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Ein Freund, ein guter Freund …

Von Ralf Senftleben20 Kommentare

Wie wird man eigentlich glücklich? Antwort auf diese Frage kann uns vielleicht die „positive Psychologie“ liefern. Das ist ein relativ junger Bereich der Psychologie, der sich mit den positiven Aspekten unserer Psyche beschäftigt, wie zum Beispiel mit Optimismus, Erfüllung oder Glücksgefühlen. Die ganzen Studien aus der positiven Pschologie zeigen, dass es enorm viele Möglichkeiten gibt, mehr Erfüllung, Glück und Zufriedenheit ins eigene Leben zu bringen. Und die meisten dieser Möglichkeiten sind sogar erstaunlich einfach. Diejenigen unter Ihnen, die unseren Lebensfreude-Kurs mitgemacht haben, kennen ja schon viele dieser kleinen Glücksgewohnheiten, die mit wenig Aufwand so viel bringen.

Ein Faktor, der in der so genannten Glücksforschung immer wieder auftaucht, sind zwischenmenschliche Beziehungen.

Zahlreiche Studien belegen: Gute Freundschaften machen glücklich. Genauso wie eine stabile Partnerschaft glücklich macht. Nicht nur das – Menschen in stabilen, zwischenmenschlichen Beziehungen sind auch gesünder und leben länger.

Menschen sind eben soziale Tiere. Alleine können wir nur schwer überleben. Nur in der Zusammenarbeit und in der Gemeinschaft sind wir stark.

Wollen Sie also glücklicher und zufriedener werden? Dann pflegen Sie Ihre Freundschaften. Denn nichts kann gute Freunde ersetzen. Gute Freundschaften gehören zu den ganz wertvollen Dingen im Leben, die es zu schützen und zu bewachen gilt.

Oder falls Ihnen Ihre guten Freunde gerade abhanden gekommen sind, dann strecken Sie doch die Fühler aus öffnen sich für die Möglichkeit neuer Freundschaften. Seien Sie also freundlich. Bieten Sie Hilfe und Freundschaft an. Verhalten Sie sich freundlicher und freundschaftlicher. Oder fragen Sie mal ganz naiv “Willst du mein Freund sein?”, so wir wir es früher auf dem Spielplatz gemacht haben. Ich habe es vor kurzem so erlebt und heute habe ich einen sehr guten Freund mehr.

Eine gute Freundschaft beinhaltet natürlich ein gesundes Geben und Nehmen. Suchen Sie sich also Freunde, die das genauso sehen. Suchen Sie sich Freunde, bei denen Sie sich nach dem Kontakt besser fühlen als vorher. Und seien Sie ein Freund, bei dem andere sich hinterher besser fühlen.

Klar, neue Freunde zu finden, ist nicht ganz einfach. Aber es ist tatsächlich eine Fähigkeit, die man üben kann. Und auch an der eigenen Freundschafts- und Beziehungsfähigkeit zu arbeiten macht langfristig glücklicher. Hier kann man vieles tun:

Gute Beziehungen machen uns glücklich. Und das Gegenteil gilt natürlich genauso: Beziehungen zu Energie-Vampiren, Drama-Queens, Zynikern, Dauer-Jammerern, Kleinmachern, Fieslingen, Ausnutzern oder anderen unangenehmen Menschen machen uns Menschen unglücklich.

Natürlich ist jeder mal schlecht drauf. Und unser Job als guter Freund ist auch, das auszuhalten. Aber nicht unbegrenzt. Wenn Ihnen Ihr Glück am Herzen liegt, sollten Sie sich also sehr genau überlegen, wie viel Zeit Sie mit welchen Menschen verbringen.

Hier einige Fragen zum Thema Freundschaft:

  1. barbara a. lehner schreibt am 31. Oktober 2010 um 08:35

    Lange Zeit hab ich beim Lesen gedacht: Diesmal hab ich nichts daran auszusetzen ;-)
    Bis zur Stelle mit der Drama Queen. Eine meiner liebsten Freundinnen ist Drama Queen. Ja, sie saugt oft Energie, aber sie macht mein Leben auch bunter, spannender und liebenswerter, durch ihr großes Herz, ihre Kreativität und ihre Kraft, trotz der vielen Niederlagen.
    Nein, ich will nicht nur glatte, gut gelaunte Siegerinnen-Freundinnen aus dem Werbeprospekt, ich will nicht nur Freundinnen, wo es darum geht, dass sie mir gut tun. grad die Mischung macht es aus. Also die Braven, die Verlässlichen, die Drama Queens, die Leidenden, ja, sogar die Vampire.

  2. Hilde schreibt am 31. Oktober 2010 um 10:08

    Hallo!
    Ich hatte eine Freundin, ich dachte sie wäre eine, bis ich mit ihr im Urlaub war. Sie hat mich nur ausgenutzt. Ich habe ihr keine Grenzen gesetzt, war zu schwach, da ich in dieser Zeit auch sehr allein war und doch froh, dass sie da war. Ich habe mir sehr viele Gedanken darüber gemacht und bin dann endlich zu der Erkenntnis gekommen, dass sie mir nicht gut tut. Ich habe den Kontakt zu ihr abgebrochen und mir ging es danach viel, viel besser. Ich habe in dieser Zeit viel dazu gelernt und wenn heute Menschen mir zuviel von meiner Energie rauben, so werde ich mich von ihnen distanzieren.
    Ich gebe normal nicht so schnell auf, achte auf mein Gegenüber, aber wenn der "gute" Freund sich auf Dauer mir gegenüber nicht "gut" verhält, so muss er gehen!

  3. Yvonne schreibt am 31. Oktober 2010 um 10:27

    Ich finde nicht, dass man aushalten muss, wenn einer jammert oder saugt oder dramatisiert. Ich halt es meist noch aus, weil ich mich oft nicht traue die zu sagen was ich wahrnehme oder denke. Das führt dazu, dass ich diese Leute irgendwann nicht mehr treffen will. Wenn ich ehrlich und freundlich sagen würde: "Hey, lass bitte mal das Drama weg." oder "Hör bitte auf zu jammern und tu was." würde ich den Leuten mehr helfen als wenn ich mir das anhöre und dabei innerlich auf die Uhr schaue. Natürlich riskiere ich auch Ärger und deshalb habe ich Schiß davor:-) Auf auf

  4. Anna schreibt am 31. Oktober 2010 um 10:43

    Liebe Barbara,
    da bin ich bei Ihnen.
    Es gab Zeiten, da war ich selbst Drama Queen oder habe herumgejammert und wenig geändert.
    Und ich habe Freunde, die sind es zwischendurch auch.
    Sie haben mich ausgehalten- und ich sie. Ich lerne von all meinen Freunden. Und sie von mir.
    Freundschaft ist eine Herzensverbindung, die auch mal klare Worte aushalten muss. Auf beiden Seiten.
    Die einzigen Menschen, von denen ich mich abgrenze, sind jene - die verletzend, oberflächlich und demütigend sind.

  5. Claudia schreibt am 31. Oktober 2010 um 11:13

    Hallo und einen schönen Sonntag

    ein schöner Bericht, der wieder zum Nachdenken anregt.
    In meinen 43 Jahren sind Freunde gekommen und gegangen. Ich habe in den Jahren dazu gelernt und kann immer besser herausfinden, ob der Mensch in meinem Leben das Wort FREUND verdient hat. Ein guter Freund von mir sagte mir mit Mitte 20, das ich zu schnell zu Menschen in meinem Leben FREUND sage. Er meinte ich soll damit sparsamer und bedachter umgehen. Heute weiss ich, was er meinte. Auch sehr hilfreich ist die PowerPointPräsentation "der Zug des Lebens". Auch aus meinem "Zug" sind in der letzten Woche ein paar Menschen ausgestiegen, von denen ich dachte, sie seien Freunde. Da sie aber nicht da waren, als ich sie brauchte, liess ich sie gehen und fühle mich nach langem grübeln nun besser. Die wirklichen Freunde haben mir in den letzten Woche hilfreich die Hände gereicht.
    Freunde sind wirklich super wichtig, aber lieber ein paar weniger als welche die nicht ehrlich sind und uns nur "missbrauchen".

    Ich wünsche allen einen Freu(n)digen Sonntag

  6. Sigrid schreibt am 31. Oktober 2010 um 12:03

    Hallo und ebenfalls einen schönen Sonntag,
    Hallo Claudia,

    vorab, ich stimme Ihrem Beitrag voll zu.

    Einiger meiner Bekannten bezeichnen sich als Freunde, aber in der Not ist keiner da oder es wird nur kurz angerufen und bevor man selber etwas sagen kann, wird von dem Anrufer vorab gesagt was er für einen Stress hat oder wie schlecht es ihm geht.
    Was soll man dann noch als angerufener sagen????

    Da habe ich eine sogenannte Freundin, die sich sehr selten meldet, wartet immer bis sie von den anderen oder mir angerufen bzw. kontaktiert wird.
    Ihr Kommentar dazu; Du kennst mich doch, ich rufe oder schreibe einfach nicht gerne.
    Was soll man davon halten?
    Ist so eine Freundschaft es wert gepflegt zu werden?
    Ich bin mir diesbezüglich nicht sicher, ärgere mich jedes mal über dieses Verhalten.

    Ich bin seit ca. 4 Wochen krank. In dieser Zeit hat sich diese Person einmal, per Email, nach meinem Befinden erkundigt.
    Eine Andere, die sich als Freundin bezeichnet, hilft mir ab und zu, doch dafür muss ich mir all ihre Probleme und Krankheiten anhören oder es kommt der Satz, eine Hand wäscht doch die andere, also verpflichtet sie mich in diesem Moment, schlimm ist das.
    Bei diesem Satz könnte ich sie aus der Wohnung schmeißen oder einfach stehen lassen.

    Dies sind nur zwei Beispiele, die mich betreffen, ist so etwas Freundschaft? und überhaupt pflegenswert?
    Ich gebe nicht schnell auf, da ich sicherlich auch meine Fehler habe, doch ich kann über meine Fehler reden und auch etwas annehmen, was anderen oft sehr schwer fällt.

    Auf jeden Fall ist dies ein sehr interessantes und wichtiges Thema, da Freunde notwendig sind und wenn es nur eine "gute Freundin" ist mit der man ab und zu reden kann.

    Noch einen schönen, sonnigen Sonntag!

  7. dieter schreibt am 31. Oktober 2010 um 12:23

    hallo ralf,
    wieder ein toller beitrag zur bedeutung mitmenschlicher beziehung, und dem ansporn neue kontakte anzubahnen.

    mein rezept dazu:
    "3 mal täglich nimm`, FAZ und GIN" .
    Habe lange erfahrung damit, und es klappt bei erhaltung von Kontakten, und bei der anbahnung neuer kontakte.

    Kurze erläuterung dazu:
    FAZ:
    F=Fragen (stellen dem anderen Menschen)
    A=Anerkennen ( den anderen)
    Z=Zuhören (dem anderen)

    GIN:
    G=Grüssen ( den anderen = wahrnehmen)
    I=Interesse zeigen (am anderen)
    N=Namen nennen ( danke ralf, statt nur danke ) der mensch hört gern seinen Namen.

    die beachtung und förderung des selbstvertrauens meiner mitmenschen ist entscheidend beim leben einer partnerschaft, beim erhalt einer freundschaft, und bei der anbahnung neuer kontakte.

    probiert es doch gleich mal nächste woche aus.

    grüsst auch unbekannte kollegen in der firmenkantine, fragt den kollegen nach seinem kind, und hört dann zu, dankt ( lobt ) den kollegen für etwas, auch scheinbar unbedeutendes usw.

    ihr werdet sehen, dass ihr euch nach diesen aktivitäten sehr wohl fühlt.

    es ist alles sehr einfach.

    gruß,
    dieter.

  8. Kiki schreibt am 31. Oktober 2010 um 12:34

    Hallo Zusammen, als ich diese Zeilen gelesen habe, fiel mir spontan ein dass man im Leben zufrieden sein sollte mit dem was man hat. Wir sind nicht perfekt und unsere Freunde auch nicht. Die übergroße Erwartungshaltung an unsere Freunde, genauso wie an uns selbst ist nicht gesund. Was spricht dagegen, mehrere Freunde für mehrere Interessen zu haben? Mit einer Freundin kann ich super über "Mädchenkram" quatschen, die andere ist tiefsinniger, mit der Dritten kann ich super lachen etc. Ich erwarte nicht alles und kann nicht alles geben. Lediglich die Klarheit darüber macht mich zufrieden, weil ich mich und meine Freunde gut kenne. In diesem Sinne wünsche ich euch viele Freunde und viele bereichende Themen für viele verschiedene Bedürfnisse im Leben! :-)))

  9. Stefan schreibt am 31. Oktober 2010 um 13:15

    Für mich als bekennenden Christen gibt es eine klare Aussage Jesu, die auch mitten ins Leben passt. ER ließ uns wissen: "Es ist nicht gut das der Mensch alleine sei", und: "Wer Gott liebt, der bekommt einen solchen FReund!"

    Das man im Umgang mit Menschen, ja also auch mit FReunden, Enttäuschungen erleben kann, dass sollte einem von vorne herein klar sein, denn schließlich kann einem das ja mit sich selbst auch passieren. Angst vor Enttäuschungen...ok, sekundär schon, aber das war's dann. Es wäre doch sehr schade um jede herrlich lebendige FReundschaft, die nur aus Gründen der Angst nicht zustande kommt. Auch ich habe Freundschaften beenden müssen, bei denen ich im Traum nicht dran gedacht hätte. Aber solches ist ein derart alter Hut, dass man daran nicht in Verzweiflung geraten muss. 1. es gibt die Verzeihung, 2. man wird reifen mit der Zeit so wie der/die andere auch. Wenn die Freundschaft Freundschaft ist, dann kann man sich öffnen und ehrlich austauschen, dann kann man sich auch mal was an den Kopf schmeißen und man weiß damit umzugehen.
    Ich habe einige Freunde/Freundinnen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, und die ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte. Sie sind für mich in vielem im Leben ein wahrer Segen. Aber um wieviel mehr, ist es für mich meine Frau und unsere Tochter. Da halte ich nur noch inne und bin ganz im Stillen dankbar. Ich habe Reichtum nie gesucht und bin doch reich geworden auch um aus tiefem Herzen und Überzeugung so dankbar sein zu können. Das lässt Wurzeln bilden für seinen eigenen Stand, und so bin ich glücklich.

    LG Stefan

  10. barbara a. lehner schreibt am 31. Oktober 2010 um 13:23

    @ dieter

    ich dachte an die frankfurter allgemeine und einen gepflegten drink ;-)

    das hilft im übrigen auch.

  11. andrea schreibt am 31. Oktober 2010 um 14:49

    ja, das ist so eine sache mit freunden. viele stellen sich doch als "ware" freunde heraus, die die man mit FAZ und GIN - aber auch anderen dingen - "bezahlt" hat. wahre freunde sind wirklich sehr sehr selten.

    besonders spannend wird es, wenn sich freundschaften aus dem geschäftlichen umfeld heraus entwickelen. meine "beste" freundin, die u.a. die buchhaltung für meine kleine firma machte, stellte fest als ich meine firma (aufgrund von burnout) schloß, dass unsere freundschaft ja doch "primär beruflicher natur" war, sie für meine "freizeitprobleme" nicht wirklich zeit habe und unsere freundschaft eine neue basis brauche ...

    nun - nach gut 8 jahren zu erkennen, mit wieviel heuchelei ich es zu tun gehabt hatte - ich war die "einzige freundin", die "liebe schwester" - das tat schon weh. es fällt mir heute noch nicht ganz leicht, mit dieser verletzung umzugehen - obwohl es schon ein gutes jahr her ist.

    der unterschied zwischen "ware"n freunden und wahren freunden lernt man nur kennen, wenn es einem scheiße geht und die freunde nicht mehr von einem profitieren. ich wünsche allen glück, die wahren freunde zu finden.

  12. Ulrich Pranskat schreibt am 31. Oktober 2010 um 15:01

    Hallo Barbara,
    das mit dem geflegtem Drink ist schon ne dolle Sache.....nur die Ansicht, während dessen, lässt zu schnell nach.....schade....

    Ulli

  13. Anja schreibt am 31. Oktober 2010 um 17:23

    Na, der heutige Beitrag passt ja mal wie die Faust aufs Auge ;-).
    Ich hab in den letzten Monaten auch feststellen müssen, leidvoll für mich, dass es einen Menschen, eine Freundin in meinem Leben gibt/nun gab, die Dauerjammerer und Vampir ist. Ich hab jahrelang zugehört, bin da gewesen, hab Zeit, Gefühle, Kraft investiert ... mir oft Vorwürfe angehört, weil es noch nicht reichte und dann auch ein schlechtes Gewissen entwickelt oder versucht, mich zu rechtfertigen. Seit einigen Monaten merke ich nun, dass sie von mir und meinen Sorgen in den letzten Jahren wenig weiß und auch nicht wissen wollte. Als ich im letzten Winter mal ein recht schweres Herz hatte, hat sie kurzerhand den Kontakt abgebrochen, weil sie es nicht hören wollte ... An ihrem Geburtstag rief ich sie an und sie feierte mit anderen. Ich gehörte nicht mehr in ihren Kreis. Nun merke ich in den letzten Wochen mehr und mehr, dass sie sich nur um sich dreht und um ihre Sorgen und Nöte. Sie tut mir nicht gut und ehrlich, es schmerzt manchmal noch, aber insgesamt geht es mir besser ohne sie. Ich war ihr so selbstverständlich geworden, sie hat mich zeitweise so vereinnahmt, das war nicht gut. Trotzdem vermisse ich ab und an gemeinsame Kaffeezeiten. Würde ich diese aber wiederbeleben, ginge der Teufelskreis wohl von vorn los, oder?
    Einen schönen Abend ...

  14. kirsti schreibt am 31. Oktober 2010 um 18:38

    jaaa,Hallöle
    Freunde...sind genauso wichtig wie eine Partnerbeziehung.Meine Erfahrung ist, dass sie ähnlich entstehen.Eine Art Verbindung, die man gleich spürt..Schön ist es, wenn man im Partner auch den Freund spürt...vorallem in der Gesprächsebene.Mit dem Partner genauso lachen und quatschen, wie mit der besten Freundin .Ich glaube, das ist oft nicht so...Aber reden lernt man erst über die Jahre.Vorallem muss man SICH ÖFFNEN ::::Dann öffnet sich dein Gegenüber höchstwahrscheinlich auch.Und es gibt so tolle Gespräche...meist sehr privat.

  15. WeirdSister schreibt am 31. Oktober 2010 um 19:30

    Der Beatles-Text von "In my life" sagt für mich alles (der fiel mir auch spontan ein, als ich das von Ralf gelesen habe):

    There are places I remember
    All my life though some have changed
    Some forever not for better
    Some have gone and some remain
    All these places had their moments
    With lovers and friends I still can recall
    Some are dead and some are living
    In my life I've loved them all

    But of all these friends and lovers
    There is no one compares with you
    And these memories lose their meaning
    When I think of love as something new
    Though I know I'll never lose affection
    For people and things that went before
    I know I'll often stop and think about them
    In my life I love you more

    Though I know I'll never lose affection
    For people and things that went before
    I know I'll often stop and think about them
    In my life I love you more
    In my life I love you more

    Es gibt Leute im Leben, die waren Freunde, die sind noch Freunde, manche mehr, manche weniger, und oft gibt es eben eine(n), den man besonders liebt ;-), aber alle Freunde haben ihren Platz in meinem Leben, egal ob sie noch Freunde sind oder nicht. Kann sein, daß ich den Text falsch interpretiere, es geht mir hier nicht um Freunde im Sinne von Beziehungen, sondern ich nehme "Freunde" hier ganz allgemein, egal ob das legitim ist oder nicht.

    In my life I've loved them all.

  16. Pia schreibt am 31. Oktober 2010 um 19:56

    Hallo miteinander,
    ich fand den Kommentar von Dieter wunderbar, zu allererst dachte ich auch an die FAZ und an einem Gin als Drink, aber die Idee es so zu umwandeln finde ich amüsant. Ich werde es sogar probieren, aber nicht um neue Freunde zu finden, sondern um auf meine Mitmenschen besser ein- oder umgehen zu können.
    Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht ein Haufen Freunde habe und ich mich sogar dabei wohl fühle. Manchmal habe ich das Gefühl, dass man viel zu schnell einen Bekannten als Freund deklariert. Man braucht nur ins Facebook zu gehen, um zu sehen wie Freunde im wahrsten Sinne des Wortes gesammelt werden. Freunde hat man doch im Grunde genommen sehr wenige und das ist auch richtig so, um so weniger, um so wertvoller sind sie auch. Ich kann meine FREUNDE an einer Hand zählen, und alles andere sind Bekannten, Kollegen, Arbeitskollegen, Nachbarn, u. s. w., aber sicher nicht Freunde. Alles über einen Tisch zu ziehen macht mir Mühe, denn um eine wahre Beziehung pflegen zu können braucht es ZEIT. Da hat man eine eigene Familie, den Ehemann, die Kinder, das Haustier, die Eltern, die Geschwister(in meinem Fall sechs davon),die Arbeit, das Hobby, ein oder zwei Freunde und all die Mitglieder brauchen meine Zeit und Aufmerksamkeit. Damit habe ich eigentlich schon genug zu tun. Alles andere ergibt sich eigentlich mit dem Alltag. Was ich eigentlich damit sagen will ist; ich glaube eher man hat ein einziger wahrer Freund im Leben, mit dem man durch dick und dünn geht, und meistens erkennt man den, wenn einem so richtig dreckig geht und das sollte immer auf Gegenseitigkeit beruhen. Leider ist das so. Ich erlebe es immer wieder, dass man mit dem Wort "Freund" sehr oberflächlich umgeht. Und daher unterscheide ich sehr wohl zwischen "Bekannte(r)" und "Freund(in)".
    Dennoch ein sehr guter Newsletter als Tipps wie man eine wahre Freundschaft pflegen kann.
    Ich wünsche Euch allen einen guten Start in die nächste Woche, wir dürfen eine Stunde länger schlafen, allerdings auch schaffen, somit gleicht sich das Ganze wie fast immer aus! LG Pia.

  17. WeirdSister schreibt am 1. November 2010 um 05:58

    und noch was für alle, die von ihren Freundschaften enttäuscht sind: Ihr kennt doch sicher noch den alten DDR-Witz: Warum waren die Russen unsere Brüder? Antwort: Freunde kann man sich aussuchen...

    Genau das isses doch: Freunde kann man sich aussuchen! Supi! Ihr habt euch eure Freunde ausgesucht! Und sicher ein paar tolle Jahre, schöne Zeiten und angenehme Gefühle gehabt! Mit und durch eure Freunde! Und dann enttäuscht eucheinen ein Freund/eine Freundin. Aber damit sind doch die guten und schönen Zeiten nicht weg! Es paßt eben nicht mehr, man fühlt sich für ne Zeit nicht gut, aber heck was solls! War das nicht auch ein paar schöne Jahre oder Zeiten wert?

    Nehmt das an, das gehört doch zum Leben dazu wie die Butter aufs Brot!

    Ihr merkt schon, Freundschaften sind nicht meine Baustelle, ich habe super-Freunde und bin auch froh drum. Alles paletti. Keine Sorge, ich hab dafür andere Baustellen.

    Aber Freundschaften sind ausgesucht, prima und passen vielelicht eben manchmal nicht mehr. C'est la vie!

  18. Theresia schreibt am 1. November 2010 um 10:23

    Halloo allerseits,
    heute möchte ich mich auch mal unter die Kommentare mischen.

    Danke für den mal wieder seehr interessanten Beitrag.
    Ich freue mich jeden Sonntag auf das, was kommt, denn es trifft ja immer den Punkt.

    Nun meine Meinung zum Freundschaftsthema:

    Freundschaften müssen nicht ein Leben lang halten. Es sind
    Lebens-abschnitts-freunde. Es zeigt sich eben das, was ich gerade brauche.
    Auch könnte ich mir vorstellen, - und aus den vorhergehenden Aussagen ist es auch zu erkennen - dass jeder auch unter Freundschaft was anderes versteht.
    Natürlich gibt es echte Freundschaften, die lange dauern tief gehen und auch sehr reich machen. Die sind natürlich auch sehr wertvoll.
    Aber da gibt es dann auch Begegnungen - wohl oft sind es auch "nur" Bekannte-, die sehr anstrengend sind.
    Ich habe da echte "Beziehungsprobleme" mit schwierigen Menschen - weil ich einfach wirklich nicht die Kraft aufbringen kann/mag, mich ihnen ernsthaft mitzuteilen oder mit ihnen auseinanderzusetzen - und vesuche einfach so klar zu kommen, wie es mir eben möglich ist.

    Meine Methode einer heilenden Lösung dazu ist aber dann die Geistige:
    Ich arbeite da mit "The work" von Byron Katie und "Ho´oponopono" in Kombination.
    Bei "The work" werden die eigenen Gedanken untersucht und bei "Hoóponopono" schau ich mir sozusagen die Schattenseiten an, die mir der "unliebsam-erscheinende" Mensch spiegelt. Bitte um Verzeihung und nimm den Teil, der mich stört, liebevoll in mein Herz.
    Die Untersuchung der eigenen Gedanken ist sowas von interessant, ich kann es euch nur empfehlen - ich bestaune jedesmal aufs Neue das, was sich draus ergibt.
    Über beide Methoden könnt ihr euch im Netz schlau machen,
    falls es euch interessiert.
    Bei Ho´oponopono gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie ich damit umgehen kann.
    Beides rückt alles ins "richtige Licht". So, wenn ich mich auch nicht mit den Menschen persönlich auseinandersetzen will/kann bringt Heilung in der Tiefe für mich selbst und die Gesamtsituation dazu ändert sich dann sowieso auch mit.

    Habt einen schönen Sonntag mit vielen Sonnenstrahlen und bunten Herbstlaub .......
    Theresia

  19. Waldfee schreibt am 1. November 2010 um 17:48

    Hallo zusammen,
    dazu fällt mir ein Zitat von Ralph Waldo Emerson ein:

    "Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein"

    Erst wenn wir zu uns selbst so sind, wie zu einem guten Freund nämlich: rücksichtsvoll, tolerant, verständnisvoll, tröstend, etc., können wir ein guter Freund eine gute Freundin sein.

    Einen schönen Abend und geht liebevoll mit euch um!

    Waldfee

  20. Kiki schreibt am 21. November 2010 um 15:24

    Zum Thema Beziehungen (Freundschaften) hab ich gerade etwas sehr Interessantes gelesen in Marianne Williamsons Buch "Rueckkehr zur Liebe", was ich hier mit euch teilen moechte:

    "Eine Person, mit der wir Lektionen im Leben zu lernen haben, die fuer ein ganzes Leben ausreichen, ist eine Person, deren Praesenz in unserem Leben uns zum Wachstum zwingt. Manchmal handelt es sich um einen Menschen, mit dem wir unser ganzes Leben lang liebeveoll gemeinschaftlich verbunden sind, und manchmal ist es eine Person, die wir jahrelang, ja unter Umstaenden unser ganzes Leben lang, als Stachel in unserem Fleisch empfinden. Wenn uns jemand viel zu lehren hat, heisst das noch nicht, dass wir ihn moegen. Die Menschen, die uns am meisten zu lehren haben, sind oft die, die die Grenzen unserer eigenen Liebesfaehigkeit zurueckspiegeln, die bewusst oder unbewusst unsere mit Angst besetzten Grundsaetze anfechten. Sie zeigen uns unsere Mauern. Unsere Mauern sind unsere Wunden - die Bereiche, in denen wir das Gefuehl haben, nicht mehr lieben, uns nicht mehr tief einlassen, ab einem gewissen Punkt nicht mehr vergeben zu koennen. Wir leben unsere Beziehungen, um uns gegenseitig sehen zu helfen, wo wir am meisten Heilung brauchen, und um uns gegenseitig bei der Heilung zu unterstuetzen."

    Gruesse, KIKI