Bauchentscheidungen (Gerd Gigerenzer)
Von Judith Wischhof • 2 Kommentare
„Bauchentscheidungen. Die Intelligenz des Unbewussten und die Macht der Intuition“ von Gerd Gigerenzer – München: Goldmann-Verlag, 2008 – 284 S. – ISBN-13: 978-3-442-15503-3 – 8,95 €
Das Buch „Bauchentscheidungen“ ist ein Plädoyer dafür, dass man öfters einmal auf seine Intuition hören sollte. Dafür sprechen die vielen anschaulichen und verblüffenden Studien, die der Autor Gerd Gigerenzer in diesem Buch aufgeführt hat. Denn diese Studien beweisen, dass unsere intuitiven Entscheidungen in der Regel genauso gut sind wie die Entscheidungen, die wir durch rationale Berechnungen von Für und Wider treffen. Ja, manchmal ist es sogar hilfreich, möglichst wenig zu wissen und deshalb auf seinen Bauch hören zu müssen.
Gigerenzer zeigt in diesem Buch, dass Intuition – genau wie Logik – etwas ist, was im Kopf stattfindet: kein Gefühl, sondern unbewusste Intelligenz. Denn die Entscheidungen, die wir als intuitiv bezeichnen, basieren auf ganz einfachen Faustregeln, die wir unbewusst zu Rate ziehen. Entsprechend können wir unsere Intuition trainieren, indem wir uns dieser Faustregeln bewusst werden und sie dann auch richtig anwenden.
Aus dem Inhalt:
- Wie Intuition funktioniert
- Weniger ist (manchmal) mehr
- Warum gute Intuitionen nicht logisch sein müssen
- Ein einziger guter Grund reicht
Dr. Gerd Gigerenzer ist der Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. Sein Buch „Bauchentscheidungen“ wurde 2007 als Wissenschaftsbuch des Jahres ausgezeichnet. Und das meiner Meinung nach ganz zu Recht: Denn Gigerenzer hat es in diesem Buch geschafft, wissenschaftlich fundiertes Wissen in verständlicher Sprache darzustellen.
Das Buch ist rundum gelungen: informativ, unterhaltsam, nachdenklich stimmend. Und ich würde es nicht nur denjenigen empfehlen, die sich ganz grundsätzlich für Intuition interessieren. Jeder, der in seinem Leben privat oder beruflich viele Entscheidungen zu treffen hat, kann von den Erkenntnissen in diesem Buch profitieren.
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Vielen Dank für den Tipp, glaube das Buch ist für mich und meinen Bauch. ;)
Natürlich geht es nicht um den Bauch. Der Bauch - genauer: der Darm - kann nichts als Verdauen, schlechte Luft erzeugen und Abfälle ausscheiden; er kann nicht denken und erst recht keine Entscheidungen steuern. Das kann nur das Hirn. Gigerenzer ist ein Hirnforscher, kein Internist. So stellt er auch gleich eingangs klar, dass er mit "Bauch" die Intuition meint. Die Intuition (unklare Gedanken, ungefähre Abwägungen, gedankliche Eingebungen etc.) ist eine kognitive Leistung, also eine Hirnleistung. In dem ganzen Buch kommt der ominöse "Bauch" dann nicht mehr vor. Die unselige Bauch-Metapher wird von Gigerenzer offenbar nur des Marketings wegen eingesetzt. Viel Spaß also für die "Bauch"-Liebhaber bei diesem Buch: Es handelt vom Hirn, von nichts anderem! Und wer zum Schluss dann immer noch meint, die Intuition sitze im Bauch - na, dem wünsche ich ein gediegendes Ranzenblitzen.