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Nackt im See …

Von Ralf Senftleben33 Kommentare

imsee

Woran merkt man, dass man wirklich lebt und nicht nur existiert?

Harte Frage, oder?

Vielleicht sollten wir erst mal klären, was „wirklich leben“ eigentlich bedeutet?

Ich persönlich meine mit Lebendigkeit, dass ich die Dinge um mich herum spüre. Den Wind auf der Haut. Das Gras unter den Füßen. Die Kälte im Gesicht. Eine Umarmung. Achtsam und bewusst.

Und ich meine mit Lebendigkeit, dass Sie bei sich sind und Ihre Gefühle wahrnehmen. Das Glück. Die Freude. Die Liebe. Aber auch die Wehmut, die Traurigkeit, die Angst oder den Ärger.

Das alles gehört zu Ihnen und darf gefühlt werden. Zumindest, wenn man sich nicht in seinen Gefühlen verliert oder andere für die eigenen Emotionen verantwortlich macht.

Wer sich dagegen von seinen Gefühlen abschneidet, sie nur noch verdrängt oder sie sich verbietet, der verschläft sein Leben und fragt sich irgendwann mit 75, ob das nun alles war.

Ich meine mit Lebendigkeit auch, dass man mal ausbricht, aus den Routinen und der Sicherheit des Alltags. Dass man neue Dinge erlebt. Dass man den Abenteuern des Lebens einen Raum gibt. Dass man ungewöhnliche Dinge tut. Mal über seinen Schatten springt. Und auch seine Ängste überwindet, um sich zu spüren.

Wann haben Sie das letzte Mal eine Nacht durchgemacht und morgens den Sonnenaufgang erlebt?

Wann sind Sie das letzte Mal nackt in einem See geschwommen?

Wann sind Sie das letzte Mal auf einen Berg gestiegen und haben ins Tal geschaut?

Oder wann waren Sie zuletzt am Meer und haben sich den Wind ins Gesicht blasen lassen?

Wann sind Sie das letzte Mal alleine durch die Natur gewandert?

Wann haben Sie richtig rumgealbert und Blödsinn angestellt?

Wann haben Sie im Restaurant laut mit Freunden gesungen (obwohl Sie nicht betrunken waren)?

Wann sind Sie zuletzt Achterbahn gefahren, obwohl Sie sich eigentlich zuerst nicht getraut haben?

Wann haben Sie das letzte Mal wild und hemmungslos getanzt?

Wann waren Sie zuletzt mit Freunden einen trinken?

Wann haben Sie das letzte Mal etwas Verrücktes getan? Etwas, was Sie normalerweise nicht tun. Etwas, was nicht ganz erlaubt war. Etwas, was man eigentlich nicht tun sollte. Etwas, was ein bisschen riskant war.

Lebendigkeit hat etwas mit Kontakt zu tun. Mit Kontakt zum Leben, mit wirklichem Kontakt zu anderen Menschen. Und mit Kontakt zu sich und seinen Gefühlen. Es hat aber auch mit Erlebnissen und Erfahrungen zu tun. Dinge zu erleben. Abenteuer zu bestehen. Rauszugehen aus dem Sicheren und Gewohnten. Auch mal ein Risiko einzugehen. Denn dann kann man sich selbst spüren.

Wie ist das also bei Ihnen?

Wenn Sie auf einer Skala von 1 bis 10 einordnen sollten, wie lebendig Ihr Leben ist – eine 1 steht für komplett starr und unlebendig und eine 10 steht für „voll und ganz im Fluss des Lebens und der Lebensfreude“ – was für eine Zahl würden Sie wählen?

Haben Sie eine Zahl?

Ok … nächste Frage:

„Was könnten Sie tun, um einen halben Punkt weiterzukommen in Richtung 10? Also von einer 2 auf eine 2 ½ oder von 5 auf eine 5 ½ ?“

„Und was könnten Sie dazu unternehmen? Womit sollten Sie aufhören? Was könnten Sie ändern? Und wann fangen Sie an?“

Inspirationen können Sie sich aus der obigen Liste holen. Man muss nicht gleich nackt in den See springen. Tun Sie einfach etwas, was Sie schon immer mal machen wollten, aber schon eine Weile aufgeschoben haben.

Oder wenn Sie gar nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, dann schauen Sie sich mal unseren Lebensfreude-Kurs an, da finden Sie viele Anregungen, um mehr Lebendigkeit und Lebensfreude in Ihren Alltag zu bringen.

Oder vielleicht tun Sie einfach etwas, was Sie früher als Kind oder Jugendlicher gerne gemacht haben. Ich zum Beispiel war gerade seit 20 Jahren das erste Mal wieder in einer richtig großen Sauna. Und es war toll.

Das Leben ist voller Möglichkeiten, um wieder mehr mit unserer Lebendigkeit in Kontakt zu kommen. Und Sie müssen hier nicht in 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Es ist viel besser, wenn Sie langsam, aber stetig beschleunigen und Fahrt aufnehmen. In Richtung Leben.

  1. Sorgenpause schreibt am 22. November 2011 um 10:32

    Lieber Ralf,

    was für ein toller Artikel, der mir gerade schwarz auf weiß zeigt, dass ich lebe auch wenn sich das nicht immer nur gut anfühlt. Ihr schafft es immer wieder in genau dem Moment Eure Artikel zu veröffentlichen, wenn man sie am nötigsten braucht. 1000 DANK!!! Jetz hab ich gerade Lust bekommen, mal wieder was Verrücktes zu tun :-)!

  2. Christina schreibt am 22. November 2011 um 10:45

    Jaaaa, ich will auch etwas Verrücktes tun! Euer Artikel hat mir die Augen geöffnet für einen neuen Ansatz. Und bevor ich jetzt irgendetwas anderes tue, überlege ich mir eine erste kleine Verrücktheit für heute. Danke!

  3. Michael schreibt am 22. November 2011 um 12:36

    Ich finds auch mal wieder super, was Ihr so rausschmeißt;-)
    Aber was mach ich, wenn ich dauernd kurz vor der 10 bin? Das kollidiert leicht mit Euren Einsichten zu Zielsetzungen?
    Aber meine Befürwortung habt ihr. Abgesehen vom ewigen Thema Balance glaube ich auch, dass es vielen gut tun würde mal nen Schritt Richtung 10 zu tun. Mann/Frau hat eben nur ein Leben.
    Danke für die Erinnerung;-)

  4. Annemarie Schwab schreibt am 22. November 2011 um 14:10

    Vielen Dank für diese klaren Worte. Machen echt Lust auf Abenteuer, und dabei braucht der Abend nicht mal teuer zu werden. Also das mit dem "nackt im See" ist momentan bei den Temperaturen nicht so ganz mein Ding - aber warum nicht mal wieder nackt in die Badewanne? Nicht gut? Okay, es gibt so viel, was man machen kann unter dem Motto: "Hauptsache Freude". DANKE ♡ =)

  5. Blondie schreibt am 24. November 2011 um 17:41

    Habe ich (fast) alles schon gemacht, war letzte Woche noch mit den Freundinnen raus, ich arbeite, male, treibe Sport, habe tolle Freunde und fühle trotzdem kaum noch was....Letztes Jahr war ich kurz vor der 10 und seit Wochen höchstens 1 und ich weiß nicht, woran es liegt....

    • Claudia schreibt am 27. November 2011 um 13:30

      Vielleicht machst Du zuviel und kannst dich dadurch selbst nicht mehr spüren.
      Lieben Gruß
      Claudia

  6. Mike schreibt am 27. November 2011 um 07:03

    Toller Beitrag .... bemerke in letzter Zeit immer wieder, dass meine Taten gar nicht so obnormal bzw. freakig sind, als ich immer dachte.
    Hab zwischendurch immer wieder das Gefühl etwas außergewöhnliches tun zu müssen - und das mach ich auch dann meist spontan - um MICH zu SPÜREN.
    Zum Beispiel lege ich mich des öfteren auf das Autodach wenn es regnet und genieße die Tropfen. Suche mir dann einen abgelegenen Platz, da andere Menschen das sicherlich sehr merkwüdig empfinden - noch dazu als Projektleiter mit dem Firmenauto.
    Oder im Herbst, auch im Regen, sind meine zwei Jungs (3 u. 5 Jahre) und ich nackt auf unserer Wiese vorm Haus herumgelaufen, sind dann noch 2-3 Minuten in unserem Trampolin gesprungen und landeten danach in der warmen Badewanne ....
    DANKE für den Beitrag.

  7. Klara B. schreibt am 27. November 2011 um 07:43

    Eine wunderschönen guten Morgen lieber Ralf,
    ja ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen, wieder mal kommt Dein Artikel passend wie die Faust auf`s Auge. Grad hab ich wieder hautnah erlebt, dass man einfach mal klare Verhältnisse schaffen muss um sich wieder zu spüren und nicht nur in Sicherheit und Langeweile vor sich hinwegtieren. Man muss ehrlich zu sich selber sein und machmal ist es Zeit einen anderen Weg einzuschlagen, und mal etwas zu tun was man eigentlich "nicht machen sollte.
    Vielen Dank für die tollen news letter
    herzliche Grüße
    Klara

  8. Barbara Brambor schreibt am 27. November 2011 um 07:46

    hallo Ralf, genau heute zum ersten Advent diesen schönen Artikel, der mich gerade sehr ruft. Im letzten Jahr bin ich aufgebrochen zum Abenteuer Leben, bin 1500 km gelaufen, gepilgert nach Santiago de Compostela. Ich habe mich gespürt, ich habe intensiv gelebt, mein Leben geliebt. Jetzt gilt es, dass im Alltag fort zu führen, den Pilgerweg in meinem Leben hier und jetzt wieder zu entdecken, das ist ein Stück schwieriger. Du hast mich motiviert, hier jetzt anzusetzen und nach den auch hier möglichen Abenteuern zu suchen, zu leben.

  9. Noelani schreibt am 27. November 2011 um 07:54

    Danke für den wunderbaren Artikel. Im Moment fehlt es mir - meine Ver-rückt-heiten. Ganz tief in mir schlummert es vor sich hin und im Alltag vergesse ich es total. Gott sei Dank gibt es Kinder in meiner Umgebung. Mit ihrer Unterstützung erinnere ich mich an mein eigenes, wildes Kind, das gelebt werden will. Ich bereite mich vor, im Jahr 2012 nochmehr und intensiver und vor allem zufriedener mit mir selbst zu leben. Das heißt für mich, klare Entscheidungen treffen, mich bedingungslos zu lieben und den Moment zu geniessen. So wie jetzt, den wolkenlosen Himmel und die kalte Luft.
    Schönen Sonn-en-tag Noelani

  10. Bernd Dittmann schreibt am 27. November 2011 um 09:21

    Aus Neugier habe ich schon vor einiger Zeit Ihre Newsletter angefordert. Oft habe ich wenig Zeit, diese mir anzusehen. Doch jedesmal, wenn ich reinschaue, bin ich überrascht wie praktikabel Ihre Anregungen sind. Oft finde ich mich in geschilderten Situationen wieder. Endlich ein Newsletter, wo sich das Lesen rentiert. Die Newsletter fordern zur eigenen Reflexion auf.
    Ich bin 67 Jahre und muß mich hüten, dass ich glaube, vieles zu wissen und erfahren zu haben. Ich will aber immer noch lernen das Leben mit seinen vielen Fragezeichen einen einigermaßen sinnvollen Inhalt zu geben.
    Grundsätzlich bin ich schon allem Neuen aufgeschlossen und kann mich auch an relativen Kleinigkeiten begeistern. Doch erwische ich mich oft, dass schöne Dinge an mir vorübergehen ohne dass ich sie richtig erkenne. Weiter so mit Ihren Artikeln!

  11. Irma schreibt am 27. November 2011 um 09:28

    Guten Morgen,
    bin im Moment auf 1 und habe großen Liebeskummer. Der Artikel und die Kommentare machen mir Mut. Ich besinne mich auf mich und was mir gut tut. Und da werde ich heute garantiert fündig. Schon der Blick aus dem Fenster - in die mit Raureif überzogene Landschaft und zum blauen Himmel - lässt mich spüren, dass es mir nachher noch besser gehen wird, wenn ich erst mal durch die Natur streife und durch die Herbstblätter schlurfe.
    Danke und herzliche Grüße,
    Irma

    • Kelatenata schreibt am 27. November 2011 um 13:13

      Alles Liebe für Dich!!

    • Marion schreibt am 27. November 2011 um 21:18

      Liebe Irma, Liebeskummer ist schlimm, mich hat er momentan auch ziemlich gepackt. Aber wir wissen, dass wir lieben können und spüren die Traurigkeit. Das ist nicht nur schlimm, sondern wir spüren eine wichtige Facette unseres Lebens. Auch solche Gefühle gehören dazu. Also, auch wenn es verrückt klingt: Lasst uns unseren Liebeskummer genießen. Er gehört zu uns.
      Alles Gute! Marion

  12. Anne Schneider schreibt am 27. November 2011 um 10:00

    Guten Morgen,
    auch ich bin oft erstaunt, wie sehr diese Texte gerade zutreffen. Danke dafür.
    Seit ein paar Wochen, etwa beginnend mit dem November-Blues, überlege ich mir morgens schon im Bett: was kann ich heute tun, damit der Tag schön wird? Bisher hat es immer geklappt, daß ich mit einem zufriedenen Gefühl den Tag verbracht habe. Unerwartete, freundliche Begegnungen, eine kleine Wanderung allein zum Schlehen pflücken,eine neue Ecke in der Stadt erkunden, in der Vorweihnachtszeit im allgemeinen Streß still irgendwo sitzen und einen Kaffee trinken, neue Pläne machen, die Sonne genießen, wenn sie scheint,ein besonderes Licht draußen bewundern, einfach achtsam sein..Kleinigkeiten, die kein Geld kosten. Dann gehe ich auch wieder gern an Dinge,die ich erledigen muß(hat man ja als Selbst.jede Menge)

  13. Catherina schreibt am 27. November 2011 um 11:00

    Guten Morgen! Ich habe den heutigen Text gelesen und mir fiel auf, dass ich a) mich auf "9" einstufen würde und b) viele von den Dingen auf der Liste oft mache oder vor gar nicht allzu langer Zeit gemacht habe. Mein Leben ist so durch die Kraft der Gedanken geworden, denn wir sind was wir denken :-)
    Lieben Dank für die Möglichkeit meinen Stand im Leben zu überprüfen!
    Einen schönen Sonntag und alles Glück der Erde an alle, Catherina

  14. Anita Köhler schreibt am 27. November 2011 um 11:23

    Guten Tag,
    wie schön durch diesen Artikel zu spüren, daß ich in meiner Mitte bin. Wie schön zu wissen, daß mir bei einer Verschiebung mein innerer Aufpasser zuflüstert: Achtung - Du verlierst die Mitte. Dann wende ich auch eine ähnliche Methode an und beginne mich wieder in Richtung 'Mitte' einzupendeln;)
    Anders, aber ähnliche Wirkung -für mich wohlgemerkt.
    Ich wünsche allen einen schönen 1. Advent.
    Anita

  15. Tanja schreibt am 27. November 2011 um 11:37

    Guten Morgen,
    das Verrückteste was ich in letzter Zeit getan habe, war, mir ein Pferd zu kaufen...ich habe wochenlang überlegt, ob es vernünftig ist. Natürlich ist es das nicht. Aber die Freude über diesen neuen Freund überwiegt einfach.

    Ach ja - 1. Advent - unsere Kerze brennt schon...
    Allen Mitlesenden/schreibenden einen entspannten 1. Adventssonntag

  16. Sarah Croé schreibt am 27. November 2011 um 11:43

    Guten Morgen,
    wie immer ein sehr inspierierender Artikel.
    Da scheint es das Menschen wirklich gut "im Fluss" sind, den die Resonanz ist gegeben. Danke dafür.

    Ja, ich habe mich vor einer Woche von 4 auf 9 gebeemt.
    Wie das gegangen ist?
    Ich habe gemeinsam mit meinem Mann beschlossen, das wir und trennen.Nun sind wir endlich wieder im Dialog.
    Das war eine richtig gute Entscheidung.
    Jetzt, seit ein paar Tagen wohne ich in einem schönen Haus, alleine, alles ist friedlich und ich nehme mich ganz langsam wieder wahr.
    Das Geschenk dabei ist, hier ist eine wunderbare mittelalterliche, kleine Stadt - Tecklenburg - "das Rotenburg ob der Tauber des Nordens", mit zauberhaften Geschäftchen in denen Freundlichkeit Trumpf ist und diese kleine Stadt hat einen sehr langsamen Puls. In Häusern aus 1620 geht es eben nicht so schnell.
    Da ich lange in München gelebt habe, genieße ich das um so mehr.
    Ich wünsche allen einen friedlichen Vorweihnachtlichen einstieg in die "stille Zeit".
    Herzlich Sarah

  17. Renate schreibt am 27. November 2011 um 12:18

    „Wer sich von seinen Gefühlen abschneidet – der verschläft das Leben“ Ja das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Es ist ein tolles Gefühl wenn man endlich aufwacht, leider vergesse ich dieses im Alltag oft. Danke für die Erinnerung, dass das Leben auch noch so viel an Leichtigkeit und spannendes haben kann. Ich sollte mal öfter meinen Stand im Leben überprüfen.

    Allen einen schönen ersten Advent und eine entspannte Vorweihnachtszeit

    Herzliche Grüße
    Renate

  18. Monika schreibt am 27. November 2011 um 13:36

    Hallo zusammen,

    ach Leben wäre ne feine Sache, danke für die Erinnerung. Bin viel zu oft im Kopf und Pflichten gefangen, aber der Elan fehlt. Da dieser aber immer wieder da ist, nachdem ich mir Zeit für Lebendigkeit nahm, ist Euer Thema ein guter Hinweis. Erst neulich dachte ich, dass es gut sei, das was mal als "Verlebendigung" auf einer Liste notiert wurde, wieder in mein Leben einzubauen, wie Trockenbürsten, ein paar Atemübungen am offenen Fenster, mit einem duftenden Öl einreiben, einfach mal zuhause zu einem Lied Tanzen oder meditieren gehen. Im Grunde sind das alles Aktionen, die einen in den Augenblick bringen, über die Sinne ins Jetzt katapultieren. Das Leben findet immer jetzt statt.

    Viele lebendige Augenblicke wünscht
    Monika

  19. Claudia schreibt am 27. November 2011 um 13:45

    Ich habe mir mittlerweile vorgenommen, meine Gedanken bzw. spontanen Ideen direkt und sofort in die Tat umzusetzen. Was manchmal etwas Mut erfordert und mich aus dem Sessel der Bequemlichkeit herausholt. Allerdings ist das sehr spannend wie andere Menschen darauf reagieren. Ich habe z.B. einen Frauenstammtisch gegründet und möchte fremden Menschen zuhören. Das hätte ich bis vor einem Jahr mir nicht zugetraut. Diese vielen Menschen..... - Aber jetzt habe ich das Gefühl, das das Leben total spannend, lehrreich und unheimlich interessant ist und ich freue mich auf jeden neuen Tag, den ich wie ein Geschenk empfange.
    Herzlichst
    Claudia

  20. Susanne Schilling schreibt am 27. November 2011 um 14:08

    ...noch nie habe ich hier einen Kommentar abgegeben, obwohl die Texte in den Newslettern oft so stimmig und zutreffend sind. Heute ist mir bewusst geworden, dass ich auf der Skala bei 1 bin. Ich bin schon seit längerer Zeit in einer schwierigen, familiären Situation, die ich nicht ändern kann. (Krankheit) Doch so gerne würde ich mich wieder mal lebendig fühlen!!
    Ich wünsche allen einen schönen 1. Advent und dass jeder für sich ein Stück Lebendigkeit fühlen kann.

  21. Horst Maximilian Sitzler schreibt am 27. November 2011 um 17:20

    Guten Tag !
    Seit einiger Zeit verwende ich gerne auch Ihre Anregungen und Kommentare in unserer Suchthilfe-Gruppenarbeit. Im Augenblick sind wir in einer Situation, die dringend einer Inspiration bedarf und da kommen Ihre Gedanken gerade recht !
    Also: auf geht's, und wenn es was zu berichten gibt, dann melde ich mich wieder !

  22. Frank schreibt am 27. November 2011 um 17:36

    Hallo Leute,

    danke Ralf für diesen geistigen Anstoß!

    Offensichtlich ist es für uns Menschen grundsätzlich schwierig, Maß und Mitte zu finden.

    Vermutlich pendeln wir ständig zwischen irgendwelchen Polen hin und her.

    Das ist dann wohl ein Prinzip des Lebens, welchem wir uns unterzuordnen haben (Polarität, Yin und Yang usw.). Polarität erzeugt die Spannung in unserem Leben. Gegensätze ziehen sich an und stoßen sich wieder ab. Allerdings kann niemand dauerhaft in einem Extrem leben, wenn es auch aus anregungstechnischen Gründen reizvoll sein mag sich in solchen Bereichen zu bewegen.

    Der Lebenshunger, der Wunsch nach Steigerung der Lebensintensität bewegt uns jedoch gelegentlich dort hin.

    Abenteuer, z.B., versprechen so eine Abwechslung. Das vorübergehende Eintauchen in einen anderen aufregenden Lebenszustand, aus dem wir Impulse bekommen, der unsere Lebensspannung temporär erhöht und uns das Leben für einen Moment sehr intensiv wahrnehmen lässt.

    Ein Eintauchen einerseits, aber auch ein Auftauchen aus unserer alltäglichen Monotonie, die rhythmisch gesehen ein Zustand der Spannungslosigkeit (Langeweile) darstellt.

    Es gibt Menschen, die wesentlich weniger Spannung benötigen als andere. Wer beispielsweise eine mehr oder weniger traumatisierende Vergangenheit (z.B. Ängste) zu bewältigen hat, die eine deutlich höhere innere 'Grundspannung' zur Folge hat, benötigt wesentlich weniger äußere Spannungsreize und tendiert eher zur Ruhe. Solche Menschen werden oft als dünnhäutig, oder einfach als nervös bezeichnet.

    Umgekehrt gilt dies sicherlich aber genauso. Soll heißen, wer in sich eine leere Ruhe und Spannungslosigkeit spürt, tendiert womöglich danach, diesen Zustand in einen aktiveren zu verändern.

    Somit entsteht dem Grunde nach ein ständiges Pendeln zwischen polar entgegengesetzten Zuständen. Spannung - Entspannung; Aktivität - Passivität oder Ruhe - Unruhe...usw..

    Meiner Meinung nach ist es deshalb sehr wichtig, den eigenen Zustand zu erfühlen und sein Verhalten bedürfnisgerecht anzupassen. Die Frage ist allerdings, wie viel man sich selbst zumuten darf oder kann.

    Welches Maß an Spannung und Intensität der Spannung ist das Richtige? Das lässt sich wohl nur über Versuch und Irrtum herausfinden. Auch hier gibt es kein Patentrezept, sondern das muss jede einzelne Persönlichkeit für sich ganz allein herausfinden. So ist das Leben eben.

    Es ist also eine Aneinanderreihung von Schwingungen, Auf's und Ab's.

    Mir fällt genau das immer wieder in vielen Artikeln auf, aber auch in Diskussionsrunden anderswo etc.;

    Also ganz offensichtlich haben wir in unserer Gesellschaft, in der Erziehung und in damit in der ganz persönlichen Entwicklung oftmals genau damit ein Problem.

    Warum kriegen wir das nicht in den Griff?

    Gilt es nicht die Mitte zu finden zwischen Aktivität und Passivität, zwischen Bewegung und Bewegungslosigkeit?

    Intensiv zu leben, was heißt das überhaupt?

    Sicherlich empfinden, bei allen Gemeinsamkeiten unter den Menschen,unterschiedliche Menschen dies auch unterschiedlich. Weshalb es auch ein sogenanntes Patentrezept nicht geben kann. Wenn überhaupt, dann nur bezogen auf die Schnittmenge, die möglichst viele Menschen gemeinsam habe.

    So individuell der Mensch ist, so individuell mögen auch die Lebensmodelle sein, manchmal in Nuancen, manchmal sehr deutlich.

    Sogenannte sensible(achtsame?)Menschen empfinden das Leben vermutlich prinzipiell intensiver als weniger sensible.

    Mit sensibel meine ich übrigens nicht empfindlich, sondern eher empfindsam.

    Wieder aber muss ich auch feststellen, dass die modernen, gesellschaftlichen Strukturen die auf die Maximierung und Optimierung der wirtschaftlichen Gewinne aus ist und alles Streben und Tun dieser Ideologie unterwirft, vor allem vor dem Hintergrund der gegenwärtigen ökonomischen Umwälzungen, die Intensität unserer Erlebnisfähigkeiten zunehmend negativ beeinflussen wird.

    Im Berufsleben wird zunehmend die Selbstaufgabe der eigenen Persönlichkeit zu Gunsten der hehren Ziele dieses (kapitalistischen), globalisierten Wirtschaftssystems gefordert.

    Wer weiß wie viel Zeit jedem Einzelnen künftig noch bleiben wird, um ein selbstbestimmtes,intensiveres Leben leben zu können.

    Meine Vermutung ist, das die Entfremdung und damit die Entfernung vom eigenen Selbst noch deutlicher werden wird. Mit der Folge, das Depressionen, Burn Outs oder Panikattacken etc. in einem entsprechenden Maße anwachsen werden.

    Wie lange kann man eigentlich Notwendiges verdrängen, oder darauf verzichten?

    Notwendiges wie Liebe, Zärtlichkeit oder Geborgenheit?

    Notwendiges, wie ein ehrliches, einem zugewandten und damit freundlich gesinntes Umfeld... etc.;

    Wie lange geht dieser Krug zum Brunnen, bis er bricht?

    Wie viele Verdrängungsmittel (Drogen, Süchte ALLER Art)müssen sich Menschen geben, um der unangenehmen Wirklichkeit zu entfliehen, oder noch leistungsfähig zu bleiben?

    Uns allen wünsche ich, das wir über ausreichende Erkenntnisfähigkeit, geistige und psychische Ressourcen verfügen, uns gegen diese Tendenz zu wenden, um uns nicht in solch einem "Strudel" zu verlieren.

    Um im Bild zu bleiben, wünsche ich uns, das wir uns von solchen Strömungen nicht mitreißen lassen, sondern unseren, möglichst selbstbestimmten, Weg intensiv lebend gehen.

    Ich habe (erst mal)fertig... ;-)

    Liebe Grüße
    Frank

  23. Politgurke (Alfred) schreibt am 27. November 2011 um 17:54

    Herrlich dieser Artikel ! Es ist so ungemein wichtig zu spüren dass man lebt. Wir haben von gestern auf heute ein "Adventszelten" mit unseren Kindern und Freunden veranstaltet. Übernachtung in einer Grillhütte inklusive Nachtwanderung. Selbstverständlich mit Genehmigung des Forstamtes. Einfach wunderbar die Natur unmittelbar zu erleben, sich dem unbekannten auszusetzen und zu sehen wie die Menschen mit denen man unterwegs ist Seiten von sich offenbaren, die im Alltag komplett unterdrückt werden.

    Einen schönen ersten Advent und viele Grüße aus Köln

    Alfred

  24. Doris schreibt am 27. November 2011 um 21:20

    Immer auf der "10"? Wäre mir zu anstrengend...

    Ich, die eigentlich Unkreative und künstlerisch nicht Begabte (so habe ich mich - leider - selbst seit frühester Jugend festgelegt) male seit 8 Monaten und kann sagen, dass ich seitdem meine Umgebung viel bewusster sehe und wahrnehme! Ich bin aufmerksamer geworden, komme automatisch immer wieder "runter", da man ohne Muße nicht malen kann und schaffe nebenbei Neues, was mir (manchmal :-)) sogar Anerkennung einbringt.

    Ein Abend mit Freunden - ein Spaziergang durch den Her bstwald - Tanzen gehen - Konzerte besuchen, einfach mal "Cocooning", sich unverplanter Zeit hingeben - das ist für mich Lebendigkeit!

    Euch allen einen fröhlichen Advent!

  25. Andrea Piro schreibt am 27. November 2011 um 22:21

    Letztes Jahr im Sommer bin ich nachts nackt im See schwimmen.
    War schon ein seltsames Gefühl zwischen der Angst dass einen jemand dabei beobachtet, oder dass einen plötzlich jemand in den Fuss zwickt usw. aber das Wasser war ganz warm, der Boden ganz sandig und es war ganz flach und dauerte ewig bis das Wasser so tief war dass ich mich auch reinlegen konnte.
    Ich hätte mir nur noch Vollmond dabei gewünscht und meinen Freund dabei, aber der fand das zu albern.
    Tja so bleibt mir meistens nix anderes übrig als vieles alleine zu machen.
    Tja und ich hätte auch nie gedacht wie befreiend das ist wie Ronja Räubertochter auf nem Berg zu stehen und zu schreien, so laut man kann und so lange man kann.
    Das ist einfach irre.
    Oder barfuss in der Natur rumlaufen auf unterschiedlichsen Untergründen .....
    Also es gibt soooooo vieles was man erfahren, erfühlen, schmecken, riechen, ertasten usw. kann.
    Echt schade das diese Neugier und diese Lust aufs Leben als Erwachsener abstirbt durch diese Pflichtgefühl und das tut man als Erwachsener nicht.
    So ein Unsinn, als Jugendliche wollte ich erwachsen werden weil ich dann frei wäre und alles tun dürfte und als Erwachsene hat man mehr Grenzen im Kopf als früher.
    Jepp, ich lebe und ziemlich nahe an der 10.

    Liebe Grüße
    Andrea

  26. Nick schreibt am 28. November 2011 um 08:09

    Hallo Zusammen,

    Ich hatte vor 6 Monaten ein BurnOut, Depressionen oder Erschöpfungssymptome oder wie Ihr das auch nennen wollt. Ich wollte einer wichtigen Person mitteilen wenn es vorbei ist. Nun merke ich, dass es nie vorbei ist! Ich entdecke den stetigen Wandel, lerne jeden Tag dazu!

    Ich bin Veganer geworden (meine Schwiegermutter denkt ich sterbe), arbeite nur noch halbtags ( mein Vater denkt ich sterbe), höre morgens laut Schlager ( meine denkt sie stirbt), mal liege ich früh im Bett, mal lese i h Hesse, mal laufe ich nur...

    Ich gelte als Egoist und ich antworte heute nur noch mit: Dafür lebe ich mein Leben und bin gesund!

    Heute komme ich zu spät zur Arbeit, weil ich diesen Kommentar schreibe:-)

    Hier schrieb ein Perfektionist!
    Ich bin eine 7, zur 10 fehlt noch irgendetwas nacktes haha

  27. Gabi schreibt am 28. November 2011 um 09:44

    Hallo zusammen,
    ein interessanter Artikel. Wenn ich darüber nachdenke, befinde ich mich in der Gegend von 2 würde ich sagen. Auch mal was Verrücktes tun oder mal etwas, was man 'normal' nicht macht fällt mir schwer oder einfach mal die fünfe gerade sein lassen...da meldet sich gleich sowas wie ein schlechtes Gewissen. Es ist, als ob ich mir oft selber nicht erlauben kann, mal Spaß zu haben. Diese Denkweise macht mich keineswegs glücklich...ich werde den Rat mal befolgen und es in kleinen Schritten wagen, danke für diesen hilfreichen Artikel.
    Euch allen einen schönen Tag,
    Gabi

  28. Regina Baucks schreibt am 28. November 2011 um 11:36

    Lieber Ralf Senftleben,
    in seiner Einfachheit aber Aussagekraft das Beste, was ich je über die Bedeutung von Lebendigkeit, ganz besonders in dem Absatz, wie Dinge zu spüren sind, gelesen habe. Ich persönlich erlebe das in jahrzehntelanger Wiederholung jedes Frühjahr, wenn die Zeit der Mäntel und langen Poullover erst mal Geschichte ist, wenn der erste mildere Wind über Hände und Unterarme streicht. Das lässt mich in der Tat für Augenblicke immer wieder alles andere herum vergessen.
    Vielen Dank für Ihre gelungenen Beiträge. Eine schöne Adventzeit wünscht Regina!

  29. Jürgen Gräbel schreibt am 28. November 2011 um 13:57

    Hallo liebe Leser,
    ich habe vor sieben Jahren Zeit gegen Geld getauscht und bin aus meinem vermeindlich sicheren Job ausgestiegen und bin auf Berater und Networkmarketer umgestiegen. Bisher habe ich keinen Tag bereut, denn ich habe Zeitluxus und quasi geschenktes Leben.
    Wir, meine Frau und ich, genießen unseren Alltag ganzbewusst und leben abwechselnd in Remscheid und Süd-Frankreich.
    Wir kennen den Atlantik und die Berge in den Pyrenäen, wir genießen die Luft und den Garten.

  30. Michael schreibt am 16. Dezember 2011 um 10:22

    Joseph Beuys:
    How to be an Artist

    Lasse dich fallen.
    Lerne Schlangen zu beobachten.
    Pflanze unmögliche Gärten.
    Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.
    Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen
    und verteile sie überall in deinem Haus.
    Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.
    Freue dich auf Träume.
    Weine bei Kinofilmen.
    Schaukle so hoch du kannst mit einer Schaukel bei Mondlicht.
    Pflege verschiedene Stimmungen.
    Verweigere dich, „verantwortlich zu sein“.
    Tu es aus Liebe.
    Mache eine Menge Nickerchen.
    Gib Geld weiter. Mach es jetzt. Das Geld wird folgen.
    Glaube an Zauberei.
    Lache eine Menge.
    Bade im Mondlicht.
    Träume wild, phantasievolle Träume.
    Zeichne auf die Wände.
    Lies jeden Tag.
    Stell dir vor, du wärst verzaubert.
    Kichere mit Kindern.
    Höre alten Leuten zu. Öffne dich. Tauche ein.
    Sei frei. Preise dich selbst. Lass die Angst fallen.
    Spiele mit allem. Unterhalte das Kind in dir.
    Du bist unschuldig.
    Baue eine Burg aus Decken.
    Werde nass. Umarme Bäume. Schreibe Liebesbriefe.
    …und ich sage: Tanze so viel wie möglich!