Ich bin was ich bin…
Von Ralf Senftleben • 11 Kommentare
Ich weiß nicht, ob Sie Affirmationen kennen. Das sind diese kurzen, ausdrucksstarken Sätze mit denen wir uns selbst erzählen, was wir gerne in unserem Leben hätten oder wie wir gerne sein würden. Die Theorie dahinter ist, dass wir diese Sätze nur lange genug aufsagen und wiederholen müssen und irgendwann wird der Inhalt der Affirmation sich dann in unserem Leben zeigen, weil wir unser Unterbewusstsein damit programmieren.
Ein Beispiel: Wenn ich mich selbst nicht leiden kann, dann sage und denke ich jeden Tag für mich den Satz: "Ich mag mich" oder "Ich kann mir erlauben, mich selbst zu mögen". Und zwar möglichst mehrmals hintereinander und möglichst mit viel Gefühl. Wenn ich das 1, 2, 3 oder 4 Wochen gemacht habe, dann wird dieser Satz immer mehr Wirklichkeit in meinem Leben und irgendwann mag ich mich dann wirklich selbst.
Die Idee dahinter: Meine Gedanken beeinflussen früher oder später meine Wirklichkeit und alles, was ich lang und intensiv genug denke, wird sich irgendwann in meinem Leben zeigen.
Ob das bei Ihnen klappt, weiß ich leider nicht. Bei mir funktionieren Affirmationen wunderbar, wenn sie richtig formuliert sind. Ich kenne aber auch viele Menschen, die können damit gar nichts anfangen. Sie stoßen oft ziemlich schnell auf innere Widerstände, die sie davon abhalten, mit ihren Affirmationen weiter zu machen. Oder die Affirmationen haben einfach keine Wirkung. Jeder tickt eben anders.
Ich bin jedenfalls ein Fan von Affirmationen und vor einigen Jahren habe ich auf einer Kassette einer meine Lieblingsautorinnen Barbara Sher eine spannende Affirmation entdeckt. Diese Affirmation möchte ich Ihnen vorstellen, denn sie hat seitdem mein Leben begleitet, wie keine andere.
Diese Affirmation stammt vom Seemann Popeye und lautet:
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Ich bin was ich bin und das ist alles, was ich bin. |
Dieser kurze Satz drückt genau das aus, was meiner Meinung nach so vielen von uns fehlt.
Ja zu sich selbst sagen.
Nicht versuchen, jemand anderes zu sein.
Sich annehmen, wie man ist.
Mit allen Schwächen und Macken.
Ich bin was ich bin und das ist alles, was ich bin.
Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.
Ich bin, was ich bin und das ist alles, was ich bin.
Wirklich eine wunderbare Affirmation.





Das ist eine ganz supertolle Seite und eine gute Idee.
Tom
Dieser Satz ist wunderbar! Ich arbeite sehr viel mit Affirmationen und sie haben in vielerlei Hinsicht mein Leben verändert. Natürlich nur im positiven Sinne ;-)
Erwähnenswert wäre vielleicht noch, daß man bei Affirmationen das Wörtchen "nicht" vermeiden soll. Also "Ich bin gut" statt "Ich bin nicht schlecht".
Ein einleuchtendes Beispiel: was denken Sie, wenn sie folgenden Satz lesen:
Denken Sie jetzt NICHT an einen Elefanten.
Und? Was haben sie kurz in ihren Gedanken aufblitzen sehen? Vermutlich das Bild eines Elefanten.
Macht man nun Affirmationen in dieser Weise projiziert man stets das herauf, was man vermeiden will. Darum: seine Affirmation gut überlegt formulieren, dann kann's klappen!
... ja genau! "NICHT" und "KEIN", diese beiden Wörter dürfen in Affirmationen oder auch Wünschen NICHT vorkommen !
Und ich habe auch festgestellt, dass es nicht so viel nützt, Affirmationen nur hin und wieder oder auch 2 Tage hintereinander inbrünstig zu sagen - nein - wie Ralf schon sagte, wirklich täglich mehrmals über viele Wochen bewusst die gleichen Worte sagen und es auch fühlen, dass ist wichtig, wissen und spüren dass alles gut wird und ist und nur Gutes in mein (dein, euer) Leben kommt !
Einen schönen 14.Februar 2008 wünsche ich Allen !
Lieben Gruss
Silke
Lieber Ralf,
Du schreibst: "Sich annehmen, wie man ist. Mit allen Schwächen und Macken."
Das lese ich immer wieder, nicht nur hier. Was bedeutet diese Annahme letztlich? Andererseits steht doch die persönliche Entwicklung, die Überwindung von Schwächen, Ängsten etc. Für mich ist das widersprüchlich.
Dirk, die Idee hinter dem Annehmen ist zum einen, dass wir eine Sache zuerst einmal akzeptieren müssen, wie sie ist, um etwas daran zu ändern.
Es gibt da diesen schönen Spruch aus aus der Psychotherapie:
What you resist, persists (Wogegen du dich wehrst, das bleibt dir erhalten).
Das heißt: Annehmen ist oft der erste (notwendige) Schritt, sich zu verändern. Solange ich gegen etwas kämpfe (ablehne), mache ich es oft nur noch stärker.
Und dann: Wer sagt denn, dass ich jede meiner Schwächen oder Ängste überwinden muss? Ich persönlich habe eine Menge Schwächen und Ängste, die dürfen einfach sein, wie sie sind, weil sie mich nicht besonders einschränken in meinem Leben.
Hallo Dirk,
ich würde sagen es bedeutet sich selbst und seine Macken und Schwächen NICHT abzulehnen oder zu verurteilen.
Ich wünsche allen einen schönen Valtentinstag!
Ute
Hallo Ralf,
danke für die Antwort. Mir ist das sehr kopflastig. Was bedeutet dieses Annehmen konkret / praktisch? Bedeutet es warten? Wie kann ich da vorgehen?
Gruß
Dirk
Dirk, ob man über den Kopf da ran geht oder über den Körper ist Geschmackssache und für den einen funktioniert das eine und den anderen das andere.
Für alle Richtungen gibt es genug Methoden, von der kognitiven Umstrukturierung (REVT) zur klinischen Hypnose/Selbsthypnose bis hin zum EFT und anderen Energiegeschichten. Auch Bachblüten und Homöopathie können helfen. Die Welt ist hier ziemlich bunt und vielfältig.
Ich bin ein Kopfmensch, deswegen ist für mich persönlich "sich selbst nicht annehmen können" eine Kopf-Sache und äußert sich meistens in selbstkritischen Gedanken und inneren Gesprächen:
* Ich solle nicht...
* Ich darf nicht...
* Ich muss...
* Ich bin wertlos/ein Versager, weil...
* Papa/Mama würden sich schämen, wenn sie sehen würden, dass ich...
Und wenn ich mich besser annehmen will, finde ich persönlich es nützlich, diese Selbstgespräche zu entdecken und sie durch Training durch bessere zu ersetzen.
Zum Thema kognitive Verhaltenstherapie gibt es eine Menge gute Literatur, Musste mal im Internet suchen.
Hallo, Ihr Lieben!
Ich denke, sich selbst anzunehmen bedeutet, seine Fehler, Stärken und Schwächen zu kennen.
Wenn wir uns auf die Schwächen und Fehler konzentrieren, ziehen wir uns runter und machen uns zerstören uns und unser Ego selbst.
Das Annehmen bedeutet hingegen, seine Schwächen zu akzenptieren und damit Leben zu können. Gleichzeitig aber auch das Selbstbewußtsein zu haben, mit seinen Stärken anderen Menschen zu helfen.
Emotional drückt sich das meiner Meinung nach aus, "in sich wohnen, und glücklich und zufrieden zu sein".
Liebe Grüße
Alexander
Bin heute erst über diese Seite gestolpert und schmökere ein wenig herum.
Mit dem Thema "Affirmationen" habe ich mich auch schon intensiv beschäftigt. Ein Aspekt, der m. E. dazu gehört ist, dass Affirmationen nicht nur im positiven Sinn, sondern auch im negativen Sinne funktionieren. Und das meist unbewusst - und daher sind sie oft wirkungsvoller als uns lieb ist.
Wie oft denken wir Sätze wie: "Ich bin müde", "Ich habe keine Lust", "Ich mag dies oder das nicht", "Meine Arbeit macht keinen Spaß" oder "Ich bin zu dick" oder was auch immer - weil wir in diesen Fällen weniger innere Widerstände haben, programmieren wir uns damit unbewusst. So jedenfalls meine Erkenntnis.
Sinnvoll ist es daher, mal bei sich selbst zu forschen, mit welchen negativen Affirmationen wir so tagtäglich "arbeiten", ohne es zu merken.
Das wird in den "Ratgebern" zu diesem Thema leider nie erwähnt.