Eine Frage, eine Antwort … 80.000 Stunden
Von Ralf Senftleben • 34 Kommentare
In unserer neuen Rubrik „Eine Frage – eine Antwort” haben wir dieses Mal den Business-Coach und Trainer Jörg Weisner befragt:
Wenn Sie einmal auf Ihr Leben zurückblicken: Welches Ereignis bzw. welche Situation hatte nachhaltig den positivsten Einfluss auf Ihr Leben?
und die folgende Antwort bekommen:
Das weiß ich noch ganz genau. Ich war in einer Bank als Anlageberater beschäftigt. Es war Mitte Juni, ich war drei Monate zuvor 27 Jahre alt geworden. Der Job brachte mir Spaß. Banklehre mit 1 abgeschlossen, dann in die Wertpapierabteilung. Nach kurzer Zeit Gehaltserhöhung und Handlungsvollmacht. Die Bankakademie besuchte ich am Wochenende. Alle hielten mich für den geborenen Banker. Der weitere Karrierepfad schien vorgezeichnet.
Und dann kam dieser Mittwochnachmittag, kurz vor fünf. Der Schalter war schon seit 13.30 geschlossen. Die meisten Kollegen waren auch schon gegangen. Ich genoss die Ruhe in der Bank und schaute mir die Börsenentwicklungen einiger Kundenpapiere an. Vor mir sah ich die Charts der Aktienkurse der letzten Jahre. Wie würde sich der Kurs wohl in den nächsten 5, vielleicht sogar 10 Jahren entwickeln?
Plötzlich gingen meine Gedanken in eine ganz andere Richtung. Auch in Richtung Zukunft, aber nicht mehr auf die Aktien bezogen, sondern auf mich. Ganz persönlich.
Wie wird sich mein persönlicher Kurs entwickeln? Was könnte ich in der Bank erreichen? Filialleiter einer großen Filiale wie Kiel? Das sollte machbar sein. Und wie viele Stunden hätte ich wohl noch zu arbeiten, bis ich die Rente bei der Bank einreichen könnte? 80.000 Stunden!
Genau diese Antwort veränderte mein Leben.
Die 80.000 Stunden gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Was sollte ich mit diesen vielen Stunden anfangen? So viel Spaß mir der Beruf in der Bank auch brachte, war es das wert???
Drei Wochen später legte ich meinem Chef die Kündigung auf den Tisch. „Mit Betriebswirten kann man doch die Straße pflastern“, war sein etwas verärgerter Kommentar.
Der erste Schritt war getan. Schnell hatte ich mich entschieden, doch noch zu studieren. Und mein Vater hat mich bei dieser Entscheidung unterstützt: „Wenn es finanziell für Dich eng wird, dann kriegen wir das schon hin.“
Anfang Oktober war Studienbeginn, am 3. Oktober verstarb mein Vater vollkommen unerwartet an einem Herzinfarkt. Neben dem Schock und der Trauer war damit auch mein finanzielle Sicherheit dahin. Bafög allein reichte nicht aus. Also was tun?
Sich selbst beweisen
Einer unserer Dozenten aus der Bankakademie war Unternehmensberater. Promovierter Wirtschaftsingenieur. Er konnte sehr begeisternd über seine Existenzgründungsberatungen erzählen und uns BWL wirklich zum Anfassen nahebringen. Ich nahm meinen Mut zusammen und sprach ihn an: „Ich möchte gern bei Ihnen ein Praktikum absolvieren.“ „Da kostet nur meine Zeit und mein Geld, daran habe ich kein Interesse“, kam umgehend die Abfuhr.
Und jetzt kam mir der rettende Einfall: „Ich dachte als Volontär. Ich arbeite für Sie kostenlos und wenn Sie merken, dass ich Ihnen Geld einbringen kann, dann geben Sie mir etwas ab, wo ist das Risiko?“ Er überlegte nur kurz: „Einverstanden, dann kommen Sie morgen vorbei und fangen Sie an.“
Der nächste Tag war ein Sonntag und so begann ich an einem Sonntag meine neue Karriere als Berater. Nach einem Monat bot mir mein Chef 12 DM pro Stunde, nach einem halben Jahr Einarbeitungszeit erhöhte er auf 18 DM und nach einem weiteren halben Jahr auf 27 DM. Damit verdiente ich nach einem Jahr freiberuflicher Tätigkeit mehr als vorher in der Bank. Und ich konnte mich austoben, wie ich wollte. Ich habe in den vier Jahren parallel zum Studium über 50 Gründungsberatungen durchgeführt. Die für mich ideale Ergänzung zum BWL-Studium.
Ein etwas anderer Bewerbungsweg
Etwa ein Jahr vor meinem Examen stellte sich eine der großen fünf Wirtschaftsprüfungsfirmen an der Uni vor. Sie warben um Absolventen. Ich sprach einen der Partner an. „Wann sind Sie fertig mit Ihrem Studium?“ „In ca. einem Jahr“, antwortete ich. „Dann dürfen Sie sich noch nicht bei uns bewerben. Wir akzeptieren nur Bewerber ein halbes Jahr vor Abschluss.“ Wieder so eine spontane Abfuhr. „Kann ich mich denn informieren, wie es bei Ihnen so abläuft?“ „Ja, das können Sie.“ Wir vereinbarten einen Termin in Hamburg. Der Partner widmete sich mir eine ganze Stunde. Am Ende des Gespräches reichte ich ihm eine Mappe über den Tisch, mit meinem Lebenslauf und einigen Referenzen aus der Beratung. „Sie dürfen sich nicht bewerben“, war seine Reaktion. „Das tue ich auch nicht. Ich möchte nur sehen, was Sie davon halten. Das ist keine Bewerbung!“, antwortete ich grinsend.
Er war inzwischen so neugierig geworden, dass er mich bat, eine halbe Stunde zu seinem Kollegen zu gehen, während der Zeit würde er sich meine Unterlagen ansehen. Danach rief er mich wieder herein: „Ich würde Sie gern einstellen, darf es aber noch nicht. In einem halben Jahr können Sie von mir den Vertrag haben.“ Ich hatte meine erste Zusage. Ohne Abschlusszeugnis, nur aufgrund meines Auftretens, meiner Erfahrungen und meines Mutes, eben nicht den typischen Bewerbungsweg einzuhalten. Gegen Ende meines Studium wollte mich der Unternehmensberater dann auch als Partner einstellen. Ich fühlte mich aber noch zu jung und wünschte mir noch mehr Managementerfahrung.
Prioritäten gesetzt
Mein alter Chef aus der Bank lud mich zum Gespräch ein. Er schlug mir einen interessanten Posten in Kiel vor. Da ich ja bereits eine Zusage von der großen Wirtschaftsprüfer-Gesellschaft in petto hatte, konnte ich locker und entspannt auftreten. Parallel zu den Kielern lud mich die Zentrale in Frankfurt zur Vorstellung ein. Dort bot man mir einen Posten ähnlich einem Vorstandsassistenten an. Von den Karrierechancen her sehr interessant. Aber ich hätte nach Frankfurt umziehen müssen. Mein Sohn war geboren. Meine Familie lebte am Selenter See. Das alles gegen mehr Geld und Frankfurt eintauschen? Nein! Ich blieb in Kiel und fing als Firmenkundenbetreuer wieder bei der Bank an, bei der ich damals gekündigt hatte. Mein Plan war, mich nach drei Jahren von einem Kunden abwerben zu lassen.
Das passierte aber schon nach drei Wochen. Durch das freie Arbeiten in der Beratung – auch wenn das zum Teil sehr viele Stunden waren – hatte ich mich an eine Freiheit gewöhnt, die mir die Bank nicht mehr bieten konnte. Also kündigte ich zum zweiten Mal.
Meine nächste Station war ein inhabergeführter Handelsbetrieb, in dem ich als Finanzchef und Verwaltungsleiter eingestellt wurde. Nach fünf Jahren wirkte ich beim Verkauf dieses Unternehmens maßgeblich mit und ging dann wieder in die Beratung zurück.
Aus anfänglicher konzeptioneller Beratung wurden dann immer mehr Workshops und Seminare. Und das jetzt schon seit mehr als zwanzig Jahren, trotz vieler Höhen und Tiefen aber immer mit viel Spaß dabei. Und das alles dank der einen Erkenntnis: 80.000 Stunden.
Die Bereitschaft, auch umsonst zu arbeiten, öffnete mir die Tür zu der ersten Unternehmensberatung. Das Ausscheren aus dem üblichen Bewerbungsverfahren verschaffte mir die Zusage von der großen Wirtschaftsprüfer-Gesellschaft und damit die Freiheit, entspannt mit weiteren potentiellen Arbeitgebern verhandeln zu können.
Ich glaube, dieses entspannte Auftreten zusammen mit dem Wunsch, wirklich nur das zu tun, was mir auch Freude bringen würde, war mein Erfolgsrezept. Und ist es auch noch heute, wenn es um neue Kundenaufträge geht. Klar, ich brauche neue Aufträge. Aber nicht um jeden Preis. Und nicht von jedem Kunden. Je verkrampfter ich auftrete, je geringer sind die Chancen, dass ich den Job bzw. den Auftrag bekomme. Es sieht wie ein Paradoxon aus. Je weniger ich an dem speziellen Job hänge, je größer ist die Chance, ihn zu bekommen.
Beide Seiten haben die Möglichkeit, zu prüfen, ob sie zueinander passen. Wie beim Flirten. Wenn ich unbedingt eine Freundin suchte, wurde es schwierig. Wenn ich loslassen konnte und mich einfach auf das Gegenüber einlassen konnte, ging es viel, viel leichter und machte auch noch mehr Spaß.
Für mich ist die innere Freiheit verbunden mit der Ausrichtung auf die Freude an der Tätigkeit langfristig am erfolgreichsten.

Jörg Weisner
Jörg Weisner arbeitet seit über zwanzig Jahren als Trainer und Coach mit Unternehmern, Selbständigen und Führungskräften.
Seine Philosophie hat er in seinem ersten Buch Job & Joy zusammengefasst, welches durch das gleichnamige Job & Joy Blog ergänzt wird.
In seinem zweiten Buch „Vergiss Selbstdisziplin, erfolgreiche Gewohnheiten bringen Dich voran“ beschreibt er eine verblüffend einfache Methode, genau diese aufzubauen.






Wow! Was eine Lebensgeschichte!
Ich muss sagen, ich fühle mich sofort angesprochen. Wozu in einem Unternehmen arbeiten, bei dem "Karriere" von vorne herein vorgegeben ist. Selbstständig bedeutet zwar, ständig für sich selbst zu arbeiten, aber dafür auch die Freiheit zu haben, genau das zu tun. Und zu wissen: Ich arbeite für mich.
Gratuliere zu dieser Entscheidung! Dein Blog hat einen neuen Leser!
Genau das versuche ich auch. Auch in Richtung Coaching. Und es funktioniert.
Viele Grüße
Dennis
Toll, toll, toll !!!
Typisch Jörg Weisner.
Weithin viel Erfolg wünscht
Ulf-Ingo
Hallo,
ich möchte nicht so erscheinen, als gönne ich irgendwem etwas nicht. Ich freue mich wenn jemand einen solchen Lebenslauf hat. Nur leider ist es heute ehr die Regel als die Ausnahme das "ich" mich als durchschnittlich begabter Mensch, so an den üblichen Bewerbungsverfahren vorbei ins rechte Licht rücken kann.
Heute ist jeder ein unglaublich gebildeter, jung, dynamischer, zehn Fremdsprachen sprechender Superheld und jeder Chef ist schon im Vorfeld so begeistert das...
Sag ich es anders, schön das es solche "Leuchttürme" gibt, aber in solchen Erzählungen wird immer nur vom Licht erzählt und nicht davon das man, wenn man eben nur zum Durchschnitt gehört" (ja, ich weiß es ist alles nur eine Frage wie ich mich selbst anstrenge - guter Witz) so nicht in die Butter fällt.
Wie dem auch sei - Viel Glück und Freude mit dem Erfolg
Peter Heinrich Müller
Da stimme ich voll und ganz zu. Lediglich ist dies wieder eine Geschichte, nach Bild des amerikanischen Traums. "Jeder kann etwas werden, wenn er sich nur anstrengt" ist nicht die Lebensrealität in Europa und auch nicht in den USA. Selbst der sogenannte Europäische Traum "Aufstieg durch Bildung" ist nur eine dieser Parolen, die eine grundlegende Gesellschaftshaltung verschleiern soll: Der Durchschnittsmensch soll auch immer nur das bleiben, eben Durchschnitt.
Hey Peter Heinricht Müller,
mein Motto "Kein Mensch ist auf der Welt um so zu sein, wie in Andere gerne hätten".
Mut, Stärke und Ziele kommen aus dir selbst. Ein Coach kann dich dabei unterstützen, genau das herauszufinden. Durch authentisches Auftreten bei Bewerbungen kannst du viel erreichen - das ist deine Stärke, das erfordert Mut und damit kommst du ans Ziel.
Herzlichst Gabriele
Sehr mutig, hier Bankkarrieren aufzuführen. Vor allem in dieser Zeit. So interessant der Werdegang auch sein möge, es stellt sich auch immer die Frage, auf welche Kosten Herr Weiser mit seinen Bankgeschäften und Arbeit in einer Bank gelebt hat. Und jeder weiß, wie man in Banken zum Bankster wird. Und bei der Ethik-Bank hat Herr Weiser ganz sicher nicht gearbeitet.
Hallo!
Mir ging und geht es irgendwie ähnlich:
ich habe damals eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht und dann 4 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Nach 2 Jahren dachte ich:"Hier kannst Du nicht ewig bleiben". Jeden Tag ging ich an einer Schule für Erwachsene vorbei und nachdem ich alle Vor- und Nachteile und auch noch eine Freundin zum Mitmachen dabei hatte, habe ich meinen unbefristeten Job gekündigt und zuerst mal mein Abitur nachgemacht.
Danach wollte ich eigentlich Kunst studieren, aber es kam anders: mein Sohn wurde geboren. Trotzdem sagte ich mir irgendwann:"Ich möchte meinem Sohn nicht irgendwann den Vorwurf machen, dass ich wegen ihm nicht studiert hätte" also und meldete ich mich im letzten Moment für Pädagogik an...in nur einer Uni und wurde genommen.
Dies war das Beste, was mir in diesem Moment passiert ist, denn nach der Trennung des Vaters konnte ich, angefangen mit wenigen Scheinen, dort abschalten und durch meine Praxis wusste ich genau wie ich mein Studium gestaltete.
Meinen Sohn habe ich dann regelmässig mitgenommen, gar kein Problem.
Meine finanzielle Situation war zwar haarsträubend, trotzdem überwog das Positive, denn ich machte nicht nur eine Berufliche, sondern auch starke persönliche Entwicklung durch. Sozusagen von der Raupe zum Schmetterling.
Momentan bin ich an dem Punkt, wo ich seit 1 Monat wieder als Erzieherin arbeite, zwar nicht ganz im alten Betrieb, aber ähnlich Dem vorher. Und mir ist gerade an diesem Wochenende klar geworden, dass es das Sprungbrett wird für das, was ich ursprünglich wollte: etwas "mit Kunst" zu machen. Von hieraus werde ich jetzt Ausschau danach halten/daran arbeiten.
Ein reines Kunststudium wäre übrigens nicht 100% meins gewesen. Als Pädagoge habe ich (aus meiner Perspektive) mehr Möglichkeiten. Und mit Kind zu studieren ging, als ich studierte, sehr gut. Ich hätte es komisch gefunden, Ihn morgens in eine Kita zu bringen und dann selbst in eine Andere zum Arbeiten zu gehen. Mitnehmen in die Gleiche sollte man aus professionellen Gründen eher nicht.
Ich habe dermaßen viele Erfahrungen während der Studienzeit gesammelt, ich hätte mit niemandem tauschen wollen!
Eure Sam
Tja .. so eine Erfahrung ist eine sehr sehr schöne, leider ist es jedoch für mich selber ein Märchen...
Ich - 52 Jahre alt und leider nicht mehr so "knusprig" wie ein junges schlankes etwas ... habe viel Lebenserfahrung gesammelt und bin sehr lernbegabt (sagt man so bei einem IQ von 160?)... Ich habe aber leider das zweite Handicap .. ich habe MS und bin 100 % Behindert.
Ich habe sehr sehr viele Bewerbungen geschrieben .. war bei einigen Vorstellungsgesprächen und habe inzwischen den Stempel vom AA .. "Arbeitsfähig .. doch leider nicht mehr Vermittelbar!"
Keiner war bereit mich - nachdem ich erst in der Firma war und man mich sehen und sprechen konnte - bereit das Risiko einer Einstellung auf sich zu nehmen .. da hat auch mein 6 monatiges Praktikum (ohne Bezahlung) nichts gebracht. Die 6 Monate lt. Vertrag waren um und auf einmal war keine Arbeit mehr da .. komisch, es war so wie zu Beginn in der Firma .. Aufträge gab es genug. Nun hätte ich da aber Geld bekommen müssen ... soweit war dann das Interesse wohl doch nicht !
Ich würde mich freuen wenn man nicht nur mit 27 so eine Chance bekäme .. leider ist das Lebensalter und auch das Erscheinungsbild eines der Kriterien die weit mehr wiegen als Enthusiasmus
jung, dynamisch, erfolgreich, keine Hörde zu hoch....
Irgendwie passt das nicht zu dieser Seite.
Ja, über Leichen gehen, ist es am einfachsten, die stellen auch kein Wiederstand.
Wir wissen ja alle welchen Ruf guter Bänker mittlerweiler haben. Da kann ich nur sagen: Nein, danke!
Werde wer du bist - hat schon Nitsche gesagt und von dieser Kraft angetrieben, sollte jeder im Leben seinen Platz finden. Wenn wir alle so wären, wie dieser junge Spunt....
Ich denke hier an den Hausmeister, der mich jeden Tag mit einem Lächeln begrüßt, immer etwas positives sagt und für jeden Schüler ein offenes Ohr hat. Was bin ich froh, dass er seine Stunden mit einfachen Menschlichkeit füllt. Ich glaube, so mancher Bänker könnte bei ihm Nachhilfestunden nehmen.
Einen schönen Sonntag
Ulla
Ich kann mich allen nur anschliessen: bin vielleicht pessimistisch, aber was solls. Klar , man muss erstmal den Mut haben und das Alte verlassen, um was Neues anzufangen, aber Glück gehört auch dazu. Und viel Unsicherheit. Ich habe in Russland Organisations-Management studiert, war gut, habe mit Auszeichnung abgeschlossen. Hier habe ich zwei Kinder bekommen und darf Pension meines Mannes führen. Nun reicht mir das nicht: als ob das leben geht an Dir vorbei, keine persönliche Entwicklung, ich möchte mehr. Aber wohin: mit 2 kleinen Kindern? Absagen, da wahrscheinlich keine Berufserfahrung da ist, als Praktikantin habe ich auch kostenlos gearbeitet, aber schnell erkannt, dort wird nichts - Firma schliesst... gerne würde ich mich weiterbilden, aber es gibt mir keine Sicherheit, dass ich danach ein Job kriege, und es gibt ja auch sehr viele Betriebswirte. Bin noch 28, aber der Mut ist leider weg.
Liebe Grüße an alle
Ich bin von diesem Brief fasziniert und entsetzt zugleich.
Es ist schön zu sehen, wie der Erfolg kommen kann. Der Erfolg muss nicht kommen, denn man kann ihn ja nicht erzwingen. Aber hier war es so, Glück gehabt.
Was mich entsetzt ist der Satz "Die Bereitschaft, auch umsonst zu arbeiten, ...".
Was soll dieser Satz? Das war von knapp 20-30 Jahren mal eine Idee, heute ist daraus eine Institution geworden.
Was soll dieses mal eben einfach von 12 über 18 und dann 27 DM pro Stunden Nebenverdienst. Da wächst alles wie von selber?
Die heutige Realität ist, dass auch gut ausgebildete Menschen, mit Praxis zum Studium dazu und guten Abschlüssen an allen Ecekn und Enden wie auch Fort- und Weiterbildungen und Zusatzausbildungen ... zu kostenlosen PRaktika von einem halben oder ganzen Jahr "gebeten" werden, um sie nachher ohne Job zu entsorgen.
Die Realität ist, dass ich mit knapp 50 Jahren zum alten Eisen gezählt werde und derzeit nicht mal die Hälfte der Unternehmen einen 50-jährigen mit 25 Jahren Berufserfahrung bei 4 verschiedenen Unternehmen überhauot zum Praktikum bittet.
Die Realität ist hier verblendet durch den Umstand, dass vor 25 Jahren noch nicht über Near- und Offshore gesprochen wurde und heute selbst Projektleitungen an Osteuropa und Fernost vergeben werden, nur um festzustellen, dass es nicht billiger wird und man am Ende sogar noch all das Firmenwissen an die Konkurrenz gegeben hat.
Diese Story ist für mich am Ende keine Reklame für Jörg Weisner, sie ist ein Beleg für eine heute nicht mehr passende Denke.
Und die Geschichte ist extrem karrieregetrieben und vernachlässigt die Balance zwischen Leben und Arbeit.
Dazu wird vernachlässigt, dass die Welt nicht 1 Million Unternehmensberater braucht, sondern intelligente Menschen, die zum Beispiel mal darüber nachdenken, ob man aus Essen Treibstoff für Autos ("Bio-Ethanol") macht und ob man Elektroautos fördert bevor nicht die gesamte Energieversorgung regenerativ ist.
Was ich gerne mitnehme ist es, locker zu sein und andere Wege zu gehen. Der Rest ist Schnee von gestern, der heute dauerhaften Schaden an einer ganzen Generation angerichtet hat.
"Fein gemacht" geht es mir ironisch durch den Kopf....eine Mustergeschichte....Ich liebe es, die Lebensgeschichten von Menschen zu hören oder zu lesen, jedoch kam mir hier etwa nach der Hälfte des Textes ein Unmut hoch- ich hatte mit der Erwartung zu lesen begonnen, dass es hier um eine Geschichte 'mit Herz' geht, also etwas, wo ein Mensch durch die Höhen Tiefen seinen ganz eigenen Weg gefunden hat....hat er vielleicht auch, aber es kommt für mich nur rüber, wie eine Hochglanzstory, wie eine Selbstdarstellung des 'schaut her, wie toll ich das gemacht habe'...ja: "fein gemacht"....es würde mich nicht reizen, zu einem Coaching zu kommen, weil es mir zu 'unmenschlich' erscheint, zuviel Klischee, zu viel Hochglanz...ich kann nicht erkennen, wo die Freude die Rolle spielt, sie ist zwar am Rande erwähnt, aber es klingt bloß nach Erfolgsreport. Wer ist der Mensch, hinter dem Erfolg, würde mich viel mehr interessieren. Für mich passt es nicht zu dem, was ich von ZZL kenne -gut, dass dies nicht mein 1. Einstieg in den Newsletter war, denn ich hätte gedacht: aha, wieder so ein Laden, wo es um die große Karriere geht....aber schön, dass sich ja auch Menschen angesprochen fühlen, wie man liest....klar, jeder ist an einer anderen Stelle des Wegs... Uns allen viel Erfolg auf unserem Weg :)
Noch eine Anmerkung von mir selbst :): nachdem ich abgeschickt hatte, wurde mir noch mal deutlich, welchen Ärger ich hierhin projeziert habe...ich habe vor Jahren mal ein Seminar bei Bodo Schäfer (dem "Finanzguru") gemacht...seitdem werde ich immer noch,obwohl ich mehrfach darum gebeten hatte, es zu unterlassen, von "jungen karrierewilligen Schnöseln" nenne ich es mal - möglicherweise ungerecht, angerufen und man will mir Anlagemöglichkeiten anbieten. Bei einem dieser Gespräche war ich so genervt von der Penetranz, dass ich gesagt habe, dass ich den Job gewechselt habe - von Vollzeit zu Teilzeit und von einem Arbeitsbereich wo ich innerlich kaputt gegangen bin, hin zu einer Arbeit mit ganz viel Herz und ganz viel Freude, aber der Preis sei halt gewesen, dass ich jeden Monat 700,-€ weniger hätte und damit auch keine finanziellen Überhänge, die ich anlegen könne. Da sagt er mit spöttischter Herablassung, da hätte ich ja wirklich alles falsch gemacht.....Ich habe noch versucht ihm zu erklären, dass ich den Zugewinn an Lebensfreude überhaupt nicht in Euro messen könne und dass er vielleicht keine Ahnung hätte, wie schön es sei, wenn man morgens gern zur Arbeit geht, nachdem man jahrelang am absoluten Burn-out vorbeigeschlittert ist, mit Bauchschmerzen und absolutem Widerstand, sich innerlich zur Arbeit prügeln musste....konnte er nicht verstehen, für ihn hatte ich 'versagt', und war das komplette Gegenteil einer Erfolgsstory...Mag sein, tauschen möchte ich nicht mehr....
"Jeder ist seines Glückes Schmied".
Jörg Weisner hat es geschafft. Es mag vielleicht so aussehen, dass es total leicht für ihn war, aber man liest ganz deutlich heraus, dass er eben nicht dieser typische Banker ist, wie sie im Allgemeinen verschrien werden, sondern ein Mensch mit Herz und Verstand, und vor allen Dingen Mut.
Den meisten Menschen fällt genau das am schwersten, mutig sein und mal etwas anders machen, als die Norm. Und wenn man aus seiner Komfortzone nicht ausbrechen kann (das weiß Gott nicht einfach ist), heißt es gleich, es würde ja nicht funktionieren, und das kann nicht jeder, dazu muss man schon "Banker" sein oder Abi haben oder sonst was sein, dabei hat das damit überhaupt nichts zu tun! Dennoch ist es so, dass "von nichts, kommt nichts"! Herr Weisner hat die Schritte gemacht, die ihn erst dahin geführt haben, weil er nichts zu verlieren hatte (obwohl ja irgendwie schon)!
Ich bin der Meinung, dass jeder, egal ob gut oder schlecht, alles ändern kann, denn es ist alles änderbar. Das liegt nur an einem selbst, an den Meinungen, Glaubenssätzen, Vorstellungen von sich, seinem Leben, von der Welt und den anderen. Woran man glaubt, ist Realität. Genau dies kann sich aber immer wieder ändern. Jeder Glaubenssatz ist austauschbar und schon sieht die Welt ganz anders aus! "Wie innen, so außen"
Wenn man sich aber in die Ecke stellt und keinen Schritt wagt, kann sich auch nichts ändern! Egal, ob mit Kindern, ohne Geld, oder alleine, oder...
Das sind meiner Meinung nach alles Ausreden, damit man bloß nicht selbst die volle Verantwortung tragen muss, und immer sagen kann, "die anderen sind Schuld, ich habe damit nichts zu tun, dass es bei mir nicht klappt oder ich in dieser Situation stecke (da haben die anderen mich reingesteckt)", so ein Quatsch!
Ich möchte hier niemanden kritisieren, jeder steckt in seiner eigenen Welt und lebt seine eigene Realität und ich weiß, dass viele immerzu glauben, sie können nie das erreichen, was andere können, ABER das stimmt einfach NICHT!
Nur weil eine Sache schon immer schlecht war, oder man schon immer mutlos war, oder arm, oder... heißt das nicht, dass es so weiter gehen muss, das ist keine Tatsache, keine Wesensbeschreibung, sondern änderbar!
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Dieser Kommentar wurde gelöscht, weil er unseren "Hausregeln" widersprach.
Herzlichen Dank für diesen Kommentar.
Da spricht mir jemand aus der Seele.
Ich finde es sehr schade, das er Beitrag runterreduziert wird auf: Banker, Geldmacherei, kostenlos arbeiten.
Es ging doch wohl eher darum: wenn ich mich traue etwas zu ändern und meine Komfortzone verlasse, dann kann ich viel erreichen.
Nochmals herzlichen Dank.
Mich hat die Geschichte an ein Bbuch von J.Fuchsberger erinnert. Kann mich an den Titel nicht erinnern, waren aber seine Memoiren. Ich möchte nur dazu anmerken, dass mich fasziniert hat, wie oft Fuchsberger ins kalte Wasser in seinem Leben gesprungen ist und dadurch und nur dadurch so weit gekommen ist. Das sollte manchen zudenken geben, etwas in eigener Regie aus seinem Leben zu machen. Ich tue dies mittlerweile nur noch und gehe jeden Tag offen auf neue Kontakte und Chancen zu. Dadurch bewegt sich etwas. Eingefahrenheit ist nichts für ein spannendes, aufregendes Leben. Auch wenn man materiell nicht Reichtümer anhäuft, das ist sowieso nicht mein Motor im Leben. Ich nehme dies aus dem Artikel mit. Carsten
Guten Morgen Zusammen,
ich bin ein großer Fan dieser Serie und konnte schon ganz viel für mich persönlich daraus ziehen.
Diese Geschichte geht in Herz und Kopf, das ist am besten.
Vielen Dank an ZZL
Steffi
Für mich zeigt diese Geschichte, dass es sich immer wieder lohnt, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und insofern spricht mir der Autor von der Seele. Wer sich ein bisschen mehr als der Durchschnitt einfallen lässt und auch ein wenig an seiner Kreativität arbeitet, hat immer die Nase vorn. Ich bin 62, habe gleichzeitig bzw nebeneinander 12 völlig unterschiedliche Berufe, woraus ich mein(e) Einkommen beziehe, arbeite nur das, was ich gerne mache und lache alle aus, die daran glauben, dass man z. B. über 50 keinen Job mehr bekommen könne. Klar, wer das glaubt, der darf das dann auch am eigenen Leib erleben. Also rate ich jedem, dieses doofe Programm rauszuschmeissen (modern gesprochen "es zu de-installieren"), an sich ernstlich zu arbeiten und sich dann mit einem entsprechend unterlegten Selbstwertgefühl an die Arbeit zu machen.
Sich zu Beginn praktisch gratis anzubieten ist übrigens auch eine Suuuperidee, die allerdings nur von jenen gewagt werden sollte, die auch etwas können bzw. noch besser, die mehr als die anderen Leute können. Hat man einmal unter Beweis stellen können, was man tatsächlich drauf hat, hat man bei Gehaltsverhandlungen eine ungleich bessere Position. Ich arbeite schon seit jungen Jahren mit dieser Strategie und bin immer bestens damit gefahren...
Ein sehr schöner Bericht und inspirierend! Auch ich bin meinen Impulsen gefolgt und habe einen sehr erfolgreichen Weg im Bereich Schmuckdesign hinter mir. Mit viel Einsatz, Studium auf eigene Rechnung mit Jobs finanziert. Viele Preise gewonnen. Im Ausland unterrichtet. Es macht Mut, weil ich zurück in Deutschland nicht fündig geworden bin und nochmal neu anfange mit 47 Jahren! Es macht Mut, mein Knowhow zu bündeln und wieder etwas interessantes lukratives aufzutun ...an Jobs oder...die eigene Marke gründen!
Allerdings finanziell war es bei mir meistens schwierig...da gilt es, die Lebenslust zu bewahren...
Wow, was für eine Geschichte und ich habe mich total in ihr wiedererkannt.
Ich bin vor 8 Monaten aus dem alten Trott in einer großen Firma ausgestiegen, habe meine Wohnung aufgegeben, viele Sachen verschenkt oder verkauft und bin als Freiwillige für eine Kirchengemeinde ins Ausland gegangen.
Im Umgang mit den Menschen dort und sehr tiefgehenden Begegnungen habe ich unendlich viel gelernt, über mich und über das, was eigentlich im Leben wichtig ist.
Wieder in Deutschland mache ich mich nun mit dem selbständig, worin meine Talente und Fähigkeiten liegen. Das erste Mal im Leben mache ich das, was mir auch wirklich liegt und Spaß macht. Und ich bin Anfang 40, was in unserer Gesellschaft ja oft als "schon zu alt" gilt. Aber ich freue mich über mein neues Leben!
Für mich ist diese Geschichte eine Anregung zu dem Thema "Wie man leben kann, aber nicht muss". Sie macht mir persönlich viel Mut meinen eigenen auch nicht ganz "normalen" Weg weiter zu gehen und es ist schön auf gleich gesinnte Menschen zu treffen. Vielen Dank.
Die Engländer haben ein schönes geflügeltes Wort: "Don't hate the player!" Verurteile nicht den, der mehr macht, etwas wagt, über sich hinaus wächst.
Mir gefällt das mit den 80 Tausend Stunden. Schön, wenn einen solch krasse Zahl aus dem bequemen Schlummer wecken kann. Klar, man muss was wagen, ich liebe das.
Auch Erfolg liebe ich. Erfolg ist für jeden etwas anderes und nur die, denen nichts eigenes einfällt, verwechseln Erfolg mit Geld. Erfolg feiern, finde ich auch wichtig.
Mich selbst öffentlich feiern, wäre einfach nicht mein Geschmack. Ich glaube aber, es provoziert eine der ewigen Plagen unserer Gesellschaft: Neid. Ich halte Bescheidenheit für eine wichtige Tugend. Diese Geschichte hätte mit etwas Bescheidenheit richtig toll werden können.
Trotzdem sage ich mir: "Don't hate the player!"
Hallo und an alle einen schönen Guten Abend,
eine schöne Geschichte, diese auch mir viel Mut macht.
Mein Leben hat abgefangen, sich im Jahr 2004 zu ändern und zu verändern. Damals fragte ich mich, ob ich beruflich nicht neue Wege einschlagen könnte. Da mich die Heimstudien von der Akademie der Internationalen Wissenschaften in Vaduz sehr interessierten und ich da einen, für mich, beruflichen Neuanfang sah und auch einen neuen Beruf, der für mich Beruf ist, zu erlernen,nahm ich Kontakt mit der Akademie in Vaduz, Lichtenstein-auf. Mich interessierte zum damaligen Zeitpunkt zwei Berufsrichtungen. einmal der Beruf zum Lebensberater/In und zum anderen zum/zur Bewusstseinstrainerin. Damals jedoch, konnte ich mich zwischen diesen zwei berufen noch nicht entscheiden.
Im September 2008 traf ich dann meine Entscheidung und wählte für mich die neue Berufsrichtung - das Heimstudium - zur/zum Bewusstseinstrainerin.
Das Geld für dieses Studium erarbeitet ich mir in kleinen , verschiedenen Jobs. Ich stand früh 3.00 Uhr auf und trug Zeitungen täglich aus, dann am Wochenenden Werbezeitungen u.u.u.u..
So gelang es mir, das Studium zu finanzieren. Da das Leben,(meins), wie bei anderen Menschen auch, aus Höhen und Tiefen besteht und das Studium nicht direkt einfach ist, doch mir viel Freude und Spaß macht und ich zwischendurch beruflich mich auch ab und zu veränderte, (fing dann u.a. im Supermarkt Regale einzuräumen an.....) und ich mir aber auch die notwendige Zeit, die ich für meine Diplomarbeit benötige und mich nicht dabei selbst unter Druck zu setzen, arbeite und schreibe ich jetzt derzeitig noch an meiner Arbeit.
Dies macht mir nach wie vor riesigen Spaß. Von der Akademie werde ich auch nicht unter Druck gesetzt und darf mir die notwendig Zeit auch dafür nehmen.
Beruflich - habe ich mich jetzt noch einmal, momentan neu verändert und gehe jetzt täglich, zusätzlich von Montag bis Samstag 8 Stunden in einer Bäckerei als Produktionshelferin arbeiten.
Die Arbeit jetzt als Produktionshelferin bei der Bäckerei war auch eher auf einen außergewöhnlichen Weg mit gelungen. Ich rief in der Firma an, fragte...dies war an einem Donnerstagvormittag - 11.00 Uhr. 14.00 Uhr hatte ich dann ein Vorstellungsgespräch und an den Sonnabend (2 Tage später) darauf, bekam ich den Arbeitsvertrag.
Aus meinen bisherigen, eigenen persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen habe ich auch festgestellt, dass das aller schönste - für mich u.a. beruflich...- nur auf den außer gewöhnlichsten Wegen erfolgt - bisher-ist und das auch alles möglich ist.
Das man immer eine Wahl hat - eine Wahl sich zu entscheiden und auch u.a. Entscheidungen zu treffen und nie seinen Ziele, Träume, Wünsche aufgeben darf. Das alles im Leben nicht leicht und einfach ist, doch dass man auch aus Hindernissen, die mir in den Weg gelegt wurden und sicher auch noch weiter gelegt werden, (dies ist nun einmal das Leben), schönes bauen kann. Und das man nie seinen Glauben aufgeben darf.
Warum darf sich der Herr Weisner über seine Erfolge nicht auch freuen und stolz darauf sein und dies in der Öffentlichkeit- denn dann auch. Er hat es sich doch auch verdient und selbst erarbeitet.
Wenn dann bei einigen Neid aufkommen sollte, (also bei mir nicht, ich gönne ihm seinen Erfolg), dann haben meiner Meinung und meines Erachtens nach, die Menschen ein Problem, bei denen dann der Neid, die Missgunst oder u.a. auch evtl. Eifersucht auf seinen Erfolg, aufkommt.
Ich freue mich schon auf nächsten Sonntag.
Tschüß!!!!
Guten Morgen,
ich habe die Geschichte mit Interesse gelesen und es hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich persönlich bin Anfang zwanzig, habe eine abgeschlossene Ausbildung und einen unbefristeten Arbeitsvertrag im öffentlichen Dienst. Also ich könnte sagen, dass mein beruflicher Lebensweg jetzt schon gesichert ist.
Ich müsste ganz schön viel Mut aufbringen, jetzt wieder etwas ganz Neues anzufangen.
Ich denke bei der Aussage der Geschichte geht es nicht unbedingt um den Beruf den Jörg Weisner hat, sondern eher darum, dass man sich erst mal trauen muss einen anderen Weg einzuschlagen und nicht den einfachsten und vorhersehbarsten zu wählen. Und dabei ist es nicht unbedingt wichtig, ob man nun Bänker oder Verkäuferin ist.
Ich bewundere die Menschen, die dieses Schritt wagen.
Ich lese ZZL ausgesprochen gerne und finde, dieser Artikel passt nicht wirklich hierher. Die Geschichte ist interessant, fühlt sich für mich aber sehr "männlich" an. Nicht jeder Mensch hat aufgrund seiner Geschichte, Mentalität und Gefühlsausstattung innerlich überhaupt die Möglichkeit, "locker und entspannt" zu bleiben - ich denke an alle Menschen mit tiefen Ängsten bis hin zu einer Angststörung. Nicht jeder kann positiv überzeugen. In einem allerdings gebe ich H. Weiser Recht: wenn man eine Chance im Leben bekommt, egal aus welchem Grund, diese (AN)ERKENNT und es schafft, sie - auch durch Überwindung eigener Schwächen, durch Einsatz und (auch unangenehmer) Arbeit an sich selbst zu nutzen, kann dies ein Baustein zu einem selbstbestimmten Leben sein. Ich persönlich habe eine solche Chance in einer meiner schlimmsten Krisen bekommen, konnte sie - auch mit der Hilfe anderer - nutzen und bin heute noch dankbar dafür. Und bis heute ist es meine größte Freude, wenn ich wiederum anderen helfen kann, und das tue ich sogar in meiner Tätigkeit in einer Bank - ich BIN nämlich Bankerin, und die sind auch nicht alle gleich... Ach so, der Mensch, dem ich heute noch für die Chance dankbar bin, war der damalige Ausbildungsleiter einer Großbank in Berlin. Ein überzeugter Katholik mit drei Kindern, eine Seele von Mensch, der Mitleid mit dem Haufen Elend vor seinem Schreibtisch hatte und mir eine Ausbildung dort im Hause ermöglichte mit den seufzenden Worten: "Na, probieren wir es mal..." Sein Vertrauensvorschuss in mich hat mich so bestärkt, dass ich als eine der Besten in diesem Jahrgang die Ausbildung absolvieren konnte. Ich finde, das ist auch ein Erfolg, wenn auch von der anderen Seite aus begonnen...
Ich finde diesen Artikel super und verstehe einige Kommentatoren hier nicht. Wie heißt es doch so schön: "Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe."
Dieser Artikel passt sehr gut zu ZZL. Denn es zeigt den Charakter und die Persönlichkeit von Herrn Weisner. Das was uns Ralf Senftleben hier unser immer wieder hier im Blog lehrt, ist selbstbewusst durchs Leben zu gehen. Dazu gehört Eigenverantwortung zu übernehmen, zielgerichtet zu leben, eine Vision für sein Leben zu haben, Werte zu entwickeln und Selbstbestimmung. Ich bewundere den Mut und das Engagement des Autors. Er hat es verstanden zu leben und das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Auch ich habe einen bunten Lebenslauf und kam lange nicht damit klar. Ein Haedhunter gab mir eine Absage auf meine Bewerbung mit der Begründung, dass meine Sprunghaftigkeit meines beruflichen Werdegangs sehr auffällig sein. Nach einer telefonischen Rücksprache bestätigte er mir seine negative Sichtweise und meinte dies sei eine große Schwäche. Weiter meinte er, dass viele Personaler dies so sehen. Irgendetwas hatte er aber nicht verstanden. Ich sehe meine Entwicklung und die des Autors als eine sehr große Stärke. Denn dies zeigt die Flexibilität, die Reife in der Persönlichkeit, die Bereitschaft sich immer wieder in neue Situationen hineinzudenken, sich mit diesen auseinander zu setzen, sich anzupassen, sich durchzusetzen. Und sind wir ehrlich: "Nicht ist beständiger als der Wandel und nichts ist von Dauer." Liebe Personaler unter diesen Lesern: Bitte versetzt euch mal in die Lage des Bewerbers. Wie würdet ihr euch fühlen. Und ich denke, dass mittlerweile sehr sehr sehr viele Menschen ein bewegtes Leben haben. Die Welt ändert sich und es wird immer mehr Lebensläufe mit Brüchen und Sprünge geben. Das ist der Segen der modernen Arbeitswelt, des ständigen Wandels der Technologien und Methoden.
In diesem Sinne: Vielen Dank Herr Weisner und Herr Senftleben für diesen Artikel. Wir brauchen mehr solcher Geschichten zu Motivation und das wir aufwachen und endlich eigenverantwortlich unser Leben in die Hand nehmen.
Sehr interessant! Und beim Verhalten (nicht verkrampft sein, weil man einen Job o. ä. unbedingt haben möchte), bin ich der selben Meinung, weil ich das ebenfalls festgestellt habe. Dennoch ist es nicht einfach, weil man ja einen (bestimmten) Job unbedingt haben möchte. Ich glaube Übung ist da ganz wichtig. Oder was für Vorschläge habt ihr? Ich bin grade -nach längerer Krankheit- dabei mich für eine Ausbildung zu bewerben. Ist es besser die Bewerbung selbst im Unternehmen abzugeben -evtl. mit der Frage eines Parktikums- oder macht es keinen wirklichen Unterschied und man kann die Bewerbung ink. dieser Frage ganz normal per Post wegschicken? Über eure Meinung würde ich mich freuen.
Mich entsetzt ehrlich gesagt, dass bei einigen Kommentaren so viel Wut heraus zu lesen ist. Mensch, das ist EINE Geschichte von jemandem, der Erfolg hatte und hat. Spannend! Will ich es auch so machen? Nein, mein Weg wäre das nicht. Trotzdem bleibt es spannend und ich gönne ihm den Erfolg. Ob er dabei über Leichen gegangen ist, wie all diese ach so bösen Bänker (haben wir in Deutschland endlich wieder ein neues Feindbild gefunden, schießt mir da so durch den Kopf), ob er seine Frau prügelt, seine Kinder nie sieht oder ein Familienmensch ist, der das nur nicht wie eine Monstranz vor sich her trägt, ist aus seinem Bericht in keinster Weise heraus zu lesen. Warum auch? Das war nicht das Thema. Also: ein bisschen mehr Neugier, Souveränität und Selbstbewusstsein für den eigenen Weg!
Petra
Ich kann beide Seiten verstehen.
Wenn man hunderte von Bewerbungen abgeschickt hat, von Hartz4 leben muss und irgendwie gar keine Perspektiven mehr sieht nach all den vielen Absagen und demütigenden Behandlungen bekommt man so ne Geschichte als Patentlösung vorgesetzt und fühlt sich erstmal veräppelt.
Andererseits soll die Geschichte auch Mut machen, Mut dass es vielleicht auch andere Wege gibt, aber welche?
Vielleicht hilft sie ja einem Leser/einer Leserin dazu eine neue Perspektive zu finden und dann hätte sie ja was positives erreicht.
Das wünsche ich mir :-)
Im Prinzip war und bin auch ich grundsätzlich der Meinung, dass jeder seine Geschichte und seinen Lebensweg zum großen Teil selbst (mit-)bestimmt. Aber ich musste im Laufe meines Lebens auch immer öfter feststellen, dass das so ganz nicht stimmt. Seit nunmehr Jahren versuche ich vergeblich auf ähnliche bzw. gleiche wie die beschriebene Weise, einen Geschäftsbereich aufzubauen. Was ich anbiete, findet viel Zustimmung, aber der richtige Kundenkreis hat sich mir immer noch nicht eröffnet.
Denn es gehört auch zusätzlich zu dem Mut, einen solchen Werdegang durchzuziehen, eine Menge mehr: nämlich das Glück, den in dieser Situation richtigen Menschen zu begegnen, die einem die Türen öffnen und gestatten einzutreten.
Außerdem auch eine große Portion Egoismus/Rücksichtslosigkeit, denn man auf Kosten von irgendjemandem muss man ja seinen Lebensunterhalt bestreiten, wenn man das Wagnis "ohne Geld arbeiten" eingeht. Auch ist es ja oft so, dass man Verpflichtungen (familiärer und/oder finanzieller Art) hat, die man erfüllen muss.
Und nicht jedem gelingt es, seine Talente erfolgreich zu vermarkten, selbst wenn man die genannten Wege einschlägt.
Zu guter Letzt verfügt auch nicht jeder so überdurchschnittliche Talente, mit denen er punkten und sich aus der Menge abheben kann.
Bei mir hinterlässt diese Geschichte deshalb zwiespältige Gefühle. Sie klingt für mich ein bisschen nach der amerikanischen Denkweise, dass jeder alles erreichen kann und wenn er es nicht tut, dann eben selber schuld ist.
Es freut mich, diese "Geschichte" von Jörg Weisner hier zu lesen. Und sehr interessant sind für mich die verschiedenen Kommentare. Zu der öfters aufgetauchten Frage nach dem Menschen, Familienvater und Partner in der Person von Jörg Weisner kann ich etwas beitragen: Jörg ist ein einfühlsamer Mensch, er kann begeistern und sich auch begeistern lassen. Seine beiden Söhne haben, aus meiner Sicht, einen verantwortungsvollen und auch liebevollen Vater erlebt.
Und wem die Geschichte von Jörg zu sehr nach dem "amerikanischen Traum" ausschaut, dem kann ich nur sagen: Jörg hat nicht nur Erolge gehabt. Doch die Niederlagen verstand er zu nutzen.
Ich selbst profitierte und profitiere noch immer von den Ideen, welche er mir oft näher brachte.
Jörg, vielen Dank für Deine Hilfen und Ratschläge.
Dein "kleiner" Bruder,
Frank
Hinter dem 'amerikanischen Traum' (-mann) steckt ein ganz feinsinniger, nachdenklicher, kreativer m e n s c h
. Man muss allerdings über seinen eigenen Tellerrand hinausschauen können, um das in Jörg's Beitrag erkennen zu können.
Danke Jörg für Deine Lebensenregie, von der Du Deinen Mitmenschen so wundervoll abgibst,
Deine eva