Entspannt alt werden?!
Von Tania Konnerth • 17 Kommentare
In der letzten Zeit habe ich mehrfach erlebt, wie sehr doch viele Menschen damit hadern und ringen, alt zu werden.
Es handelt sich dabei nicht einmal um Menschen, die ernsthaft krank sind, sondern einfach um Leute, die ihren Lebensabend erreicht haben und nun aufzugeben scheinen:
- Sie leiden z.B. darunter, sich nicht mehr richtig bewegen zu können,
- sie vermissen so vieles von dem, was sie mal konnten,
- sie bereuen Dinge getan oder nicht getan zu haben
- oder sie fühlen sich minderwertig und unerwünscht.
Mich hat das sehr berührt und traurig gemacht.
Heute noch zu den "jungen Menschen" gehörend, frage ich mich nun, ob und vor allem wie es möglich sein kann, auch die Abschlussphase des eigenen Lebens zu genießen.
Kann oder vielmehr sollte nicht der Lebensabend vielmehr – wenigstens zu einem Teil – ein genüssliches, zufriedenes Ausklingen sein?
Natürlich lassen viele Fähigkeiten mit zunehmendem Alter nach, aber muss man denn in einem hohen Alter noch alles machen können? Kann man die Sache nicht auch so sehen, dass man am Ende eines langen Lebens steht, in dem man viel erlebt und viel gemacht hat und wo es nun ansteht, langsam loszulassen? Dass man an einem Punkt ist, an dem man zurückschauen und von dem zehren kann, was man erlebt hat?
Mir ist klar, dass das leicht geschrieben ist, wenn man nicht in der Situation ist, aber ich fürchte mich davor, irgendwann auch in dieses schmerzliche Bedauern zu kommen und mit meinem Altwerden so zu hadern, dass es mich ganz unglücklich macht.
Älteren Menschen werden diese Zeilen vielleicht nicht so sehr weiterhelfen, aber für manch’ einen, der noch einige Zeit vor sich hat, können sie vielleicht den Impuls geben, sich auch aktiv auf das Älterwerden vorzubereiten.
Klar ist: Für uns alle wird es einen Zeitpunkt geben, an dem wir nicht mehr all das tun können, was wir gerne tun wollen – also, sollten wir es jetzt auskosten. Irgendwann wird es nicht mehr möglich sein, unsere Ziele zu erreichen und unsere Wünsche zu erfüllen – also ist jetzt der Moment, wo wir es angehen sollten.
Wenn ich auf ältere Menschen treffe, imponiert mir am meisten, die innere Zufriedenheit, die manche von ihnen ausstrahlen und die aus einem reichen Leben herrührt. "Reich" nicht im Sinne von Geld, sondern was ausgeschöpfte Möglichkeiten, erfüllende Erlebnisse und umgesetzte Ideen angeht.
Für mein Alter wünsche ich mir, ebenso zufrieden auf die gelebten Jahre und Jahrzehnte schauen zu können und dann Schritt für Schritt loslassen zu können – Möglichkeiten, Fähigkeiten, Ziele.
Um mit innerem Frieden bewusst Abschied vom Leben zu nehmen.






Älter werden ist in der heutigen Gesellschaft für den einzelnen teilweise ein schwieriges Geschäft. Aber auch gesamtgesellschaftlich wird es zunehmend zum Problem. Wer statistische Grundkenntnisse besitzt und sich die Daten der Bevölkerungsentwicklung bzw. der Bevölkerungspyramide ansieht, den müsste eigentlich ein mulmiges Gefühl beschleichen. Das Verhältnis von älteren zu jüngeren Menschen ist in der Vergangenheit immer ein anderes gewesen. Das vermehrte Älterwerden kostet Geld und nur wenige scheinen bereit zu sein, dafür mehr als in der Vergangenheit zu zahlen.
Bei vielen älteren Menschen stehen aber nicht mehr so sehr der körperliche Verfall und die körperlichen Gebrechen im Vordergrund sondern zunehmend Sinnlehre und finanzielle Engpässe. Wohlgemerkt, nicht bei allen, aber doch bei einer nicht geringen Anzahl. Es wundert auch nicht dass Menschen , die ein langes und intensives Arbeitsleben hinter sich haben, nach abrupter Beendigung desselben, Langeweile verspüren . Es hat schon Bundeskanzler gegeben, die man nur mit Mühe aus dem Amt bekam. Und das bei Pensionen, von denen der Durchschnitt nur träumen kann.
Altwerden ist kein Zuckerschlecken und das was mir zu denken gibt ist das Ergebnis einer jüngsten Befragung, nachdem sich ein Großteil älterer Menschen lieber das Leben nehmen würde als in ein Altenheim zu gehen. Ich finde das sagt eine Menge über Älterwerden und die Zustände in Altenheimen aus.
Nein, ein Atern in Ruhe und Würde mit einem Blick zurück auf ein erfülltes Leben wird in Zukunft für immer weniger Menschen möglich sein. Und die Möglichkeiten der Betroffenen, daran was zu ändern sind aufgrund vieler Rahmenbedingungen begrenzt.
Wie "gelassen" man alt werden kann, hängt über das bisher Gesagte hinaus meiner Meinung nach auch davon ab, wie man seine eigenen Bedürfnisse und Interessen umsetzen kann und wie flexibel man sich auf neue Situationen einstellen kann.
Das Alter bringt oft in veschiedenster (beruflich, finanziell, gesundheitlich, sozial...)Hinsicht einschneidende Veränderungen mit sich.
Würde und Unabhängigkeit zu wahren ist dabei ein wichtiges Anliegen; Unterstützung zu brauchen oft eine Notwendigkeit.
Dabei erlebe ich bei meiner Mutter, dass es ihr jetzt nach einem Schlaganfall gut gelingt sich bei schwereren Tätigkeiten unterstützen zu lassen, dass es ihr aber immens wichtig ist sozusagen als "Manager" der notwendigen Unterstützung zu fungieren.
So ging es auch einer Bekannten, die mit 80 Jahren erblindet ist. Als sie "Essen auf Rädern" bekam, langweilte sie sich vormittags schrecklich. Dann hat sie ihren Haushalt umorganisiert, ihren 85jährigen Mann eingespannt und wieder angefangen zu kochen. Klasse, oder?
Ansonsten ist das Gefühl alt oder jung zu sein auch sehr individuell.
Mein Vater wollte sich mit 83 Jahren anlässlich seiner Goldenen Hochzeit einen neuen Anzug kaufen. Die Verkäuferin brachte ihm ein Schwarzes Modell. Da sagte er: "So einen dunklen Anzug will ich nicht, das ist etwas für alte Leute!"
Außerdem finde ich es bewundernswert, wie besonders alte Menschen mit Trauer und Einsamkeit umgehen. Denn wenn man das Glück hat ein hohes Alter zu erreichen, muss man oft erleben, dass viele Freunde und Verwandte mit denen man das Leben geteilt hat sterben.
Außerdem gibt es auch wirklich gute Altenheime. Das Heim bei uns ist sehr darum bemüht Außenkontakte zu pflegen. Dies geschieht in Form von kulturellen Veanstaltungen, die dort stattfinden, aber auch durch einen offenen Mittagstisch, den einige ältere Leute nutzen.
irgendwie komisch, seit ein paar tagen kreist dieses thema in meinem kopf herum, ich weiß auch nicht genau warum. seltsam hier wieder darauf zu treffen. bin auch noch lang nicht in dem alter - aber irgend wie hats meine liebe kollegin heute treffend auf den punkt gebracht - nach aller schwermut welche das thema umgeben mag, ohne dass sie wusste was mich umtreibt, sagte sie - " man, det haben die davon, können sie nicht einfach mal die beene baumeln lassen, und et sich jut jehn lassen...," irendwie süss und irgendwie sinnvoll - können wir lernen nach soviel hast und streben es auch mal gut sein zu lassen...
Vielleicht geht es aber schon jetzt (ich bin Ende 30) viel eher darum, zu akzeptieren, dass man nicht alles bekommen kann, nicht alle Ziele erreichen und nicht alles auskosten kann. Verena Kast nennt es "abschiedlich leben" im Alltag und das ist für mich immer wieder leitend.
Ich kann vermutlich nicht alles bereisen, was ich noch möchte, kann nicht alle Bücher lesen, die verlockend klingen, alle Musik hören und auch genug Zeit für Freunde und Kinder und Partnerschaft haben - und nebenbei auch noch den tiefen Sinn meines Lebens finden.
Was macht denn nicht nur alte Menschen so unglücklich? Ist es nicht auch der Gedanke, nicht "genug" von etwas bekommen zu haben? Irgendetwas verpasst zu haben? Ich verpasse täglich etwas. Mancher Verlust liegt mir schon schwer im Magen. Das ist das Leben.
Ich bin viel in Altenheimen und habe mit den Lebensgeschichten alter und demenzerkrankter Menschen zu tun. "Gesund" alternde Menschen leben nach meiner Erfahrung versöhnt mit ihrem Leben, mit den Verlusten, den Krankheiten, den Mängeln. Das macht sie körperlich nicht gesünder, aber seelisch ausgeglichener.
Ich versuche, das auskosten, was ich jetzt habe, mit all den Einschränkungen und Lernaufgaben, die mir das Leben so alltäglich mitgibt und jetzt schon sagen: dies ist mein Leben und es ist gut.
Täglich verabschiede ich mich, von verpassten Chancen, nicht geführten Telefonaten, Filmen, die ich nicht sehen kann, Kontakten, die ich nicht vertiefen kann oder Freundschaften, die ich beenden muss, von den Kindheitsverletzungen und den Kränkungen des Erwachsenenlebens, und von dem Käse, der mir im Kühlschrank vergammelt ist, weil ich zu viel eingekauft habe....
All das ist nicht leicht und funktioniert selten so schön wie hier zu lesen ;-), es ist vermutlich lebenslange Arbeit, aber es wird niemals langweilig. Vergessen wir nicht - wir altern schon jetzt!
bei allen berechtigten Alternsängsten sollten wir uns aber immer wieder vor Augen halten, dass es noch keine Rentnergeneration gab, der es gesundheitlich und finanziell so gut ging wie der aktuellen und es zudem noch keine Rentnergeneration gab, die so gebildet war.
Alle 3 Dinge (Gesundheit, Finanzen, Bildung) können wir mehr oder weniger selbst beeinflussen. Wir müssen es nur im Rahmen unserer Möglichkeiten tun, wobei mir schon bewusst ist, dass aufgrund zunehmender sozialer Segregation künftig immer mehr Menschen durch das Raster fallen werden. Dies ist mein persönliches Zukunftsproblem.
Ich gehöre schon zu den Älteren (55 ), und ich finde es bedauerlich, wenn die Leute - egal welchen Alters - zwar haben, aber nichts dafür tun wollen.
Wenn ich gesund und beweglich bleiben will, muß ich jeden Tag was dafür tun: mich bewegen, gesund ernähren, Ungesundes weglassen.
wenn ich Kontakt haben will, muß ich rausgehen, andere ansprechen, für andere auch was tun.
wenn ich mit dem Geld auskommen will, muß ich haushalten, wirtschaften, nicht alles sofort ausgeben und dann jammern, weil es fehlt.
Das hat es früher auch schon gegeben, wird heute aber durch die vielen Medien weiter verbreitet, und was man oft genug hört, prägt sich ein; Negatives leider viel mehr als Positives.
Gibt es wirklich mehr Negatives oder bestärkt uns das nur, in unserer Jammerposition zu verharren: Ich kann ja nichts tun!
Positives zeigt uns ja, es geht anders, und um diesen Effekt auch zu haben, müßten wir was anders machen. Wollen wir was anders machen, unsere Bequemlichkeit aufgeben??????
Alt zu werden... das vermag zwar angenehm sein, wenn ich weitgehend gesund bin,in einer Familie integriert bin...und keine finanziellen Probleme auftauchen.
Aber die Realität sieht doch anders aus. Wenn man die Augen nicht zumacht... ist das doch ganz klar zu sehen!
Ich kenne einige Menschen.. die ihren Lebensabend in einem Heim verbringen müssen. Und ich hoffe... das mir dieses Schicksal nicht auch irgendwann mal blüht.
Ich mag alte Menschen. Sie sind mir neben den Kindern die wichtigsten Lehrmeister.
Es ist für jeden Menschen nicht einfach..festzustellen, wenn die Kräfte nachlassen. Aber manch einer schämt sich.. weil er hilflos wie ein Kind wird.
Und wenn ein Mensch, der sein Leben lang gearbeitet hat.. ein Taschengeld bekommt, bei dem er genau überlegen muss.. ob er es für Zuzahlungen, einen Friseurbesuch,einen Mantel oder vielleicht für die dringend benötigten Schuhe ausgeben darf... hat das mit Respekt und Würde nix mehr zu tun.
Alte Menschen haben in diesem Land einfach keine Lobby.
Genauso wenig..wie die vielen Arbeitslosen. Obwohl man morgen in der gleichen Lage sein könnte. Jeder weiß es.. aber man ist ja selbst nicht betroffen.
Am schlimmsten aber finde ich die Vereinsamung...unter denen alte Menschen oftmals leiden. Freunde oder Ehepartner sterben weg... und die Familie ist beschäftigt.
Pflegepersonal kann keine Liebe und Zuneigung leisten.
Aber wir können es ihnen geben.
Sie haben es mehr als verdient.
Man kann sich auch auf das Alter vorbereiten. Wenn man merkt, dass das Berufsleben ausläuft, dann kann man ein sogenanntes Ehrenamt übernehmen. Heute herrscht personell in diesem Bereich Ebbe. Das Ehrenamt hat mehrere Vorteile: 1. Wenn man seine Erfahrung weiter nutzen und anwenden will, dann gibt es dort viele Möglichkeiten. 2. Wer neues lernen will kan dieses in Schulungen tun. Die Sportverbände bieten Schulungen preiswert und gut an.
Aus meiner Sicht ist in diesem Bereich vieles möglich, so dass ein Trauern um seine Arbeit, dass Gefühl nicht mehr benötigt zu werden u.v.a. schnell vergessen wird. Wer sich in einem Sportverein engagiert hat dort auch die Möglichkeit mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten
Man wird genau so alt, wie man gelebt hat!
Anders, provokativer ausgedrückt: Jeder bekommt das Alter, das er verdient.
Richtig ist, dass wir, was unser Altern betrifft, vor völlig neuen Herausforderungen stehen. Die Generationen vor uns mussten oftmals ihr Leben lang, auch körperlich, hart arbeiten. Wenn sie überhaupt in den Ruhestand gehen konnten, wurden sie meist nicht sehr viel älter.
Heute können wir davon ausgehen, dass nach unserem aktiven Berufsleben nochmals eine ganze Lebenszeit auf uns warten kann. Da gilt es frühzeitig Strategien (er)finden.
Die Frage stellt sich: Ist ein fest definiertes Renteneintrittsalter eigentlich wirklich sinnvoll? Sollte nicht jeder so lange arbeiten können und dürfen, wie er es für sinnvoll hält und er auch gebraucht wird? Ein Picasso hat ja auch nicht mit 65 den Pinsel an den Nagel gehängt, oder?
Sicher ist, dass gut beraten ist, wer frühzeitig darüber nachdenkt, womit er sich (möglichst sinnvoll) in den Jahrzehnten nach seiner Pensionierung oder aktiven Berufstätigkeit beschäftigen möchte. Und da sehe ich persönlich mangifaltigte Einsatzmögichkeiten im ehrenamtlichen Bereich.
Menschen, die bis ins hohe Alter hinein eine sinnvolle Tätigkeit ausüben, die gebraucht werden und Verpflichtungen haben, werden älter, sind zufriedener und sterben mit sicherheit friedlicher.
Auf ein spannendes Altern!
Herzliche Grüße
Kirsten Erlenbruch
Sie schreiben: "Irgendwann wird es nicht mehr möglich sein, unsere Ziele zu erreichen und unsere Wünsche zu erfüllen - also ist jetzt der Moment, wo wir es angehen sollten."
Ist es nicht eher so, dass sich unsere Ziele mit zunehmendem Alter ändern - teilweise sogar automatisch, und das seit unserer Geburt?
Schon ein Neugeborener hat ein großes Ziel, nämlich zu überleben.
Und alte Menschen sollten auch - immer noch - welche haben, aber halt andere als mit 15 (da will eine/r unbedingt "erwachsen" sein und endlich alles alleine entscheiden dürfen)oder mit 45.
Und noch ein Gedanke: wir erreichen ständig irgendwelche Ziele nicht, genau genommen täglich. Warum sollte das erst im Alter eintreten? Vielleicht wird es dem einen oder anderen erst bewusst, wenn er/sie mal innehält und den Verstand einschaltet, statt immer nur irgendwelchen Zielen hinterher zu hetzen, die einem meist vom Umfeld als erstrebenswert aufgeschwatzt werden. Und das Nachdenken über lohnenswerte Ziele scheint oft erst im Alter einzusetzten, leider.
Lieber Ralf Senftleben,
mich freut, dass das Thema "älter Werden", wie ich es schreibe, mehr und mehr in das Bewusstsein dringt. Wir Werden älter mit jedem Tag nach unserer Geburt - wenn wir es denn Werden. Es ist das Natürlichste von allem. Was noch fehlt ist eine "Kultur des älter Werdens". Ich beschäftige mich schon viele Jahre mit dem Thema - vor allem, als ich die magische 50 erreichte. In meinem Buch "Kompass 50 plus" und in "Das Fortuna-Prinzip" finden sich reichlich Tipps, wie man es gelassen und sinnvoll angehen kann. Auf meiner Webseite www.happy-aging-quellen.de und www.ab50-online.de ermuntere und ermutige ich zu einem Werden und Lebendigkeit in jedem Lebensalter.
Besten Wünsche sendet Dieter Mueller-Harju
Hallo Herr Mueller-Harju,
habe gerade mal auf den Link zu Ihrer Seite geklickt. Ganz interssante Inhalte. Aber das Layout ist ja grauenhaft. Da kann man doch was machen, oder?
Wenn man den Kreislauf der Natur und damit auch unseres Lebens anschaut, dann ist alles Werden und Vergehen, ich glaube einfach, daß wir Menschen uns diesem Kreislauf immer wieder entziehen möchten oder ihn nicht wahhaben möchten. Genauso wie ein Baum im Winter kahl ist, so spriesen im Frühjahr Knospen und Blätter, über den Sommer gedeihen die Früchte, im Herbst sind sie reif zur Ernte und dann beginnen die Blätter langsam zu welken und zu fallen. Mit jedem Eintritt in die nächste Phase ist ein Verlust und ein Abschied verbunden, so analog auch im Leben und somit beim Älterwerden, wir erleben viele Verluste, vielleicht im Alter körperliche Fähigkeiten, Beruf.... etc. und ich glaube, das wir größtenteils verlernt haben, mit Verlusten umzugehen, sie zu betrauern um dann in eine Phase des Annehmens zu kommen. Ich bin überzeugt, daß jede Phase unseres Lebens wunderbare Möglichkeiten bietet und alles seine Zeit hat, vielleicht sträuben wir uns manchmal zu sehr gegen den natürlichen Fluß des Lebens und resignieren auf dem Weg und das führt dann oft zu Verbitterung und einem Gefühl des Jammerns und der Sinnlosigkeit im Alter. Ich finde zu diesem Thema auch die Bücher von Elisabeth Kübler-Ross toll, ganz besonders das Buch "Geborgen im Leben" das viele Impulse für das Leben erhält.
Brigitte hat es sehr treffend in ihrem 1. Absatz formuliert. ES sind schon erhebliche Veränderungen, wenn man plötzlich nicht mehr zur Arbeit geht, es erfordert für Viele eine Umstellung, die aber nicht von Allen bewältigt werden kann, diese lassen sich von einer Leere gefangen nehmen, die nur noch eines zum Thema hat: ANGST! Angst vor dem Siechtum, Angst vor Leiden, Angst vor Einsamkeit und besonders Angst vor dem Tod und andere scheinbare Ängste mehr. Sie haben keinerlei Ziele mehr. Ich erinnere mich noch gut an das Jahr als einige meiner Freunde und auch ich unseren 50. Geburtstag feierten. Oft hörte ich sinngemäß den Satz "Jetzt geht es steil bergab!" Leider konnte ich da nicht mithalten, ich hielt es für meine beste Zeit in jeder Beziehung. Nun, inzwischen sind fast 20 Jahre vergangen, einige leben nicht mehr, andere blasen Trübsal, aber einige wenige haben nach ihrem Ruhestand völlig neue Dinge in Angriff genommen, Dinge die sich sich Zeit ihres Lebens versagen mussten. Diese Freunde sind gesund und munter und strotzen nur so von Lebensfreude und Energie. Ich selbst habe eine Sprache erlernt und lebe seit einigen Jahren auch in diesem Sprachraum. Gut, ich bin nicht perfekt, aber ich kann mich mit den Menschen hier nicht nur über das Wetter unterhalten. Außerdem habe ich mich meinem Lebensthema verstärkt gewidmet. Ich bin voll ausgelastet und besonders mein Computer (grins). Ich muss gestehen, ich habe kaum Zeit, wirklich alt zu werden. Wenn Sie neugierig geworden sind, klicken Sie meinen Namen oben an und Sie kommen auf meine Website.
Ich bin vor 2 Monaten 50 Jahre alt geworden.
Und, klar, ich denke auch über verpasste Chancen nach. Aber ich habe nach wie vor welche. Und ich denke, dass ich für mich genau im richtigen Alter bin, in der Mitte des Lebens.
Aber dann lese ich in der Zeitung von gleichalten Menschen, die arbeitslos geworden sind (z.B. durch die Pleite bei Benq), wie ich Familie haben und keinen Job finden weil ÜBERQUALIFIZIERT. (Oder einfach zu teuer.)
Hmmm.
Auch Rente mit 67: eigentlich kein Problem, die statistische Lebenserwartung steigt und es gibt so viele ältere Menschen, die noch richtig fit sind. Wenn ich nur an meine Mutter denke, die mit 84 noch im Internet surft, e-mails schreibt, einen Altenkreis leitet ...
Nur: wie bis 67 arbeiten, wenn man schon mit 50 keine neue Stelle mehr findet?
Aber eins habe ich mit 50 begriffen: wenn ich Ziele habe, dann muss ich die JETZT anpacken. Und die habe ich.
50+!! Dieses neue Unwort holt ans Tageslicht was seit Jahrzehnten negativ von Menschen(u.a.Arbeitgeber/Werbung/Pharmafirmen)gegen Menschen suggeriert wird. Mit 50 ist mann/frau nicht alt, sondern in voller Blüte und sieht (hoffentlich) endlich klar - vorausgesetzt, man hat auf seine geistig-seelisch-körperliche Gesundheit geachtet und diese erhalten. Ich (BJ 55) bin in der Situation, mich als gut ausgebildete naturwissenschaftliche Akademikerin mit Familienphase und ständiger Lernbereitschaft, geistig + körperlich topfit, zu bewerben. Welche Ergebnisse bekomme ich wohl?? Wie werde ich behandelt? (Es ist irre!!)Zukünftig steht mein Geburtsdatum nicht mehr in meinen Bewerbungen, sondern trotz meiner Vita nur noch "Alter: 29 Jahre", denn wer mein Alter nicht kennt, schätzt mich in den 30ern. Welche Vorurteile müssen in den Hirnen unserer lieben Mitmenschen stecken, die noch Angst vor ihrem 30., 40. oder 50. Geburtstag haben?
Altern beschäftigt mich derzeit sehr, wird es immer so weitergehen, dass ich im Rahmen meiner - bereits nachgelassenen Möglichkeiten - froh bin, zu leben, mich für immer wieder Neues zu interessieren, immer wieder neue Methoden entdecke, wie man Probleme leichter lösen kann, immer wieder neue Wünsche habe, immer wieder Menschen begegne, die ich einfach sympathisch finde, wird es immer weiter so sein, dass ich mich einfach nicht unterkriegen lasse und immer wieder einen Sinn, eine Lust, eine Freude, einen Anlaß zum Nachdenken, zum Schreiben, zum Feiern, zum Schmunzeln und Lachen finde?
Ich hoffe schon und wenn nicht, dass ich mich daran erinnere, dass ich das immer wieder getan habe. Warum sollte es im Alter anders sein? Das könnte eigentlich nur durch einen Schlaganfall passieren, der genau alle die Regionen auslöscht, die für all das zuständig sind, aber soviel ich weiß, ist das Bewegungs-, Erinnerungs-, Sprach-, bildhaft-kreative und logische Denken überall verteilt und deshalb ist es recht unwahrscheinlich, dass alles auf einmal zugrunde geht, was Freude macht.
Vielleicht kommt es darauf an, wie man seinen Lebenssinn, sein Lebensmotto sieht. Wenn man einzig und allein bestrebt ist, Leistung zu erbringen, wird das Alter sicher grausam sein, da die Leistungsfähigkeit abnimmt, nicht erst im hohen Alter.
Seit ich als eines der wichtigsten Ziele in meinem Leben - nach einem mich tief erschütternden "Burn Out" - "ich gehe mir meine Freude suchen" definiert habe, geht nicht nur die Suche nach "Freudvollem" rasant voran, sondern sogar die Arbeit leichter von der Hand. Es gibt sovieles worüber man sich freuen kann, wenn man erst einmal seinen Blick auf das richtet, was gut oder schön oder einfach nur amüsant ist.
Ist es nicht in jedem Lebensalter das Gleiche: wenn ich die Meßlatte für Zufriedenheit sehr hoch ansetze, bin ich selten zufrieden, freue ich mich über Kleinigkeiten, habe ich viele Anläße zur Freude.
Einen schönen Abend und viele Anläße zum Freuen und Lachen wünscht Euch
Monika
P.S. Angst essen Seele auf