Was hat Bedeutung?
Von Tania Konnerth • Ein Kommentar
“Nichts: Was im Leben wichtig ist” von Janne Teller. – München: Hanser, 2010. – 139 S. – ISBN-10: 3-4462-3596-5. – ca. 13,- EUR
“Nichts” ist als Jugendbuch erschienen. Es wird ab 14-15 Jahren empfohlen. Die schlichte Aufmachung lässt sogar fast mehr auf ein Erwachsenenbuch schließen.
Erzählt wird die Geschichte einer Gruppe von Jugendlichen, von denen einer eines Tages auf einen Pflaumenbaum klettert und von dort aus, Nihilismus predigt. Nichts mache Sinn, nichts habe Bedeutung.
Damit trifft er die anderen so ins Mark, dass sie sich überlegen, wie sie Pierre Anton zum Schweigen bringen können. Sie beschließen Sachen zusammenzutragen, die Bedeutung haben, um ihm zu beweisen, dass es Sinn und Bedeutung gibt. Was harmlos beginnt, wird immer brutaler und endet im Unvermeidlichen…
“Nichts” hat aus meiner Sicht zu Recht bereits ein breites Medien-Echo bekommen und wird zu Recht kontrovers diskutiert. Es will nicht nur nachdenklich machen, es will provozieren und wachrütteln. Und das schafft die Autorin. Kalt lässt dieses Buch sicher keinen. Es führt uns tief in die Frage, was wirklich Sinn hat, worin wirklich Bedeutung liegt und wie weit Menschen gehen dürfen, um andere überzeugen zu wollen, selbst wenn es scheinbar für eine “gerechte” Sache ist. Es führt auch in das Thema “Gruppendruck” und “Mitmachmentalität”. Und es führt in die Themen Moral, Ethik und Menschlichkeit.
Viel Stoff für ein Jugendbuch. Vielleicht zu viel, um ihnen die Auseinandersetzung damit allein zu überlassen? “Nichts” ist ein Buch, das besser nicht allein gelesen, sondern zusammen mit Erwachsenen gelesen und besprochen werden sollte. Denn Antworten auf all die angerissenen Fragen zu finden, ist fast unmöglich – und dass muss man erst einmal aushalten lernen.
Fazit: Ein aufwühlender Jugendroman, der ein breites Spektrum an tiefgreifenden Themen eröffnet.
Bewertung: Ohne Bewertung, da die Verarbeitung dieses Buches sehr vom Entwicklungsstand und von den Möglichkeiten zum Austausch über die Inhalte abhängt.





Ich habe dieses Buch nicht gelesen, aber ich möchte anmerken, dass man den Jugendlichen mehr zutrauen darf, an Verständnis. Sie begreifen vielleicht nicht immer mit dem Kopf, was so alles in einer Geschichte steckt, aber intuitiv sehr wohl. Manchesmal ist es sogar gut, wenn ein "Erwachsener" gemeinsam mit einem Jugendlichen ein Buch liest. Er kann dabei durchaus etwas lernen. Damit gebe ich der Bewertung recht. Es hängt immer vom Entwicklungsstand ab, wie etwas "verstanden" wird aber niemals vom Alter :))