Grundlagen der Veränderungsarbeit
Von Sascha Ballach • 3 Kommentare
Immer mehr Menschen arbeiten an sich und ihrer Persönlichkeit, sei es, um sich Träume zu erfüllen, um Karriere zu machen, ihren Traumpartner zu finden oder einfach nur, um ein schöneres und glücklicheres Leben zu haben. Dabei findet jeder Veränderungswillige inzwischen fast unendlich viele Methoden und Ansätze, um sich zu verändern. Bei all den Angeboten übersehen viele allerdings eines: dass ein verändertes Leben in den meisten Fällen eine dauerhafte und langfristige Änderung des eigenen Verhaltens erfordert. Und darum geht es in diesem Beitrag.
Wähle einen guten (aber nicht unbedingt den optimalen) Weg
Vielleicht hast Du schon mal gehört, dass Deine Gegenwart das Ergebnis all Deiner Gedanken und Taten in Deiner Vergangenheit ist. Daraus folgt, dass Deine Gedanken und Taten von heute und morgen für Dein Leben übermorgen mitverantwortlich sind. Wenn Du mit Deinem Leben oder einem Teil davon nicht zufrieden bist, musst Du also heute Deine Handlungen und Gedanken ändern, um morgen ein besseres Leben zu erhalten.
Das hört sich erst mal leicht an und trotzdem fällt es den meisten schwer. Ich habe mir zum Beispiel vorgenommen, abzunehmen und im Juni an einem Triathlon teilzunehmen. Das Ziel ist mir also schon klar. Schwierigkeiten habe ich noch mit dem Weg, denn es gibt so viele mögliche Wege. Deswegen habe ich mich entschieden, einen Coach zu nehmen, der sehr viele von diesen Wegen kennt. Als er angefangen hat, mir all diese Wege zu erklären, habe ich ihn unterbrochen und ihm klargemacht, dass ich ihm, seinem Wissen und seinen Fähigkeiten vertraue und er mir einen Fitness- und Ernährungsplan erstellen soll und ich mich daran halte. Ich habe ihm noch ein paar Rahmenbedingungen genannt und den Rest überlasse ich ihm. Meine Aufgabe ist es jetzt, diesen Weg auch zu gehen.
Genau das empfehle ich Dir auch. Setze Dir als Erstes ein Ziel. Was möchtest Du gerne erreichen/verändern? Dann finde einen Weg, den Du gehen möchtest. Vielleicht machst Du es so wie ich und fragst jemanden, der sich damit auskennt. Oder Du recherchierst selber und sammelst Informationen zu unterschiedlichen Wegen. Du solltest Dir allerdings einen Termin setzen, bis zu dem Du Dich für einen Weg entscheidest. Wie oben schon erwähnt gibt es nahezu unendlich viele Möglichkeiten, Du wirst also im Zweifelsfall nie fertig mit Deiner Recherche. Irgendwas Neues findet sich immer. Setze Dir also am besten einen Termin, zu dem Du Dich für einen Weg entscheidest, und gehe diesen Weg, auch wenn Du Dir noch nicht sicher bist, ob es der beste Weg ist.
Ins Handeln kommen, auch wenn man sich noch nicht sicher ist
Eine Entscheidung zu treffen und loszugehen ist der wichtigste Schritt für erfolgreiche Veränderungsarbeit und Persönlichkeitsentwicklung. Das ist auch der Schritt, den die wenigsten wirklich gehen. Immer wieder lerne ich Menschen kennen, die schon sehr viele Bücher zum Thema Persönlichkeitsentwicklung gelesen haben und auch schon viele Seminare besucht haben. Sie wissen sehr viel und können oft auch anderen Menschen sehr gut weiterhelfen. Selbst kommen sie aber oft schwer vorwärts. Sie sind, aus welchen Gründen auch immer, nicht bereit oder in der Lage, wirklich aktiv zu werden. Sie setzen ihr Wissen nicht in die Tat um.
Falls mich so jemand fragt, was er/sie ändern kann, dann rate ich immer, was ich weiter oben schon gesagt habe. Bestimme Dein Ziel, wähle einen Weg und gehe diesen Weg, bis Du Dein Ziel erreicht hast.
Oft bekomme ich dann die Frage zur Antwort:
„Was ist, wenn mich der Weg nicht dorthin führt?“
Meine Antwort lautet dann ungefähr so:
„Erstens hast Du Dir sehr wahrscheinlich gut überlegt, welchen Weg Du gehen möchtest. Du hast andere Menschen gefunden, die diesen Weg schon gegangen sind und damit ein ähnliches Ziel wie Du erreicht haben. Daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch Du auf diesem Weg Dein Ziel erreichst.
Zweitens bist Du dann schon in Bewegung und merkst, ob Dich dieser Weg dem Ziel näher bringt. Solange Du nur darüber nachdenkst, kannst Du diese Erfahrung nicht machen. Erst wenn Du wirklich losgehst, erkennst Du, in welche Richtung der Weg wirklich geht.
Und drittens hast Du jederzeit die Möglichkeit, Deine Schritte in eine andere Richtung zu lenken und Dich so auf Dein Ziel abzustimmen.“
Regelmäßige Erfolgskontrolle motiviert
Eine regelmäßige Erfolgskontrolle solltest Du auf Deinem Weg fest mit einplanen. Überprüfe im Tages- oder Wochenabstand, wie viel näher Du Deinem Ziel gekommen bist.
Sei dabei geduldig mit Dir selbst. Es kann passieren, dass es Zeiten gibt, zu denen Du keine Veränderung feststellst. Das ist für viele der Augenblick, wo sie aufgeben oder sich entscheiden, einen anderen Weg zu gehen, und meistens hätte es gereicht, nur noch etwas länger durchzuhalten, und die gewünschten Veränderungen wären eingetreten. Sinnvoll ist es in so einer Situation, mit jemandem zu reden, der genau auf diesem Weg schon erfolgreich war. Vermutlich wird er Dir von ähnlichen Erfahrungen berichten können und Dir so Mut geben, dranzubleiben.
Raus aus Deiner Komfortzone
Wie weiter oben schon erwähnt, benötigst Du dauerhaft neue Gedanken und neues Verhalten, um Dich zu verändern. Für die meisten Menschen ist gerade das dauerhafte Ändern von Verhalten eher schwierig. Aus dem einen oder anderen Grund kommen wir immer wieder auf unser altes Verhalten zurück. Meistens ist die Angst vor Veränderung der Grund dafür. Unser Gehirn ist darauf programmiert, immer wieder das Verhalten zu erzeugen, welches bisher irgendwie funktioniert und zu unserem Überleben beigetragen hat. Für dieses Verhalten werden wir „belohnt“, für neues Verhalten „bestraft“.
Dein Verhalten, so, wie es bis jetzt war, hat aus Dir den Menschen gemacht, der Du bist. Du hast überlebt und das ist für die Programmierung in Deinem Gehirn das Wichtigste. Ob Du dabei glücklich warst oder nicht, ist dabei vollkommen egal. Das heißt, um Dir die Veränderung leichter zu machen, ist es hilfreich, wenn Du Deinem Gehirn beibringen kannst, dass neues Verhalten für Dich nicht schädlich ist, sondern Deinem Überleben dient. Dabei hilft Dir ein kleiner Trick, nämlich einfach in kleinen Schritten vorzugehen. Dein Verhalten immer wieder ein kleines bisschen zu verändern. Immer wieder ein kleines bisschen Deine Komfortzone zu verlassen. Je öfter Du das machst, umso mehr gewöhnt sich Dein Gehirn daran, dass neues Verhalten nichts Schlechtes, sondern sogar etwas Gutes ist.
Regelmäßig die Komfortzone zu verlassen hat dabei noch mehr Vorteile. Dadurch, dass Du es gewöhnt bist, immer wieder neues Verhalten zu zeigen, kannst Du auf neue Situationen sehr schnell und flexibel reagieren. Du bist es gewöhnt, immer wieder mit Dingen konfrontiert zu werden, die Du so nicht kennst, und hast daher einige Strategien gelernt, damit umzugehen. Das ist aber nur einer von vielen Vorteilen. Das Schöne dabei ist, dass das regelmäßige Verlassen Deiner Komfortzone nicht nur andere Wege der Persönlichkeitsentwicklung unterstützt, sondern gleichzeitig selbst ein Weg ist.
Noch einmal zusammengefasst:
- Überlege Dir, wohin Du willst.
- Wähle einen guten Weg zu Deinem Ziel, suche aber nicht nach dem optimalen Weg, weil Du sonst vielleicht nie losgehst.
- Geh schnell los und lerne auf dem Weg, was funktioniert und was nicht.
- Überprüfe regelmäßig, ob Du Deinem Ziel näher gekommen bist.
- Bewege Dich regelmäßig bewusst aus Deiner Komfortzone, um Deinem Gehirn beizubringen, dass Veränderung etwas Gutes ist.
So geht es noch einfacher mit der Veränderung.





Danke für diesen schönen Beitrag !
Die Idee mit dem Coach ist überlegenswert. Denn ich habe auch schon festgestellt: Man hat ein klar definiertes Ziel, hat es in gangbare Teilschritte aufgeteilt, aber man kommt einfach nicht ins Handeln. Warum, weiß man meist selbst nicht. Dabei wäre es oft so leicht, die kleinen aber beständigen Schritte in Richtung Ziel zu machen. Vielleicht
liegt es auch daran, dass man zu sehr auf den langen, steilen Weg schaut, anstatt auf den überschaubaren Weg zum nächsten Teilziel.
Viele Grüße
Lieber Sascha,
vielen Dank für den gelungenen, motivierenden Beitrag!
Liebe Lydia,
je größer das Ziel, desto länger und schwerer der Weg... Das Ziel in Etappen aufzuteilen ist eine gute Sache! Was mir hilft ist ein schriftlich festgehaltener Plan mit entsprechenden Teilschritten, für die ich mir eine realistische deadline setze. Für die Realisierung notwendige Termine oder to do's plane ich in meinem Kalender fest ein.
Und zu guter Letzt - erreichte (Teil-)Ziele werden gefeiert :) Oft hilft es auch Freunde mit an Board zu holen, die einen motivieren und das Händchen halten, wenn's mal nicht so läuft - aber auch anerkennend auf die Schulter klopfen, wenn man einen weiteren Schritt auf seinem Weg geschafft hat!
Vielleicht hilft dir das ja ein wenig... Viel Glück bei der Erfüllung deiner Ziele und Wünsche! :)
Herzliche Grüße,
Nadine
Hallo Lydia,
das mit den Zielen scheinst Du ja schon zu können, auch diese in Zwischenschritte zu zerlegen. Wenn Du magst, dann probiere jetzt mal folgendes aus:
1. Überlege Dir, warum Du das Endziel erreichen möchtest. Schreibe so viele Gründe auf wie möglich.
2. Wie wirst Du Dich fühlen, wenn Du das Ziel erreicht hast? Wie sieht Dein Leben aus? Stelle Dir die Situation so gut wie möglich vor. Achte dabei darauf, dass Du sie wie durch Deine eigenen Augen siehst. Erlebe Deine Zielerreichung und spüre wie toll es ist Dein Ziel erreicht zu haben.
Viele Grüße
Sascha