Was tun, wenn andere Menschen nicht gut für mich sind?

wunder-punkt

Wir hatten es ja vorletzte Woche erst: Wenn man sich als Mensch weiterentwickelt, dann lernt man schnell, dass das, was uns in anderen aufregt, oft nur das Spiegelbild unseres Selbst ist. Wir regen uns eben oft bei anderen über das auf, was uns an uns selbst stört, was wir verdrängt haben oder was wir uns nicht erlauben. Und wenn wir das verstehen, werden wir meistens verständnisvoller und gütiger mit anderen Menschen. Und dadurch übrigens auch oft gütiger mit uns selbst.

Es gibt aber auch die anderen Fälle: Es hat nicht immer ALLES etwas mit uns zu tun. Manchmal sind andere Menschen einfach auch nur gedankenlos, rücksichtslos, sie drücken (bewusst oder unbewusst) auf unsere wunden Punkte. Oder sie überschreiten auf irgendeine andere Art unsere Grenzen auf unschöne Weise.

Die Kunst ist hier, zu unterscheiden:

  • Ist es mein Thema, das ich in den anderen reinprojiziere?
  • Oder ist der andere Mensch einfach auf irgendeine Art nicht gut für mich?

Das auseinanderzuhalten ist erstaunlich schwer. Selbst für die unter uns, die sich dieser Projektionsgeschichten bewusst sind. Denn das Wissen darum schützt ja nicht 100%ig vor den eigenen blinden Flecken, die tatsächlich jeder von uns hat … und ja, das gilt auch für die Fortgeschrittensten unter uns.

Aber gehen wir mal davon aus, dass uns jemand komisch behandelt und das Ganze in diesem Fall wirklich nichts oder nur wenig mit uns selbst zu tun hat.

Was mache ich dann? Wie gehe ich damit um? Was tue ich, wenn Menschen auf irgendeine Art nicht gut für mich sind und ich mir ziemlich sicher bin, dass es nichts mit mir zu tun hat?

Eine gute Möglichkeit ist hier die große Problem-Weiche: Leave it, love it or change it.

Also entweder gehen Sie aus der Situation raus, wenn es geht (Leave it). Oder Sie lernen, die Sache zu lieben oder zumindest zu akzeptieren (Love it). Oder Sie ändern die Situation, sofern das für Sie möglich ist (Change it).

Leave it

Aus der Situation rauszugehen geht natürlich nicht immer. Aber oft ist genau das die beste und einfachste Lösung, auch wenn man hier manchmal den eigenen Stolz ein bisschen drosseln muss.

Einfach der Konfliktsituation ausweichen oder dafür sorgen, dass man in Zukunft keinen Stress mehr mit dem anderen Menschen hat.

Das gilt im Kleinen: Wenn man zum Beispiel jemanden einfach mal lässt, wenn er sich im Supermarkt vordrängelt. Oder im Größeren: Wenn meine Großtante Anni jedes Mal auf mir rumhackt, wenn ich sie besuche, dann gehe ich eben nicht mehr hin. Manche Dinge muss man sich nicht antun, auch wenn dann vielleicht das schlechte Gewissen ein bisschen knackt. Oder wenn mein Kollege Klaus mir meinen Büroalltag mit seiner passiv-aggressiven Haltung vermiest, dann bewerbe ich mich einfach um eine Stelle in einer anderen Abteilung.

So flexibel sein wie eine Weide im Wind. Unangenehme Situationen einfach verlassen oder ihnen ausweichen. Das ist nicht grundsätzlich feige, sondern oft einfach der kluge Ausweg. Man sollte natürlich nicht immer klein beigeben. Aber man muss auch nicht jeden Kampf kämpfen.

Noch eine Randbemerkung zu diesem Thema: Je mehr ich in mich und in meine fachliche und persönliche Weiterbildung investiere, desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich mir im Leben. Das heißt, je mehr ich lerne und je mehr Dinge ich kann, desto mehr Freiheiten eröffnen sich mir im Leben.

Wenn Sie sich in einer Situation wiederfinden, aus der Sie aus Sachzwängen nicht rauskönnen, dann kann das damit zu tun haben, dass Sie Ihre Weiterentwicklung vernachlässigt haben und deswegen zu wenig Ausweichmöglichkeiten haben.

Das Gleiche gilt für die Investition in gute Beziehungen zu anderen Menschen. Wer ein gutes Netzwerk an Freunden, Bekannten und Kollegen hat, der hat mehr Möglichkeiten, sein Leben in eine andere Richtung zu lenken.

( Randnotiz: Kennen Sie eigentlich schon Finde deinen Kompass. Nützlich, um seine Ziele und seine Richtung im Leben zu finden. )

Oft müssen Menschen aus finanziellen Gründen in einem Job bleiben, weil sie keine beruflichen Alternativen oder kein Netzwerk haben. Wer sich – auch neben dem Job – regelmäßig weiterbildet und seinen Wert als Arbeitnehmer auf kluge Art ständig erweitert und steigert, der investiert deswegen direkt in seine Freiheit. Je mehr interessante und nützliche Dinge ich kann und weiß, desto interessanter werde ich für andere Arbeitgeber und desto einfacher kann ich meinen Job wechseln, wenn mir irgendein Kollege meinen Arbeitsplatz vergiftet.

Persönliches und fachliches Wachstum genau wie gute Beziehungen schaffen also Freiheit. Fragen Sie sich also vielleicht mal: Was müsste ich lernen, herausfinden, können oder wissen, um freier und flexibler im Leben zu werden und mehr Wahlmöglichkeiten zu haben? Und wie könnte ich mein Netzwerk in einem guten gebenden und nehmenden Sinne erweitern?

Love it

Kommen wir zur nächsten Möglichkeit, damit umzugehen, wenn mir andere Menschen nicht guttun: Love it. Für viele ist das die schwerste Aufgabe überhaupt: Dinge akzeptieren oder sogar lieben lernen, die man nicht ändern kann.

Wobei akzeptieren nicht zwingend immer „gutheißen“ bedeuten muss. Es bedeutet eher, dass man aufhört zu kämpfen, dass man den Widerstand aufgibt, dass man sich also ergibt.

Viele Probleme oder Konflikte lösen sich sogar in Luft auf, wenn man aufhört zu kämpfen. Nicht immer. Aber erstaunlich oft.

Was vielen beim „Love it“ hilft, ist ein bestimmter Gedanke. Der Gedanke lautet:

„Das ist jetzt einfach Training für mich.“

Oder falls Sie lieber spiritueller an die Sache herangehen möchten, dann sagen Sie sich einfach: Dieser Mensch ist ein Engel, der mir geschickt wurde, um etwas Bestimmtes zu verstehen oder zu lernen.

Sie können alles nutzen, um als Mensch dazuzulernen, um Ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln und um zu wachsen. Auch Menschen, die Ihnen das Leben schwer machen.

Und stellen Sie sich vor, Sie würden auf Ihr Feindbild zugehen, ihm oder ihr einen dicken Kuss auf die Wange drücken und dann sagen: „Danke, dass du mir durch deine Art dabei hilfst, als Mensch zu wachsen.“

Konflikte und zwischenmenschliche Schwierigkeiten sind auch immer Training.

Wenn Sie das so sehen können, hören Sie automatisch auf, zu sehr zu kämpfen, und Sie können den Schwierigkeiten mit dem anderen Menschen etwas Gutes abgewinnen. Sehen Sie den Konflikt als Chance und als Möglichkeit, etwas zu lernen. Dadurch lassen Sie automatisch die Opferrolle hinter sich und übernehmen Verantwortung für sich. Und das verschiebt oft das Machtverhältnis in einem Konflikt und lässt das Beziehungsproblem oft wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.

Wie wechselt man die Perspektive und setzt sich die „Das ist Training“-Brille auf? Dazu können Sie sich Fragen wie hier stellen:

  • Was genau ist es, was ich in dieser Situation lernen soll? Was wäre der erste Schritt, um das zu lernen?
  • Was müsste ich tun, können, begreifen, verstehen, lernen, damit diese Sache hier für mich kein Problem mehr wäre?
  • Was kann ich durch diesen Menschen lernen oder trainieren?
  • Was ist das Gute an dieser Situation?
  • Inwiefern könnte mir das später helfen?

Change it

Die letzte Möglichkeit, mit einem unangenehmen Menschen umzugehen, ist: Change it. Also die Situation zu verändern. Denn es gibt Situationen, die man nicht verlassen kann und die so ans Eingemachte gehen, dass man sie nicht als Training umdeuten kann. In diesem Fall muss man aktiv werden und etwas ändern.

Der erste Schritt sollte hier ein klärendes Gespräch sein. Oft muss man dafür über den eigenen Schatten springen, gerade wenn man das Gefühl hat, dass man nicht angefangen oder wirklich nichts falsch gemacht hat.

Stolz ist hier aber komplett fehl am Platz. Wenn Sie unter einer Situation leiden, ist es Ihre Verantwortung und Aufgabe, etwas zum Besseren zu ändern. Mit Stolz bestrafen Sie nicht den anderen, sondern sich selbst, denn Sie verlängern ja auch Ihr eigenes Leiden.

Was bei so einem Gespräch hilfreich sein kann, sind die Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation. Das hilft nicht immer, aber man erhöht dadurch die Chance, dass es wirklich zu einem klärenden Gespräch kommt.

Was Ihnen hier auch helfen kann, ist das folgende Kommunikationsprinzip:

Versuchen Sie erst zu verstehen und erst dann verstanden zu werden.

Das heißt, sprechen Sie den Konflikt direkt an und fragen Sie den anderen nach seiner Meinung zu der Sache. Und dann hören Sie WIRKLICH zu. Fragen Sie klärend nach. Ohne sich zu rechtfertigen. Ohne Gegenargumente zu bringen. Geben Sie Ihrem Gegenüber wirklich Raum zum Reden. Und erst, wenn Sie dessen Sicht wirklich vollkommen verstanden haben, schildern Sie Ihren Blickwinkel auf die Situation. Das hört sich so in der Theorie ganz einfach an, in der Praxis ist das natürlich eine verdammt harte Nummer. Deswegen üben Sie diese Art des Zuhörens am besten mit einem Vertrauten in einer Art Rollenspiel, bevor Sie in die reale Situation gehen.

Oft hilft natürlich auch alles Reden nicht. Manchmal versteht man sich einfach nicht. Oder der Graben ist bereits zu tief und die Erde zu verbrannt. Oder der andere will den Konflikt partout nicht auflösen, weil er irgendeine Befriedigung oder einen Gewinn daraus bezieht.

Dann gelten die üblichen Regeln aus den Kampfkünsten:

Handeln Sie entschlossen, ohne zu zögern und mit allen Mitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen. Drohen Sie nicht, sondern handeln Sie zielgerichtet und wirksam. Tragen Sie den Konflikt so schnell, hart und mit so vielen Mitteln aus wie möglich. Ziehen Sie nicht den Kopf ein, seien Sie nicht zögerlich und hoffen Sie nicht auf Besserung, ohne dass Sie etwas tun müssen.

Ziel ist jetzt, den Streit unter Einsatz aller Mittel so hart und so schnell wie möglich zu Ihren Gunsten zu beenden. Ich rede hier natürlich nicht von körperlicher Gewalt, auch wenn meine Beschreibung martialisch klingt. Ich meine, dass Sie all Ihre gewaltlosen Möglichkeiten konzertiert ausschöpfen:

  • den Betriebsrat
  • offene Briefe oder eine andere öffentliche Eskalation des Konflikts
  • Bilden von Bündnissen
  • Unterstützung von Kollegen oder Freunden suchen
  • sich Verbündete und Beschützer suchen
  • und, und, und …

Wenn man alles andere versucht hat, muss man den Rücken gerade machen und kämpfen. Und dann sollte man auch versuchen, den Kampf so schnell wie möglich zu beenden, damit man selbst nicht zu viele Blessuren davonträgt.

Dieses ganze Love it, leave it or change it muss man aber zum Glück nur relativ selten anwenden. Denn meistens hat ein Konflikt mit anderen Menschen ja doch – zumindest zu einem Anteil – mit uns selbst zu tun :-). Aber wenn Sie sich wirklich sicher sind, dass Ihre Weste weiß ist, dann nutzen Sie vielleicht diesen 3-Satz der Persönlichkeitsentwicklung als Leitlinie für Ihr Handeln. Ich wende diese Idee ständig an und die 3 Möglichkeiten waren für mich stets ein exzellenter Ratgeber.

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Kommentare

Alexandra schreibt am 14. Dezember 2011

Ja, ein komplziertes Thema. Ich wähle für mich im privaten Bereich leave it. Ich muss mich nicht mit Menschen umgeben, die mich leersaugen, die mir nicht guttun. Bei Familie sieht das ganze dann schon etwas komplizierter aus, aber auch hier habe ich jetzt öfters leave it gewählt und siehe da, es hat was mit Grenzen setzen zu tun und mit Respekt und einige kamen von sich aus auf mich zu, haben sich entschuldigt und meinten, super sehr konsequent.
Bei love it, tja, das übe ich eigentlich auch von Zeit zu Zeit, meist im beruflichen Bereich aber auch im Privaten, wo man nicht leave it wählen kann oder will oder das Fass noch nicht übergelaufen ist. Bei Change ist, finde ich persönlich sehr schwierig und habe ich eine Erfahrung gemacht, die ich hier mal erzählen will. Ich hatte mal einen sehr dominanten Chef, der eine äußerst plumpe Art hatte und überhaupt keine Grenzen akzeptiert hat, der hat jeden vor jedem lang gemacht und die Azubis waren die “Micky Mäuschen” die sich natürlich überhaupt nichts getraut haben. Wenn er durch die Zimmer lief, zuckte jeder zusammen. Wenn man ihn Mittags nach Hause fahren sollte, weil seine Frau gekocht hatte, kam er ins Büro und sagte nur “Aufsitzen”, zu mir nie. Dieser Mensch war einfach nur furchtbar. Erschwerend kam hinzu er war Personalratsvorsitzender, was ich nie verstanden habe. OK, ich musste mal eines Morgens ans Faxgeräte, das in einer Ecke stand, der lag in seiner kompletten Körperfülle halb über dem Stuhl hinter ihm die Wand, zwischen Stuhl und Schreibtisch seine Beine. Ich meinte dann zu ihm, Du lässt Du mich mal bitte durch, ich muss faxen. Er meinte dann so lapidar, Du kannst auch gerne mal über mich steigen-hahaha an der Stelle wollte er wohl einen Lacher. Im Büro waren 2 weitere “männliche Kollegen”, die fanden das auch unverschämt, als sie dann den Vorgang und vor allem das gesagt bezeugen sollten, wussten sie es nicht mehr, war ja klar, immer schön brav sein, nicht aufmucken vor dem Chef. Ich alle Register gezogen, weibl. Personalrat, ich solle mich mal nicht so anstellen und ich würde seine Art ja kennen und und und. Bis hin zum Bürgermeister, der natürlich auch keinen Wind in seinem Laden haben wollte. Tja, soviel zum Betriebsrat, soviel zur Unterstützung von Kollegen, ich glaube man nennt es schlechthin Mobbing. Irgendwann habe ich mir vor meinem Schreibtisch eine Wand vorgestellt, bis dahin habe ich ihn an mich rangelassen, und es hat funktioniert. Einmal sollte ich ihn nach Hause fahren, da habe ich klar NEIN gesagt. In so einem Fall geht nicht leave it, change it, ist erstmal gescheitert und von heute auf Morgen ein neuer Job auch schwierig, love it versucht. Schlussendlich bin ich da weg und es geht mir einfach nur gut. Solche Menschen machen krank, sie haben eine solche Art, dass es schwierig ist gegen sie zu reden, es traute sich da keiner. Mein NEIN, war wohl damals so schockierend für ihn, das hat noch nie jemand vorher gemacht, dass er auch nicht mehr nachgefragt hat. Heute würde ich ihn im Regen stehen lassen, wenn er nochmal so mit mir reden würde. Aber das muss man lernen und ist gerade in so einem Verhältnis sehr schwierig.

    Nemo schreibt am 15. Dezember 2011

    Respekt!
    Den Mumm hat nicht jeder vor so einer Respektsperson, die aufgrund seines Verhaltens ja doch irgendwelche Komplexe haben muss. und entweder zuhause oder woanders nichts zu melden hat.

    Ich tue mich persönlich schwer damit Grenzen zu ziehen oder mich von Personen zu trennen die mir nicht so gut tun.
    Ich kann schlecht loslassen und weiß manchmal nicht was ich will.
    Vieleicht hat jemand anderes hier eine Idee wie ich da bei mir ansetzen kann…

    Alexandra schreibt am 15. Dezember 2011

    Hallo Nemo,

    kann Dir jetzt hier nur so antworten. Erstmal Danke! Dafür hat es auch Jahre gebraucht. Grenzen setzen ist so wichtig. Überleg mal, wie denkst Du über Menschen, die keine Grenzen setzen, hast Du vor denen Respekt? Wahrscheinlich nicht. Wie geht es Dir, wenn jemand zu Dir NEIN sagt! In der Regel geht es den Menschen auch nicht anders, wenn DU NEIN sagst. Ich weiß noch, als ich das das erste mal gemacht habe, mir schlug das Herz in der Hose, ich hatte feuchte Hände. Es war damals mit Mitte 20, eine Kollegin (über die sich jeder aufgeregt hat, aber niemand was gemacht hat) hat mir die Pistole auf die Brust gesetzt, da hat es mir gereicht, da habe ich NEIN gesagt. Hinterher habe ich 3 Tage gebraucht, bis es mir wieder gut ging. Alle anderen fanden das klasse. Nach wie vor fällt es mir oft schwer. Es kommt immer auch auf die Person an, auch auf meine momentane Verfassung. Aber inzwischen geht es mir besser. Manchmal brauche ich ein bißchen, aber bei weitem nicht mehr so lange und ich erfahre Respekt und Akzeptanz. Vielleicht fängst Du mal klein an oder bei Menschen die Dir nicht so wichtig sind. P:S: Der Chef hatte zu Hause nix zu melden, wenn seine Frau anrief oder ihn abholte, hat er gekuscht, das war unglaublich! Hoffe ich konnte Dir hier einen kleinen Tipp geben. Dir viel Glück dabei!

Shivani Allgaier schreibt am 16. Dezember 2011

Sehr guter Artikel, prima!

Ich möchte noch dazu sagen, dass es erstaunlich ist wieviel Leichtigkeit plötzlich im Leben ist wenn der Kampf gegen einen selbstgeschaffenen (projizierten) Feind im Außen aufhört. Da fängt die Lebensfreude an!

Corinna Altmann schreibt am 18. Dezember 2011

Hallo und einen schönen Guten Morgen an alle,

ich finde dies auch dass es ein tolles Thema ist.

Eine Frage habe ich hiermit einmal zum heutigen Thema an alle:
Was hat das heutige Thema mit ” Der Liebe aus dem Internet” (so steht es bei mir als Überschrift in der heutigen Ausgabe) – (denn) zu tun?

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag, ein schönes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch in das neue Jahr 2012 und vorallem, allen, ein gesundes neues Jahr 2012.

Viele liebe Grüße aus Dresden.

Sarah Croé schreibt am 18. Dezember 2011

Danke schön, ein wichtiges Thema und ein schweres gleichermaßen.
Da lebt eine Frau (39 Jahre) verheiratet mit zwei Kindern im Hause ihrer Eltern, das sie aber bereits geerbt hat.Diese haben ein Wohnrecht auf Lebenszeit. Im Nachbarhaus lebt ihr Bruder mit seiner Familie. Soweit alles gut.
Während einer Therapie stellt sich heraus,das der Vater (er ist Alkoholiker), seine Freund, ein Onkel und der Bruder die Frau in der Kindheit über Jahre übelst sexuell Missbraucht haben. Mutter und Nachbar wussten offensichtlich davon.
* Leave it………….geht nicht, das wirtschftlich eine fremde Miete nicht möglich ist.
* Love ist…………..das versucht sie gerade.
* Change ist…………..ist das, was an Wut, Zorn nun aufsteigt, aber damit würde sie auch das Leben ihrer Kinder zerstöhren.Denn der Vater leugnet natürlich den Missbrauch.
Wir alle wissen, mit einem Täter unter einem Dach zu leben……GEHT GAR NICHT.
Was würdet Ihre machen? Raten? Hat jemand eine ähnliche Situation schon erlebt?

Nachdenkliche Grüße
Sarah

    Lena schreibt am 18. Dezember 2011

    Das verstehe ich nicht. Wer hat wen missbraucht?
    Das ist ja wie ein Logical – wenn sie das Haus geerbt hat müssten die Eltern ja tot sein.
    Kapier ich überhaupt nicht.

    Sarah Croé schreibt am 18. Dezember 2011

    Hallo Lena,
    der Vater hat die Tochter missbraucht.
    Und zum vererben muss man nicht tot sein.
    Sonst hätte er ja nicht wohrecht auf Lebenszeit.
    Was verstehst du nicht?
    Grüße
    Sarah

Susanne Körner schreibt am 18. Dezember 2011

Hallo, auch von mir,

selbst, wenn die Überhrift mit dem Inhalt nicht so unbedingt zu passen scheint, so ist dies ein Artikel, der mich anspricht.

Love, leave or change ist, ist zumindest eine Möglichkeit ganz bewusst mit eine Sache umzugehen um sich mit ihr auseinander zu setzen bzw. mit etwas klar zu werden.

Ich kenne das aus dem beruflichen Kontext und auch im privaten Bereich. Wenn ich allerdings bei “Change it” nichts tue, bleibe ich in der Situation stecken. Wenn ich alles versucht habe und eine Sitatuon ist einfach so, wie sie ist oder ein Mensch, der mir nicht gut tut, tut mir weiterhin nicht gut, dann ist es am mir, zu schauen, warum ich trotzdem noch daran festhalte.

Ich hatte so etwas mit einer Freundin, mit der ich schon jahrelang ein auf und ab hatte. Gespräche halfen nur bedingt etwas zu klären, so dass der Schritt “Change it” anstand. Nachdem ich den diesen Schritt gegangen bin und diese Freundin aus meinem Leben “entlassen” hatte, war mir wohler. Und auch heute noch fühlt es sich richtig an.

Eines scheint mir ganz wichtig zu erwähnen: Ich kann niemals etwas oder jemanden ändern – nur mich selbst. Also brauche ich auch nicht darauf hoffen, dass andere sich ändern und somit die Situation sich zu meinen Gunsten klärt. Für eine Klärung muss ich schon selber sorgen, wenn mir etwas nicht gut tut.

Anja schreibt am 18. Dezember 2011

Susannes Kommentar kann ich mich nur anschließen und gleiches berichten. Auch ich habe nach Jahren der Unentschlossenheit und des Hin und Her eine Freundin aus meinem Leben entlassen. Ich habe ihr mitgeteilt, dass ich diese Freundschaft nicht mehr möchte, weil sie mir nicht gut tut. Es war nicht leicht und vorher lagen viele Stunden Grübelei … Aber es war soooooo richtig. Man kann es nur selbst ändern. Anders geht es nicht.

Kerstin schreibt am 18. Dezember 2011

Guten Morgen,sicherlich ein interessantes Thema.
Denke,jeder hatte mal Bekanntschaft mit schwierigen Menschen.

Zu Sarah s Thema gibt es nur eine Antwort:
Leave it.
Ohne Wenn und Aber.
Sich Hilfe und Unterstützung holen.
Materielle Dinge ersetzen keine Verletzungen der Seele.
Auch wenn das jetzt leich hingeschrieben ist.

Ich war mit einem sehr schwierigen Menschen zusammen,der nach außen hin sehr smart daherkam und vor verschlossenen Türen sein wahres Ich gezeigt hat.
Grenzen setzen ,gewaltfreie Kommunikation-alles das hat nichts geholfen.
Ich bin gegangen,genau wie seine Frau vorher-und dieser Mensch wird sich nie ändern.
Dadurch, dass ich meine Sichtweise ändere,kann ich meine Situation ändern und mich nicht mehr zum Opfer machen.
Es hat eine ganze Zeit gedauert,bis ich wieder geradeaus gucken konnte,aber aus der heutigen Sicht würde ich nicht zurück wollen.Wachstum eben!

Euch allen ein schönes Weihnachtsfest,ganz entspannt und stressfrei!!

Wolfgang Sutter, M-K-K Marburg schreibt am 18. Dezember 2011

Ich bin Trainer für gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg. Der Artikel hat nich sehr angesprochen. Doch, wie so oft, ist es eine Frage der psychischen und mentalen Stärke und Risikobereitschaft, Erkenntnisse umzusetzen. Es ist wichtig zu klären, was du brauchst, um eine für dich stimmende Entscheidung zu treffen und sie umzusetzen.
Dafür widerum braucht es verständnisvolle Menschen, die dir dabei helfen, deinen Weg zu finden.
Es braucht dann noch Mut, die ersten Schritte zu tun.
Ich wünsche allen viel Kraft und Zuversicht.
Wolfgang

Tuulikki Bone schreibt am 18. Dezember 2011

Hallo, ich mag diese Newsletter sehr gerne und finde oft viel Nachdenkenswertes hier. Dankeschön, Herr Senftleben!
Bei der Aussage “die Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation helfen nicht immer” regt sich Widerstand in mir, weil ich die GFK als etwas seeehr wertvolles, Tür-öffnendes erlebt habe…
Ich beschäftige mich aus Leidenschaft mit der gewaltfreien Kommunikation… und dies weil ich erlebt habe, dass ich immer etwas anwenden kann davon… (ich höre auch jetzt nicht auf zu lernen)… GFK ist viel mehr, als nur Prinzipien oder was man aus Büchern ziehen kann. Es hat was mit Verbindung zu tun, Verbindung in mir selbst zu schaffen, zu meinen Gefühlen und Bedürfnissen. Und wenn ich diese Verbindung gefunden hab, tue ich mich viel leichter, Verbindung zu anderen zu schaffen. Es gibt natürlich keine Garantie, dass das Gespräch so ausgeht, wie ich es mir vorstelle. Das meinten Sie wohl auch, Herr Senftleben.
Ich selbst habe schon viel aus den Büchern gezogen. Als ich aber in Seminaren selbst erlebt habe, wie mir Menschen einfühlsam, nicht-bewertend, verständnisvoll begegnet sind, ging mir noch einmal eine ganz neue Welt auf. Und dafür braucht es die Begegnung mit anderen Menschen, das können einem Bücher nicht geben. (Und ich ziehe viel aus Büchern!) Nur wenn ich tiefe Empathie empfangen habe, kann ich auch empathischer anderen Menschen begegnen. Je voller mein Tank ist, desto mehr Raum habe ich in mir, andere bewertungsfrei anzunehmen. Und diese Haltung bewirkt viel in Gesprächen. Die GFK ist eben mehr eine Haltung als eine Methode. Und eine Haltung zu entwickeln, braucht viel Zeit und Eigenarbeit.
Zur gewaltfreien Kommunikation gehört die Empathie, Einfühlung und aber auch die Ehrlichkeit. Ich habe den Eindruck, das wird oft etwas unterschlagen, wenn von GFK gesprochen wird. GFK ist keine Kuschelsprache, sondern kann sehr deutlich und klar werden und bringt gewöhnlich die Dinge sehr klar auf den Punkt. Beide Komponenten, die Empathie UND die Ehrlichkeit sind zentrale Elemente der Gewaltfreien Kommunikation.
Jedes bißchen mehr Verständnis für mich selbst oder den andern, oder auch jedes bißchen mehr Ehrlichkeit (und sei es im Sinne von “da mach ich nicht mehr mit”, I “leave it”… ) tut einer Beziehung gut.
Das wollte ich jetzt loswerden. Bitte gebt der gewaltfreien Kommunikation (auch wenn der Name vielleicht abschrecken mag) eine Chance! :-) Es steckt soviel mehr drin, als man denkt.

Chabo schreibt am 18. Dezember 2011

Hallo,
ich kann den Inhalten des Artikels einerseits gut folgen – andererseits, wenn ich neben den Spiegelungen und Projektionen auch noch das Gesetz der Anziehung ins Spiel bringe und ich mit dem Geschehen ausserhalb meiner Selbst auch noch meine Selbstverantwortung ins Spiel bringe – hat doch alles Geschehen mit mir zu tun! Das bedeutet nicht, dass ich mir alles gefallen lassen muss, weil ich es ja auch angezogen habe. Es bedeutet lediglich, ich darf mir Gedanken machen, was ich in Zukunft erleben will. Ohne diesen Schritt kann ich “leave it” betreiben so lange ich will, ich werde immer wieder ähnliches anziehen.
ich wünsche euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit und viel Liebe
ChaBo

Bianca schreibt am 18. Dezember 2011

Dass Konflikte mit anderen oft etwas mit uns selbst zu tun haben, finde ich absolut. Jedoch wurde im Artikel ein wesentlicher Punkt nicht angesprochen, der meiner Erfahrung nach der wichtigste ist: Wir stören uns oft an Eigenschaften andrere wenn wir diese selbst geren hätten. D.h. ein Grund warum uns andere verletzen oder wütend reagieren ist, dass diese Menschen mit sich selbst in irgendeiner Weise nicht zufrienden sind und dann verärgert bzw. “neidisch” reagieren wenn man selbst die erwünschte Eigenschaft hat. Umgekehrt gilt das gleiche natürlich für uns selbst. Wenn wir z.B. gerne etwas selbstbewusster wären, dann könnte es sein, dass wir das Selbstbewusstsein anderer oft als Arroganz oder ähnliches wahrnehmen, ohne zu bemerken, dass wir tief im Innersten eigentlich gerne genauso sein würden.

Sonja schreibt am 18. Dezember 2011

Hallo Bianca,

“Die Kunst ist hier, zu unterscheiden:
- Ist es mein Thema, das ich in den anderen reinprojiziere?
- Oder ist der andere Mensch einfach auf irgendeine Art nicht gut für mich?” (eher am Anfang des Artikels, oder ganz vorne: “vorletzte Woche”)

klick doch mal auf dem Link zum “Reinprojizieren” – ich kann mir vorstellen, dass es genau das ist, was dir hier fehlte :-)

Christian Meinhard schreibt am 18. Dezember 2011

Hallo zusammen,
ein wundervoller Artikel zu einem meiner Lebenssätze, der mir schon weit aus mehr als einmal Kraft, Zuversicht und/oder Handlungsmöglichkeiten eröffnet hat. Für mich persönlich habe ich allerdings die Reihenfolge abgeändert:
Change it – leave it – love it.
In einer schwierigen Situation prüfe ich zuerst, ob ich die Möglichkeit habe etwas und wenn ja wie zu verändern (change it). Geht dies nicht und ich finde keinerlei Grund mir diese Situation/diesen Menschen anzutun, gehe ich (leave it). Kann/Will ;-) ich nicht gehen, aus welchen Gründen auch immer, suche ich nach – oft tiefer liegenden – Möglichkeiten, die Situation/den Menschen zu anzunehmen und das Beste daraus zu machen (love it). Witzig ist, finde ich eine Möglichkeit des Annehmens, ergibt sich oft (nicht immer!) eine Veränderung ganz von selbst. Manches change it gelingt leichter durch love it!
Für mich persönlich ist diese Reihenfolge die logischere und mir hat sie sich so bewährt.
Alles Gute und liebe Grüße
Chrizz

    Namu EL schreibt am 24. Dezember 2011

    In einem Seminar zum Thema Stressmanagment, habe ich es eb anders verstanden und vermittelt bekommen.

    Wenn du eine Sache oder Person liebst aber unglücklich bist musst du versuchen sie zu verändern!

    Wenn du sie obwohl du sie sehr liebst, nicht verändern kannst, musst du sie verlassen, sonst wirst du krank!

    Love it steht hier in einem anderen Zusammenhang…

tanja schreibt am 18. Dezember 2011

chrizz, ich find, du reihst es sehr sinnvoll auf. wahrscheinlich so inetwa tue ich es auch. kommt drauf an was für ein ‘typ’ man ist. ich mag konflikte schnell eingehen und ausleben – aber auch beschliessen. jedoch, ich muss zugeben, oft sind sie faktisch geklärter aber die angelegenheit wurde ebenso um ein emotionales oder tiefergehendes problem erweitert. dh. man kann lösungen finden aber sich plötzlich nicht mehr so vertrauen weil man die risse so offen gesehen und benannt hat.
schlussendlich führt auch dies zu leave it.
grundsätzlich, denk ich, wär wohl love it der wirkungsvollste schlüssel zum glück. die menschen welche ich kenne, die das ‘leben’ rein automatisch – haben einen spitze funktionierenden verdrängungsmechanismus – wie ein filter, der sie umgibt und der alles abperlen lässt was sie nicht gern hören und wahrnehmen. oder gar uminterpretiert, abschwächt, ausniveliert. ich bin jeweils ganz paff. denn meist werden solche menschen nie angefeindet und bringen sich doch mit einigem eigenvorteil und cleverness gut und geschätzt durch.

konflikte im sinn von change it lösen bedarf nicht nur können, rhetorik, mut und empathie etc… sondern auch viel glück. man weiss echt nicht was dabei rauskommt.

leave it – damit kenn ich mich am schlechtesten aus. ich finds immer feige aber auch weise. es ist mir unbekannt, als hätte ich diese option nicht. gilt es zu lernen.
angst davor.
tanja

Thomas Bender schreibt am 18. Dezember 2011

Ein hilfreicher Artikel finde ich.
Vielleicht kann man ausser den 3 genannten Verhaltensmöglichkeiten ja noch die Möglichkeit überlegen, einen Mediator zu Hilfe/Rate zu ziehen. Ein Mediator ist ein außergerichtlichen Vermittler der in einem strukturierten freiwilligen Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes beiträgt. Die Konfliktparteien wollen mit Unterstützung dieser “allparteilichen” Person zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Der Mediator trifft dabei keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich.

Angelika59 schreibt am 18. Dezember 2011

Bei mir funtioniert ALLES nur über “love it”. Wenn man einen Menschen oder eine Situation akzeptiert, dann fühlt man sich nicht mehr als Opfer und man leidet nicht mehr darunter. So bekommt man eine andere Sichtweise und es ergeben sich auch Lösungen.
Ich führe positive Selbstgespräche, wie ich es im Kurs gelernt habe. Ich sage mir, dass akzeptieren nicht heißt, dass ich die Situation oder den Menschen gutheißen oder gar lieben muß, sondern dass ich mich nicht mehr dagegen wehre/ablehne. Das stärkste Motiv zu akzeptieren ist für mich, dass ich dann kein Opfer mehr bin (oder mich als Opfer fühle) und nicht mehr darunter leiden muß! Seit ich dieses Selbstgespräch führe, funktioniert auch es auch mit der Akzeptanz. Ein wirklich gutes Gefühl!
Herzliche Grüße
Angelika59

    irma schreibt am 18. Dezember 2011

    Hallo Angelika59,

    aber laufe ich beim “love it” nicht die Gefahr, Gegebenes zu verdrängen, als wäre es gar nicht vorhanden? Laufe ich nicht Gefahr, eine Illusion zu leben?
    Ich tu einfach so, als wäre meine Welt wieder in Ordnung? Schwamm drüber, dass der eigene Mann weiterhin privaten, allerdings rein freundschaftlichen Kontakt zur Ex-Geliebten (und weiterhin Kollegin), für die er mich verlassen wollte, die aber zu ihrem Partner zurückgekehrt ist, hält, weil er eine Vertrautheit und Verbundenheit spürt, so dass er sie nicht einfach als Kollegin behandeln kann?
    Er weiß, dass er damit meine Grenzen verletzt und bleibt aber trotzdem unbeirrbar dabei, weil es wirklich nur noch rein freundschaftlich ist (sagt er<9. Ich habe gekämpft, change ist und love it probiert ….. zum leave it fehlte mir bisher der Mut. Ich bin aber nicht mehr glücklich und kann nicht mehr vertrauen. Fühle mich unbeweglich. Eine Paartherapie hat auch nicht geholfen, weil mein Mann weiß, was er will und sich davon nicht abbringen lässt.
    Bin ich nicht tolerant genug? Projiziere ich was rein? Ich fühle mich handlungsunfähig, … es tut mir nicht gut.

Angelika59 schreibt am 19. Dezember 2011

Liebe Irma, Akzeptanz hat ja nichts mit Verdrängung zu tun! Wenn man das was ist ablehnt oder sich dagegen wehrt, wird alles nur noch schlimmer. Man steigert sich regelrecht hinein… Wenn man erst mal die Gegebenheiten akzeptiert hat, bekommt man eine andere Sichtweise und kann das Problem auch lösen (eigene Erfahrung). Ich gebe zu, dass diese Variante “love it” nicht einfach ist, aber für mich die Beste! Du wirst sicher für dich den richtigen Weg finden, dieses Problem zu lösen… Liebe Grüsse Angelika59

    Hexe schreibt am 27. Dezember 2011

    Nun ja, Irma,
    ganz gewiss macht die “love it”-Variante auf Dauer nur glücklich, wenn man WIRKLICH akzeptieren kann. Es gibt wohl Dinge, die kann und will ich nicht akzeptieren und auch nicht lieben! Und das ist o.k., meine Grenzen eben! Wenn nun auch Change-it nicht klappt, dann bleibt eben manchmal nur leave-it. Meiner Erfahrung nach klappt das Change-it sowieso nur, wenn man selbst wild entschlossen ist, etwas zu ändern und ggf. bereit (aber wirklich), zu gehen bevor man unglücklich wird. Wenn ich nur so halbherzig was ändern will, klappt es selten. Und wenn alles nicht zieht und ich sehr unglücklich bin, dann bleibt eigentlich nur noch, zu gehen. Auch wenn es noch so schwer erscheinen mag. Nichts ist so schlecht, dass es nicht doch noch was Gutes hat. Es dauert nur manchmal lange, bis man es erkennt. Aber dann ist es gut!

Martin Rechberger schreibt am 19. Dezember 2011

Guten Morgen!

Leute – mit Worten kann ich euch gar nicht mitteilen, wie gut mir der Artikel und die Kommentare dazu tun/getan haben, auch wenn einige schmerzliche und bedauerliche darunter sind!

Allen ein ganz, ganz herzliches Dankeschön, im speziellen dem “Initiator” Ralf Senftleben ;-)!

Vor ca. 20 Jahren habe ich diese Weiche “love it, leave it or change it” kennen gelernt und damals wurde mir plakativ erklärt, es gibt “nur” diese drei Lösungsmöglichkeiten für ein Problem bzw. eine Herausforderung. Wie hier schon erwähnt, kann ein Mediator hilfreich zur Seite stehen – um beim change it (dort fällt´s für mich hinein) zu helfen.

Ich bin auch ein begeisteter Fan der gewaltfreien Kommunikation und der persönlichen Meinung, dass sie immer – wirklich (weil sie WIRKT, also WIRKlich) immer hilft – und sei es für meinen inneren Frieden. Nicht, um das Gespräch mit Sicherheit zu dem Ergebnis zu bringen, das ich mir wünsche.

Besonders gut gefallen mir die Ausführungen zum love it. “Das ist jetzt einfach Training für mich” läßt mich mittlerweile lächelnd an einige Situationen zurück denken in denen ich mich geärgert habe, bei denen ich keine Chance hatte sie zu “changen”, weil sie ja schon “passiert” waren. Nur die Energie, meine Emotionen, die kann ich dazu ändern.

Vielen Dank nochmals – ein schöööönes Weihnachtsfest euch/ihnen allen und mit den besten Wünschen für das nächste Jahr sende ich liebe Grüße

Martin

Connie Fischer schreibt am 19. Dezember 2011

Danke für das Modell, ich habe es mal kurz in einer Supervision kennengelernt und dann leider wieder vergessen.
Es wäre so vieles einfacher damit, was heisst wäre, es ist so vieles einfacher.

Ich wünsche euch allen eine wunderschöne Weihnachtszeit und schneereiche Grüsse

Connie Fischer

Marie schreibt am 23. Dezember 2011

Hallo :)

…so gut hat mir der Artikel und die dazugehörigen Kommentare getan – vielen vielen Dank dafür!

Ich habe mich durch mein anfangs unfreiwillig hineingeborenes Schicksal ständig von einer in die nächste Abhängigkeit begeben. Bis sich der Nebel nach und nach gelüftet hat und ich die Kraft und den Mut fand mich davon zu befreien!

Alle 3 Sachen: “love it, leave it or change it” haben mir im Wechsel dabei geholfen. Es war ein langer, mühsamer Weg bis dorthin, der auch noch weitergeht, aber es hat sich gelohnt. Für mich haben sich Möglichkeiten geöffnet, von denen ich bisher nur träumen konnte.

Ich war total gefangen.

Ich kann das Geschriebene von Sarah sehr gut nachvollziehen. Ähnlich erging es mir auch. Meine Familie hat mich nur gebraucht und als seelischen Mülleimer benutzt. Das ist zwar kein körperlicher Missbrauch, aber seelischer Missbrauch ist ähnlich schlimm, wenn man gefangen ist und nicht rauskann. Heute habe ich zu den meisten Familienmitgliedern ein gutes Verhältnis: mit wenigen sehr nah, mit anderen etwas weiter weg, mit manchen Familienmitgliedern habe ich erst in der letzten Zeit mehr Kontakt aufnehmen können und zu Einigen musste ich den Kontakt sogar ganz abbrechen, was mir bei meiner Oma besonders wehtut, aber momentan nicht anders geht. Vielleicht habe ich eines Tages doch die Kraft, Sie zu besuchen.

Geholfen haben mir Familienaufstellungen (mit Stühlen als “Stellvertretern”). Aber vorsicht: ich habe lange gesucht, bis ich einen Therapeut gefunden habe, der professionell genug war, um mir Anleitung zur Selbsthilfe zu geben. Ich bin auch mal an Menschen geraten, die zwar durch Ihre berufliche Stellung äusserlich als “Helfer” ausgebildet sind, aber keine wirklichen Helfer waren. Eher Menschen mit Helfersyndrom und wenn man sich wehrt, Ihre Machtposition mir gegenüber ausgenutzt haben. Also Ihre Probleme auf mich projiziert haben. Das kann Einen noch zusätzlich fertig machen, weil man ja glaubt, geholfen zu bekommen.

Heute kann ich diese Menschen idR besser unterscheiden.

Von der gewaltfreien Kommunikation habe ich gehört und ich bin sehr interessiert daran.

Was Kerstin schreibt, kann ich auch gut nachvollziehen: ZACK…alle Register ziehen! Ich war glaube ich auch mit einem Mann zusammen der ähnlich tickt wie Deiner. Mein Ex hat eine “antisoziale Persönlichkeitsstörung”. Es hat mich im Nachhinein sehr erschreckt, wie ich auf solch einen Menschen hereinfallen konnte und das seine Verhaltensweisen relativ exakt in dieser Störung beschrieben werden. Mein Ex kam dermaßen “smart” (so hast Du es ausgedrückt) daher, dass er damit auch viele Andere in seinen Bann gezogen hat, was mich persönlich sehr verunsichert hat. Aber auch sein wahres Gesicht letztendlich zum Vorschein gebracht hat. Letztendlich hatte auch dies sein Gutes: ich musste lernen, mich abzugrenzen.

Wolfgang sagt, dass es der “psychischen und mentalen Stärke und Risikobereitschaft, Erkenntnisse umzusetzen” bedarf. Das sehe ich auch so für mich. Genauso habe ich es gemacht und zwar Stück für Stück und zu den jeweils richtigen Zeitpunkten.

Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2012!

Vielen Dank an Ralf Senftleben & Co für die tollen Newsletter :O) Eure Marie