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Eine Frage, eine Antwort … Selbstakzeptanz

Von Ralf Senftleben69 Kommentare

frage-antwort

“Eine Frage – Eine Antwort” heißt die neue Beitrags-Reihe, in der wir mal in die Köpfe der Menschen schauen möchten,

Was machen diese Menschen anders? Wie unterscheidet sich ihr Denken von unserem? Was können sie, das die anderen nicht können? Oder wo setzen sie andere Prioritäten?

In dieser Reihe stellen wir Menschen, die wir schätzen, genau EINE tiefgehende Frage und bekommen dann eine tiefgehende Antwort, die wir dann hier mit Ihnen teilen.

Dieses Mal haben wir den Vortragsredner und Autor Ralph Goldschmidt gefragt:

Wenn Sie einmal auf Ihr Leben zurückblicken:
Welches Ereignis bzw. welche Situation hatte nachhaltig den positivsten Einfluss auf Ihr Leben?

und die folgende Antwort bekommen:

Vor über 10 Jahren habe ich an einem – so sah ich es damals noch – Psycho-Seminar in Österreich teilgenommen. Mitten im Winter fand das Seminar auf einer Hütte in den Bergen statt.

Auf dem Seminar herrschte Askese: wenig Schlaf, wenig Essen, strenge Leitung. Zigaretten, Uhren, Geld, alles musste abgegeben werden und wurde weggeschlossen. Und es gab sogar ein Kommunikationsverbot außerhalb der Seminarzeiten. Fragen stellen war verboten und wir sollten erst mal bei allem mitmachen. Am letzten Tag würden wir dann die Antworten bekommen. Und so sind gleich am ersten Tag die ersten Teilnehmer abgereist. Ich war auch kurz davor, entschied mich aber dann, das Seminar durchzuziehen.

Ich war damals Ende 20 und habe bei der Vorstellungsrunde richtig dick aufgetragen, was für ein toller Hecht ich doch sei, wie super sportlich und fit ich sei, immerhin habe ich mein Sportstudium als einer der Jahrgangsbesten abgeschlossen. Dabei war ich noch nie so schlecht drauf gewesen wie damals. Ich hatte brutal viel gearbeitet, hatte mich schlecht ernährt und seit zwei Jahren kaum bewegt. Körperlich war ich eigentlich bankrott.

Hinter allem, was ich so gemacht habe, stand ein Ziel: Ich wollte Anerkennung. Von den Männern wie von den Frauen. Und dafür bekam ich auf dem Seminar schnell Gelegenheit: Gleich in der ersten Nacht wurden wir mit Trillerpfeife geweckt und mussten in Sportklamotten draußen antreten. Was auf uns wartete, war „Die Meile“ – wir mussten den Berg runter zum See laufen, dort dann wenden, und dann wieder den Berg hoch zurücklaufen bis zum Haus. Die Aufgabe des Seminarleiters lautete: Gib dein Bestes!

Ich bin also losgerannt und hatte schnell einen Vorsprung herausgelaufen. Kurve. Bergab nur nicht stolpern. Dann die Wendemarke. Ich war Erster. Mit großem Abstand. Jetzt musste ich nur noch wieder locker hochlaufen. Aber gleich nach der Wende merkte ich, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Viel zu schnell losgelaufen. Jeder Muskel sauer. Ich bekam kaum noch Luft. In meinem Nacken spürte ich schon den Atem der Verfolger. Aber noch lag ich vorne. Bis hinter die Kurve. Dann ging nichts mehr: Ich stand mit den Händen auf den Knien im Schnee und kotzte. Würgte. Schluckte. Flennte. War das peinlich! Mir war so elend. Alle liefen an mir vorbei. Als ich am Ende oben ankam, hatte ich eine einzige Frau wieder überholt. Die war dreißig Jahre älter und einen Zentner schwerer als ich.

Oben wurden die Zeit gestoppt und Listen geführt. Nach dem Duschen haben wir uns dann – immer noch mitten in der Nacht – im Seminarraum getroffen.

Auf dem Flipchart waren die Teilnehmer in der Reihenfolge des Zieleinlaufs aufgelistet. Und ich war Vorletzter. Ich wollte nur noch in irgendein schwarzes Loch reinfallen, Deckel drauf, für immer im Erdboden verschwinden. Es war mir dermaßen hochnotpeinlich!

Dann wurden wir alle der Reihe nach befragt, wie’s uns geht. Ich kam dran: „Ralph, bei dir?“ – „Scheiße. Mir geht’s so, so scheiße.“ – „Und was war die Aufgabe? War die Aufgabe: Werd Erster? Oder: Lauf Streckenrekord? Die Aufgabe war: Gib dein Bestes!

Und dann kam die Frage: „Erkennst du Parallelen zu deinem beruflichen oder privaten Leben?“ – Ja, klar, die erkannte ich. Und dann ging mir ein Licht nach dem anderen auf. Ich habe ständig 170 Prozent gegeben, immer bis zum Anschlag. Und oftmals auch darüber hinaus. Ohne Rücksicht darauf, was alles auf der Strecke bleibt. Und warum? Weil ich Anerkennung von Anderen wollte und keine andere Methode kannte, Anerkennung zu bekommen außer über meine Leistungen. Saublöd!

Ich weiß heute noch, wie mich die anderen Teilnehmer damals aufgemuntert haben. Und wie mir nach und nach mit all den schwierigen, manchmal schmerzenden und teilweise brutalen Übungen immer klarer wurde, worauf es ankommt. Dieses Seminar war die Initialzündung für den Selbsterfahrungstrip, der daraufhin folgte. An dieser Stelle habe ich angefangen, mein Selbstbild zu ändern. Ich habe Bücher gelesen, ich habe an Seminaren teilgenommen – im Prinzip habe ich wenig ausgelassen, was es in diesem Bereich zu machen gibt.

Und egal, was ich heute tue: ein Buch schreiben, ein Seminar konzipieren, mich um meine Kinder kümmern, einen Vortrag halten, egal was – ich stelle mir immer die Frage: Habe ich mein Bestes gegeben? Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr! Unter Berücksichtigung aller Bedingungen und Lebensbereiche, die mir sonst noch wichtig sind, und die nicht dauerhaft darunter leiden dürfen – war das mein Bestes?

Und wenn ich diese Frage mit JA beantworten kann, bin ich mit mir im Reinen … und baue nicht ständig noch weiter Druck für mich selbst auf. Eine Niederlage kann mir nicht mein Selbst nehmen. Was immer auch schiefgeht: Ich weiß, ich bin ein wunderbarer, wertvoller Mensch. Ich bin grundsätzlich in Ordnung, so wie ich bin. Ob ich gute oder schlechte Bücher schreibe, gute oder schlechte Vorträge halte, viel Geld oder keines verdiene, im Bett eine Kanone oder eine Niete bin. Wirklich? Ja, wirklich!

Das ist also mein persönliches Rezept gegen Leistungsdruck und für mein Selbstwertgefühl: Nicht DAS Beste geben, sondern MEIN Bestes geben. Und wenn jemand mehr verlangt als MEIN Bestes, also das, was ich unter Berücksichtigung aller Faktoren leisten WOLLTE – dann passen wir vielleicht einfach nicht zusammen.

Ralph GoldschmidtRalph Goldschmidt (Jg. 1963) ist Redner und Trainer aus Leidenschaft und Experte für schwierige Balanceakte: für berufliche Leistungsoptimierung UND private Lebensqualität, für Höchstleistungen UND Wohlbefinden.

Der diplomierte Volkswirt und Sportwissenschaftler ist Geschäftsführer der Goldschmidt & Friends GmbH, Dozent an mehreren Hochschulen und Akademien, Professional Member der German Speakers Association (GSA) und gefragter Interviewpartner in den Medien.

Im September erschien sein Buch Shake your Life – Der richtige Mix aus Karriere, Liebe, Lebensart.

  1. Erik schreibt am 3. August 2011 um 13:15

    Das ist eine wunderbare Geschichte!

  2. Diana schreibt am 7. August 2011 um 06:44

    Das ist seit langem der beste Newsletter den ihr veröffentlicht habt! 1000 Dank für diese tolle Antwort auf so eine simpel scheinende, aber doch tiefgreifende Frage. Danke!

  3. Angelika schreibt am 7. August 2011 um 06:45

    Diese Geschichte kommt gerade zur richtigen Zeit. Danke und liebe Grüße, Angelika.

  4. Gerlinde schreibt am 7. August 2011 um 07:00

    Auch für mich kam diese Geschichte exakt zum richtigen Zeitpunkt. Danke. Gerlinde

  5. Barbara C. Vogl schreibt am 7. August 2011 um 07:04

    Ein Kommentar, der mir sehr zusagt. Ich wünsche vielen Menschen solche Erfahrungen.
    Herzlich Barbara

  6. Heike schreibt am 7. August 2011 um 07:28

    ... beim Lesen hatte ich Tränen in den Augen... danke dafür! Es passt wie die Faust auf´s Auge!
    Liebe Grüsse Heike

    • Hanni schreibt am 7. August 2011 um 09:41

      Liebe Heike, sei bitte nicht böse. Aber "die Faust aufs Auge" meint eher das Gegenteil, dass es n i c h t passt.

  7. Rita Klasen schreibt am 7. August 2011 um 07:38

    ... feuchte Augen auch bei mir.
    Und das Sonntagmorgens vor dem Frühstück!

    DANKE.
    Für die feuchten Augen und für diesen Newsletter.
    Rita

  8. Brigitte schreibt am 7. August 2011 um 07:46

    Der Text hat mich sehr beeindruckt.
    Seid einigen Jahren kann ich mit Abstand nicht mehr das leisten, wie ich es von mir gewohnt war.
    Jede Überanstrengung wirft mich zurück.
    Aber wenn ich "Mein Bestes" gebe, führt es mich zur Zufriedenheit.
    Danke.

    Liebe Grüße
    Brigitte

  9. Roland Kopp-Wichmann schreibt am 7. August 2011 um 07:50

    Ein schöner Beitrag, in dem ich viele meiner Seminarteilnehmer wiedererkenne.

    "Nicht DAS Beste geben, sondern MEIN Bestes geben."
    Das Problem, das viele Menschen damit haben, ist, dass sie nicht wissen, was IHR Bestes überhaupt ist. Sie vergleichen sich mit anderen oder übernehmen unbewusst Werte aus der Herkunftsfamilie ("Immer der Beste sein").

    Sie suchen die Orientierung im Außen. Doch "außen" gibt es immer jemanden, der es schneller, höher, weiter kann. Sich auf sich selbst besinnen und SEIN Bestes geben, bedeutet somit, sich selbst eine innere Erlaubnis und genau jene Wertschätzung und Anerkennung zu geben, die man von außen erhofft.

    • Hanni schreibt am 7. August 2011 um 09:39

      Das hat mir sehr gefallen.

    • an-ne schreibt am 7. August 2011 um 13:56

      Genau, das habe ich auch gelernt und es ist sooo schön, es hier zu lesen. MEIN Bestes, nicht DAS Beste. Es tut so gut, sich diesen Unterschied bewusst zu machen. Danke!

    • an-ne schreibt am 7. August 2011 um 13:58

      Genau das habe ich auch gelernt und es ist sooo schön, es hier zu lesen. MEIN Bestes, nicht DAS Beste. Es tut so gut, sich diesen Unterschied bewusst zu machen. Danke!

    • Ursula Fiebig schreibt am 7. August 2011 um 18:35

      der Kommentar von R.Kopp-Wichmann ist eine tolle Ergänzung zu der wunderbaren Geschichte, beides kann ich sehr gut zum Nachdenken gebrauchen.Vielen Dank!
      Ursula

  10. Conny schreibt am 7. August 2011 um 07:55

    Also ich kann mich hier nur anschließen, dass ist in der Tat eines der besten Newsletter.
    Und auch bei mir kommt diese Geschichte grad zur rechten Zeit, denn mein Partner ist auch so, dass er IMMER DAS BESTE anstatt SEIN BESTES geben "muss", nur weil er denkt, dann mehr gemocht zu werden...

  11. Reinhild schreibt am 7. August 2011 um 08:10

    Mich hat die Geschichte sehr beeindruckt. Meine Formulierung bisher bei der Lösung von Aufgaben, Projekten usw: "Ich gebe mir Mühe." - heißt für mich auch "Bestes" geben. Danach prüfte ich meist das Ergebnis und "bewertete" meine "Mühe. Ab heute heißt es bei mir: "Ich gebe mein Bestes." Dies gibt mir dann die Zufriedenheit (s. Brigitte) und ich mache mir keine Vorwürfe wie bisher, wenn etwas nicht zu 100% gelingt.
    Danke und allen einen schönen Sonntag
    Reinhild

  12. Gudi schreibt am 7. August 2011 um 08:11

    Schöne Geschichte! Und doch überlege ich gerade:

    Wenn ich imstande bin, die Strecke locker in 15 min zu laufen oder aber ich strenge mich extrem an und laufe sie dann in 10 min - wäre dann nicht Letzteres mein Bestes? Heißt 'mein Bestes geben' nicht, dass ich eine Aufgabe immer so gut wie nur irgendwie möglich lösen soll? Dass ich meine Fähigkeiten voll ausreize?

    • Sonja schreibt am 7. August 2011 um 09:25

      Ich würde sagen, das kommt auf die Situation und dein Ziel an - einfach zu sagen, ich bekomme es auch selten hin, das genau auszutarieren ;-)

      Wenn du dir also vornimmst, dich mit Spaß ein wenig zu bewegen, dann werden es wohl die 15 Minuten sein. Wenn du trainierst und dich kurz vor einem Wettbewerb ausprobieren möchtest, versuch dich an 10 Minuten.

      Ich denke, SEIN Bestes zu geben heißt auch, Balance zu halten. Also, was ist DEINER (hier sind alle angesprochen) Meinung nach am wichtigsten? Im Job zum Beispiel könnte die Antwort auf die Frage "Habe ich mein Bestes bei diesem Projekt gegeben?" je nach deinen Prioritäten lauten: "Ja, ich habe alle meine Energien auf das Projekt konzentriert, weniger geschlafen, an nichts Anderem mehr gearbeitet - ausruhen kann ich mich jetzt." oder aber auch "Ja, ich habe daran gearbeitet so gut wie es mir möglich war, wenn ich zugleich andere Projekte auf dem Laufenden halten möchte. Unwichtige Dinge habe ich delegiert oder wegfallen lassen, ich habe mich konzentriert, geplant und ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht."

      Also dann... ich gebe mein Bestes, mein Bestes zu geben :-)

      Liebe Grüße an alle,
      Sonja

  13. Anne Langendorf schreibt am 7. August 2011 um 08:11

    ... irgendwie habt Ihr da einen wunden Punkt getroffen....Sich über Leistung zu definieren, scheint ein Thema der Menschheit zu sein; und nicht erst in in der heutigen Zeit.Sich selbst wertzuschätzen, muß man lernen. Ich kenne kaum einen Menschen, der das in die Wiege gelegt bekommmen hat.
    Auch ich hatte solch eine Schlüsselerfahrung.Da war ich aber schon Ende Dreißig.Und es hat noch einmal zwanzig Jahre gedauert,bis ich mich nicht mehr über "das Außen" definiert habe.Trotzdem gibt es ab und zu einen Rückfall - aber jetzt merke ich es und kann es ändern.
    Auch für mich ist das der beste Newsletter gewesen, den ich von Euch gelesen habe.
    Wäre ganz interessant mal nachzuforschen, warum diese Thematik so viele besonders berührt hat.
    Herzlichst Anne

  14. Christian schreibt am 7. August 2011 um 08:16

    Tolle Geschichte, hat mich gefesselt. Vielen Dank dafür.
    Gibt es das Seminar heute noch? Wie heißt es?
    LG

    • Stefan Schmidt schreibt am 8. August 2011 um 00:32

      Das Seminar ist m. M. nach das "Blocktraining" und wird von der Hohenbrunner Akademie angeboten. War selbst Teilnehmer & kann es voll empfehlen!
      Stefan

  15. Jule schreibt am 7. August 2011 um 09:12

    Ich kann mich den anderen nur anschließen ... tolle Geschichte!!!

    Auch ich lerne gerade, mich nicht mehr nur über Leistung und Rückmeldung anderer zu definieren. Es ist ganz schön schwierig, sich ohne Schuldgefühle von Personen oder u.U. auch seinem Arbeitsplatz zu trennen, wenn mein Bestes nicht ausreicht.
    Aber wenn ich mir eingestehen kann, dass ich eben tatsächlich MEIN Bestes gegeben habe, das aber nicht reichte, kann ich viel gelassener mit der Situation umgehen und muss mich nicht als Versager fühlen.

    Danke. Danke nochmals für die Geschichte, die mir Mut für meinen Weg macht.

  16. Klara schreibt am 7. August 2011 um 09:12

    Danke! Die Geschichte war ein schöner Start in den Sonntag.

  17. Mirko schreibt am 7. August 2011 um 09:17

    Sehr beeindruckende Antwort und ein Fazit, dem ich mich komplett anschließen kann.

  18. Katja Pilz schreibt am 7. August 2011 um 09:26

    Ich habe eine "Gänsehaut" bekommen.
    Der Bericht bringt das auf den Tisch, was man manchmal im Beruf, umgeben von getriebenen 170%-Wollern, vergisst. Jetzt ist es wieder da. Lass diese Über-Woller an Dir vorbeirennen und bleibe bei Dir selbst.
    Auch falls es zur Kündigung führt, da Du Dich nicht von der Gruppendynamik anstecken lässt. Bleibe Dir selber treu.
    Vielen Dank für den Beitrag!
    K.P.

    • Gabi schreibt am 8. August 2011 um 19:13

      Auch zu mir passt die Geschichte gut.Ich musste am eigenen Leib spüren das der Körper auch mal Grenzen setzt.
      Zwar unschön aber ohne Verzögerung überdenkt mal plötzlich sein Leben.(in meinem Fall besonders das Arbeitsleben)
      Mein Fazit für mich war...wenn 150% nicht zur wertschätzung des AG führen..dann reichen sicher 100% also "mein Bestes" auch.
      Seit dieser Entscheidung geht es mir sehr viel besser und dieser Bericht bestärkt mich darin.
      GH

  19. Hanni schreibt am 7. August 2011 um 09:38

    Also, andern geht es ebenso. Ich freue mich über die vielen positiven Kommentare und das am frühen Sonntagmorgen.hier
    Ich bin schon reichlich alt, jedenfalls älter als die meisten hier, kann und muss doch immer noch lernen.
    Und ich muss endlich begreifen, dass "mein Bestes" gut genug ist und dass ich endlich mal mit meiner Leistung, egal was es betrifft, zufrieden sein soll. Hoffentlich schaff ich das.

    Danke für den wunderbaren Artikel und einen schönen Sonntag an alle.

  20. Astrid schreibt am 7. August 2011 um 09:44

    Es tut immer wieder gut, daran erinnert zu werden, dass wir nicht das Ergebnis unserer Leistung sind.
    Es ist befreiend und beängstigend, es ist wohl das Schwierigste überhaupt zu verstehen, dass ich schon liebenswert und wertvoll bin, nur weil ich bin/atme/existiere. Danke für diesen ermutigenden Bericht!

  21. Renate schreibt am 7. August 2011 um 10:09

    Auch ich danke für diese wunderbare Geschichte.

    Zufriedenheit hat viel damit zu tun, dass ich mit mir selbst im Reinen bin. Wenn mir bewusst ist, dass ich mein Bestes gebe, dann bringen Vergleiche mit anderen - Besseren, Jüngeren, Stärkeren, Schnelleren, Klügeren ..... - nicht zwangsweise Frust und schlechte Gefühle.

    Jeder Mensch hat seine Stärken, und die zeigen sich auch jenseits von "Leistung". Just do it "My Way"!

    Einen schönen Sonntag an alle
    Renate

  22. Monika schreibt am 7. August 2011 um 10:20

    Hallo zusammen,
    wenn ich mein Bestes gebe,
    ist das für mich gut, trotzdem kann es für andere enttäuschend sein, weil sie viel höhere Erwartungen an mein Bestes haben, weil ich schon mal mehr geleistet habe, schneller war, eben besser fuktionierte. Deshalb ist es einfacher, das eigene Beste unter unbekannten oder in neuen Bezügen zu leben, als mit
    denen, die einen besser funktionierend kannten. Ich wurde von meinem Arbeitgeber schlechter bewertet, obwohl ich mein Bestes gab, immer gab, früher aber mehr als mein Bestes.
    Trotzdem bin ich froh, irgendwann "mein Bestes" definiert zu haben, um nicht immer hinter unereichbaren oder nur zu einem sehr hohen Preis erreichbaren Zielen herzuhechten oder zu glauben diese erreichen zu müssen.
    Einene schönen Sonntag wünscht Monika

  23. Manni schreibt am 7. August 2011 um 10:21

    Auch ich glaube, dass wir viel uns viel zu oft den Leistungsdruck "der anderen" unterziehen und dadurch uns einem Maßstab unterziehen, der einfach nur ungesund ist.
    Doch auch wenn ich mich selber zum Maßstab nehme und "immer mein Bestes gebe" habe ich so meine Schwierigkeiten. Es suggeriert bei mir, dass ich immer auf 100 Prozent (mehr als 100 halte ich für schwierig) bin. Und ausspannen, einfach mal nichts tun --- ist das auch 100%? So war das hier wohl nicht gemeint.
    Ich selber messe mich mehr daran, ob ich etwas mit "Leidenschaft" tue, also ob ich voll dabei bin (oder eben nicht). Die Frage nach "dem Besten" stellt sich für mich nicht. Nach welchem Maßstab denn? Auch das ist die Leistungsgesellschaft auf anderer Ebene.

    Schöne Grüße, Manni

    • Marietta schreibt am 7. August 2011 um 10:40

      @Manni:

      "mein Bestes" heißt für mich: "So, wie es für mich, unter Berücksichtigung ALL meiner Bedürfnisse, am stimmigsten ist".

      Wenn ich also schnell zum Feuermelder will, weil es brennt, sollte ich meine sportliche Höchstleistung ausfahren; wenn ich nur Brötchen holen möchte, darf es ein gemütliches Schreiten sein.
      Das wäre dann "das Beste" für die gegebene Situation und "das Beste" zur Bewirtschaftung meines Kräftehaushalts.
      Wenn ich Kontakte knüpfen möchte, wäre aufmerksames Schlendern passend; wenn ich Kalorien verbrennen möchte, ein atmungstrabender Laufschritt; wenn ich meine Oma begleite, ein stabiles, maßvolles Abrollen; und wenn ich kurz vor Ladenschluss etwas erledigen möchte, ein zackiges Abmarschieren.

      "Mein Bestes" ist also nicht das schnellstmögliche, sondern das der Situation angepasste, unter Berücksichtigung meines Kräftehaushalts, meiner Ziele, meines sozialen Umfelds.
      Insofern ist "einfach mal ausspannen" natürlich auch 100% - völlig stimmig mit sich selbst.

  24. Marietta schreibt am 7. August 2011 um 10:48

    Nachtrag:
    leider war mein Beitrag raus, ehe ich zu Ende geschrieben hatte.
    Das fehlte noch:

    Ich stimme Dir zu, dass Leidenschaft ein guter Maßstab sein kann. Aber ich kenne auch viele Menschen, die voller Leidenschaft ausgebrannt und erschöpft in Überarbeitung, Krankheit und Depressionen gefallen sind. Deshalb halte ich es auch in der Leidenschaft für gesund, immer mal wieder zu schauen, ob mein Tempo und meine Last meinen Kräften und der Situation angemessen sind und ob ich im passenden Schritt noch unterwegs zu meinen Zielen bin.

    Ich selbst habe mich auch schon voller Leidenschaft völlig verausgabt und hatte dann keine Kraft mehr für das, was mir daneben mindestens ebenso wichtig war. Insofern finde ich den Maßstab "mein Bestes" als Summe aller, auch widerstreitender, Interessen in mir gar nicht so schlecht.

    Herzliche Sonntagsgrüße
    Marietta

  25. Claudia schreibt am 7. August 2011 um 11:13

    O.K.! Du hast ja Recht! Ich versuch´s! Obwohl...in versuchen steckt ja bekanntlich die Erlaubnis zum Scheitern.
    Ab sofort: "Ich gebe mein Bestes" und nicht !"Ich gebe Vollgas um immer und überall alle glücklich zu machen". Danke!
    Claudia

  26. roswitha schreibt am 7. August 2011 um 11:17

    Ja es stimmt, es ist wichtig für einen selbst "Mein Bestes" zu kennen. Ich habe auch einige Zeit gebraucht herauszufinden, was mein Bestes ist. Aber jetzt fühle ich mich gut und kann zuviel Druck schnell abgeben. Mit sich selbst im Reinen zu sein ist einfach ein supergutes Gefühl. Danke für den Newsletter - werde ihn einigen meiner Freunde schicken.
    <Einen schönen Gruß Roswitha

  27. Eva Holleitner schreibt am 7. August 2011 um 11:55

    "Gib bei allem was du tust dein Bestes" zusammen mit
    "Nimm nichts persönlich" und "Ziehe nie voreilige Schlüsse", wenn man das immer beherzigt dann ist man denke ich auf der Gewinner-Straße.

    Schönen Sonntag noch

  28. Romana schreibt am 7. August 2011 um 12:37

    Klasse. Bewegend, knapp, auf den Punkt und für mich eine Schatzkiste an Informationen, Motivationen und Trost.

  29. Pia schreibt am 7. August 2011 um 13:08

    Super Newsletter, hat auch mir sehr gut gefallen.Vielen Dank.

  30. Stefanie schreibt am 7. August 2011 um 13:46

    Ihr Lieben,

    diese neue Reihe finde ich klasse, ganz großes Kompliment, ich konnte bis jetzt viel daraus ziehen.

    Schönen Sonntag

    Stefanie

  31. Dagmar schreibt am 7. August 2011 um 13:55

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Auch ich befinde mich monetan in einer ähnlichen Situation wie der Autor damals. Ich bin aktuell auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung, bei der ich MEIN BESTES geben kann. Also eine Position, die mich zufriedenstellt. Vorher habe ich immer versucht das BESTE zu geben und das hat mich sowohl körperlich als auch psychisch fertig gemacht. Denn wir sind doch alle nur Menschen und keine Maschinen! Schwer wird es insbesondere dann, wenn man für seine Arbeit keine Wertschätzung erhält. Die gebe ich mir nun selbst und bleibe am Ball, das zu finden, was mich wirklich glücklich macht!

    • Britta schreibt am 7. August 2011 um 15:23

      dito. Könnte geradezu aus meiner Feder stammen.
      Viel Glück!

  32. Waldfee schreibt am 7. August 2011 um 14:28

    Ja, ein toller Newsletter, gerade richtig für mich.
    Ich arbeite bei einem ambulanten Pflegedienst. Die Pflegezeiten sind eng kalkuliert. Immer heißt es:Sieh zu, dass du schnell fertig wirst..... Also gebe ich "das Beste",damit die Zahlen stimmen. Das ist wider meiner Einstellung und meiner Natur, denn ich möchte doch den Menschen pflegen und nicht die Zahlen (...)
    Ich spüre, wie wohltuend es ist zu sagen: Ich gebe "mein Bestes". Dieser kleine Unterschied tut unwahrscheinlich gut! Danke!

    Allen noch einen schönen Sonntag
    Waldfee

  33. Gabriela schreibt am 7. August 2011 um 15:18

    Ich schließe mich meinen Vor-Schreibern an. Ganz toll.

  34. Sammy schreibt am 7. August 2011 um 15:33

    Was Ralph Goldschmidt bei dem Meilen-Lauf passiert ist, das wird – wie auch mir – wohl schon den meisten passiert sein: Wir wollten jemand durch irgend eine Leistung imponieren, wollten besser oder gar der/die Beste sein, doch wir überschätzten und blamierten uns dabei.
    Schlimmstenfalls schadeten wir auf diese Weise sogar unserer Gesundheit.

    Vielleicht wollten wir vermutete oder tatsächlich geäußerte Forderungen uns wichtiger anderer Menschen erfüllen, oder wir hofften einem zur Zeit noch unerreichbaren Selbstbild zu entsprechen.

    Mir scheint, es bleibt eine nie aufhörende Aufgabe, herauszukriegen: Was ist denn gerade jetzt und hier „mein Bestes“?

    Will ich diese Frage zutreffend beantworten, sollte ich mich über meine Möglichkeiten, mein Wissen und Können, die genauen Umstände usw. möglichst nicht täuschen, mir nichts vormachen oder einreden lassen. Welche Konsequenzen sind bei anderer Entscheidung wahrscheinlich?

    Ich sollte mich um klare Wertvorstellungen bemühen: Weshalb will ich gerade das tun oder lassen, in dieser Zeit und Qualität? Auf diese Weise? Weshalb ist mir das Vorhaben, dieses selbst gestellte oder vorgegebene Ziel eigentlich so wichtig?

    Häufig entscheiden wir spontan, instinktiv, aus dem Bauch, nach Gefühl, wir handeln „so wie es eben üblich ist“, wie gewohnt, wie „man“, wie der Vorgesetzte es von uns erwartet.

    Werden wir auch später, bei rückblickender Bewertung, mit unserem heutigen Tun und Lassen noch zufrieden sein? Über kurz oder lang wird es sich zeigen.

    „Irren ist menschlich. Es wäre aber grundfalsch zu glauben, man sei desto menschlicher, je mehr man irrt“, schrieb Jürgen Kuczinsky mal.

  35. Annabella schreibt am 7. August 2011 um 15:42

    Das ist eine sehr interessante Geschichte.
    Wie oft wurde von mir in den letzten Jahren Leistung gefordert, die über das "gesunde Maß" hinaus ging. Ich Depp habe auch weit mehr als 100 % gegeben. Das Ergebnis war totale Erschöpfung.
    Auch ich gebe inzwischen MEIN Bestes. Wenn es für andere evtl. nicht ausreichend ist, ist das deren Problem. Seitdem geht es mir erheblich besser.
    Früher bin ich für mein Leben gerne Langstrecke gelaufen und habe bei jedem Marathon darauf geachtet, dass ich eine Leistungssteigerung erzielt habe. Heute laufe ich, wenn ich mag und das in MEINEM Tempo.

  36. Pia schreibt am 7. August 2011 um 16:20

    Ja, was nun? - sitze gerade im Büro und renne natürlich auch hin und her (bin in ein anderes Büro gezogen) und räume die Kartons aus - ja richtig, es ist Sonntag!
    Ich geb mein Bestes!!! und heute Abend bin ich bestimmt so zufrieden, wie gestern als der Kartonturm weniger geworden ist.
    Hab dann zu Hause gedacht, ne Menge, was sich so in fast 20 Jahren ansammelt!
    Die Geschichte hat mich nachdenklich gemacht und zur Reflexion angeregt! Geb ich m e i n B e s t e s??? Was ist m e i n B e s t e s???
    Ich denk darüber nach!

  37. Beate Schmitz-Rundholz schreibt am 7. August 2011 um 19:04

    ...ein toller Beitrag - DANKE!

  38. Johannes van Stephaudt schreibt am 7. August 2011 um 19:14

    Ich hatte die Geschichte vom Ralph Goldschmidt vor einigen Wochen in Goch "Live" gehört und war da schon sehr beeindruckt. Nach dem lesen im Newsletter wurden mir aber viele Dinge noch klarer, und ich freue mich auf ein weiteres umsetzen "Mein Bestes" zu geben.

  39. Michaela Grangladen schreibt am 7. August 2011 um 19:30

    Hallo, ich finde auch, dass dies ein Super-Newsletter war. In dieser Geschichte finde ich mich wieder. Leider hat mir mit Ende 20 keiner so etwas gesagt, so dass ich noch 10 Jahre länger 170 % gegeben habe. Jetzt geht das nicht mehr. Und das ist sehr schwierig. Aber MEIN Bestes geben, kann ich lernen... denke ich!
    Vielen Dank und alles Gute!

  40. Elfriede schreibt am 7. August 2011 um 20:03

    Es ist gar nicht so einfach "nur" SEIN BESTES zugeben :(
    Ab einem gewissen Alter hat man im Berufsleben ganz einfach nicht mehr die Möglichkeit zu sagen "ich gebe MEIN BESTES",
    denn die Option, "dann passen wir halt nicht zusammen" kann in so einem Fall ein Eigentor sein. Bin nun selbst mit 50+ in der Situation "endlich" einen neuen Arbeitsplatz bekommen zu haben und gebe ich nicht DAS BESTE (Leistungsdruck), so sagt mein Chef "dann passen wir halt nicht zusammen" (so wie mir schon angedroht wurde).
    Dann keine Arbeit zu haben ist aber auch nicht MEIN BESTES.
    Es ist einfach eine Zwickmühle wo ich wohl einen Mittelweg finden muß.

    Interessantes Thema, das zum Nachdenken anregt.

  41. Corinna Altmann schreibt am 7. August 2011 um 20:24

    Hallo und einen schönen Guten Abend an alle,
    auch ich fand die Geschichte toll. Mir wurde (und dies ist auch jetzt noch)beim lesen der Geschichte, warm ums Herz.
    Auch ich habe mich, wie sehr viele vor mir, in dieser Geschichte wieder gefunden.
    Ich bin froh (dies nichts zu tun hat mit Schadenfreude und auch von mir nicht so jetzt gemeint ist),
    dass es mir nicht allein da so auch erging - und ich jetzt lese und somit erlebe, dass es auch genügend andere Betroffene noch gibt und gab.
    Dieses auch viele für sich schon erkannt und somit auch geändert haben. Ja und schwer ist es, dies zu verändern und zu ändern. Doch machbar und möglich und dies finde ich sehr wichtig.
    Sein BESTES immer geben - finde ich - ist Situationsbedingt. Ich kann immer mein BESTES geben - doch nicht immer bin ich in der Lage die gleiche Leistung - konstant und gleichbleibend (ab.-) zu geben, da viele Faktoren auch eine Rolle dabei spielen.
    Ich finde es für mich wichtig - in den verschiedensten Situationen mein BESTES zu geben und mit mir selbst dabei zufrieden zu sein, auch wenn andere Menschen anderer Meinung sein sollten (dies ja ihr gutes Recht auch ist)und ich ihre Erwartungen evtl. nicht erfüllen tue und evtl. gekündigt werde.
    Also, allen einen schönen Abend und eine angenehme Woche und wie bereits erwähnt,
    toller Newsletter, tolle Geschichte.
    Bis nächsten Sonntag wieder. Ich freue mich schon auf den nächsten Newsletter.
    Tschüß und danke an alle - für alles.!!!!!!!!!!!!!

  42. Thomas schreibt am 7. August 2011 um 21:40

    Danke, danke, danke!

    Es ist wie Balsam für die Seele, zu erfahren, dass es anderen ähnlich geht mit dem Leistungsdruck. Ich arbeite mit ausgesprochenen "Workaholics" zusammen. Das produziert in mir permanent das Gefühl, den "imaginären" Anforderungen nicht gerecht zu werden, wenn ich nicht länger arbeite und dadurch Leistungsbereitschaft zeige. Ein Teufelskreis, der mir die Freude an der Arbeit vermiest.
    Allerdings habe ich in den zurückliegenden Jahren auch gelernt, dass ich auf mich acht geben muss und nicht permanent 100% Leistung liefern kann. Zu einem ausgeglichenen Leben gehört, die Balance zu finden zwischen Arbeit und Erholung.
    Sich selbst über Leistung zu definieren birgt die große Gefahr, sein Selbstwertgefühl nicht mehr unter eigener Kontrolle zu haben, da es durch die erstrebte Anerkennung von außen fremdbestimmt wird.

    Also, gebt acht auf Euch!
    Viele Grüße
    Thomas

    • Marina schreibt am 8. August 2011 um 09:30

      VIELEN DANK für diesen Beitrag und die so hilfreichen Meinungen dazu!!! Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen und viele Sprechen mir aus der Seele! Eine Ergänzung würde ich gerne noch sagen:
      Unsere Leistungsgesellschaft mit dem Motto "immer mehr und mehr, ohne Rücksicht auf Verluste" und dieses teilweise menschenverachtende System hätte keine Chance mehr, wenn wir ALLE diese Einstellung "unser Bestes zu geben" (der Situation entsprechend) leben würden! Dann würde diese Einstellung uns den äußerlich aufgebauten Druck nehmen. Ich kann auch nur sagen, "gebt acht auf Euch und seit bei Euch selbst"!
      Viele Grüße
      Marina

  43. Frank schreibt am 7. August 2011 um 22:15

    Vielen Dank für den ehrlichen Bericht. Das gibt einem schon zu Denken und die Parallelen sind erstaunlich. Mir geht es oft ähnlich. Ich gebe in meinem Job und auch sonst immer vollen Einsatz, so dass ich für mich selbst zu wenig Zeit habe. Das merke ich an meinen kleinen "Wehwehchen", an meinem Bauchumfang und an meiner Kondition. Jetzt ist Schluß. Ich werde ab sofort auch bei mir "Mein Bestes" geben. Das bedeutet aber auch, dass ich an anderer Stelle Abstriche machen muss. Ich freue mich schon auf meine neuen sportlichen Erfolge, dass meine Gesundheit durch mehr Sport und Bewegung wieder besser ins Lot kommt, mein Bauchumfang auf ein für die Gesundheit erträgliches Maß zurück geht (also von 106cm auf 90cm) und meine Ausdauer besser wird. Meine Frau wird es mir natürlich auch danken, wenn ich weniger Speck und dafür mehr Muskeln im Gepäck habe.
    Ab sofort werde ich die Dinge nicht mehr zur vollsten Zufriedenheit aller erledigen, sondern beim erreichen der Schwelle "volle Zufriedenheit" an mich denken.
    Hoffentlich halte ich das auch durch, aber mit Unterstützung meiner Frau geht das ganz bestimmt.
    Wie es mein Vorredner schon gesagt hat: "Also, gebt acht auf Euch!" Das werde ich jetzt beherzigen.
    Viele Grüße an Alle, die durch diesen Beitrag wach gerüttelt werden und Ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen.
    Frank

  44. Hilde Sander schreibt am 7. August 2011 um 22:51

    Ein Beitrag, den ich mit Spannung gelesen habe und der mir sehr, sehr gut gefallen hat.

    I do my very best...

    Viele Grüße
    Hilde

  45. Claudia schreibt am 8. August 2011 um 07:32

    Ja, auch mir hat der Beitrag gut gefallen. Nach dem Motto versuche ich zu leben und merke immer mal wieder, wie die Leistungsgesellschaft gern mal einen Strich durch meine Rechnung machen möchte. Schon als Kind hab ich mir von meinen Eltern sagen lassen: "Die anderen sind kein Maßstab für dich." Genau das, versuche ich als Mutter auch an meine Kinder weiter zu geben. Und es ist nicht immer leicht, gerade unter dem Druck derer, denen die Kinder oft schon früh ausgeliefert sind. Denn nicht nur in der Schule, sondern auch in der Freizeit ist Höchstleistung angesagt. Ansonsten wird nicht daran gespart, auch die Kleinsten der Gesellschaft schon zu brechen. Demoralisieren und mobben, kommt leider auch in Schulklassen und bei Freizeitaktivitäten häufig vor. Da ist es nicht leicht, sein eigenes Tempo weiter zu laufen. Das erfordert viel Rückgrat, was nicht zuletzt Eltern ihren Kindern, die heranwachsen zu den Erwachsenen der Gesellschaft, mit geben sollten.

  46. Melanie schreibt am 8. August 2011 um 10:51

    Wie bei so vielen passt der Beitrag auch in meine Situation. Ich fühle mich mit MEINEM Besten auch sehr gut, ich kann mich und mein Leben gut leiden :) Was aber, wenn Freundschaften ins wanken geraten, wenn MEIN Bestes plötzlich nicht mehr reicht? Muss man sich immer erklären?

    Ich wünsche Allen einen schönen Wochenstart!

  47. Anne schreibt am 8. August 2011 um 12:17

    Genau! Wenn (das Produkt)die Latte, die ich dem Kunden verkaufe, aus "Gefälligkeit'" zu hoch liegt, wird die Durchführung des Auftrages nix. Der merk doch auch, ob ich zuviel versprochen habe und ob, dass, was er dann braucht von mir dann braucht, wirklich das ist, was ich angekündigt habe. Lieber der /die sein, die man ist und das tun, was man wirklich gut kann, als das was der andere von mir erwartet, wozu ich eigentlich nicht gemacht bin. Dann passen wir nicht zusammen.
    Schönes Beispiel, was wir immer wieder erneut erleben...und das ist auch gut so!
    Lieben GRuß
    Anne

  48. Karin schreibt am 8. August 2011 um 15:22

    Klasse newsletter. Sehr ansprechende Themenreihe. Danke und v. a. bitte weiter so.

  49. Alexander Glaub schreibt am 8. August 2011 um 15:53

    wirklich geniale Geschichte
    - ich geb MEIN bestes

  50. Heike schreibt am 8. August 2011 um 16:29

    Was Ralph Goldschmidt schreibt, ist ungefähr das, was ich auch erlebt habe. In meiner Bettkoje hatte jemand eine Botschaft hinterlassen "halte durch, es lohnt sich", und genau so war's. Klappern und frieren geschieht uns, wenn wir mit unseren eigenen Ängsten konfrontiert werden, die wir im Alltag gerne unterdrücken, damit wir das Pensum schaffen. Ich gebe immer mein Bestes, und manchmal auch immer noch mein Äußerstes, aber ich merke es wenigstens und kann es Anderen, bei denen ich es wahrnehme, auch bewusst machen. Dieses Training war die Inititalzündung für meine weitere persönliche Entwicklung. Eine Erfahrung, die ich bei aller vermeintlichen Entbehrung (so schlimm war's objektiv gar nicht, aber in dem Moment, wo man mittendrin steckt, kommt es einem so vor!) auf keinen Fall missen möchte, und die heute, 11 Jahre später, immer noch präsent und wertvoll ist.

  51. Andreas schreibt am 8. August 2011 um 21:06

    Die Geschichte passt. Danke.

  52. Christine schreibt am 9. August 2011 um 10:29

    Super - diese Erfahrung und danke für das Mitteilen dieser "Geschichte". Hilft mir im Augenblick sehr! Danke hierfür!

  53. Barbara schreibt am 9. August 2011 um 13:32

    Ja auch ich kann mich den Kommentaren nur anschliessen.
    Passst auch bei mir gerade sehr gut auf die aktuelle Situation.
    Seit ich versuche "mein Bestes" zu geben bin ich aber am Arbeitsplatz leider nicht mehr so gut angesehen, da ich mehr auf mich achte (war wegen Burn-Out dringend noetig)
    Daher suche ich derzeit eine neue Aufgabe bei der ich wirklich MEIN BESTES geben kann - passend zu meinen Moeglichkeiten, Staerken und Faehigkeiten und vor allem auch zu meinen Wertvorstellungen.
    Danke fuer den tollen Newsletter und die vielen guten Kommentare
    Euch allen einen schoenen Tag, Barbara

  54. Claudia schreibt am 9. August 2011 um 16:28

    Wahre Worte. Gerade das richtige um nach einem Urlaub wieder in den Arbeitsalltag zu starten.
    Einfach nur DANKE! :o)

  55. Dagmar schreibt am 9. August 2011 um 20:07

    Danke, für diese Worte und danke dass ich sie heute lesen durfte. Sie sind ein Stückchen Kiesel auf meinem Weg,den ich gern immer wieder mitnehmen möchte, damit er mich errinnert was wichtig ist.
    Dagmar

  56. Silke Malburger schreibt am 11. August 2011 um 06:11

    Danke, Claudia für´s Weiterleiten dieser Geschichte !!
    Kommentar : ja, eigentlich ist es so einfache !! Das
    lerne ich gerade nach einem 7-wöchigen "lebensrettenden" Krankenhausaufenthalt.
    Ich setzt zur Zeit neue Prioritäten, was mein Leben - privat wie beruflich angeht. - neu Durchstarten ist etwas Wunderbares ! - Silke

  57. Judy schreibt am 16. August 2011 um 11:23

    Vielen Dank für diese Geschichte! Regt wieder viel zum Nachdenken an! - Judy

  58. Hannah B. schreibt am 26. August 2011 um 18:40

    Super Artikel- die Moral aus der Geschichte ist eine der wichtigsten Lektionen im Leben. Besonders für die Generation junger Akademiker, die überall 150% geben wollen, und irgendwann dran zerbrechen. Ich habe mir die oben stehende Geschichte ausgedruckt und lese sie nun immer, wenn ich das Gefühl habe, es wird alles zu viel, ich kann nichtmehr, und mich deswegen schlecht oder ängstlich fühle. Und es hilft mir. Danke dafür!