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Systemaufstellungen als Selbstcoaching-Instrument

Von Ralf Senftleben21 Kommentare

Bestimmt haben Sie schon von System- oder Familienaufstellungen gehört. Das ist eine therapeutische Maßnahme, um ein Problem besser zu verstehen und neue Lösungsansätze zu finden. Das Ganze funktioniert, indem man die eigenen Beziehungen zu all den Menschen sichtbar macht, die irgendwie mit einem Problem zu tun haben.

Konkret funktionieren Systemaufstellungen so:

Und durch die Aufstellung und die Fragen und Antworten entstehen oft erstaunliche Erkenntnisse, die dem rationalen Verstand so nicht zugänglich gewesen wären.

Fragen Sie mich nicht, warum das funktioniert, aber bei so einer Aufstellung erkennt man tatsächlich oft Muster, Glaubenssätze oder alte Wunden, die man von alleine nicht gesehen und bemerkt hätte.

Aufstellungen sind eine wirklich mächtige therapeutische Möglichkeit. Wenn sie gut gemacht sind und wenn der Aufstellungsleiter weiß, was er tut. Was leider oft nicht der Fall ist, aber das ist ein anderes Thema.

Für Aufstellungen braucht man andere Menschen

Der große Nachteil an solchen Aufstellungen ist, dass man immer eine größere Gruppe von Stellvertretern parat haben muss, wenn man ein Problem genauer beleuchten will.

Und wenn man so wie ich ein bekennender Selbstcoach ist, dann will man das mit den Aufstellungen auch mal alleine hinbekommen. Deswegen habe ich ein bisschen experimentiert und ich bin im Selbstversuch tatsächlich zu ganz passablen Ergebnissen gekommen.

Das Ganze funktioniert so: Statt mit menschlichen Stellvertretern zu arbeiten, benutzen Sie als Stellvertreter für Ihre Aufstellung Figuren.

Zum Beispiel:

Wenn Sie Geld investieren möchten: Es gibt sogar einen Anbieter in Österreich, der Figuren für Aufstellungen im Einzelcoaching anbietet, die kann man auch benutzen.

Low-Budget-Aufstellungsfiguren selbst basteln

Ich habe mir für meine Experimente und für diesen Artikel hier einfach aus Papier kleine Aufstellungsfiguren gebastelt.

Das geht so:

Nehmen Sie sich dazu einfach ein A4-Blatt Papier, falten Sie das Papier 5-mal jeweils in der Mitte, so dass 32 Rechtecke entstehen. Dann markieren Sie das Papier so, wie Sie es in der folgenden Grafik sehen:

Aufstellung Bild 1

Die gestrichelten Linien schneiden Sie und die durchgezogenen Linien falten Sie.

Aufstellung Bild 2

Nach jedem Falten haben Sie dann jeweils einen kleinen Aufsteller.

Aufstellung Bild 3

Dann noch jeweils eine Figur auf die kleinen Papieraufsteller draufkritzeln, die irgendwie menschenähnlich ist, und schon haben Sie Figuren für sich und Ihre Stellvertreter:

Aufstellung Bild 4

Aufstellung Bild 5

Aufstellungen in Heimarbeit

So, jetzt wissen Sie, wie Sie Stellvertreterfiguren erstellen. Jetzt können wir mit der eigentlichen Aufstellung anfangen.

Schritt 1:

Zuerst wählen Sie ein Problem, das Sie besser verstehen möchten und für das Sie Lösungsansätze suchen.

Zum Beispiel:

Haben Sie Ihr Problem ausgewählt? Prima, dann kann es weitergehen.

Schritt 2:

Schreiben Sie bitte auf, was Sie anstelle des Problems haben wollen. Definieren Sie also ein Ziel. Fragen Sie sich:

Das Festlegen eines Ziels ist sinnvoll, damit Sie sich nicht zu sehr auf das Problem versteifen, sondern eher ziel- und lösungsorientiert an Ihre Aufstellung herangehen. Sonst kann es schnell passieren, dass man sich gedanklich in seinem Problem verheddert. Richten Sie Ihren Fokus also darauf, was Sie wollen, und nicht so sehr darauf, was Sie nicht mehr wollen.

Schritt 3:

Suchen Sie sich dann einen Ort, an dem Sie die Figuren aufstellen können. Vielleicht einen freien Tisch. Oder Sie setzen sich auf den Teppich.

Schritt 4:

Als Nächstes malen Sie sich eine Figur auf einen der Papieraufsteller, mit der Sie sich selbst darstellen. Malen Sie auf diese Figur noch einen roten Punkt, damit Sie sich selbst später von den Stellvertretern unterscheiden können.

Stellen Sie Ihre Figur (die mit dem roten Punkt) in die Mitte Ihrer Aufstellungsfläche (also zum Beispiel auf den Tisch).

Schritt 5:

Zeichnen Sie nun weitere Figuren und stellen Sie diese dazu. Wenn Sie möchten, können Sie auch den Namen der Person auf den Papieraufsteller schreiben.

Welche Personen diese Figuren repräsentieren, das hängt von Ihrem zu lösenden Problem bzw. von Ihrem Ziel ab.

Fragen Sie sich hier:

Hier zählen auch Menschen aus Ihrer Vergangenheit, die vielleicht bereits gestorben sind oder mit denen Sie keinen Kontakt mehr haben.

Oft werden das Familienmitglieder sein, Ihr Vater, Ihre Mutter, Geschwister, Onkel, Tanten oder Kinder. Es können aber auch Bekannte, Kollegen oder Vorgesetzte sein.

Wenn Sie unser Selbstcoaching-Programm mitgemacht haben, dann fragen Sie sich bestimmt, ob man auch innere Personen/Persönlichkeitsanteile aufstellen kann. Die Antwort lautet: auf jeden Fall. Für die Arbeit mit inneren Personen eignet sich diese Vorgehensweise sehr gut. Man kann bei einer Aufstellung sogar innere Personen und reale Personen mischen (zum Beispiel: Was sagt wohl meine Bequemlichkeit zu meinem Bruder?).

Und wo genau stellen Sie die Stellvertreterfiguren hin? Lassen Sie sich hier ganz von Ihrem Gefühl leiten. Stellen Sie die Figuren da hin, wo sie Ihnen richtig erscheinen. Probieren Sie auch ruhig unterschiedliche Positionen aus, indem Sie die Figuren hin und her schieben. Auch die Blickrichtung, in die Ihre Aufsteller schauen, wählen Sie intuitiv aus. Aus der von Ihnen gewählten Position wird sichtbar, wie Sie die Beziehung zu dieser Person empfinden.

Schritt 6:

Haben Sie alle Figuren aufgestellt, die für Ihr zu lösendes Problem/Ihr Ziel eine Rolle spielen? Dann kann es weitergehen …

Schauen Sie einmal aus Ihrer neuen, distanzierten Perspektive auf die Aufstellung. Aus der Art, wie Sie sich selbst zu den anderen Figuren positioniert haben, wird sichtbar, wie Sie die Beziehung zu dieser Person empfinden. Und auch die Positionen der einzelnen Stellvertreter zueinander und zu Ihrem Aufsteller kann viel über das Beziehungsgeflecht aussagen. Fragen Sie sich nun einmal ganz bewusst, warum Sie jede einzelne Figur so aufgestellt haben, wie Sie sie aufgestellt haben. Was sagt die Anordnung der Figuren für Sie aus? Hier können Sie zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen kommen: Vielleicht steht ganz buchstäblich etwas zwischen Ihnen und Person X. Oder vielleicht sehen Sie nun ganz klar, wie sich jemand abwendet, dem Sie eigentlich so nah sein möchten. Aber: Suchen Sie nicht verzweifelt nach einer tieferen Bedeutung. Vielleicht ist ja auch einfach alles in Ordnung in Ihrem Beziehungsgeflecht.

Zudem können Sie jetzt auch den einzelnen Stellvertreterfiguren, aber auch Ihrer eigenen Figur, Fragen stellen. Und erstaunlicherweise werden Sie meistens wissen, was die Person antworten würde. Vertrauen Sie hier Ihrem Gefühl und analysieren Sie nicht zu viel. Geben Sie Ihrer Intuition Raum und lassen Sie sich auch auf ungewöhnliche Antworten ein. Und oft sind das Antworten, die Sie überraschen werden. Durch die neue Perspektive entsteht dann Einsicht und oft sogar eine neue, versöhnliche Perspektive auf Ihre Situation.

Fragen, die Sie an Ihre Figuren richten können, sind:

Sie müssen natürlich nicht all diese Fragen an jeden der Stellvertreter stellen. Und wenn Ihnen andere Fragen einfallen, dann stellen Sie diese unbedingt. Gehen Sie auch bei der Auswahl der Fragen nach Intuition und Gefühl vor.

Stellen Sie die Fragen und horchen Sie in sich hinein, welche Antworten in Ihrem Kopf entstehen. Und wenn Sie eine interessante Erkenntnis gewinnen, dann schreiben Sie Ihre Einsicht am besten sofort auf.

Schritt 7:

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie keine neuen Erkenntnisse gewinnen können, dann ziehen Sie bitte noch ein Fazit Ihrer Aufstellung. Dazu beantworten Sie sich selbst wieder eine Reihe von Fragen.

Ein Warnhinweis: Diese „Do it yourself“-Aufstellung hat nicht ganz die gleiche Intensität wie eine Aufstellung mit richtigen Menschen. Aber auch die Aufstellung mit Figuren kann einiges bewirken, was Sie nicht erwarten. Deswegen ist es wichtig, dass Sie für dieses Experiment psychisch hinreichend stabil sind. Wenn Sie gerade in Therapie sind oder darüber nachdenken, eine Therapie zu beginnen, dann möchte ich Ihnen hier abraten, alleine mit diesen Aufstellungen zu experimentieren.

Beenden Sie Ihre Mini-Aufstellung immer mit einem Fazit. Idealerweise legen Sie auch immer die nächsten Schritte fest, die Sie gehen wollen, um die neuen Erkenntnisse zu nutzen. Und am besten gehen Sie auch immer gleich einen kleinen Schritt, um sich selbst zu zeigen, dass Sie es ernst damit meinen, das Problem zu lösen bzw. das Ziel zu erreichen.

Das war es auch schon. So funktioniert so eine selbstgemachte Aufstellung. Ich hoffe, Sie haben mit dieser Selbstcoaching-Methode viele spannende Erkenntnisse.

  1. Silvia Diefenbach schreibt am 17. Juli 2011 um 07:41

    hallo,
    diesen artikel finde ich super gut. weil er genau heute zu mir passt.
    was ich noch ganz gut finde, ich kann die artikel die zu mir passen auch umsetzen. sie haben hand und fuß.
    vielen dank.
    liebe grüße
    silvia

  2. Anne schreibt am 17. Juli 2011 um 08:55

    Vielen Dank für diese tolle Idee. Die vorgeschlagenen Fragen in 6 finde ich sehr gut!
    Wenn man so eine Miniaufstellung "richtig" machen will, ist es wichtig, alles genau aufzuschreiben, und das schreckt mich doch ziemlich ab (das Problem, über das ich nachdenken will, ist nämlich meine Antriebslosigkeit!!). Hoffentlich kann ich mich so weit motivieren, zumindest anzufangen. Oder der richtige Zeitpunkt ist eben noch nicht da.

  3. Soheila Mojtabaei schreibt am 17. Juli 2011 um 08:56

    Guten Morgen,
    herrlich, kreativ, einfach verständlich, effektiv, schnell erreichbar und machbar. Alle Achtung:-)))

    Eine gute vertraute FreundIn kann vielleicht dabei hilfreich sein.

    Danke, das hat mir Spaß gemacht, den Artikel zu lesen.

    Mit besten Wünschen

    Soheila

  4. richard schreibt am 17. Juli 2011 um 09:11

    Guten Morgen...

    eine wirklich schöne Beschreibung für einen persönlichen Entwicklungsprozeß. Sehr pragmatisch, überschaubar - da kann ich selbst als NLP-ler noch einiges für mich /meine Kunden mitnehmen (z.b. auch für das Re-Imprinting)

    Gute Wünsche

    richard

  5. susanne schreibt am 17. Juli 2011 um 09:11

    sehr hilfreicher beitrag! kenne das prinzip aus einer erlebten aufstellung und habe genau solche fragestellungen zum abfragen einer situation oder sachlage schon länger gesucht. werde es gleich heute mit einer freundin probieren. DANKE!

  6. Petra schreibt am 17. Juli 2011 um 09:48

    Interessanter und kreativer Vorschlag, der bestimmt viele Leute anspricht. Als Systemische Therapeutin kann ich aber nur die Aussage unterstreichen: "Aufstellungen sind eine wirklich mächtige therapeutische Möglichkeit. Wenn sie gut gemacht sind und wenn der Aufstellungsleiter weiß, was er tut. Was leider (viel zu) oft nicht der Fall ist..." Da das auch gilt, wenn man Do-it-yourself arbeitet , gehört der Warnhinweis nach oben.

    Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag noch!

  7. Sonja schreibt am 17. Juli 2011 um 10:02

    Guten Morgen,

    aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wirklich eine sehr gewinnbringende Sache -> in jeder Hinsicht! Ich wähle gerne verschiedene Stofftiere, die oftmals, wenn intuitiv gewählt, auch so manches verraten ;-).

    Danke,immer wieder ein Genuß zu lesen !!

    Beste Grüße,

    Sonja

  8. Doris Strothmann schreibt am 17. Juli 2011 um 10:32

    Hallo,

    Playmobilfiguren sind für eine Aufstellungsarbeit perfekt geeignet. Schon bei der Auswahl der einzelnen Figuren wird manches sichtbar.
    Da auch meine Figuren vor langer Zeit in alle Winde verstreut wurde, habe ich auf Flohmärkten und Basaren mitlerweile eine ganze "Therapiegruppe" zusammengetragen. Hat mir viel Spaß gemacht danach zu stöbern. Bei Flohmarktpreisen von 0,50€ - 1.-€ vergrößert sich meine Truppe auch ständig.
    Nach einem Bad in der Spülmaschine steht dem Einzug in die Praxis nichts mehr im Wege.

    Viel Spaß und Erfolg beim Stöbern.

    Bei der Gelegenheit möchte ich noch ein herzliches Dankeschön loswerden.
    Zeit zu Leben begleitet mich schon einige Jahre, verschönt mir jeden Wochenbeginn und ist eine Quelle der Inspiration.Etliche Anregungen haben meine Arbeit als Hypnosetherapeutin berreichert.

    Schönen Sonntag
    LG
    Doris Strothmann

  9. Walter Lenz, POh.D. schreibt am 17. Juli 2011 um 10:42

    Walter Lenz, Ph.D.
    HP f. Psychotherapie
    Rüsselsheim

    Dieses Verfahren verwende ich seit geraumer Zeit sowohl im familiencoaching als auch in der Einzeltherapie.
    Dabei bitte ich die Klientinnen und Klienten Fotos von den Personen mitzubringen, die in ihrem System eine Rolle spielen und mit denen es zu arbeiten gilt.
    Die Klienten und Klientinnen werden gebeten, ihre Aufstellung auf einem großen weißen Flipchart-Blatt vorzunehmen und sie tun dies, indem ich sie alleine lasse. Wenn sie fertig sind, bitten sie mich hinzu und beschreiben ihre Aufstellung.
    Im Anschluss fologen dann gesprächs-, verhaltens- oder hypnotherapeutische Sitzungen, um die zur Sprache gekommenen Dinge aufzuarbeiten.
    Wenn gewünscht, kann auch eine Entspannungsübung oder einfach eine Viertelstunde Entspannung auf der HHP-Liege erfolgen.
    Keine Therapie kann Wunder wirken oder Knflikte im Nu lösen. Trotzdem bleibt festzustellen, dass diese Art des Vorgehens mit verschiedenen Therapiemethoden und -schritten bereits nach kurzer Zeit erstaunliche Erfolge aufweist.

  10. Walter Lenz, POh.D. schreibt am 17. Juli 2011 um 10:45

    P.S. Bei Verwendung der HHP-Liege bitte darauf achten, dass z.B. bei Programm 1 auf ein niedriges Energieniveau und auf lange Intervalle geachtet werden muss. Nur dann kann eine Beruhigung eintreten.

  11. Gabriele schreibt am 17. Juli 2011 um 12:06

    Seit Wochen rätsele ich an einem familiären Problem.
    Mit diesem Artikel habt Ihr mir einen Weg zu einem Lösungsansatz mitgegeben.
    Vielen Dank - gerade zum richtigen Zeitpunkt.

  12. emma-edith schreibt am 17. Juli 2011 um 12:26

    Hallo,

    ich habe vor zig Jahren mal mit Freundinnen und auch mit meinem Ehemann (einfach so) mir ein Spiel ausgedacht, male mal Deine Familie auf.
    Bei den Freundinnen kam dann einiges zum Lächeln heraus.
    Leider habe ich die Tragweite der Zeichnung meines Ehemannes damals nicht erkannt.
    Seine Familie war nur seine Herkunftsfamilie.. während ich andere Vorstellungen hatte.
    Danke für diese Anregung, hilft mir vielleicht den Schlußstrich zu ziehen.

    emma-edith

  13. Romana Boldt schreibt am 17. Juli 2011 um 12:52

    Hallo,

    ja, eine gute Methode, mit der ich auch gerne arbeite: Allerdings in einer erweitertn Form: Wichtig ist dabei, das Ziel immer mit auszustellen. Wenn die aktuelle Situation gestellt und festgehalten ist, geht man den nächsten Schritt und stellt die Wunschsituation auf. Auch hier fragt man die einzelnen aufgestellten "Teile" wieder ab. Dabei sind weitere Veränderungen die Regel.
    Auch das wird nun festgehalten und man hat einen wunderbaren Vergleich von Ist und Soll, aus dem man weitere Erkenntnisse ziehen kann.
    Man ist übrigens bei den aufzustellenden Teilen nicht auf Personen beschränkt. Man kann durchaus z. B. auch fehlendes Selbstvertrauen, die eigene Zurückhaltung oder was auch immer mit aufstellen, wenn es für das zu lösende Problem eine Rolle spielt.

    Romana

  14. Regula Schäppi schreibt am 17. Juli 2011 um 17:00

    Einfach nur Genial vielen vielen Dank R. Schäppi

  15. Sylke Hörhold schreibt am 17. Juli 2011 um 17:34

    Hallo und guten Tag

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich arbeite in meiner psychotherapeutischen Praxis sehr viel mit Aufstellungen. Es ist wirklich unglaublich, was da an innerem und unbewussten Wissen freigelegt werden kann und zu Lösungsansätzen führt.
    Der "Help Your Self" Methode sind jedoch so enge Grenzen gesetzt, dass ich sie nur bedingt weiter empfehlen kann. Gerade wenn wir in einem Problem gefangen sind, ist es schwer sich an eigenen Haaren aus dem Sumpf zu ziehen.
    :(
    Die Investition in einen guten Therapeuten (es bedarf oft nur weniger Sitzungen) halte ich da für günstiger und effektiver.
    Oder aber der spielerische Ansatz mit ein paar guten Freunden, die ebenfalls mit dem systemischen Aufstellen vertraut sind. Hauptsache es ist jemand dabei, der die Außensicht mit einrbingen kann.
    Das bringt gute Ideen für Lösungen und auf jeden Fall für alle ein gutes Gefühl, dass es für alles eine Lösung gibt.
    :)

    Herzlich

    Sylke

  16. Adelheid Klafke schreibt am 17. Juli 2011 um 22:57

    Hallo,
    arbeite mit kleinen Zetteln, auf die ich Namen, Ereignisse, Traumen, Gefühle etc. schreibe. Das funktioniert sowohl für Klienten als auch für mich. Für mich selbst wende ich es für "kleinere" Probleme an und erkenne dadurch Zusammenhänge, Ursachen oder Blockaden, die ich anschließend lösen kann. Es zeigt manchmal auch neue Möglichkeiten auf und erweitert den Horizont.

    Gruß

    Adelheid

    • Gina Gashi schreibt am 18. Juli 2011 um 10:03

      Das ist wieder ein toller Artikel!

      Ich freue mich darüber, daß die Methode der Aufstellungsarbeit immer mehr Raum findet.
      Nachdem ich 2004 erstmals an einem dreitägigen Aufstellungsseminar teilnahm, habe ich mich im selbstcoaching witerhin damit befasst und auch mit Freunden und meiner Schwester in so mancher Aufstellung viele Dinge lösen und weiterbringen können.
      Bei den Aufstellungen verwenden wir intuitiv verschiedene Dinge aus dem Raum in dem wir uns dann grade befinden
      (zB Wasserflaschen, Kissen, Edelsteine, Vasen usw.)

      Praktisch sind auch Marionettenpüppchen auf einem Ständer.
      Sie haben bewegliche Glieder und können je nach Gefühlslage ausgerichtet Werden.

      Bei meiner Heilpraktikerin hatten wir mal eine Spontanaufstellung auf dem Schreibtisch nur mit Medizinfläschchen.
      Sogar dabei kam einiges in Bewgung:-)

  17. Mareen Friedmann schreibt am 18. Juli 2011 um 16:59

    Ich heiße Mareen Friedmann, leben in Schleswig Holstein und befinde mich seit nunmehr 2 Jahren kurz vor dem Ausbildungsabschluss zum systemischen Therapeuten, Heilpraktiker und Homöopathen.
    Zeit zu Leben ist für mich eine Bereicherung an Information und Inspiration, die mich auf meinem Weg schon lange begleitet. Gern habe ich gelesen, dass hier für "die Sache" geworben wird und möchte - ohne Werbung für "die Sache" zu machen folgendes zufügen:
    Neben dem klassisch-systemischen Stellen gibt es noch eine weitere Methode. Sie nennt sich "Walking in your Shoes" (kurz: WIYS) und ist von Christian Assel hier nach Deutschland gebracht worden. Wie die Übersetzung es schon sagt, handelt es sich um das "Gehen in den Schuhen des anderen". "Gehen heißt Verstehen!" ist wörtlich zu nehmen. Hierbei läuft der Stellvertreter für eine Person oder Element, fühlt sich ein und wird vom Leiter befragt. Aus der Beobachtung der Dynamik und den Wahrnehmungen aus dem Walk ergibt sich ein Schritt auf dem Weg zur Lösung des jeweiligen Anliegens. WIYS ersetzt das Familienstellen nicht, sondern es ergänzt es um eine wichtige Komponente. Während das Stellen alle Beteiligten in ihrem Beziehungsgeflecht und die daraus resultierenden Wirkungen zeigt, findet man im Walk das Verständnis für die einzelne Person / das einzelne Element welches "gewalkt" wird und findet über das Verständnis zur Lösung. Beide Methoden - das Stellen und das Walken - lassen sich zudem gut miteinander kombinieren und das Walken darüber hinaus gut in den eigenen Alltag integrieren, weil man eben nicht unbedingt eine Gruppe an Menschen oder die vorgeschlagenen Hilfsmittel benötigt, sondern lediglich seine eigene Wahrnehmung und einen Ort, wo man sich bewegen kann. Eine Leitung ist auch bei dieser Methode nicht unbedingt erforderlich, jedoch habe ich bei eigenen Anliegen festgestellt, dass es oft sehr hilfreich ist, aus der Wahrnehmung eines einfühlsamen Leiters und/oder Stellvertreters zu schöpfen, also jemanden, der eben nicht meine Erfahrungen, Hemmnisse, blinde Flecken, Sehnsüchte, Wünsche, Ziele usw. hat. Hierbei das Erleben Mensch unter Menschen zu sein, miteinander zu erkennen, zu wachsen, zu teilen... hat für mich neben der intensiven Alleinarbeit einen großen Stellenwert behalten. Vielleicht geht es euch ja ebenso. Ich freue mich auf eure Meinung, Fragen, Ideen und jeden weitere Resonanz, kurzum: Kontakte

  18. Patricia schreibt am 19. Juli 2011 um 14:12

    Hallo,
    ich fand den Artikel sehr interessant. Ich selbst besuche seit ca. 1 1/2 Jahren regelmäßig Aufstellungen nach Ruppert. Hier wird mit dem Anliegen aufgestellt und es gibt keine Vorgaben. Ich habe selbst aufgestellt und war auch schon in vielen Stellvertreterrollen.
    Diese Form der Arbeit bringt mich persönlich sehr weit. Ich kann aus den Aufstellungen ein Gefühl mitnehmen, welches wesentlich mächtiger ist als alles Gesagte.
    Zu Hause habe ich dies mit Hilfe von Kissen bereits auch für mich versucht, doch ersetzt dies keine Aufstellung mit einem Therapeuten - zumindest nicht für mich, da ich ansonsten in diesem Bereich nicht sehr bewandert bin.
    Herzliche Grüße

  19. Andrea Kirberger schreibt am 21. Juli 2011 um 16:56

    Wunderbar, ich kenne Aufstellungen, habe auch selbst schon an einigen teilgenommen, mit bis zu 20 Teilnehmern. Das ist unglaublich! Dies hier sind sehr gute Vorschläge und bereichernd. Um die Materie noch besser zu verstehen gäbe es noch Literaturvorschläge wie z.B. Anerkennen was ist von Bert Hellinger und Gabriele ten Hövel.
    Hier werden auch Lösungen aufgezeigt.
    Aber noch mal, Vielen Dank!!! Sehr gute Anregungen!!!

  20. Hannes schreibt am 19. August 2011 um 12:55

    Ich finde auch, das es eine sehr gute Methode ist, um Ursachenforschung zu betreiben. Durch den visuellen Aspekt lässt sich doch viel leichter ein Lösungsansatz finden, als wenn man alle Szenarien nur im Kopf durchspielt.

    Meiner Meinung nach sollten Therapeuten viel öfter auf dieses Schema hier zurückgreifen. Es verwirrt nicht, ist kompakt und schnell verstanden. Danke für die Vorstellung :)

    ~Hannes~