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Mehr Ausgeglichenheit durch ein Morgenritual

Von Ralf Senftleben14 Kommentare

Haben Sie auch manchmal Stimmungsschwankungen? Gestern waren Sie noch prima drauf, und nur einen Tag später sind Sie muffig, traurig oder Sie fühlen sich unter Druck und wissen gar nicht warum?

Wie kann das sein, dass wir an einem Tag Bäume ausreißen können und uns am nächsten Tag schlapp fühlen?

Es ist so, als ob in der Nacht irgendetwas passiert, was unseren Zustand komplett verändert.

Sind das vielleicht unsere Träume? Oder die Hormone? Ist es unser Biorhythmus? Oder sind es Mondphasen oder Erdstrahlen? Oder ist es so etwas Profanes, wie unsere Ernährung oder eine nebenläufige Bemerkung, die ein Kollege gestern gemacht hat, und die wir uns zu Herzen genommen haben.

Ich persönlich habe es noch nicht herausgefunden, was es genau ist. Wahrscheinlich ist es auch bei jedem etwas anderes.

Es ist auch nicht so schlimm, dass ich es nicht weiß. Denn ich habe eine kleine Wunderwaffe im Ärmel, die meinen Seelenzustand einigermaßen stabil hält.

Und diese Wunderwaffe heißt: Morgenritual.

Bei mir läuft nahezu jeder Morgen gleich ab. Ich stehe auf. Ich stretche mich für ein paar Minuten. Dann trinke ich eine schöne große Tasse Tee, während ich in unserer Küche sitze, ziellos in den Garten schaue und meine Gedanken schweifen lasse. Dann mache ich eine kurze Meditationsübung. Dann verinnerliche ich einige Dinge, die ich im Bewusstsein behalten will. Und dann plane ich meinen Tag.

Ich tue also eine ganze Reihe von Dingen, die mir gut tun und die wichtig für mich sind. Und ich tue diese Dinge täglich gleich in der ersten Stunde des Tages. Und egal mit welcher Stimmung ich aufstehe, durch mein Morgenritual verschwindet schlechte Laune, schlecht fassbare Sorgen und andere Überbleibsel der Nacht in den meisten Fällen. Und das bringt eine wunderbare Ausgeglichenheit in mein Leben.

Es ist ein bisschen so, als ob ich morgens den Resetknopf meines Kopfes betätige. Nach meinem Morgenritual ist mein Geist wach und klar und der Tag kann kommen.

Angefangen habe ich mit meinem Morgenritual ungefähr vor 10 Jahren. Damals habe ich zuerst nur ein bisschen Qi Gong gemacht. Und als das zur morgendlichen Gewohnheit geworden war, habe ich weitere, kleine Gewohnheiten an meine Morgenroutine angefügt. Ich habe über die Jahre auch immer wieder Bestandteile ausgetauscht und herumexperimentiert. Mein Morgenritual ist also nicht komplett und für alle Ewigkeiten in Stein gemeißelt.

Wichtig dabei ist, dass ich die erste Stunde des Tages mit Tätigkeiten verbringe, die gut für mich sind und die mir einen guten Start in den Tag ermöglichen.

Wäre so ein Morgenritual auch etwas für Sie? Dann habe ich hier noch ein paar Tipps:

Tipp 1: Suchen Sie sich Tätigkeiten aus, die Sie wirklich nähren, gut tun und die Ihnen ein gutes Gefühl machen.

Zum Beispiel:

Tipp 2: Eher schlecht für den Start in den Tag sind nach meiner Erfahrung:

Tipp 3: Probieren Sie ruhig Änderungen in Ihrem Ritual aus, aber lassen Sie jeder Änderung 30 Tage Zeit, bevor Sie entscheiden, ob der neue Bestandteil sich bewährt hat. Neue Bausteine im Morgenritual fühlen sich die ersten paar Tage ungewohnt an und man weiß meistens erst nach 30 Tagen, ob einem die Sache gut tut und etwas bringt.

Tipp 4: Wenn man nicht alleine wohnt, muss man seine Morgenritual-Zeit manchmal auch gegen Störungen von außen verteidigen. Wenn man zum Kinder hat, kann das eine ganz schöne Herausforderung sein. Hier braucht man manchmal ein bisschen Einfallsreichtum, um seine ungestörte Zeit trotzdem zu bekommen. Aber das Mehr an Ausgeglichenheit lohnt den Aufwand. Letztlich kommt das ja auch Ihren Lieben zu Gute.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie auch Lust auf ein Morgenritual?

Wenn ja, wie könnte das bei Ihnen aussehen?

  1. Zebra schreibt am 11. November 2009 um 18:28

    Wer selbst zu faul ist für "sanfetn" Sport: Schon 2,3 Minuten gemütliches Strecken, Räkeln, Gähnen tun gut.

  2. b.b. schreibt am 12. November 2009 um 06:43

    ich hab´ auch ein morgenritual :-)
    ...und dann mit meinem milchkaffee ab zum computer, eure seite aufschlagen, geniessen und der tag kann kommen !
    lg,b.

  3. lessi schreibt am 12. November 2009 um 08:39

    Morgenritual? Na klar :o)

    Aufstehen, Schokocappuccino kochen, heiß duschen, Schokocappuccino trinken, frischen O-Saft trinken, mich über meinen Hund freuen (sie räkelt und streckt sich auf Ihrem Platz) und dann kommt das Beste:

    Mit dem Hund spazieren gehen! Jeder Morgen ist anders, jeder Morgen bietet Anderes, und manchmal sind die morgendlichen Spaziergänge mit dem übelsten Wetter die, die am meisten meine Laune steigern!

    Grüße an alle,
    Lessi

  4. Oksana schreibt am 12. November 2009 um 12:16

    Ich würde auch gerne einen Morgenritual haben, leider ist bei mir jeder Morgen anders strukturiert. Ich kann mich im Moment selber nicht finden.
    LG

  5. Beate schreibt am 12. November 2009 um 13:37

    ... halte eh viel von Ritualen..., insbesondere seit ich ein Kind erziehe...

    Ich finde, diese Rituale geben uns einen Halt im "oft allzu hektischen Alltag", den wir alle gut gebrauchen können..., so finde ich mich "immer wieder" zurecht...

    Einen schönen Tag noch,
    Beate

  6. lilifee schreibt am 12. November 2009 um 15:22

    @ b.b ich stimme dir zu.
    genauso beginnt mein tag auch-----und das ist gut!!!!...

    gruß lilifee

  7. Wiebke schreibt am 16. November 2009 um 07:50

    Mein MONTAGS-Morgenritual ist Ihren Newsletter zu lesen. Gerade Montags, wo man erst wieder in seinen gewohnten Alltagsrhythmus kommen muss nach einem schönen Wochenende, ist das für mich perfekt und gibt mir viel Kraft für die ganze Woche.
    Vielen Dank dafür und weiter so. :)
    lg, Wiebke

  8. Anja schreibt am 17. November 2009 um 09:37

    Hallo zusammen!

    Seit zwei Wochen habe ich ein festen Morgenritual und es ist einfach herrlich! Die erste Stunde am Morgen gehört einfach nur mir!

    Mit der ersten Tasse Kaffee setze ich mich hin und mache ein 5 Minuten Schreiben - 5 Minuten einfach alles runter schreiben, was einem so in den Kopf kommt - ich liebe es, den Tag so zu beginnen. Irgendwann, wenn es an der Zeit ist, werde ich dann mal meinen ersten Eintrag lesen - was da wohl drinne steht ;-)
    Dann gönne ich mir eine Meditation und anschließend widme ich meinem großen Ziel noch ein paar Minuten.

    Es ist wirklich erstaunlich, was in der kurzen Zeit dadurch alles in Bewegung gekommen ist!!!

    Liebe Grüße
    Anja

  9. Anja schreibt am 17. November 2009 um 09:38

    Hallo zusammen!

    Seit zwei Wochen habe ich ein festen Morgenritual und es ist einfach herrlich! Die erste Stunde am Morgen gehört einfach nur mir!

    Mit der ersten Tasse Kaffee setze ich mich hin und mache ein 5 Minuten Schreiben - 5 Minuten einfach alles runter schreiben, was einem so in den Kopf kommt - ich liebe es, den Tag so zu beginnen. Irgendwann, wenn es an der Zeit ist, werde ich dann mal meinen ersten Eintrag lesen - was da wohl drinne steht ;-)
    Dann gönne ich mir eine Meditation und anschließend widme ich meinem großen Ziel noch ein paar Minuten.

    Es ist wirklich erstaunlich, was in der kurzen Zeit dadurch alles in Bewegung gekommen ist!!!

    Liebe Grüße
    Anja

  10. Anja schreibt am 17. November 2009 um 09:38

    Hallo zusammen!

    Seit zwei Wochen habe ich ein festen Morgenritual und es ist einfach herrlich! Die erste Stunde am Morgen gehört einfach nur mir!

    Mit der ersten Tasse Kaffee setze ich mich hin und mache ein 5 Minuten Schreiben - 5 Minuten einfach alles runter schreiben, was einem so in den Kopf kommt - ich liebe es, den Tag so zu beginnen. Irgendwann, wenn es an der Zeit ist, werde ich dann mal meinen ersten Eintrag lesen - was da wohl drinne steht ;-)
    Dann gönne ich mir eine Meditation und anschließend widme ich meinem großen Ziel noch ein paar Minuten.

    Es ist wirklich erstaunlich, was in der kurzen Zeit dadurch alles in Bewegung gekommen ist!!!

    Liebe Grüße
    Anja

  11. Dela schreibt am 18. November 2009 um 07:59

    *gähn* Guten Morgähn,

    als Morgenmuffel fällt es mir sehr schwer, früher auf zu stehen und mir Morgenrituale anzugewöhnen. Ich bleibe bis ultimo liegen und dann ist es für Rituale zu spät :-(
    Aber ich gebe mein Bestes. Ich versuche es jeden Tag.
    lg, Dela

  12. Sabine Siemsen schreibt am 17. Januar 2010 um 19:16

    Hallo,

    schön, dass ich durch diesen Artikel wieder daran erinnert werde, wie gut mir so ein Ritual schon getan hat.

    Etwas deprimierend, dass man es dennoch so leicht wieder bleiben lässt, geht das nur mir so? Ich fange damit an, merke es tut, genieße dass die Tage besser laufen und ich entspannter bin - und dann, schwupps, "kann" an irgendeinem Tag irgendwas nicht aufgeschoben werden, man macht eine Ausnahme, "aber morgen gehts mit dem Ritual weiter"... und aus morgen wird übermorgen und ich lasse bleiben was sich doch bewährt hat...

    Allerdings tue ich mich auch schwer, mich in der Auswahl zu entscheiden und das ist nötig. Ich weiß, wenn es länger als eine Stunde dauert, dann kann es noch so gut tun, es ist dann in Zeiten mit viel Arbeit, Lernen, Klausurvorbereitungen nicht durchzuhalten - und dann s.o.

    Danke für die Auffrischen des Vorsatzes ;-) und ich werde versuchen mich für zwei oder drei Dinge zu entscheiden, die in 1 Stunde passen! Und ich werde die Idee und diesen Artikel für meine Community für Selbstorganisiertes Lernen aufgreifen, denn grade Konzentration und Lernen gehen viel besser, wenn der Tag gut startet!

    Sabine

  13. Jane schreibt am 27. April 2010 um 15:06

    Hallo :) ,

    innerhalb vom letzten Jahr habe ich verschiedene Rituale getestet. Zu diesem Zeitpunkt habe ich diesen Beitrag noch nicht gelesen und somit auch ein paar Dinge getestet die man nicht machen sollte.

    Ich habe Frühstückfernsehen geschaut und kann es hier bestätigen, es ist nicht so hilfreich wie ich dachte :D . Nach ca. 3 Monaten habe ich das wieder gestrichen und statt dessen zu der Wochenzeitung gegriffen. Naja auch das sollte man nicht tun :D.

    Nach dem ich die Dinge ausprobiert habe, die nicht empfehlenswert sind, habe ich mein Ritual dann doch gefunden.

    Seit mehr als 5 Monaten bin ich nun bei meinem aktuellen Morgenritual.

    -» Zuerst knuddel ich liebevoll meinen Hund. Da er ein Langschläfer ist, muss ich früh damit beginnen ihn zum Aufstehen zu motivieren.Danach gehe ich Duschen und bevor ich mich anziehe wird die Kaffeemaschine angemacht. Kurz darauf - schlürfend an einem guten Milchkaffee mit Vanillegeschmack - lese ich ein Buch oder in einer Zeitschrift über meine Hobbies.

    Dann nochmal den Hund wecken und mit Leckerlies zur Türe locken. Denn während ich arbeite spielt er mit anderen Doggies in der Pension.

    Mit diesem Ritual beginne ich den neuen Tag mit einem guten Gefühl :) .

    Viele Grüße
    Jane

  14. Stella schreibt am 18. Oktober 2010 um 21:09

    Hallo zusammen,
    diese Seite hat mich motiviert mir auch ein Morgenritual zu suchen.
    Bin sehr unausgeglichen und launisch, mit den Alltag oft überfordert, und unglücklich.
    Weiss oft nicht genau warum?
    Vielleicht ist das ein Hobby was mir den Tag versüsst.

    Vielen Lieben Dank

    Stella