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Mist, dass du nicht so bist wie ich!

Von Ralf Senftleben20 Kommentare

Wissen Sie, was meiner Meinung nach eine der größten Quellen von Streits und Konflikten zwischen Menschen ist?

Es ist die Erwartung, der andere möge doch gefälligst so sein und fühlen wie ich selbst. Wenn andere Menschen wären wie ich, wäre die Welt einfacher und besser.

So denken wir zum Beispiel:

Solange es um nichts geht, dürfen andere Menschen natürlich gerne so sein, wie sie wollen. Hey, jeder Jeck ist anders. Aber sobald es um meine Interessen und Bedürfnisse geht, verliere ich meine Lockerheit oft.

Wenn der andere nur so wäre wie ich, dann hätten wir doch kein Problem! Und wenn der andere das nicht schafft, bin ich sauer oder enttäuscht. Oder ich unterstelle ihm, dass er sich nicht genug Mühe gibt oder trotzig ist.

Klar, irgendwie wissen wir, dass jeder Mensch anders ist und seine eigene Realität hat. Aber das sagt oft nur unser Verstand. Unsere Gefühlsebene reagiert dann eher so: Junge, bist du kompliziert! Wenn du nur so wärst, wie ich, dann wäre alles kein Problem.

Was ist eine Lösung? Die liegt, wie so oft, im Bewusstmachen. Sie könnten sich einfach öfter fragen:

Der Schlüssel liegt wie so oft in der Selbstreflexion. Und diese Fragen von oben, können eine ganze Menge Gelassenheit ins eigene Leben bringen.

  1. Werner schreibt am 17. Januar 2010 um 07:40

    Tja und dann kommt noch eine Knacknuss hinzu:
    ich möchte ja oft nicht nur, dass andere sind so wie ich selbst bin, sondern wie ich selbst gerne wäre.
    Gelingt es mir selbst nicht, meinen Erwartungen zu entsprechen (z.B. ich sollte noch mutiger sein), sehe ich bei andern dieses Defizit (Mutlosigkeit), umso stärker und kann des dort wunderbar projektiv - im Spiegel meiner Unzugänglichkeit - bekämpfen und beackern.
    In der Selbstreflexion kann vielleicht klar werden, dass ich eigentlich nicht andern zu dem verhelfen sollte, was ich mir wünsche, sondern mir selbst...:-)

  2. Mausezahn schreibt am 17. Januar 2010 um 09:52

    Es sollte heute eigentlich ein schöner Morgen werden ...
    und dann lese ich die neue Mail von Euch ... ;-) Selbstreflexion - ah ha !! Irgendwie habt Ihr genau meinen Nerv getroffen - Tatsächlich habe ich mich diese Woche tierisch über einige Mitmenschen - Kollegen, Chef´s etc. aufgeregt. Mir stellt sich aber die Frage, mit welcher Selbstverständlichkeit und Unverfrorenheit manche Mitmenschen durch´s Leben walzen..... Ist es tatsächlich nur meine eigene Empfindlichkeit, dass manche Äußerungen als Kränkungen, ja sogar als Verletzungen ankommen? Gibt es nicht auch "böse" Menschen? Die eigene Gelassenhit ist das eine, aber gibt es nicht für jeden von uns gewisse Grenzen,
    die man nicht übertritt? Es wird immer wieder Äußerungen
    und "Angewohnheiten" von anderen Mitmenschen geben, die mich
    ärgern - und das ist gut so!!! Ich werde mich nicht verbiegen lassen - vielleicht ein wenig mehr darüber nachdenken bevor ich mich ärgere, nicht alles so persönlich nehmen - aber im Grunde gehört es zum Leben dazu, anderer Meinung zu sein - konstruktive Kritik ist etwas sehr positives - es kommt nur auf die Verpackung an :-). In diesem Sinne - es ist doch ein schöner Sonntagmorgen. Jeder Tag sollte die Möglichkeit bekommen, der schönste im Leben zu werden.... Die Sichtweise macht es ;.)

  3. Eva-Maria schreibt am 17. Januar 2010 um 11:08

    Guten Tag,
    es wäre wirklich zu einfach wenn andere so wären wie ich es gerne hätte.
    Klar,ich komme immer noch nicht damit zurecht,wenn jemand Unpünktlich ist,weil ich es immer bin.
    Die Erwartungen an andere,habe gelernt den anderen doch so zu akzeptieren,da merkte ich,ich wurde ruhiger und Gelassener.
    Klappt allerdings nicht immer.
    Einen schönen Sonntag gruß Eva-Maria aus dem Sauerland

  4. Ibrahim schreibt am 17. Januar 2010 um 12:17

    Was kann ich bei anderen sehen außer mir selbst!

    Es ist nur die Frage des Selbstakzeptenz meine ich. Wenn ich soweit wäre, mich anzunehmen mit meinem allen Kanten, dann wird es mir nichts mehr ausmachen, was die andere tun oder nicht tun.

    Es geht hier um Bewusst werden.

    Bewusst werden über sich. Wer sich erkennt, erkennt das Universum und darüber hinaus.

    Vielen Dank.

  5. Ibrahim schreibt am 17. Januar 2010 um 12:21

    Was kann ich bei anderen sehen außer mich selbst!

    Es ist nur die Frage des Selbstakzeptenz meine ich. Wenn ich soweit wäre, mich anzunehmen mit meinem allen Kanten, dann wird es mir nichts mehr ausmachen, was die andere tun oder nicht tun.

    Es geht hier um Bewusst werden.

    Bewusst werden über sich. Wer sich erkennt, erkennt das Universum und darüber hinaus.

    Vielen Dank.

  6. Nina schreibt am 17. Januar 2010 um 12:51

    "Kein Mensch ist auf diese Welt gekommen, um so zu sein, wie andere ihn gerne hätten"
    An diesen Satz versuche ich mich zu halten. Respekt und Toleranz sind da schon nötig, aber mit wenigen ausnahmen gelingt mir das ganz gut.
    Außerdem zum Thema passend: "Bevor du über andere Menschen urteilst/meckerst, kehre erstmal vor deiner eigenen Türe"
    Sicher gelingt mir das auch nicht immer, aber I do my best ;o)
    Schönes Wochenende wünsch ich euch allen.

  7. Andrea schreibt am 17. Januar 2010 um 13:03

    Das ist ein sehr interessantes Thema! Ich habe vor einiger Zeit erkannt, wie wichtig es ist und bin dabei, daran zu arbeiten. Und dann die Erkenntnis: irgendwie beginnt immer alles bei mir selbst und meiner Wahrnehmung der Dinge um mich herum. Eine schöne Übung ist, sich mal selbst zu beobachten, wenn man wütend ist und einmal, wenn man fröhlich ist: wie ist dann die eigene Wahrnehmung? Ich wünsche mir sehr, dass noch viel mehr Menschen sich im hier beschriebenen Sinne Gedanken darüber machen, wie sie die Menschen um sich herum und sich selbst sehen - was hätten wir da alle zusammen für tolle Möglichkeiten! Und es wäre auch ein Beitrag zu echter Toleranz und Mitgefühl :-)

  8. Christine Carmen schreibt am 17. Januar 2010 um 15:02

    Ich mag Menschen, die mir in gewissen Punkten ähnlich sind, einmal um mich selbst gespiegelt zu bekommen, auch meine nicht so guten Seiten. Das finde ich wichtig, um mich selbst weiter entwickeln zu können. Und gleichzeitig sind die Unterschiede im Sein, in den Ansichten die Würze in jeder Beziehung - zum Partner, zu Freunden, Kollegen ..., solange sie nicht so unüberwindlich sind, das man sich garnichts zu sagen hat und sich nirgendwo berührt.

    "Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie Andere mich haben wollen" ist auch mein Leitspruch, an den ich mich immer wieder erinnere, besonders wenn ich mal wieder davon abweiche ;-). Das bedeutet für mich allerdings auch, Kompromisse einzugehen und nicht wie die Axt im Walde auf Biegen und Brechen nur meine Interessen durchzusetzen. Und Gleiches gestehe ich auch meinem jeweiligen Gegenüber zu,ich bemühe mich um Toleranz, auch wenns nicht immer leicht ist.

    Schönen Sonntag und danke für die guten, sehr bereichernden Anregungen und Kommentare jede Woche!!!

  9. Beateinchina schreibt am 17. Januar 2010 um 16:09

    hihi, wie wahr, wie wahr. Nach 5jährigem Leben in Shanghai habe ich erkennen müssen, dass manche Dinge und Menschen einfach sind wie sie sind. Und die einzige Möglichkeit damit umzugehen ist: AKZEPTANZ. Ich kann die Menschen nicht ändern, und auch nicht die Situationen. "mei banfa", sagt der Chinese wenn er es nicht ändern kann, und es hilft. . Manchmal wirkt es Wunder. Kürzlich sass ich in einem Taxi, ausnahmsweise mal ganz gelassen, aber der Taxifahrer war richtig agressiv, hupte, obwohl das nichts nützte im Stau. "Shifu, mei banfa" sagte ich, und siehe da: er wurde wirklich ruhiger und gelassen. [Anmerkung: mei wird "me" ausgesprochen, die richtige Tonhöhe lasse ich weg. "Shifu" wird manchmal als "Master" übersetzt, wie Master Shifu in "Kungfu Panda", und ist eine respektvolle Art der Anrede] Seitdem ich diese Zauberformel benutze ist mein Leben sooooo viel entspannter geworden.

    Das einzige was ich ändern kann ist wie ich auf etwas reagiere. Also: mei banfa!

  10. Marina schreibt am 17. Januar 2010 um 17:53

    Wenn alle Menschen gleich wären, hätte der liebe Gott nur einen von uns zu machen brauchen.
    Vive la difference!

  11. Susann schreibt am 17. Januar 2010 um 22:16

    Ja, da habt ihr meinen Nerv auch getroffen. Gerade heute habe ich mich wieder mal drüber geärgert, wie anders als ich mir nahestehende Menschen denken, fühlen und handeln. Klar, sie sind nicht hier, um mir zu gleichen. Und in solchen Momenten denke ich mir schon - habe ich denn gar nix gelernt? Wieso bin ich so intolerant? Aber ich glaube, für mich sind Unterschiede im Verhalten und damit Hürden in der Kommunikation vor allem dann ein Problem, wenn mir jemand nahesteht. Je lieber mir der Mensch, desto größer meine Erwartungshaltung und die Verletzung bei "Nichterfüllung".

  12. Alraune schreibt am 18. Januar 2010 um 06:12

    So große Erwartungshaltungen habe ich an andere zum Glück nicht. Klar nervt mich auch manches an anderen, aber entweder spreche ich das an, oder nehme es hin.
    Meine beste Freundin ist in vielen Dingen so dermaßen völlig anders als ich, und in manchen Dingen finden wir kaum einen Konsens. Trotzdem versuch keiner von uns beiden, den anderen zu ändern. Und das ist auch gut so. Das macht diese wunderbare Freundschaft aus, unter anderem.

    Marina hat es auf den Punkt gebracht.

  13. M.D. schreibt am 18. Januar 2010 um 07:29

    Was auch immer, wenn ich von anderen etwas erwarte, muss ich einfach meine Erwartung zurückschrauben. Am besten ich stelle wenig Ansprüche.
    Neulich hatte ich die Idee endlich mein eigenes Buch zum
    Kopieren zu bringen, es waren doch tatsächlich 31 Seiten lang,dieses es zu binden galt.Beim ersten Kopierladen, sagte man mir "Das geht nicht!"
    Doch ich wusste das es gelingen wird, weil ich es schon mal persönlich ausprobiert hatte. Mir war nur der Zugang zum eigenen Kopieren nicht möglich.Also muss man den anderen helfen,- wie es funktioniert, wird sich herausstellen. Da hatte ich im nächsten Shop schon viel zu kommunizieren, was nicht gerade eines meiner Stärken ist denn wenn ich etwas erklären will, kommt immer etwas anderes dabei heraus als ich eigentlich ursprünglich vorhatte.
    Doch es ist gut ausgegangen. Die Seiten stehen fein ordentlch, säuberlich nummeriet,mit Buchdeckel in Hochglanz zsammengestellt.
    "supercalifragelistigexpialigetisch"

  14. Monika schreibt am 18. Januar 2010 um 10:58

    Hallo zusammen und danke für eure gedanken zu dem thema!

    ich habe für mich erkannt, es ist kein zufall, welchen menschen ich begegne, sei es im beruf oder im täglichen leben, auch menschen, die mir was verkaufen oder von denen ich was kaufe - sie alle haben ähnliche energien wie ich, sonst würde ich sie nie treffen - denn alles ist energie...und ärgere ich mich über meine mitmenschen, frage ich mich - was hat das mit mir zu tun? und es hat immer was mit mir zu tun! diese menschen sind meine "arschengel" und auch ein geschenk! durch sie "erkenne ich mich selbst" und alles ist gut! - denn, was mich trifft, das betrifft mich...ich wünsche euch allen viele erkenntnisse über euch selber - beim umgang mit den mitmenschen! viel LICHT und LIEBE!
    herzlich Monika

  15. Martha schreibt am 18. Januar 2010 um 14:36

    Vorab ein herzliches Hallo für alle im Zusammenhang mit Umzug liebevoll Handwerkerumarmende----------genau das ist die einzige Möglichkeit-----kurz Dampf ablassen und dann nur noch aufrichtig lächelnd für alle Ausreden der Welt Verständnis haben!!!
    Den anderen an MEINEN Normen zum Krüppel formen---habe ich Jahrzehnte währende Erfahrungen ;-/ und vor wenigen Jahren endlich erlebt, dass mein Leben viel unkomplizierter ist, wenn ich jeden nach seiner Fasson glücklich werden lasse.Ich gerate aber immer mal wieder in Versuchung , mir andere zurecht biegen zu wollen ;-))

  16. WeirdSister schreibt am 19. Januar 2010 um 08:40

    @ Monika:

    Klar ist es völliger Zufall, welchen Menschen Du begegnest. Trotzdem haben sie natürlich dieselben oder ähnliche Energien wie Du, denn: Es geht den Menschen wie den Leuten. Sie müßte schon außerirdisch sein, wenn sie nicht ähnliche Energien hätten wie Du.
    Deine Reaktion auf alle Leute, denen Du begegnest, ist daher völlig normal: Es hat immer was mit einem selbst zu tun, wie man den Leuten begegnet. Das auch zu leben, ist dann prima!

  17. lilu07 schreibt am 19. Januar 2010 um 17:04

    wow, das passt ja mal wieder total das ich das gerade heute lese...
    All diese Fragen schwirren mir momentan auch durch den Kopf!

    Bei mir ist es auch so das ich mit harten Worten, agressiver Tonlage etc gar nicht mehr umgehen kann! Ich brauche ausgeglichene Menschen die sich nicht ständig ärgern,denn ich ärgere mich ja auch nicht ständig. Ich hinterfrage immer alles und konzentriere mich auf das positive! Das ist dann wohl meine Erwartungshaltung gegenüber anderen! Ich habe einige Freundinnen die genau gleich fühlen wie ich und da Harmonisiert alles! Die Menschen die mir jedoch am nächsten stehen fahren gern aus der Haut regen sich ständig auf und ich verzweifle weil ich meistens versuche alles in Hamonie zu halten, vieles hinnehme ohne etwas zu sagen, und natürlich finde ich es total unfair wenn man mich dann ständig kritisiert wegen lapalien!
    kann man das tatsächlich lächelnd betrachten wenn man mit sich selbst zufrieden ist? kann man dann über das gemecker wirklich drüber stehen ohne das man es als angriff sieht?
    glg lilu

  18. Weird Sister schreibt am 22. Januar 2010 um 06:42

    @lilu:

    Nö. Auch wenn man sich nicht aufregt, muß man aber doch Gemecker oder Kritik an der eigenen Person nicht kommentarlos hinnehmen, wenn sie nicht berechtigt ist. Wie Du dann reagierst, hängt von Dir ab: Ob Du Deinem Gegenüber sagst, daß man Kritik auch anders sagen kann als aggressiv oder wütend, oder ob Du eine witzige Bemerkung dazu machst, die paßt, oder....
    Verzweifel nicht, weil Du versuchst allen in Harmonie zu halten, sprich, sei bloß nicht harmoniesüchtig! Eine vernünftige Streitkultur gehört schon zum Leben (da wir, wie hier schon so oft bemerkt, nicht alle gleich sind), aber das heißt nicht, daß man sich streitet oder aggressiv wird, weil der andere nicht genauso handelt wie wir! Und das war der Ausgangspunkt hier!
    D.h. wenn Du andere so sein läßt, wie sie sind, willst Du auch, daß andere Dich sein lassen, wie Du bist. Und das müßtest Du den Leuten vielleicht klarmachen, und nicht alles hinnehmen und dazu lächeln.
    Versteh das nicht falsch, das ist keine Kritik, ich kenne Dich ja gar nicht. Ich kann Gemecker auch nur bedingt hinnehmen, es kommt immer drauf, wer was wie sagt. Aber zu, na sagen wir 70 bis 80 %, löst es sich, weil entweder ich oder der andere die Dinge relativieren können und ich wirklich die Leute meistens so nehmen, wie sie sind, denn - andere gibt es nicht (nach Adenauer).

  19. Verdi schreibt am 25. Januar 2010 um 20:37

    Das Thema passt für mich ganz, nur es trifft mich in meinem privaten Leben. Mein Partner, Rentner, (ich noch lange berufstätig), ist ständig unterwegs und auf Reisen.
    Ich finde es gut, dass er anders ist als ich, dass er viele Interessen hat und verreist. Nur unsere Partnerschaft leidet jetzt sehr darunter, weil ich ständig, am Wochenenden und auch an Feiertagen, allein bin.
    Solange die Andersartigkeit bei Bekannten, Kollegen, oder Chefs, ist, stört mich das nicht so sehr, weil ich da nicht unbedingt betroffen bin. Nur wenn ich, wie in meinem Fall, diese Andersartigkeit "am eigenen Leib" spüre, finde ich das nicht mehr lustig. Ich bin da voll und ganz betroffen. und jetzt sogar deprimiert, weil ständig alleine. Gespräche haben nicht geholfen, er will seine Rentner-Dasein voll auskosten. Was man macht da?
    Wie seht ihr das?

  20. windfrau schreibt am 31. Januar 2010 um 09:04

    diese denkanregungen von dir, ralf, empfinde als immer wieder wertvoll. sowohl dort, wo ich mich "wiederfinde" als auch dort wo sich etwas in mir auf"bäumt" und mächtig kratzt.
    im grunde genommen ist dort, wo es kratzt, oft der wichtigere hinweis verborgen, auch wenn ichs immer erst eine zeit nach meinem "aufjaulen" bmerke und sozusagen erstmal "verdauen" muß.

    und gerade die ärger-thematik paßt da gut dazu: oft ist der ärger schneller. die ursachenforschung bei mir setzt oft erst zu spät ein, nach einer cool-off phase sozusagen.

    alles in allem bemerke ich, daß ärger dann am längsten "kleben bleibt", wenn ich es nicht geschafft habe, in der situation selbst meine grenzen zu halten und grenzüberschreitungen (verbale und verhaltensmäßige) auf eine gute art zu halten und den "widersacher" auf eine halbwegs stimmige art auf "seine seite der grenze" zurückzuschieben.
    das meine ich auch "innerlich": wenn ich es nicht schaffe, das "sachliche" gut von meinem eigenen persönlichen, das getroffen und verärgert ist, zu trennen.
    und wenn ich entweder zu "heiß", also zu spontan-emotional oder aber auch zu "kühl", also nicht wirklich authentisch reagieren kann, aus welchen gründen auch immer.

    deine heutige frage regt mich wieder mal an, darüber nachzudenken, hinzuspüren und mich mit meinen vergangenen reiz-reaktionsmustern genauer auseinanderzusetzen. danke.