Kritsieren – wenn schon, dann bitte mit Respekt!
Von Tania Konnerth • 5 Kommentare
Schon in der letzten Woche hatte ich mich mit dem Thema Kritik befasst und mir ist dazu noch ein weiterer Gedanke gekommen, den ich gerne mit Ihnen teilen möchte: Und zwar handelt es sich um den Respekt.
Gerade wenn es um das Kritisieren geht, vermisse ich in der Kommunikation genau das: Respekt.
Wie schnell werden wir und andere unabhängig von Alter oder Erfahrungsschatz von Kritikern regelrecht geschulmeistert. Da wird nicht etwa nachgefragt, ob eine Anregung überhaupt erwünscht ist und es wird auch nicht vorher in Erfahrung gebracht, welchen Hintergrund das Objekt der Kritik eigentlich hat, sondern es wird einfach davon ausgegangen, dass Kritik angebracht, ja, sogar nötig und nützlich ist.
Aber nehmen wir doch einmal an, dass wir uns oder die Person, die in der Kritik steht, sich vielleicht etwas bei dem gedacht hat, was wir oder sie da produziert bzw. getan haben/hat. Fair wäre da doch, sich wenigstens die Mühe zu machen herauszufinden, ob das Ergebnis so beabsichtigt war, bevor sich jemand mit seiner eigenen Herangehensweise aufdrängt.
Allein schon durch diese kleine Portion Respekt würde Kritik nicht wie ein Angriff wirken. Im Gegenteil: das gezeigte Interesse könnte eine prima Gesprächsgrundlage für einen Austausch bilden, in dem dann jeder seine eigene Sichtweise einbringen kann, ohne damit den anderen klein zu machen.
Respekt sollte meiner Ansicht nach die Basis einer jeden Kommunikation sein – also gehört sie auch zum Kritisieren dazu. Achten Sie einmal bei sich selbst und bei anderen darauf, wie oft er aber gerade dort vergessen wird.






Es wäre in den meisten Fällen ganz einfach indem man hinterfragt mit "warum, weshalb" hast du...? Das würde manche Kritik überflüssig machen. Ja und die Sache mit dem Respekt...ist ja sowie ein Übel unserer Zeit. Nicht nur im Umgang mit Kritik. Und Kommunikation...ja wer kann das schon so gut, das sich keiner auf die Füße getreten fühlt? Ich denke das hier in den meisten Fällen ja schon die Schwierigkeiten bestehen, sich klar und deutlich auszudrücken, geschweige dann noch die Kunst zu beherrschen von verschieden Blickwinkeln aus zu schauen, bevor ich lospoltere.
Herzlichst
B wie Bitte
E wie Einmal
A wie Anders
Respekt, Moral? Fremdwörter unserer Gesellschaft!
Zum Beispiel:
Die Lehrer verlangen von den Schülern Respekt, arbeiten aber selbst nicht mit gegenseitigen Respekt sondern mit Angst. Nicht einmal die "Autoritätspersonen" legen einen respektvollen Umgang an den Tag, ausgenommen es könnte für sie profitabel sein.
Hallo
Das Wort Kritik ist in unserer Zeit sehr negativ belastet.
Warum eigentlich?
Zum Einen, weil heute viel zu wenig Zeit zum Nachdenken bleibt. Das beinhaltet, dass viele Menschen auch keine Zeit mehr finden, um darüber nachzusinnen, was sie sagen und tun. Zum Anderen, weil ein großer Teil der Menschen dieses destruktive Verhalten vorlebt und sich nicht der Verantwortung des eigenen Verhaltens bewusst ist, andere es ungeprüft einfach nachleben.
Respekt schließt aus meiner Sicht destruktive Kritik aus. Wenn ich den Menschen respektiere - seine Meinung und Art & Weise das eigene Leben zu leben, wo gibt es dann einen Grund zur Kritik?
Wenn ich das Wort Kritik nun durch FEEDBACK ersetzen würde, wie fühlte sich das an?
Etwas anders!
Wenn ich mein Feedback, also eine Rückmeldung gebe, dann kann dies auf einer sachlichen Ebene passieren, also die „Sache“ betreffend sein.
Nun, ich habe die Erfahrung gemacht, wenn mir ein beleidigender Kritiker gegenüber steht, konnte ich diese „Sache“ gut „umlenken“, eben auf die sachliche Ebene, denn meine Appelle „bleib fair“ blieben oft bei den Nörglern ungehört, und somit der Kritik den für mich kränkenden Teil einfach nehmen.
Liebe Grüße
Ursula
Habe jüngst in einer Fortbildung gelernt:
Formuliere deine Kritik als Wunsch.
Im Dreierschritt:
Ich habe beobachtet..., mir ist aufgefallen...
Das bewirkt in mir..., das löst in mir aus...
Ich wünsche mir von Dir...
Das ist sehr respektvoll, finde ich.
Gruß Birgit
für mich war der berufliche Umgang mit Briten hier sehr hilfreich. Von ihnen erst habe ich sehr praxisnah gelernt, wie man seine Vorbehalte und Bedenken so formuliert, dass mein Gegenüber sich nicht angefriffen fühlt.
Seit dem wende ich die britische Sprachwendungen für Kritik auch im deutschen an. Ich verfolge dabei ganz praktische Ziele: ich möchte, dass ein Problem offen angesprochen wird, dass alle Beteiligten sich abgeholt und verstanden fühlen und eine gemeinsame Lösung i.d.R. in Form eines Kompromisses gefunden wird.
Beispiel:
ich lese das Konzept meines Kollegen und mir fallen einige Lücken auf. Im Gespräch mit ihm formuliere ich das in etwa so:
"Ich habe dein Konzept gelesen und finde es sehr gut. Ich frage mich, ob wir nichts übersehen haben z.B. den Punkt mit....oder auch ..... Wie denkst Du darüber?" Ich binde ihn ein und kritisiere nicht und er hat Zeit nachzudenken.
Das klassische Anwendungsfall ist natürlich die Beschwerde; das Paradebeispiel für Kritik schlechthin. Hier erscheint uns deutschen der britische Ansatz vielleicht etwas skurril: Der Brite entschuldigt sich bevor er seine Beschwerde anbringt. Denn: eine Beschwerde ist ein Art Angriff auf mein Gegenüber der vielleicht nicht einmal direkter Verursacher des Problems sein muss) und für eben diesen vermeintlichen Angriff entschuldigt sich der Brite direkt zu Beginn seiner Beschwerde.
Rückblickend möchte ich sagen, dass ich es schade gefunden habe, dass ich diese hilfreichen Ansätze nicht mit auf meinem Weg bekommen habe, sondern vergleichsweise erst spät in meinem Leben erlernen und erfahren musste.
Liebe Grüsse
Anna