Kontakt
Facebook
Twitter
RSS
Gästebuch
Wöchentlicher Newsletter

Kommunikation: ein Geben und Nehmen?

Von Tania Konnerth10 Kommentare

Vielleicht haben Sie schon einmal von Marshall B. Rosenbergs Konzept der „gewaltfreien Kommunikation“ gehört? Ein Grundelement dieses Kommunikationsansatzes ist die Frage, wie wir in unserer Kommunikation nicht nur nehmen, sondern auch geben können – und das ist ein höchst interessanter Punkt.

Tatsächlich zielen wir mit unserer Kommunikation sehr häufig vor allem auf das Nehmen ab: Wir wollen andere Menschen dazu bringen etwas zu tun oder zu lassen, wir wollen ihnen etwas erzählen, sie sollen uns Fragen beantworten, Rat geben, unsere Meinung teilen, sich überzeugen lassen usw. usw.

Wann aber haben Sie ein Gespräch mal gezielt mit der Frage begonnen, was Sie dem anderen kommunikativ geben können? Also mit einem Gedanken daran, wie Sie dem anderen ein guter Zuhörer sein können, wie Sie herausfinden können, wie Sie den anderen am besten verstehen können und wie Sie Ihre eigenen Bedürfnisse so vermitteln können, dass Sie gemeinsam eine Lösung finden können, die für beide eine Verbesserung bedeutet?

Kommunikation, die konsequent beide Seiten im Bewusstsein hat – also mich und meine Bedürfnisse und eben auch den anderen und seine Bedürfnisse – erfordert Respekt und Achtung meines Gegenübers. Es ist nötig, nicht nur mich ernst und wichtig zu nehmen, sondern auch den anderen – aber eben auch nicht nur den anderen, sondern eben auch mich.

Bei einer Kommunikation, bei der es um das Nehmen und Geben geht, geht es um Ausgleich und Balance. Es geht darum, ein Gleichgewicht zu finden und eine gemeinsame Basis. Wenn wir in Gesprächen konsequenterweise das Wir im Auge haben, also das Du und das Ich, hilft uns das dabei, Konflikte zu vermeiden. Wer nicht nur die eigenen Interessen im Auge hat, sondern auch die des anderen beachtet, geht weniger gegen- als viel mehr miteinander vor.

Ein naiver Traum? Einen Versuch ist es wert, oder nicht?

  1. Ursula Kruck-Hantschel schreibt am 23. Januar 2008 um 08:17

    Hallo & Guten Tag,

    "Ein naiver Traum? Einen Versuch ist es wert, oder nicht?"

    *Träume* sind schließlich dazu da, gelebt zu werden!
    ;-)

    Hier haben wir einen wichtigen Denkanstoß, der es Wert ist durchdacht und gelebt zu werden.

    Viel zu häufig stelle ich fest, dass mich ein Gegenüber bereits nach dem 1 1/2fach Satz unterbricht und ich gar nicht dazu komme, meine Gedanken zu Ende zu bringen.

    Die Unterbrechung ist nicht etwa ein Eingehen auf das was ich sagen wollte, nein, das Gegenüber beginnt munter "nur" von sich zu erzählen - und wo bleib ich?

    --» Eine gute Übung ist sich selber auch mal zurück zu nehmen und entspannt dem Anderen zuzuhören, ohne gleich das Thema zu wechseln - oder die eigenen Probleme hurtig ins Geschehen zu bringen «--

    Gutes Gelingen!

    Herzlichst
    Ursula

  2. M schreibt am 26. Januar 2008 um 15:29

    Hallo!

    Ein weiteres gutes (Taschen-)Buch dazu ist: "Konflikte lösen durch Gewaltfreie Kommunikation. Ein Gespräch mit Gabriele Seils." von Marshall B Rosenberg. Bei Herder Spektrum.

    Viele Grüße! :)

  3. Rainer schreibt am 27. Januar 2008 um 11:05

    Hier der Link zu einem kleinen, aber feinem Forum, in der es um exakt diese Thematik nach M. Rosenberg geht :

    http://www.gewaltfrei-im-norden.de/index.php

    Außerdem finden sich diese, aber auch andere Themen unter :

    http://forum.zwoelf-schritte.de/index.php

    Liebe Grüße,

    Rainer

  4. Doris Schwab schreibt am 27. Januar 2008 um 11:46

    Vor sieben Jahren habe ich mich auf den Weg gemacht, diese Kommunikation in mein Leben zu integrieren. Es war ein Weg mit vielen Hindernissen, aber heute kann ich sagen: es hat sich gelohnt!
    Mittlerweile bin ich zert. Trainerin und freue mich über jede/n der/die diesen Weg einschlägt und versucht, die eigenen und die Bedürfnisse des andern im Blick zu haben. Dies ist für mich der Weg zu einem friedlichen MIteinander! Und die konsequente Umsetzung des Leitsatzes aller Religionen: Liebe deinen Nächsten w i e dich selbst!
    Kontaktadressen aus ganz Deutschland findet man bei www.gewaltfrei.de

  5. Eva Maria schreibt am 27. Januar 2008 um 12:09

    Hallo Doris,
    gratuliere!!!
    Wie wird man zert. Trainerin?
    Hast Du Lust, mir das kurz zu mailen?
    Lieben Gruß
    Eva

  6. Eva Maria schreibt am 27. Januar 2008 um 12:21

    Sorry,
    hab grad die website gelesen!!!!
    Eva

  7. Detlev Tesch schreibt am 27. Januar 2008 um 13:54

    Tja, warum ist eigentlich unsere Kommunikation nicht ohnehin gewaltfrei? Warum wird sie so oft "gewalttätig"?

    Nun ist gewiß etwas daran, daß wir die entsprechenden "Vorbilder" haben, die nicht gerade *vorbildlich* sind. Bloß - warum und woher haben *die* das Verhalten.

    Ich finde, daß der Grund in unseren Gefühlen, in unseren emotionalen Reaktionen liegt.

    Wir haben Bedürfnisse, wollen Achtung und Respekt, wie oben gesagt wurde. Außerdem Aufmerksamkeit, Anerkennung, Zuwendung und und und. Völlig richtig. Und dann bekommen wir's nicht. Und dann?

    Das hängt von der Person, der Situation und der inneren Befindlichkeit ab. Oft haben wir eine negative Emotion, die sich in Gedanken äußert wie: "Wie redet der/die denn mit mir?" "Was fällt dem ein!?" "Nie läßt sie mich ausreden!" usw.

    Wir fühlen uns verletzt. Das gibt einen emotionalen, energetischen Stau. Diese gestaute Energie fühlt sich überhaupt nicht gut an, und wir wollen sie loswerden. Manchmal wissen wir uns nicht anders zu helfen, als verbale oder gar körperliche Gewalt einzusetzen oder das Problem in uns hinein zu fressen. Beides nicht gerade optimal.

    Wenn es uns gelingen würde, die Emotion, die Energie dieser Emotion *direkt* zu transformieren, hätten wir viel bessere Chancen, auf Gewalt verzichten zu können.

    Ich finde, die neuen Methoden der Energetischen Psychologie sind da eine große Hilfe. Insbesondere EmoTrance (emotionale Transformation) finde ich empfehlenswert, weil es uns mit ein wenig Übung in die Lage versetzt, gleich in der Situation die Energie und die Emotion zu bewältigen. Und dann gibt es meist keinen Grund mehr, mit Gewalt zu reagieren. Dann fällt es auch viel leichter (manchmal wird es so überhaupt erst möglich), die Methoden der gewaltfreien Kommunikation einzusetzen.

  8. Eva-Maria ,die 1. :-) schreibt am 27. Januar 2008 um 18:56

    Ich versuche immer, dem Gegenüber zuzuhören, ohne ihn bei seinen Gedanken zu unterbrechen.Persönlich ärgere ich mich, wenn ich mitten im Satz unterbrochen werde.Das hat aber auch etwas mit Anstand und Respekt dem Gegenüber zu tun!
    Wenn man nie zu Wort kommt, kann es dann schon zu Frust und Aggression kommen.
    Werd mir mal die Links ansehen :)

    Ne schöne Woche wünscht allen Eva

  9. Mario schreibt am 28. Januar 2008 um 06:38

    Im Grunde ein einfacher Gedanke, der des Austausches. Aber wie viele andere muss auch dieser einfache Gedanke zunächst einmal ( wieder ) entdeckt werden.

  10. Marita schreibt am 2. Februar 2008 um 13:43

    Ich habe früher mit dem Wort Kommunikation automatisch so etwas wie "Gedankenaustausch" und "Partnerschaftlichkeit" in Verbindung gebracht, bis mir klar wurde, dass es das für sehr viele Leute überhaupt nicht bedeutet. Und so bin ich enttäuscht, wenn jemand zwar zu mir spricht aber keineswegs mit mir, also auch an einem Kommentar von mir überhaupt nicht interessiert ist. Das finde ich sehr ignorant. Andererseits freut es mich sehr, wenn mir Jemand mal "einfach so" etwas erzählt oder anvertraut. Dann ist es an mir, eben auch mal nur zuzuhören. Grundsätzlich ist es zu schätzen, wenn man sich bewußt macht, was man gerade tut und ob ich z. B. Jemandem ein Gespräch aufzwinge. Erst gestern habe ich von einer Freudin von zwei Gesprächen erfahren, wo der Gesprächspartner zwar munter Themen angeschnitten hat, aber überhaupt nicht an irgendeinem Austausch interessiert war, was sie sehr erbost hat. Ich habe ihr dann erzählt, dass ich da versuche herauszubekommen,ob jemand zu mir spricht oder mit mir sprechen will und dass ich mir dann auch die Freiheit nehmen, mir das nicht bieten zu lassen. Ich habe es mir auch zum Grundsatz gemacht, am Telefon erst mal zu fragen: Hast du Zeit und Lust für ein Gespräch und es mir auch erlaubt, andere, die gleich mit der Tür ins Haus gefallen sind und versucht haben, mich in ein längeres "Gespräch" oder "Zuhören" zu verwickeln, dazu zu erziehen, dass sie mich vorher fragen.