Selbstcoaching durch “Briefe schreiben”
Von Ralf Senftleben • 12 Kommentare
Erfolgreiche Sportler haben einen Trainer (englisch Coach), der sie dabei unterstützt, ihre sportlichen Ziele zu verwirklichen. Ohne die Trainer wären wohl die wenigsten Sportler so erfolgreich, wie sie es sind. Auch in der Bundesliga kann man oft beobachten, wie der Erfolg einer Mannschaft mit dem Wechsel des Trainers steht und fällt.
Wäre es nicht praktisch, wenn wir auch einen Trainer hätten, der uns hilfreich unter die Arme greift? Ich finde schon.
Was macht so ein Trainer eigentlich genau? Lassen Sie uns mal schauen.
- Ein Trainer gibt Impulse, Ratschläge, Tipps und Anregungen und zwar nicht nur einmal, sondern so lange, bis wir es verstanden haben.
- Ein Trainer kontrolliert unsere Erfolge und gibt uns Feedback.
- Ein Trainer motiviert uns, spornt uns an, muntert uns auf, macht uns Mut und tröstet uns, wenn etwas nicht gut läuft.
- Ein Trainer tritt uns auch einmal in den Hintern und rückt uns den Kopf zurecht, wenn wir vollkommen daneben liegen.
Sie sehen: Eigentlich braucht jeder, der ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben führen will, einen Trainer. Leider kann sich aber nicht jeder einen Trainer leisten.
Auch wenn ein richtiger Trainer grundsätzlich durch nichts zu ersetzen ist, so lassen sich doch bestimmte dieser Trainer-Tätigkeiten selbst erledigen. Man spricht hier auch von Selbst-Coaching.
Eine gute Methode sich selbst zu coachen ist z.B., Briefe vorbereitend für bestimmte Situationen an sich selbst zu schreiben, die wir uns dann bei Bedarf durchlesen können. Z.B. einen Brief für einen kraftlosen, mutlosen und frustrierten Tag. Wenn wir dann einen solchen Tag haben, nehmen wir den Brief, lesen ihn und fühlen uns dann besser.
So ein Brief für einen dieser Tage könnte z.B. so aussehen:
Hallo XYZ, (XYZ bitte ersetzen durch Ihren Namen)
wenn du diesen Brief zur Hand nimmst, fühlst du dich im Augenblick wahrscheinlich nicht besonders gut. Ich weiß nicht, wie genau du dich heute fühlst. Vielleicht fühlst du dich traurig oder alleine oder vielleicht auch einfach frustriert, weil etwas nicht geklappt oder weil du etwas Unerfreuliches erlebt hast.
Das ist in Ordnung.
Man muss nicht immer in Topform sein und sich perfekt fühlen. Wo Licht ist, ist auch Schatten und wenn du immer super-glücklich und zufrieden wärst, dann könntest du es wahrscheinlich gar nicht mehr genießen. Nimm es also an, und sage JA zu dem, was du im Augenblick fühlst.
Es ist ok.
Eines ist nur ganz wichtig im Auge zu behalten: Das geht vorbei. Bald schon wirst du dich mit großer Wahrscheinlichkeit schon wieder viel besser fühlen.
Vielleicht magst du kurz überlegen, was du jetzt tun könntest, damit es dir ein bisschen besser geht.
Vielleicht möchtest du erst einmal 4 oder 5 kräftige, langsame und tiefe Atemzüge nehmen. Das tut auf jeden Fall gut und hilft, den Kopf klarer zu bekommen. [...] usw.
Wird das Prinzip deutlich? Wir schreiben also an einem Tag, wo wir gut drauf sind, einen Brief an uns selbst für einen anderen Tag. In diesen Brief schreiben wir dann, was uns an diesem Tag gut tun würde zu hören. Was das genau ist, wissen Sie besser als ich, denn Sie kennen sich selbst schließlich am besten.
Schreiben Sie sich am besten gleich jeweils einen Brief um,
- sich selbst zu motivieren und in die Gänge zu kommen,
- sich selbst zu trösten,
- sich selbst zu beruhigen,
- sich selbst Wertschätzung auszudrücken,
- sich selbst Mut zu machen und
- für alle Gelegenheiten, wo Sie denken, einen Trainer zu brauchen.
Alternativ können Sie den Brief auch auf Ihren MP3-Spieler aufnehmen und sich Ihre Botschaft an sich selbst dann anhören. Das ist sogar noch besser. Und wenn es Ihnen schwer fällt, einen Brief an sich selbst zu schreiben, dann fragen Sie eine gute Freundin oder einen guten Freund und schreiben Sie sich gegenseitig solche Trainingsbriefe.
Jeder braucht einen Trainer und wer sich keinen leisten kann, muss eben sein eigener Coach werden.






Wieso braucht eigentlich heute jeder einen "Trainer" oder "Coach", um ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben zu führen?
Die Idee mit den Briefen an sich selbst ist gut - wenn auch nicht neu. Das ist z. B. auch eine Möglichkeit, ein Tagebuch zu führen und sich so seiner Bedürfnisse klarer zu werden.
Ok, ok... man braucht natürlich nicht zwingend einen Trainer oder Coach. Aber es hilft nach meiner Erfahrung ziemlich hilfreich, wenn man einen hat. Oder wenn man eben selbst die Rolle übernimmt :-)
Anstatt mir in guten Zeiten rein prophylaktisch einen Brief für schlechte Zeiten zu schreiben, wäre es für mich persönlich passender, eine Liste mit meinen Fähigkeiten und Ressouren parat zu halten.
Hallo,
also ich kann mir vorstellen, dass dies eine gute Möglichkeit ist. Ähnlich wie : ersteinmal ganz ruhig bis 10 zu zählen und ruhig atmen.
Wenn es mir erst schlecht geht, fällt es mir schwer mich auf gute Zeiten zu besinnen bzw. mich zu motivieren. Da kann so ein Brief vielleicht helfen die Motivation anzukurbeln.
Ich werde es ausprobieren, denn der Tag an dem es mal nicht so gut läuft wie vielleicht gerade jetzt kommt bestimmt.
Allen einen schönen Tag noch.
Liebe Grüße
Annette
Das ist eine sehr schöne Idee. Mir ging es kürzlich nicht so gut und ich glaube, so ein Brief an mich hätte mir bestimmt sehr gut getan.
Liebe Grüße
Birgit
Hallo,
ich selbst schreibe Gedichte, ganz besonders greife ich Themen auf, wie es mir in diesem Augenblick gerade geht und was mich bewegt. Geht es mir schlecht, finde ich in meinen inzwischen vielen Gedichten immer etwas, was für die augenblickliche Situation paßt.Auch anderen haben mit meinen Gedichten schon gute Gedanken fassen können.
Liebe Grüße an alle Chrissi
Trainer!
Es gibt soviele die garnicht taugen. Das ist meine Erfahrung. Sie sind nur aufs abzocken aus. Das ist leider schade! Es gibt wirklich nur ein paar autentische und die sprechen mich eher mit dem Herzen an.
Hallo zusammen,
das ist eine schöne Idee und ich probiere sie gerne aus.
Das ist sicher auch hilfreich für Menschen, die der Meinung sind, allen anderen, nur nicht sich selbst helfen zu können, weil sie den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen.
Ich helfe mir ans schlechten Tagen oft damit, dass ich einfach schreibe, wenn das Gefühlschaos sehr groß ist, über die Gefühle, wenn es nur darum geht, rauszufinden, was als wichtigstes nächstes getan werden soll eine Liste der Tätigkeiten und spontaner Bewertung, schreiben hilft mir
also auch in einer Situation. Aber Briefe an mich ... ich schrieb mal einen, den ich dann auch richtig mit der Post versandt habe und es hat mich ziemlich angrührt, ihn zu erhalten und zu lesen, fand es dann aber doch recht verrückt damals. Heute denke ich, vieles weiß man in guten Tagen und an weniger guten verfügt man oft nicht über das Wissen oder die Kreativität ist weniger ausgeprägt, weshalb ich auch Listen geschrieben habe, auf denen steht, was mir alles Freude macht und was mich alles streßt, das ist zuweilen recht hilfreich, wenn einem die Ideen ausgehen, bzw. wenn man gerade keinen Zugriff auf das Wissen hat, denn eigentlich hat man es.
Einen schönen Abend Euch allen
Ich kann nur für mich sagen, als Generation die noch in Briefe schreiben geübt war-
DAS war mir immer eine grosse Hilfe
ich hab sozusagen spontan gemacht, ohne zu wissen
dass es eine wunderbare Reinigung der Seele bedeutet.
Später habe ich auch noch eine Psychologin gebraucht
die auch eine wunderbare Erfahrung und wirkliche Hilfe war.
Ob die Idee alt ist oder auch nicht
spielt doch keine Rolle
Hauptsache ist doch, dass es gut ist
und das kann nur jeder für sich selbst fühlen.
Karin
Die Idee ist schön, auch die, Briefe über den Postweg an sich zu schicken. Da stiftet doch die Absurdität schon genug Amusement.
Wenn ich lustlos vor meinem Aufgabenberg stehe, zähle ich von 5 rückwärts als Startsignal um aufzustehen. Das hilft immer. ( Man muss sich nur zum zählen bringen.) Ansonsten mache ich mir immer eine Erkenntnis klar: Ich habe so lange ein Motivationsproblem, bis es ein Zeitproblem wird. ( Die weniger salonfähige Variante lautet: Wer den Kopf in den Sand steckt, wird am Arsch erkannt.)
Dann werde ich jetzt meinen Stift zücken um mir später verbal auf die Schulter zu klopfen.
Hallo Ihr alle,
mir gefällt die Idee zwar ganz gut, aber wie ich mich kenne weiß ich nicht, ob ich mir für jede Gelegenheit einen passenden Brief schreiben werde.
Mir persönlich hilft Tagebuch schreiben bzw. einer Freundin ein mail schicken, den Druck einfach von der Seele schreiben, es tut gut, wenn nur ein Satz darauf reagiert wird, manchmal dauert es länger, aber es befreit.
Es macht etwas mit mir, wenn ich einen Brief an mich selber schreibe und den einige Wochen später wieder lese. Das berührt mich selbst und betrifft nur mich, mag sicher persönlich weiterführend wirken, weil ich auf mich selber eingehe, mich mit mir allein beschäftige, bei mir selber ankomme bzw. wieder zuhause bin in mir, weil mir manches bewußt wird.
Die Idee mit den Briefen finde ich sehr gut - Wenn man in einem guten Zustand ist, kann man auch liebevoller mit sich selbst umgehen. Ausserdem glaub ich, dass beim Schreiben der Briefe zu unterschiedlichen Situationen Themen hochkommen, die dadurch, weil eben in einer kraftvollen Energie und mit Abstand, besser behandelt werden können. Es ist nicht nur "vorsorglich" sondern bringt evtl. auch in Prozesse, in denen neue Ideen und Wege sichtbar werden.
find ich super, diese Idee und werd sie in mein neues coachingbuch aufnehmen.
Lieb Grüße und heiter weiter!
Belinda Zaborsky