Zur Lage in Japan
Von Tania Konnerth • 4 Kommentare
In diesen Tagen gibt es wohl kaum jemanden, der nicht vor dem Fernseher sitzt, Radio hört oder im Netz auf die neuesten Infos klickt: ein verheerendes Erdbeben in Japan, ein zerstörender Tsunami und nun noch ein Atomunglück, dessen Ausmaß überhaupt nicht absehbar ist.
Wir alle, auch wenn wir nicht unmittelbar betroffen sind, müssen irgendwie mit all dem umgehen, was da passiert. Es sind wieder einmal Tage, die unser Leben beeinflussen werden – auf die eine oder andere Art. Wie schon beim 11.9. oder beim Tsnunami von 2004 und bei anderen Katastrophen solchen Ausmaßes sitzen wir an unseren Bildschirmen und verfolgen die schrecklichen Ereignisse. Wir fühlen und leiden mit den Menschen, wir bangen und hoffen, wir fürchten und weinen, wir sind geschockt und verstört. Uns geht nah, was wir sehen, es bewegt uns und wir müssen versuchen zu verarbeiten, was wir sehen und fühlen.
Aber wie?
In dem wir mit anderen reden. In dem wir teilen, was wir fühlen. Indem wir diese Ereignisse zusammen erleben. Indem wir auch über unsere Ängste sprechen, über unsere eigene Not. Vielleicht auch indem wir uns engagieren, in dem wir aktiv etwas tun.
Es ist im Kleinen wie im Großen: Wir können nicht beeinflussen, was außen geschieht, wir können immer nur etwas dafür tun, dass wir einigermaßen damit klarkommen.
Manch einer versucht das Ganze zu verdrängen („Ist ja so weit weg…“), andere sitzen stundenlang vor dem Bildschirm, auf neue Meldungen wartend.
Letztlich muss jeder seinen eigenen Weg finden, mit dem, was gerade geschieht, umzugehen. Aber eines gilt für uns alle: Wir müssen solche Ereignisse nicht allein erleben und verarbeiten. Überall um uns herum sind Menschen, die genau dasselbe erleben wie wir und in denen genau dasselbe vorgeht, wie in uns.
Wir können uns helfen, indem wir füreinander da sind – wenigstens ein bisschen.





Danke für den Beitrag, der das große Bild wunderbar umreißt.
Danke auch von mir für den bereichernden Beitrag und die Frage, wie ich damit umgehe und was ich tun kann, um die Informationen zu verarbeiten.
Wie ich damit umgehe: indem ich mir aus Quellen, die mir weiterhelfen wollen, Hilfe hole (zum Beispiel: zeit-zu-leben Portal): werde diesen Artikel an meine Bekannten weiterleiten.
Was mir plötzlich eingefallen ist - vielleicht ist das der Grund, warum im Gasthaus so viel über die Ereignisse, die in den Medien gesendet werden, so viel darüber geredet wird? Früher störte mich das, wenn ich jetzt darüber nachdenke, dann erleichtert mich die Vermutung, dass es so sein könnte und dann sehe ich jetzt dieses "darüber reden" mit anderen Augen.
Sehr herzlichen Dank für den Beitrag. Er hat mir die Augen für eine andere Sichtweise geöffnet.
Wie wär es mit einem konkreten Schritt. Wenn die Haushaltskasse es zulässt, einen Stromvertrag abschließen, der keinen Strom aus Atomanlagen und Kohlekraftanlagen enthält. Ist gar nicht so viel teurer.
Die Berichterstattung aus Japan finde ich abstoßend. Das ist keine Information mehr, sondern Medien-Terror. Immer wieder die gleichen Bilder und Szenen, Sondersendungen ohne konkreten Inhalt. Fast meint man, manche Medien wünschten immer noch schlimmere Ereignisse herbei. Angst machen, um den Umsatz oder die Zuschauerzahlen zu erhöhen.Es war schon am 11.9. und beim Tsnunami 2004 so.
Ich empfinde im Moment ein Stück Medienabstinenz noch am sinnvollsten. Was wollen wir denn machen, wenn hier bei uns wirkliche konkrete Gefahren drohen? Aber wahrscheinlich würden wir die dann gar nicht mehr bemerken.
Wirklich schrecklich was dort passiert ist, das kann man sich hierzulande gar nicht vorstellen.
Auf den Satellitenbildern sieht man die Folgen des Tsunamis deutlich ( http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,750623,00.html ).
Es zeigt sich das auch reiche Industrieländer wie Japan nicht sicher sind vor Naturkatastrophen.