Raus aus dem Schneckenhaus (Hans Morschitzky, Thomas Hartl)
Von Ralf Senftleben
„Raus aus dem Schneckenhaus. Soziale Ängste überwinden“ von Hans Morschitzky und Thomas Hartl – Ostfildern: Patmos Verlag, 2011 – 188 S. – ISBN-13: 978-3-843-60025-5 – 14,90 €
Wenn man auf die Statistiken der Krankenversicherer schaut, dann sieht man einen unschönen Trend: Psychische Krankheiten nehmen immer mehr zu. Und die Spitzenreiter dabei sind Depression und Angststörungen. Im vorliegenden Buch geht es um eine Spielart dieser Angststörungen, um die soziale Angst, auch Sozialphobie genannt.
Eine Sozialphobie zeichnet sich dadurch aus, dass man es als so unangenehm empfindet, unter Menschen zu sein, dass man den sozialen Kontakt am liebsten komplett vermeidet. Man hat Angst vor dem Miteinander.
Das Buch „Raus aus dem Schneckenhaus“ teilt sich in drei Abschnitte:
Zuerst wird das Phänomen der Sozialphobie beleuchtet. Es geht dabei um die Fragen:
- Was genau ist eine Sozialphobie?
- Wie äußert sich die soziale Angst?
- Woran merkt man, dass man eine Sozialphobie hat?
- Wie unterscheidet sie sich von einfacher Schüchternheit?
Nach dem ersten Teil wissen Sie, was eine soziale Angst ist und was nicht. Und Sie können einschätzen, ob jemand einfach nur schüchtern ist oder ob die Schüchternheit die Grenze zur Angststörung überschritten hat.
Im zweiten Teil des Buches zeigen die beiden Autoren die Ursachen und Entstehungsformen von sozialen Ängsten.
- Welche Rolle spielen biologische und genetische Faktoren?
- Inwiefern erzeugen irrationale Denkmuster und Überzeugungen Sozialphobien?
- Welche Prägungen und Umwelteinflüsse können soziale Ängste begünstigen?
Und im dritten Teil wird es dann praktisch und Sie finden dort ein gute umsetzbares 10 Schritte-Programm, mit dem Sie eine Sozialphobie bewältigen können.
Das 10-Schritte-Programm orientiert sich an den erprobten Ansätzen aus der kognitiven Verhaltenstherapie, die ja bei Ängsten die besten Therapieerfolge vorweisen kann.
Unter anderem lernen Sie in dem 10-Schritte-Programm:
- Wie man seine Aufmerksamkeit von unangenehmen Empfindungen und übertriebener Selbstwahrnehmung weglenkt.
- Wie man seine sozialen Ängste akzeptieren kann, weil das der erste Schritt zur Bewältigung ist.
- Wie man seine negativen Denkmuster aufdecken und ändern kann.
- Wie man mit den Symptomen einer Sozialphobie mutig umgehen kann.
- Und wie man die eigenen sozialen Fähigkeiten verbessern kann.
Das Buch ist bodenständig und sehr klar und übersichtlich strukturiert. Und obwohl die beiden Autoren des Buches aus dem wissenschaftlichen Umfeld kommen, schaffen sie es, die Themen sehr verständlich und nachvollziehbar darzustellen. Durch seine Selbsttests und praktischen Übungen ist „Raus aus dem Schneckenhaus“ ein nützlicher und guter Ratgeber mit vielen Ideen und praktischen Hinweisen. Das Buch ist somit auch geeignet für die Selbsttherapie. Aber auch für alle, die jemanden besser verstehen wollen, der an sozialen Ängsten leidet.
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