Was tun, wenn andere Leute dichtmachen?
Von Gitte Härter • 14 Kommentare
Kürzlich habe ich über den inneren Rollladen geschrieben. Wie menschlich es ist, dass dieser Rollladen immer mal nach unten geht, wie sehr uns das aber auch einschränkt.
Ein aufmerksamer zeitzuleben.de-Leser hat mir gemailt: „Was kann ich denn tun, wenn der Rollladen bei einem anderen heruntergeht?“ Das finde ich eine ganz wunderbare Frage, und sie ist komplexer, als man auf den ersten Blick denkt.
Schauen wir uns zunächst einmal drei naheliegende, nützliche Reaktionen an:
→ Eine Frage zum Thema stellen
Als aufmerksamer Gesprächspartner bekommen Sie in der Regel mit, wenn ein Rollladen runtergeht: Meist sehen Sie es an der Mimik oder Sie hören es, wenn der andere kurz angebunden wird oder schroffer wirkt (was besonders am Telefon hilfreich ist).
Das Anti-Rollladen-Mittel der Wahl ist der Dialog. Bringen Sie Ihr Gegenüber zum Sprechen, indem Sie eine Frage zum Thema stellen. So können Sie auf der inhaltlichen Schiene herauskitzeln, was gerade los ist:
- „Was denkst du über …?“
- „Wie sind Ihre Erfahrungen zu …?“
- „Hast du eine Frage …?“
Wichtig: Stellen Sie eine Frage, deren Antwort Sie wirklich interessiert! Und: Hören Sie aufmerksam zu, auch wenn Sie das, was der andere sagt, nun Ihrerseits nicht besonders gerne hören.
Selbst wenn der Grund für den Rollladen ein emotionaler ist, können Sie durch Ihr ehrliches Interesse den anderen erreichen. Jeder Mensch schätzt es, angehört und ernst genommen zu werden. Sie zeichnen sich dadurch als guter Gesprächspartner aus und fördern auch in schwierigeren Situationen ein konstruktives Gespräch.
→ Ihre Beobachtung aussprechen
Eine weitere Möglichkeit ist es, auszusprechen, was Sie hören oder sehen:
- „Sie sehen aus, als möchten Sie etwas sagen …“
- „Jetzt bist du auf einmal irgendwie kurz angebunden …“
- oder, wenn die Situation entsprechend ist, auch etwas lockerer: „Hui! Jetzt kriege ich richtig Angst vor deinen Augenbrauen, so zusammengekniffen, wie die sind …“
Bestimmt kennen Sie Situationen, in denen man klar und deutlich sieht, dass der andere etwas hat. Man fragt: „Was ist?“, der andere sagt: „Nichts.“ Aber beide wissen, dass sehr wohl etwas ist. In dem Moment, wo Sie Ihre Beobachtung in den Raum stellen, und zwar nicht als Vorhaltung, sondern als freundlich-sachliche Bemerkung, bilden Sie Ihrem Gegenüber die Brücke, Klartext zu reden.
Ein ganz wichtiges Kommunikationsmittel ist dabei das Schweigen. Wir neigen viel zu oft dazu, zu viel zu reden. Gerade, wenn uns eine Situation als unangenehm erscheint. Wenn man merkt, dass der Gesprächspartner gerade einen Rollladen runterlässt, ist das so eine oft etwas unangenehme Situation: Denn jetzt werden wir oder das, was wir sagen, irgendwie zurückgewiesen.
Um so eine Sperre zwischen einander aufzuheben, ist es, wie gesagt, wichtig, den anderen zum Reden zu bringen. Damit wird ein Rollladen Schritt für Schritt wieder aufgezogen. Schweigen hilft Ihnen dabei, den anderen zum Reden zu bringen. Sie stellen also Ihre Beobachtung in den Raum und schweigen. Schauen Sie freundlich und erwartungsvoll, als ob jetzt etwas kommen müsste. Ich verspreche Ihnen, dass der andere das Schweigen füllen wird. Wenn er fertig geredet hat, entgegnen Sie nicht gleich etwas, sondern schauen weiter so, als ob noch was kommt. In der Regel kommt nämlich gleich noch etwas viel Wichtigeres hinterher … wenn Sie dem anderen die Zeit geben und nicht gleich gegenargumentieren.
→ Direkt darauf ansprechen
Manchmal merkt man überdeutlich, dass ein Rollladen runtergeknallt ist. Oft ist das der Fall mit Menschen unseres engeren Umfelds. Vielleicht geht es um ein Thema, bei dem Sie mit jemandem immer im Clinch liegen. Oder jemand fühlt sich von Ihnen gemaßregelt. Manchmal ist man es einfach müde, eine Sache wieder und wieder zu hören. Oder man kann jemanden einfach nicht leiden. Das ist nicht schön, aber genauso wenig, wie Sie jeden Menschen auf der Welt sympathisch finden, mag auch nicht jeder Sie und Ihre Ansichten.
Die Gründe für solche Rollläden sind ja vielfältig. Sie können also direkt auf Konfrontation gehen und dem anderen sagen, dass Sie den Rollladen „sehen“. Aber Vorsicht: „Konfrontation“ heißt nicht, dem anderen etwas vor den Latz zu knallen oder zu streiten. Es heißt, Sie sprechen eine Sache einfach direkt an.
- „Ich habe das Gefühl, du hast zugemacht …“
- „Stopp! Jetzt schotten Sie sich ab und hören nicht mehr richtig zu …“
„Ich-Botschaften“, also aus Ihrer Sicht zu formulieren, was Sie denken, sind im Regelfall eine gute Idee. Aber: Sie sind auch kein Muss. In persönlichen Gesprächen gibt es sehr wohl glasklare Situationen, wo man gerade bei einem runtergegangenen Rollladen mehr als deutlich erkennt, dass jemand sich abschottet. Insofern brauchen Sie keine Scheu vor dem direkten Ansprechen à la „Jetzt schottest du dich ab“ zu haben, wenn das anhand des Verhaltens eindeutig so ist. Es gibt auch Gesprächsmuster, die man gerade bei Menschen, die man besser kennt, eindeutig einordnen kann: etwa eine deutlich zur Schau gestellte Mimik-Mauer.
Ich bin meinem ersten Lebensgefährten seit Jahrzehnten dankbar, dass er mir mein Schweige-„Nichts ist!“-Schmollmauern abgewöhnt hat, indem er klipp und klar sagte: „Das geht so nicht! Du kannst mich nicht einfach anschweigen und vorwurfsvoll anschauen, wenn etwas ist. Ich kann nicht in Deinen Kopf reinschauen. Sprich mit mir!
Wichtig ist der Ton und Ihr Motiv. Es geht nicht darum, dem anderen ärgerlich Vorwürfe zu machen. Sondern es geht um Klartext mit dem Ziel, ins Gespräch zu kommen.
Nun lohnt es sich jedoch, hier weiter in die Tiefe zu gehen und sich zu fragen:
→ Warum ist es mir so wichtig, dass der andere seinen Rollladen wieder hochzieht?
→ Warum ist der Rollladen beim anderen überhaupt runtergegangen?
Warum ist es mir wichtig, dass der andere den Rollladen hochzieht?
Klar: Wir alle möchten wertgeschätzt werden. Doch gerade, wenn es um eine gefühlte Zurückweisung geht, hat das ja noch weitere Dimensionen.
Man muss nicht bei jeder Thematik alles ausdiskutieren. Und Sie müssen andere auch nicht missionieren. Zum Leben gehört auch dazu, dass Meinungen und Überzeugungen aufeinanderprallen. Meine älteste Freundin, mit der ich mich seit der Berufsschule fast wöchentlich treffe, und ich haben einige Themen, bei denen wir völlig konträr sind. Wir brauchen dabei aber auch keinen Rollladen, denn wir haben vor langer Zeit einfach akzeptiert, dass es Dinge gibt, bei denen wir ÜBERHAUPT nicht einer Meinung sind. Und es gibt sogar Themen, bei denen wir ein weiteres Gespräch einfach bleiben lassen, weil wir wissen, dass wir auf keinen gemeinsamen Zweig kommen.
Wenn Sie das dringende Bedürfnis haben, dass andere Sie und Ihre Meinung anhören und vielleicht sogar bestätigen müssen, dann überlegen Sie doch mal, worum es hier eigentlich geht.
→ Setzen Sie es gleich mit persönlicher Anerkennung (bzw. einer „Gesamtzurückweisung“ Ihrer Person), wenn bei jemandem der Rollladen runtergeht?
→ Ist es Ihnen unangenehm, mit einer Ansicht alleine zu stehen oder sich sogar gegen eine andere Ansicht zu stellen, und brauchen die Bestätigung des anderen, so dass ein Rollladen Sie in Ihrer Meinung verunsichert?
→ Sehen Sie so einen runtergegangenen Rollladen als Gefahr für die Ihnen so wichtige Harmonie?
Vielleicht haben Sie auch eine Person Ihres engeren Umfeldes, die mit dem Zurschaustellen des Abschottens ein Machtspiel treibt.
Das ist natürlich eine zu komplexe Sache, um sie in einem kurzen Artikel intensiv zu betrachten. Ich möchte Sie nur auf jeden Fall dazu anregen, sich einmal zu überlegen, warum es Ihnen so wichtig ist, dass der Rollladen bei einem anderen wieder hochgeht. Geht es hier um mehr als um das aktuelle Thema?
Warum ist der Rollladen beim anderen runtergegangen?
Abschließend gibt es noch einen weiteren interessanten Aspekt: Warum ist der Rollladen denn überhaupt runtergegangen? Wie im anderen Artikel beschrieben, sind einige typische Auslöser:
- Jemand sagt oder tut etwas, was wir nicht gut finden.
- Jemand verhält sich nicht erwartungsgemäß.
- Es geschieht jemandem Unrecht (oder es fühlt sich subjektiv so an).
- Man möchte etwas nicht hören.
- Jemand vergreift sich im Ton.
- Man glaubt zu wissen, was „gleich kommt“.
Bei fast allen dieser Auslöser spielt die Beziehung zueinander auch eine Rolle. Das heißt gleichzeitig, dass Sie das positiv beeinflussen können.
Nehmen wir an, Sie haben eine besserwisserische Art. Damit meine ich nicht, dass Sie ein Besserwisser sind, sondern dass Sie beispielsweise die Angewohnheit haben, so zu formulieren, dass es besserwisserisch beim anderen ankommt:
- „Das hätte ich dir gleich sagen können, dass …“
- „Das weiß doch schon ein kleines Kind, dass …“
- „Ich weiß genau, was du tun musst …“
Dahinter stecken vielleicht die besten Absichten: Sie möchten anderen wirklich gerne helfen und mit praktischem Rat zur Seite stehen. Doch die Art, wie Sie das tun, löst bei anderen den Rollladen aus.
Oder: Ein Freund will sich selbstständig machen und hat sehr naive Vorstellungen. Immer, wenn Sie wichtige Kritikpunkte äußern und vorschlagen, den Plan nochmal genauer zu überdenken, geht sein Rollladen runter. Hier kommen Sie beide nicht weiter, wenn Sie nicht ergründen, worum es hier geht.
Manchmal ist es etwas verhältnismäßig Klares, was einfach mal zur Sprache kommen muss.
Wenn Sie wissen, dass Ihre Formulierungen es dem anderen so schwer machen, Ihren Rat überhaupt anzuhören, oder dass sich Ihr Freund einfach nur mal grundsätzlich sicher sein möchte, dass Sie seine Pläne nicht grundsätzlich abtun oder schlechtreden, sondern an ihn glauben und ihn unterstützen – durchaus mit Vorschlägen und Kritik –, dann gehören solche automatischen Rollläden schnell der Vergangenheit an und miteinander zu reden (und angehört zu werden!) wird möglich.







Klasse Artikel. Das wollte ich nur mal loswerden. :-)
LG,
Martina Hildebrand
Liebe Gitte, Sie haben mit viel Achtsamkeit die Gründe erkannt und sehr hilfreich in Form gebracht.
Ich bin seit vielen Jahren eine aufmerksame Leserin und freue mich immer auf den Sonntagmorgen.
An dieser Stelle einmal mehr ein grosses Danke für Sie und Ihren Partner, dass Menschen durch Sie erkennen, das immer die "Zeit zum Leben" ist.
Herzliche Grüsse
Evelyn-Alice und
vom gesamten Life in Balance Team Mallorca
www.life-in-balance-mallorca.com
Ein phaszinierend ernüchternder und gleichsam liebevoller Artikel, der Hoffnung gibt, aufweckt und praktisch ist. Manche Menschen, wie Sie zum Beispiel, Frau Härter, wissen einfach wie man so etwas treffend formuliert.
Unbeschreiblich hilfreich und so wahr.
Vielen, vielen Dank.
S. Holubicka
Dankeschön, Frau Hildebrand. Das freut mich sehr! :-)
Rolläden (mit zwei oder 3 L?) Scheuklappen und Ingnoranz sind leider öfters zu viel vorhanden. Ich schreibe über das Thema auch ab und an in meinem Blog und manchmal bin auch ich es der zu gemacht hat - toller Beitrag
Hallo Hody, danke für das schöne Feedback und Ihre Ansicht dazu. Das ist wirklich ein sehr vielseitiges Dauerbrennerthema - wohl bei allen.
Und ja: Rollläden mit drei "l" ist richtig, früher waren es zwei (ich musste mich selbst ständig korrigieren)
Sehr inspirierender Beitrag ! Habe gleich mal in Ihre Webseite "reingeschnuppert" und finde sie wirklich interessant. Werde mit Sicherheit öfters "vorbeischauen " :-).
Vielen Dank für die tollen Anregungen.
Viele Grüße
Sylvia Grabowski
Habe den Beitrag mit großem Interesse gelesen!
Ungeachtet der Tatsachen warum und wieso, ist es doch ein herrlicher Spiegel für einen selbst. Auf alle Fälle, darf aber den Rollladen nicht persönlich genommen werden, da wir ja nicht wirklich die Ursache wissen können. Auch auf Nachfrage muss nicht der wirkliche Grund kommen - also immer gelassen bleiben - vielleicht geht er ja im nächsten Moment wieder rauf..
Guten Morgen und danke für den sehr schönen und umfassenden Artikel!
Mir fiel beim Lesen gleich meine jüngste Schwester ein, die 15 Jahre jünger ist als ich (ich bin 45). Wir haben leider nicht so ein offenes gutes Geschwisterverhältnis, wie ich es zu meiner anderen Schwester habe. Vielleicht liegt es am Altersunterschied, aber das glaube ich nicht wirklich. Wir interessieren uns beide für sehr vieles und es gibt viele Überschneidungen. Es sind also durchaus Gesprächsthemen vorhanden. Sobald aber persönliche Themen ins Spiel kommen, gehen bei meiner Schwester die Rollläden runter und es gibt eisiges Schweigen und nichts kommt mehr.
Das verunsichert mich, auf der anderen Seite macht es mich traurig, weil ich von ihr sehr wenig weiß und ihr dadurch auch nicht näher kommen kann. Wir sehen uns nur selten und ich finde diese nicht endende Fremdheit so schade.
Vielleicht werfe ich dann auch die Flinte zu schnell ins Korn. Find es schade, wenn man das Gefühl hat, sich egal zu sein, keinen wirklichen Draht zu finden. Dabei haben wir die selben Wurzeln.
Werd die Tipps einfach mal ausprobieren beim nächsten Zusammensein :))
Entspannten Sonntag an Alle!
Hallo,
auch ich finde ein toller Artikel. Für mich ist der Artikel eine Art Spiegel. Als Geschäftsführer treffe ich regelmäßig auf Rollladen-Situationen bei Mitarbeitergesprächen. Der Artikel bietet interessante Lösungen an, die ich ausprobieren werde.
Es wird mir schwer fallen nicht gleich gegen zu argumentieren oder zu schweigen. Aber es ist nachvollziehbar, dass es der bessere Weg ist, wieder eine funktionierende Kommunikation aufzubauen.
Schönen erholsamen Sonntag!
Aber was kann man tun,wenn der andere sich abschottet,weil er oder sie grade nciht darüber sprechen vermag? Weil es grade ein unpassender Ort/Zeit dafür ist.Oder man ausversehen auf einmal zu tief in die privatsphäre getreten ist. Was wenn aus einem "Ich muss mit jmd reden,weil ich nicht kann..." ein: " Das ist meine Sache,ich muss damit allein klar kommen" wird?
Ihc hab das ganze bis jetzt so gelöst,dass ich auf den ag warte,an dem er oder sie Zeit hatte u bereit war sich mir gegenüber wieder zu öffnen,statt nachzufragen.
Verhalte ich mich richtig?
LG
Hallo Caro, wenn du dich schuldig fühlst, dann entschuldige dich einfach, aber von Herzen. Dann könnte auch ein Dialog folgen. Wenn nicht, dann kannst du es nicht erzwingen, aber du hast es wenigstens versucht. Weiterhin würde ich künftig achtsamer sein und Privates nur ansprechen, wenn es von deinem gegenüber kommt.
LG Bianka
Super Artikel!
Mich hätte noch mehr der Aspekt der Abschottung als Machtspiel interessiert. Ich habe mit einer Person in meinem Umkreis schon länger das Problem der Abschottung. Alle Versuche, den Rollladen wieder hochzuziehen scheiterten. Daher fand ich den Aspekt des Machtspiels sehr interessant - aber auch sehr traurig, wenn es denn ein Machtspiel wäre.
Vielleicht werden wir bald noch mehr dazu lesen können?
LG CaRo
Hallo zusammen,
vielen Dank! Ich freue mich, dass der Artikel interessant für Sie ist und dass Sie die Tipps ausprobieren. Das ist eh mit das Wichtigste, finde ich: sich immer auch selbst zu hinterfragen (im positiven Sinne), sich auszuprobieren, zu erkennen "Wann ich bin ich selbst auch hin und wieder so" ...
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@Evelyn-Alice
Dankeschön für das Kompliment - das gebührt allerdings Tania und Ralf, die zeitzuleben.de machen. Ich bin gerade "nur" Gastautorin. :-)
@Christine
Ja, probieren Sie es einfach mal mit interessiertem Nachfragen. Je nachdem, wie Ihre Beziehung zueinander ist, sagen sie Ihrer Schwester doch einfach offen, wie es Ihnen geht: "Ich würde Dir gerne näher kommen, doch manchmal habe ich das Gefühl, bei persönlicheren Dingen geht eine Schranke runter ..." (oft reicht es, das anzustupsen bis eine Antwort kommt). Ich habe schon oft gehört, dass es unter Geschwistern manchmal ein schwieriges Verhältnis gibt, weil alte Geschichten - Bevorzugung, Rivalitäten mit Eltern etc. - immer noch nachhängen. Vielleicht ist sowas ja bei Ihnen auch ein Thema?
@Caro:
Das ist eine schwierige Situation - und es ist auch etwas schwierig, ohne Sie/die Person/die andere Situation genau zu kennen.
Grundsätzlich gibt es immer "solche und solche". Ich zum Beispiel bin so jemand, der lieber die Dinge mit sich selbst ausmacht. Andere hingegen reden lieber mit jemandem oder brauchen sogar den Austauscht.
Ich denke, wichtig ist hier, dass sich beide Gesprächspartner darüber klar werden, wo hier die gegenseitigen Grenzen sind. Denn wenn Sie mir gerne bei einem Problem helfen würden, ich aber nicht reden möchte, wäre das für uns beide in Ordnung, wenn wir wissen, woran wir sind. Dann fühlte ich mich nicht bedrängt ... und Sie sich nicht zurückgewiesen oder/und hilflos.
Wenn Sie das Gefühl haben, jemandem zu nahe getreten zu sein, würde ich es in dem Moment, wo ich es merke, einfach sagen. Oder im nachhinein, wenn Sie befürchten, der andere hat sich bedrängt gefühlt/es war zu persönlich.
Ansonsten ist das Dasein-signalisieren und abwarten bis der andere kommt (wenn er denn kommt) eine gute Sache.
@CaRo
Ja, das Schweigen als bewusstes Machtspiel ist ein sehr wichtiges Thema ... und sehr komplex. Ich kann Ihnen dazu das Buch "Emotionale Erpressung: Wenn andere mit Gefühlen drohen" von Susan Forward empfehlen.