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Dankbar sein macht glücklich

Von Judith Wischhof10 Kommentare

Danke

Worüber haben Sie sich heute schon aufgeregt? Was hat Sie genervt? Und worüber haben Sie sich schon so richtig gefreut? Wofür waren Sie dankbar?

Ich bin mir fast sicher, dass Ihnen zu den ersten beiden Fragen so ganz spontan viel mehr einfällt als zu meiner dritten und vierten Frage.

Unser Alltag wird beherrscht von Routine und Pflichten. Und viele von uns haben das Gefühl, dass sie ganz viele Stunden am Tag einfach funktionieren müssen. Alles, was da den Ablauf stört oder unseren Plänen im Wege steht, bekommt meistens viel Aufmerksamkeit von uns.

Dann regt man sich schon morgens auf, weil der Zug mal wieder Verspätung hat. Ist gestresst, weil der Kopierer so kurz vor der wichtigen Besprechung schon wieder nicht vernünftig funktioniert. Empfindet es als Ohrfeige des Schicksals, dass beim Einkaufen gerade das ausverkauft ist, was man sich eigentlich zum Abendessen gönnen wollte. Und sitzt dann mit dem Partner am Tisch und berichtet von dem schlechten Tag und all den Ungerechtigkeiten des Lebens.

Wahrscheinlich wird man nicht erwähnen, wie toll es war, dass man heute ausnahmsweise mal einen Sitzplatz im Zug bekommen hat. Oder dass eine Kollegin netterweise geholfen hat, den Papierstau im Kopierer zu beheben, und daraus ein nettes Gespräch entstanden ist. Oder dass das Ersatzessen eigentlich ganz gut ist … vielleicht sogar besser als der ursprüngliche Plan.

Die positiven Dinge in unserem Leben nehmen wir oft für selbstverständlich hin und übersehen entsprechend oft das, was gut und schön ist.

Dabei ist eine Erkenntnis der Glücksforschung, dass vor allem die Menschen glücklich sind, die das Schöne in ihrem Leben bewusst sehen und sich immer wieder vor Augen führen, wofür sie dankbar sein können.

„Dankbarkeit ist der schnellste Weg zum Glück“

– Barry Neil Kaufman, Psychologie-Professor

Deshalb haben wir der Dankbarkeit auch eine ganze Ausgabe in unserem Lebensfreude-Kurs geschenkt. Und wir möchten Ihnen heute eine Übung vorstellen, die Ihnen vielleicht schon bekannt, aber einfach unschlagbar wirkungsvoll für Ihr persönliches Glücksempfinden ist.

Das Dankbarkeits-Tagebuch

Um in Zukunft den Fokus etwas mehr auf die schönen Dinge im Leben zu lenken, für die wir dankbar sein dürfen, braucht es eine gehörige Portion Achtsamkeit.

Dabei kann Ihnen ein Dankbarkeits-Tagebuch helfen. Also ein Buch, in das Sie jeden Tag – möglichst abends – hineinschreiben, wofür Sie an genau diesem Tag dankbar sein dürfen.

Wenn ich an ein „normales“ Tagebuch denke, dann sind das meistens eher Sorgen und Nöte, die mir Anlass geben, in mein Tagebuch zu schreiben. Und sobald es mir wieder gut geht und ich mir meinen Frust nicht mehr von der Seele schreiben muss, werden auch die Einträge in meinem Tagebuch weniger.

Ihr Dankbarkeits-Tagebuch soll sich ganz bewusst von einem normalen Tagebuch unterscheiden, denn hier schreiben Sie wirklich nur die guten Dinge auf. Egal wie viele negative Dinge sonst so passiert sind.

Das ist nicht immer einfach. Wenn man in einer wirklichen Lebenskrise steckt und das Leben gerade viel Schmerz verursacht, ist man oftmals blind für die kleinen schönen Dinge im Leben. Und doch gibt es gerade in dieser Zeit auch Dinge, für die man dankbar sein darf. Für jeden Moment, den man mit einem geliebten Menschen verbringt, der vielleicht schwer krank ist. Oder zum Beispiel für liebe Freunde, die uns zuhören und beiseite stehen, wenn wir durch schwierige Zeiten gehen. Und gerade in diesen Lebenssituationen ist es wichtig, ganz gezielt nach diesen kleinen Lichtblicken zu suchen, sie wahrzunehmen und zu schätzen.

Und auch ohne große Lebenskrise gibt es immer etwas, womit man die positiven Dinge im eigenen Leben entwerten oder abschwächen kann. Entscheidend ist, worauf Sie sich konzentrieren wollen: auf das, was gut ist, oder auf das, warum die Sache noch nicht perfekt ist. Vielleicht sagt Ihnen das Gesetz der Anziehung etwas. Dieses Gesetz besagt, dass wir genau das anziehen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Wenn wir also z. B. immer nur unsere Aufmerksamkeit auf unseren Schmerz im Leben richten, dann ziehen wir nur noch mehr Schmerz an. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit aber auf das Positive in unserem Leben richten, dann ziehen wir umso mehr Positives an.

Tragen Sie in Ihr Dankbarkeits-Tagebuch jeden Abend ein, wofür Sie dankbar waren.

Um den Dingen, für die Sie dankbar sein können, auf die Spur zu kommen, können Sie sich folgende Fragen stellen:

Und dann schreiben Sie Ihre Erkenntnisse täglich in Ihr Dankbarkeits-Tagebuch.

Also, noch einmal ganz konkret:

Denken Sie daran: Sich auf die Dinge zu konzentrieren, für die man dankbar ist, macht uns glücklicher und zufriedener. Und deshalb kann man diese Übung gar nicht oft genug machen ;-)

Ich wünsche Ihnen viele Momente, Menschen und Dinge, für die Sie dankbar sein dürfen – und eine ordentliche Portion Achtsamkeit, um diese Dinge auch zu erkennen.

  1. Nemo schreibt am 27. November 2011 um 14:38

    DAnke für den schönen Bericht!
    In der Vorweihnachtszeit und dem anstehendem Konsumrausch und Weihnachtsstress besinne ich mich schon mal gerne auf die Dinge, welche ich scon habe.
    Und für die ich sehr dankbar bin.
    Ichnehm mir die Zeit und bewundere die Schönheit und Perfektion in der Natur und bin dankbar ein Teil davon zu sein.
    In dem Sinne: einen dankbaren und besinnlichen 1. Advent

  2. L.H. schreibt am 27. November 2011 um 18:25

    Sehr schöner Artikel, welcher mich dazu bewegt hat, doch mehr auf die schönen Dinge des Lebens zu achten, anstatt den ganzen Tag der Vergangenheit nach zuheulen bzw. traurig zu sein.

    Dummerweise funktioniert der Link zum Formular fürs Dankbarkeits-Tagebuch nicht ;)

    • Judith Wischhof schreibt am 27. November 2011 um 21:19

      Hallo! Sorry für den Fehler. Hab das Formular jetzt richtig verlinkt.

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag noch :-)

  3. Ralf schreibt am 27. November 2011 um 18:39

    Hallo, der link zu dem Formular aus dem Lebensfreudekurs funktuioniert leider nicht

    • Judith Wischhof schreibt am 27. November 2011 um 21:21

      Hallo!

      Tut mir leid, dass das mit dem Formular bis jetzt nicht funktioniert hat. Hab es jetzt richtig verlinkt ;-)

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag noch :-)

  4. S. Meyer schreibt am 28. November 2011 um 10:29

    Das ist ein sehr schöner Artikel.
    Habe mir das Formular ausgedruckt und werde es auch nutzen. Alles ist so schnelllebig und hektisch, sodass man die schönen Dinge im Leben meist kaum noch wahr nimmt - so geht es mir jedenfals! Mit diesem Dankbarkeitstagebuch bekommt man einen besseren Überblick und kann in schweren Tagen darauf zurückgreifen.
    Das ist eine super Idee!

    LG
    Silvia M.

  5. joachim schreibt am 28. November 2011 um 13:36

    Hallo,
    Dankbarkeit ist für mich die Erinnerung des Herzens.
    Zu spüren, was schön ist/war in meinem Leben.
    Es ist die Kunst, die positiven Dinge wahrzunehmen und weniger als selbstverständlich hinzunehmen.
    Liebe Grüße
    Joachim

  6. Jürgen Gräbel schreibt am 28. November 2011 um 14:03

    Hallo,
    ich schreibe mir jeden Tag min. 3 Dinge auf, für die ich dankbar sein kann.
    Dieses Glückstagebuch führe ich schon seit Jahren und fühle mich sehr wohl dabei.
    Liebe Grüße
    Jürgen

  7. Angela Braun schreibt am 2. Dezember 2011 um 13:46

    Eine Erinnerung an die Dankbarkeit tut immer wieder gut. Und es ist auch förderlich, für kleine und grosse Dinge dankbar zu sein. Denn viele Kleinigkeiten machen einen grossen Unterschied!

    Liebe Grüsse

    Angela Braun

  8. Shivani Allgaier schreibt am 25. Dezember 2011 um 10:11

    Danke, ein sehr schöner Artikel.

    Ich bin immer wieder selber überwältigt davon, welche Zufriedenheit mit der Dankbarkeit verknüpft ist.

    Es ist eine ganz andere Lebenshaltung auf die Dankbarkeit ausgerichtet zu sein. Macht vieles leichter...