen.

    Und wenn ich es für wichtig halte, etwas für die Gemeinschaft zu tun, dann kann ich das zur Priorität machen und etwas für die Gemeinschaft tun.

    Viele Grüße,
    Ralf

  8. Edith schreibt am 12. März 2007 um 10:31

    Tja Ralf, genau da liegt aber der Knackpunkt: "Wenn ich es für wichtig halte".

    Ja, ich halte es für wichtig (und du hast recht, aus dieser Warte "funktioniert" die Checkliste auch). Ich weiß aber auch, dass ich für diese Haltung regelmäßig angegriffen werde. Denn dummerweise halten es die meisten Menschen leider NICHT für wichtig - und das führt dazu, dass die Drecksarbeit halt bei mir landet, und ich über kurz oder lang nicht mehr dazu in der Lage bin, noch was für die Gemeinschaft zu tun (von dem Frust mal abgesehen, dass diese ganzen "kleinen" Tätigkeiten von niemandem gewürdigt werden).
    Viel zu oft machen die wichtigen Gemeinschaftsaufgaben nämlich erstmal nicht "mein Leben" (siehe oben) besser, sondern im ersten Schritt das von anderen - klar, im zweiten Schritt kommt viel zurück, aber soweit blicken die meisten nicht (schon gar nicht im Management).

  9. sieben1 schreibt am 12. März 2007 um 11:21

    @Christine: Stimme Dir in allen Punkten zu. Ich selbst arbeite in einem Softwareunternehmen und fühle mich momentan mehr durch die Umwelt und die "Umstände" getrieben denn ein selbstentschiedenes Leben zu führen. Deshalb würde mich schon interessieren, auf welche Insel es Dich getrieben hat und womit Du den notwendigen Lebensunterhalt dort verdienen kannst. Vielleicht hast Du ja Lust, mir ein paar Tipps zu geben: dipikari@gmx.de.
    Jedenfalls Gratulation zu dem Schritt!

  10. Ralf Senftleben schreibt am 12. März 2007 um 11:58

    Edith, ja so sind die Menschen wohl. Den meisten ist ihr eigenes Wohl wichtiger, als das der Gemeinschaft.

    Die große Frage ist: Verändert sich an der Sache etwas, wenn du dich hier darüber aufregst?

    Man könnte z.B. auch konstruktiver an die Sache herangehen und anfangen Fragen zu stellen:

    z.B.
    * Warum interessieren sich die meisten nur für sich?
    * Was müsste sich ändern, damit die Leute mehr Interesse an der Gemeinschaft haben?
    * Was kann ich tun, um das Interesse der Menschen an der Gemeinschaft zu stärken?

    Viele Grüße,
    Ralf

  11. Gerhard E. Kranz schreibt am 18. August 2007 um 13:18

    Aus meiner Sicht ist besonders darauf zu achten bei der Unterscheidung von wichtig und unwichtig nicht von außen bestimmt zu werden - sonst besteht die große Gefahr als Opfer aus der ganzen Sache heraus zu gehen.
    Das Leben "nur" für das Gemeinwohl zu geben ist wohl genau so einseitig wie das Leben nur auf das "eigene" Wohl auszurichten.
    In meiner Arbeit versuche ich immer Arbeit/Leistung, Gesellschaft, soziale Beziehungen und das ICH deckungsgleich zu bekommen. Wenn das nicht so ist, wird man nämlich ganz schnell unglücklich ;o)