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Wenn Humor verletzt

Von Judith Wischhof16 Kommentare

Humor Waffe

Vor kurzem hat uns eine Leserin eine Mail geschrieben und uns darum gebeten, doch mal einen Beitrag zu einem Thema zu schreiben, das bei ihr gerade sehr aktuell ist: Wie geht man mit Ironie und Späßen am Arbeitsplatz um, wenn nämlich aus Spaß Ernst wird? Und wie kann man Grenzen setzen, um nicht verletzt zu werden?

Eine interessante Frage. Und mir ist dazu auch gleich eine ganz bestimmte Situation aus meiner eigenen Erfahrung eingefallen: Bei meinem letzten Arbeitgeber saß ich eine Zeit lang mit vier Kolleginnen in einem Büro. Wir hatten unglaublich viel Spaß miteinander und konnten unglaublich gut miteinander scherzen. Und haben uns auch gerne gegenseitig aufgezogen. Aber alles nur aus Spaß. So hatte ich als das Büroküken immer einen kleinen, stichelnden Spruch für Claudia – unsere Abteilungsälteste. Und Janine, die bekannt dafür ist, Auszubildende nicht leiden zu können, hatte immer einen fiesen Spruch für mich parat, auch wenn ich gar nicht mehr Auszubildende war. Wie gesagt, wir haben super harmoniert und weil wir wussten, dass wir uns ehrlich mögen, konnte jeder auch gut mit den Sprüchen des anderen umgehen und einfach mitlachen. Vielleicht ein bisschen getreu dem Motto „Was sich liebt, das neckt sich“.

Aber ich kann mich auch noch daran erinnern, dass einmal die Grenze überschritten wurde. Da sind mir die Tränen in die Augen gestiegen und ich bin unauffällig aus dem Büro gehuscht, um sie schnell wegzuwischen, bevor sie jemand sieht.

Was ist damals passiert? Im Nachhinein fällt mir gar nicht mehr ein, was Janine gesagt hat. Und es ist auch egal, weil es ganz bestimmt genauso bedeutungslos war wie sonst auch. Ich hatte einfach sowieso schon einen schlechten Tag und plötzlich tat mir ein Spruch, über den ich sonst gelacht hätte, doch weh. Ich habe es Janine nicht einen Tag lang übelgenommen, denn woher sollte sie auch wissen, dass heute alles anders war und ich eben nicht bereit war, über mich selbst zu lachen?

Die Grenze zwischen Spaß und Ernst ist manchmal fließend. Und manchmal werden Grenzen nur aus Versehen überschritten, manchmal aber auch absichtlich.

Diese zwei Fälle sollten wir hier auch ganz klar unterscheiden:

1. Der Spaß, den die Kollegen mit Ihnen treiben, ist gut gemeint und soll wirklich nur der Unterhaltung dienen.

Wenn Sie in so einem Büro sitzen, wie ich damals, dann ist das doch wunderbar. Es ist Ihre Art, miteinander umzugehen, und ein Arbeitstag ist ja auch viel schöner, wenn man gemeinsam lachen kann. Ob nun über sich selbst, über das Gegenüber oder über das Leben :-)

Aber wie man an meinem Beispiel oben gesehen hat, kann es auch hier mal zu Problemen kommen. Mir fallen da ein paar Punkte ein, bei denen aus Spaß ganz schnell Ernst werden kann, auch wenn grundsätzlich keine böse Absicht dahintersteckt. Zum Beispiel,

Stimmen Sie sich ab

In allen drei Fällen gibt es nur eine Möglichkeit, um die Sache zu klären: Sie müssen Klartext reden.

Denn woher soll Ihr Gegenüber wissen, dass Sie heute ausnahmsweise mal nicht gut drauf sind und auch für gut gemeinte Scherze nicht empfänglich sind? Und woher soll Ihr Gegenüber wissen, wo Ihre Grenzen sind und wann es für Sie zu weit geht?

Wenn Sie sich gut verstehen und keine echte Böswilligkeit dahintersteckt, dann können Sie sich auch trauen, Tacheles zu reden. Sagen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie heute nicht zu Späßen aufgelegt sind und heute mal verschont bleiben möchten. Und sagen Sie ruhig auch, wenn es mal unter die Gürtellinie geht bzw. Sie wirklich trifft, was der andere gesagt hat.

Ein weiterer Fall, in dem Humor schnell zur Waffe werden kann, ist, wenn andere Menschen anwesend sind. Können Sie sicher sagen, wie der Außenstehende die Scherze einordnet? So kann aus Spaß ganz schnell Ernst werden, wenn nämlich andere Menschen sich ein falsches Bild von Ihnen machen.

Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Ihr Kollege scherzt gerade darüber, dass Sie „mal wieder“ krank waren. Ein ironisches „Mhh … ja, klar, krank, ne? Zufällig nach dem Wochenende, an dem auch das Stadtfest war, ne? Höhöhö“. Spätestens, wenn ein anderer Kollege ins Büro kommt, ist das ganz schnell gar nicht mehr witzig. Denn im Zweifel versteht der Außenstehende nicht die Ironie dahinter. Und behält dann im Kopf, dass Sie es scheinbar am Wochenende mal wieder übertrieben haben, Sie wahrscheinlich am Wochenanfang entsprechend einen Kater hatten und deshalb mal schön zu Hause geblieben sind. Und auch, wenn Sie es nicht wollen und es auch nicht wahr ist: Ihr Kollege könnte nun das Bild von Ihnen haben, dass Sie gerne mal einen über den Durst trinken und dann auch noch blaumachen. Und vielleicht denkt er genau das von Ihnen, wenn Sie das nächste Mal krank sind.

Auch beim Thema Humor macht es also Sinn, ein paar gemeinsame Umgangsregeln abzustimmen.

2. Die Sprüche eines bestimmten Kollegen gehen immer wieder unter die Gürtellinie bzw. verletzen Sie.

Wenn Sie einen Kollegen haben, der Ihnen immer wieder mit seinen „lustigen“ Sprüchen zusetzt, dann sollten Sie als Allererstes mal überlegen, warum das eigentlich so ist.

Manchmal kann dieser distanzierte Blick auf das Problem helfen. Denn vielleicht stellt sich heraus, dass es zunächst nämlich Ihre Sichtweise bzw. Ihre Sympathie dem anderen gegenüber ist, die den Unterschied macht. Vielleicht möchte Ihr Kollege Ihnen gar nichts Böses. Vielleicht sind Sie beide einfach nur nicht auf der gleichen Wellenlänge?

Wenn es keine klaren und beweisbaren Hinweise darauf gibt, dass Ihr Gegenüber Sie vorsätzlich verletzen möchte, dann experimentieren Sie doch mal mit Ihren Gefühlen:

Betrachten Sie Ihr Gegenüber mal aus einer wohlwollenden Perspektive. Seien Sie ihm gegenüber wohlwollend, und stellen Sie sich beim nächsten Mal auch einfach mal vor, dass der Kollege es im Guten meint: Tut es dann noch weh? Oder können Sie vielleicht mitlachen, so wie bei anderen Kollegen auch?

Wenn Sie grundsätzlich davon ausgehen können, dass es Ihr Kollege nicht unbedingt schlecht mit Ihnen meint, er aber trotzdem immer wieder Grenzen überschreitet, dann können Sie ihm das natürlich auch ruhig sagen. Sagen Sie ihm, wenn es Ihnen zu weit geht und was seine Sprüche in Ihnen auslösen. Wenn er Ihnen nichts Böses möchte, dann wird er auch damit aufhören, wenn Sie darum bitten.

Und wenn Sie es nicht wissen, dann fragen Sie doch einfach mal nach. Denn manchmal tappt man als Sprücheklopfer auch einfach in ein Fettnäpfchen – und das absolut unbeabsichtigt. Sagen Sie Ihrem Gegenüber ruhig, dass der eine Spruch ganz schön danebenging. Und dass Ihnen das wehgetan hat. Und wenn Sie ihn dann fragen, ob er Sie wohl verletzen wollte, dann wird er Ihnen eine Antwort geben. Und Sie wissen, woran Sie sind. Freund oder Feind.

Denn wenn Ihr Kollege Sie systematisch und ganz bewusst mit seinen Sprüchen verletzt, dann verhält es sich ganz anders.

Humor kann schnell zu einer Waffe werden, hinter der man sich gut verstecken kann. Wenn jemand nämlich nicht MIT Ihnen lacht und mit seinem Humor ein Lachen von Ihnen provozieren möchte. Die Intention dahinter ist dann eher eine ganz andere: Sie zu verletzen, Sie bloßzustellen, Sie lächerlich zu machen.

Und das ist dann auch schon eine Form von Mobbing.

Mehr zum Thema: Das Problem Mobbing

Was können Sie in diesem Falle tun? Wir haben mal ein paar Ideen gesammelt und vielleicht können Sie damit mal ein bisschen experimentieren, welche Handlungsweise Ihnen am besten liegt:

Ein klärendes Gespräch führen

Menschen, die andere Menschen mobben, suchen sich gerne die Schwächsten aus. Diejenigen, mit denen man es machen kann. Diejenigen, die sich nicht wehren. Entsprechend müssen Sie zeigen, dass Sie es NICHT mit sich machen lassen:

Bitten Sie um ein Gespräch – am besten unter 4 Augen und so schnell wie möglich.

Und dieses Gespräch muss auch nicht unbedingt freundschaftlich sein. Machen Sie sich groß, egal, wie klein Sie sich gerade fühlen. Seien Sie der Löwe und zeigen Sie nicht Ihre Schwäche. Und das meine ich nicht nur bezogen auf Ihre klare und starke Wortwahl, sondern vor allem auch, was Ihre Mimik und Gestik betrifft: kein Kratzen am Kopf, keine Hände in den Taschen, keinen gesenkten Kopf. Ihre Stärke sollte sich auch in Ihrem Auftreten zeigen.

Sie müssen Ihr Gegenüber nicht angreifen, denn Sie wollen sich ja nicht auf sein Niveau herablassen. Aber wählen Sie klare und deutliche Worte, die nicht auf den Kollegen als Person abzielen, sondern auf seine Aktionen. Und die ihm zeigen, dass er bei Ihnen an der falschen Adresse ist:

„Das, was du da gesagt hast, das geht mir eindeutig zu weit. Du willst mich damit gezielt verletzen und das lasse ich nicht mit mir machen. Ich möchte dich also bitten, in Zukunft solche Scherze zu unterlassen. Irgendwo hört bei mir nämlich der Spaß auf, und diese Grenze ist jetzt erreicht. Und wenn du das nicht respektieren kannst, dann ist das für mich Mobbing. Und auch wenn ich es eigentlich nicht vorhabe, werde ich mich in dem Fall an den Betriebsrat wenden müssen.“

Das ist nicht immer leicht, aber auch solche Situationen kann man gezielt trainieren. Vielleicht wäre ja Ihr Partner oder Freunde bereit, mit Ihnen ein solches Gespräch schon einmal im Rollenspiel einzuüben.

Die „Ich habe nichts gehört“-Variante

Wenn sich jemand gezielt über Sie lustig macht und Sie damit verletzen möchte, dann hat er ja scheinbar einen sadistischen Spaß daran. Aber wie kann man ihm den Spaß daran nehmen? Ganz einfach, indem es Sie nicht verletzt. Das ist so einfach gesagt, aber so schwierig umzusetzen. Aber wenn Sie Ihr Gegenüber nicht ändern können, sondern nur sich selbst, dann kann das eine Möglichkeit sein, mit der Sache umzugehen:

Sie müssen sich eine dicke Haut zulegen und das zumindest für eine Zeit ertragen. Und diese Sprüche ignorieren, mit allem, was dazugehört. Auch das ist nicht einfach. Ein einfaches Lächeln und Weiterarbeiten ist ja schon ein Anfang, aber nicht alles. Denn wenn Ihre Hände dabei zittern oder Ihr Kopf rot wird, ja dann ist das auch schon eine Reaktion, die Ihre Verletzung offenbart. Und Ihr Kollege weiß, dass es Sie getroffen hat. Und freut sich.

Und wenn Sie es bestmöglich ignorieren und aus dem Raum gehen, dann ist das auch gut. Aber wenn Sie sich beim nächsten Mal begegnen und Sie verhalten sich anders als sonst, weil Sie Ihre Wut nicht ausschalten können, ja auch dann ist es eine Reaktion. Und wieder kann sich Ihr Gegenüber freuen, weil es sieht, wie Sie kämpfen und dass es Sie trotzdem getroffen hat.

Mit Ignorieren meine ich also ein vollkommenes Ignorieren: Und das sollte sich nicht nur in dem, was Sie sagen oder tun, ausdrücken, sondern auch in Ihrer Mimik und Gestik.

Vielleicht können Ihnen dabei folgende Methoden helfen:

Das ist natürlich keine Strategie, die von heute auf morgen Erfolge zeigt. Aber wenn Sie ganz konsequent weghören und über einen längeren Zeitraum komplett auf Durchzug stellen, wird Ihrem Kollegen auch irgendwann der Spaß vergehen und er wird sich ein anderes Opfer suchen müssen.

Schlagfertigkeit trainieren

Die letzte Möglichkeit, die wir Ihnen vorstellen möchten, ist getreu dem Motto „Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt“ die Schlagfertigkeit. Natürlich ist auch diese Möglichkeit kritisch anzusehen, denn man will und sollte sich ja auch nicht unbedingt auf das Niveau des Mobbers herablassen. Aber es ist eben auch eine Möglichkeit, gegen verbale Angriffe anzukämpfen und Ihrem Gegenüber zu zeigen, dass Sie auch zurückbeißen können.

Schlagfertigkeit ist etwas, was viele von uns bewundern und nur wenige wirklich gut beherrschen: Einfach zu allem gleich das Richtige entgegnen können. Immer einen Spruch parat haben. Eine Antwort haben, die Ihr Gegenüber zum Schweigen bringt. Das ist schon wirklich schwierig. Aber auch das kann man trainieren.

Vielleicht können Sie sich eine Liste mit möglichen Antworten zusammenstellen und auswendig lernen? Vielleicht hilft es Ihnen aber auch, Ihre Schlagfertigkeit zu trainieren, indem Sie sich die Dinge, die Ihr Kollege Ihnen gesagt hat, merken und dann in einer ruhigen Situation mögliche Antworten darauf überlegen.

Matthias Pöhm, Kommunikationstrainer, hat dazu mal einen wirklich interessanten und auch sehr unterhaltsamen Beitrag bei uns geschrieben, auf den ich Sie gerne verweisen würde. Hier finden Sie 5 wirkungsvolle Strategien zur Schlagfertigkeit.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Thema gemacht? Kennen Sie auch die Situation, dass es mal zu weit geht? Oder sind Sie vielleicht mal versehentlich mit einem Witz richtig ins Fettnäpfchen getreten?

  1. Bianka Günther schreibt am 3. August 2011 um 18:47

    Vielen Dank für die Aufnahme dieser Thematik!
    Ein hartes Stück Arbeit, auch an sich selbst, um die ratsamen Möglichkeiten umzusetzen. Oft fühlt man sich aber so verletzt, dass man nicht richtig reagiert. Erst im Nachhinein fallen einem Ideen ein, wie man hätte besser reagieren können/sollen... Es sei denn, man hat die gewisse Schlagfertigkeit, die in weiteren Seiten bei zzl dargestellt wird.

  2. Hanny schreibt am 7. August 2011 um 08:45

    Das ist ein guter Artikel, allerdings wundert es mich etwas, dass er sich nur auf Kollegen dh. das Arbeitsumfeld bezieht. Ich denke, das Thema geht weit über dieses Feld hinaus. Bspw. kenne ich eine Familie, deren "Humor" sich in derart abwertender, böser Art äußert, dass es einfach nicht witzig ist. So hat die Mutter ihren Sohn vor seiner Freundin (mir!) gefragt, ob seine Freundin schon Sexspielzeug brauche und hinterhergesetzt: "Du kannst ja gar nix!" Sie hat dabei gegrinst und der Sohn hat mir immer wieder versichert, so sei das in seiner Familie, der Humor sei nun einmal anders als meiner.
    Das ist aber nicht witzig.
    Das ist so gemein und widerwärtig, dass es mich atem- und sprachlos macht.
    Das ist eine Atmosphäre der Abwertung und Herabwürdigung und vielleicht ist der Grund, dass man nicht vernünftig miteinander redet und sich so aufgestaute Frustration entlädt - was immer es ist, Humor ist es nicht.

  3. Andrea Gross schreibt am 7. August 2011 um 09:07

    Also es gibt nur eine wirklich/echt funktionierende Lösung:

    BÖSE SCHERZE ZU UNTERLASSEN, sie sind nämlich un-menschlich, gemein u. außerdem eigentlich verboten ("Üble Nachrede" bzw. "Beleidigung" laut Stafgesetzbuch).

    Das wissen die Wenigsten u. leben sich ständig aus auf Kosten Anderer - BLÖDSINN, BLÖDMANN, BLÖDFRAU * Das ist die ganze Wahrheit u. es hat mit HUMOR NICHT DAS GERINGSTE ZU TUN - HUMOR IST NÄMLICH LIEBEVOLL UND WILL DIE ANGELEGENHEIT HEILEN.

    Wenn ich die depperten Ausssagen eines `Freundes´ `refraimen´ würde, dann käme das BLANKE CHAOS heraus u. darauf habe ich echt keinen Bock. Ich sehe nicht ein, warum ich mir diese Arbeit antun soll - also Chefs - UNTERBINDEN, UNTERBINDEN, UNTERBINDEN.
    ________________________________________________________________

    Entweder es ändert sich Jemand oder er/sie muss gehen nach der dritten Ermahnung, so einfach ist das und auch KONSEQUENT. Ein Verhalten, das heute OUT ist: Keiner will sich die Finger verbrennen, dafür dürfen dann Andere das ausbaden + leiden.

    NEE, das ist keine FÜHRUNG oder LEITUNG, das ist Laissez-Faire im schlechtesten Sinne.

  4. Noiram schreibt am 7. August 2011 um 10:04

    Ich bin selbst ein grosser Humorfan und auch ein ziemlicher Witzereisser und mache dabei auch vor mir selbst nicht halt. Meine Meinung ist man sollte die Dinge, Geschehnisse um sich herum und vor allem sich selbst nicht so ernst nehmen und gewisse Grenzen waren. Es gibt aber auch bösartigen Humor. In der Zeit wo die Blondinenwitze so aktuell waren habe ich schon genau gemerkt wer einen lustigen Witzt machen will über den ich als Blondine lachen kann oder wer mich verletzen will. Und ehrlichweise muss ich sagen das ich mich auch schon ein par mal entschuldigen musste weil ein Witz jemanden verletzt hat. Schön wäre es doch davon auszugehen das die gesamte Welt uns wohlwollend gestimmt ist. Deshalb, wenn einem etwas zu nahe geht, ansprechen. Möglicherweise stellt sich ja heraus das wieder einmal alles nicht so böse gemeint ist wie wir es empfinden.

  5. Rosa-Maria schreibt am 7. August 2011 um 11:03

    Danke für den tollen Newsletter, ich lese ihn jede Woche mit großem Interesse und finde die Beiträge und Kommentare immer sehr gut. Auch diesen Beitrag zur Schlagfertigkeit finde ich super und sehr hilfreich. Aaaaaber, habt Ihr den früheren Beitrag von Matthias Böhm nochmal gelesen, bevor Ihr den eingeflochten habt? Und den Link auf die Antwort-Bibliothek getestet? Was da an Vorschlägen gemacht wird, das sind wirklich echte (Vor)SCHLÄGE! Meist unter die Gürtellinie und verletztend. Oder war das als Hinweis gemeint, wie man es NICHT machen sollte? Ansonsten finde ich Eure Seite immer absolut super. Ein großes DANKE von mir!!! Rosa-Maria

  6. Uli schreibt am 7. August 2011 um 11:45

    Ich stimme Frau Gross zu, dass es nur eine funktionierende Methode gibt, nämlich solche Scherze grundsätzlich zu unterlassen.

    Ich habe selbst solchen Humor über einige Zeit gelebt, habe aber irgendwann selbst gemerkt, dass sogar bei Freunden die das verstanden und solchen Humor mitgemacht haben, eine doch unterschwellige Absicht vorhanden war, eine Kritik mitzuteilen. In dem Artikel kommt es ja eigentlich auch zum Ausdruck. Plötzlich hat ein "freundschaftlicher" Scherz so wehgetan, dass sie den Raum verlassen hat um zu weinen. Die Erklärung hier im Artikel, dass es nur weh getan hat, weil man an dem Tag einfach nicht gut drauf war, ist natürlich viel zu oberflächlich und trifft nicht den wirklichen Grund.

    Meiner Erfahrung nach tuen solche "Scherze" irgendwann immer weh und sind deshalb grundsätzlich zu unterlassen.

  7. Stefan Krimbacher schreibt am 7. August 2011 um 11:52

    Der Unterschied von Humor und Spaß
    Der Humor ist liebevoll und nie verletzend, Spaß und Witz hingegen können es sehr wohl sein.

  8. Stefan Kilian schreibt am 7. August 2011 um 12:07

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in allen Dingen, in denen das Herz mitspricht, und da gehört der Humor mit dazu, man sich sehr unter der Kontrolle haben sollte, wenn man Grenzen nicht überschreiten will, nicht nur beim Humor. Ich gehöre zu den sehr herzvollen Menschen und habe ungewollt, auch Menschen schon enttäuscht. So was kann einem schneller passieren, als es einem lieb ist.

  9. Karin Sonnentag schreibt am 7. August 2011 um 13:21

    "Der Witz ist ein Loch, durch das die Wahrheit pfeift." Das hat vor vielen Jahren mal ein Freund gesagt und es stimmt. Witze, "lustige" Bemerkungen oder Sticheleien über eine Person enthalten eben wirklich immer einen "Stich" - und man kann sich noch dazu kaum dagegen wehren. Da wird dann gesagt "es war doch nur ein Witz" oder "mach dich locker" oder dergleichen. Aber die Bemerkung sitzt. Ich finde das einfach nur fies und unehrlich, man sollte es wirklich einfach lassen.

  10. Naj. schreibt am 7. August 2011 um 14:26

    In meiner Familie ist dieser verletzende Humor gang und gäbe. Besonders, wenn meine Mutter und einer meiner Onkel zusammenkommen, werden sie zum Duo diabolis. Zugegeben, ich bin empfindlich, höre genau zu und nehme mir sowas (leider) auch zu Herzen. Ich teile die Einschätzung, dass diese "lustigen Späße" versteckte Kritik, manchmal Häme und oft ein Stochern nach einem wunden Punkt (Machtausübung, Kontrollwerkzeug) ist. In meiner Jugend hat mir das Magengeschwüre eingebracht und seit ich erwachsen bin, halte ich sie mir möglichst vom Leibe. Zurückzuschlagen, verbal, wäre respektlos und entspricht nicht dem Bild der Person, die ich sein möchte, ergo, mir ginge es mit einer Antwort, die sich gewaschen hat, schlechter als ihnen. Seit ich eine eigene Familie habe, fällt es mir wesentlich leichter, mich abzugrenzen und ich glaube, dass diese Sprüche mittlerweile auch nachgelassen haben. Ich habe durch das Duo diabolis für mein Leben gelernt, dass Spaß andere auch verletzen kann und ich nicht diese Art von Mensch sein möchte. Außerdem leben diese Menschen von dem Raum, den man ihnen zugesteht. Ignoriert man sie oder macht man sie zu unwichtigen Komponenten, werden auch die Giftpfeile kleiner. Manche schmerzen dann doch noch hin und wieder, doch das zeigt mir nur, dass es zwischen uns wohl noch einen Unterschied gibt.

  11. Corinna Altmann schreibt am 7. August 2011 um 21:02

    Hallo und einen schönen guten Abend,
    ja, ich habe auch schon mehrere Erfahrungen gemacht, in dem ich bei meiner Nebentätigkeit in einem Supermarkt (ich räume da Regale ein) von der Teamchefim angepöpelt, angegangen worden bin, sie ihre Launen nach - wie sie gerade wollte - an mir auslies.
    Sie sagte sogar einmal zu mir "....Ich (also sie) wird gleich zum Nazi...".
    da hat es mir gereicht und ich habe sie daraufhin vor allen offen angesprochen .Sie blockte dieses gespräch ab. Mein offenes ansprechen ermutigte andere KollegInnen, diese ähnliche Erfahrungen mit ihr zuvor gemacht hatten wie ich, auch offen ihre Dinge anzusprechen. Da die Teamchefin mein Anliegen abblockte und nicht mit mir darüber sprach, wandte ich mich zwecks Klärung an die Omdusfrau in Firmenleitung und an den Firmenchef. Dieser sandte uns dann einen Chef zur gemeinsamen Klärung in unsere Zweigstelle. Es konnte von mir und von anderen KollegInnen viele Missständnisse offen angesprochen werden (keiner wurde dafür gekündigt) und es kam wieder danach mehr Ruhe in unser Team. Und da wir jetzt wissen, wir können uns jederzeit - wieder an die Firmenleitung wenden, tauchen wieder Problme mit der Teammchefin auf /dies zwischenzeitlich auch andere KollegInnen wieder getan haben) und dann dies auch geklärt worden ist und geklärt wird, schafften wir es bisher, dass die Teamchefin ihre Launen nicht mehr an uns auslies.
    Mir selber ist es auch schon selbst so ergangen, dass ich in meinen Bekannten und Freundeskreis einmal einen Witz gemacht habe und mein gegenüber nicht den Humor eben auch hatte. (Man ist auch nicht immer dafür aufgelegt). Ja und bemerkte ich dann dies, oder er/sie sagte mir dies, habe ich dies dann auch gelassen und an mir ge,- und verändert. Das angesprochene Thema im Newsletter finde ich wichtig und echt sehr gut, da es genügend Menschen gibt, die dies betrifft, dies täglich erleben und auch schon erlbt haben. Oftmals nicht wissen dann, wie sie sich verhalten soll(t)en und auch darüber dann u.a. aus Angst...schweigen. Und das schweigen - so habe ich es für mich selbst erfahren - jedoch niemanden weiterhilft - ausser den Menschen - diese Ihre Launen (wie die Teamchefin) - wie sie lustig sind - dann weiter an ihre "Opfer" auslassen.
    Vielen Dank für dieses Thema und die tollen Beiträge.
    Bis nächsten Sonntag und allen eine schöne und angenehme Woche.
    Tschüß und viele liebe Grüße an alle.!!!!11

  12. Alexandra aus Österreich schreibt am 8. August 2011 um 11:10

    Ich komme immer wieder in die Situation, dass Kollegen und in der Hierarchie höher gestellte als ich, negative und ironisch sarkastische Bemerkungen über meinen Vorgesetzten machen und ihn mittels Humor ins Lächerliche ziehen. Teilweise auch in großen Gruppen und bei Firmenfeiern, wo er nicht anwesend ist, wird "durch die Blume" über ihn gelästert und gelacht. Oft weiß ich nicht, wie ich reagieren soll. Ich mache da nicht mit und lasse mich nicht in die Sache mit hineinziehen, was sie vielleicht beabsichtigen. Jedoch manchmal fühle ich mich selbst gekränkt, weil ich ihn (er ist Politiker) ja mitrepräsentiere und auch seine Arbeit belächelt wird, die indirekt ja auch mit mir zusammenhängt. Ich hab schon überlegt, eine "Blöde-Bemerkungen-Box" aufzustellen und darauf hinzuweisen, dass mich das Gerede nicht interessiert und sie die Box benutzen sollen. Denn oft wird dieser ganze Redemüll, denn sie zwar spaßig bringen - aber ernst meinen - einfach auf mir abgeladen.

    • Kirsten Jungwirth schreibt am 8. August 2011 um 18:11

      ja, die Idee mit der Box gefällt mir. Dann wird deutlich, daß Sie selbst keine "Mülleimerfunktion" übernehmen und die anderen sind gezwungen, ernsthaft Stellung zu beziehen. Es ist immerhin etwas anderes, einen Text aufzuschreiben ( weiil nachhaltig nachweisbar), als eben nur einen "blöden Spruch" loszulassen. Beim blöden Spruch kann man hinterher immer noch behaupten " es sei ja nur Spaß" gewesen.

  13. Karin Lohner schreibt am 8. August 2011 um 16:52

    "Der Clown ist ein tieftrauriger Mensch" ist eine Zirkusweisheit, die mich vor langer Zeit nachdenklich gestimmt hat. Es ist ein grosser Unterschied zwischen freudvollem gemeinsamen Lachen und dem Schuss Häme, der in den meisten "Witzen" enthalten ist. Um freudvoll, die Dinge des Lebens nicht zu ernst zu nehmen, muss ich keine Witze machen - schon gar nicht auf Kosten anderer.
    Witze über andere haben ein klares Ziel: entwerten. Eine(r) ist dabei immer "dran". Witzeln ist Verletzung im Kasperlekostüm.
    Witze über Menschen habe ich aus meinem Leben verbannt und ich erfreue mich bester Lebensqualität und habe nie herzlicher gelacht als mit dem Wissen, dass wegen mir niemand (heimlich) Tränen verdrücken muss.

  14. Kirsten Jungwirth schreibt am 8. August 2011 um 18:07

    Ich wäre vorsichtig damit, persönliche Dinge als Witzgrundlage zu verwenden, allerdings wäre ich auch vorsichtig damit, eigene sehr persönliche Dinge auf den Arbeitsplatz zu tragen. Selbst wenn man sich heute noch so gut versteht, kann sich das morgen aus irgendeinem Grund ändern und diejenigen, denen man eben noch voll vertrauen konnte, können nun zum bissigsten Feind werden. Ich meine, sehr persönliche Dinge sollte man aus dem Arbeitsplatz raushalten, als "Vorsorgemaßnahme" für schlechtere Zeiten.

  15. Xeo schreibt am 9. August 2011 um 16:19

    Universell einsetzbar: Whatever! bzw. Was auch immer!
    Kann Arrogant wirken!