Konstruktiv mit den eigenen Gefühlen umgehen
Von Ralf Senftleben • 23 Kommentare
Die Fähigkeit, mit unseren Gefühlen konstruktiv umgehen können, macht meiner Erfahrung nach in ganz vielen Fällen den Unterschied zwischen Erfolg und Scheitern im Leben aus.
Wenn wir uns aufmachen, etwas im Leben zu erreichen, dann werden die meisten von uns immer wieder an den Punkt kommen, an dem wir zweifeln, verwirrt oder frustriert sind oder Angst bekommen. Das ist wohl ein ganz natürlicher Teil des Weges und das geht jedem so.
Wenn wir nun in so einem schwierigen Augenblick mit diesen Gefühlen nicht konstruktiv umgehen können, dann kann es schnell passieren,
- dass wir alles hinschmeißen,
- gelähmt sind und uns selbst blockieren,
- Kurzschluss-Entscheidungen treffen
- oder andere Dinge tun, die wir später bereuen.
Aber wie kann man lernen, mit den eigenen Gefühlen, Frustrationen, Ängsten und Zweifeln besser umzugehen?
Ich glaube, dass 3 Schritte dabei nützlich sind:
- Akzeptieren Sie, dass es ganz natürlich ist, dass Ihnen Angst, Zweifel und Frustration auf dem Weg begegnen. Wenn Sie anfangen, etwas in Ihrem Leben zum Besseren hin zu verändern, dann ist das ganz normal.
- Lernen Sie, Ihre Gefühle wahrzunehmen und verdrängen Sie nicht. Schieben Sie Gefühle nicht weg und lenken Sie sich bei unangenehmen Gefühlen nicht ab (z.B. durch essen oder fernsehen), sondern stehen Sie zu Ihren Empfindungen. Wenn Sie Angst haben, dann spüren Sie auch hin, sagen Sie sich: “Ja, ich habe Angst und das ist ganz normal auf dem Weg. Das ist nicht schlimm. Ich kann damit umgehen”. Das ist der wichtigste Teil. Wenn Sie das können, dann haben Sie 80% des Weges zu einem guten Gefühlsmanagement geschafft.
- Lernen Sie, Ihre Gefühle zu lenken. Unsere Empfindungen hängen von einer Vielzahl von Einflussfaktoren ab (z.B. von Bewegung, Ihrem Denken, Ihren Bewertungen der verschiedensten Situationen, Ihrer Ernährung, usw.). Experimentieren Sie, wie Sie Ihre Gefühle sanft in die gewünschte Richtung lenken können.
Der wichtigste Schritt zu Gefühlsmanagement ist wirklich, dass Sie lernen Ja zu sagen zu Ihren Gefühlen und dass Sie Vertrauen haben, dass das alles richtig ist, so wie es ist. Die anderen Schritte kommen dann oft von ganz alleine. Diese Einstellung zu entwickeln, braucht natürlich ein bisschen Training, aber das ist sehr gut investierte Zeit.






Gefühlsmanagement? Wer hat denn da in die Unwortkiste gegriffen?! Ich möchte mit meinen Gefühlen gut umgehen können und sie akzeptieren, aber "managen" ist definitiv der falsche Begriff.
Gefühlmanagement. ;) Nun ja, es gibt Untersuchungen, nach dem unser Denken unsere Gefühle beeinflussen.
Das sogenannte ABC der Gefühle.
Situation - Denken/Gedanken - Gefühle
Also nicht die Situation löst automatisch die Gefühle aus, sondern unsere Denkstruktur führt dazu, dass über sie aus der Situation die Gefühle entstehen. Hat man das erkannt, kann man sukzessive daran arbeiten seine Denkstrukturen zu ändern, wenn diese nicht gut für uns sind und damit die Gefühle zu ändern oder wenigstens positiv zu beeinflussen.
da mir gerade das rezipieren zu langwierig ist einfach mal ein unreflektierter Link aus dem Internet zum Thema: ABC der Gefühle:
http://www.besser-leben-mit-tinnitus.de/index.html?/es_sind_nicht_die.htm
In gewisser Weise kann man also wirklich von 'managen' sprechen. ;)
zu fragen was zuerst da war, ist eine Huhn-und-Ei Frage. Ich glaube das ist ein ewiges Wechselspiel. Gedanken führen zu Gefühlen, und gefühltes bzw. erlebtes führt zu bestimmten Gedankenmustern. Negative Erlebnisse prägen das Denken negativ (negative Glaubenssätze). Der wichtigste Schritt ist, sich den Zusammenhang bewusst zu machen. Ansetzen bzw. sich 'umprägen' funktioniert aber nur über das Denken. Ein nicht zu unterschätzender Faktor in meinem Leben ist aber die Intuition, das Denken und Fühlen ohne erkennbare Logik oder Grund. Wenn ich den Wunsch das Leben zu bestimmen, zu kontrollieren, außer Acht lasse und meinem Bauchgefühl folge, auch wenn es logisch keinen erklärbaren Sinn ergibt, hat mich häufig in die richtige Richtung geschickt, oft auf Wegen, die ich bewusst so nie beschritten hätte. Das Unterbewusstsein nimmt so viel mehr wahr als der bewusste Verstand. Es gehört aber viel Mut dazu, dem was man nicht versteht zu vertrauen. Management in Sachen Gefühlen betreibe ich nur, wenn ich negative Muster erkenne, die versuche ich dann, positiv umzuprogrammieren, nach dem Motto, Du bist, was Du denkst, also achte auf deine Gedanken. Hierzu fallen mir auch noch die "14 ewigen Gesetze der Lebensentfaltung" ein, die suche ich noch mal heraus und poste sie später hier. Gruß Andrea
Hallo Ralf! Ein wirklich interessantes und wichtiges Thema hast Du Dir da ausgesucht. Aber von "Gefühlsmanagement" zu sprechen gefällt auch mir nicht so sehr...
Und beim Lesen Deines Artikels fiel mir sofort auf, dass ein wichtiges und häufig angewendetes "Verdrängungsmittel" bei Deinen Beispielen fehlt. Nicht nur "essen" und "fernsehen" werden gern zur Ablenkung heran gezogen. Viele Menschen lenken sich mit Arbeit ab ... aber auch das ist wenig hilfreich.
Liebe Grüße
Walburga
Die oben zitierten "ewigen Gesetze" sind Teil der 16 Denkgesetze von Oscar Schellbach. Es fehlen noch 2.
Ausserdem sind sie (leider) etwas verändert.
In seinem wunderbaren Buch "Mein Erfolgs-System" hat Oscar Schellbach die 16 Denkgesetze, den "Mental-Positivismus" und seinen M-Schlüssel erklärt.
Der M-Schlüssel (M=Mental) lautet:
Mental-Positivismus ist die Lehre der Herrschaft über
a l l e s Negative, durch die Macht der Überzeugung,
die als Resultat der Beachtung der Gesetze des Denkens entsteht - UND somit das Ergebnis der Macht der Erkenntnis ist!
Es ist erstaunlich, dass der Name "Oscar Schellbach" so wenig bekannt ist. Was er geleistet hat ist enorm. Seine Bücher und sind aber heute noch zu haben. Ich habe ein Buch von 1951, mit Weisheiten und Erkenntnissen, die erst viel später aus Amerika kamen. Und sein Sohn, "Hans Jürgen Schellbach" ist noch sehr aktiv.
Das musste einfach mal gesagt werden.
1. Denkgesetz: Bewusstein ist Schöpfung - und Gedanken sind Kräfte.
Macht über das Denken - gibt Herrschaft über Leib und Leben.
Beste Grüße
Claudia
Alles schöne Sprüche und Worte. Schon allein das Wort
"Gefühlsmanagement" finde ich ungehörig und inakzeptabel. Wenn es soweit kommt, dass man schon seine Gefühle managen muss bzw. "Mann" ansonsten nicht klarkommt damit, dann lest doch weiter jede Menge Literatur die sich damit beschäftigt die Leute zu verarschen - bloss denkt nicht selbst darüber nach an was es euch wirklich fehlt - !
Für wie dumm lasst ihr euch denn noch verkaufen????
Hallo Ihr alle und hallo Karin,
das schöne am Leben ist ja gerade, dass jeder Mensch zu 100 Prozent selbst für sein eigenes Erleben verantwortlich ist.
Es bleibt also jedem von uns selbst überlassen, w a s er aus seinem Leben macht. Wir alle betreiben ja ständig Gefühls-Management, ob wir das nun so nennen, oder auch nicht. An was es uns wirklich fehlt, das sind Menschen wie z.B. Ralf, oder, wie ich schon auf Oscar Schellbach verwiesen hatte, oder auch der wunderbare Robert Betz, die uns helfen Struktur in unser Denken zu bringen. Deshalb lesen wir ja eben diese Newsletter und machen Seminare mit.
Aus unserem Denken entstehen unsere Gefühle - und umgekehrt.
Und wir sind d a b e i zu lernen, wie wir am Besten damit und mit uns umgehen.
Wer das jetzt noch nicht glauben will oder kann, der "schläft" eben noch eine Weile weiter - bis er irgendwann auch aufwacht.
Noch einen schönen Frühlingssonntag und liebe Grüße
Claudia
Vor kurzem habe ich gelesen, dass Gedanken Wirklichkeit werden wollen und sie auch werden. Insofern war ich jetzt ganz angetan von dem "Gefühlsmanagement", denn es geht bei mir persönlich grad drunter und drüber - ein ständiges Auf und Ab. So langsam bekomme ich es unter Kontrolle, und ja, ich finde das Wort "Management" gar nicht so unpassend, denn es ist wirklich auch ein Stück harte Arbeit dabei. Ich gebe Ralf schon recht, erst muss mal analysiert werden, wie es einem geht, dann kann man sich damit auseinandersetzen. Oft habe ich ziemlich diffuse Gefühle und versuche, sie irgendwie zu ordnen, nicht immer gelingt mir das.
Bei Andrea möchte ich mich bedanken für die 14 Weisheiten.
Euch allen einen schönen Tag noch und einen guten Start in die neue Woche
Hallo zusammen,
ja es stimmt schon, dass mit einer Menge Literatur die Leute schon ein bißchen verarscht werden.Das Wort Gefühlsmanagement habe ich so auch nicht gehört.
Hallo zusammen,
Gefühlsmanagement finde ich gut, besonders dann, wenn Gefühle
dazu führen, dass destruktiv gehandelt wird. In einer Kur durfte ich an einem Skills-Training teilnehmen, was für mich ein wunderbarer Impuls war, Gefühlsketten (oder Gedankenketten?), die immer wieder dazu führten, dass ich mich scheußlich, ungeliebt und erbärmlich fühlte, durch Gedanken und Aktionen soweit in den Griff zu bekommen, dass es nicht mehr zu solchen "Abstürzen" kommt. Das ist Gefühlsmanagement.
Und ich bin denen, die sich damit befaßt und das publiziert haben dankbar. Das Skillstraining wurde von Marscha Lineham entwickelt für Menschen mit Borderline-Störung und Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Ich weiß, dass es manche wie das Schlachten heiliger Kühe betrachtet, wenn man Gefühle steuert, aber ich bin zutiefst dankbar für diese Möglichkeit durch Aktionen und Gedanken Gefühle der Verzweiflung mittlerweile sehr gut im Griff zu haben und diese in Freude und Selbstbewußtsein umwandeln zu können.
Einen schönen Abend wünsche ich
Monika
Ja, die Gefühle.
Es wird viel von emotionalen Intelligenz geredet...aber zu wenig darüber, wie negative Emotionen das Denken beeinflussen können.
Viele Menschen können nicht zwischen negativen und positiven Emotionen unterscheiden...und vor allem merken Sie nicht, wie sehr die Emotionen das Denken färben.
Das wirklich schlimme ist,dass wir uns selbst unsere negativen Emotionen nicht offen zu geben wollen,sondern Gründe an anderen Menschen zu suchen anfangen, warum wir auf Sie böse sein dürfen. Was daraus am schlimmsten Fall folgen kann...dafür haben wir genug Beispiele.
Hallo,
wißt ihr, was mich stört????Das immer wieder gesagt wird, dass die Gedanken Realität werden und werden wollen.Die Kraft des positiven Denkens zum Beispiel, die es nicht gibt.
Hallo,
was ich meine sind zum Beispiel auch diese "ewigen Gesetze",die zwar sehr schön zu lesen sind, aber ich habe die Erfahrung gemacht,dass sowas leider völliger Kokolores ist.Will nichts gegen euch sagen, aber irgendwie kann ich das leider nicht teilen, ist ja schon eine ganze wissenschaft geworden.Mode.
Schoene Mode. Macht das Leben und leben lassen interessant.
Viele Gruesse aus Amerika.
Hallo,
gerade was Ralf schreibt passiert mir momentan. Es hat mich total erschreckt, denn ich habe wirklich das Gefühl, alles hinschmeißen zu wollen, aber Angst vor den Konsequenzen habe. Ist das wirklich normal? Ich habe schon gedacht, ich werde verrückt! Aber wie soll ich meine Gefühle "managen"? Darf ich ihnen wirklich nicht vertrauen? Wenn meine "Seele" leidet kann ich sie doch nur retten, indem ich meinen Gefühlen nachgebe, oder? Ich bin wirklich total verwirrt. Ich weiß, dass meine negativen Gedanken meine Gefühle in den Keller treiben, so dass ich nicht mehr schlafen kann und mein Herz schmerzt, aber klappt es wirklich, wenn ich einfach "denke" alles wird gut - und nichts wird gut!!?? Ich habe an die 70 Selbsthilfebücher in den letzten 10 Jahren gelesen und habe immer gedacht, ich schaffe alles. Und jetzt? Ich weiß gar nichts mehr...
Hoffe, dass sich noch viele zu diesem Thema melden!!!
Martina
Hallo zusammen,
Gefühle kann man nicht nur mit "essen" und "fernsehen" ablenken oder wie walburga schreibt mit "Arbeit", sondern auch sehr leicht mit "Routine" überlagern. So ging es mir jedenfalls eine Weile bei einer Tätigkeit, da drehte sich mir immer der Magen rum, wenn ich nur daran dachte. Aber routinemäßig habe ich es dann doch über drei Jahre gemacht.
Erst danach, als ich diese Sache nicht mehr machte, konnte ich das Gefühl deuten.
LG
Peter
Ich bin der Meinung Gefühle kann man - ein Glück - nicht "managen"... Managen heißt für mich Vorausschauen, Bewerten (gut oder schlecht) und Denken... Aber wenn man Gefühle zuläßt - die weder gut noch schlecht sind und die oft aus heiterem Himmel über uns hereinbrechen, kann man nichts mehr managen, sollte man nicht bewerten. Dann hilft es sich die Gefühle (in Ruhe) anzusehen, sie anzunehmen (Gefühle sind nicht schlecht, nur weil wir manche von ihnen nicht haben wollen ...!) und aus ihnen zu lernen und sie für sein Leben, für die Entwicklung seiner Persönlichkeit zu nutzen. Das versuche ich zumindest immer wieder - manchmal gelingt es mir auch ;-)
Viele Grüße
Kirstin
Hallo,
ich kann zu diesem Thema weder klar ja noch nein sagen.
Was mich allerdings stört, ist das Wort "Management", da es sich beim Managen um ein bewusste Tätigkeit handelt, um den Irrglauben, etwas so uraltes und unbewusstes wie unsere Gefühle (unsere Seele) mit den lächerlich jungen und unerfahrenen Mitteln des bewussten Denkens steuern zu können.
(Und das besagen ja auch die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung - haben wir überhaupt einen freien Willen?)
Ich kann gut mitgehen mit dem Ansatz, mit den Gefühlen bewusst umzugehen, allerdings nur bis Punkt 2 - WAHRNEHMEN und ANNEHMEN, das sind meines Erachtens unsere Aufgaben auf dem Weg durch unser Leben. Wenn wir das schaffen, gehen wir automatisch weiter.
Annahme bedeutet in meinen Augen die Akzeptanz meiner Gewordenheit ("So bin ich eben geworden"). Und gerade das fällt eben vielen so schwer, darum wollen sich soviele lieber "managen", weil sie dann eben nicht schonungslos ehrlich auf ihre Gewordenheit schauen müssen, sondern -zwar nicht bequem, aber doch wesentlich schmerzfreier- viel oberflächlicher neue Verhaltensweisen trainieren können.
Und sorry, aber meine Denkweise zu verändern, bleibt in meinen Augen eben ein Kratzen an der Verhaltensebene (wenn ich mich auf Dilts' Modell beziehe), maximal an der Ebene der Glaubenssätze.
Aber tiefer, zum eigentlichen Wesenskern, dringe ich dabei nicht.
Dabei geht es mir nicht darum, alles hinzunehmen und sich "leben zu lassen", sondern ich kann mich nur dann ändern, wenn ich mich ganz und gar so nehme, wie ich eben geworden bin.
Und damit zum zweiten Punkt, der mich stört:
In dieser Diskussion klingt vieles nach "entweder - oder", und darum geht es meiner Erfahrung nach eben NICHT im Leben.
Weg von dem, was ich bin, und mal eben "ummanagen", das wird nichts.
Das habe ich selber jahrelang versucht, hab mich gewaltig entwickelt und viel Bewunderung für meine Fortschritte und meine Arbeit bekommen. Und bin dann doch zusammengebrochen, weil die verdrängten Teile in mir (die ich mit NLP und vielem anderen so schön "umerzogen" glaubte) ihre Berechtigung einforderten.
Ich glaube, es geht in diesem Leben nie um ein "entweder - oder", sondern immer um das "sowohl als auch".
Ich bin sowohl das verängstigte Kind, das sich vor den "Großen" fürchtet, und den Besuch eines Elternabends schier unerträglich findet, als auch die erfolgreiche Trainerin, die mit Mitarbeitern aller Ebenen gute Seminare macht.
Mein Tipp für alle, die nicht nur mit ein wenig Prüfungsangst zu tun haben, sondern (wie ich gerade gelesen habe) vielleicht gerade alles hinschmeißen wollen oder an irgendetwas immer wieder scheitern:
Lasst Euch helfen. Seid doch nicht so anmaßend zu glauben, dass Ihr Eure verletzte Seele selber heilen könnt. Welcher Arzt operiert sich selber?
Lernen wir denn nicht immer wieder, dass wir uns selbst nicht heilen können, sondern dass wir dafür die Sicht eines kritischen Freundes von außen brauchen, den wohlwollenden Spiegel? (Und betonen wir das nicht auch immer wieder in der Akquise neuer Kunden?)
Für mich ist dieses "Gefühlsmagement" nur wieder ein neuer Weg, sich der eigenen Angst vor der eigenen Hilfsbedürftigkeit und Unvollkommenheit nicht stellen zu müssen -
und damit das ganze Gegenteil von dem Einleitungstext!
Bianca
Interessanter Denkansatz in dem Artikel.
Spannende bis kontroverse Kommentare.
Ob man durch die Literatur zum Thema Denken & Co nun wirklich "verar...." wird, sehe ich allerdings eher so, daß zum "Verar....." immer zwei Seiten gehören. Ich betrachte diese Literatur eher als Impulsgeber und Angregungsvermittler. Auch dieser Artikel von Ralf Senftleben fällt für mich unter diese Kategorie.
Wenn ich das Geschriebene und Gelesene zum Gesetz und zum Glauben erhebe und nicht bereit bin, zu überdenken und zu überprüfen, ob diese Thesen (auch die Schellbach, Großmann oder sonstwer Denkgesetze) wirklich etwas mit mir und meiner Welt, in der ich lebe, zu tun haben, ist mir nicht zu helfen. Wenn ich geneigt bin, diese Inhalte unreflektiert auf mich anzuwenden, darf ich mich nicht wundern, wenn ich mich anschließend "ver......" fühle.
Wende ich fremdes Wissen aus Büchern einfach so und ungeprüft auf mich an, habe ich die Verantwortung für mein Denken, Fühlen, Handeln, Leben abgegeben. Das wäre fast so, als ob ich ohne Ausbildung oder Einweisung einen Airbus fliegen wollte. Das käme mir nie in den Sinn. Da helfen mir dann auch keine Denk- oder Glaubensgesetze. Mein Glaube allein, ließe mich so einen Metallvogel nicht in die Lüfte bringen.
Der "olle" Goethe hat mal gesagt: "Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen." Das bedeutet nichts anderes, als daß ich zum Beispiel auch Glaubens- und Lebenssätze meiner Eltern und Großeltern tunlichst mit der Realität und meiner eigenen Lebensanschauung abgleichen sollte, bevor ich sie übernehme. So schneiden wir beispielsweise schon lange Kartoffeln mit dem Messer, da die Vorgabe, daß man bei Tisch Kartoffeln nicht mit dem Messer zu schneiden habe, seit der Herstellung von Bestecken aus Cromagan hinfällig ist, da die Messer nicht mehr anlaufen und rosten können, nachdem man Kartoffeln geschitten hat.
Der Goethe-Spruch paßt aber auch zu den vielen und vielfältigsten Thesen der Buchautoren rund um Denk- und Handlungsgesetze aller Art. In den meisten Büchern stehen vielleicht mal zwei, drei oder gar vier kluge und für mich übernehmbare "Anleitungen" / Anregungen. Viele Autoren zitieren sich gegenseitig. So genannte erfolgreiche Autoren zitieren sich dann wiederholt selbst. Die meisten klugen Zitate, die sich auch in diesen Büchern in originalen oder stark verfremdeten Formulierungen finden, haben ihre Wurzeln in der Bibel oder vergleichbaren anderen Glaubensbüchern.
Den Begriff Gefühlsmanagement für den Umgang mit seinen Gefühlen halte ich auch nicht für sonderlich glücklich. Allerdings denke ich, daß dieser Begriff wohl männlichem Denken sehr zugute kommt. Ganz in dem Sinne von "Quadratisch, praktisch, gut". So gesehen habe ich mit der "Namensbanderole" Gefühlsmanagement kein Problem. Schließlich kommt es auf den Inhalt an.
Zum Denken und Fühlen sei gesagt, daß wir auch immer das sind, was wir nicht sein wollen. Es wurde in einigen Kommentaren ja auch schon gut mit Beispielen beschrieben. Wir sind nun einmal nicht nur die guten Lichtgestalten, wir sind auch die Dunkeldenker und kleinen Fieslinge. Alles in einer Person.
Die Frage ist nur: Wie gehen wir damit um?
Wenn wir uns aktiv "umpolen" wollen auf eine uns besser gefallenere oder anderen gut gefallene Rolle, so kann es durchaus immer wieder vorkommen, daß genau in dem Moment, wo wir dieses neue an- oder umerzogene Verhalten "brauchen", von unserem ursprünglichen Verhalten "torpediert" werden. Wir sind halt Menschen und keine Programmier-Automaten, die in einem Umerziehungslager aufgestellt sind.
Den Hinweis von Bianca, daß wir uns doch bitte helfen lassen sollen, wenn wir Veränderungsprozesse beginnen und durchhalten wollen, kann ich nur unterstreichen. Veränderung im Selbstversuch klingt toll, aber auch etwas nach Anerkennungsstreben. ("Schau mal Mami, hab ich ganz alleine gemacht!")
Bevor ich mich verändern will, muß ich mir Klarheit verschaffen, warum ich dies denn für so erstrebenswert halte. Ist es meine echte Auffassung? Höre ich vielleicht zu sehr auf das, was andere über mich sagen? Vertraue ich mir unbekannten Buchautoren mehr als mir? Hierbei kann ein Außenstehender, ein Berater, ein Coach gute Dienste leisten. Nicht immer ist es uns gegeben, Selbstbild und Fremdbild zu erkennen und auseinanderzuhalten.
Zum Schluß: das Angebot, wie man mit seinen Gefühlen umgehen kann (!), das Ralf Senftleben in seinem Artikel macht, finde ich gut, weil es pragmatisch ist und kein aufgeblasenes Denkgebäude hinter sich her schleppt.
Aber: es ist ein Angebot. Niemand muß es annehmen.
Ich selbst handle schon seit einiger Zeit nach diesen drei Schritten. Mir hilft es, Klarheit zu bekommen und mich oberhalb der emotionalen Wasserlinie zu halten.
Herzliche Grüße aus Hamburg
Norbert
zu den vielen Meinungen möchte ich nur noch eines hinzufügen:
ich bin froh, dass ich Gefühle habe! Aber ich habe gelernt, mich nicht von ihnen unterdrücken zu lassen, und auch sie nicht zu unterdrücken. Nehmen wir sie an, verlieren sie ihre Heftigkeit. Vielleicht habt ihr es schon einmal erlebt, dass ihr unglücklich, traurig und verwirrt seid und einfach nur weinen möchtet. Wie verstärkt sich dieser Schmerz, wenn ihr versucht dieses Gefühl zu unterdrücken und ihr vielleicht auch noch von einem Mitmenschen dafür kritisiert werdet
( reiß dich zusammen...) Wie anders, wenn jemand da ist, der euch dann einfach wortlos und liebevoll in den Arm nimmt und eure Gefühle respektiert. Tut das nicht gut?! Warum nehmen wir uns dann nicht ab und zu selbst liebevoll in den Arm um uns zu trösten oder unsere Wut aufzufangen?
In diesem Sinne- fühlt euch alle liebevoll umarmt mit eurer Wut, Neid, Hass oder eurer Sehnsucht.
Uschi
hallo @all,
ich glaube hier wurde etwas evtl falsch verstanden von einigen. "managen" heisst für mich soviel wie "etwas verwalten, dass schon da ist". also in bezug auf gefühle nicht, dass ich diese komplett kontrollieren und steuern will und nur die gefühle habe, die mir in den kram passen - meiner meinung nach unmöglich, den ich bin nur ein menschlein wie alle anderen auch mit begrenzten möglichkeiten, ob es mir gefällt oder nicht. sondern "gefühlsmanagement" dann, wenn ich von gefühlen unangemessen ÜBERWÄLTIGT werde, die mich extrem behindern und meine lebensqualität dauerhaft einschränken (klar dass jeder mal nen schlechten tag hat - darum geht es nicht). wenn ich diese muster erkenne und in den entsprechenden situationen (zB. lähmende angst, extreme blockaden) versuche es mir bewusst zu machen ("jetzt läuft wieder der altbekannte film ab etc.) und versuche gegenzusteuern, dann kann daran nichts schlechtes finden.
liebe grüße
mika
Zuerst las ich die Kommentare. Dann ließ ich sie alle in mir wirken und überschlief sie. 3. Schritt: die Überlegung, was ist meine Erfahrung. Was würde/werde ich dazu schreiben. 4. Schritt: lesen, was Ralf S. überhaupt geschrieben hat. 5. Erstaunen: ich bin zu den gleichen Ergebnissen, Einsichten gekommen wie er. Ich brauche ihn hier nicht zu wiederholen.
-» was ist an der Bezeichnung "Gefühlsmanagement" negativ? Management ist eine vollkommen neutrale Angelegenheit, wir "leben" = wir managen bzw. leben das ganze Leben.
BegriffsDEFINITION -» bevor darüber geredet, geschrieben wird.
Zu den Gefühlen: unsere Prägung spielt eine Rolle und der Mensch ist vielerlei Manipulation ausgesetzt, die er oft nicht durchschauen kann (was häufig weder am Einzelnen noch an seinem guten Willen liegt - es ist eben so).
Wer sich einer harten (!) Schule aussetzen will, den verweise ich auf die Bücher von Alexander Lowen - Bioenergetik (auf keinen Fall verwechseln mit der verweichlichten deutschen "Bioenergetik", mit der sich so mancher "Guru" schmückt). Schon das Lesen der Klappentexte reicht fürs erste aus (= Denkanstöße, bringt Bewegung, s.b. R. S. unter Punkt 3).
Noch ein (altbekannter) Tipp aus der Pädagogik/Psychologie: wenn der Mensch Widerstände hat/zeigt, dann deuten diese Widerstände auf einen Zustand in ihm hin, der bearbeitet werden soll/will -» bewährte Frage an sich selber: "warum rege ich mich jetzt so über das auf, was der Ralf S. da schreibt".........
Hello you people,
i just live in London now for 1 year.
GEFUEHLE-wau, ja das ist ein Thema fuer sich.
Gott hat uns mit Gefuehlen gemacht: ja, er liebt Gefuehle, aber nur wenn wir diese beherrschen. Nicht wenn diese uns beherrschen.
Aber das ist in London nicht so leicht. Denn hier unterliegt man einer Reizflut. Die Sinne sind staendig unter Beschuss. Daraufhin stellen sich GEfuehle ein, positive und negative GEfuehle.
Die REalitaet wird oft nicht von den GEfuehlen widergespiegelt, d.h im Kopf unterscheiden wir zwischen der WAhrheit und den Emotioneon, die uns den ganzen Tag viel erzahelen.....
xxxSonne