Wenn das Gute zum Feind des Besseren wird…
Von Tania Konnerth • 7 Kommentare
Das Sprichwort, das besagt, dass das Gute der Feind des Besseren ist, stimmt für ganz verschiedene Bereiche – z.B. auch für den Bereich der aktiven Lebensgestaltung.
Nehmen wir an, Sie haben sich vor einiger Zeit überlegt, was Sie alles im Leben erreichen wollen. Sie haben vielleicht Ihren Job gekündigt und sich etwas anderes gesucht, vielleicht haben in Ihrer Partnerschaft einiges geändert und 20 Pfund abgenommen, um etwas für Ihre Gesundheit zu tun. Dann sind Sie nun in einer Situation, in der eigentlich alles „in Ordnung“ ist. Sie sind zufrieden mit dem was Sie haben und haben es sich gut in Ihrem Leben eingerichtet.
Glückwunsch, wenn Sie das so auch ganz tief in Ihrem Inneren empfinden. Dann brauchen Sie hier nicht weiterlesen.
Für den Fall, dass Sie da aber hin und wieder ein Stimmchen in sich hören sollten, das vielleicht fragt "Ist das alles?", dann haben Sie es vielleicht gut, aber noch nicht richtig gut.
Ohne dass das Leben zu einem ewigen Wettstreit um ein "immer höher, besser, weiter" werden muss, ist es nützlich, sich hin und wieder zu fragen, ob wir uns durch das, was wir uns schon erreicht haben, nicht vielleicht selbst regelrecht einlullen.
Ein gewisser Standard, die daraus entstehende Bequemlichkeit und ein "eigentlich" sehr schönes Leben können wie ein Gleis sein, auf dem wir in ewig die gleiche Richtung fahren. Als Lokomotivführer sollten Sie aber genau darauf achten, ob es eine Fahrt in die Zufriedenheit ist oder möglicherweise eine, die in eine Sackgasse führt.
Sich zu freuen an dem, was man hat und dafür dankbar zu sein, ist eine Sache – es sich darin dauerhaft einzurichten, obwohl man sich eigentlich mehr oder etwas anderes wünscht, ist eine andere. Genießen Sie also das Gute und schauen Sie auch hin, ob Ihnen das reicht.
Ich wünsche Ihnen viel Gutes und viel Besseres.





Dieses kleine Stimmchen kenne ich zu genüge! Es macht die ganzen Dinge schwieriger als sie in wirklichkeit sind und versucht alles zu perfektionieren! Da ich versuche dagegen anzugehen, sind manche Entscheidungen sehr "unpupulär"!
Diese innere Stimme mahnt mich immer wieder an, daran zu denken, dass ich in diesem Leben eine Aufgabe zu erfüllen habe. Ich fühle mich dann dazu aufgerufen, mich wieder auf mich und meine Aufgabe zu besinnen und mich nicht durch Alltäglichkeiten und Nonsens ablenken und beeinflussen zu lassen.
Danke für die Denkanregung, es war mal wieder an der Zeit.
Müsste es nicht heißen: Das Bessere ist der Feind des Guten ...?
Hallo aus Köln,ich bin sehr froh über die kleine und doch manchmal sehr verletzende Stimme.
Sie sagt "Aufpassen".
Oftmals reagiere ich nicht auf sie,trotz oder so ähnlich,vermute ich.
So kommt es öfter vor das der Streit in mir, wie ein Sturm im Wasserglas wütet,erst dann richte ich meinen Blick auf die dinge die ich im Vorfeld außer Acht gelassen hatte.
Gut so meine kleine Stimme,weiter machen,du hilfst mir schon weiter.
Hallo Ralf,
danke schön für viele und sehr tolle Anregungen. Der oben beschriebene Aspekt hat mich jetzt dazu gebracht, zu dem Aspekt Lebenshilfe insgesamt meine Meinung kundzutun.
Ich finde, dass Sie hier sicherlich einen Aspekt beschreiben, den man gerne MAL anschauen sollte. Aber vielleicht auch nicht zu genau. Und zu oft.
Sonst passiert möglicherweise, bei mir ist das so gekommen, was ich jetzt schon bei mehreren Artikeln in Ihrem Newsletter festgestellt habe:
Dass ich immer etwas finde, was ich verbessern könnte, dabei aber das Wesentliche schnell mal aus den Augen verliere. Nämlich etwas zu tun, und über das Tun Feedback zu bekommen.
Meine Stichworte sind da die Effizienz und die Effektivität. Ich ertappe mich, immer öfter dabei, während ich den Newsletter lese, kleine Dinge verbessern zu wollen, oder auch große. Und dann aber vor lauter Verbesserungsmöglichkeiten nicht mehr sehe, was ich tun oder aber auch, was ich lassen sollte.
(Das Intro mit "Von Angst getrieben oder von der Liebe" finde ich übrigens sehr toll...)
Ja, und Effizienz ist ja wichtig, aber was hilft es, wenn dabei keine Effekte mehr erzielt werden. Wenn ich z.B. fantastisches Werkzeug gebastelt habe, aber nicht weiß, wo die wunderbaren Löcher hinsollen, die ich damit graben könnte?
Aber das ist nur meine Sichtweise, zur Zeit. Was mir allerdings auch auffällt, ist, dass ich in meinem aktiven Freelancer-Bekanntenkreis von einigen Leuten Ähnliches höre. Dass sie sich von einer "Das-könntest-du-noch-verbessern-Industrie" durcheinander gebracht fühlen und dabei leicht mal den Blick fürs Wesentliche verlieren. Es gibt da z.B einen Verlag, der eine an sich ja gute Idee jetzt so sehr "auswringt", dass dies nicht mehr zu überschauen ist - und, vielleicht Zufall oder ein Zeichen für besondere Ansprüche, hier ja nicht mehr erscheint.
Hm, viele andere finden diese Tipps aber möglicherweise sinnvoll, von daher sollte da jeder selbst seine Erfahrungen machen. Aber gerade bei dem oben genannten Artikel wird sehr "mein kleiner Verbesserer und Druckmacher" angesprochen.
Und das finde ich nicht gut.
Und deshalb werde ich den Newsletter abbestellen.
Ob und wann ich ihn wieder abboniere, weiß ich noch nicht. Danke für viele gute Anregungen. Ich habe davon sehr profitiert.
Herzlichen Gruß
Thom, der gerade in großen Veränderungsprozessen steckt und findet, dass gerade dann Prioritäten setzen wichtig ist und man sich nicht von "und das könnte man noch verbessern" verrückt machen sollte - es passiert, zumindest mir, aber nur all zu leicht. Vielleicht sollten Sie aber auch mal überlegen, ob eine andere Form des Newsletters die Bedürfnisse - möglicherweise nicht nur von mir und ein paar Freelancern - noch besser erfüllt...?
Ich habe für mich festgestellt, dass der newsletter mich erreicht , wenn ich an einen punkt gekommen bin , an dem ich nur "herumschipper". mir fehlt richtung - so ist es für mich gut daran erinnert zu werden WO ich ansetzten kann damit zufriedenheit ,meinerseits, passiert. Danke !
Ich finde, das ist sehr schwierig. Ich habe oft in meinem Leben etwas Neues ausprobeirt, sowohö beruflich als auch privat. Nur frage ich mich manchmal, ob ich nicht zu schnell aufgegeben habe, oder ob ich nur etwas suche, was es nur in Romanen gibt und man sich manchmal mit dem was man hat auch zufrieden geben sollte...?!